Ausgabe 
18.9.1901 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

^währen und seien noch in

um

Es starben an: Zusammen

1

Für die Redaktion verantwortlich i B.r R. Dittmans

SiGi ilOg VC'lSji/cIbet

1 1

1

1

2 (1) 1

1 (1)

1

2 (2)

1 (1)

Lungenschwindsucht Brechdurchfall Soor Gehirnentzündung Rückenmarks entzünd. Lunaenerweiterung Herzfehler Eingeklemmten Bruch Innere Einklemmung Rhachitis Krämpfen Altersschwäche

2 (0) 1 1

2 (1)

2 (2) 1

2 (2)

2 (1) 1

1

1

rumMen die durch eins ______________ ________ ... _ ihm zur Verfügung gestellt seien, gegen eine annehmbare doppelte Sicherheit zu Tageskursen aus­leihen.

Summa: 15 (5) 11 (5) 4 (2)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, rote viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von ausroärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

2 (0) - -

gesetzt.

Newhork, 14. Sept. Der Vorsitzende des Clearinghouse- Ausschusses erklärte, die am vergangenen Samstag getroffenen Maßnahmen seien dazu bestimmt gewesen, für den Fall des Todes des Präsidenten einen Rückhalt zu gervcch Kraft. Der Ausschuß werde die großen <5: kombinierte Aktion der Bankiers V

, ... . v wuw Stufen, $cjat) liefernicirStreik au

- ' Man verl. Muster unserer großen Auswahl.

Eiten & Keussen^fÄLg Krefeld,

Kandwittschast.

(!) Friedberg, 16. Sept. Am 13. September! fand in Len drei Schwertern eine Hauptversammlung des Landw. Bezirksvereins Friedberg statt, in bet nach Eröffnung durch den stellvertretenden Direktor, Alt­bürgermeister Reitz"von Södel, Graf Oriola das Wort ergriff, um herzlichen Dank und volle Anerkennung dem segensreichen Wirken des dahingegangenen Geheimrats Tr. Braden, der beinahe 25 Jahre dem Verein mit seinem ganzen Interesse und liebevoller Fürsorge vorgestanden habe, auszusprechen. Der Verein würde seines Waltens stets mit Dankbarkeit und Liebe gedenken. Sämtliche Anwesenden hatten sich während der Ansprache von den Sitzen zur Ehrung des so plötzlich aus dem Leben Llbgerufenen erhoben. Hierauf teilte Direktor Dr. v. Peter noch mit, daß er, wohl im Sinne der Versammlung handelnd, am Grabe einen Kranz im Namen des Vereins niedergelegt habe zuni Ausdruck der auch heute von"dem Grafen Oriola geäußerten Gefühle des Dankes und der Anerkennung für den Dahin- aeschiedenen, der es verstanden habe, die Zuneigung und Liebe der landwirtschaftlichen Bevölkerung in hohem Maße zu erwerben.-= Zum geschäftlichen Teil übergehend wurde die Rechnung pro 1900/01, die mit einer Einnahme und Aus­gabe von 4006.45 Mt. balancierte, vorgetragen, worauf die Versammlung dem Rechner Aecharge erteilte. Tas Wort

