Nr. 218
Zweites Blatt
Dienstag 17. September 1801
wemmt habe, sei schädlich. Die entsprechenden Zölle wür-
F
151. Jahrgang
Der Kar) er leerte den Pokal. Unter den Hochrufen der versammelten Menge ging der Zug dann weiter durchs das alte Grüne Thor. Hier war das 2. Leibhusaren-Regt. aufmarschiert. Tas 1. Regiment nahm in Front diesem gegenüber Aufstellung. Generalmajor v. Mackensen, Kommandeur der Totenkopsbrigade, meldete dem Kaiser die Brigade zur Stelle und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaiser übernahm das Kommando der Brigade und führte sie durchs die Stadt zum Rathhause, wo von der Treppe der Oberbürgermeister die Truppen bewillkommnete. General Mackensen dankte; die vereinigten Trompeterkorps beider Regimenter ritten blasend vorauf. Ter Kaiser führte die Brigade zur Kaserne in Langfuhr, nahm den Borbeimarsch entgegen und begab sich sodann ins Offizierkasino. In dem neuen Saal, der die Kasinos der beiden Leibhusaren-
Regimenter verbindet, übergab der Kaiser die von ihm für den Saal geschenkten drei Schlachtgemälde von Kossak. Hieran schloß sich ein Imbiß im Kasino des ersten Leib- Husaren-Regiments. Dabei nahm der Kaiser die Meldung des Prinzen Heinrich entgegen.
Sodann geleitete der Kaiser die Kaiserin nach dem Kasino des Leibhusarenregiments und zeigte ihr den Festsaal. Die Kaiserin unternahm nachmittags zu Wagen eine Fahrt durch den neuen und alten Teil Danzigs. Nachmittags um 5 Uhr nahm das Kaiserpaar den Thee auf der Pacht „Iduna" ein. Die Kaiserin wohnte darauf der Einweihung des „Auguste Viktoria-Hauses" am Diakonissen- haus bei. Am Portal wurde sie vom Vorstand, mit dem
„wenn die LandwirtsckM nicht mehr bestehen kann, geht as Land zu Grunde." Bei schlechten Getreideernten habe zwar oft das Getreide hoch im Preis gestanden, aber die Händler und nicht der Bauer habe das Geschäft gemacht. Freilich seien auch die Faßüarone oder Großbrauer gegen dre Zölle, damit sie ihre billige ausländische Gerste verwenden und möglichst hohe Dividenden machen könnten. Er spricht noch über die Haltung der Metzger-Innungen, für den Quebrachozoll und stellt fest, daß verständige Jndu- strrelle schon heute für den Schutz der Landwirtschaft ein-, treten; die seitherigen Zölle haben die jetzige Krisis der Industrie nicht auf halten können. Gut sei es, daß diese Krisis schon jetzt eingetreten sei. Man müsse daher für dre volle Bewilligung der Forderungen eintreten oder
sch wert werde, sei nicht stichhaltig. Deutschland sei event. wirtschaftlich stark genug und die Nachbarländer hätten ebensogroßes Interesse an den Handelsverträgen wie wir. Bedauerlich sei, daß der Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrates auf den Satz von 6 Mk. zurückgc- g an gen sei. Dies involviere eine Schlväche gegen die Zollgegner. Unter Bismarck wäre diese traurige Lage nicht eingetreten. Der Vorwurf, daß die deutsche Landwirtschaft die Bevölkerung nicht ernähren könne, entbehre ebenfalls der Begründung. In vielen Gegenden würden noch ungeheure Mengen von Getreide zur Viehhaltung verbraucht. Dem könne man leicht abhelfen, dann werde jede Einfuhr überflüssig. Ter Einwand, daß
Der Kaiser in Danzig.
Am Samstag vormittag 10 Uhr begab sich der Kaiser mit Sonderzug von Neufahrwasser nach dem Danziger Hauptbahnhofe, wo großer Empfang durch die Militär- und Zivilbehörden stattfand. Auf dem Bahnsteige hatte eine Ehrenwache vom Grenadier-Regiment König Friedrich I. Aufftellung genommen. In der Feststraße bewegten sich ungeheure Menschenmengen. Die Truppen der Garnison, Kriegervereine und Schulen bildeten Spalier. Ter Kaiser, welcher die Uniform der Leib Husaren trug, zog mit dem Ehrengeleit des ganzen 1. Leibhusaren-Regi- menrS, das vor dem Bahnhof aufmarschierte, durch das Hohe Thor in die Stadt. Das.Publikum bereitete ihm lebhafte Ovationen.
