Ausgabe 
17.9.1901 Zweites Blatt
 
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Anatomie und Physiologie an der^tierarzneilichen' Hochschule zu Hannover angestellt. Vom 30. Juni 1879 wirkte er ; als außerordentlicher Professor für Veterinär-Anatomie und Histologie, Beurteilungslehre und Gesundheitspflege der . landwirtschaftlichen Haustiere, sowie Geschichte der Tierheil- ; llunde an der Abtellung für.Tierheilkunde rmserer Landes- Aniversität. Am 16. April 1900 wurde er zum ordentlichen Vrofessor der Tierheilkunde ernannt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 18. Sept., vormittags 11 Uhr, vom Bahnhof aus statt.

** Das Gießener Elekrizitätswerk wurde am Samstag abend von den Stadtverordneten unter Führung des Be- riebsleiters Muh lert eingehend besichtigt. Die Ausführung und Anlage des Werks, über das sich Bürgermeister Mecum in seiner Ansprache lobend äußerte, läßt erwarten, daß es allen berechtigten Anforderungen entspricht.

** Jahresversammlung der Zoologischen Gesellschaft. Wie wir erfahren, hat die Deutsche Zoologische Gesellschaft be- chlossen, ihre nächste Jahresversammlung in der Psingstwoche 1902 in Gießen abzuhalten.

** Diebstahl. Ein unbekannter Durchreisender (Böhme) cahl am vergangenen Samstag Nachmittag beim Betteln in einem Geschäftsladen der Wallthorstraße 27 neue Porte- moonaies. Er entfernte sich, da die elektrische Klingel in der Ladenthüre versagte, wieder, ohne bemerkt worden zu sein. Der Diebstahl wurde jedoch bald entdeckt und der Dieb 'onnte noch im Besitz der gestohlenen Ware verhaftet werden. Auf dem Kreuzplatze versuchte der Verhaftete, den ihn trans- lortierenden Schutzmann zu überwältigen und zu entweichen, was ihm jedoch nicht gelang.

** Verhaftung. Am Samstag Nachmittag gerieten der iausbursche und der Buffetier einer hiesigen Restauration in Lortwechsel, in dessen Verlauf ersterer ein Glas ergriff und em letzteren damit auf den Kopf schlug, sodaß eine blutende Wunde entstand. Der Thäter wurde verhaftet und wegen Körperverletzung zur Anzeige gebracht.

** Schlägereien. In der Nacht von Samstag auf Sonn- ag kam es in der Bahnhofstraße zwischen mehreren jungen Leuten zu einer Schlägerei, wobei einer von ihnen eine blutende Wunde davontrug. Die Thäter wurden ermittelt und wird Anzeige erhoben. Eine andere Schlägerei ent- pann sich nach einem Wortwechsel in einer Wirtschaft in der Licherstraße zwischen Betonarbeitern von auswärts, die zurzeit bei dem Bau der Siechenanstalt beschäftigt sind. Dabei traten die Fäuste, aber auch Regenschirme und Stühle in Thätigkeit. Der mehrmaligen Aufforderung des Wirtes, das Lokal zu verlassen, folgten die Radaubrüder nicht, sodaß sie durch die Polizei entfernt werden mußten. Anzeige^ gegen die Haupt­rädelsführer wurde erhoben.

** Zu viel des Guten. Ein in Wetzlar wohnender Mann, der zu einer Beerdigung hierher gekommen war, bekundete seine Anteilnahme bei dem Leichenschmause so, daß er schließ­lich vor Rührung die Herrschaft über seine Gliedmaßen verlor und per Cylinder in das Haftlokal verbracht werden mußte.

