abgelaufenen Jahres über den auf veranschlagten Betrag hinaus voraus um weitere 330,000 Mark sich
Sympathisch berührt ein Aufruf, mit dem die Amtsärzte des ärztlichen Bezirksvereins für Mittelsranken sich an die Praktizierenden beamteten und Militärärzte in Sachen der staatlichen Ehrengerichte für Aerzte wenden. In Bayern wird, wie bei uns in Hessen, ein Gesetz über ärztliche Ehrengerichte vorbereitet. In dem Entwürfe ist vorgesehen, daß die beamteten und die Militärärzte den Ehrengerichten nicht unterstellt sein sollen. Dagegen wenden sich eindringlich die mittelfränkischen beamteten Aerzte. Sie verlangen selbst, in ehrengerichtlicher Hinsicht ganz wie die übrigen Aerzte behandelt zu werden. In ihrem Aufrufe heißt es nach einem Hinweis auf den Entwurf des ThrengecichtsgesetzeS:
„Wir halten es für unsere Pflicht, auf eine Bestimmung hinzuweisen, welche das bisherige gute Einvernehmen zwischen Amts-, Militär» und praktischen Aerzten zu schädigen geeignet ist, welche namentlich im ärztlichen Vereinsleben schwere Störungen Hervorrufen kann und auch dem Staate keinen Nutzen, wohl aber Nachteile bringen wird. ES ist dies die Bestimmung, daß die Amts- und Militärärzte nicht dem von den Aerzte- kammern zu wählenden Ehrenrat und Ehrengerichtshof unterstellt werden sollen In Bayern lebten bisher Amtsärzte und praktische Aerzte ein» trächtig mit einander, man kannte keinen Unterschied, alle waren Aerzte. Sind doch die Bezirksärzte bei ihrem ungenügenden Gehalt auf Praxiserwerb angewiesen wie jeder andere Arzt. Es hatten sich daraus auch bisher nie Ausstände ergeben, trotzdem alle Aerzte den ärztlichen Vereins- ^richten bezüglich ihrer praktischen Thätigkeit unterstanden, und eS ist sicher, daß der Ehrenrat, welchem noch überdies ein Regierungskommissar als stimmberechtigtes Mitglied beigegeben werden soll, erst recht sich keinen E ngriff in die Disziplinargewalt des Staates zu Schulden kommen laffen wird. Darum erlauben wir uns, die amts- und militärärztlichen Kollegen aufzufordern, an Bezirksarzt Dr. Eidam ihre Zustimmung zu unserer Ansicht schriftlich kund zu geben. Wir betrachten diese Zuschrift zugleich als Erlaubnis, ihre Namen unter eine Eingabe setzen zu dürfen, die um Be. settigung dieser durch nichts gerechtfertigten und zweifellos schädlichen Bestimmung aus dem Gesetzentwurf nachsucht und dem Staatsministerium sowie den beiden Kammern des Landtags eingereicht werden wird."
s ch ü s s e n des 11030 625 Mark sichtlich mindestens steigern muß.
Politische Tagesschau.
