Ausgabe 
16.10.1901 Zweites Blatt
 
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der Kaiser den zweiten. Dann trat Prinz Albrecht mit seinen drei Söhnen gleichzeitig zu demselben Zwecke vor, nach ihm Graf Hohenau. Es folgten die Deputationen der Regimenter und Vereine. Der Kaiser besichtigte das Stand­bild eingehend, plauderte längere Zeit mit den Fürstlich­keiten, den Mitgliedern des Komites und vielen alten Offizieren, und Üeß> dann die beiden Ehrenwachen vorbei­marschieren, worauf sich, der Monarch zu einem Frühstück beim Offizier ko rps des Elisabeth-Regiments begab.

Der Reichskanzler empfing gestern in längerer 'Unterredung den österreichischr-ungarischen Botschafter in Paris, Graf v. Wolkenstein, der darauf einer Ein­ladung des Grafen Bülow zum Frühstück folgte.

Man nimmt an, daß, Graf Hatzseldt mit Rück­sicht auf sein körperliches Leiden binnen kurzem von dem Bvtschafterposten in London zurücktreten werde.

Wie aus Neckarsulm gemeldet wird, ist die Abreise des Generalfeldmarschalls Grafen W a l d e r s e e aus Lauten­bach, die für heute mittag geplant war, eingetretener Hin­dernisse wegen auf 24 Stunden verschoben worden. Wie man aus Hannover meldet, glaubt man in dortigen unter­richteten Kreisen, daß der Marschall kaum vor Ende dieser Woche in Hannover eintreffen wird. Die Heilung des Beinleidens soll in der letzten Woche gute Fortschritte gemacht haben.

Die Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denk­mals vor dem Schlosse Friedrichs ho f bei Cronberg ist aus nächstes Frühjahr verschoben worden.

Kontreadmiral z. D>. Aschenborn ist unter Ver­leihung des Charakters als Vizeadmiral von seiner Stell­ung als Marinekommisfar für den Kaiser Wilhelm-Kanal enthoben worden.

Dem Regierungspräsidenten a. D. v- Pilgrim in Minden ist der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen worden. (Herr von Pilgrim feierte dieser Tage seinen 80. Geburtstag. Er ist ein Ehrenmitglied des Korps Borussia in Bonn, in dem bekanntlich z. Z. der Kronprinz aktiv ist- D. Red. d. GieA Anz.")

Der Vortragende Rat im preußischen Finanz- Ministerium, Geh. Oberfinanzrat Rod atz, und der Geh. Legationsrat Dir. Johannes im Auswärtigen Amt, sind zu stellvertretenden Bevollmächtigten des Bundesrats wäh- ttind der Beratungen des deutschen Zolltarifs im Bundesrat und Reichstage ernannt worden.

Aus Anlaß des 50 jährigen Jubiläums des Justiz- tatä' Albert Träger erschien heute vormittag in der Wohnung des Jubilars der Landgerichtspräsident Geh. Oberjustizrat Braun und überreichte namens des Justiz­ministers den roten Adlerorden 4. Klasse mit der Zahl 50. .Sodann erschienen Abgesandte der Anwaltskammcr, um eine in sehr ehrenden Worten gehaltene Adresse zu über­reichen. Zahlreich^ Blumenspenden und Telegramme aus allen Teilen Deutschlands wurden im Laufe des Tages in der Wohnung des Jubilars abgegeben.

Anstand.

Christiania, 14. Okt. Das Storthing nahm ein sofort in Kraft tretendes Gesetz an, betreffend die Zollerhöhung auf Rohtabak von 175 auf 225, Rauchtabak von 21ö auf 270, Zigarren von 500 auf 600 Oere, alles pro Kilogramm.

