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Nr. 165
Zweites Blatt.
Mittwoch 17. Juli 1801
151. Jahrgang.
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PMffche Tagesschau.
Aus Duisburg wird vom 14. d. M. gemeldet: Gestern flatterte für ein paar Stunden vormittags eine fette Ente durch die glühend bestrahlten Straßen dieser industriereichen Stadt, gezüchtet in den durch« die tropische Hitze und die Wahlkampfschmerzen offenbar ermatteten Köpfen der Redaktion der Rhein- und Nuhrztg. Die Abschlachtung dieses Monstrums einer redaktionellen Musterleistung erfolgte denn Auch sofort nach dem Erscheinen. Der Fremde wurde an Vielen Schaufenstern überrascht mit folgender Bekanntmach^ ung in großen Lettern: „Die heute von der Rhein- und Ruhrzeitung gebrachte sensationelle Nachricht von der Er- imordung des deutschen Kaisers ist in allen Teilen erfunden!" Wenn doch überall die Enten so schnell «b-geschlachtet würden, wie hier in Duisburg!
Dasselbe Gerücht war auch in Essen verbreitet. Es vnrd behauptet, von Belgien aus sei die Nachricht verbreitet worden, der Kaiser sei auf seiner Nordlandfahrt Von einem Matrosen ermordet worden. Welchen Untergrund diese Gerüchte haben, ob sie auf Geschwätzigkeit beruhen, ob sie vielleicht politische oder finanzielle Motive haben, ist unbekannt.
Von der Parade auf dem großen Sande bei Mainz, die am 14. August stattfinden soll, wurde neuerdings wieder gemeldet, daß der deutsche Kaiser, der Kaiser von Rußland und der Groß her zog von Hessen daran teilnehmen werden. In der letzten Nachricht schreibt der „M. 93.": Daß der deutsche Kaiser am 14. August auf dem großen Sand bei Mainz eine Truppenschau abhalten und hieran, der König von England teil- nehmen wird, Haben wir bereits vor Monaten mitteilen können, denn es wurde offiziell bekannt gegeben. Neuerdings hat nunmehr aber in den Zeitungen das voriges Jahr in Paris so beliebt gewordene Spiel begonnen: „Der 'Zar kommt, der Zar kommt nicht." Unmöglich ist es ja nicht, daß der Zar ebenfalls an der Parade teilnimmt, aber an keiner offiziellen Stelle ist bis jetzt etwas darüber be- -kannt, und so lange dies nicht der Fall ist, beruhen sämtliche hierüber gebrachten Mitteilungen auf reiner Phantasie. — Andererseits wird auf Grund zuverlässiger Informationen mitgeteilt, daß König Eduard erst gegen Ende August nach Deutschland kommen wird, und die Reise-Dis- positioneu des Zaren überhaupt noch nicht endgiltig feststehen. Keinesfalls aber wird Kaiser Nikolaus vor Anfang September zum Besuch seiner hessischen Verwandten auf Schloß Wolfsgarten eintreffen. — Andere Blätter melden, König Eduard werde bereits am 30. Juli in Hornburg eintreffen, und in Ritters Parkhotel Wohnung nehmen. — ferner berichtet „Standard" aus Berlin: Es sei nicht sicher, aber wahrscheinlich, daß die drei Souveräne von ihren leitenden Ministern begleitet werden. König Eduard wird wahrscheinlich seinen Aufenthalt in Deutschland zu einem kurzen Besuch bei Kaiser Franz Josef benutzen, den er seit seiner Thronbesteigung nicht gesehen hat. Auf der Rückreise des Zaren nach Rußland werde eine Zusammenkunft zwischen ihm und Kaiser Franz Josef stattfinden.
