Ausgabe 
16.10.1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 243 Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Mittwoch 16. Oktober 1 SOI

Erscheint täglich mit Ausnahme des

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

zeigenteil: Hans Beck.

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der

Minister v. Thielen.

14.

das seinen diesen Ge- Baden,, und

danken wird man sich gewöhnen müssen in vor allem danach, handeln.

bündler", dieDeutsche Tagesztg.", warf dem Minister vor, er züchte die Reichsverdrossenheit, indem er die wirt­schaftliche Ueberniacht der preußischen Staatsbahnverwalt- uug gegenüber den Eisenbahnen anderer Staaten, wie

Die deutschen Panzerkreuzer.

Aus Marinekreisen wird uns geschrieben:

Die Ablösung des Flaggschiffs der ostasiatischen Station, PanzerkreuzersFürst Bismarck", der demnächst in

waltung von den Pfalzbahnen nicht viel Freundschaft zu erwarten hat, weiß man seit langem, und wenn diese Ver­waltung Differentialtarife für einzelne Großunternehmen schafft durch, geheime Rückvergütungen, dann wird sie auch einem Verkehrsträger, wie die prcußischchessische Betriebs- gemcinschaft es ist, vielleicht Konzessionen machen; in solchen Fragen entscheidet, weil jeder Staat Steuerzahlern schuldig ist, der Vorteil. An

Bekanntmachung.

Die am 26. Juni l. Js. angeordnete Sperre des unter­halb des Felsenkellers von der Bahnhofstraße nach der Wieseck führenden Weges wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 14. Oktober 1901.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.r Roth.

Bekanntmachung.

Betr.: Erbauung der Nebenbahn LollarLondorf; hier: Erweiterung des Bahnhofs Lollar (Enteignung).

Im Anschluß an meine Bekanntmachung vom 3. d. M. (Kreisblatt Nr. 3 vom 6. d. Mts.) wird hiermit weiter zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß außer den dort genannten Iparzellen noch die jetzige Flur III Nr. 166 -1/10 der Ge­markung Lollar, den Eheleuten Heinrich Moos V. daselbst zugeschrieben, in Ansprrtch genommen wird.

Die erste von den beiden in der genannten Bekannt­machung bezeichneten, dem Louis Seipp zu Lollar zuge- schriebenen Parzellen in Flur I trägt die Nr. 15 1/100 (nicht 151 1/100). Die den Eheleuten Heinrich Moos zugeschriebcne Nr. 167 7/10 liegt in Flur III (nicht II).

Gießen, den 14. Oktober 1901.

Der Vorsitzende der Lokallommission. Dr. Heinrichs.

Entgegenkommen.

Ueber die Virchow-Feier wird heute noch gemeldet:

Berlin, 14. Okt. Zu Ehren des Professors Virchow fand heute beim Reichskanzler ein größeres Diner statt. Außer Virchow und Buccelli nahmen die Minister Posa-- dowsky, Studt und Möller, Generalarzt Leuthold, Universi­täts-Rektor Harnack, Oberbürgermeister Kirschner, Rayt- schewsky - Petersburg, die Professoren Doldt-Wien und Terlik-Budapcst teil. Während des Mahles sprach,en Reichskanzler, Virchow und Baccelli.

