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18/12/1901 Zweites Blatt
 
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Das englische Kriegsministerium hat im Einverständnis nnit den Regierungen der Kap-Kolonie und von Natal die Bestimmung getroffen, daß vom 1. Januar 1902 ab in dm obengenannten Kolonien nur solche Personen zu- aelasien werden sollen, die mit einem vom britischen Konsulat des Einschiffungshafens ausgestellten Paß versehen sind, mid sich außerdem im Besitze einer Summe von mindestens ^>0'Pfund Sterling ca. 2000 Mark, befinden- Ein solcher H}6 gewährt lediglich die Erlaubnis zur Landung in Süd- 1 Slfrtfa, nicht aber zur Weiterreise in das Innere des Landes. Die Erlaubnis zur Reise ins Inland muß bei den zuständigen.Behörden im Ausschiffungshafen besonders nachHesucht werden, ist aber nur sclpver erlangen, weil bereits tausende von Personen an der Küste sich befinden, die nur auf eine Gelegenheit warten, um in ihre Heimat, d. h. ins Inland, zurückkehren zu dürfen, und deren Gesuch voraussichtlich in erster Linie Berücksichtigung finden wird. Diese Verfügung bezieht sich auf Reisende aller ^Lassen.

Aus Afrika zurückkehrende Soldaten bringen folgende niedliche Geschichte mit: Ein Teil des Ost-Kent-Regimcnts lüiar bald nach der Konferenz zwischen Botha und Mtchener mit der Jagd auf Dewet beschäftigt. Tew et machte un­erwartet vlötzlich gegen seine Verfolger Front, und machte mehrere derselben zu Gefangenen. Mehrere schwer ver­wundete Gefangene wurden nach einem Burenhospital ge- säurfft, wo sie zu Bett gebracht wurden, während die univerwundeten Gefangenen die Stelle von Lazarettpflegern vertreten mußten. Am zweiten Tage besuchten Dewet und Botha das Hospital. Botha rauchte eine Zigarette, während Dewet aus einer gewaltigen Pfeife qualmte. Einer der verwundeten Engländer sprang in seinem Bett auf, jciüttelte seine Faust gegen Dewet und sagte:Tu vcr- iluchter Holländer bist die Schuld von alle dem." Dewet nahm die Pfeife aus dem Mund und sagte:Du solltest sr-oh sein, daß Du hier in Frieden liegen kannst." Tewet wandte sich dann einem anderen Soldaten zu und fragte: ,/Lann ich etwas für Dich thun?" Tommy sah ihn er­staunt (ui, und erwiderte dann: ,^Ja, mein Herr, geben Sie mir eine Pfeife Tabak unb ein Streichholz." Der Burengeneral reichte daraus dem Verwundeten seinen Tabakbeutel und eine Dose Streichhölzer. Tann sagte er: ^Zch werde Euch in ein oder zwei Tagen freilassen!" 16. Tage später war derselbe Soldat wieder bei denen, ölc auf der ewigen Jagd nach Dewet sind, und er hatte das Mißgeschick, zum zweiten Male gefangen zu werden, nachdem ihn eine häßliche Wunde in der Stirn bewußtlos gemacht hatte. Als er zu sich kam, war Dewet damit beschäftigt, ihm mit seinem Taschentuche die Wunde zu verbinden. Als der Soldat aufblickte, rief Dewet:Habe ich Dich nicht vorher schon gesehen? Richtig, Du bist ter Bursch, den ich vorletzte Woche gefangen habe; na, l»ß Dich nur nicht wieder fangen, denn es könnte sein, daß ich das nächste Mal keinen Tabak und auch kein Taschen­buch mehr habe!"

Vermischtes..

Bremen, 16. Dez. Im Bremischen Osterholz wurde d.e 50jährige Frau des Landmannes Schnakenberg von dem Mjährigen Maler Grimm aus Sachsen, der einzubrechen ver­suchte, mit dem Rasiermesser ermordet. Der Thäter ist verhaftet.

