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ungen zugestanden sind. Mehrere Babeverwaltungen haben für Mitglieder und deren Familien Preisermäßigungen für Bäder, Kurtaxe, Arzthonorar rc. bewilligt. Insbesondere bezweckt noch der Verband gesellige Annäherung der Mit« glieder und Wahrung derer Interesse, stellenlos gewordenen Mitgliedern neue Stellen zu verschaffen rc Durch eine wöchentlich erscheinende Zeitung werden die Mitglieder von allen vorkommendeu VerbandSangelegenheiten in Kenntnis gesetzt. Aufnahmefähig sind alle Gruben-, Hütten- und Fabrikbeamte, die das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.
Einige praktische Ratschlage gegen die Gefahr des Er- trinkens erteilt in der jetzigen Zeit des Badens und Boot fahrens die „Magdeb. Ztg." Sie lauten: 1. Verliere nicht den Mut! 2. Nimm die Arme unter Waffer! 3. Pudele! Ts ist Thatfache, daß unter gewöhnlichen Verhältniffen, d. h. wenn nicht ein Schlaganfall oder eine starke Behinderung eintritt, kein Mensch zu ertrinken braucht. Das spezifische Gewicht deS Wassers ist größer als das des Menschen. Daraus folgt, daß der Mensch ohne weiteres nicht im Waffer nntergeht. Hebt man aber, wie Ertrinkende das regelmäßig thun, die Arme hoch, dann drückt das wirkliche Gewicht der Arme den Körper unter Waffer. Darum Arme unter Waffer! Jeder Mensch kann schwimmen, wenn er eS auch nicht kunst gerecht gelernt hat. Wenn man ein vierfüßiges'Tier, das außer seinem Trinkwaffer nie eine Wasserfläche gesehen hat, z. B. einen Hund, inS Waffer wirft, so kommt er keinen Augenblick in Not. Er macht Laufbewegungen, die ihn schwimmend auf dem Waffer erhalten und ans Ufer bringen. Diese natürlichen Schwimmbewegungen, die mit dem Ausdruck „Pudeln" bezeichnet werden, kann auch jeder Mensch machen.
r. Stangenrod, 14. Aug. Das neu erbaute SchulhauS, zu dem am 18. August v. I. der Grundstein gelegt wurde, steht nun fertig da. — Am 15. September findet hier Kirche weihfest statt unb damit sollen die Einweihungsfeierlichkeiten des Schulhauses verbunden unb baS HauS seiner Bestimmung übergeben werben. DaS stattliche Gebäube ist aus Gail'schen weißen Verblendern erbaut. ES enthält in seinem unteren Stocke einen schönen großen Schulsaal und in dem oberen eine geräumige Lehrerwohnung.
d- Dorheim, 13. Aug. Heute vormittag verunglückte ein hiesiger Landwirt dadurch, baß ihn fein Pserb nieder- warf, wobei et am Kopfe schwer verletzt wurde. Der verunglückte mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
a. Petterweil, 14. Aug. Am vorigen Sonntag wurde unsere neue Orgel durch ein Kirchenkonzert des hiesigen Gesangvereins unter Mitwirkung verschiedener auswärtiger Kräfte eingeweiht.
Mainz, 14. Aug. Das soeben erschienene Nachtragsprogramm der Gartenbau-Ausstellung enthält u. a. auch die Angabe der gestifteten zahlreichen Ehrenpreise. Von fürstlichen Personen haben solche gestiftet: Kaiser Wil Helm, Kaiserin Friedrich, die Großherzöge von Hessen unb Baden; ferner haben das Hess. Ministerium befl Innern und die Stadt Mainz Preise gestiftet, die im Verein mit denen der fürstlichen Stifter an solche Aussteller vergeben werben sollen, welche burch besonders hervorragende Gesamt- oder Einzelleistungen zum Glanz und Gelingen der Ausstellung wesentlich beigetragen haben. Die Entscheidung hierüber er- lolgt durch das Gesamt-PreiSrichter-Kollegium. Im ganzen wird die Zahl der Ehrenpreise die Zahl 100 übersteigen.
