nehmern besetzte Stellen 17; 3. Verpflegungsstation Groß- Karben : von Arbeitgebern gemeldete Stellen 94, von Arbeitnehmern besetzte Stellen 92.
k Mainz, 15. Okt. Bezüglich der bevorstehenden Ergänzungswahlen zu der Stadtverordnetenversammlung beschloß eine gestern Abend stattgehabte Versammlung des weiteren Ausschusses der nationalliberalen Partei, selbständig und getrennt von den übrigen Parteien in den Wahlkampf zu treten. Von verschiedenen Seiten war in der Versammlung angeregt worden, mit Rücksicht auf einen zu erwartenden Erfolg einer Koalition der liberalen bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokraten gegen das Zentrum beizutreten, diese Anträge wurden indes auf das Entschiedenste bekämpft. — Auf der rheinischen Bahnstrecke Kastel-Ehrenbreitstein fand man in der vergangenen Nacht zwischen den Stationen Ober- und Niederlahnstein neben dem Gleise die schrecklich Verstümmelte Leiche eines Bahnhülfsarbeiters, der wahrscheinlich von einem der Nachtzüge auf. eine bis jetzt unaufgeklärte Weise überfahren und getödtct wurde. Der Verunglückte heißt Adler uud stammt aus Oberlahnstein.
fc. Mainz, 15. Okt. Wegen Mangels an Arbeit wurde dem gesamten Personal der chemischen Waschanstalt Gebr. Röver für die Winterszeit gekündigt.
Vermischtes.
* Die Luftfahrt über das Mittelmeer. Die französischen Marine-Behörden hatten den verschiedenen Stationen auf Gorsika und an der algerischen Küste Befehl erteilt, dem Luftschiffer de la Baulx, falls er in Gefahr geraten sollte, alle mögliche Hilfe zu leisten. De la Baulx hat mit seinem Ballon einen Winkel um die Balearen- Inseln machen müssen. Am Montagabend hat der Kreuzer „Duchgyla" die vier Insassen des Ballons „Mediterraner", jvwie diesen letzteren selbst auf hoher See etwa 40 Kilometer von Port Bendres ausgenommen. Graf de la Baulx erklärte, daß er infolge des heftigen Windes an der spcrni- fcheu Küste hätte landen müssen und deshalb, vorgezogen habe, seine Fahrt zu unterbrechen.
* Prag, 15. Okt. Der Wiener P ersivnen zug, der 140 Rekruten beförderte, entgleiste in der Nahe van Zelakowitz. Sechs Personen wurden verletzt.
GerWssaal.
e. Gießen, 15. Okt- (Gew erbe gerächt.) Unter dem Vorsitze des Beigeordneten Wolff kamen heute fünf Klagen zur Verhandlung. Als Beisitzer fungieren Kommerzienrat Louis Emmelius und Schreiner Heinrich Männ- che von hier. Tie Köchin Minna Gertzen von hiep verlangt von dem Restaurateur Anton Koch hier, von dem sie am 1L d. M. entlassen worden sein will, trotzdem die Kündigungszeit erst am 17. d. M. ablaufen würde, 35 Mk. 33 Pf. rückständigen Lohn und Entschädigung. Ferner verlangt sie die Ausstellung eines Zeugnisses in Gemäßheit der Gewerbeordnung. Ter Bellagte wendet ein, daß! er die Klägerin nicht entlassen, daß diese vielmehr bie Arbeit niedergelegt habe, und daß er deshalb Entschädigungsanspruch