Zu der Mitteilung über das finanzielle Ergebnis der preußischen Staatsbahuen im Etatsjahr 1900 in der „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt die „Zeitung des Vereins deutscher Elsenbahnverwaltungen-: Nach unserer Berechnung wird bei diesem Ergebnis für die preußischen Staatöbahnen, welche schon seit einer Reihe von Jahren einen Betriebsüberschuß von über 7 Prozent ihres Anlagekapitals gebracht haben, auch für das jetzt abgelaufene EtatSjahr 1900 mit einer Rente von mehr als 7 Proz. gerechnet werden dürfen. Der Betriebskoösficient, der für 1900, Zeitungsnachrichten zufolge, bei anderen deutschen Staatsbahnen 70 Prozent weit überschritten haben soll, würde danach bet den preußischen StaatS- bahnen auch im Jahre 1900 60 Proz. noch nicht erreichen. Diese Wirtschaftsergebnisse erscheinen in mehrfacher Richtung lehrreich. Daß angesichts der erheblichen Preissteigerung auf allen Gebieten ohne gleichzeitige Erhöhung der Elsenbahn- fahrgelder und Frachten die Ausgabeseite sich zu der Einnahmeseite bei den Eisenbahnen immer ungünstiger gestalten und dieses Mißverhältnis noch mehr verschärft werden muß, wenn dazu eine die Einnahmen mindernde Periode wirtschaftlicher Stockung hinzutritt, kann nicht Wunder nehmen. Es liegt uns daher auch nichts ferner, als in dem fortgesetzten Anwachsen des BetriebSkovfficienten ein Anzeichen von Unwirtschaftlichkeit sehen zu wollen. Nur das eine ist unsereS Erachtens aus den neuesten Betriebsergebnissen wieder unbestreitbar herzuleiten, daß ein größerer BerwaltungSkörper leichter als ein kleinerer die jeweiligen wirtschaftlichen Störungen überwindet und deshalb die für die Verhältnisse des Staates, wie die Betriebsverwaltung selbst wertvolle Eigen schäft einer Stetigkeit hinsichtlich seiner BetriebSergebnisfe im erhöhten Maße in sich trägt. UebrigenS läßt sich aus den gemachten Angaben schon jetzt der weitere Schluß ziehen, daß der Anteil Hessens an den Eisenbahnüber-
Aus Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original Nachrichten ist UUt unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Ärrz.^ gestattet.)
• • Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat am 12. Juni dem Pfarrer Friedrich Scriba zu Kaichen die evangelische Pfarrstelle zu Laugstadt, Dekanat Groß-Umstadt, übertragen.
• * Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 39, ausgegeben am 13. Juni 1901, enthält: Bekanntmachung, daS MessungSverfahcen bei Bau- und Nutzholz betreffend.
Das Promeuadenkonzert am Sonntag fällt aus.
* * Die Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand ist von Sonntag an wieder geöffnet. Wie bereits schon kurz erwähnt, hat ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattge sunden und über 100 Bilder find neu ausgestellt. Ein Tei
davon bleibt nur kurze Zeit in der Ausstellung. Neu aus- gestellt find: von A. Egersdörfer-München, „Herbstlandschaft"; von A. Hutschenreuther-München, „Ein guter Tropfen", „Der Hauser", „Studienkops"; von M. Lantenschlager-München, „Musik", Rothkäppcheu", „Portrait"; von C. Bolze-München, „AuS Burghausen", „Am Starnberger See"; von L. Neuhoff- Düffeldorf, „Das Reich der Möve", „Abend am Meer", „Abend bei Capri"; von A. Neßler Düsseldorf, „Abend im Walde", „Niederrheinische Landschaft"; von F. Menshausen- Berlin, „St. AgneS", „Ada", „Sludienkops"; von F. Behrendt- Berlin, „Sommertag"; von H. Busch Berlin, „Städtchen am Flußufer", „Feierabend"; von S. Wiest-Stuttgart, „Ententeich", „Waldhütte": von H Günther-Hannover, „Findelkind", „Birkhahn"; von T. Matthei-Kaffel, „HerodeS Töchterlein";
leit und „Unentwegt" auch mal verzichten, wo billige Eitelkeit diese oft als Eigenschaften steifen Rückgrats preist, um das Gewissen einzulullen. Wir sind eben in einer Ueber- gangsperiode. Da sollen die Verständigen handeln, die Jungen aber sollen lernen und zuhören. Gelingt es nicht, nach diesem Rezept unsere Öffentlichkeit zu gestalten, dann dürfte es schwer halten, unsere Kulturepoche ohne empfindliche innere Störungen — sie brauchen gar keine gewaltsamen zu sein — aus den Wehen ihrer einzigartigen Metamorphose heilvoll zu befreien.
von H. Lessing-Haleusee, „In Göhren auf Rügen"; von N. Schrödl Cronberg, „Stillleben"; von R. Borgmann Karlsruhe, „Früchte", „Chrysanthemen"; von E. Gehrhard-Gießen. 2 Aquarelle, „Schloß Braunfels", „Kloster Arnsburg"; von W. Scheich-Gießen, „Gebirgslandschaft" u. s. w. u. st w.