* London, 16. Dez. Aus Kanton (China) wird ge­meldet: Seit vergangener Nacht steht ein großer Teil der Siabt in Flammen. DaS Feuer hat eine Länge von einer Meile und eine Breite von einer halben Meile. Acht­hundert Häuser sollen bereits niedergebrannt und riele Menschenleben zu beklagen sein.

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den Nachbarstaaten tag der 63 Jad? huchardt, LhrW Ul lot aufgefunbt zunehmen, daß t iesheim ist « i, alle Maßnahm' tung der Krach- Krankheit ist niä- m der chemisch' tigeFntzWeM ^Herzog ließbr B die Medaille s- Anerkennung st M nc6fi N® n Geh. Kabinett

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Paris, 16. Dez. In der Vorstadt Auteuil ent­gleiste gestern infolge Schienenbruches ein Personenzug. Mehrere Passagiere wurden leicht verletzt.

* Tourcoing, 16. Dez. Im Dorfe Petit Paris sind beute sechs Häuser abgebrannt, wodurch viele Per- s^nen obdachlos geworden sind.

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

I. A. in L. DaßDie größte Sünde" von Otto Ernst nicht unbedingt alsneues" Drama zu bezeichnen ist, war auch uns bekannt. Denn wie Sic ganz richtig annehmen, ist dieses Stück vor derJugend von heute" geschrieben worden, und zwar imt Jahre 1895. In jenem Jahre erschien das Buch in zwei Auf­lagen. Aber keine Bühne wollte es damals annehmen, und erst

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Holz-Versteigerung

im Kießener Stadlwald.

Montag den 23. Dezember 1901, vormittags 91/2 Uhr beginnend, soll in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Schall, Lumpenmannsbrunnen, Aue und Faulerboden versteigert werden:

108 rm Buchen-Scheitholz,

360 Eichen-Scheitholz,

29 Buchen - Knüppelholz, 1182 , Eichcn-Knüppelholz,

1 , Aspen-Knüppelholz,

11 Nadel-Knüppelholz, Die Zusammenkunft ist

Licherstraße.

1660 Wellen Buchen-Reisig,

5200 , Eichen-Reisig,

1000 Nadel-Reisig,

31 rm Buchen-Stockholz,

175 Eichen-Stockholz, 44 Nadel-Stockholz.

an der 8. Schneise auf der

Gießen, den 17. Dezember 1901.

8234

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Kteinkinder-Aewatiranstalt.

Am nächsten Sonntag, dem 22. Dezember, soll, wie seit­her angekündigt wurde, die Christbcscheruug unserer Anstalt ge­halten werden.

Nachmiltaas 34/i Uhr findet zunächst in der Johaunesttrche «ine kirchliche Feier statt, die zugleich als Gemeindeaottesdienst gehalten wird. Nachher werden in der Meiukinderschule den Bindern ihre Gaben beschert werden.

Zu der kirchlichen Feier in der Johanneskirche laden wir die o-anze Gemeinde freundlichst ein. Zu der Bescherung in der Anstatt liebst können wir, außer den Anachörigen der Kinder, wegen des siirhr beschränkten Raumes leider Niemanden einladen.

Alle, die uns zur Christbescherung für unsere 220 Kinder noch »gaben zuerkannt haben, bitten wir, dieselben baldigst an die Vor­filandsdamen gelangen zu Iaff en.

Gießen, den 17. Dezember 1901. 8231

Der Vorstand der Älcinkinder-Bewahrarrstalt.

Dr. Naumann.

nach seiner in diesem Jahre erfolgten Umarbeitung hat e5 mehr Glück gehabt und ist bereits in einigen größeren Thealerslädten Eriolg zur Aufführung gekommen. Sie irren sich aber, wenn Sie meinen, uns seiein kleiner Irrtum" uaffiert. Die 9lotiz in rmserer gestrigen Nummer trug die VorschrlstAus dem Thcater- burcau", d. h.: derartige Hinweise auf bevorstehende Theatcr- Ereigmsse gehen uns von dem Theatersekretariat zu, dem übriacnS das hier Gesagte wahrscheinlich auch bekannt ist, das aber feine Vorankündigungen in die knappste Form zu kleiden pflegt, um, was allenthalben anerkannt zu werden verdient, den Schein jeder aufdringlichen Reklame zu vermeiden. Warum aber lassen Sie denn sonst seit einem Vierteljahre nichts von sich hören? Besten Gruß!