wegen des Vertragsbruchs erhebe. Auf Zureden des Vorsitzenden kam Vergleich zu stände. Der Beklagte zahlt an die Klägerin 17 Mark und stellt ihr ein Zeugnis aus. Die Klägerin erklärt sich damit zufrieden. — Ter Kellner Franz Siber verlangt von dem Restaurateur Gustav Skalizki hier wegen grundloser verfrühter Entlassung Entschädigung. Er berechnet diese Entschädigung für zwölf Tage auf 48 Mark. Der Bellagte wendet ein, daß er mit seinen Kellnern im allgemeinen dreitägige Kündigungsfrist vereinbare. Ob dies auch mit dem Kläger geschehen, könne er nicht sagen, er nehme dies aber an. Uebrigens sei er auch zur sofortigen Entlassung des Klägers befugt gewesen, weil dieser öfters zu spät zu seinen Dienstverrichtungen erschienen sei, so am Tage der Entlassung anstatt zwischen 9 und 9 einhalb Uhr erst 5 Minuten vor 11 Uhr vormittags. Der Kläger bestreitet das Vorbringen des Beklagten entschieden. Tas Gericht erläßt über die bellagtische Behauptung Beweis- beschluh, in deren Erledigung ein Zeuge vernommen werden soll. Tie Höhe des geltend gemachten Entschädigungsanspruchs wurde nicht bestritten. — Auch der Kellner Johann Fischbach klagt gegen den Restaurateur Skalizki hier wegen verfrühter unberechtigter Entlassung, und verlangt 55 Mark Schadenersatz. Ter Bellagte beantragt Klageabweisung. Mit dem Kläger sei eine Kündigungsfrist von drei Tagen vereinbart. Er nenne als Zeugen für diese Behauptung den Kellner Theodor Eppendvrfer in Leipzig. Ter Kläger erklärt von einer solchen Vereinbarung nichts zu wissen Ueber die bellagtische Behauptung wurde Beweisbeschluß erlassen. Der als Zeuge genannte Kellner Cppendorfer soll durch Requisition des Amtsgerichis Leipzig vernommen und ein weiterer Verhandlungstermin nach Rückkunft der Akten anberaumt werden. — In der Sache des Knechts Ludwig Becker gegen den Unternehmer Albert R ü b s a m e n hier, wegen Lohnforderung, — über die wir bereits berichtet haben — wurden heute die benannten Zeugen vernommen. Durch die Zeugenvernehmung hat sich ergeben, daß Beklagter seinen Knechten freiwillig erklärt hat, sie sollten jeder Die Woche 1 Mark zu ihrem seitherigen Lohne erhalten, die jedoch einbehalten und Weihnachten oder bei (ordnungsmäßigem Tienstaustritt auch, bei diesem zur Auszahlung kommen sollte. Eine Auszahlung werde jedoch nicht stattfinden, wenn sich einer der Knechte betrinke oder das Fuhrwerk stehen lasse. Tes wetteren wurde feftgestellt, daß Kläger am 5. d. M. angetrunken war, mehrmals zum Anspannen der Pferde aufgefordert worden ist und daß er, als Bellagter ihm gesagt, nun sei es aber Zeit, daß er anspanne, sonst bliären die Pferde auf seine Kosten stehen, entgegnete, da liege ihm nichts daran u. dgl. m- Die Pferde sind dann in der That im Stalle stehen geblieben. Das Gericht erkannte unter diesen Umständen auf kostenfällige Klageabweisung.
