Ausgabe 
18.6.1901 Erstes Blatt
 
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Dei Vieser Gelegenheit über sich gewonnen hätten. Ter Kaiser wahrte bei seinen Ansprachen in Prag durchaus die sprachliche Parität, indem er zur Hälfte in deutscher und zur Hälfte in tschechischer Sprache antwortete.

Die Einverleibung des Kongostaates in Belgien ist auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben. Um dem ungewissen Zustande ein Ende zu machen, hatte Staatsminister Beer- naert mit anderen Politikern in der Kammer den Antrag auf sofortige Einverleibung gestellt; das war aber gegen die Wünsche des Königs, und dieser bediente sich zum allgemeinen Erstaunen für seine Zwecke eines Mannes, von dem er sich' seit Jahrzehnten aus persönlicher und politischer Abneigung ferngehalten hatte, des einstigen Mi­nisters Woeste. Woeste nahm mit Genugthuung die Ge­legenheit wahr, den König bei dieser Gelegenheit gegen Beernaert ausspielen zu können, und trat in einer solch nachdrilcklichen Weise als der Anwalt und Vertrauensmann Leopolds II. auf, daß man, wenn man das bisherige Ver­hältnis dieser beiden Männer berücksichtigte, auf den Ge­danken hingedrängt werden mußte, es handle sich für Woeste um weit mehr als die bloße Kongofrage. Ter Haupttrumpf, den Woeste in der Kongosache ausspielte, war ein Brief des Königs, den dieser durch Woeste zur Kenntnis der Par­lamentarier bringen ließ. Ter König sagt darin, daß er des Kongostaates nicht mehr in der bisherigen Weise sich annehmen werde, wenn er auf Grund der Annexion auf­höre, dessen unbeschränkter Souverän zu sein; das ist allerdings für die mit der Person des Königs so eng verknüpfte Förderung der wirtschaftlichen Interessen dieses afrikanischen Staatswesens durchschlagend, und demgemäß bestehen Beernaert und Genossen auch nicht mehr auf ihrem Anträge. So hat denn der Wille des Königs gesiegt, und Belgien mag abwarten, ob und wann es in den Besitz des Kongoftaates eintritt. Im Senat hat der König ebenfalls einen Erfolg davongetragen, denn es ist als sein persön­licher Wunsch beezichnet worden, daß die Spielhöllen in Spa und Ostende entgegen dem von der Kammer angenom­menen Verbot aufrecht erhalten bleiben. In diesem Sinne hat der Senat jetzt beschlossen; aber die Kammer hat immer noch ein Wort zu sagen.

Graf Waldersee befindet sich jetzt endgiltig auf der Heimreise aus China. Aufsehen.erregte der ganz hervor­ragend warme Ton des längeren Anerkennungstelegrammes, das Kaiser Franz Joseph an den Feldmarschall gerichtet hat und worin man eine fast demonstrative Betonung des treuen Fefthaltens Oesterreichs an dem Bunde mit dem Deutschen Reiche erkennen wollte. Die in Ostasien verbleibenden deutschen Truppen belaufen sich auf 3600 Mann abgesehen von der Besatzung von Kiautschou. Be­merkenswerter Weise werden diese 3600 Soldaten es sind solche, die sich noch über den Herbst 1901 hinaus fiir China verpflichtet haben nicht sämtlich in der Provinz Tschili bleiben, sondern nicht weniger als 800 Mann sind für Shanghai bestimmt. Das hat in England stark ver­schnupft. Was haben die Deutschen an diesem Orte, dem Hauptpunkte der englischen Interessensphäre im Gebiete des Aangtsekiang zu suchen? Lus ist der Sinn der Aus- ftlhrunaen in der Presse. Tas Deutsche Reich giebt aber durch diese Truppenentsendung doch nur der Abmachung mit England Folge, wonach seine wirtschaftlichen Interessen mit denen Englands im Aangtsegebiet gleichberechtigt sind, und das bringt logischerweise die Berechtigung mit sich, diese Interessen für die Zeit ihrer Bedrohung zu schützen. Und daß doch nicht alles in Mittelchina so stimmt, wie es zu wünschen wäre, wird auch England zugeben müssen. Eigentümlich berührt allerdings die Erklärung der eng­lischen Regierung im Parlament, daß das Deutsche Reich England keinerlei Mitteilung von der Entsendung von Truppen nach Shanghai gemacht habe, während zwischen Berlin und Washington darüber eingehend verhandelt wor­den ist. Ende Juli soll Prinz Tschun mit Begleitern Peking verlassen, um in Berlin das Bedauern des chine­sischen Kaisers ob der Ermordung des deutschen Gesandten zum Ausdruck zu bringen.

