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18.9.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. 219

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Die Lietzener Familien- blätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den »Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei­gelegt.

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Erstes Blatt.

151. Jahrgang.

Mittwoch 18. September 1901

GietzenerAnzeiger

w Eeneral-Anzriger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen

Annahme von Anzeige« zu der für den folgenden! Tag erscheinenden 9k.1 bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigcn-Vermitt- lungSstellcn des In-und Auslandes nehmen An­zeigen entgegen.

Zeilenpreis: lokällZPf^ auswärts 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Universitäts - 2) ruderet (Pietsch Erben).

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Die Parade des 17. Armeekorps.

Die Kaiserin begab sich am Montag vormittag zu Wagen, geleitet von einer Husareneskorte, von der Werft auS nadj. dem Paradefeld bei Langfuhr, um der Parade des 17. Armeekorps beizuwohnen. Der Kaiser ritt um 9 Uhr 15 Min. an der Spitze der Fahnenkompagnie nach dem Paradefelde. Die Parade selbst sand bei Großstrieß statt unb war vom Wetter begünstigt. General Lentze kommandierte die Truppen, welche in zwei Treffen standen. Der Kaiser übergab zunächst oie neuen Fahnen vor der Front den Obersten der betreffenden Regimenter mit kurzen Ansprachen. Sodann ritt er die Front der Truppen ab, ge- von der Kaiserin, dein Prinzen Albrecht, dem Prinzen Tschun, der Tags zuvor in Begleitung der Generale von Hoepfner und Richter aus .Hamburg in Danzig eingetroffen war. Im ersten Treffen stand die Infanterie und das Landungskorps des Uebungsgeschwaders, letzteres unter dem Kommando des Prinzen Heinriche Prinz Friedrich Oeopold kommandierte die Kavallerie. Einige Offiziere und eine Abteilung von Mannschaften des russischen Panzer­kreuzers Novak, dessen Kommandant das Hurra ausbrachte, wohnten der Parade bei. Es fand ein zweimaliger Vorbei­marsch statt: beide Male führte der Kaiser der Kaiserin das 1» Leibhusaren-Regiment, das zweite Mal im Galopp vor. Nach der Kritik verlieh der Kaiser nach zwei Uhr das Paradefeld an der Spitze der Fahnenkompagnie.

Die Kaiserin kehrte um 2 cinhalb Uhr zu Wagen, wie­derum von einer Husareneskorte geleitet, von der Parade zurück, und begab sich an Bord derHohenzollern". Der Kaiser traf unti 3 Uhr an der Spitze der Fahnen- und Stan­darienkompagnie ein, und begab sich ebenfalls an Bord derHohenzollern", wo das Kaiserpaar verblieb.

T an zig, 16. Sevt. Die allgemeine Kriegslage für das Kjaisermanöver ist folgende: Die Rote Armee über­schritt die Ostgrenzen von Ostpreußen, und marschiert gegen die Weichsel vor. Die blauen Streitkräfte sind zunächst außerhalb Osb- und Westpreußens in Anspruch genommen. 'Bei Neufahrwasser liegt das blaue .Geschjwader, das rote kreuzt Vor der Danziger Bucht.

I-s Schicksal der pommlschkn Hypothekenbank.

Wir haben bereits in unserer Nr. 216 vom 14. Sep­tember einen Artikel über die Lage der Pommerschen Hypo­thekenbank veröffentlicht. Jetzt erhalten wir von geschätzter Seite eine andere Zuschrift, die wir im folgenden wieder- , gefiert:

Neuerdings ist- wie es heißt, von einigen Aktionären die Anregung gegeben worden, die am 28. d. Mts- stätt- sindende Generalversammlung möge eine allmähliche Liquidation der Bank beschließen. Es scheint uns jetzt deshalb an der Zeit, einmal gegenüber dieser Vielheit von Vorschlägen die Möglichkeiten zu erwägen, welche für Aktionäre und Obligationäre übrig bleiben. Als Grundlage der Betrachtung muh man die Thatsache annehmen, die von verschiedenen Seiten übereinstimmend berichtet wird, daß die Untersuchungsresultate der Bankkommission ganz bedeutend schlechtere sind, als man sie nach den staatlichen Untersuchungen und nach den hochtönenden Phrasen der ehemaligen Direktion hätte erwarten dürfen. Wenn man alles, was darüber verlautet, zusammen hält, so gewinnt man das Bild, als ob thatsächlich besser, als bei der Preußischen Hypothekenbank, auch bei der Pommern- bank nicht gewirtschaftet worden ist Vor allem muh man

fierten Preußischen Hypothekenbank erfolgen solle. Von der Presse ist damals dagegen eingewandt worden, dah eine solche Fusion auch nicht möglich sei ohne eine voran­gegangene Liquidation, und daß für solchen Plan also die Schwierigkeiten beinahe noch größer als bei einer Liqui­datimr seiest. Das Handelsgesetzbuch kennt aber eine be­sondere Form der Uebertragung von Aktien-Gc- sellschafts-Vermögen im Fall der Verstaatlichung. Ter Para­graph 304 bestimmt nämlich: Wird das Vermögen einer Aktiengesellschaft als ganzes von dem Reiche, einem Bundes­staate oder von einem inländischen Kommunalverband über­nommen, so kann zugleich vereinbart werden, dah die Li­quidation unterbleiben soll. Und die Paragraphen 305 und 306 lassen die Möglichkeit zu, dah auch in dem Fall, dah das Vermögen einer Aktiengesellschaft als ganzes an eine andere Gesellschaft, gegen Gewährung von Aktien des über­nehmenden Instituts, übertragen wird, eine Vereinbarung auf Unterlassung der Liquidation stattsinden kann. Tie Notwendigekit einer Liquidationsbilanz, durch die event. der Konkurs veranlaßt werden könnte, würde also hier fort» fallen. Allerdings muh auch im Falle des Paragraphen 306 an die Gläubiger eine dreimalige Aufforderung zur An­meldung ihrer Ansprüche erlassen werden; aber die dadurch entstehenden Schwierigkeiten würden im vorliegenden Falle natürlich nicht so groß sein, da die reorganisierte Preußische Hypothekenbank als fein gilt und die Modalitäten des Gesetzes die einzelnen Pfandfiriefbesitzer vor Benachteilig­ungen schützen. Tas Gesetz bestimmt, dah die Vermögen der beiden Gesellschaften zunächst getrennt zu verwalten sind und dah die Vereinigung der Vermögen erst nach Ablauf des ersten Jahres nach der dritten Aufforderung an die Gläubiger statthaft ist Für die getrennte Verwaltung der Vermögen haften die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates den Gläubigern als Gesamtschuldner, und bis zur Vereinigung der Vermögen gilt den Gläubigern der alten Gesellschaft gegenüber das übernommene Ver­mögen nach wie vor als das Vermögen der aufgelösten Gesellschaft.

Es wäre also in der That ein Modus gegeben, die Fusion ohne Liquidation durchzuführen. Diese Fusion wäre für die Obligationäre in dem Moment annehmbar, wo die Banken darauf verzichteten, große Sonderverdienste zu machen. Für sie läge ein indirekter Verdienst so wie so ja schon darin, daß die Grundstücke, welche sie von der Pom­merschen Hypothekenbank übernehmen, int Laufe der Zeit besser werden, und daß dieser Nutzen dann der neuen Preußischen Hypothekenbank zu gute kommen würde, an der sie außerordentlich Beteiligt sind. Tie Obligationäre würden sich dann allerdings damit befreunden müssen, einen kleinen Betrag auch den Aktionären zukommen zu lassen, da nach Paragraph 303 des Handelgesetzbuchs eine Verwaltung des Gesellschaftsvermögens int ganzen nur auf Grund eines Gläubiger-Versammlungs-Beschlusses zulässig ist der einer Mehrheit von Mindestens drei Vierteilen des vertretenen Aktienkapitals bedarf. Andererseits wäre für die Banken dieser Ausweg kein schlechter, weil sie ja doch nicht über genügend Kapital verfügen, um eine selbständige Rekonstruktion durchführen zu können. Freilich würden sie die Pfandbriefbesitzer für einen solchen Plan nur gewinnen können, wenn sie auf einen momentanen Nutzen verzichten wollen. Im anderen Fälle müßten, die ohnehin schon schwer geprüften Pfandbrief gläubiger doch wohl den allerdings unangenehmen Weg der Konkurs-Eröffnung vorziehen.