Mainz, 15. Okt. Einen gemein- und gesundhetts- gesährlichen Betrug hatte der Metzgermeister Georg Decker aus Weisenau, in Kastel wohnhaft, beim Schlachten einer tuberkulösen Kuh verübt. Am 21. Februar schlachtete D. eine Kuh. Die Lunge, die Rippen, die Bauchhöhle und die Gedärme waren mit Tuberkeln durchsetzt. Um keinen Schaden zu erleiden, kaufte D bei einem Siachbarkollegan eine gesunde Lunge von einem Stück Vieh, das am Tage vorher geschlachtet worden war. Diese gesunde Lunge wurde in warmes Wasser gelegt und dann mit Blut durchtränkt. Der Fleischbeschauer stellte auf Grund des Befundes der guten Lunge den Gesundheitsschein aus, woraus das Fleisch an die Kunden zum Verkaufe gelangte. Der saubere Handel wurde verraten und Decker hatte sich wegen Verkaufes gesuirdheitsschädlichen Fleisches vor der Straftammer zu verantworten. Der Angellagte gab den Thatbestand zu. 'Der Krersveterinärarzt von Groß-Gerau gab. nach der
Beweisaufnahme sein Gutachten dahin ab, daß das Fleisch als verdorben zu bezeichnen sei, nicht aber als gesundhetts- schädlich. Es hätte als „nichtladenrein (!!) untern: Ladenpreis verkauft werden müssen. Staatsanwalt Tr. Mayer stellte an den Herrn Sachverständigen die Frage, ob nicht jedes tuberkulöses Fleisch geeignet sei, die Gesundheit zu schädigen. Der Sachverständige erwiderte, daß dies nur der Fall sei, wenn die Fleischhr.üsen auch von der Rankheit befallen seien; dies könne. nur konstatiert werden, wenn dieselben ausgeschnitten würden. Da dies vom Fleisck)- beschauer nicht geschehen, läge hierüber kein Beweis vor. Jedes tuberkulöse Fleisch dürfe in Hessen als nicht ladenrein verkauft werden. Die Staatsbehörde mußte auf Grund des Gutachtens die Anklage aus § 12 des Nahrungsmittelgesetzes fallen lassen und sie nur aus § 10 Ws. 2 des Gesetzes aufrecht erhalten. Wegen der gemeingefährlichen Handlungsweise beantragte der Staatsanwalt 2 Monate Gefängnis. Das Gericht stimmte den Ausführungen der Staatsanwaltschaft zu. Beim Ausmaß der Strafe zog es die große Gemeingefährlichkeit des Angeklagten in Betracht und erkannte auf 2 Wochen Gefängnis, 100 Mk. Geldstrafe und Urtettspublikation.
Frankfurt, 15. Okt. Tas Schwurgericht verhandelte unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen Notzucht gegen den Maurer Karl Georg Opp e l aus Mansfelden. Er wird gefesselt in der blauweiß gestreiften Sträflingskleidung von Butzbach durch einen hessischen Gendarm vorgeführt; denn dasselbe Verbrechen, wegen dessen er sich setzt verantworten soll, hat ihm am 9. März d. I. vom Schwurgericht in Gießen eine Zuch thausstrafe von 15 Jahren eingetragen. Er hat in der Zeit vom 22. bis 27. Juni p. I. drei Frauen vergewalttgt und zwei, Frauen zu vergewalttgen versucht. Jetzt wird ihm zur Last gelegt, daß er am 10. Okt. v. I. quch .in Seulberg eine Frau, die sich noch dazu in gesegneten Umständen befand, an- gefallen, " und in rohester Weise vergewalttgt hat. Der Ausgang der Sache steht von vornherein fest. Es mich auf eine Gesamtstrafe erkannt werden, und da der Angeklagte bereits zu der höchsten gesetzlich zulässigen Strafe verurteilt ist, so lautet der Spruch unter Einziehung des Gießener Urteils abermals auf 15 Jahre Zuchthaus.
Universitäts-Nachrichten.
— Au der Universität Freiburg i. B. wird ein tierhygienisches Institut errichtet; die Stadt leistet einen Kosterweilrag von 51330 All.
— KatholischeStud euie n beabsichtigen in Mü n cf)c n die Gründung einer katholischen, nicht schlagenden, aber sonst dem SO. entsprechenden Korporation.
Arbeiterbewegung.
Geviüa, 15. Okt. Die Unruhen dauern fort. Die Streikenden durchziehen die Straßen und verüben Gewalthätigkeiten, sie steckten das Steueramt sowie Kloster in Brand. Ueber Sevilla wurde der Belagerungszustand proklcnniett.
Paris, 15. Okt. Der Ministerrat faßte einen Beschluß über Maßnahmen für den Fall eines allgemeinen Ausstandes der Bergarbeiter.