Wiederum ist viel die Rede von neuen Friedens-Ver­handlungen im Burenkriege, man sucht eben nach neuen Gründen für das Verweilen einiger hervorragender Duren in Standerton; dazu nehme man die Ankunft der Frau Botha in Brüssel und die Reise des Präsidenten Kruger aus seiner Villa bei Hilversum nach dem Haag. Kri'.ger und die übrigen angesehenen, in Holland und Belgien weilenden Buren erklären, nichts von Friedens­verhandlungen zu wissen, in England aber hält man nach luie vor daran fest, daß die Buren in Verzweiflung seien, ja daß Botha drauf und dran sei, sich nach Europa aus dem Staube zu machen! Damit halte man nun aber zusam­men die Proklamation Bothas an die Buren, die erlassen wurde, nachdem General Kitchener vergebens versucht hatte, Botha zur völligen Preisgabe der Freiheit der Republiken zu bewegen. Botha sagt darin, daß die britische Regierung nichts anderes im Auge habe, als die gänzliche Vernichtung der Buren-Nation, und daß es daher für die Buren voll- kommen unmöglich sei, die Bedingungen anzunehmen, die Kitchener anbiete.Wenn wir irgend wann einmal ge­zwungen werden sollten, den Kampf aufzugeben, so könnte uns die britische Regierung auch nicht anders behandeln. Sie will uns eine Regierung geben, bestehend aus ihren eigenen Beamten, aus Leuten, die sie selbst aussuchen will. Die Wünsche des Volkes sollen überhaupt nicht berücksichtigt werden. Lfls ganz besondere Gnade wird uns bezeichnet, daß eine Million Pfund angewandt werden soll, um unsere Staatsschulden zu decken, während, wenn das Schlimmste geschehen sollte, der britische Staat selbst verpflichtet sein yyrl>c' alle unsere Schulden zu übernehmen; der Sieger durste nicht etwa nur die Staatseinnahmen mit Beschlag belegen. Unsere Burghers haben harte Kämpfe in diesem xriegc durchmachen müssen. Wie konnte dies aber auch ° . tn e!ncm Kriege, durch den unsere- Existenz

gesetzt ist? Es ist furchtbar gewesen', wie viele Thranen wegen dieses Krieges vergossen worden sind; aber es wurde noch viel schwerer zu ertragen gewesen sein, unsere Heimat verloren hätten Ich hcwe das größte Mitleid mit denen, denen die Familie geraubt wor- ^n ist; aber keiner soll deswegen verzweifeln, denn wer - der wurde nicht nur ungerecht gegen fein

"genes Volk fein, sondern würde auch noch seinen Glauben verraten. Je mehr uns unsere Feinde bedrängen desto mutiger müssen wir unser Land und unser Recht verteidigen. Laßt uns, wie Daniel in der £öro en grübe, aus den Herrn vertrauen!" Man bemerke, daß Botha hier sich nur au die Bedingungen bezieht, die Kitchener ihm anbot, und daß Chamberlain diese Bedingungen noch viel zu weit gingen. Die Proklamation ist überdies eine klassische Wi­

derlegung der Unwahrheiten, die englische Kriegsbericht­erstatter fortgesetzt über die angebliche Methode vertraten, Tank der Botl)a und die anderen Führer die kämpfenden, thatsächlich aber kampfesmüden Buren noch bei den Waffen erhielten. Die Burenführer sollen nämlich das Blaue vom Himmel herunterlügen, um nur diesen ihren Zweck zu erreichen. Tie Verzweiflung der Buren, die namentlich auch durch Mangel an Nahrung hervorgerufen sein soll, wird auch bestens erläutert durch die fortgesetzten eng­lischen Nachrichten von zehntausenden erbeuteten Stück Rind­vieh, Schafen usw. Einen schlechten Dienst hat der Draht von London nach Berlin den Engländern erwiesen, indem er den Vorschlag eines Kriegsberichterstatters der Times chon zu einer Anordnung Kitcheners machte, und damit natürlich allgemeinste Entrüstung hervorrief. Der Bericht­erstatter hatte nämlich nach altem Jingorezept empfohlen, alle noch kämpfenden Buren zu Bettlern zu machen, indem man ihre Habe konfiszierte, und die Burenführer, deren man habhaft werden könne, lebenslänglich nach einem ent- ernten Orte verschleppe. Hiermit Ernst zu machen, schämen ich die Engländer nun doch noch. Neuerdings taucht wieder )ie Nachricht auf, verschiedene Mächte bemühten sich,, im Einverständnisse mit dem englischen Könige, den Frieden unter erträglichen Bedingungen für die Buren herbeizu- uhren. Aber solange Brodrick, Chamberlain und Milner noch etwas zu sagen haben, ist das sehr unwahrscheinlich.