Mainz, 14. Aug. Wohl aus Anlaß des im vorigen Jahre bei Bingen stattgehabten furchtbaren Bootsunglückes hat der KreiSauSschuß Mainz mit Zustimmung des Großh. Ministeriums eine neue Polizeiverordnung über das ge »verbsmäßige Verleihen von Nachen und Gondeln, sowie Über den Dienst der NachensÜhrer, sowohl für die Stadt Mainz, als auch die Gemeinden Budenheim, Kastel, Laubenheim, Mombach, Kostheim und Weisenau erlassen. Diese neue Polizeioerordnung ist wesentlich strenger, als die bisherige. Sie regelt in erster Linie das gewerbsmäßige Verleihen von Fahrzeugen aller Art. Die Verleiher solcher Fahrzeuge und deren Bedienstete müssen hierzu eine besondere polizeiliche Erlaubnis haben. ES dürfen nur solche Nachen verliehen werden, die von Sachverständigen unter Zuziehung ber OrtSpolizeibehörbe geprüft sind. Die Fahrzeuge anderer Eigentümer dürfen nur mit ausdrücklicher besonderer (Erlaub« niß benutzt werden. Alle brauchbar befundenen Fahrzeuge werben unter Angabe des Eigentümers und der Tragfähigkeit in ein besonderes Register eingetragen. Bei stürmischem Wetter, bei dichtem Nebel und bei starkem Eisgänge ist das Befahren des Rheines unb des MaineS sowie der Hafenunlagen zu Vergnügungszwecken untersagt, auch dürfen die Nachenführer eine größere Anzahl Personen, als amtlich für zulässig erklärt worben ist, nicht befördern. Bei Nachtzeit und bei leichtem Nebel darf nur die Hälfte dieser Personen befördert werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden mit einer Geldstrafe von 1—30 Mk., soweit nicht noch härtere Strafen durch die Reichs-Gewerbeordnung oder schifffahrtspolizeiliche Vorschriften vorgesehen find, bestraft.
Erouberg, 14, Aug. Heute vormittag 10 Uhr trafen mit Extrazug wieder hier ein: Prinz unb Prinzessin Heinrich von Preußen, der Kronprinz von Griechenland, Prinz Friedrich Karl von Hessen und Prinz und Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe. — Die Königin von England kam mit dem Prinzen Nikolaus von Griechenland um 1 Uhr zu Wagen hier an. Um 3 Uhr traf König Eduard mittelst Automobils auf Schloß FriedrichShof ein — Kurz nach 6 Uhr ist das englische Königspaar mittelst Automobils durch -en Wald nach Homburg zurückgekehrt.
Kaffek, 14. Aug. Bei der heutigen fortgesetzten Ziehung der Hessischen Damenheim-Lotterie fiel der zweite Haupt- gewinn (10000 Mk.) auf Nr. 38421 und der achte Gewinn (500 Mk.) auf Nr. 96 582.__
Vermischtes.
♦ Frankfurt, 13. Aug. Von einem Bücherwurm wurde in einem alten Frankfurter Amtsblatt vom 6. August 1861 ein vom damaligen Untersuchungsrichter Tr. Glöckner erlassener Steckbrief gegen den Arthur Francois Heinrich Sternberg, Handlungsgehilfe aus Frankfurt a. M. auf- ipcftöbert. Der Stekbrief ist erlassen wegen Verführung und Mißbrauch eines neunjährigen Mädchens zur Unzucht. Ter steckbrieflich verfolgte Handlungsgehilfe ist der berüchtigte
Bankier Sternberg, der aus Frankfurt a. M. stammt, wo sein Vater Lotterielollekteur war. Wahrscheinlich hot mau seinerzeit vergessen, den Steckbrief zu erneuern, weshalb die Verjährung ein trat.
* Speyer, 14. Aug. Ter Modewarenhändler Eugen Hirschmann ist von hier verschwunden. Er hinterläßt große Schuldev und gefälschte Wechsel, tne er in Beträgen von 18 000 Mk. bei der Speyerer Filiale der Bäuerischen Notenbank und von 6000 Mk. bei der Pfälzischen Bank anzubringen vermocht hat. Auch Freunde und Verwandte soll er mit noch größeren Summen geschädigt haben. Ueber sein Geschäft wurde der Konkurs eröffnet.