Vor dem Artushof wurde Halt gemacht. Oberbürgermeister Delbrück reichte, umgeben von den Vertretern der Stadt, dem Kaiser den Ehrentrunk dar und hielt dabei eine Ansprache, in der er, der letzten Anwesenheit des Kaisers in Danzig im Jahre 1892 gHenkend, sagte, heute sei des Kaisers Einzug von einer besseren Zeit begleitet. Die hinderlichen alten Wälle seien gefallen, neue Hafenanlagen seien im Entstehen, die Mauern der neuen technischen Hochschule wüchsen rasch empor. Der Oberbürgermeister sprach darauf den Dank Danzigs aus für die thätige Anteilnahmt, die der Kaiser der Stadt widme, und erneuerte das GelÄbnis der Treue. Danach ergriff der Kaiser den Pokal und hielt eine Ansprache, die folgendermaßen lautete:
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„Mein lieber Herr Oberbürgermeister! Ich komme soeben von der hochbedeutsamen Begegnung mit meinem Freunde, dem Kaiser von Rußland, welche zu unserer beider vollsten Zufrieden heil verlaufen ist, und durch welche hinwieder um die Ueberzeugung unerschütterlich be
festigt wird, daß für lange Zeiten der europäische Friede für die Völker erhalten bleiben wird. Dieses Faktum macht auch mir das Herz leichter, wenn ich in die Mauern dieser alten schönen Handelsstadt ein- ziehe. Als ich das erste Mal Danzig besuchte, konnte ich mir aus dem damaligen Zustande der Stadt' schon die Aufgabe vorzeichnen, welche darin bestand, die Stadt wieder zum Emporblühen zu bringen und zum Vorwärtsschreiten, die schönste Aufgabe, die einem Landesvater und Regenten blühen kann. Ich hegte keinen Zweifel, nachdem im Rathause mir die Absichten der Stadt in Wort und Bild mitgeteill worden waren, daß bei deren altem Hansageift, der in unser» Kaufleuten sitzt, bei dem Entschluß der Danziger, sich emporzuraffen, die Aufgabe, wenn auch nicht leicht, so doch ausführbar sein würde. Frei von dem bannenden Nebel parteipolitischer Rücksichten, die lange die Stadt Danzig zu ihrem Schwaden bedrückt und niedergehalten
haben, statt sich! um ihre Interessen zu kümmern, sehe ich die Stadt jetzt vor mir aufblühen unter der sicheren Hand eines llugen, weitblickenden Stadthauptes. Wie die Entwickelung der Stadt mächtig emporstrebt, das zeigt sich in den gefallenen Wällen. Mit staunender Bewunderung hat mein Blick die neuen Stadtteile übersehen und mit Freude, daß sie an dem Stil Ihrer Väter festgehalten und daß Sie das schöne eigentümliche Gepräge und Bild, das einem jeden eingegraben bleibt, der einmal Danzig gesehen hat, festzuhalten und za entwickeln bestrebt sind. Sie sehen an mir noch die Zeichen der Trauer. Aber eines meiner letzten Gespräche, welche ich im vergangenen Sommer mit meiner schon damals schwer leidenden Mutter gehabt habe, das war über die Entwickelung der Stadt Danzig, weil Ihre Majestät wußte, daß ihr Regiment nunmehr auch hier eine Heimstätte finden würde, und die hoch? seljge Kaiserin spracht damals den Wunsch aus, sie hoffe, daß die Danziger ihre Vergangenheit nicht vergessen möchten, und vor allem ihren schöner: Stil, das Erbteil ihrer Väter, wahren und fortentwickeln möchten. Ihnen aber, meine Herren, spreche ich meinen herzlichsten, tiefgefühltesten Dank aus für den schönen Empfang, für den herrschen Sck)muck Ihrer Stadt und die freudige Stimmung Ihrer Bürgerschaft. Jcb, freue mich, daß es nach manchen Schwierigkeiten gelungen ist, dem Wunsche der Stadt zu entsprechen, ihr vorwärts zu helfen. Der Herr Oberbürgermeister wird das selbst am besten wissen, daß wir zusammen manchen harten Strauß haben fechten müssen, zumal der Finanzierung wegen, und nicht zum Geringsten rechne rch mir zum Ruhm, wenn ich sagen darf, daß ich Ihre Brücke habe durchgebracht. Sie können fick versichert halten, daß nach wie vor mein Interesse für die Hebung und Fortentwicklung Ihrer Stadt dasselbe bleibt, und Sie werden mich lange genug kennen, um zu wissen, wenn ich mir etwas vorgenommen habe, führe ich es auch durch. (Bravorufe.) Sie können sich denken, daß alte Phasen ihrer. Entwicklung von mir mit landesväterlichem Interesse, meiner Huld und meinem Schutz geleitet werden So trinke ich denn diesen Becher mit deutschem Wein auf das Wohl und die Entwickelung der Stadt Danzig. (Donnernde Hochrufe.)