Sachsen, Braunschweig, Weimar, ausnütze. Man werde, so hieß es, dies und anderes in den Parlamenten zur Sprache bringen, vorausgesetzt, daß Herr v. Thielen dann noch in der Lage sei, sein Ressort zu vertreten. Was das letztere betrifft, so wird auf Grund zuverlässiger Informationen festgestellt, daß sich Herr v. Thielen zur Zeit nicht mit Rücktrittsgedanken trägt. Auch ist nichts bekannt geworden, was auf das Vorhandensein von Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Ministerpräsidenten Grafen Bülow schließen lassen und so dem Ehef der preußischen Eisen- bahnverwaltung die Einreichung des Abschiedsgesuches nahe legen könnte. 'Daß eine von Herrn v. Thielen beim Kaiser kürzlich nachgesuchte Audienz, derVoss. Ztg." zufolge, nicht bewilligt wurde, ist noch kein Beweis für eine Erschütterung der Stellung des Ministers, sondern eher auf die Reisedis­positionen des Kaisers zurückzuführen. Uebrigens wäre Herr v. Thielen nicht der erste Minister, dem bezüglich der Audienz ein ablehnender Bescheid zu teil geworden ist. Hier sprechen vielfach äußere Umstände mit, die in persön­lichem Sinne nicht gedeutet werden dürfen. Und was die von den Agrariern so heftig bekämpfte, vom preußischen Eisenbahnminister nicht minder lebhaft befürwortete Kanal­vorlage betrifft, so steht diese bekanntlich für die nächste Parlamentstagung nicht zur Diskussion. Der Zolltarif­entwurf beherrscht dann die Lage, und bei dessen Beratung wird Minister v. Thielen wohl nur selten das Wort nehmen. Denschweren Stand", den ihm die Agrarier im Parlament bereiten wollen, wird er also vorwiegend in Vertretung seines Spezialressorts haben. Die Berliner Straßenbabn- frage dem Eisenbahnminister vorzuhalten, ist Sache der Berliner Abgeordneten. Und wenn man glaubt, daß eine frühere Erklärung des Ministers, die der schließlichen Stell­ungnahme des Kaisers in der Straßenbahnftage nicht ent­spricht, geeignet sei, Herrn v. Thielenwackeln" zu machen, so überschätzt man denn doch die Bedeutung dieser Sache.

Deutschland und die New-Yorker Börse.

TieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Seit einigen Tagen sind an der Newyorker Börse Gerüchte des Inhalts in Umlauf, daß das Deutsche Reich oder Preußen in naher Zukunft abepmals in den Vereinigter: Staaten von Ame­rika eine Anleihe unterbringen wolle. Wir sind dem­gegenüber in der-Lage, zuverlässig mitzuteilen, daß diese Gerüchte unbegründet sind.

Man wird kaum fehlgehen, wenn man diesem Dementi eine gewisse grundsätzlich^ Bedeutung beimischt, in dem Sinne nämlich^ daß die deutsche Regierung zu erkennen geben will, sie befinde sich keineswegs in der Lage, aus­ländische Geldmärkte in Anspruch nehmen oder einen solchen Gedanken überhaupt in Betracht ziehen zu müssen, wenn die Entwicklung der Reichs- oder Staatsfinanzen eine un­günstige Richtung nimmt. Bestimmend für die Veröffent­lichung des Dementis mag in erster Reihe die Erwägung gewesen sein, daß es dem politischen Kredit Deutschlands nicht förderlich ist, wenn nochmals an eine ausländische Börse appelliert werden sollte. Tie Beeinträchtigung des politischen Kredits wäre im vorliegenden Falle umsomehr zu besorgen, weil die Amerikaner bei ihrem Hang zu Ueber- treibungen alle Welt glauben machen wollen, Deutschland könne bei Begebung seiner Anleihen die Vermittelung der Newyorker Börse nicht mehr entbehren. Dieser Myten- bildung ist durch das Dementi derNordd. Allg. Ztg." ein Ende gemacht. Deutschs Reichs- und Staatspapiere wer­den in absehbarer Zeit jenseits des Ozeans nicht mehr be­geben werden. Dagegen ist für der: politischen Kredit des Reiches ohne Belang und wohl, möglich, daß in Zukunft mehr als bisher deutsche Stadtanleihen zum Handel an der Newyorker Börse angemeldet werden. So geschah es jüngst mit den Schuldverschreibungen der Stadt Frankfurt a. Uebrigens beruht das durchaus auf Gegenseitigkeit, da die Newyorker Stadt-Anleihe schon seit vielen Jahren an der Berliner Börse gehandelt wird, der verschiedenen amerikanischen Eisenbahn-Bonds gar nicht zu gedenken, an denen die deutschen Besitzer bekanntlich nicht immer Freude erlebten.