* Breslau, 13. Aug. Zu den Kraschnitzer Vor- gangen teilt der „Brest. Gen.-Anz." mit, daß die Angelegenheit bei der schlesischen Provinzsynode zur Verhandlung gebracht werden soll, und daß man in den Kreisen der Geistlichkeit große Bedenken trägt, die im September einzunehmende Kirchenkollekte für Krascknitz abzuhalten. Man spricht den Wunsch aus, diese Kollekte wenigstens zu verlegen, bis eine Klärung eingetreten ist»
* Troyes, 13. Aug. Ter Spanier, der unter dem Verdachte verhaftet worden ist, der Urheber der Explosion in der Kirche von St. Tizier zu fein, heißt Villanueva Franquet. Bei einer Durchsuchung feinn- Wohnung wurden Sprengstoffe und revolutionäre Truckschriften gefunden. Ter Angeschuldigte ist gestern nachmittag in Gegenwart des Geistlichen und des Sakristans mehreren Schülern gegenübergestellt worden, die ihn wiederzuerkemten glaubten.
* Der Kronprinz benutzte zur Rückfahrt von Cron- berg nach Potsdam den fahrplanmäßig 11.15 Uhr abends von Frankfurt a. M. abgehenden Berliner Schnellzug, in den ein kaiserlicher Salonwagen eingestellt war. Als der Zug Kassel passierte, fand der kontrollierende Baurat ein Telegramm der Station WilhelmShöhe vor, in dem das Auf« findeu eines Eisenstückes auf der Strecke Wilhelms« höhe—Kaffek gemeldet wurde. Da dieses Eisen nur von dem Zuge selbst herrühren konnte, wurden die Wagen einer eingehenden Revision unterzogen. ES fand sich jedoch nichts Verdächtiges und die Fahrt wurde nach kurzem Aufenthalte fortgesetzt. Bei Ankunft in der Station Leinefelde jedoch fiel den Beamten auf, daß ein direkter Schlafwagen Basel- Berlin, der dem Salonwagen des Kronprinzen voranfuhr, sich stark nach vorn neigte, und bei näherer Unter- suchung ergab sich ein Defekt der Bodenfederträger. Irgend eine Gefahr für den Kronprinzen und die anderen Reisenden des Zuges bestand nicht, doch wurde der schadhafte Wagen sofort ausrangiert. Der Zug konnte nach einstündigem Aufenthalte seine Fahrt fortsetzen.
* Bayreuther Hotelpreise. Der Pächter des Hotels „Zur Senne" in Bayreuth, dessen fabelhaft hohe Preise der Bürgermeister Tr. Easselmann in der Magistrats- sistinig gebührend kennzeichnete, hat eine Gegenerklärung erlassen, die darin gipfelte, daß seine Preise normal feien und daß seine Konkurrenz teilweise noch höhere Preise habe. Darauf antwortete der Bürgermeister mit folgender Mitteilung: „Aus der Sprockschen Erwiderung geht hervor, daß Herr Sprock die ihm zum Vorwurf gemachten horrenden Restaurationspreise nicht in Abrede stellt, wie er denn auch die Höhe derselben von allem Anfang an nicht zu bestreiten vermochte. Seine Ausrede läuft nur darauf hinaus, daß seine hiesige Konkurrenz noch teilweise höhere Preise habe. Demgegenüber stelle ich fest, daß mir während meiner Amtsführung nicht eine einzige Klage über irgend ein anderes hiesiges Hotel oder eine andere Restauration zugekommen ist. Wenn übrigens Herr Sprock sich so sehr dagegen verwahrt, zu hohe Preise für seine Zimmer zu berechnen, so sehe ich mich nun dock) veranlaßt, einige Preise bekannt zu geben, die er für seine Zimmer verlangt. Nach der mir vorliegenden amtlichen Aufstellung verlangt Herr Sprock für seine Zimmer mit Einschluß von Bedienung und Licht u. a. folgende Preise: Für ein Zimmer Nr. 2, „Salon" genannt, im ersten Stock täglich 40 Mk. Für zwei Zimmer