ach -wischen ihm und Dem Mitdirector Breslauer' in Bezug mrt gegenseitige "Ausstellung der Ramensunterschristen herausgeblldet hatte "Dieselbe erstreckte sich nicht nur auf Eonnosjemente, sondern'auf alle Schriftstücke und Papiere, welche zu ihrer Gittia> feit der Unterschrift beider Direktoren bedurften. Inwieweit TirS- tor Breslauer Mitwisser oder Beihelser gewesen ist, lagt sich auf Grund des vorliegenden Materials einstweilen nur annähernd ver- muten. Vorläufig bestreitet er zwar, irgend welche Liennttns von den Manipulationen seines Kollegen gehabt zu haben. Die Hast- pflid)t der Gesellschaft gegenüber den Glaubigerii stelle fest in Bezug auf alle diejenigen Eonnossemente, welche ordnungsgemäß aus- gefertigt sind; dagegen erscheine es, wie nach dem genannten Blatt von juristischer Seite behauptet wird, ausgeschlossen, daß aus diesen Verpflichtungen auch der Aufsichtsrat haftbar gemacht werden kann; eine Verletzung der Pstichten des ordentlichen Kaufmanns oder seiner sonstigen Obliegenheiten seitens des AufstchtSrats uege nicht vor. Wie das Blatt ferner hört, hat am Samstag die Ham­burger Filiale der Dresdener Bank eilten formalen 2lrrclt aus- gebracht, auf Grund deffen Gerichtsvollzieher sowohl an die Prahme als auch an die Schiffe der Rhederei die bekannten blauen Siegel, anlegten. Ter Schtsssbetrieb bleibt einstweilen im Gange.

Breslau, 16. Sept. Der 'Aussichtsrat der Rhedern ver^ einiater Schiffer sog zur Ausstellung des Status einen vereidigten Bücherrevisor uno kaufmännischen Berater hinzu. Ferner wurde beschlossen. Diejenigen, welche Ansprüche an die (Gesellschaft zu haben; glauben, öffentlich zuftAnmeldung aufzufordern. Bisher sind äußerl den in den Büchern aufgeführten, aus dem normalen Geschäfts- betriebe herrühreuden Kreditoren etwa 4</t Millionen Mark deri Forderungen der Verwaltung zur KennMis gekommen.

Breslau, 14. Sept. Wie dieSchief. Ztg." meldest steht cs noch keineswegs fest, ob die Rhederei Vereinigter Schiffer in Konkurs gerät. Der dritte Direktor Paul Nagel-Stettin über-, nahm die Leitung der Geschäfte der Rhederei in Breslau und führt! dieselben bis aus weiteres fort. Der Dienst geht feinen gewohnten; Gang. Die heutige Aufsichtsratssitzuna führte noch nicht zu der ge»i wünschten Klärung der Sachlage. (Sine neuerliche Sitzung wurde aus morgen Nachmittag anberaumt.

Krefeld, 14. Sept. DieKrefelder Ztg." meldet: In der heutigen Generalversammlung der Krefelder Eisenbahn- Aktien-Gesellfchaft wurde dem Vorstand und dem Aufsichlsrat Entlastung erteilt. Nach der Erklärung des Vorsitzenden, daß wegen der auf Veranlassung der Aufsichtsbehörde notwendig ge-, wordenen großen Mehrausgaben für Erneuerungen, Ergänzung und Unterhaltung der Betriebsmittel trotz der großen Mehrern- nahmen der Erneuerungsfonds mit 8796 Mk. Schuldner der Ge--^ sellschaft geworden sei, gab der Vertreter der Auffichtsbchörde, künigst Eisenbahndirektionspräsident Dieck-Elberfeld, die Erklärung zu Protokoll, daß unter den obwaltenden Umständen die Verteilung einer Dividende so lange nicht gestattet werden könne, als es nicht gelänge, den Fehlbetrag des Erneuerungsfonds durch Aufbringung völlig sicher fundierter Mittel anderweitig zu decken. Darauf be-, schloß die Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 3 pEt., die jedoch erst nach Erfüllung der vom königl. Eisenbahn-i kommissar gestellten Bedingungen zur Auszahlung gelangt.

Köln, 14. Sept. In der heute hier abgehaltenen Haupt­versammlung des deutschen Walzdraht-Syndikats wurde be­schlossen, den Grwidpreis für die Tonne Walzdraht um 10 Mk. zu ermäßigen, also auf 125-128 Mk., je nach der Größe des Ab­schlusses, und die Aussuhrvergütnng von 10 Mk. auf die Tonne Sftis-. fuhr auch für das 4. Quartal 1901 zu gewähren.