k. Rodheim v. d. H., 14. Sept. Zu dem bereits tele­graphisch von uns gemeldeten Brande erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Das Feuer brach in der Nacht kurz nach 12 Uhr aus und nahm trotz des sehr nassen Wetters bei nicht ungünstigem Winde, aber infolge der unglücklichen, sehr eng zusammenhängenden Bauverhältniffe eine riesige Ausdehnung an. Die Bewohner Rodheims waren alsbald zur Stelle und mit Hilfe der rasch herbeigeeilten Nachbar- feuerwchren begann eine eifrige Löschthätigkeit, deren guter Erfolg noch am anderen Tage sich bemerkbar machte. Selbst von Friedberg erschien ein Löschzug. Im ganzen brannten etwa 20 Gebäude nieder, 9 Wohnhäuser, außerdem Scheunen und Stallungen, aber auch die alte Kirche. Die neuere Kirche wurde mit vieler Mühe unter Zusammenwirken droier Spritzen gerettet. Wunderbarerweise ist nicht der geringste Verlust an Tieren zu verzeichnen, auch Menschenleben gingen nicht verloren. Von dem Mobiliar konnte viel aus den Häusern gerettet werden. Beim Betrachten des Trümmerfeldes sah man manches schauerlich interessante Schauspiel. Die alte Kirche ist vollständig ausgebrannt. Die Glocken liegen halb geschmolzen in dem noch glühenden Schutt. Wo früher der Altar stand, blickt man jetzt hinunter in die Gruft, in welcher der Sarg der Stifterin der Kirche zu sehen ist. Was die Entstehungsursache des Feuers anbetrifft, so ist noch nichts Genaues bekannt. Allerlei Vermutungen werden ja auf­gestellt, aber sie scheinen doch recht gewagt. Mehrfach be­gegnet einem die Ansicht, daß der Brand im Zusammenhang stehe mit dem Ergebnis der an demselben Tage stattgehabten Gemeinderatswahl. Was daran ist, wird wohl die Unter­suchung, die bereits durch den Untersuchungsrichter eingeleitet ist, ergeben. Im Allgemeinen sollen die geschädigten Leute gut versichert sein. Am zweiten Tage des Brandes blieb immer noch eine starke Wache zurück, da die Lage, besonders für den Fall, daß der Wind vielleicht umschlägt, noch rech

jür Beschädigung der Fichtenpflanzungen, 10 000 Mk. Ersatz

Minderwertes der Gesamtbesitzung und 3000 Mk. als .Ersatz des Ausfalles der mit 1000 Mk. jährlich auf die Dauer von 6 Jahren zu bemessenden Jagdpacht. Dem Adolf Gaub in Homberg a. d. Ohm war seitens des Kreisamts zu Alsfeld aufgegeben worden, sein baufälliges Wohnhaus abzutragen. Der hiergegen ergriffene Rekurs wurde vom Provinzialausschuß abgewiesen. Karl Brack zu Bad-Salzhausen beabsichtigt, die früher von dem Kur­hauspächter als Nebenbetrieb des Kurhauses innegehabte Wirtschaft weiter zu betreiben. Das Gesuche wurde vom Kreisamt Büdingen abschlägig beschieden. Ter Provinzial­ausschuß gab dem vom Gesuchskeller ergriffenen Rekurs statt, :da es sich um Fortbetrieb einer bereits bestehenden Wirt- schäft handelt.

** Professor Eichbaum f. In der vergangenen Nacht starb in Bad Rheinau Prof. Dr. Eichbaum, wo er zur Kur weilte, plötzlich an Herzlähmung. Carl Friedrich Eich­baum ist am 4. Oktober 1852 zu Schwetz in Westpreußen geboren. Er studierte von 1871 bis 1874 Tierheilkunde an der Tierarzneischule in Berlin, und von 1875 bis 1876 medi­zinische Wissenschaften an der Universität Berlin. Arn 4. De­zember 1874 promovierte er bei der medizinischen Fakultä der Landesuniversität Gießen zum Dr. med. vet. Vom Ok­tober 1876 bis Oktober 1877 war er Kreistierarzt des Kreises Tuchel in Westpreußen. Im Sommersemester 1877 wurde er zur weiteren wissenschaftlichen Ausbildung nach Berlin be­urlaubt. Am 15. Oktober 1877 wurde er als Repetitor für

Neueste Meldungen.