mit je zwei Betten im ersten Stock täglich je 30 Mk. Für zwei Zimmer im zweiten Stock mit je zwei Betten täglich je 25 Mk. Für acht Zimmer, teils im ersten, teils im zweiten Stock, mit je zwei Betten, täglich je 20 Mark. Für vier Zimmer im ersten Stock mit je zwei Betten täglich je 18 Mk. Für zwei Zimmer im ersten Stock mit je einem Bett täglich je 12 Mk. Für drei Zimmer im ersten Stock mit je einem Bett täglich je 10 Mk. usw. Den sogen, kleinen Saal seines Hotels im ersten Stock hat Herr Sprock durch Ausrichten von Zwischenwänden zu Abteilungen provisorisch Herrichten lassen. Für jede dieser Abteilungen mit je einem Bett verlangt er täglich 8 Mk.; dazu hat er noch für alle Zimmer die Bestimmung getroffen, daß bei Nichteinhalten der Mahlzeit pro Bett 1 Mk. mehr zu bezahlen ist." Diese Zahlen sprechen so für fid)? daß jede weitere Bemerkung überflüffig erscheint.
* Tie Eisenbahn im Volkshumor. Tie Eigenschaft der Eisenbahn als unmittelbare Trägerin des Massenverkehres stellte sie von vornherein in den Vordergrund des Volksinteresses. Jeder, der eine Eisenbahnreise „that", hielt sich zur Kritik berufen und machte hiervon ausgiebigen Gebrauch. Keine Einrichtung in der Welt ist daher abwechselnd so sehr besungen und bejubelt, so sehr herabgesetzt und in den Staub gezogen und schließlich so hoch wieder auf den Schild gehoben worden, wie die Eisenbahn. Eine Art grobkörnigen Niederschlages dieser wechselnden Empfindungen bildet der Volkswitz, der sich nach verschiedenen Richtungen hin äußert, vornehmlichst aber in der Namengebung. Einer Plauderei darüber, der wir in der „Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahn-Verwaltungen" begegnen, entnehmen wir die nachstehenden amüsanten Ausführungen. Tas erwähnte Fachblatt schreibt: Besonders waren die Wagen die Zielscheibe des Volkswitzes. Benennungen übertteibender Art, wie „Viehstall", „Jammer"- oder „Marterkasten", „Schwitzkasten" für die Personenwagen waren etwas alltägliches. Mehr noch mußten die verschiedenen Wagenausschristen, die Eigentumsmerkmale in abgekürzter Form herhalten, um der Spottsucht zu fröhnen oder der gegen die eine oder andere Verwaltung herrschenden Mißstimmung Ausdruck zu verleihen, oder auf politische oder Tagesfragen anzuspielen. Folgende kleine Blumenlese mag hiervon ein Bild geben. Man las da die Aufschrift der Wagen der Böhmischen Westbahn (B. W. B.) mit „Bietet wenig Bequemlichkeit!" S. N. T. V. B. (Südnorddeutsche Verbindungsbahn) übersetzt man kurzerhand mit „Sieh' nach Deutschland, verflixter Böhm'!" K. R. B. (Kronprinz Rudolf-Bahn) hieß „Keine rentable Bahn!" K. M. E. (Köln-Mindener Eisenbahn) „Kenn' mich erst!" M. H. E. (Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn) „Mich hungert eklig!" R. E. G. (Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft) „Rechte Esel giebt'r!" R. O. U. E. (Rechte Ooer-Ufer-Eisenbahn) „Reichtum oben, unten Elend!" O. T. E. (Oppeln-
Jn den Wagen der man früher die Oldenburger sagten.
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Gr. Bockenheimer Str. 30. nah e der Oper.
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Berühmte Küche, hervorragende Weinkarte. Kleine u.grosse Menusju festen Preisen u. nach der Karte, w Salons für kleinere u. grossere Gesellschaften. <
Bezeichnung: Hessische Lumpenbayu.