Politische Tagesschau.

Aus Anlaß des heutigen Gedenktages des Todes Kaiser Friedrichs sandte Oberbürgermeister Dr. v. Jbel ein Telegramm an den Kaiser, in dem mitgeteilt wird, daß Magistrat und Stadtverordnete der Stadt Wiesbaden in treuem Erinnern an den unvergeßlichen Förderer der Limes- orschung zur weiteren Ausstattung des Saalburg-Museums Nachbildungen der hervorragendsten Fundstücke des städtischen Altertumsmuseums zur Verfügung stellen werden.

Hierauf lief nachstehendes Antworttelegramm ein. Homburg v. d. H., 15. Juni.

Ich spreche Ihnen und den Stadtverordneten Meinen herzlichen Dank aus für die Bereicherung des Saalburg-Museums in treuer Erinnerung an den hochseligen Kaiser Friedrich, Meinen unvergeßlichen Vater I Dieser pietätvoller Gedanke und die Absicht, Mir eine Freude zu machen am heutigen nationalen Gedenktage, welcher gleichzeitig so viel Wehmut für Mich enthält, hat Mir sehr wohl gethan. Wilhelm.

Kolonialpost.

Dem Kolonialrat werden in seiner bevorstehenden Session auch einige zu vergebende Konzessionen zur Begutachtung vorgelegt werden. Zunächst handelt es sich um die Gold- onzession betreffend den Hüon-Golf an der Küste von Deutsch-Neu Guinea; der Träger der Konzession ist der Geheime Kommerzienrat v. Hansemann. Durch die Neber- tragung der Konzession an desien Gesellschaft kommt sie in reutsche Hände, während im Anfang, als die ersten Gold- unde festgestellt waren, Australier auf deren Erwerbung aus­gingen. Im Jahre 1897 hatten Australier an der deutschen Grenze Alluvial Goldfelder entdeckt, die den Ausspruch des ersten australischen Geologen Harte, daß Neu-Guinea das erste Goldland der Südsee sei, zu bestätigen schienen. Ferner iegt das Gesuch auf Erteilung einer Diamant-Konzession ür Südwestafrika vor; doch ist es noch nicht sicher, ob die Vorlage für den Kolonialrat noch fertiggestellt werden kann.

Aus Stadt und Land.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist pur unter genauer Quellenangabe:Gtetz. Anz." gestattet.)

**Operetten-Ensernble. Arn Dienstag findet )ie erste Vorstellung statt. T«r Zigeunerbaron von Strauß beginnt den Reigen, eine oft gegebene, aber zug­kräftige Operette. Da nur 5 Varstellungen gegeben werden, wir bisher nur Günstiges über die Leistungen gehört haben, o machen wir gern hiermit nochmals empfehlend auf­merksam.

** Die Feldpost in China wird, wie jetzt endgiltig eststeht, mit dem Expeditionskorps aufgelöst. Von den Beamten der Feldpost bleiben insgesamt zehn Herren in China, um das Personal der deutschere Zivilpostanstalten in Ostasien zu verstärken. Es sind dies ein Oberpostdirek­tions-Sekretär, drei Postsekretäre, zwei Postpraktikanten und vier Postassistenten. Tas Marinepostbureau in Berlin be- ördert nach wie vor die Postsendungen an unsere jetzt zu einer gemischten Brigade zusammengezogenen Truppen in China. Eine Post geht von Berlin wieder am nächsten Freitag, 21. d. Mts., ab.

Mainz, 16. Juni. Der vor einigen Tagen von hier purlos verschwundene Oberpostsekretär Schmitt- 3 en, wurde gestern nachmittag als Leiche bei Mombach gelandet. Ter Unglückliche, der Selbstmord verübt hat, hat dies jedenfalls in einem Anfalle von geistiger Umnachtung gethan. Seit einigen Tagen ist der hier wohnende Sta- tionsdiätar Frischauf, der vor einiger Zeit von Bingerbrück nach Mainz versetzt worden ist, spurlos ver­schwunden. Unter den Papieren, welche der Ver-i schwundene hinterlassen hatte, befinden sich eine Anzahl Postkarten, die er an seine Angehörigen geschrieben hat, und in denen er von diesen Abschied nimmt. Wohin sich der Verschwundene gewandt, konnte bis jetzt nicht fest- gestellt werden, man glaubt, daß er sich das Leben ge­nommen hat.