London, 14. Okt. Aus Sim la wird berichtet: Um Kabul ist jetzt eine große afghanische Armee konzen­triert, um Ruhe und Ordnung sicherzustellen. Der neue Emir stellte für jeden Europäer eine Spezialwache an, die mit ihrem Leben für die Sicherheit ihres Schützlings bürgt. Die indische Regierung hat ihre sonst um diese Zeit übliche Uebersiedelung von Simla nach Kalkutta verschoben und der Vizekönig vertagte seine Erholungsreise.

Brüffel, 14. Okt. Die Regierung des Kongostaates erhielt die amtliche Meldung, worin die Nachricht über den Zusammenstoß des Majors Malfeyt mit den ausständischen Batateles am Kisatosee bestätigt wird. Die Batateles wurden geschlagen und flohen in der Richtung nach dem Lomani- fluß, wohin sie die Truppen des Kongostaates verfolgten. Die Stärke der Aufständischen ist übertrieben. Dieselben verfügen höchstens über 150 Gewehre und sind wenig dis­zipliniert.

Madrid, 14. Okt. Gestern fand in Gijon eine Jubi­läumsprozession statt, an der zahlreiche, mit Knütteln bewaffnete Car list en Anteil nahmen. Sie wurden von einem Volkshaufen angegriffen und es entstand eine heftige Schlägerei. Steine, Knüttel, Dolche und Revolver dienten als Waffen. Viele wnrden verwundet. Die Gendarmerie zersprengte schließlich die Streitenden.

Rom, 14. Okt. Wie es heißt, beläuft sich das Defizit im nächstjährigen Budget des Vatikans auf 11000 0 0 Lire. Der Ausschuß erklärt, dieses Desizit werde durch außerordent- liche Einkünfte gedeckt werden, ohne jedoch anzugeben, um welche Einkünfte es sich hierbei handle.

Wien, 14. Okt. Dem heutigen Hofdiner anläßlich der Verlobung der Erzherzogin Elisabeth Marie wohnten auch Graf und Gräfin Lonyay bei. Der Kaiser hatte vorher der Gräfin Lonyay einen längeren Besuch ab» gestattet. (Die Gerüchte von der bevorstehenden Scheidung der ehemaligen Erzherzogin Stefanie und Witwe des Kron­prinzen Rudolf werden dadurch widerlegt, ebenso die von dem, gespannten Verhältnisse zwischen dem Kaiser und der Gräfin Lonyay. D. Red.)

Den Blättern zufolge erklärte der Ministerpräsident von Körber dem Handelskammerpräsidenten Mauthner, der möglichst bald Bestellungen auf Grund der großen Jnvestitions- kredite erbat, damit der mißlichen Lage der Industrie abgeholfen werde: der Regierung seien die in den einzelnen 'Industriezweigen herrschenden ungünstigen Verhältnisse wohl bekannt; soweit es an ihr liege, sei sie zu dem möglichsten Entgegenkommen für die Industrie bereit. Es sei in Aus­sicht^ genommen, im Rahmen der bewilligten Kredite und nach Maßgabe der zur Zeit zur Verfügung stehenden Mittel, sowie entsprechend dem Stadium der Vorarbeiten für die großen Neuanlagcn Bestellungen an die Industrie zu vergeben.

Belgrad, 14. Okt. Mit der kurz vor der geplanten Reise !>es Königspaares erfolgten Pulver- und Dynamit- Explosion in Krusevac scheint es eine eigene Bewandtnis zu haben. Gestern wurde der Eigentümer des Ladens, in dem die Explosion stattfand, verhaftet und unter straf­rechtliche Untersuchung gestellt, die vom Minister des Innern, der sich in Krusevac befindet, beaufsichtigt und geheim ge­führt wird. Merkwürdiger Weise blieb dieser Eigentümer

unversehrt, trotzdem er sich die ersten Tage nach der Explosion totkrank stellte. Er hatte auch Zeit gefunden, sein ganzes Baargeld aus dem Laden rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Tunis, 14. Okt. Infolge Meinungsverschiedenheiten über eine Grundverteilung kam es zwischen zwei feindlichen Araber­stämmen zu einem blutigen Zusammenstoß, wobei 5 Araber getötet und 10 schwer verwundet wurden.