Tie ganze Ankündigung wird von Wiener Blättern als ein Ereignis von besonderer politischjer Tragweite, als eminentes Friedenssymptom aufgefaßt. Der Wetterwinkel der internationalen Politik sei dort, wo die Interessen Englands und Rußlands aneinander stoßen. Nun lasse sich aus der Begegnung der.Herrscher Rußlands und Englands bei der Mainzer Truppenschau allerdings nicht folgern, daß England und Rußland aufhören könnten, die großen Antagonisten zu sein, die sie seit einem Jahrhundert sind. Aber es sei allerdings daraus zu schließen, daß die Schärfe des russisch-englischen Gegensatzes im Begriffe ist, von einer Milderung abgelöst zu werden, bei welcher Deutschland nach dem Muster Bismarck's die Rolle des „ehrlichen Maklers" prästiert. Wenn akute Gegensätze zwischen zwei große Reichen bestehen, so ist eine persönliche Begegnung ihrer Herrscher ausgeschlossen, und wenn solche Gegensätze bestanden haben, so ist die Begegnung ein deutliches Zeichen, daß das akute Stadium überwunden ist.
Die unglückselige Affaire Weiland kam am Samstag in Bremen in einer Versammlung der Vorstände sämtlicher hortigen Kriegervereine zur Sprache. Scharf kritisiert wurden die bekannten Aeußerungen des Vorsitzenden des deutschen Kriegerbundes Generals v. Spitz. Die Besprechung der unerquicklichen Angelegenheit fand in einer allseitig unterstützten Resolution Ausdruck, in der es, wie die „Wes. Ztg." mit- teilt, heißt:
„Die Vorstände der sämtlichen Bremer Krtegervereme weisen mit Entrüstung die Auslegung des „sogen. Bremer Attentats" seitens des Herrn General v. Spitz zurück, wie auch die von dem genannten Herrn beliebte Beurteilung der Haltung unserer (gesinnungslosen") Presse zu diesem. Die Vorstände sind im Gegenteil der Presse lebhaften Dank schuldig für ihr Bemühen, der Aufbauschung des von allen Deutschen be- Llagten Vorfalls entgegenzutreten und stehen nicht an zu erklären, daß unsere Presse sich hierdurch mindestens verdienter gemacht hat, wie die des .Herrn v. Spitz im gegenteiligen Sinne. Die bremischen Kriegervereine und die Bremer Bürgerschaft wissen sich mit dem Kaiser eins in dem Gedanken, daß, nachdem das Reichsgericht und die berufensten ärztlichen Autoritäten ihr auf Unzurechnungsfähtakeit lautendes Urteil abgegeben, der Vorfall ein für manchen möglicherweise nicht willkommenes Ende gefunden hat und somit an Bremen kein Makel mehr haftet. Dieser Ansicht sollte sich doch auch Herr v. Spitz anschliehen, wenn er nicht will, daß die Verhetzung der Massen, deren er eine gewisse Presse zeiht, durch sein Auftreten in Kreise getragen wird, die, Vaterlands- und königstreu bis zum letzten Atemzuge, nur den Fehler haben, daß sie sich keine andere Meinung aufzwingen lassen."