Frankfurt a. M., 15. Juni. Wie auf das Bestimm­teste verlautet, wird der am 14. August auf dem großen Sande bei Mainz stattfindenden Truppenschau außer dem König Eduard von England audjt Der Kaiser von Ruß­land beiwohnen. Hier haben, wie gemeldet, am 12., 13. und 14. Juni Kommissare von Preußen, Bayern, Baden und Hessen getagt, um den über die Fortsetzung der Main- Kanalisierung abzuschließenden Staatsvertrag vorzuberaten. Offiziös wird nun gemeldet: Eine Beschluß­fassung konnte deshalb nicht erfolgen, weil die Fort­setzung der Kanalisierung bekanntlich von der noch nicht erfüllten Voraussetzung abhängig ist, daß die Stadt Hanau sich zur Anlage eines Sicherheitshafens verpflichtet. Tie Konferenz verhandelte insbesondere über die wirtschaft­lichen Wirkungen des Unternehmens und hier wiederum speziell über die Frage, »velche Schädigung die preu­ßisch-hessische Gemeinschaft durch das Unter­nehmen erfahren wird, und wie die Schädigung gemildert werden könne. In eingehender Weise wurde die Frage der Erhebung und der Höhe der Schiffahrtsabgaben erörtert.

Bei der Schwierigkeit und dem großen Umfang des Ma­terials wurde in' der Konferenz bei der Jnteresfen-Crör- terung auf ein offizielles Urteil verzichtet. Tie Konferenz erachtet es als notwendig, daß zunächst eine aus bayer­ischen und preußischen Eisenbahnbeamten zusammengesetzte Spezialkommission gebildet wird, welche die rechnerische Ausstellung der beiden zunächst beteiligten Staaten nachzu- jrüfen und nach einheitlichen Gesichtspunkten zu ergänze« hätte, damit die Stellungnahme der Vertrag schließenden Regierungen auf fester Grundlage erfolgen kann. Abgesehen von diesen Fragen wirtschaftlicher Natur ist über den Inhalt des abzuschließenden Staatsvertrages an Hand eines bayer­ischerseits auf gestellten Entwurfes im Wesentlichen ein Gin Verständnis erzielt worden.

Frankfurt a. M., 15. Juni. In einem Geschäftslokal in der Großen Friedbergerstraße wurde in einer der ver­flossenen Nächte ein Einbruch verübt, der insofern er* olglos blieb, als den Tieben kein Bargeld in die Hände iel. Den Kassenschrank vermochten sie nicht zu erbrechen. Aus Rache richteten sie in den Räumen durch Zerstören der gesamten Einrichtung großen Sck;aden an. Sie vernichtete» j>ie Möbel, besudelten Wände und Tapeten, zersckMitten und zerrissen die Polster, ruinierten das Telephon, dia Pulte, kurz, sie machten alles klein, was ihnen in die Hände kam. Ter Schaden beträgt etwa 1500 Mark.

Frankfurt, 16. Juni. Ter 17 Jahre alte Kauf- mannslehrling Eduard Hörning hat sich iw seiner Wohnung aus unbekannten Gründen erhängt. Dieser Tage fand hier eine Versammlung von katholischen Vereine» tatt, die 64 Vertreter delegiert hatten. Es wurde ein ge» chäftsführendes Konnte gebildet, das aus Oberlandes-Ge­richtsrat Wellstein, Justizrat v. Steinle, Stadtverordneter Tr. Heyder, Stadtpfarrer Bahl, Oberlandesgerichtsrat Schaffold und einigen anderen hervorragenden Mitglieder» hiesiger katholischer Vereine besteht.

Homburg, 16. Juni. Ter Kaiser hat zu dem Bau eines Saalburg-Hotels seine Genehmigung erteilt. Der Unternehmer, Meyerowitz-Frankfurt a. M., wird außer­dem auch die städtische Saalburg-Restauration vom Novem- ber d. I. ab pachtweise in Betrieb nehmen. Die jährliche Pachtsumme beträgt 10 000 Mark. .