Handel und Uerlrehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

Gießen, 17. Dezember. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,201,30 Mk., Hühner­eier pr. Stück 810 Pf., 2 Stück 00.00 Ps., Käse pr. Stück 57 Pf., Käsematte 2 Stück v0 Pfg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,801,00 Mk., Hühner pr. Stück 0,901,20 Mk., Hahnen pr. Stück 0,701,10 Mk., Enten pr. Stück 2,002,50 Alk., Gänse pr. Pfd. 5065 Pfg., Ochfenfleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6066 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,203,50 Mk., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,005,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 915 Pfg., in Korben 1215 Pfg. Trauben 3550 Pfg., Tomaten per Pfd. 1820 Pfg.

lleiu'ltc Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Brüssel, 17. Dez. Tie erste Sitzung der internationalen Zuckerkonferenz eröffnete gestern Vormittag der belgische Ministerpräfibent De Smet de Nayer mit einer Ansprache, in der er mit lebhafter Befriedigung die Thalfache feststellte, daß alle interessierten Lander Europas außer Rußland der Einladung nachgekommen seien. Er gab sodann einen Ueberblick über den Gang bet Dinge seit 1898 und über die Ergebniffe der Vor- Handlungen, die seitdem die belgische Reeierung mit den in­teressierten Mächten gepflogen hat. Die Ergebniffe gestatteten die Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang der jetzigen Kon­ferenz. In der Nachmittagskonferenz begannen die eigentlichen Verhandlungen. Ein der belgischen Regierung gemäß dem Auf­trag der Konferenz von 1898 und nach den Verhandlungen mit den Mächten ausgearbeiteter Entwurf dient als Unterlage. Ueber den Entwurf wird Stillschweigen beobachtet, desgl. über den Verlauf der Erörterung.

Barcelona, 17. Dez. Der Ausstand dehnt sich weiter ans. Die Ausständigen hatten mehrere Zusammenstöße mit Gendarmen und Polizisten.

Petersburg, 17. Dez. In Wladwostock trafen zahl- reiche amerikanische Sachverständige für Landwirt­schaft und Industrie ein. Wie verlautet, find es Vertreter großer Firmen, die in Sibirien Niederlassungen gründen wollen zur Ausbeutung der Bodenschätze, Erbauung von Fa­briken usw. ___

Berlin, 17. Dez. Auch die Bäcker-Innung Ger­mania nahm gestern in einer Versammlung Stellung gegen den Zolltarif. Nach längerer Debatte beschloß die Ver­sammlung mit allen gegen 2 Stimmen eine Resolution, in der die Mitglieder der Bäcker-Innung Germania energisch Protest gegen den Zolltarif erheben und den Reichstag er­suchen, den Entwurf abzulehnen, weil die Zollerhöhung eine bedeutende Verteuerung des Brotes bedeuten würde.

Berlin, 17. Dez. Bei dem gestrigen Festmahl im Neuen Palais zu Ehren des russischen Thronfolgers trug dieser preußische Ulanen-Unisorm, der Kaiser die Uniform der Narva - Dragoner. Trinksprüche wurden nicht aus­gebracht.

Lio n dvn, 17. Dez. Lord Rv seb er y hielt in Chester­field eine Rede, in der er cmsführte, es sei zwar möglich, daß in der nächsten Thronrede aufrichtig erklärt werde, daß die Beziehungen zu allen auswärtigen Regierungen freund­schaftliche seien. Wie stehe es aber mit den fremden Vöb- kern? In der ganzen Geschichte Englands finde sich kein Beispiel zu dem Groll und Uebelwollen, mit dem Eng­land fast einmütig von den Völkern Europas betrachtet werde. Er sei nicht sicher, daß die Regier­ungen aller Länder bestrebt seien, mit England aus gutem Fuße zu bleiben. Solches Uebelwollen, wie es in ganz

Arbeitslose,

welche hier ansässig sind und Beschäftigung von der Stadt zu er­halten wünschen, wollen sich Mittwoch den 18. Dezember, vor­mittags 77. Uhr, bei dem Straßenmeister, Herrn Bommersheim, an dessen Wohnung im Osrvaldsgarten melden und Hacke und Schippe mübrmgen.