Sehr richtig bemerkt dazu die „Nat. Ztg.-:
Eine so scharfe Sprache dürfte in den Kriegervereinen gegen den Verbandsvorsitzenden noch nie geführt worden sein. Hoffentlich ziehen diejenigen, die sich in der politischen Ausbeutung des traurigen Vor
kommnisses trotz aller ärztlichen Gutachten und trotz der Entscheidung des Reichsgerichts nicht genug thun können, aus diesem Protest die nötigen Lehren. _________
Die Blätter brachten dieser Tage in ihrem Handelsteil ein Telegramm, dessen Inhalt auch in den der Politik gewidmeten Spalten ein Wort verdient. Es war aus Frankfurt a. M. datiert und meldete, daß das Bankhaus« M. 2L v. Rothschild in Liquidat ion getreten sei, und daß als Liquidatoren Lord Rothschild in London und Baron Edmund Rothschild fungieren würden. Auf den ersten Blick will es scheinen, als ob über dieses Ereignis, das übrigens schon angekündigt war, sich nichts sagen ließe. Das Frankfurter Haus Rothschild ist im Mannesstamm ausgestorben, und man wird bei uns nicht die Romantik voraussetzen, die sich über das Verschwinden eines, immerhin älteren, deutschen Adelsgeschlechtes nicht zu trösten vermag. Aber das Aufhören des Frankfurter Bankhauses wird ein ungeheures Vermögen ins Ausland gehen lassen — der zuletzt verstorbene Freiherr v. Rothschild zahlte in Preußen die höchste Vermögenssteuer, wenn auch nicht, er war kein Geschäftsmann, Einkommensteuer. Daß dieser Verlust an deutschem Nationalvermögen eintreten wird, dafür bürgt die Eigenart der Frankfurter Familie Rothschild, deren Mitglieder niemals von starken nationalen Beklemmungen heimgesücht waren. Die Familie hat sogar noch bei Lebzeiten des letzten Rothschild, vor etwa sieben Jahren, feinen Anstand genommen, ihren wunderbaren Silberschatz nach Paris wandern zu lassen. Er umfaßte die herrlichsten Kleinodien alter deutscher Edelschmiedekunst, darunter den berühmten Jamnitzey-Pokal, den man für so köstlich hielt, daß man ihn, als er noch int Germanischen Museum in Nürnberg ausgestellt war, allabendlich zur volkommenen Sicherung in den Bärenzwinger des Museums versenkte. Rothschild kaufte das unschätzbare Kunstwerk, das im Privatbesitz gewesen, und alsbald war es mit den anderen Kostbarkeiten in der französischen Hauptstadt. Nun wird die Mehrheit der Millionen teils nachfolgen, teils nach London fließen, vielleicht auch nach 1 Wien. Niemand wird wünschen, daß Handhaben geschaffen würden, derartiges hintanzuhalten. Aber bedauern darf man den Entgang um so mehr, als die Frankfurter Familie eben nur im Mannesstamme ausgestorben ist. So viel steht fest: In Paris und London würde man gegebenenfalles triftige Ursache zu haben glauben, zu vermeiden, was jetzt in Frankfurt begonnen wird.
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Ein gestriges Telegramm meldete, die Regierung des Freistaates sei gefangen genommen worden. Das ist wieder einmal, wenn überhaupt etwas an der ganzen Sache wahr ist, eine der bekannten großen englischen Uebertreibungen. Solange Stejin und Dewet nicht gefangen sind — und daran ist nicht zu denken —, kann von einer Gefangennahme der Regierung des Freistaates keine Rede sein.
Aus Graafreinet meldet ein Telegramm vom 14. d. M.: Der Angriff von vier Kolonnen auf das Lager der Buren war schon seit 14 Tagen geplant, Die Kolonnen machten Scheinbewegungen nach verschiedenen Richtungen bis zum entscheidenden Augenblick, wo Oberst Scobell, der den Angriff leitete, berittene Kaptruppen entsandte und ihnen den Befehl erteilte, die feindliche Stellung von Osten her anzugreifen, während er selbst mit Lanzenreitern und Aeomanry die Stellung im Westen umzingelte. Scheepers entkam auf Eilmärschen mit dem Haupttruppenkörper; Scobell erbeutete das Lager der Buren mit 56 Pferden, 25 Gewehren, Munition und Vorräten und nahm 25 Mann gefangen; die Engländer hatten keine Verluste. Wie sich herausstellte, sind fast alle Gefangenen Kaprebellen. Scheepers Adjutant Lilienberg und Leutnant Lay befinden sich unter den Gefangenen. Für eine seit 14 Tagen geplante umfassende Operation, die sogar zur Umzingelung des Burenlagers führt, ist der Erfolg sehr mäßig. Die „Eilmärsche" Scheepers deuten auch an, daß die Einschließung nicht gelungen ist.