Rewyork, 14. Okt. Johann Most ist wegen des auf­rührerischen Artikels, den er am Tage nach der Ermordung Mac Kinleys in seinem BlatteDie Freiheit" veröffentlicht hatte, zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden.

Born Burenkriege.

Nachrichten von einer neuen schweren Schlappe der Engländer liegen heute vor: Aus Lissabon wird tele­graphiert: Die britischen Truppen wurden zwischen Bo- zano Garcia und Komatiport überrascht. Es fand ein schwerer Kampf statt. Die Verluste sind unbekannt; es heißt, die der Engländer seien schwer gewesen. Meh­rere britische Soldaten entfiohen während des Kampfes über die portugiesische Grenze. Zwei wurden von den portugiesi­schen Behörden gefangen genommen und nach Lorenzo Mar- quez gebracht. Die Portugiesen verstärken alle ihre Grenz­posten.

Kläglich ist die Engländerfurcht der portugiesischen Re­gierung. Aus Lissabon wird gemeldet, die dortigen Behörden hätten aus Besorgnis, es möchten bei den Stierkämpfen, die zum Besten der ausgewanderten Buren veranstaltet werden sollten, antienglische Kundgebungen stattsinden, die Kämpfe verboten. Diese Motivierung des Verbotes der gewiß ver­abscheuenswerten und zu verhindernden rohen Stiertämpfe ist ein Geständnis jämmerlicher Schwäche.

Nach einer Meldung derCentral News" aus Kapstadt haben dieSouth Aftican News" ihr Erscheinen eingestellt. Der Verlag erklärt, daß es unter den gegenwärtigen Be­schränkungen unmöglich sei, das Blatt weiter erscheinen zu lassen. So etwas nennt man in England Preßfreiheit!

Aus Stadt uud Saud.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemeffen honoriert.

Gießen, den 15. Oktober.

Rekruteneinstelluug. In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober und im Laufe des Vormittags des 16. werden in Mainz in den Rheinthorbaracken diejenigen diesjährigen Rekruten gesammelt, die aus dem Bereich des 18. Armee­korps stammen und anderen Armee-Korps, besonders denen in den Reichslanden, zugeteilt sind. Es werden ca. 2000 Mann in Mainz vereinigt und im Laufe des Nachmittags des 16. Oktober in ihre Garnisonorte befördert werden. Die Einstellung der Rekruten für unser Regiment erfolgt am Donnerstag, dem 17. Oktober.

* * Die Statistik der deutschen Turnerschaft vom 1. Januar stellt sich folgendermaßen: In 5722 Orten bestanden 6753 Turnvereine mit 670 484 Mitgliedern, die der deutschen Turnerschaft angehören. Davon waren 320 727 aktive Turner und 98 792 Zöglinge. Geturnt wurde an 615968 Abenden mit insgesamt 13 888 253 Teilnehmern. Zur Vereinskasse steuern 564 438 Mitglieder. Die Zahl der Vorturner ist schon eine ganz ansehnliche, nämlich 33 615. Die Zahl der turnenden Frauen beträgt 26 983.

* * Durch bas Ministerium ist der Stadt Darmstadt eine sogen. Schloßfreiheit-Lotterie mit 25000 Losen zu je 30 Mark, spielbar in zwei Klassen, am 21. Februar und vom 21. bis 26. Viärz 1902 genehmigt worden. Zur Frei­legung der südöstlichen Ecke des Schlosses war bekanntlich seinerzeit van dem Finanzministcr Kückfler der Stadt ein Zusschuß von 150000 Mark zugesagt worden; der jetzige Finanzminister Gnauth hegt aber anscheinend Bedenken, bei der jetzigen Finanzlage Hessens eine so hohe Summe zu diesem Zwecke aufzuwenden, hilft sich' lieber mit dem er­wähnten Ausweg. Es sind 5000 Gewinne und zwei Prämien von 60000 und 150 000 Mk. vorgesehen. Es werden ganze, kalbe. Fünftel- und Zehntellose ausgegeben, die ganze Lotterie wird von der Großh. Hessischen Lotterie^Direktion in Darmstadt ausgeführt. Die Zahlung der Gewinne erfolgt ohne jeden Abzug.