Die Maiu-Neckar-Bahu.

Politische Tagesschau.

Die Virchow-Feier hat einen großartigen, überwältigenden Verlauf genommen. DieAengstlichen", die vorher die Mutmaßung aussprachen, daß die amtlichen Kreise wegen der politischen Stellung Virchows eine gewisse Zurückhaltung bekunden würden, haben erfteulicher Weise nicht Recht behalten. Das bedeut­same Handschreiben des Kaisers, die warmen Glückwünsche Oes Reichskanzlers, die Ansprache des preußischen Kultus­ministers Studt, endliche die Verleihung der großen gol­denen Medaille für Wissenschaft: alles das sah wahrlich nicht nach Zurückhaltung aus, gab vielmehr den Wunsch AU erkennen, den Jubilar empftnden zu lassen, daß die Nation bis in die höchsten Spitzen einig in der stolzen Genugthuung ist, eine solche Leuchte der Wissenschaft ihr eigen zu nennen.

Gesteri: abend aber enthielt dieVoss. Ztg." an leitender Stelle einen Artikel, der allenthalben Aufsehen erregen muß, weil sich darin ein lebhaftes Mißvergnügen ausspricht gerade über die Art der amtlichen Ehrungen. Besonders die Verleihung der goldenen Medaille findet ganz und gar nicht den Beifall des freisinnigen Blattes. Der Ar­tikel ist überschrieben:Die goldene Medaille". Nach der Darstellung derVoss. Ztg." hat die Medailleetwas wie Sensation" im Saale hervoraerufen.Also kein Exzellenz- Diplom, kein Großkreuz, sondern die Medaille!" Was denn hätte Virchow gebührendermaßen verliehen werden sollen? DieBoss. Ztg." deutet es an in folgendem:Frei­lich, dort sitzt der lleine, große Menzel; er ist mit dem Schwarze:: Adlevorden geschmückt. Virä>ow.ist auf dem Gebiete der Wissenschaft nicht weniger als Menzel auf dem der Kunst. Aber welcher Minister hätte sich getraut, für Virchow die gleiche Auszeichnung zu erbitten?" Also das polttische Moment soll bei diesem Anlaß doch eine Rolle gespielt haben. Noch deutlicher läßt dieVoss. Ztg." dies durchblicken, indem sie schreibt:Es gab Leute, die über­legen lächelten: Ter kennt die preußische Bureaukratie schlecht, der annimmt, daß sie einem Gelehrten, und sei er der größte, die politische Opposition vergessen werde!"

An diesen Angriff dürfte sich noch manche Aeußerung knüpfen. Ob Virchow Anspruch auf den Schwarzen Adler- vrden hätte, ist eine Doktorfrage. Mit dem Schwarzen Adler- vrden, und. mll dem Mel wäre der Gelehrte audji nicht aus eine höhere Stufe emporgehoben worden. Ja, es fragt sich, ob Virchow, eben gemäß seiner politischen Ueber- zeugung, die Verleihung des Mels willkommen gewesen wäre. Die Regierung wird erstaunt sein, zu vernehmen, daß die Huldigung hier und da als unzureichend betrachtet wird. Wir meinen, diesmal ist wirklich die Politik außer Betracht geblieben. Hat doch erst gestern wiederum ein Mann der Opposition, der Justtzrat und Reichstagsabg. Albert Träger (Freis. Volksp.), den Roten Mlerorden vierter Klasse, aus Anlaß des 50. Gedenttages seines Einttitts in den Justizdienst empfangen. Man freue sich der Zeichen und Wunder und störe die Regierungen nickst im löblichen

Unser Berliner Mitarbeiter schreibt unterm Oktober:

Von agrarischer Seite ist dieser Tage ein heftiger Vor­stoß gegen den preußischen Eisenbahnminister v. Thielen unternommen worden. Das leitende Preßorgan derLand-