zu der Ansicht gelangen, daß ein weiteres Gewährenlassen der alten Tirektion nicht etwa zu einer Gesundung der Ver­hältnisse, sondern wahrscheinlich zu einer verzwicöeren Ver- wurstelung der verschiedenen Institute geführt hätte.

Tie natürliche Konsequenz solcher Wirtschaft wäre der Konkurs. Ter Konkurs hat zweierlei Gefahren: Entweder endet er mit dem Verkauf der gesamten Konkursmasse an irgend ein anderes Institut. Dann laufen die Interessenten Gefahr, ihren Besitz weit unter dem augenblicklichen Wert verschleudern zu müssen. Oder der Konkurs zieht sich Jahre lang hin; so können in jedem Jahre nur ganz minimale Konkursraten an die Pfandbriefbesitzer ausgezahlt werden, und da vom Tage, wo der Konmrs erklärt wird, die Ver­zinsung aufhört, so verlieren t>ie Pfandbriefbesitzer jeden Zinsanspruch, und sie bekommen in Raten von jährlich vielleicht 45 Prozent schließlich womöglich! noch nicht ein­mal das volle Kapital ihrer Pfandbriefe zurückbezahlt. Tas wäre volkswirtschaftlich und privatwirtschaftlich! ein großer Schaden. Tenn es ist sicherlich nutzbringender, ein Kapital von nur 500 Mark auf einmal zu erhalten, als ein Kapital von 1000 Mark in Jahresraten von 40 oder 50 Mark.

Tas vorgeschlagene Liquidations-Verfahren stößt auf große Schwierigkeiten. Bekanntlich ist bei Beginn einer Liquidation eine Bilanz aufzustellen, eine Bilanz, für welche' viel schärfere Grundsätze gelten, als für die gewöhn­lichen Bilanzen. In einer gewöhnlichen Jahresbilanz dürfen bekanntlich Anlagen und Gegenstände, die dauernd zum Geschäftsbetriebe bestimmt sino, zum Anschaffungspreis ein­gesetzt werden, auefy wenn dieser Preis den wahren Wert überschreitet, sobald ein der jährlichen Abnutzung gleich- kommender Betrag in Reserve gestellt wird. Bei einer Liqui­dation sind dagegen Waren, Wertpapiere und Vermögens­tücke zu ihrem wahren Wert einzustellen. Tadurch könnte :ie Gesellschaft möglicherweis! gezwungen sein, eine ganz: Reihe ihrer Besitzstücke viel niedriger in die Bilanz zu stellen, als sie augenblickliche verbucht sind, so daß bei Aufstellung solcher Liqtdations-Bilanz die Liquidatoren gezwungen sein würden, den Konkurs anzumelden. Außerdem erfordert aber gesetzlich die Liquidation eine ganze Reihe von Formali­täten. Sv find z. B. sämtliche Gläubiger dreimal aufzu­fordern, ihre Ansprüche anzumelden, und die Verteilung des Vermögens ist erst ein Jahr nach der dritten Auf­forderung an die Gläubiger möglich. Das Gesetz bestimmt außerdem, daß bei ftreitigen Verbindlichkeiten den Gläu­bigern vorher Sicherheit zu leisten ist. Bei der Menge von schwebenden Prozessen ist es wahrscheinlich, daß sich daraus arge Schwierigkeiten ergeben werden.' Ferner er­fordert eine Liquidation, wenn sie nicht auch schließlich! mit einer en bloc-Uebertragung des Gesellschaftsvermögens an eine dritte Person enden soll, umfangreiche Kapi­talien zur Durchführung, und wir glauben nicht, daß heute irgend eine Bank in der Lage ist, diese Kapitalien zu gewähren. Die Verhältnisse liegen heute anders als bei der Rekonstruierung der Preußischen Hypothekenbank. Tie Banken müssen jetzt ihre Gelder Zusammenhalten. Sie können große Finanz-Transaktionen bei der augenblicklichen Lage des Geldmarktes nicht durchführen.