Für die vorzunehmenden Erdarbeiten wird bei achtstündiger Arbeitszeit ein Stundenlohn von 25 Pfg. gezahlt.

Gießen, den 17. Dezember 190L 8235

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Versteigerung.

Donnerstag den 19. d. Mts., nach«, von 2 Uhr au versteigere ich nn Luft'schen Saale Neuenweg 28 dahier 1. 6 Gehrockanzüge.

2. 10 gew. Anzüge, 4 Teppiche und 10 filb. Taschenuhren.

3.' Mehrere Küchenschränke, Tische, Kommode (neu) zwangsweise gegen bar.

Versteigerung voraussichtlich be­stimmt. 8238

Gießen, 17. Dezember 1901.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

Mittwoch den 18. Dezember L I., nachmitt. 2 Uhr präzis, werden tm Bieker'schen Saale Neustadt 55 zwangsweise folgende neue Sachen versteigert-. 3 Vertikows, 1 Trumeaux mit Spiegel, 1 Ausziehtisch, 1 Tisch mit Wachstuchdezug, 12 Bett­stellen, darunter Muschel und franz., 13 Küchenschränke mit Glasaufsätzeu, 7 Spiegel, zwei Regulatcure, IKücheurahmeu, 3 altdeutsche Kücheustnhlc, vier Steppdecken, 6 Portieren, 14 Paar bessere Hosen, 19 Panr

Arbeitshosen» 7Auabenauzüge «. a. m. 8197

Die Versteigerung findet be­stimmt^ statt.

Geißler, Gerichtsvollzieher.

Mittwoch den 18. Dezember 1901, nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'jchen Saale Möbel aller Arten, 2 Faß Wein u. a. m. versteigert. 8196

Geißler, Gerichtsvollzieher.

Verding.

Zur Herstellung des neuen Vor­platzes auf Bahnhof Gießen sollen im Wege der öffentlichen Aus­schreibung vergeben werden:

die£> eilte (hing von ca. 800 qm Basaltrechenpflaster einschließlich Lieferung aller Materialien;

die Herstellung von ca. 400 qm Basalchflaster aus vorhandenen Steinen;

die Herstellung von ca. 500 qm Asphattbürgersteig;

die Lieferung und das Versehen von ca. 130 Ifbtt. Metern Bord­steinen für Bürgersteige.

Die Unterlagen können gegen gebührenfreie Einsendung von 50 Pfg. von der Unterzeichneten