Hachenburg im Westerwald, 16. Ium. Aus Anlaß der Feier der Wiedereinweihung des im Jahre 18->6 von einem Mitglied des österreichischen Kaiserhauses errichteten österreichisch en Kriegerdenkm als auf dem sogen. Kaiserlichen Kirchhof" bei Kloster Marien statt im Ober- westerwaldkreise und der damit verbundenen Kranznieder­legung an dem zu Ehren des am 19. September 1796 im Kampfe gegen die Oesterreicher bei Hostenbach tätlich verwundeten französischen Generals Ma re au errichteten Denkmals trafen heute vormittag der französische Militär­attache bei der Botschaft in Berlin, Kommandant de Cha- zelles, Vieeadmiral a. D Mensing, Oberstleutnant a. D. v. Tetten-Wiesbaden, sowie als Vertreter des komman­dierenden Generals des 18. Armeekorps, Major Moser und eine Abordnung des 2. nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88 nebst einer großen Anzahl aktiver und inaktiver Offiziere des hiesigen Bezirkes ein. Auf dem Bauhöfe begrüßte der Landrat des Oberwesterwaldkreises, Büchttng^ den französischen Militärattache. Sodann bestiegen die Herren die bereitstehenden Wagen, nachdem sich ihnen noch der bereits gestern abend eingetroffene österreichisch-unga­rische Militär-Attache in Berlin, Flügeladjutant des Kaisers von Oesterreich, Gras von Stuerghk, angeschlossen hatte, und uhren nach dem Denkmal des Generals Mareeau bei Höchstenbach. Hier hatten Sieger Der eine mit Fahnen und Musik Aufstellung genommen. Beim Betreten des Denkmal­ilatzes intonierte die Musik die Marseillaise und die preu­ßische Nationalhymne, unter deren Klängen de Chazelles )ie Front der Kriegervereine abschritt. Nunmelw trat Landrat Buechting vor das Denkmal und legte mit einer kurzen Ansprache einen Kranz mit französischen und deut­schen Bändern am Denkmal nieder. Ferner legten Kranze nieder: Oberstleutnant Detten im Auftrage des Krieger- verbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, Major Eck- storm namens des Offizierkorps des Landwerhrbezirks Lim­burg, sowie die Abordnung des 88. Regiments. Nachdem Chazelles namens der französischen Republik den Kwieger- vereinen, den Behörden sowie allen, welche Kränze nieder­gelegt, gedankt hatte, begrüßte Admiral Mensing de Cha- zelles als Vertreter der glorreichen französischen Armee und dankte der französischen Regierung, daß sie zur heutigen Feier einen Vertreter entsandt habe. Er schloß seine Ansprache mit einem dreifachen Ho ch auf den Pra- identen der französischen Republik. Tie Musik intonierte die Marseillaise. Unmittelbar darauf brachte de Chazelles in deutscher Sprache ein dreifaches Hoch auf Kaiser Wil­helm II. aus. Hierauf wurde Heil Dir im Siegerkraiiz in­toniert Ten Schluß bildete ein Rundgang um das Denk­mal, das mit Enblemen in deutschen und französischen Farben geschmückt war. Hierauf fuhren die Herren nach Hachenburg zurück. Tort hatten inzwischen die Krieger- und Militärvereine des Westerwalder Bezirkes und der an­grenzenden westfälischen uno Rheinland-Bezirke, im ganzen 70 Vereine mit ungefähr 12 000 Personen, sich zu einem Festzuge versammelt, der sich durch die festlich geschmückte Stadt um 2 Uhr nach dem Kloster Marienstatt bewegte. Kurz vor dem Kloster nahmen die Vereine längs des Waldrandes Aufstellung. Hier hatte sich auch der Abt des Klosters zum Empfange eingefunden. Beim Heran­nahen des Grafen v. Stuerghk intonierten die Musikkapellen die österreichische Hymne, während Graf v. Stuerghk in Begleitung der übrigen Herren die Front der Vereine ab­schritt. Auch de Chazelles hatte sich zu dieser Feier ein­gefunden. Der Zug setzte sich nunmehr zu dem nahe­liegenden Tenkmal in Bewegung, in dessen Hintergrund die Fahnen der Vereine Aufstellung fanden. Das Denkmal selbst war mit Laubgewinden geschmückt. Um 4 Uhr wurde die Feierlichkeit durch zwei Musikvorträge eingeleitet. Land­rat Buechting legte im Namen des Oberwesterwaldkreises einen mit schwarzgelber Schleife geschmückten Kranz am Tenkmal nieder, Oberstleutn mt a. D. v. Tetten einen Kranz namens der 30 000 Mitglieder des Kriegerverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, ferner Oberstleutnant v. RYU namens des Offizierkorps des Landwehrbezirks Limburg, ferner die Aboronung des 88. Infanterie-Regiments. Sodann trat Graf Stuerghk vor das Tenkmal und legte im Namen der österreichisch-ungarischen Heeres einen Kranz am Tenkmal seiner gefallenen Kameraden nieder. Weit ne Kränze hatten das österreich-ungarische Generalkonsulat in Frankfurt a. M. und die Oesterreicher des Unterwester- waldkreises gestiftet. Nach einigen Worten des Landrats Buechting begrüßte Admiral Mensing als Ehrenvorsitzender

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