Zur Frage des Eintritts der Main-Neckar-Bahn in die Preußisch-hessische Eis en bahn gemein schäft lesen wir imSchwab. Merkur":Die Main-Neckar-Bahn war Gemeinschaftssitz und Gemeinschaftsverwaltung zwischen Baden und Hess en. Solange Hessen eine eigene Verwaltung hatte, war o:c Main-Neckar-Bahn die Haupt­durchflußlinie des norddeutschen Güterverkehrs, und es be­standen keinerlei gegensätzliche Interessen. Seitdem aber die preußisch-hessische Betriebsgemeinschaft besteht, hat diese Jnteressensolidarität mit Baden aufgehört. Tie norddeut­schen Güter werden auf solchen Linien befördert, die ihnen die längste Rollstrecke auf den eigenen Bahnen sichern, oder auf solchen nichtpreußischen bezw. nichthessischen Linien, die günstige Bedingungen bieten. Dafür, daß jetzt die meisten Güter des Seeverkehrs nicht mehr über Frankfurt-Karls­ruhe nach der Schweiz und Italien gehen, sondern von Mainz l in ksr Heini sch nach Ludwigshafen und von dort durch die wieder unter preußischem Einfluß stehenden Reichslande, büßt Hessen nichts ein. Was es auf der Strecke OffenbachfWeinheim verliert, gewinnt es auf der Strecke zwischen Mainz bis zur hessisch-bayerischen Landesgrenze. Diese letztere Strecke ist etwas kürzer als die Strecke Offen­bach-Meinheim. D Red. desGieß. Anz.) Früher war Frank urt der Zentralpunkt des Seeverkehrs, jetzt ist es Mainz geworden. Baden kann außerdem von Preußen noch durch die Linie Berlin-Ritschenhausen und Darmstadt, sowie Lud­wigshafen umgangen werden. Es befindet sich also als Durchflußland für den Güterverkehr in einer drangvoll ürchterlichen Enge, über die alle Redensarten der Partiku- aristen nicht Hinweghelsen können. Daß die badische Ver-

; Japan gedockt wird, ist seitens der Marinevcrwaltung ins Auge gefaßt. An seine Stelle wird voraussichtlich ein Schiff desselben Typs, und zwarPrinz Heinrich" treten, - an dessen Ausrüstung mit Beschleunigung gearbeitet wird, ; sodaß es in einigen Monaten auf Seeklarheit wird be­sichtigt werden können. Im engeren Sinne bleibtFürst ; Bismarck"' der einzige Repräsentant seiner Klasse. Er hat die ; Größe eines Linienschiffes, was sich in gewisser Hinsicht als : für einen Kreuzer ungeeignet erwiesen hat.Prinz Hein- rich" und die beide:: anderen im Bau befindlichen Panzer­kreuzer sind im Deplacement Heiner, doch mit größeren; ; Kohlenbunkern und stärkeren Maschinen konstruiert, sodaß ihr Aktionsradius, d. h. die Anzahl von Seemeilen, die ein Schiff zurücklegen kann, ohne neue Kohlen einzunehmen, und ihre Fahrgeschwindigkeit die desFürste:: Bismarck" ; übertreffen werden. Nach; und nach dürften auch die anderen . ausländischen Flottenstationen einen Panzerkreuzer als - Flaggschiff zugewiesen erhalten, sodaß von einer Verwend­ung der Linienschiffe zu diesem Zweck grundsätzlich abge­sehen werden kann. Unter den Großmächten besitzt übrigens Frankreich im Verhältnis die zahlreichsten Panzerkreuzer.

Frankreich und die Pforte.