— Zu den Erörterungen über die Eventualität eines Gesamt- ausstandes wird von offiziöser Seite berichtet, die Regierung glaube, daß kein Gesamtausstand zu befürchten sei, daß es nur zu teilweisen Ausständen von kurzer Dauer kommen werde und daß insbesondere die Arbeit in den Departements Nord und Pas de Calais nicht eingestellt werden dürfte. Dem „Journal des Dsbats" zu- iolge ordnete die Regierung eine Untersuchung au bezüglich der unter die Bergarbeiter in Moneeau les Mines verteilten aus- gemusterten Grasgewehre. Einige derselben wurden beschlagnahmt, um von Sachverständigen geprüft zu werden.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, im unteren Kon- firmandensaale (Kirchstraße 9): Bib elstunde. Brief des Jacobus, Kap. 1, Vers 1 ff. Pfarrer Dr. Grein.
Neueste Meldungen.
Oviginaldrahtmelduugen des Gießener Anzeigers.
Darmstadt, 16. Okt. Der Großherzog wohnte gestern abend dem Sckstußbankett der Ausstellung bei und reifte mittags nach Italien. zu längerem Ausenthatt. Die Großherzogin und Prinzeß Elisabeth sind gestern abend nach, Coburg abgereist.
Berlin, 16, CIt Die Virchow-Feier, die der Wahlverein der freisinnigen Volkspartei gestern abend in der Brauerei Friedrichshain veranstaltete, bildete eine imposante Kundgebung für den greisen Gelehrten. Lange vor Beginn der Feier war der große Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst Oberbürgermeister Kirschner, der in vorgerückter Stunde erschien, mußte mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Jrn Saale bemerkte mau fast alle Abgeordneten der freisinnigen Volkspariei, sowie eine große Anzahl Stadtverordneter mit dem Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Langcrhaus an der Spitze. Als Vlrchow erschien, wurde er mit unbeschreiblichem Jubel empfangen. Nachdem Abg. Fischbeck den Gelehrten begrüßt, feierte Abg. Eugen Richter in längerer Rede Virchow als Mensch, als Gelehrten und als Politiker. Am Schluß seiner Rede sagte er: Die Arbeit, die Virchow zu leisten hatte, hat ihn nicht gehindett, der Pattei seine Kräfte im Großen und Kleinen zu widmen. Dann erhob sich Virchow. Anknüpseud an den Brief eines Unbekannten, den er kurz vor seinem Erscheinen erhalten hatte uud in dem ihm vor- geworfen wird, daß er bei einer der festlichen Gelegenheiten Orden angelegt habe, ging er auf die Zeit zurück, wo er von Kaiser Friedrich, der damals im Sterben lag, einen hohen Orden erhielt. Zur Erinnerung an den ihm unvergeßlichen Kaiser lege er den Orden au. Sodann gab Virchow einen Umriß seiner praktischen Thätigkeit uud schloß mit der Versicherung, auch weiterhin der freisinnigen Partei feine Dienste zu widmen. Die Ausführungen der übrigen Redner des Abends, des Abg. Träger, Justizrats Cassel und des Abg. Kopsch galten in erster Linie dem Parteimavn Virchow. Das Fest schloß mit einem Kommers.
Berlin, 17. Oki. In den Blättern roirb ein Aufruf veröffentlicht zur Errichtung eines Albert Lortzing- Denkmals in Berlin.
Leipzig, 17. Okt. Während eines Kouzettes, das gestern nachmittag im großen Saale des hiesigen Palmcngartens stattfaud, löst; sich ein 3 Meter langes Gypsstück von der Decke uud stürzte in den Zufchauerraum. Tie 19jährige Tochter eines Uhrmachers in Stettin wurde erschlagen. Die Frau eines Schuldirektors in Leipzig-Gohlis erlitt einen Schenkelbruch. Eine Anzahl anderer Personen wurden leichter verletzt.