** Der deutsche Verein von Gas- und Wafferfachmanueru, der in der Regel seine Jahresversammlungen in einer größeren Stadt des Deutschen Reiches abhält, wird in diesen Tagen eine Ausnahme machen und in Wien tagen, um insbesondere die nahezu fertigen Neubauten der großen Zentral- Gaswerke und andere in Vorbereitung oder naher Vollendung begriffene große technische Anlagen, Elektrizitätswerk, Wasserwerk rc., zu befichtigen. — Von vielen vorgesehenen Vorträgen wird der des Dr. Auer von Welsbach, oder vielmehr dieser Redner selbst, als der Erfinder der Auer- Glühlichtbeleuchtung ein besonderes Interesse erregen. — Mit dem Kongreß ist eine fachmännische Ausstellung verbunden. Gießen wird bei dieser Versammlung durch Direktor Bergen vertreten sein. — Einer der Zweigvereine dieses Hauptvereins, der Mittelrheinische Gas -und Wasser fachmännerverein wird dagegen im September dieses Jahres in — der „Kongreßstadt" — Gießen tagen. Der Verein, der bereits in 37 mittelrheinischeu Städten getagt hat, glaubt schon seit Jahren unserer Stadt diesen Besuch schuldig zu sein und empfing auch schon vor zwei Jahren die erste Einladung unserer Stadt. Den Fachgenossen einige interessante städtische Bauwerke zu zeigen und belehrend- Borträge zu bieten, ihnen aber auch einige angenehme Tage zu bereiten, fehlt es unserer Vaterstadt ja nicht an den Vorbedingungen.
-t- Steinbach, 13. Juni. In der evangelischen Kirche wird am Sonntagnachmittag (halb drei bis halb vier Uhr) der blinde Orgelvirtuose und Sänger a. d. Winsche, ein geistliches Konzert unter Mitwirkung einer Oratoriensängerin aus Hannover geben. Da nur freiwillige Gaben erhoben werden, so dürfte auf eine reiche Beteiligung gerechnet werden. Herr a. d. W. ist blind geboren und hat 7 blinde Geschwister.
§ Lang-Göns, 14. Juni. Ein Kaufmann aus Gießen erließ gestern folgende Bekanntmachung durch die Orts chelle: „Für das bevorstehende Fest empfiehlt X. X. in Gießen seine Herreugarderoben zu billigstem Preise. Die Fahrt von 60 Pfg. wird jedem Käufer vergütet." 60 Pfg. nur? Das ist zu wenig, dafür kommt man nicht 1. Klasse bis nach Gießen und zurück.
-e- Bad-Nauheim, 14. Juni. In der letzten Woche find 119 Kurgäste hier angekommen und gegenwärtig sind 4904 Personen anwesend gegen 4389 in der vorigen Woche. Die Gesamtfrequenz betrug am 13. Juni 7148 Gäste und wurden vom 1. April bis zu dem genannten Tage 73,308 Bäder gegeben. Die Sprudelbasfins und besonders oie Quelle 12 wird täglich viel besucht und der mächtige weiße Strahl der interessanten Fontaine bewundert. In der etzten Woche sind sehr viele Amerikaner hier angelangt, darunter Stammgäste Nauheims, z. B. der Ex-Vizepräfiden« and Gouverneur des Staates Newyork, Mr. Morten, nebst Familie, Mr. Paget, ein berühmter Sportsman, der mit feinem Pferde „VolydyvoS" beim letzten Derby den 1. Preis errang, und der sich mit feiner Familie in Nauheim erholt, ferner Mr. Potter, der den ersten protestantischen Dom in Amerika demnächst in Newyork für 60 Millionen Mk. er bauen wird. Der genannte Herr hat auch die Zeichnung für die prächtige Villa geliefert, die sich ein bekannter ameri- kanischer Arzt hier Ecke der Burgallee und der Vtktortastraße im vorigen Jahre erbauen ließ. Auch Mr. Tilliughast, der Direktor großer amerikanischer Banken, Mr. CouverS, der Admiralitäts-Rechtsanwalt und Mr. Shillot, der Erbauer des ersten und größten amerikanischen Warenhauses zu Cincinnati, weilen hier. — Im Kurtheater wurde heute die erste Operette in dieser Saison, „Die Fledermaus", ge spielt. Die Kurkapelle wirkte mit und das Haus war aus verkauft. In Zukunft findet alle Woche je eine Operettev- Lorstellung statt. Morgen wird „Der Ausflug ins Sittliche" gespielt.