Berlin, 15. Sept. Die internationale AuA-i tellung für Feuerschutz und Feuerlöschwesen wurde nachmittags durch den Landwirtschaftsminister von i^odbielski, der in einer Ansprache der Verdienste Hohenlohes und Colers um die Ausstellung gedachte, geschlossen. Nach einer Ansprache des Geheimrats Richter gäben Kvm- merzienrat Jacob und Branddirektor Giersberg das Er­gebnis der Preisverteilung bekannt. Podbielski schloß die Ausstellung mit einem Hoch auf den Kaiser und die Vro- tektorin, die Kaiserin.

Heilbronn, 16. Sept. Es sind nunmehr beide Direk» toren der Heilbronner Gewerbebank in Haft genommen worden. Nach einer Mitteilung des Aufsichtsrats beträgt das, Defizit annähernd zwei Millionen Mark. Man hoffte das Defizit zu decken so daß eine Schädigung der In- : ereffenten nicht eintritt.

Heilbronn, 16. Sept. Auf dem Dachraum des, ver-^ hafteten ersten Direktors oer Heilbronner Gewerbe^ bank wurde heute vormittag der Betrag von 50 000 Mark in einem Versteck aufgefunden, welche er bei Seite schaftte, um damit zu fliehen. Vorläufig wurde eine Untere bi lanz von anderthalb Millionen Mark' festgestellt. Ein großer Teil der der Bank übergebenen Depots ist nach Frank- urt a. M. weiter verpfändet worden. Der Gesamtverlust >er Bank dürfte 3 Millionen oder mehr betragen. Samt-, liche drei Direktoren sitzen in Haft. Entgegen der Versicher- ung, daß alle Gläubiger beftiedigt werden sollten, gilt dep Konkurs als unvermeidlich

Winterthur, 15. Sept. Heute wurde die Ausstellung bet Werke des hier geborenen Porträtmalers Anton Gräff er­öffnet, unter denen sich auch von der königlichen Akademie, der Nationalgalerie in Berlin, sowie von der sächsischen Re-, gierung gesandten Werke befinden.

Chicago, 15. Sept. Die Polizei gab thatsächlich die Theorie vom Vorhandensein eines Komplottes zur Er­mordung Mac Kinleys auf, da man keinerlei Beweffe für dasselbe auffinden kann.

Cleveland, 15. Sept. Der Vater des Mörders Czol- gosz's ist nach Buffalo abgereist, um seinen Sohn zu be­wegen, alles zu sagen, insbesondere auch dasjenige, was auf ein etwaiges Komplott Bezug haben könnte.

Buffalo, 15. Sept. Roosevelt erließ eine Prvi klamation, worin er bestimmt, daß Donnerstag, am Tage der Beisetzung McKinleys, überall in den Vereinigten Staaten Trauergebete äbgehalten werden. T-r. Mann, einer der Aerzte, die McKinley behandelten, bezeichnet es als sehr bemerkenswert, daß bei der Autopsie alle Ge­webe, durch die die Kugel gedrungen, abge, storben befunden worden sind. Vom Magen war eine Stelle, etwa von der Größte eines Silberdollars, abgei storben. Bei der Autopsie waren Vertreter der Regierung, der Familie, sowie des ärztlichen Standes zugegen.

Buffalo, 14. Sept. Bei der heute stattgehabten Eidesleistung des Präsidenten Roosevelt im Haus, Wilkock waren Minister und andere Persönlichkeiten zugegen. Der Sekretär des Krieges, Root, der mit Thränen in den Augen sprach, setzte Roosevelt in Kenntnis, daß das Kabinett aus gewichtigen Reaierungsrüch'ichten beschlossen habe, von ihm sofort die Eidesleistung jn erbitten. Roosevelt er­widerte: Ich werde auf Ihren Wunsch sofort den Eid leisten und möchte in dieser Stunde tiefer Trauer, wo die Nation einen so schweren Verlust zu beklagen hat, erklären, daß es mein Ziel sein soll, die von McKinley zum Frieden, zum Ge­deihen und zur Ehre meines geliebten Landes eingeschlagene Politik unverändert fortzusetzen. Der Richter nahm Roose­velt sodann den Eid ab. Roosevelt gab dann dem Wunsche Ausdruck, sich mit den Mitgliedern des Kabinetts allein zu besprechen. 'Er forderte sie in dieser Konferenz auf, ihre Portefeuilles wenigstens für den Augenblick beizubehalten, was diese zusagten. Schließlich teilte Roosevelt auch mit, der Kongreß würde nicht zu einer außerordentlichen Session zusammentreten, da dies unnötig sei.