General Kitchener telegraphiert aus Pretoria: Seit dem 8. d. Mts. sind von den verschiedenen englischen Truppenabteilungen 32 Buren getötet, 34 verwundet und 307 gefangen genommen worden; 140 Buren haben sich ergeben. Erbeutet wurden 218 Gewehre, 15 870 Patronen, 445 Wagen, 4825 Pferde und viel Vieh.
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Telegramme des Gießener Anzeigers.
Loudon, 16. Juli. Nach einer Depesche der „Daily News" aus Bloemfontein vom 15. ds. Mts. ist eine Abteilung der südafrikanischen Polizeitruppe am 10. d. Mts. südlich von Bloemfontein vom Feinde beinahe umzingelt worden. Es fand ein heftiger Kampf statt, wobei beide Parteien mehrfache Verluste erlitten. Nur durch geschickte Bewegungen gelang es den Engländern, sich aus der schwierigen Stellung frei zu machen.
Kapstadt, 16. Juli. Sir Gordon Sprigg, der Premierminister, hielt gestern hier eine Rede über die politische Lage, und wies darauf hin, daß die südafrikanische Föderation durch eine allmähliche Entwickelung erreicht werden müsse. Um diese zu beschleunigen, beabsichtige die verantwortliche Regierung, ein umfangreiches System der Einwanderung loyaler Staatsangehöriger aus England und dem übrigen britischen Reiche nach Transvaal und dem Oranjestaat zu fördern. Die gegenwärtige Lage in der Kapkolonie ist günstiger denn je seit Beginn des Krieges. Zwischen Kitchener und dem Kapmivisterium sind Verhandlungen im Gange,
welche, wie man hoffe, dazu führen würden, die Beendigung des Krieges zu beschleunigen. Die Finanzlage der Kolonie sei befriedigend. Die Einnahmen gingen über den Budget- Voranschlag hinaus. Es fei beabsichtigt, gegen Ende des laufenden Jahres eine Zollkonferenz für ganz Südafrika ein- zuberufen, um die Aufstellung eines einheitlichen Tarifs für Südafrika zu erstreben.
Deutsches Keich.
Berlin, 15. Juli. Aus Bergen wird gemeldet: Ter Kaiser nahm heute vormittag, da auf der „Hohenzollcm" Kohlen genommen wurden, auf der „Niobe" Vorträge entgegen und begab sich mit einem Teil der Umgebung um 12 einhalb Uhr zum Frühstück nach der Villa des Konsuls Mohr. Rückkehr 4 einhalb Uhr.
— Die „Germ." veröffentlicht die Einladung zur 48. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands in Osnabrück. In dem Schriftstücke, das von dem. Osnabrücker Ortsausschüsse unterzeichnet worden ist, heißt es: — In den Tagen vom 25. bis 29. August d. I. hat Osnabrück, die älteste Bischofsstadt des Sachisenlandes, die Ehre, die Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in ihren Mauern beherbergen zu dürfen. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist verflossen, seitdem diese großartige Kundgebung katholischen Geistes und Wirkens im goldenen Mainz ins Leben trat . . . Wir sind uns dabei wohl bewußt, daß wir vor einer schweren, unsere Kraft fast übersteigenden Aufgabe stehen. Wir vertrauen aber dem echt katholischen Sinn der Einwohner unserer Diärese und der Nordischen Missionen. Wir hoffen auf den gut katholischen Geist unserer Landbevölkerung, welche ohne Zweifel in Scharen herbeieilen wird. Wir erwarten von den uns stammverwandten Söhnen der roten Erde, daß sie uns in altwestfälischer Treue durch ihr zahlreiches Erscheinen zu Hilfe kommen werden. Wir setzen endlich unsere Zuversicht auf das ganze katholische Deutschland, welches uns in diesen Tagen viele seiner besten Söhne senden wird. Sodann erinnert der Aufruf an die geschichtliche Bedeutung Osnabrücks: Zählt doch die alte Sachsenstadt der Jahre schon über elfhundert, und darf sie ihren Ursprung auf den großen Kaiser Karl zurückführen. Schwere Stürme, die im Laufe der Zeiten über unser Gemeinwesen hereinbrachen, sind siegreich überwunden, und hat Osnabrück namentlid)« in den letzten drei Jahrzehnten einen glänzenden Aufschwung genommen. Große Männer, deren Namen zu den ersten in Deutschland zählen, lebten und wirken am Strande der Hase. Vor allem aber dürfen wir jenes bedeutenden Mannes nicht vergessen, dessen Wiege in der Nähe Osnabrücks stand, und der seine Werdejahre in unserer Stadt verbrachte: Ludwig Windthorft. An dem Feste des hl. Ludwig beginnt die Generalversammlung. Möge dieser Umstand für den Verlauf des Ganzen von guter Vorbedeutung sein! Osnabrück ist durch den denkwürdigsten aller Friedensschlüsse als Stadt des Friedens vor der ganzen Welt gekennzeichnet. Tie Einladung versichert, daß im Geiste des Friedens die Versammlung in Osnabrück tagen werde.
