Ausgabe 
17.11.1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 271

Erscheint tägNch mit Ausnahme des

Montags.

Die Gießener Familien- dlätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit demHess. Landwirt" und denBlättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bet- gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st raße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Frrnsprechanschluß Nr.51.

Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Sonntag 17. November 1901

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger &

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Annahme von Anzeige» zu der sür den folgenden- Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen An­zeigen entgegen.

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Verantwortlich sür den allgemeinen Teil: P. WUtko: sür den An­zeigenteil: Hans Beck.

Kraf Kanitz alsAbtrünniger".

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt:

In ben kommenden Reichstagsdebatten über den Zoll­tarifentwurf wird auf Seiten der Rechten die Führung dem Abg. Graf Kanitz zufallen. Gras Kanitz genießt nicht nur in den Kreisen der konservativen Partei, der er ange­hört, das Ansehen eines gründlichen und vielseitig ge- oildeten Kenners in wirtschaftlichen Dingen, sondern es wird auch von anderen Parteien, selbst von politischen Gegnern, dies Sachverständnis anerkannt. Der Graf zählt im Reichstag zu der nicht gerade großen Gruppe gerne ge­hörter Redner. Er spricht meistens frei, ohne Zuhilfenahme Von Notizen; das kräftige Organ unterstützt den Vortrag, der in knapper Form die praktischen Gesichtspunkte zur Geltung bringt und durch das Fehlen doktrinärer Er­örterungen auch.für das Publikum auf den Tribünen an­ziehend ist. Wenn also Graf Kanitz schon jetzt ösfenllich zur künftigen Handelspolitik Stellung nimmt, wie er es soeben in einer konservativen Versammlung in Mohrungen ausführlich gethan hat, so sind die Aeußerungen einer besonderen Beachtung wert.

Der Redner bekannte sich zunächst als unveränder­ten Gegner von Handelsverträgen; es sei ein Fehler, die Zölle für lange Jahre zu binden.Der jetzige wirtschaftliche Niedergang" wir folgen dem Bericht der Kreuzztg."hat mir den klaren Beweis geliefert, daß Handelsverträge keineswegs eine gesunde Basis für die sichere Entwickelung unserer Industrie bllden." Danach wären also die Handelsverträge gewissermaßen mitschuldig an der Verschlechterung der Konjunktur. Aber gesetzt den Fall, es bestünden keine Handelsverträge, wie wäre es möglich, was jetzt doch ein Glück im Unglück ist, den Jnlands- markt zu entlasten durch Verkauf eines Teiles der unge­heuren Waren-Vorräte an das Ausland? Die Handels­verträge sind geradezu der Rettungsanker für die Jndusttie, die ohne diese Begünstigung und Erleichterung umkommen würde in der Ueberproduktion. Denn darüber herrscht wohl kein Zweifel, daß eine Neubelebung der Industrie und des Handels erst dann eintreten kann, wenn die vollgepftopften Pager geräumt sind.

Aber interessanter als die Behauptung des Grafen Kanitz von derunseligen Handelsverttagsperiode", wie er die verflossenen Jahre nannte, ist die Thatsache, daß der soeben veranstaltete Parteitag der Konservativen Brandenburgs unter der Voraussetzung eines genügenden Schutzes der nationalen Arbeit ausdrücklich erklärte: er, der Parteitag, sei kein grundsätzlicher Gegner von Handelsverträgen. Mithin genau das Gegentell dessen, was der konservative Führer sagt! Aber noch mehr: Graf Kanitz sprach in der Versammlung wiederum das Wort gelassen aus: Die Landwirtschaft hat an doppelten Zollsätzen ein verhältnismäßig geringes In­teresse, denn wenn auch im Zolltarif ein Mindestsatz (für Getreide) fixiert wird, so übernimmt doch niemand die Garantie, daß nicht doch später durch ein Gesetz dieser Minimalzoll herabgesetzt wird. Die erneute Erklärung ist ein harter Schlag sür die konservative Partei und für den Bund der Landwirte! Während des ganzen Verlaufs der zollpolitischen Diskussion ist von dieser Seite mit der größten Entschiedenheit die Forderung des Getteide-Doppel- tariss, der Bindung auf einen Mindestzoll, vertteten und der Doppeltarif denn auch, trotz aller Proteste aus den Kreisen von Jndusttie und Handel, von der Regierung be­willigt worden, diun kommt Graf Kanitz und mißt dem Zugeständnis, um das so hitzige Kämpfe tobten, das alle Welt in Bewegung brachte,verhältnismäßig geringes In­teresse" für dre Landwirtschaft bei. . . . Steht es so, dann .ist ja der Reichstag noch immer in der Lage, den Doppel­tarif, der eine Gefahr für das Zustandekommen von Handels­verträgen bildet, zu beseitigen. Denn man wird nicht ein Opfer bringen wollen, das eine Autorität der Rechten wie Graf Kanitz nicht einmal für wertvoll hält. Dann ist es doch das einfachste, auf den Doppeltarif zu verzichten und dadurch ein wesentliches Hindernis der Verständigung aus dem Wege zu räumen.Einigkeit zwischen Landwirt­schaft und Industrie ist durchaus notwendig", sagte Graf Kanitz. Hier ist gleich ein Mittel zur Herbeiführung einer einigen Stimmung. Freilich, wir trauen dem Frieden nicht recht: dem Grafen Kanitz erscheinen die vorgeschlagenen Ge- tteidezölledurchaus ungenügend". Das ist dann