* * Fleis ch ertäg. Am Sonntag, den 3. November, findet in Mainz ein außer ordentlicher Bezirks­tag des Fleischerverbandes beider Hessen und Nassau statt. Es soll zum Zolltarifentwurf Stellung ge­nommen werden. Außerdem steht ein dringlicher Punkt auf der Tagesordnung, der sich mit den durch Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches hervorgerufenen Schädig­ungen der Metzaer befaßt. Vornehmlich verlangen diese die Ausdehnung der Währschaft auch, auf die Finne, welche bei Rindern nicht in die Hauptmängelliste ausgenommen ist.

ch. Bleichenbach, 14. Okt. Bei der am 11. Okt. statt­gehabten Bürgermeisterwahl wurde Heinrich Adam Hau- mann (nicht Naumann, wie es infolge eines Druckfehlers in unserer Nr. 241 heißt), gewählt. Der 34 Jahre in unserer Gemeinde segensreich thättg gewesene Bürgermeister Birkel (nicht Bickel) verdient, daß unsere Bürger seiner Treue, mit der er nach Kräften während dieser Zeit fein Amt verwaltet, ehrend gedenken, und wir werden auch diesem greifen Mann bis an fein Lebensende in der gedachten Weife zu begegnen suchen. Bürgermeister Birkel fühlte sich veranlaßt, wegen feines hohen Alters von einer nochmaligen Kandidatur Ab­stand zu nehmen. Als Nachfolger waren Heinrich Karl Birkel, Sohn des Bürgermeisters Birkel und Heinrich Adam Haumann, Sohn des Kaffenrechners Heinrich Haumann I, aufgestellt. Der Verlauf der Wahl war dem Frieden in un­serem Ort durchaus entsprechend, durchaus ruhig. Möge die Amtsthätigkeit unseres neuen Oberhauptes reiche Früchte tragen.

w. Altenstadt, 14. Okt. Bei der heutigen Bürger­meisterstichwahl siegte Landwirt Kröll nach heißem Wahlkampf unter sehr lebhafter Beteiligung der Wahl­berechtigten, die fast sämtlich an die Wahlurne traten, mit knapper Mehrheit über den seitherigen Bürgermeister Wagner, der schon 18 Jahre das Bürgermeisteramt bekleidete.

r. Schotten, 14. Okt. Am Freitag, 11. Okt., eröffnete Geh. Regierungsrat Schönfeld mit einer, die hohe Be­deutung des Obstbaues hervorhebenden Rede mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog die erste hiesige Obstausstellung. Sodann ergriff Kreisamtmann Bohn zu einer Ansprache das Wort, in der er die Erschienenen willkommen hich und den