Buffalo, 15. Sept. Gegen 11 Uhr vormittags fand im Hause Milburna ein einfacher Trauergvttesdienst statt, an dem die Mitglieder des Kabinetts, zahlreiche hervorragende Personen, sowie die Witwe McKinleys teil­nahmen. Alsdann wurde die sterbliche Hülle McKinleys, eskorttert von Mitgliedern des Kabinetts und begleitet von Abteilungen der regulären und Miliztruppen sowie Marine­soldaten nach City Hall gebracht, zu der die Bevölkerung nachmittags Zutritt erhielt.

Klapst ad t, 15. Sept. (Reuter.) Hier herrscht Ein- sttmmigkeit darüber, daß oie Proklamation Kit- cheners vom 6. Aua. nicht ba^u geführt hat, daß sich irgend eine größere Zahl von Buren unterworfen hat. Die Buren unter Theron griffen vorgestern Heidelberg, das von einer Abteilung des West-Yorkshire-Regiments ver­teidigt wurde, mit großer Kühnheit an, wurden jedoch zurückgeschlagen.

Bloemfontein, 14. Sept. (Reuter.) Major Da- mant, welcher gegen Hertzogs Kommando operiert, gelang es, bei Fauresmith 11 Buren in einen Hinterhalt zu locken und gefangen zu nehmen. 234 Buren in Winburg, Drede und Harrismith haben den Engländern den Treueid geleistet/

ebenfalls für die Landwirtschaft ein und lassen den Bauern- stand und däs Vaterland' hochleben, worauf in einem Schlußwort der Vorsitzende die Einmüttgkeit der heutigen Versammlung konstatierte: Der Bauernstand sei sich jetzt Uar geworden, daß er sich auf sich selbst verlassen müsse. h-> EI wurde dann eine Resolution vorgeschlagen, die durch eine Deputation der Regierung überreicht werden soll. Die Resolution wurde einsttmmig angenommen, worauf der Vorsitzende die Versammlung mit einem lebhaft aufge- -nommenen Hoch auf Kaiser und Reich schloß.

In der Resolution wird u. a. gefordert: die Auf­stellung eines Doppeltarifs mit festen Maximal- und Mini­maltarifsätzen für alle landwirtschaftlichen Positionen. Ws jMtpunkt des Jnkraftttetens des Zolltarifgesetzes ist der VC Januar 1904 gesetzlich festzulegen. Die Resolution zählt 'jutn im einzelnen die für die haupffächlich in Bettacht kom- -meuden Zolltarifposttionen für notwendig gehaltenen Minü- >M!altarifsätze auf, aus denen hervorgehoben sei, daß für 'Roggen, Weizen, Gersste und Hafer 7.50 Mk. für 100 Kilo und auch für andere Erzeugnisse höhere Zölle gefordert werden. Tie .Großh. Regierung wird ersucht, mit allem Nachdruck für die Einsetzung von Minimalsätzen für sämt­liche landwirtschaftliche Produkte eintteten zu wollen. (Wegen Raummangels ist es uns heute unmöglich, den Wortlaut der Resolution zu veröffentlichen, was wir in unserer nächsten iNummer thun werden. D. Red.)

Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen--,' 10 Schaflämmer. Bezahl! wurde; für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen :i. Qualität 6470 3Rf'.