Zürich, 15. Sext. In der Sitzung des Verwaltungsrats der Schweizer Nordostbahn beantragte Eugen Curti, die General- Versammlung für den Rückkauf statt auf den 30. September auf den 14. November festzusetzen. Es wurde mit 16 gegen 15 Stimmen be chlosseu, diesen Eintrag gleichzeitig mit dem Nuckkaufsgeschäst zu beraten. Ein weiterer Antrag Curtis, den Rückkaufsoertrag der Generalversammlung ohne Bemerkung, ob derselbe zu genehmigen sei oder nicht, vorzulegen, wurde mit 28 gegen 8 Stimmen ab- , gelehnt. Nach einer Unterbrechung der Sitzung wurde am Nach­mittag in namentlicher Abstimmung mit 27 Stimmen bei 9 Stimm- Enthaltungen beschlossen, denselben der Generalversammlung zur t endgiltigen Gutheißung zusjlempfehlen. Mit 22 gegen 10 Stimmen . wurde oie Generalversammlung aus den 2. Oktober in Zürich fest-

Krug wurde verhaftet.

Rhederei Bereinigter Schiffer, Breslau. Zur Lage der Gesellschaft teilt dieBreslauer Ztg." mit: Heber das Prioatver­wögen des Direktors Breslauer und den Nachlaß von Sch ost ag ist das Konkursverfahren beantragt worden. Die Verhängung des Konkurses dürfte unmittelbar beoorstehen. Die sich daran an­schließenden Untersuchungen dürften Klarheit darüber ergeben, wo die ungeheuerlichen Summen, um welche das Unternehmen ge­schädigt erscheinst hingekommen sind. Insbesondere dürfte auch da­rüber Aufilarung geschaffen werden, ob die inneren Verhält­nisse des Unternehmens so liegen, wie sie in den letzten Geschäftsberichten dargestellt worden sind, und ob die Dividenden der letzten Jahre zu Recht verteilt worden sind. Fest stehe, daß die Gesellschaft, da sie die rechtsgiltigen Verpflicht­ungen ihrer Direktoren anerkennen muß, selbst bei einem vollstän­digen FalltzAaffen des Aktenkapitals mit über l1/, Mill. Mk. den 4s/6 Mill. M. betragenden Forderungen gegenüber insufsicient ist, selpst unter der Voraussetzung, daß sich eine Realisierung oder Ucbertragung der Aktiven zum Buchwert ermöglicht. Wie die bis­herigen Ernnttelungen ergeben haben, hat Sch ostag seine Be­trüg e r e i e n mit außerordentlichem Raffinement ausgeführt. Erleichtert wurden ihm seine Manipulationen durch die Praxis, die