Iprechungen zu hoffen, daß die Negierung sich vernünftigen Bauer den billigen Schutz versage, Vorstellungen nicht verschließe, auch würden die allzeit treu wenigstens die Augen geöffnet. In H^,,^ v u c y
ju ihrem Landesfürsten stehenden Bauern an diesen appel- Landwirtschastsministex am Platz, da der jetzige lleren Ein Hoch auf den Großherzog schloß die mit vielem zugleich mit der Industrie und dem Handel liebäugelet die Beifall ausgenommene Rede. Regierung hätte wohl zu der Versammlung eine Kom-
Zur Geschäftsordnung wurde bekannt gemacht, daß vvm Mission schicken können, der die Wünsche der Bauern ange- Vermn Elmenrod em Schreiben eingelaufen sei, in dem hört hätte, die Antwort sei, zart ausgedrückt, unhöflich ersucht wird, die Versammlung möge an dem Minimalsatz Der Redner erntete außerordentlichen Beifall.
von 7.50 Mk. Zoll auf alle Getreidesorten feschalten. Es Pfarrer Maurer tritt hierauf für besseren Schutz der haben sich ca. 1700 Landwirte angemeldet, aber weit mehr Tabakbauern ein, die durch die ausländische Kon- waren erschienen. kurrenz außerordentlich geschädigt seien. Man müsse sich
. Gutsbesitzer Schade-Altenbura verbreitete sich hierauf zu Genossenschaften zusammenschließen, sonst mache der m längeren Ausführungen über die Notlage der Landwirt- Zwischenhändler das Geschäft, und dem Bauer bleibe nichts, chaft. Der Kampf auf der ganzen Linie sei jetzt entbrannt Außer dieser Selbsthilfe müsse aber auch der Staat ein- und es müsse sich jetzt entscheiden, ob die entstandenen I treten zur Stütze seiner getreuesten und besten Kinder. Tie Wunden geheilt würden oder nicht. Leider sei s. Zt- der | Gutmütigkeit der Hessen und Süddeutschen sei sprrchwört- Kampf zu Gunsten der Industrie entschieden worden. Heute mich, daher müsse man jetzt den Mund aufmachen und heute müsse dre Landwirtschaft dagegen ankämpfen. Tie Auf- wie immer geschlossen vorgehen.
Hebung der kleinen Grenzzölle, die Aufhebung der Zoll- Landtagsabg. Korell bespricht die Nachteile der unter kredrte für gemischte Transitlager, Schaffung eines Mini-1 Caprivi eingeführten Zölle, sowie das Ueberhandnehmen maltarifs für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse seien die der Hypothekcnbelastungen auf dem Lande, was schon wichtigsten Forderungen. Ein Getreidezoll von 7.50 Mk. Ministerialrat Braun anerkannte und als beredtes Zeichen werde annähernd das frühere Verhältnis wieder Herstellen, der Zeit bezeichnete. Die Regierung werde auch im Falle der Dazu sei ein lückenloser Tarif notwendig. Die In dustrie,! Entscheidung nicht im Zweifel sein, wo ihr Standpunkt die das.System der Arbeitsteilung für sich habe, fet|fei. Geschlossen müsse man daher jetzt vorgehen. Er entschieden im Vorteil. Tie Landwirtschaft habe in!erinnere an die Worte' Bismarcks: Nur wenn die Lcttrd-i ungünstigen Zeiten nicht Hilfsmittel wie die Industrie, die I wirtschaft einig ist, kann sie sich im Parlament eine ihrer ich durch Arbeiterentlassungen, Ringbildungen re. helfen würdige Vertretung schaffen.