wieder ein Punkt, wo der Streit von neuem einsetzen wird. Das eigenartigste Schauspiel aber dürfte fein, den Grafen Kanitz mit den doppeltarif-begeisterten Führern des Bundes der Landwirte im Reichstag aneinandergeraten zu sehen.

Politische Tagesschau.

lieber Univerfitätsunterricht und Koufesfiou schreibt Professor Theodor Mommsen denMünch. N. N.":

Es geht durch die deutschen Universitätskreise das Dregadierung. Unser Lebensnerv ist dilH^WW^etzungslose Forschung, diejenige Forschung, die^WDWM^indet, was sie nach Zweckerwägungen und Rücksich7^^W^inden soll und finden möchte, was an­deren aufi^W^W^: Wissenschaft liegenden prakttschen Zielen dient,was logisch und historisch dem gewissenhaften sWWD» als das Richttge erscheint, in ein Wort zusarnnuH' Zt: die Wahrhaftigkeit. Auf der Wahrhafte .c beruht unsere Selbstachtung, unsere Sttmdesehre, unser Einfluß auf die Jugend. Aus ihr ruht die deutsche Wissenschaft, die das ihrige bei­getragen hat, zu der Größe und der Macht des deutschen Volkes. Wer daran rührt, der führt die Axt gegen den mächtigen Baum, in dessen Schatten und Schutz wir leben, dessen Früchte die Welt erfreuen. Ein solcher Axtschlag ist jede Anstellung eines Universitätslehrers, dessen For- schungssreiheit Schranken gezogen werden. Abgesehen von den theologischen Fakultäten ist der Konfessionaliis- rnus der Todfeind des Universitätswesens. Tie Berufung eines Historikers oder eines Philosophen, der katholisch sein maß, oder protestantisch sein muß, und der dieser seiner Konfession dienstbar sein soll, heißt doch nichts anderes, als den also Berufenen ver­pflichten, seiner Arbeit da Grenzen zu setzen, wo die Ergebnisse einem konfessionellen Dogma unbequem wer­den könnten, dem protestantischen Historiker verbieten, das gewaltige Geisteslverk des Papsttums in volles Licht zu setzen, dem katholischen, die tiefen Ge­danken und ungeheureBedeutung desKetzer- tums und des Protestantismus zu würdigen. In dem kläglichen Armutszeugnis, das die Konfessionen damit sich selbst ausstellen, wenn sie ihren Anhängern ver­bieten, Geschichte oder Philosophie bei einem Lehrer an­derer Konfession zu hören, und gegen etwaige Irrlehren das Mittel der Ohrenverstopfung verordnen, liegt zugleich evne der Allgemeinhett drohende Gefahr. In feinen Anfängen ist der Krebsschaden heilbar; späterhin ist er es nicht mehr. Möchte jeder junge Mann, den der Universitätsberuf aus diese schwierigen Gebiete lockt, immer und vor allem dessen eingedenk bleiben, daß für den echten Erfolg die erste Bedingung der Mut der Wahrhaftig kett ist, daß der Fanatiker, der die Wahr­heit nicht zu begreifen vermag, nicht an die Universität gehört, noch weniger aber derjenige, der insoweit kon­fessionell ist, als er dabei zugleich ministeriell bleibt. Gewiß kann auch er als Gelehrter tüchtige Arbeit leisten; aber auf die Selbstachtung und Die Achtung feiner Standesuenossen und der für den Seelenadel fein­fühliger Jugend muß er verzichten. Möglichem Mißver­ständnis zu begegnen, mag noch hinzugefügt werden, daß hier die Rede ist lediglich von den prinzipiellen Fragen, ob es gerechtfertigt ist, Universitätsprofessuren, außerhalb der theologischen Fakultäten, nach konfessionellen Rück­sichten unb mit konfessionellem Rechtszwang zu vergeben. Wie in dem einzelnen Fall der Ernannte sich persönlich zu seiner Konfession stellt, lvas er als Protestant oder als Katholik sein will oder sein soll- oder sein kann, kommt dabei in keiner Weise in Betracht. Der Schlag gegen die UniversitätsfreiheA bleibt der gleiche, mag er in der besonderen Anwendung die eine oder die andere Kon­fession, diese oder jene Richtung treffen.

Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man annimmt, den Anlaß zu diesen prinzipiellen Erörterungen habe Herrn Mommsen der Fall Spahn gegeben.

Tie Buren

stehen vor Kapstadt. Eine Drahtnachricht von diesem Vordringen veröffentlichten wir schon gestern. Heute liegt uns folgende ausführliche Meldung aus Middelburg vor: Während der letzten Tage find die Buren noch näher an

Kapstadt herangekommen. 60 Mann drangen von Hope- field bis südlich von Darling vor. Im nordöstlichen Distrikt machte Fouche, indem er fein Haupt-Korps 14 Meilen nordöstlich von Burgersdorp ließ, mit 60 Mann einen Zug nach der Seitenftation Myburg und sprengte' die Schienen in die Luft. Seitdem ist er in die Gegend von Jamestown zurückgekehrt. Eine Patrouille be­rittener englischer T ruppen aus Jansonville wurde Dtontag von einer kleinen feindlichen Abteilung ge­schlagen. Äne Depesche Kitcheners vom 25. d. M. meldet: Oberst Hickie, der feststellte, daß die Buren sich im Westen von Schoenspruit konzentrieren, sandte am 13. aus Brake- spruit eine starke Patrouille zur Aufklärung. Die Patrouille, wurde von 300 Buren umzingelt und verlor 6 T o t e u n d 16 Verwundete. Mehrere wurden gefangen genommen, welch letztere später freigelassen wurden. Hickie ging alsdann vor und trieb die Buren zurück. Ferner meldet Kitchener, die Nachhut der Truppen des Obersten Byuf wurde in der Nähe von Heilbronn von 400 Buren, bereit Kommandant Dewet gewesen fein soll, angegriffen. Nach zweistündigem Kampfe wurde der Angriff abgeschlagen. Die Buren zogen sich darauf unter Zurücklassung von 8 Toten zurück. Die Verluste der Engländer betragen ein Offizier und ein Mann tot, drei Offiziere und 9 Mann verwundet.

Eine Abteilung der südafrikanischen Pvlizeitruppe griff Tutoits Lager am 11. ds- bei Dvornhoek an und machte 13 Gefangene und erbeutete 7 Gewehre und 39 Pferde. Oberst Dawkins nahm am 10. November im Bezirke von Waterberg 24 Buren gefangen und erbeutete eine Anzahl Gewehre. Kleinere Burenabteilungen mit Pferden und Ge­wehren fielen im Südosten von Transvaal dem Obersten' Plümer in die Hände.

Wie dieTägl. Rundschau" meldet, ist ein Bund zur. Unterstützung der unglücklichen Frauen und Kinder der Buren in der Bildung begriffen, und in Berlin ist ebenfalls ein Komitee zufammengetreten. An den Berat­ungen desselben nimmt der z. Zt- in Berlin anwesende Transvaalgesandte Dr. Leyds teil- Daraus erklärt sich auch die gleichzeitige Anwesenheit des Mitgliedes der Buren- abordnung Fischer. Die Beratungen des Komitees haben dieser Tage begonnen. Dr. Leyds hat sofort nach feiner Ankunft feine Karte bei den leitenden politischen Perfön-« lichkeiten abgeben lassen; ob aber eine persönliche Berührung mit ihnen stattfinden wird, ist nicht bekannt.

Das internationale sozialistische Bureau in Brüssel ver» sandte einen Protest gegen das Vorgehen der Eng­länder in den Flüchtlingslagern. Das Manifest fordert die sozialisttschen parlamentarischen Fraktionen aller Länder auf, an ihre Regierungen, wenn möglich, an einem Tage, nämlich am 26. November Interpella­tionen zu richten, um eine wirksame Intervention zu erlangen. In dem Lande, wo es keine sozialisttschen Depu­tierten gebe, sollen große Volksversammlungen abgehalten werden. Das Manifest trägt die Unterschriften sämtlicher auswärttgen Mttglieder einschließlich der englischen.

Unter unseren gestrigen Depeschen befand sich eine kurze Meldung von einer Rede Lord Rosebery's. Auf ihn richten diejenigen Engländer und es sind ihrer nicht wenige, die im Rücktritt des Kabinetts Salisbury-Chamberlain die besteLö- fung der verworrenen politischen Lage erblicken, ihr Augenmerk. Rosebery, der einstige Gladstoneaner, hat sich mittlerweile zum waschechten Imperialisten durchgemausert. Er scheint auch nicht übel Lust zu haben, die Rolle eines Retters des Vater­landes zu übernehmen. In seiner Ministerkandidatenrede beklagt er naturgemäß die Ohnmacht der gegenroärtig leitens den Staatsmänner, befürwortet aber seltsamerweise die Bildung eines Kabinettsmehr aus Geschäftsleuten, als aus Politikern". Ja, ist denn Herr Chamberlain kein Geschäfts­mann? Lord Rosebery wird doch nicht so naiv sein, den ministeriellen Waffenhändler und Minenspekulanten für einen Richts-als-Politiker zu halten. Oder ist Joö Chamberlain dem schottischen Peer noch nicht Geschäftsmann genug? Eine sonderbare Programmrede.