Heilbronner Gewerbebank, Heilbronn a. N. Die Bank hat am Samstagmittag um 3 Uhr, nachdem ihr von dem hiesigen Bankhaus Rümelin u. Co. gegen hypothekarische Eintragung au das Bankgebäude 125 000 Mk. vorgestreckt worden waren, die Zahlungen auf kurze Zeit wieder ausgenommen, doch war der An­drang des Publikums so ungeheuer, daß um 5 Uhr die Bank ihre Schalter wieder schließen mußte. Wie der Auffichtsrat mitteilt, sind Fälschungen der Bücher und Bilanzen und eine Schädi­gung der Bank durch die Spekulationen ihrer Direktoren um annähernd 2 Mill. Mst festgestellt. Der Aufsichtsrat hat für die vorzunehmende Revision von auswärts sachkundige Personen heran- «en. Die mitgeteiüen Ziffern bieten somit noch keineswegs ; dies geht auch schon daraus hervor, daß die Fälschungen schon seit fünf Jahren betrieben fein sollen. Die Direktion habe hinter dem Rucken des Aufsichtsrats riesige Spekulationen, über­wiegend in Goldshares, gemacht, letztere durchweg direkt in Paris und London. Es wird Sache der Beteiligten sein, zu prüfen, wie der Aufsichtsrat feiner Ueberwachungs-Pflicht nachgekommen ist, oder ob und in welchem Umfange ihn eine Regreßpflicht trifft. Der Aufsichtsrat glaubt übrigens versichern zu können, daß eine lieber» schuldung nicht vorliegt und daß alle Gläubiger voll be­friedigt werden sollen. Das hat aber zur Voraussetzung, daß der Bank zur ruhigen Abwicklung Zeit gelassen wird, und daß die Kontokorrent-Ausstände, die für den 14. d. M. mit nicht weniger als 4 600 000 Mk. angegeben werden, sich wirklich als gut erweisen. Der Aufsichtsrat versichert, sie feien durchweg durch Bürgschaften, Hypotheken, Effekten ufro. gedeckt. Die Ausstände verteilen sich zum überwiegenden Telle auf kleine Und mittlere Leute, denen es natür­lich schwer fallen wird, rasch die nötigen Beträge aufzubringen. Als charakteristisch für den Geschäftsbetrieb der Bank ist anzusehen, daß die bei ihr lombardierten Wertpapiere, darunter ost gan; kleine Posten, in der Regel sofort roeüer verpfändet wurden. Die Passiven der Bank werden nrit 2100 000 Mk. zlccepte und 1400 000 Mk. Guthaben von Banken angegeben. Die Reichsbank hat schon seit mehreren Wochen die Diskontierung dieser Aecevte abgelehnt. Als beteiligt nennt man in Mannheim die Oberrheinische- Banst die Süddeutsche Bank und die Filiale der Dresdner Bank. In Frank­furt a. M. ist die Filiale der Deutschen Bank mit etwa 1 200 000 Mk. interessiert, die Deutsche Genossenschaftsbank mit 800 000 Mk., beide, wie sie versichern, gegen ausreichende Deckung, die Deutsche Effekten- und Wechselvank mit 115 000 Mk.

Heilbronn, 16. Sept. Der Aufsichtsrat der Gewerbebank Hellbrowi beschloß heute nachmittag, morgen'folgende Erklärung zu erlassen: ,Tie Hoffnung, heute schon einen Ueberblick über den Stand der Bank zu gewinnen, hat sich bei der verwickelten Lage zu unserem großen Bedauern nicht verwirklichen lassen. Die Arbeit wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Da somit eine genügende Grundlage für bie Ent chlüsse des Auffichtsrats und der Gläubiger noch nicht geschaffen i t, so hat der Aufsichtsrat beschlossen, vorläufig keinerlei Zahlungen zu leisten, jede Schädigung der Gläubiger abzu chneiden. Auch muß bei der Unklarheit der Lage die Bevorzugung Einzelner vermieden werden. Sobald sich der Vermögensstand übersehen läßtt wird roeüereBekanntmachung erfolgen und werden sämtliche Gläu­biger zu einer Zukammenkunft eingelaben werden." Nach den neuesten Meldungen ist der Konkurs unabwend­bar. Auch die Dresdener Bank hat Accepte in der Höhe von Mk. 310000 im Besitz. Gerüchtweise verlautet, daß heute abend Mk. 20000 i im Keller aufgefunden worden sind. Auch Prokurist

Anlendiebach bei Büdingen, 16. Sept. Am vorigen Samstag fand in unserer Gemeinde die Wahl eines Bürger­meisters statt. Schon 18 Jahre stand H. Bo kitsch unserer Gemeinde als Bürgermeister bestens vor und die sämtlichen ©timen des Dorfes vereinigten sich auch diesmal auf ihn zum Oberhaupt der Gemeinde. Für den Gewählten ist dieser Akt ein ehrendes Zeugnis seiner Tüchttgkcit, und die Gemeinde giebt für viele Orte ein nachahmungswürdiges Vorbild von Einträchtigkeit. Am Wahlabend wurde dem Bürgermeister ein Ohrenbaum" gesetzt.