Oidendurgischeu Bahnen Aufschrift: O. E. und das bedeute „Shue Eile".
Tarnowitzer Eisenbahn) „£ traurige loser Hangen K. F. N. B. (Kaiser „Käsig für Nordpol Baren!" St. W. Staats-Eisenbahn) „Komin Weible, (Hessi s ch e Lu d wi gs-Ba hn-
Ersindung!" — Harm Ferdi n a n ds-Nordba hu) St. E. (König!. Württ. steig' ein!" H. L. B.
„Hotti lebe Bis
ward !" (In Rheinhessen hört man auch öfter die
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Uinnunen forte, sowie mit 3ir!dn aller studentische« tp**>»**Vl» Vereinigungen, liefert zu mäßigen Preise«
Srühl'sche Uuioerfitäts-Druckerei, Schulftratze 7
* Ein eigenartiges Spiel mit Zahlen treibt der „Figaro". Es wäre interessant, schreibt er, an ein merkwürdiges Zusammentreffen zu erinnern, das einem englischen Schriftsteller zuerst aufgefallen wäre. Napoleon I., der am 15. August 1769 geboren war, war am 30. März 1814 — dem letzten Tage des Kaiserreichs, da am folgenden Tage eine provisorische Regierung eingerichtet wurde — 44 Jahre und,227 Tage alt. Napoleon III. war gleichfalls 44 Jahre und 227 Tage alt, als er, der am 20. April 1808 geboren war, am 2. Dezember 1852 zum Kaiser proklamiert wurde. Wenn also das Schicksal dem gegenwärtig verbannten Prinzen Viktor Napoleon die Freuden der Macht zugedacht hat, und das verhängnisvolle Alter von 44 Jahren und 227 Tagen zugleich den Sturz und die Thronbesteigung der Bonapartes markiert, so würde genau im März 1907, 10 Monate nach dem Ende der nächsten parlamentarischen Legislaturperiode, der Erbe der beiden Napoleons den Thron besteigen. Tie Republik kann also noch ihre letzte Zeit genießen.
Gerichtssaal.
e« Gieße«, 13 Aug. Gewerbegericht. Den Dorfitz führt Beigeordneter Wolfs. Als Beisitzer fungieren Schreinermeister Emil yeinrich Müller und Glaser Heinrich Baum, der erstere an Stelle oeS verhinderten Schuhmachermeisters Karl Berg. — Die Erdarbeiter Eberhard MöbuS aus Garbenieich und Peter Knebel aus Ltnden- struth verlangen von dem Braunsteinbergw:rk Gießen rückständigen Lohn. Der Vertreter deS Bergwerks erklärt, daß die Kläger die Arbeit ohne Kündigung verlassen hätten und daß deshalb ihr Lohn für sechs ^beitStage zu kürzen fei. Der Restlohn werde den Klägern am nächsten Zahltage auSbrzahlt werden. Die Beklagten entgegnen, daß sie gegen Tagelohn beschäftigt gewesen seien und daß sie, da ihnen Akkordarbeit zugemutet worden sei, die Arbeit niedergelegt hätten, nachdem ihnen der Obersteiger Breker gesagt habe, T-gelohnarbeiten seien nicht vorhanden, den oerdienteu Lohn könnten fie auf dem Bureau erheben. Ein Vergleich ist nicht zu erzielen, deshalb erläßt d-S Gericht Beweis, befchluß. — Die Klage deS Erdarbeiters Kaspar Schmidt «uS Rödgen aegen den Uuternehmer Ludwig Weimer zu Waldgirmes fand durch Rücknahme der Klage ihre Erledigung. — Der Brauereibesitzer Denninghofs hier ist von den Fuhiknechten Heinrich Lich, Heinrich Opper, Christian Werner und Jost Neumann von hier auf Zahlung von Entschädigung verklagt. Die Kläger behaupten, ohne Grund und Kündigung entlasten worden zu sein, während der Be- klagte entgegnet, die Kläger nicht entlassen, sie vielmehr zur Arbeit ausgefordert zu haben, wa» diese jedoch verweigert hätten. Auf Grund der Arbeitsverweigerung sei er aber zur Entlassung berechtigt gewesen. Da «ine Einigung nicht zu erzielen ist, wird durch daS Bericht BeweiS- beschluß erlassen. — Der Weißbindermeister Konrad Keil zu Hattenrod hat gegen die auf Antrag der Weißbindergrsellen Wilhelm Bellofs auS Beuern und Wilhelm Hahn zu Hattenrod gegen ihn erlassene» VersäumnisurteUe Einspruch eingelegt. Heute haben sich die Partei«* durch Vergleich geeinigt.