§ Crainfeld, 13. Juni. Nach Beschluß der Haupt- Versammlung des Bundestags des Vogelsberger Sängerbundes gelegentlich des Sängerfestes am 9. und 10. Juni hier, soll das nächstjährige Bundesfest in Hörgenau siattfinden.
Frankfurt a. M, 14. Juni. An den Konferenzen über die Mainkanalisation, die heute hier zu Ende geführt wurden, nahmen von Seiten Heffens teil Geh. Staatsrat Krug vou Nidda, Ministerialrat von Biegeleben, Geh. Oberbaurat Jm- roth, Baurat Schmitt. Heute nachmittag begaben sich die Vertreter der an den Rheinabgabeu interessierten Staaten nach Schiersteiu zu einer Besichtigung der dortigen Hafenanlagen und zur Beratung über die Hafenabgaben, deren Höhe den beteiligten Kreisen Anlaß zu lebhaften Klagen ge geben hat.
Kleine Mitteilungen au» Hessen und den Nachbarstaaten. In der Bierbrauerei „zur Krone" in Mainz stürzte der Händler Nikolaus Schneider aus Gonsenheim in den Bierkeller und brach das Genick. Die Leiche wurde später auf gefunden.
Vermischter.
* (Sin e ungewöhnliche Hochz eitsreise unternimmt gegenwärtig der englische Sportfreund Ernest Arch- deaeon. Nach ihrer Hochzeit, die vor einigen Tagen in Versailles stattfand, wohin alle Hochzeitsgäste sich in Selbstfahrern begeben hatten, bestiegen Archdeaeon und Frau ein „Hausboot, die „Noemi", ein schwimmendes Haus, auf bm sie gegenwärtig durch die Marne und das Kanalnetz von Ostfrankreich dem Rhein zustreben; ihr Reisezie' ist Rotterdam. Die „Noemi" muß geschleppt werden; sie führt aber einen Kraftwagen und zwei Fahrräder mit, und an den Schleusen wollen die jungen Eheleute ent- toeder im „Motor" oder auf ihren Rädern die Umgegend erforschen, um zwei oder drei SMeusen weiter wieder zur „Noemi" zurückzukehren. Das ist doch nod)i eine Hochzeitsreise! Ohne Eisenbahnen und ohne Gasthöfe.