Dieser Gesichtspunkt ist auch in Betracht zu ziehen, wenn man an die Möglichkeit einer Rekonstruierung denkt. Wer soll das neue Geld geben? Wer ist in der Lage, die großen Vorschüsse zu leisten, die neuen Aktien vorläufig zu übernehmen, große Garantien zu leisten? Niemand! Nun zirkulierten bekanntlich vor einiger Zeit Gerüchte, welche davon wissen wollten, daß eine Fusion fier Pommerschen Hypothekenbank mit der reorgani-

Ieuilkeion.

(Nachdruck verboten.)

Briefe aus der Kestdenz.

Dr. M. Darmstadt, 16. Sept. Erquickliches und Unerquickliches von der Künstlerkolouie. Die Wiedereröffnung des Hoftheaters. Die Sicherheit resp. Unsicher­heit unserer Wälder.

Ter Besuch hält sich noch immer auf einer erfreulichen Höhe; die elektrischen Wagen sind überfüllt, und fiie Droschkenkutscher dürfen auch nicht klagen. Dazu kommt, daß nach und nach im Publikum, in der öffentlichen Mein­ung ein entschiedener Umschwung zu Gunsten der Kolonie eingetreten ist und man viel mehr als zu Anfang Worte der Anerkennung trifft. Namentlich sind es die Vertreter des Kunsthandwerks, die, von den Nachbarstädten kommend, überzeugt versichern, daß mau sehr viel lernen könne, jdaß die Ausstellung eine Fülle von Anregungen gewähre.

Als überflüssig wird indes durchgängig dasUeber- dokument" empfunden, das ja pekuniär nicht das gehalten hat, was man sich von ihm versprochen. Außerhalb Darm­stadts hat.man es garnicht Begreifen können, daß die Künsd- ler zu dieser Grimasse Zeit und Arbeit aufgewendet fiaben. Ter Prozeß Deiters wirft zum Schluß noch einige finnkle Schotten auf den geschäftlichen Gang des Unternehmens aber es ist kaum anzunehmen, daß nach den Völker­wanderungen, die während der schönen Jahreszeit nach der Mathildenhöhe stattgefunden, ein Defizit herauskommen sollte. Arge Fehler sind ja wohl Bei der Verwertung des Spielhauses" gemacht worden.' Wir haben schon früher darauf hingewiesen.'

Mit gemischten Gefühlen Begrüßen wir auch den Einzug desDatierich", nicht etwa, weil wir den köstlichen Falstaffhumor dieses Dialektstücks irgendwie verkennen, son­dern, weil wir der Ansicht sind, daß das Spielhaus nicht dazu erbaut wurde,, um läng ft eingebürgerte Stücke auf-

Iznnehmen, sondern, weil in diesen Räumen dem Publi­kum etwas Eigenartiges, eine Kunst, die in innerem Zu­sammenhang mit dem Koloniegedanken steht, vorgeführt werden sollte. Die wackeren Melomaneii haben uns Nieber- galls prächtige Volksstücke so und so oft vorgeführt; auch auf der Saalbaubühne hat derDatterich" seinen Einzug gehalten, so daß wirklich zu seiner Verpflanzung auf die Mathildenhöhe kein triftiger Grund vorlag. Immerhin waren die drei Vorstellungen gut besucht, und selbst am Sonntagabend, da der Himmel alle seine Schleusen auf- gethan, hatte sich eine Scbar Getreuer eingefunden, die dann thatsächlich auch auf die vollen Kosten ihrer Unter­haltung kam denn, das muß man sagen: es ist ein ganz vorzügliches Ensemble, das sich unter Leitung des Herrn Gustav Klotz gebildet hat, das, wofern man außerhalb der rotweißen Pfähle^ auf Verständnis für das Darmstädter Volksstück rechnen könnte fier Versuch, fien Datterich" in München aufzuführen, ist, alauben wir, schon einmal gemacht worden, ebenso wie die Schlierseer zu Gastspielen berechtigt wären.