Deutsches Deich.

Berlin, 15. Nov. Der Kaiser wirb während seines Aufenthaltes in Kiel an Bord des LinienschiffesKaiser Wilhelm II." Wohnung nehmen, und die Kaisergemächer

Gießener Stadttheater.

Der Raub der Sabiuerinneu.

Don Franz v. Schönthan.

In der geftrigen Vorstellung des Schönthan'schon Schwanks:Der Raub der Sabinerinnen" setzte Herr Büller sein Gastspiel fort und bot in der Ralle des Theaterdirektors Sttiese eine Kabinettsleistung ersten Ranges.

Das harmlose Stückchen selber beruht in einer Fülle aller möglichen und unmöglichen Situationen, eine ur- komische Sage jagt die andere, und alle Handlung krh-slalli- fiert sich um die Figur des Theaterdirektors Sttiese. Meser fand ui Büller die denkbar drolligste Wiedergabe. Die urwüchsige Komik des Gastes, sein zwerchfellerschütterndes Mienenspiel, verbunden mit einem unerschütterlichen Ernst der Wiedergabe, gab der Gestalt Sttieses eine köstliche Originalität. Schönthan hat freilich dem guten Sttiese an echter Poesie ein winzig Körnlein mitgegeben, das durch die Darstellung des Herrn Büller, der den rührend armseligen Letter einer Meerschweinchenbühne mit einer Unmenge pos­

sierlicher eigener Einfälle, mit guten und schlechten Ka­lauern ausstaffiert, zertteten wird. Den Sttiese Schön- thans bemitleidet man, man Hebt ihn in seiner Hilflosig­keit, den ©triefe Büllers verlacht man allzusehr. Man kommt nicht eine Sekunde zum Mitgefühl mit dem Elend der wandernden Schmiere, man lacht und lacht und lacht. Am drasttschsten wirkte die Schlußszene des 3. Aktes, wie sich der in der Klemme befindliche ©triefe alsKönig Dicius Dacius" des verunglückten Römerdramasenthülll". Die durch die unbeschreibliche Tragikomik dieser Situation in dem ziemlich zahlreich erschienenen Publikum erzeugte Wirkung auf die Lachnerven mag die rege Künstler schar wohl auf die erschöpfendste Art von der Aufnahme ihres Spieles überzeugt haben.

Doch das Goethe'sche Mort:Wer ein Verdienst fo hoch zu schätzen weiß, der wird das andre nicht ver­kennen", soll auch hier seine Geltung behalten.

Der schöne Erfolg unseres Gastes war nicht zum wenigsten bedingt durch das sichere und durchdachte Zu­sammenspiel der einheimischen .Künstler. Die Herren Hertzog und Ger lach boten in jeder Hinsicht, dieser als Dr. Neumeister und jener als Professor Gollwitz, ge­reifte und vollendete Leistungen. 'Der Vertreter des Groß

(Vater), Herr L e ß m a n n, brachte den Wandel seiner väterlichen Gesinnung in genügender Weife zum Ausdruck. Zuweilen jedoch that er im Gebrauche seines Organes des Guten ein wenig zu viel, was man von seinem Sohne Sterneck (Herr Zoder) nicht gerade sagen kann. Die Rollen der Frau des Professors und ihrer Töchter, Paula und Marianne, wurden von den Damen Jenny, vonAs- pernbura und Feige toiebergegeben. Sie alle setzten ihr bestes Können an bie Durchführung ihrer Aufgaben, unb vertraten ihre Partien, die ja nicht allzu große An­forderungen stellen, mit Sicherheit und teilweise feiner Eharakterisierungskunst.

Eine auf Herz und Sinn gleich erheiternd und er­frischend wirkende Erscheinung bot Frl. Ungar als Dienst­mädchen Rosa bei Gollwitz. Die freie unb ungezwungene Natürlichkeit biefer Künstlerin übte ihre hauptsächlichsten Wirkungen durch eine gewisse Derbheiit des ©pieles, die eine gesunde Frische und Fröhlichkeit aussttahlte.

In Heinen Rollen wirkten noch Frau Feist-Schaub und Herr Julius Feist. Alles in allem darf also bie Aufführung, die unter der Regie des Herrn Gerlach stand, als wohlgelungen bezeichnet werden. R.'