Wie aus diplomatischen Kreisen berichtet wird, hält man eine friedliche Erledigung des Streitfalles der Lo- , rando-Angelegenheit zwischen Frankreich und der Türkei , für bevorstehend. Das schroffe Auftreten, das die franzö­sische Regierung bei dieser Angelegenheit von Anfang an an den Tag gelegt hat und das in keinem Verhältnis zu der Bedeutung des Falles steht, ist anscheinend nur deshalb erfolgt, um die Anerkennung einer anderen Forderung bei dieser Gelegenheit durchzusetzen. Diese bettifft Tunis, das bekanntlich unter französischem Protektorate steht und eigent­lich gleich Algier als französische Kolonie betrachtet werden kann. (Die einzige selbständige Funktion, die man dem Bey von Tunis gelaßen hat, ist eigentlich nur das Recht der Ordensverleihungen.) Hier besteht eine Streitfrage zwischen der Pforte und Frautteich hinsichtlich der Ausstellung von Pässen. Die französische Regierung stellt den Tuncsen Pässe aus, wodurch diese bei der Bereisung der Türkei zu französi­schen Unterthanen gestempelt werden, und dies hat zu Streitgkeiten mit der ottomanischen Regierung geführt, die b:sher eine Berechtigung dieser von Frankreich beliebten Paßaussiellungen nie# hat anerkennen wollen. Voraussicht- l:ch wird auch diese Forderung Frankreichs anläßlich der Beendigung des Loranda-Streitfalles seitens der Türkei er- füllt werden._________________________

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Okt. Der Kaiser nahm im Jagdschlösse Hubertus steck den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts Grafen Hülsen-Häseker entgegen.

In Char lottendurg wurde heute mittag in Gegenwart des Kaisers das dem Königlichen Schlosse gegenüber errichtete Denkmal des Prinzen Albrecht, Vaters des Regenten von Braunschweig, ein Bronzestand­bild vor Boermel und Freyberg, enthüllt. Unter einem Zelt fanden sich ein: Herzogin Alexandrine zu Mecklen­burg, Prinz Albrecht von Preußen mit seinen drei Söhne::, Prinz Reuß 1. und Gemahlin, Graf Hohenau, Kommandeur des Regiments Garde du Corps und Familie. Es waren ferner anwesend die Mitglieder des Komites, an ihrer Spitze Generaloberst v. Loe, General der Ka­vallerie Edler v. d. Planitz, Generalleutnant v. Hagen (persönlicher Adjutant des versterbenen Prinzen) und Ge­neralmajor v. Gersdorff, die Generalität, besonders die­jenigen Offiziere, die mit dem verstorbenen Prinzen in dienstlichen Beziehungen gestanden hatten, das kaiserliche Hauptquartier, die Herren der Umgebung, die Chefs des Zivil- und Militärkabinetts, Generaloberst von Hahnke, Kriegsminister v. Goßler, kommandierender General v. Bock und Polach, der Oberbürgermeister von Charlottenburg, der Rektor der Technischen Hochschule, Deputationen des, 1. Garderegiments, des Regiments Garde du,Corps, des Tra- gonerregiments Prinz Albrecht, des 60. Regiments, sowie Mordnungen von Kuiegervereinen. Ter Kaiser, in Tra- gonerunifonn, erschien vom Bahnhof Westend her zu Wagen, und schritt die Fronten einer Schwadron der Garde du Corps und einer Kompagnie des Elisabeth-Regiments ab, die mit Musik und Feldzeichen dem Denkmal gegen­über Aufstellung genommen hatten. Nach der Begrüßung der anwesenden Fürstlichkeiten nahm der Kaiser unter dem Zell Aufstellung. Generaloberst v. Loe hielt eine längere Ansprache, in der er ein Bild des Prinzen zeichnete, an Düppel, Königgrätz, Sedan, Artebay, Loigny und Orleans erinnerte, die Dienste des Prinzen im russischen Heer bei dem Feldzuge gegen die kaukasischen Bergvölker er­wähnte und seine unerschütterliche Pflichttteue im Dienst, eine Bescheidenheit und 'Selbstlosigkeit hervorhob. Der Redner schloß mit einem Hurra auf den Kaiser. .Herzogin Alexandrine legte den ersten Kranz am Denkmal' nieder.