Das Hoftheater hat seine Arbeit mit schönem Er­folge wieder ausgenommen, und gleich an den ersten Abenden neu engagierte Kräfte ins Treffen geführt. Recht viel dürfen wir uns von der neuen jugendlichen, munteren Liiebhaberin Frl. Paula Müller, versprechen, welcher die Neueinstiidierung des Benedix'schen LustspielsAschen­brödel" reichlich Gelegenheit bot, sich die Sympathie des Publikums zu sichern. Schöne, künstlerisch wertvolle Leistungen enthielten die Aufführung derEuryanthe", die die Saison einleitete, und derJungftau von Orleans", mit der die Reminiszenz an die erste Aufführung des Dramas in Leipzig, vor hundert Jahren, verknüpft war. Ter Theaterbesuch wird begünstigt durch das anhaltende Regenwetter, das selbst den eifrigsten Naturfreund zum Ausgeben des gewohnten Gesundheitsganges veranlaßt.

Ein wehmütiges Gefühl beschleicht uns, wenn wir an unsere herrlichen Waldspaziergänge denken, die bisher den eigentlichen Stolz der Residenz ausgemacht haben. Wie ist es in Zukunft damit bestellt? Werden wir hier ähn-

._.j man sie sonst Walfipolizei kann

liche Zustände bekommen, wie sie im Frankfurter Stadt­walde an der Tagesorfinung sind?! Noch im vorigen Jahre konnte man von absoluter Sicherheit sprechen, was die Waldpartieen um Ludwigshöhe und Marienhöhe her­um betrifft. Der Weg nach Traisa, Burgwald, nach dem Forsthause Einsiedel wurde von alten und jungen Damen ohne Bedenken angetreten. Nicht die schweren Sittlich- keitsverbrechen, die in den letzten Wochen vorgekommen sind, und die sich ja nicht zu wiederholen brauchen, stellen die unbekümmerten, sorglosen Waldspaziergänge für unsere Frauen und Töchter in. Frage,, sondern die That­sache, daß in diesem Sommer in den Schneisen und Wald­wegen (ich nenne hier Schnampelweg, Oppermannswiesen- schneise, alter Eberstädterweg, in- der Nähe des Hartwig- denkmals, nach Kranichstein zu, von derSünne",, die schon immer etwas unheimlich war', gattz zu schweigen), Stromer und Herumlungerer cutftäuchen, wie man sie sonst hier nie gesehen hat. Nur eine starke Waldpolizei kann da Abhilfe schaffen und die muß mit ihrer Thätigkeit einsetzen, bevor das Unwesen überhand, genommen hat. Mit der nachträglichen Ermittelung und Bestrafung des Verbrechers, die leider nicht einmal in allem Fällen statt- finden konnte, ist nur wenig geleistet. Um das Treffen energischer Vorbeugungsmaßregeln' handelt es sich in erster Linie. Es liegt das in entschiedenem^Jntereffe aller unserer Waldwirtschaften und Sonimerhenswuen, die sehr bald, namentlicb die Kaffeestationen, die Abnahme des Damen­verkehrs schwer schädigen würde.. Doch, nicht der wirt­schaftliche, auch nicht der Erholunasgesichtspunkt steht Bei unseren Vorschlägen obenan sondern vor-allem der Ge­danke, daß unsere arbeitenden Frauen aus dem Volk, die ihr Tagewerk oft genug durch Wald und Feld führt, und die nicht immer in Gesellschaft gehen können, geschützt werden müssen, indem man die Wälder von bett Unholden und dem arbeitsscheuen Gesindel säubert. Die pekuniären Lpfer, welche diese Säuberung erfordern dürfte, werden sich hundertfach einfiringen.