*Fürstinnen alsChefs deutscherTruppen-
teile. Königin Wilhelmina wird, wie bereits mitgeteilt, vor ihrer Rückkehr nach, Holland auch dem Husaren-Regi- ment Königin Wilhelmina der Niederlande in Wandsbeks zu dessen Chef sie vom Kaiser an ihrem 18. Geburtstage, dem gleichzeitigen Tage ihres Regierungsantritts, ernannt wurde, einen Besuch abstatten. Insgesamt sind es 16 Fürstinnen, die dem deutschen Heere als Chefs oder Inhaber von Regimentern oder Bataillonen angehören. Davon entfallen 13 Fürstinnen auf preußische, zwei auf württem- bergische Truppenteile, während eine Fürstin ein sächsisches Regiment besitzt. Am längsten gehört dem deutschen Heere die verwitwete Kaiserin Friedrich an, welche am Krönungstage Wilhelms I. zweiter Chef des 2. Leib-Husaren-Regi- ments Nr. 2 in Posen wurde. Am 22. März 1888 ernannte ie ihr Gemahl zum alleinigen Chef des Regiments und verlieh diesem den Namen „2. Leib-Husaren-Regiment Kai- erin Nr. 2." Bemerkt sei hierbei, daß die Kaiserin Friedrich in voller Regimentsuniform an der Spitze ihrer Truppe bei dem feierlichen Einzuge in Berlin nach dem Kriege 1870—71 einritt. Außerdem ist sie Chef des Fü- ilier-Regiments von Gersdorff (Hess.) Nr. 80. Bei den Manövern in Schleswig-Holstein ernannte Kaiser Wilhelm II.* am 3. September 1890 seine Gemahlin zum Chef des Füsilier-Regiments Nr. 86. Ferner wurde am 14. Sep- ember 1890 die Herzogin Luise Margarete von Connaught, Tochter des verstorbenen Prinzen Friedrich! Karl von Preu- jen, zum Chef des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich Karl von Preußen (8. Brandenburg.) Nr. 64 ernannt. Der Königin-Mutter Emma der Niederlande verlieh der Kaiser am 31. Mai 1892 das Infanterie-Regiment Prinz Friedrich )er Niederlande (2. Westfälisch) Nr. 15 in Minden. Am Tage des Einzuges, der aus Frankreich heimkehrenden Truppen in Berlin wurde die Prinzessin Friedrich Karl von Preußen zum Chef des Dragoner-Regiments Nr. 12 (2. Brandend.) ernannt. Die Großherzogin von Baden wurde bei der großen Herbstparade des Garde-Korps am 1. September 1895 zum Chef des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 4 ernannt. Des ferneren ist die Kronprinzessin von Griechenland Chef des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 in Char- lottenburg,' Kaiserin Alexandra von Rußland Chef des 2. Garde-Dragoner-Regiments in Berlin, die Erbprmzesftn Charlotte von Sachsen-Meiningen, älteste Schwester des Kaisers, Chef des in Breslau stehenden Grenadier-Regiments Nr. 11, die Prinzessin Adolf zu SckMUmburg-Lrppe, ebenfalls eine Schwester des Kaisers, Chef des 5. West- älischen Infanterie-Regiments in Köln, die Königin Margherita von Italien Chef des Hessischen Jäger-Bataillons Nr. 11, und die Großherzogin Viktoria von Hessen und bei Rhein Inhaberin des 3. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 117. Außer diesen dreizehn Chefs preußischer Regimenter ist Königin Carola von Sachsen Chef des 2. Husaren-Regiments Nr. 19, Königin Charlotte von Württemberg Chef des Ludwigsburger Ulanen-Regiments und Herzogin Wera von Württemberg, geb. Großfürstin von Rußland, zweiter Chef des Ulanen- Regiments Nr. 19. Schließlich! sei noch erwähnt, daß durch Stellung der Herzogin von Sachsen-Koburg and Gotha a la suite des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Re- giments Nr. 1 noch! eine siebzehnte Fürstin in den Verband des deutschen Heeres getreten ist. Die Sitte, einzelnen Truppenabteilungen Chefs oder Inhaber zu geben, feiert soeben ihr 400 jähriges Bestehen. Sie stammt von Kaiser Maximilian I. im Jahre 1501, pflanzte sich dann weiter fort, und König Friedrich Wilhelm I. war es, welcher als Erster diese Ehre fürstlichen Damen zuerkannte. Da Krregs- tüchtigkeit hierbei nicht mitsprach, so charakterisierte sich der Akt als ein rein höfischer. Alle weiblichen Chefs be- itzen die Uniform ihrer Truppe, mit Helm, Schärpe Sabel usw., welche sie anzulegen haben, falls sie bei Revuen oder Paraden in die Lage kommen sollten, die Truppe dem Höchsttommandierenden vorzuführen. Der etatsmäßige Kommandeur reitet in diesem Fall zur Linken des fursUichen Chefs.