Grimma, 16. Oktober. Der verschüttete Brunnenbauer Thiele war heute früh noch nicht befreit. Gegen 7 Uhr war man Thiele bis auf 10 Elm. nahe gekommen. Der Verschüttete scheint noch gut bei Kräften zu fern» Er unter
hielt sich mit den an seiner Befteiung arbeitenden Pionieren, und ermahnte sie, vorsichtig zu sein, da sonst die Schalung zusammenbräche.
Haag, 16. Okt. Rach hier eingetroffenen Meldungen ist die Lage Bothas sehr ernst. In der Umgebung des Präfwevtm Krüger herrscht große Besorgnis.
Paris, 16. Okt. In einer Restauration wurden heutt Nacht durch eine Gasexplosion sechs Gäste schwer 6et» wundet.
Paris, 17. Okt. Die Budgetkommission nahm einen trag au, nach dem die Petroleum-Raffinerie als Monopol dem Staat übertragen werden soll. Der Finanz» Minister machte Mitteilung über das Staatsbudget von 1902. Es ergab sich ein Defizit von 50 Millionen Francs, vou denen 20 Millionen auf die Einnahmen aus dem Zucker kommen.
Wien, 16. Okt. Wie verlautet, wird der Finanzminrster das neue Budget begleitet von einem Expose über die Finanzlage bereits in der morgigen Sitzung des Abgeordnetenhauses einbringen.
London, 16. Okt. Die „Times" melden aus Washington vom 15. Oktober: Die kubanische Präsidentenwahl und die Kongreßwahlen werden auf den 24. Febr. 1903 festgesetzt. Nach Eingang aller Wahlberichte werde der Generalgouverneur den Tag besttmmen, an dem der Zusammentritt des Kongresses, der Amtsantritt des Präsidenten und die Uebertragung der Regierung auf die neue Verwaltung stattsinden soll.
Konstantinopel, 16. Okt. Trotz des ossizielleu Denrentt ist es Thatsache, daß das Nierenleiden, an dem der Sul* t a n schon lange laboriert, äußerst heftig auftrttt. Die zur Kon- sultation berufenen auswättigen Aerzte erklätteu, das Leiden sei bereits derartig vorgeschrttten, daß eine Operation vollständig zwecklos sei.
Rewyork, 16. Okt. Der Attentäter Czolgosz legt im Gefängnis eine große Ruhe an den Tag. Er erklärt, keine Furcht vor dem Tode zu haben.
Berlin, 16. Okt. Den „Berk. Pol. Nachr." zufolge) gelangen, nachdem erst .kürzlich 4000 Eisenbahnwaaen in Bestellung gegeben wurden, demnächst über 4 00 L^cko-- Motiven zur Vergebung.
Elbing, 16. Okt. Auf dem kurischen Haff ging eut Steinkohlen-Kahn unter. Der Schiffer mit seiner Frau und zwei Matrosen ertranken.
Leipzig, 16. Okt. Die gesamten Textilarbeiter, des Voigttandes treten in die Lohnbewegung ein. Bei Nichtannahme der gestellten Forderungen bis zum 20. ds^ soll eventuell ein allgemeiner Ausstand eintreten.
Vardö, 16. Okt. In den letzten Tagen frerun^ glückte ein Fischerboot mit drei Mann und bei Farasjord ertranken sieben Personen infolge Umschlagens eines Bootes.;
London, 16. Okt. Aus Pretoria wttd berichtet: Eine Anzahl Gefangene sind hier eingetwffen. Dieselben sind guten Mutes, — Nach Meldungen aus Lourenzo Marques,' ist die Lage der Truppen Bothas sehr kritisch. Tie Ge-s fangennahme des Generals mit fernen Leuten soll unmittelbar bevorstehen. (Na, na!!) — Tie tägliche Verlustliste der englischen Truppen in Südafrika beziffert sich für gestern auf zMi Tote, 8 Verwundete, 8 an Krankheiten Verstorbene und 3 Vermißte.