2. Qual. 6366 Ack., 3. Qual. 5961 Mk.; Bullen 1.Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 5154 Mk.; Kühe 1. Qual. 6163 Mk., 2. Qual.' 5758 Mk., 3. Qual» 4245 Mk, 4. Qual. 3234 Mk., 5. Qual.' 3032 Mk. Kälber: 1.'Qualität 7779 Pfcp, Lebendgewicht 46 bis' 48 Psg., 2. Qual. 6971 Pfg., Lebendgewicht 4042 Psg., Schlacht­gewicht 0000 Pfg, Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 6062 Pfg., 2. Qual. 5254 Psg.; Schweine 1. Qual. 69 Pfg., Lebendgewicht 55 Psg., 2. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 54 Pfg., 3. Qual. 58 bis. 60 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut,' bei Kleinvieh gut. Markt geräumt.

fc. Frankfurt a. M., 15. Sept. (Orig.-Telegr. desGießen. An-.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 16.2500.00, Kurhessischer Mk. 16.5000.00, La Plata Mk. 16.7517.25, Kansas Mk. 00.0000.00, Roggen (hiesiger) Mk. 13.7500.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.0016.50, Kleie Mk. 00.0000.00, Hafer Mk. 13.7514.00, Mais Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Weizenmehl 0 Mk. 24.7525.00, 2. Qualität Nck. 22.75 bis Mk. 23.00, 3. Qualität Mk. 20.7521.00, Rogaenmehl 0 Mk. 21.7522,51.2. Qualität Mk. 20.5020.75, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 00.00, Roggenkleie Mk. 9.7510.00, Maiskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik besindlichcn Original-Nachrichten ^st nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.)

Gießen, 16. September 1901.

** Ter P r 0 v i n z i a l - A u s s ch u ß bet Provinz Ob!-erHessen' verhandelte am Samstag übet den Ein­spruch, den eine Anzahl Einwohner von Lollar gegen die Vsrntessung der zur Enteignung stehenden, für die Erweiterung des Vahnhvss Lollar be- prntmten Parzellen erhoben. Tie Kgl.' Eisenbahndirektiorr Frankfurt war durch Rechtsanwalt Dr. Weber vertteten, §.er u. a. darauf hinwies, daß die Vermessung die Ent­schädigung .für das zu enteignende Gelände nicht tangiere, sondern die Entschädigung aus Grund der Meßbriefe erfolge. Der Provinzialausschuß erkannte zu Recht, daß den von der Geländeerwerbs-Kommission und der Eisenbahndirektiou bestieMen Geometern nebst ihren Gehilfen das Recht zu- svehe, Vermessungsarbeiten vorzunehmen und die erforder­lichen Instrumente aufzustellen, bis die Meßbriefe fertig gestellt sind, ti Durch den Bahn bau Niedergemüu- den-Nieder-Offleiden werden in den Gemarkungen Lomborg und Obevoffleiden eine Anzahl Grundstücke und Hosraiten durchschnitten, deren Besitzer nur -um Teil mit der ihnen angebotenen Enffchädigung zuftieden sind. Es haben Einspruch erhoben L. Firnhaber von Homberg, Karl .Schneider und Lorenz Metz V. von Oberoffleiden. Dem L. Firnhaber werden seitens des Provinzialausschusses zu- iMprochen 36 Pfg. für den Quadratmeter Gelände und 642 Mark für entsclllene Obistbäume; dem Karl Schneider wird ,eiue Gefamtentschädigung von 2323.90 Mk. einschließlich 2000 Piark Minderwertsentschädigrmg für die Hofraite (gefor­dert hat er 7000 Mk.) zugesprochen, dem Lorenz Metz V. eine Gesamtentschädigung von 2787. 50 Mk., worunter 337 Mark für entfallene Obstibäume und 900 Mk. als Ersatz des Minderwertes der Hofraite. In dem Enteignungsver­fahren gegen Kommerzienrat Passav ant in Frankfurt am Main handelt es sich um Anlage ein es Versuch,s- tzrubenfeldes in dem dem Genannten gehörigen Kirchenwald der. Gemarkung Langenhain-Ziegenberg. Ter Forstverwalter Sommerlad von Ziegenberg hat auf ^Grund des Berggesetzes das Enteignungsverfahren bean­tragt. Zwischen den beiderseitigen Rechtsvertteten, Rechts- ianwalt Windecker-Friedberg für Sommerlad und Rechts­anwalt Dr. .Schmidt-Polex-Frankfurt a. M. für Passavant, kcwr es nach! Vernehmung mehrerer Jagd-Sachverständiger zu langen Erörterungen über den Begriff Standwild und KÄechselwild. Der Vertteter Passavants ttat entschieden daftir ein, daß, das in den letzten Jahren im Kirchenwald er­legte Wild Standwild sei und demnach der Anspruch seines Menten Mf feine hohe Entschädigung für die durch Aus­schließung eines Grubenfeldes entstehende Wertminderung der Jagdpackst und damit des ganzen Besitztums gerecht­fertigt sei. A Ter Vertteter Sommerlads verttat aus Gund der Aussagen der von ihm geladenen Jagdvächter die An­sicht, daß es sich hier nur mm Wechselwild handle und deshalb die'Jago nicht den von der Gegenseite angeführten Wert chabe. Das' Besitztum Passavants werde nicht niinderwertig, 'eine Entschädigung in der von diesem geforderten Höhe ;fei auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil es sich! zunächst inur um Aufschlußarbeiten handle, die eingestellt würden, ;tvenn die Erzlager nicht in einer bergmännischen Anforder­ungen entsprechenden Aiächtigkeit aufttäten. Die Forderung Passavants besteht in 25 000 Mk. Entschädigung für Minder- ^ung des Jagdwertes, 500 Mk. jährlich für entgangene Be­nutzung des Abfuhrwegs, 600 Mk. Entschädigung für das , Abholzen der Betriebsfläche, 7500 Mk. für Entwertung der ^Abfuhrwege, 25 000 Mk. Sicherheitsleistung für Wertver- !nrinderung des Gesamtbesitzes, 11000 Mk. für Wiederher­stellung der Betriebsfläche. Der Provinzialausschuß sprach^ 'dem Eigentümer eine jährliche Entschädigung als Ersatz des Minderwertes der Grundstücke von 500 Mk. zu, 300 Mk.