'önne. Vieles sei in dem Tarif noch vergessen, so der! Der Vorsitzende dankte hierauf allen Referenten Und Gartenbau, das Quebrachoholz, dessen Einführung die Ge- eröffnete die Diskussion, in der zunächst Landtagsabg. meinden, die Schälwaldungen haben, ungeheuer schädige. Wolff sein großes Bedauern ausdrückt, daß die beiden Alle von den Getreidezollgegnern angeführten Gründe seien Vorsitzenden des landw. Provinzialvereins in Rheinhessen nicht stichhaltig und Schreckgespenster. Tie zahlreich ange- den Aufruf zu unterzeichnen sich geweigert haben (es erstellten Enqueten bewiesen sämtlich den Rückgang der!tönen vielfach laute Pfuirufe). Die überwältigende Mehr- Landwirtschaft. Auch die von den Gegnern aufge- zahl der rheinhessischen Bauern sei für den Antrag. Es sei ührten Statistiken, nach denen der Großgrundbesitz von auch zu bedauern, daß viele junge ev. Landgeiftliche und »en Getreidezöllen Vorteil habe, seien vielfach widerlegt. Lehrer sich der national-sozialen Partei zuwenden, die Wie sehr die Landwirtschaft notleide, beweise der Umstand, den Bauer noch mehr zu schädigen suche, wie die Sozial- daß von 39 Hess. Großbetrieben nur 8 eine Rente bis zwei demokraten; auch fei es notwendig, alle Zeitungen, welche Prozent haben. Auchs der Einwurf, daß durch zu hohe gegen die Landwirtschaft aufträten, aus dem Bauernhause Agrarzölle der A b ch l u ß d e r H a n d e l s v e r t r : e e r -1 zu verdammen. — Landwirt Gra '> l'ajor v. Pfister treten
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ
____ zcigenteil: Hans Beck.
Oberpräsidenten Goßler an der Spitze, empfangen. Die die Mehrzahl der Landwirte weder Interesse noch Vorteile Weihereoe hielt der Generalsuperintendent Döblin. Der von den Zöllen habe, sei durch viele Tabellen widerlegt. Kaiser begab sich abends im vierspännigen Wagen nach Nur die Handelskreise und die Sozialdemokratie gönnten Langfuhr, um bei den Offizieren der Lciohusaren-Brigade der Landwirtschaft nicht, was ihr gehöre, daher sei Einig- zu speisen. Gleichzeitig fand in der Doppelreitbahn des keit der Bauern beste Stütze. Er erhoffe von dem Wohl^ 1. Leibhusarenregiments ein Fest statt, welches die Stadt wollen der Regierung die beste Hilfe.
Danzig den Mannschaften der Brigade gab. Gutsbesitzer Schätzel-Selzeir verbreitete sich' hieraus
Am Sonntagvormittag empfing der Kaiser an Bord über die sehr ungünstige Lage des Weinbaues und des der „Hohenzollern" den Vertreter des Provinzialverbandes Weinhandels, sowie des Gemüsebaues rc. und über die Be- von Westpreußen in Gegenwart des Oberpräsidenten. Um Ziehungen zu den Handelsverträgen. Er machte Mittell- 10 Uhr vormittags fand an Bord der „Hohenzollern" Gottes- ungen über die kulturelle Lage, die gegenüber anderen Län- dienst statt. Ter Feldgottesdienst wurde abgesagt. ,dern sehr schlecht sei. Man müsse daher staatlichen k m * . . , ■- ■ .----- Schutz und Hilfe in Anspruch nehmen. Der Weinfabri-
FMotS-MsllMMlUUg des hessischen Knuernstandes. kation sei Thür und Thor geöffnet, und die Konkurrenz
S Darmstadt. 15 Sevtember Auslandes sei erdrückend. Auch die setthev zoll-
Äuö dem ganzen Hessenlande sind heute die Bauern ^"^^st, die im Frühjahr lange,
hier zusammengesttömt, um Stellung zu nehmen zu den unsere ernhemiychen Frr^hte reifen, das Land über- von der: Zollgegnern gegen den Zolltarif-Gesetzentwurf
geltend gemachten Einwürfen und Verdächtigungen. Ueber ^,en . hoffentlich der deutlchen Landwirtschaft zum .Segen 2000 Agrarier hatten sich wohl im städtischen Saalbau ein- §breichen.