H. Vilbel, 17. Sept. Bei der gestern hier abgehal- kenen Gemeinderatswahl siegten infolge der unverantwort­lichen Lauheit der bürgerlichen Parteien die Sozialdemo­kraten. Sämtliche von diesen aufgestellte Kandidaten: Stukkateur Erb, Portefeuiller Weidt, Maurergehilfe Arm­brust und Gastwirt Söllner, wurden mit großer Majorität gewählt. Während die Sozialdemokraten, meist Arbeiter, begünstigt durch das unaufhörliche Regenwetter, geschlossen Schulter an Schulter an der Wahlurne erschienen, blieben derselben 212 Wähler der bürgerlichen Parteien fern. Mit Rücksicht auf diese durch die Schlappheit unserer Bürger 1 erlittene Niederlage dürste man unserem im Ernpor- dlühen begriffenen Badestädtchen wohl zurufen: Wählt, wählt, wählt! Ihr wüßt nicht, was Euch fehlt. Ihr Städter und ihr Bauern, Was seid Ihr zu bedauern.

b Mainz, 16. Sept. Von hiesigen Gasthofbesitzern ist an die Handelskammer das Ersuchen gerichtet worden, im Sinne einer von dem internationalen Verein der Gast- hosbesitzer an den Bundesrat bezüglich der Ruhezeit der Gast ho fange stellt en gerichteten Eingabe Stell­ung zu nehmen. Die betreffenden Wünsche gehen dahin, daß 1) Die Verhältnisse in Hotels und in Gast- und Schank­wirtschaften gesondert geregelt werden. 2) Für die Hotels eine ununterbrochene Minimalruhezeit von acht Stunden «obligatorisch gemacht wird. 3) Die Bestimmung über die Ge­währung einer 24 ftiiningen Ruhezeit für jede zweite bez. brüte Woche aus die Angestellten in den Hotels nicht ausgedehnt wird. 4) Die Ruhezeit, während der die außer- tordentliche unterbrochene Ruhezeit von 6 Stunden zu ge­währen ist, auf die Stunden von 8 ,Uhr mjorgens bis 8 Uhr abends ausgedehnt wird. Die Handelskammer hat diese Wünsche als berechtigt anerkannt und beschlossen, sie zu ^unterstützen.

Mainz, 16. Sept. An: Samstag abend fand in der Stadthaltt aus Anlaß der Allg. deutschen Gartenbau-Aus- ftellung eine Feier statt, an der etwa 300 Personen teil­nahm en. Auch die Spitzen der weltlichen Behörden waren vertreten. Die Reihe der Toaste ward vom Provinzial- direktor Geheimrat Frhrn. v. Gagern eröffnet, der die Stadt Mainz feierte, die sich den Rus einer Feststadt Par excellence erworben habe. Die Rede klang in ein von der F^stzversarnmlung jubelnd aufgenommenes Hochhaus Kaiser und Großherzog aus. Es folgten noch eine Reihe anderer Docrste, bie sämtlich, beifällig ausgenommen wurden. Den Ehrenpreis des Kaisers (goldene Medaille) erhielt bei der Preis Verteilung Weber u. Co. in Wiesbaden, den .Preis des Großherzogs von Hessen (großer getriebener Silberpokal) Handelsgärtner Rose in Mainz, den Preis der Kaiserin Friedrich Berns in Güntersthal, den Preis des Großherzogs von Baden Rinz in Oberursel, den großen Preis des hessischen Staatsministeriums Goosm. Koe n n e- mann in Nieder-Walluf, die beiden Ehrenpreise der Stadt Mainz erhielten Peter Becker in Weisenau und Jakob Rothmuller. Die beiden Ehrenpreise des Kaisers und des GroßiherÄogs rangieren auf derselben Stufe.: Am Sonntag nachmittag femb im Anschluß an bie Gartenbau- Ausstellung eine allgemeine Schutzzoll-Versammlung der Handelsgärtner Deutschlands statt. Redakteur Beckmann und Kr ause-Neuhalderslebeil referierten über die ver­öffentlichten Zollsätze für gärttterische Arttkel. Die Refe­renten sprachen ihr Bedauern über die Fassung des Zoll­tarifentwurfs aus und über die Behandlung, die der Ent­wurf der deutscher produzierenden Handelsgärtnerei an­gedeihen lasse. Es sei eine einfache Forderung der Gerech^- ttgkeit, der Gärttrerei, die durch eine maßlose freie Ein­uhr schwer in ihrem Kampfe ums Dasein bedrängt fei, zu jelfen. Durch den jetzigen Zustand würden zahllose Exi- henzen in der deutschen Gärtnerei vernichtet. Nach ein­gehender Debatte mürbe inü allensgegen 6 Stimmen folgende Resolution angenommen:Die am 15. September in Mainz versammelten produzierenden Gärtner schließen sich der von dem Verbanbe der Handelsgärtner Deutschlands auf seiner Hauptversammlung in Dresden am 6. August gefaßten Resolution für einen besseren Schutz der Produkte der einheimischen Gärtnerei an und beauftragen die Vor­stände der beteiligten Vereinsgruppen bei allen in Betracht kommenden Kreisen nach Kräften für eine bessere Berück­sichtigung der deutschen Gärtnerei zu wirken." Der Ver­sammlung wohnten auch Landeshauptmann Satorius-Wies- baden, Reichstagsabg. Dr. Schmitt-Mainz und die beiden hessischen Landtagsabgg. Dr. Frenay und Molthan bei.