Europa herrsche, |et Besorgnis erweckend, wenn irrcyr unmittelbare Gefahr. Die englische Regierung sei in ausgedehntem Maße dafür verantwortlich und hätte die falschen Eindrücke, .die im Auslande bezüglich der Ursachen des Krieges vorherrschen, durch Uebersendung von dioten zerstreuen sollen, in denen alle Schritte nockMialS ausgeführt würden, die England unternommen hat, um Ge­rechtigkeit für feine Staatsangehörigen in Transvaal zu erlangen-. Eine solche)tc würde ein maßgebendes Schrift­stück gewesen fein, auf das die verständigen Leute aller Länder, deren Meinung doch schließlich die Ansichten der Völker leite, hätten verwiesen werden können. Rosebery sprach dann abfällig über die Reden Chambers la ins, die er taktlos nannte. Roseberry verteidigt die rücksichtslose und nachdrückliche Fvrtsetz^ ung des Krieges zu einem natürlichen Ende, das, wie er glaube, ein regulärer Friede und ein regulärer Vertrag sei. Man würde deshalb nicht taub sein gegen die herant-, wörtliche Eröffnung von Friedensverhandlunge'm seitens der ausgewanderten Regierung, die sich augenblick­lich irgendwo in den Niederlanden um die Person Mügers. geschart aufhielte, welck>e die einzige Regierung sei, die mit England in Kriegszustand gekommen wäre. Es sei un­möglich, mit den im Felde befindlichen Führern zu ver­handeln, da sie keine Vollmacht hätten. Die liberale Partei sei frei von dem Bündnis mit den Iren, die sich in die Reihe der Landesfeinde stelllen. Redner ermahnte die Partei eine Absonderung von einem neuen Reichsgedanken, der die Nation erfüllte, zu vermeiden. Lord Roseberry schloß seine Rede, indem er auf Pitt, Abraham Lincoln und Bismarck verwies, die auch keinerlei Mittel ver­schmähten, sich mit ihrem Feinde in Verbindung zu setzen, um einen friedlichen Ausgleich zu erlangen. Bismarck drohte sogar mit der Wiedereinsetzung der in Mißkredit geratenen kaiserlichen Dynastie in Frankreich weil er eS. für notwendig hielt, eine die Autorität besitzende Stelle zu haben, womit er den Frieden abschließen könne. Wenn auch die Gewährung der Unabhängigkeit nicht in Frage komme und es auch unmöglich sei, Milner abzuberufen, glaube er doch, daß ein Ausgleich möglich sei durch die Gewährung der Dynastie. Roseberry bemerkte noch seine, Dienste ständen dem Lande zur Verfügung; er appelliere nicht an seine Partei, sondern an die öffentliche Meinung des ganzen Landes. Nach Roseberry sprach <5ir Asquith, um Roseberry dafür zu danken, daß er seinen Entschluß, sich vom öffentlichen Leben zurückzuziehen, aufgegeben habe. Alsdann sprach noch Sir Kdward Grey, der die Ueberzeugung ausdrückte, daß die Einheit der liberalen Partei sich auf der Basis, die Roseberry aufgestelll hat, wiederherstellen^ lasse. Man kann sich eine Idee von dem Eindruck der, Rede Roseberrys machen, wenn man die heutigen Aus-, lassungen der beiden extremsten Blätter der englischen Hauptstadt, Dally Mail und Morning Leader, zu der Rede vergleicht. Die beiden großen Parteiorgane ergehen sich in Ausdrücken des höchsten Lobes für Roseberry, den sie trotz ihrer verschiedenartigen Politik als Apostel begrüßen.

London, 17. Dez- Die Blätter betrachten die Redy Rose berrys als Aufforderung zur Bildung einer neuen Partei. In politischen Kreisen wird seine Unterstützung der Homerüle- und der Jren-Partei als eine direkte Einladung an die liberalen Unionisten ausgelegt, in die Reihen der neuen Partei einzutreten. ,

London, 17. Dezember. Wie hier besümmt verlautet, hat Präsident Krüger der englischen Regierung die Ab­tretung von Watersrand mit allen Goldgruben angeboten, falls den Burenstaaten die Unabhängigkeit belaffen wird. (?)

Wien, 17. Dezember. Die Sammlungen für die. Opfer des Gnesener Prozeßes" haben in Galizien allein den Betrag von 7 0 000 Kronen erreicht. Die Polizeiwache die gegenüber dem deutschen Konsulat in Lemberg eingerichtet wurde, besteht aus 14 Mann und mehreren Agenten.

Sofia, 17.Dez. Da§ Kabinett Karawelow bemi*. fionierte, well das Anleihegesetz nicht zu Stande gekommen war. Die Kammer wurde bis zur Neubildung des Kabinetts vertagt.

Newyork, 17. Dezbr. Eine wichtige Konferenz findet augenblicklich zwischen Arbeitgebern und Arbeit­nehmern statt zum Abschluß eines UebereinkommenS, künftighin die Möglichkeit eines Konfliktes zwischen beiden Parteien abzuschwächen und ein Schieds - System zu finden, um in Zukunft jeden Ausstand zu verhindern.

bezogen werden. Offerten müssen verschlossen unter der Aufschrift Angebot auf die Herstellung des Vorplatzes, Bahnhof Gießen" bis zum 30. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, gebührenfrei bet der Unterzeichneten eingehen, zu wel­cher Zett die Eröffnung im Bei­sein etwa erschienener Bieter stattfiitdet. 8232

Zuschlagssrist 4 Wochen.

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