— Von einschneidender Wirkung dürfte eine Verordnung werden, die als sicher bevorstehend soeben in Anwalts- kreisen eifrig besprochen wird. Es handelt sich« darum, daß den Notaren fortan ein höheres Einkommen als 100 000 Mark nicht zugebilligt werden soll. Vielmehr sollen sie verpflichtet sein, die gesamte Einnahme über 100 000 Mark an den Staat abzuliefern und erhalten hiervon nur eine Tantieme. Das Recht zu einer so gewaltsamen Maßregel wird daraus hergeleitet, daß das Notariat ein vom Staat verliehenes Amt ist, dessen Einkünfte, wenn sie eine gewisse Höchstgrenze überschreiten, auch „staatsangehörig" sind. (Oder sollte das Ganze nur die Hundstagsblüte eines finbigen Kopfes sein? D. Red.)
Bremerhaven, 15. Juli. Heute vormittag gingen mit dem Lloyddampfer „Wittekind" 600 Mann als Ablösung für das 1. Ostasiatische Regiment, sowie kleine Abteilungen Artillerie und Pioniere ab.
Homburg, 15. Juli. Heute fand im hiesigen Schlosse die Taufe der Zwillings söhne des hessischen Prinzen Paares statt. Dieselbe ging wegen Krankheit der Kaiserin Friedrich im engsten Familienkreise vor such. Die Taufe wurde vom Pfarrer Eck aus Offenbach vollzogen. Anwesend waren nur die Landgräfin von Hessen und das griechische Kronprinzenpaar. Die jungen ?ßrtn$en erhielten die Namen Richard Wilhelm Leopold und Ohrfftof Lrnft August. — Der Kaiser wird kurz nach seiner Heimkehr von der Nordlandreise, die am 10. August beendet sein dürfte, hier erwartet.
Ausland.
Salzburg, 15. Juli. Vor der Feier der Enthüllung des Standbildes der Kaiserin Elisabeth fanden im Resideuzschloß Empfänge durch den Kaffer statt. Als der Kaiser Franz Josef mit dem Prinzen Leopold von Bauern auf dem Festplatz eintraf, richtete der Erzherzog; Ludwig Viktor eine Ansprache an den Kaiser, in der er des ersten Besuches der Kaiserin in Salzburg auf der Verlobungsfahrt und ihres letzten Aufenthaltes daselbst gedachte. Der Kaiser erwiderte, und gab seinem Tanke solvie der Ueberzeugung Ausdruck, daß das hehre Andenken der Verewigten in aller Zukunft fortleben werde, ebenso wie die Liebe, welche ihn, den Kaiser mit seinen treuen Völkern verbinde.
Belgrad, 15. Juli. Die „Male Novrne" meldet aus Sofia von einem Attentat gegen den Fürsten Ferdinand in Varna. Als er zum Empfange des Großsttrsten Alexander Michailowitsch zum Hafen gefahren, sei dicht vor