Zweck der Obstausstellungen auseinander setzte. Danach unter­nahmen die Herren einen Rundgang durch die Ausstellung. Während der Mittagstafel, an der etwa 40 Festgenosien teil­nahmen, brachte den ersten Toast Geh. Regierungsrat Schön- feld auf den Kaiser und den Großherzog aus; ihm folgte der Vizepräsident des oberhessischen Obstbauvereins Graf Oriola, der des kürzlich aus dem Leben geschiedenen Be­gründers und Präsidenten des oberh. Obstbau-Vereins, Geh. Regierungsrats Dr. Braden gedachte. Sein Hoch galt dem Gedeihen des Obstbanes in den Kreisen Schotten und Bue dingen. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Schotten, Kreis­amtmann Bohn toastete auf die Preisrichter. Direktor Dr. v. Peter lobte die Thättgkeit der Ortsgruppe und ihres Vorsitzenden, sowie des Lokal-Komitees in Schotten und schloß mit einem Hoch auf diese. Obstbautechniker Metz gedachte der Gründung des oberhessischen Obstbauvereins in Butzbach vor nunmehr 14 Jahren und der Thättgkeit, die feit dieser Zeit schon Graf Oriola, der Vizepräsident, dem Verein ge­widmet hat. Sein Hoch galt dem Grafen Oriola. Forst­meister Müller- Büdingen gedachte in seinem Trink­spruch der Stadt Schotten und der Züchter des Obstes. Gelegentlich der Obstausstellung erhielten für ausgestellte schöne Früchte Anerkennungs-Diplome: Uhl, Wilhelm, Ver- einsbaumwart in Unter-Schmitten; Peppel, Johannes, Kreis- baumwart in Nieder-Seemen; Roth, Heinrich, Ulfa; Bast, Heinrich II., Unter-Seibertenrod; Fischer, Karl, Hof Zwie­falten; Fritzges, Johannes V., Betzenrod; Klein, Heinrich III., Eschenrod; Schreiner, Jakob, Baumwart, Eschenrod; Cella- rius, Theodor, Beigeordneter, Schotten; Schmidt, H. W., Bobenhausen II; Oswald, Heinrich, Laubach; Straub, Georg III., Schotten; Arcularius, Georg, Schotten; Grandhomme, H. Wwe., Schotten; Schlörb, Konrad II., Schotten; Kalten- häufer, C., Schotten; Keutzer, Bezirkskassier, Schotten; Schlörb, Konrad VIII., Schotten; Meiski, K. F. Schotten; Süßel, Louis, Schotten; Schlörb, Konrad V., Schotten; Ortsgruppe Rainrod; Schudt, Georg, Grund-Schwalheim; Ullenberger, Ad., Ortenberg; Weitzel Ludwig, Büdingen; Nies, Reinhard, Lißbcrg; Karpf, Otto, Vereinsbaumwart, Einartshausen; Kißner Georg I., Schotten; Bast, Heinrich II., Unter-Seiber­tenrod ; Eberling, Ernst, Büdingen; Weber, Großh. Oberförster, Konradsdorf; Ortsgruppe Wetterfeld; Spamer, Georg XiL, Schotten; Schütz, Friedrich II., Schotten; Rahn, Karl II., Altenhain; Burk, Georg, Laubach; Glock, Heinrich, Stadttcchner, Schotten; Döll, Bürgermeister, Ulfa; Vonalt, Karoline, Gedern; Ortsgruppe Gonterskirchen; Zimmer, Johs.Ludw.,Ulfa; Wester­weller, Otto II., Wallernhausen; Gräf, Ludw., Baum- und Straßenwärter, Einartshausen; Noll, Christian II., Unter-Lais; Cloos, H. W., Nidda; Fischer, Heinrich, Selters; Ortsgruppe Unter-Seibertenrod; Jochim, Bürgermeister, Einartshausen; Göbel, Georg IV., Laubach; Hansel, Vereinsbaumwart, Glas­hütten; Pfeiffer, W. I., Vereinsbaumwart, Ortenberg; Orts­gruppe Ober-Schmitten; Ortsgruppe Bobenhausen II.; Oechler, L., Schotten; Ortsgruppe Eichelsachsen; Schmidt, Heinrich I., Schotten; Ortsgruppe Eschenrod; Hofmann, Gg. Konrad II., Schotten; Ortsgruppe Glauberg; Kreissttaßcnverwaltung Schotten; Kreisverband Büdingen; Jakob, Ludwig, Ulfa; Feick, Karl, Vereinsbaumwart, Rainrod; Wagner, Karl, Schotten; ferner für: schöne Formbäume und Hochstämme: Zinßer, Baumschulenbesitzer in Uelzen, Prov. Hannover; für schöne Obsthochstämme: Wolz, Baumschulenbesitzer in Esten­feld b. Würzburg; für Obst- und Gemüsekonserven: Frau Th. Cellarius in Schotten; für Geräte zur Obstbaumpflege: Theodor Hofmann, Messerschmied in Schotten; für Obst- und Gemüsekonserven: Frau Metternich in Büdingen; für Geräte zur Obstbaumpflege: Baumeister, Kaufmann in Friedberg; für Aepfelwein: Bast, Gastwirt in Wallernhausen; für Beeren­weine und Konserven: Jakob, Lehrer in Wetterfeld. Die Anerkennungs-Diplome können von einem später zu be­stimmenden Termin an auf dem Großh. Kreisamt Schotten resp. Büdingen abgeholt werden.