Mainz, 14. Aug. Der Faktor eioer hiesigen Buchdruckerei war kürzlich angeblich wegen Unwohlsein- vom Geschäft weggeblieben, hatte aber in dieser Zeit fich in Alzey «ine Druckerei mit Zeitungs« gekauft. Ohne seine Kündigungsfrist etnzuhalten, blieb er auch für die Folgezeit seiner Stellung fern, er zeichnete dagegen in der ta Alzey erscheinenden Zeitung alS Redakteur und Verleger. Der hiesige Buchdruckereibesitzer verklagte nun am Gewerbegericht den n-ueo Kollegen auf 500 Mk Entschädigung, weil dieser ohne Kündigung die Faktorst«lle verlassen hatte Am letzten Montag kam die Sache am Gewerbegericht zur mündlichen Verhandlung. ES kam ein Vergleich zwischen den Parteim zu Stande. Der frühere Faktor und jetzige Buchauckereibesitzer zahlt an den Kläger eine Entschädigung von Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Märkte.
l- Ariadverg, 14. Aug. Auf dem heutigen Schweinemarkt herrschte ein außerordentlich reger und flotter Geschäftsgang. Der An» trieb der Tiere war ein sehr großer, wozu das günstige Wetter beitrug, das Angebot überstieg infolgedessen etwas die Nachfrage. Während die Zahl der Springer gering war, hatten die Händler hauptsächlich Ferkel angettieben. Das Paar kostete im Durchschnitt 85 bis 40 Mk., war also 4—6 Mk. billiger als auf dem letzten Schweinemartt. Die Kauflust war ziemlich groß. Auch auf dem Krämermarkt herrschte reger Verkehr.
fand die . .. , Das kam dem Eisenbahn-
Diretiions Präsidenten v. Mühlenfels au Ohren, und flugs lieft er, „um Mißverständnissen vorzubeugen", ein G. öor* fcbcn: „Großh. Oldenb. Eisenbahnen." Aber der Vvlks- Witz war nicht totzumachen, beim nun sagte alle Welt, ?^her reifte man nur „ohne Eile" in Clben bürg, jetzt aber logar „ganz ohne Eile". Tie Lokomotiven der Ober hessi- I ch e n Eisenbahnen trugen früher an der Stirnseite die Bezeichnung L. H. E. Ter Volkswitz übersetzte dies mit: „O hcil'ge Einfalt". D. Red. d. „Gieß. Anz.")
* E in thätiger Geys er in Europa. In allen Buchern der Geologie ist zu lesen, daß es sogenannte Geyser, jene wunderbaren natürlichen Springbrunnen heißen Wassers, nur auf Island, Neuseeland und in Nordamerika giebt. Es wird daher allgemein überraschen, daß ein Mit- gheb der Pariser Akademie der Wissenschaften neulich das Vorhandensein eines solchen Naturwunders auch innerhalb Frankreichs bekannt gemacht hat. Der Schauplatz liegt bei dem ~orfe Besse, unweit des bekannten Badeortes! Vichy, in der alten Herrschaft von Bourbon. Tie Quelle besitzt alle Eigenschaften eines echten GeyserS, zu denen auch die Beschränttmg des Sprudels zu gewissen Tageszeiten gehört. Der Geyser von Vesse springt gewöhnlich' dreimal am Tage, er erreicht eine Höhe von über sechs Metern unb giebt einen festen Rückstand von bohlensaurem Mali bis über 5 Gramm pro Liter nebst einer Entwickelung großer Mengen von Kohlensäure. Tie Temperatur des Wassers beträat 31 Grad. b