gefunden. Wir sahen außer dem Reichs- und Landtags- Redakteur Hi rschel kritisiert die im Frühjahr in abaeordneten Haas, der in der Versammlung den Vorsitz Darmstadt stattgehabte Versammlung des Handels-Ver- führte, iw cf) die Abgeordneten Bär, Brauer, v. Brentano, trags- (oder Kommerzienrats-) Vereins und insbesondere Erk, Dr. Heidenreich, Horn, Köhler-Langsdorf, Koch> Korell, ^e Ausführungen des Prof. Staudinger. Von allen Ohl, Graf Oriola, Ripper, Schönberger, Wolff und Weith, Seiten werden dem Bauernstände niederttächtige Verleumden Präsidenten des Landw. Vereins für Oberhessen, Oeko- bungen und Verdächtigungen vorgeworfen;' der „Vvr°ö nvmierat Schien ke, den Vizepräsidenten des Landw. Ver- wärts" leiste hierin das Höchste an Lüge, Verhetzung und eins für Starkenburg, I. Walter, den 2. Vors. d. Hess. Gemeinheit. Ter bedauernswerte Rückgang des D-eutschen Bauern-Vereins, Pfarrer Maurer, den Schriftführer des Landwirtschaftsrates sei ein Sieg für die Sozialdemokratie, Hess. Bauernbundes, Hirschel, den Vertreter des Bundes die sich in hefttgen Agitationen ergehe. Er erinnere hier der Landwirte für Rheinhessen, PH. Ehr. Grosch, den Guts- «n das Wort Bismarcks, der einst gesagt habe, wenn die besitzer Schätzel-Selzen, sowie den Reichstagsabg. Gräfe aus Sozialdemokraten sich am heftigsten wehren, sei er auf dem Brschofswerder. Geheimrat Haas begrüßte die Versammlung richtigen Wege. Man müsse daher den Kampf gegen die rn längerer Ansprache und führte aus, daß ernste Zeiten rote und die goldene Internationale aufnehmen, denn für dre Landwirtschaft hereingebrochen seien, in denen sie jeder Arbeiter sei seines Lohnes wert. Auch die Sozial-, vor der Entscheidung stehe, ob sie auch ferner mit schwerem demokratte wehre sich gegen ausländische Arbeiter. — Eine Druck belastet sein werde oder ob sie bald werde aufatmen neue außerordentliche Getreidekonkurrenz sei in Sicht, die können. Man müsse deshalb Schulter an Schulter, unter das Schlimmste befürchten lasse; Bismarck habe auch gesagt Zurücksetzung aller lleinlichen Gegensätze für das gute Recht „wenn die Landwirtschaft nicht mehr bestehen kann, gebt des Bauernstandes eintreten. In der heutigen Versamm- das Land zu Grunde." Bei schlechten Getreideernten habe lung wolle man die Forderungen feststellen und gegen die «- -*«■« .. •« - - - - •
schreiende Ungerechtigkeit protestieren, mit der die Zoll- gegner die Landwirtschaft behandelten. Tie heute erschienenen zahlreichen lleinen Bauern bewiesen am besten, daß nicht nur der Großgrundbesitzer von den Zöllen Vorteil habe. Ter Regierung rnüsse man die nötigen Maßregeln Vorschlägen, damit sie die für die Landwirtschaft notwendigen Lebens- bed-ingungen erwäge und sich auf ihre Seite stelle. Leider habe die Regierung auf die Einladung zur heutigen Versammlung geantwortet, daß sie bedauere, von derselben keinen Gebrauch machen zu können; diese Antwort sei weder
höflich, noch! geschickt, noch klug, doch werde dies die Ver-, 0„.,0 o VVMf
sammlung nicht abhalten, mit Rücksicht auf frühere Ver- lieber den Freihandel erklären; wenn die Regierung dem
. , wurden diesem dann In Hessen fei ein eigenen