Mainz, 14. Okt. Bei der demnächst stattfindenden Stadt­verordneten - Ergänzungswahl sind 16 neue Mit­glieder zu wählen. Aus dem Kollegium scheiden aus: 4 Mit­glieder der demokratischen Partei, 5 Deutschfteisinnige, 2 Na­tionalliberale, 2 Mitglieder des Centrums und 3 Sozial­demokraten.

b. Mainz, 13. Okt. Das sehr umfangreiche, unterhalb der Einfahrt in den hiesigen Zollhafen befindliche Kohlen» lager der Kohlengroßhandlung Adolf Th omae ist am ver­flossenen Donnerstag infolge von Selbstentzündung in Brand geraten. Alle bis jetzt angewcndeten Mittel, dem Brand Ein­halt zu thun, sind erfolglos geblieben, sodaß man sich jetzt! entschlossen hat, das gesamte Lager abzutragen.

Mainz, 14. Okt. In her in der vergangenen Woche stattgehabten Sitzung des Mittelrheinischen Fabri­kantenvereins hielt Rechtsanwalt Dr. Fuld-Mainz^ einen Vortrag über die deutsche Aktie n ges etz ge b un g. Ter Redner führte aus, daß die bekannten Uebelstände, welche bei den zahlreichen Zusammenbrüchen von finan- ziellen und industriellen Aktiengesellschaften in der letzten Zeit hervorgetreten find, nicht auf die Gesetzgebung, son­dern daraus zurückzufuhren sind, daß der Aussichtsrat viel­fach nid;it auf der Höhe seiner Aufgabe stehe. Dies komme aber tmher, daß bei der Wahl der Aufsichtsräte das Vettern- und Sippenwesen einen großen Einfluß ausübe. Tie Vereinigung vieler Aufsichtsratsstellen in denselben Per­sonen sei außerordentlich nachteilig, nicht minder aber Die Wahl von Personen in hervorragender Stellung, die aber keine Fach- und Geschäftsleute seien, und daher nur als Dekorationsstück dienten. Redner bezeichnete weiter als einen Ucbelstand, daß die Großbanken auf die Zusammen­setzung der Aufsichtsräte vielfach! einen maßgebenden Ein­fluß ausübten und erwähnte, daß eine Großbank in an­nähernd einhundert Aufsichtsräten vertreten sein sollte. All diesen Mißständen könne aber ohne Inanspruchnahme der Gesetzgebung lvirksam begegnet werden, sofern nur die Aktionäre Jnteressenlosigkeit und Unthätigkeiten aufgaben. Gegen die Vorschläge, den Aufsichtsrat durch Stacttskom- missare zu ersetzen, oder für die Errichtung von Aktien­gesellschaften wieder die Genehmigungspflicht einzuführen, wandte sich der Redner in scharfen Worten. Nicht Staats­hilfe sei notwendig, sondern Selbsthilfe; die Aktionäre müßten selbst nach dem Rechten sehen, und ftch nicht auf die Staatsregierung verlassen. Das deutsche Aktienrecht stehe durchaus auf der Höhe der Zeit, und ein Bedürfnis zu seiner Abänderung sei nicht anzuerkennen. Hiernach begaben sich die Mitglieder, sowie ein großer Teil der zufällig im Kasinohof ,^um Gutenbera" anwesenden Mite