London, 16. Okt. Die ,^Times" meldet aus Dunde« vom 13. ps. Mts.: Es gelang einer Anzahl Buren, nach Westen und Norden über die Linie Wackerstroom-Pietretief- zu „entnommen". Sie führen einige Karren mit, aber keine Kanonen, wahrscheinlich.auch keine Wagen.
Paris, 16. Oft Tas Blatt „Rappell" berichtet ans; Rom: Tie Versuche, eine internationale Anti-, Anarchistenkonferenz zu organisieren, sind ge^ scheitert. Dagegen verständigten sich« die Mächte dahin^ in Zukunft gemeinsam insoweit gegen die Anarchisten vor-^ zugehen, als ein Austausch von Auskünften über Anarchisten zwischen den Polizeibehörden der verschiedenen Staateni stattsinden soll.
Mons, 16. Okt. Angesichts des drohenden Aus-^ standes im französischen Zbohlenbecken sind zahlreiche Vertreter französischer Industrien hier eingetroffen, um größere; Kohlen-Bestettungen zu machen. Ter einheimische Kohlenmarkt hat sich infolgedessen gebessert. — Seit einigen Tagen herrscht hier besonders im AÄeiterviertel eine Thhphusi Epidemie, welche zahlreiche Opfer fordert Die Zahl 5er, Ettrankten ist bedeutend.
Madrid, 16. Okt. In Sevilla wiederholten sich spät abends die Wirren. Ihre unmittelbare Ursache war die? Entlassung von Arbeftern der keramischen Fabrik Cartujai Tie Entlassenen bewogen die Genossen anderer Unter-, nehmungen zu einem allgemeinen Ausstande. Sogar in der staatlichen Tabak-Fab rik ruht die Arbeit Tie Regierung erachtet die Vorgänge als sehr bedenklich.^ General Luque meldete telegraphisch, die Aufrührer hätchu auf die Truppen geschossen. Anarchistische Wüh-, ter eien machen sich, auch in anderen Arbeiterzentren bemerkbar. Am Dienstag beschlossen in Madrid und Bareelona Arbeiter-Versammlungen den allgemeinen Ausstand. Ebenso sprach .sich der Madrider Arbeiter-Kongreß für denselben, aus. —s
Sevilla, 16. Okt. Bei den Ruhestörungen sind mehrere Bäckereien geplündert, mehrere Fabriken, ein Kloster und die Universität mit Steinen beworfen worden. Zwei Studenten und ein Kirchendiener wurden verletzt 'Die Stadt ist durch Militär besetzt. Aus Cordoba gehen Truppen ab, um die Garnison zu verstärken^
Peking, 16. Okt Li-Hung-Tschang besuchte den russischen Gesandten zweimal in einer Woche. Ueber den Gegenstand der Unterhaltung ist keine absolut verläßliche Mitteilung zu erhalten, aber die chinesischen Beamten be-- haupten, Li-Hung-Tschang habe an den Gesandten das dringende Verlangen gestellte, die Mand schurei wieder an China abzutreten. Ter Gesandte schilug darauf vor, daß China einen Sondergesandten nach Petersburg sende, um über die Bedingungen zu verhandeln. Li-Hung-Tschang beabsichtigt jetzt, Tschangtschitung, seinen größten Feind, mit dieser Mission zu betrauen.
Middelburg (Kapkolonie), 15. Okt. Wolfaardt/ Leutnant im Kommando Lotters, ist heute erschossen! worden.
Durban- 16. Okt General Bo tha soll nordwärts nach Pietretief marschieren. Tie britischen Kolonnen sind noch in Berührung mit den Buren und es finden täglich Heine Kämpfe statt. Das Operationsfeld ist mit dichtem Gesttüpp bedeckt, und sehr schwierig. General Plumers Kolonne bestehend aus Queensländern, Neuseeländern und Artillerie kam mittels Eisenbahn in Volsrust an, um au
Bewegung gegen Botha teilzunehmen.