ernst war.

eh. Walleurod, 15. Sept. (Telephon-Meld, desGieß. Anz.) Seit einer Reihe von Jahren hat unser Ort keinen großen Brand mehr gesehen. Da schreckte heute Abend */,8 Uhr der RufFeuer" die Bewohner auf. Es brannte der Stall und die Scheune unseres Mitbürgers Stock. Auch das Wohnhaus wurde von dem verzehrenden Element ergriffen. Mit knapper Not konnte das Vieh gerettet werden. Durch Boten und Telephonrufe wurden die Wehren von Reuters, Heblos. Vadenrod und Storndorf herbeigerusen, die auch bald erschienen und den Kampf gegen das Element aufnahmen. Hoffentlich gelingt es den sechs arbeitenden Spritzen das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Auch das Gebäude des nebenanwohnenden Besitzers Schrimpf ist zur Zeit noch nicht außer Gefahr. Die Entstehungsursache des Feuers is bis jetzt noch unbekannt.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

Grünberg, 14. September. Fruchtmarkt. (Durchschnitts­preis pro 100 Kilo.) Weizen 16.25 bis 16.50 Mk., Korn 15.36 bis 16.00 Mk., Gerste 13.00 bis 00.00 Mk., Hafer 13.50 bis 00,00 Mk., Erbsen 00.00 bis.00.00 Mk., Linsen 14.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 6.00 Mk.

fc. Frankfurt a. M., 15. Septbr. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen bc.i heutigen Viehmarkt- preisc. Zum Verkause standen 432 Ochsen, darunter 141 aus Oesterreich, 36 Bullen, darunter 3 aus Oesterreich, 223 Kühe, Feffen, Stiere und Rinder, 177 Kälber, 420 Schafe und Hämmet, 1444

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Der mit den konfirmierten Mädchen für Dienstag geplante, Ausflug muß des Wetters wegen verschoben werden.

1 b M Pfarrer Dr. Grern.

Für die Redaktion .verautwörtliA 3M