Wiesbaden, 14. Sept. Der Kaiser sandte dem General­leutnant z. D. v. Barby zu seinem 80. Gebuttsiag nach­stehendes Telegramm:Vor Heia an Bord Meiner Pach^ Hohenzollern, 13. Sept 1901. Ich spreche Ihnen zu dem Tage, an dem Sie durch Gottes Gnade Ihr 80. Lebensjahr vollenden, meine herzlichsten Glückwünsche aus. Wllhelm." Auch von vielen anderen deutschen Fürsten erhielt der General­leutnant Glückwunschtelegramme.

erhielt nint Herr v. Schütz aus Zoppor, der über die Spiritusverwertungssiage, Spiritus-Beleuchtung, Spiritus- motore und üb.er Kartoffelbau in anderthalbstündigem Vor­trag referierte und dar legte, dcvß die für die Landwirt­schaft so bebeutenbe Frage ber Spiritusverwertung heut­zutage bereits einen solchen Umfang in einzelnen Betrieben und Gegenden angenommen habe und bie Verwendung des Spiritus statt Pettoleum sich so bewährt habe, daß man agen könne:Fort mit dem vom Auslande ins Maßlose im Preise gesteigerten Petroleum und zum Spiritus, dem einheimischen ungleich angenehmeren und besseren Beleuch­tungsstoffe übergegangen", der auch als Triebkraft für Mo- tore besser zu verwerten sei als Petroleum. Der Spiritus koste, im Großen von der Zentralstelle für Spiritusbeleuch­tung geliefert, 24 Pfg., im Detail 30 Pfg. pro Liter. Tie Brestristunde einer Schuchardglühlicktlampe (sechsmal so hell wie eine Petroleumlampe) koste 3 Pfg., bie der Pholias- lampe zwei einen halben Pfennig. Die Pferbekraft eines Spiritusmotors koste 21,66 Pfg. pro Stunbe, wahrend die eines Pferdegöpels sich auf 79 Pfg. stelle. - Die Rein­erträge im Kartoffelbau würden wesentlich fteigcn mit der allgemeinen Verwendung des Sp iritus zur Leucht- und Triebkraft. Schloß Sanssouci sei mit 2000 Spiritusbrennern beleuchtet, ebenso sei neuerdings Wilhelmshöhe, das Schloß des Kaisers, für Spiritusbeleuchtung eingerichtet worden. Tie Güter des Kaisers wären mit Spiritusmotoren aus­gestattet, deren Herstellung ja in hiesiger Nähe, in Ober- Ursel, bewerkstelligt werde. Einen guten Spiritus erkenne man daran, daß er, mit einer zwei Finger breiten Schicht Kochsalz in einer Hellen Flasche geschüttelt, nach), dem Ab­sehen keine braune Färbuna zeige, auch dürfe er nach dem Verbrennen feinen Rückstand lassen. An den allgemeinen Teil des Vortrags schlossen sich noch Bemerkungen über den Kartoffelbau und Getteidebau an, bie mehr nordbeutsche Verhältnisse trafen und zum Teil in der folgenden Diskussion Widerspruch fanden. Daran beteiligten sich Direktor Dr. v. Peter und Graf Oriola, der ausführte, däß der Reichstag sich schon mehrfach! mit der wichtigen Frage der besseren Spirittlsverwertuna beschäftigt habe und jedenfalls noch weiter namentlich in Bezug auf Besteuerung, auf De- tarifierung und Denaturierung zu thun haben werde. Diese 5kvrpvration sei sich der Bedeutung der Sache bewußt. Dr. v. Peter sagte zu, Lampen der verschiedenen Systeme für die Schule anzuschaffen und Ermittelung der Brenn kosten pro Stunde anzustellen. Tvrtselbst könne bann Interessenten Auskunft gegeben werben. Auch wolle man einen Gewerbe­treibenden bafür interessieren, Beleuchtungskörper und den geeigneten Brennspiritus (am besten mit Benzol denaturiert) sich vorrätig zu halten. Ter Vorsitzende des Gewerbevereins, Beigeordneter Hieronymus, der anwesend war, dürste vielleicht bie Sache in bie Hand nehmen. Mit Beifall wurde dem Redner, Herrn v. Schütz, der Tank ausgesprochen und dann die Versammlung geschlossen.