'Auszug aus den Staudrsgllltsregjstttll der Stadt Siebes.
Aufgebote.
Juni. 7 Georg Zeschki, Sergeant dahier, mit Marte Stoffel in Oberrad. 7. Otto Eugen Amend, GerichtSaccefsist in Darmstadt, wtt Henriette Auguste Sophie Hedwig Schmidt dahier 8. Theodor Curt Julius Georg Hermann Schreiner, Großh. RegierungSafstsior dahier, mit Anna Katharina Köhler in Osthofen. 8. Johann Karl KaSpar Pfeiffer, Sleinhauer dahier, mit Henriette Klara Hermine W pper hier- f löst. 8. Edmund Karl Beil, Schreiner dahier, mit Marie Margarethe Rinn in Heuchelheim. 13. Heinrich Frebel, Schreiner dahier, mit Marte Birkenstock tn Arnshain.
Eheschlietzurrgerr.
Mai. 8. Moritz Georg Reitz, Schreiner io Groh Karben, mit Sophie Eltfe Nöding dahier. 8. Jakob Schupp, Gteheretarbeiter dahier, mit Margarethe Wagenbach hterielbst. 8. August Karl Ludwig Rudolf Hahn, Kaufmann dahier, mit Friederike Auguste Luise Merten tn Münster t. W. 12. Ernst August Hirsch, Grohh Amtsrichter in Höchst i. O., mit Theodore Sibylle Sophie Elise Ploch dahier. 13. Johann Christian Stöckert, Schneider dahier, mit Marie Helena Brnk Hierselbst. _
Geburten.
Juni. 2. Dem Bleicherethefitzrr Wilhelm Schwall HI. ein Soho. 4. Dem Restaurateur Heinrich Berndt eine Tochter. 4 Dem Schreiner« meister Friedrich Benzler ein Sohn, Friedrich Hermann. 5. Dem Zigarrenreisendrn Heinrich Köth ein Sohn, HanS. 7. Dem Ob«- kehr« Profefior Ludwig Hüter eine Tochter, Margarethe ToSca Emilie Lettie. 8. Dem Taglöhner Heinrich Sack II. eine Tochter, Anna Maria. 11. Dem Mechaniker Heinrich Fitzler ein Sohn. 12. Dem Uhrmacher Otto Schmidt eine Tochter.
Gestorbene.
Juni. 9. Martin UmsteUer, 2 Monate alt, Sohn des Oberinspektors Franz Umstetter dahier. 11. Lina Anna Rieb, b Monate aU, Tochter de« Kutschers Wilhelm Heinrich Rieb dahier. 14. Ernst Koch, 47 Jahre alt, Feldschütz dabier.
Handel und Verkehr. Uolkswirtschast.
- Gießener Depofitenrafie. Wir erfahrm, dah! die Darmstädter Bank für Handel und Industrie mit dem 1. Juli in Giehen eine Niederlassung unter der Firma „Gießener Depositmkasie und Wechselstube der Bank für Handel und Industrie" errichten wird. Von dem gleichen Tage ab werden die AgenturgeschSste der Bank für Süddeutschland, die durch die Bestimmungen der Bankgesetznovellc an Ausdehnung verlorm haben, von der gedachten Niederlaffung mitbesorgt werden. — Kommerzienrat Wortmann tritt nach 30iähriga Thätigkeil als Mttvorstand der Agentur der Bank für Sübdeutschlan» von seiner Stellung zurück; der Vorstand der Deposttenkasie wird br stehen aus dm Herrm A. v. Jungenfeld, seither Mitvorstand da Agentur der Bank für Süddeutschland und Gustav Müller, bisherigem langjährigem Prokuristm des Bankhauses Aron Heichelheim in Gtetza-
Reichsbank. Wechsel auf Lengenfeld im Vogtland, die vo« 1. Juli an fällig werden, können von jetzt ab angekaust werdm; sie find an die ReichSbanknebmstelle zu Auerbach i. Vgtl. zu girier«.