Kandel und Verkehr. Nslkswittschast.

Litterarische Neuerscheittuugen.

F ü b Alle Welt" illustrierte Zeitschrift 8. Jahrgang. Heft 2 L Heft 40 Pfg., Berlin W., Bong u. Co.

Simpli cissirnus" illustrierte Wochenschrift, 6. Jahrg., Nr. 26, ä. Nr. 15 Pfg., München, Albert Langen.

^S t. H u b e r t u s", Zeitschrift für Jago rc., 19. Jahrg., Nr, 37, L Nr. 20 Pfg., Cöthen, Paul Schettlers Erben.

Dies Bl a t t g e h o r t ber H a u s f r a u", 15. Jahrg., Lest 50, b Heft 10 Pfg. mit Schnittbogen 15 Pfg., Berlin 8wv Friedrich Schirmer.

Die Gefahren der Allgemeinen Volksschule (Einheitsschule) von E. Ries, Frcmkfurt a. M. (72 Setten). Preis 80 Pfg., Frankfurt und Leipzig, Kesselring'sche Hostuchhandlung.

Deutsches P r o t e st a n t e n b 1 a t t" 34. Jahrg'., Nr. 87 Viertel. 1 Mk. 50, Bremen, Earl Schünemann.

Berliner 111 u st r i e r t e -Zeitung", 10. Jahrg., Nr. 37, L Nr. 10 Pfg., Berlin SW. 12, Charlottenstr. 9.

Bericht von Frl. Hobhouse über die Zustände in den Lagern von Südafrika", (42 Setten) gratis von allen Buchhandlungen.

Große Modenroelt". 10. Jahrgang, Nr. 19, viertelst 1 Mk., Berlin W. 35, John Henry Schwerin.

K i n d e r a a r d e r o b e" 8. Jahrg., Nr. 10, viertelst 60 Pfg. Verlag ebendaselbst.

Moderne Kun st", 16. Jahrg. 1, Heft, L Heft 60 Pfg., Berlin Richard Bong.

Wöchentliche Ueöcrßcht der Todesfälle in Gießen.

36. Woche. Vom 1. bis 7. September 1901. Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (infL 1600 Mann Militär), Sterblichkeitsziffer: 30,12, nach Abzug der Ortsftemden 20,08°/eo.

Kinder