Ausgabe 
16.4.1901 Erstes Blatt
 
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Garlenzaun nebst den Pfosten wurden auS der Erde gehoben und in den nahen Flutgraben gegeworsen. In einem anderen Garten wurde nach Zertrümmerung der Thüre ein Gartenhauk halb eingedrückt, cS war zu stark gebaut, deshalb hatte es dem Anprall widerstanden. Die That kann nur von einer ganzen Bande verübt worden sein. Hoffentlich gelingt es ben energischen Anstrengungen der Gendarmerie die Thäter zu saffen. Man ist sonst in unserer Stadt solche Rohheiten nicht gewöhnt. In der heutigen Generalversammlung des Kriegervereins Nidda bildete den Mittelpunkt ein ge­diegener Vortrag des Lehrers Jung aus Ober-Mockstadt über daS Thema:Die Bedeutung der Kriegervereine für unser deutsches Volk-, der Redner hob besonders hervor die Pfleg- treuer Kameradschaft, die sich nicht durch politische oder ge meiuheitliche Fragen dürfe lockern lassen; ferner die soziale Aufgabe der Vereine. Interessant waren die Mitteilungen Iber die Unterstützungen, die die Vereine an notleidende Kameraden und deren Hinterbliebenen verabfolgen. So hat dieHassia- seit ihrer Gründung über eine halbe Million an bedürftige Kameraden gegeben, ohne die sonstigen Unter stützungen an Konfirmanden re. Der deutsche Sriegerbunb verwendet jährlich ca. 160000 Mk. Auch bestehen drei Waisenhäuser mit 280 Waisen von Kriegern. Die letzte und Hauptaufgabe sei die nationale als Fortsetzung der Erziehung in Schule und Heer zur Treue gegen Fürst und Vaterland. DaS Kyffhäuserdenkmal vereinige seit 2 Jahren im Kyffhäuser bunb alle deutschen Vereine, er sei ihre gemeinsame Spitze. Heffen habe darin wie im Bundesrat 3 Stimmen. Ein Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß die Versammlung.

ko. Laubach, 14. April. Täglich treffen Eisenbahn Bauunternehmer ein, um die zu erbauende Strecke von hier nach Mücke einer näheren Besichtigung zu unterziehen. Die 14,2 Kilometer lange Strecke wird in drei Losen ver­geben. Der Submissionstermin bei der kgl. Eisenbahn- direktion in Frankfurt ist auf den 22. d. MtS. festgesetzt. Der Zuschlag wird innerhalb 6 Wochen erfolgen. Der Mntcrbau muß bis zum 1. Juli 1902 fertiggestellt sein. Die Bahn führt meist durch prächtige Waldungen, zwischen hier und Freienseeu allein etwa 5 Kilometer lang. Tiefe Ein­schnitte, Dämme, UeberführungSbauteu werden diese zu einer der interessantesten, aber auch zu einer der teuersten Neben­bahnen Deutschlands machen, wird doch ein projektierter Tunnel allein lOOOOO Mk. Kosten verursachen.

-i-e. Büdingen, 14. April. Der Erbprinz Wolfgang zu Asenburg und Büdingen hat sich mit Gräfin Adelheid von Rechteren verlobt. (Erbprinz Wolfgang geboren in Büdingen am 30. März 1877, ist Leutnant i 1» suite im Jnf.-Leibgarde-Reg. Nr. 115 in Darmstadt. Gräfin Adelheid ist am 31. März 1881 in Sommerhausen geboren. D. Red.)

-k- Main-, 14. April. Für die nächste Theatersaison ist hier der Dr. phil. Otto Fest auS München engagiert worden, der über eine schöne Baßstimme verfügt.

k. Mainz, 14. April. Im Wafferstand des Rheins ist seit heute morgen endlich eine Wendung zum befferen ein­getreten, indem langsames Fallen bemerkbar ist. Der höchste Stand war 3,90 Mtr. und gegenwärtig ist er 3,86 Mir. Auch vom Oberrhein wird langsames Fallen gemeldet.

** Kleine Mitteilungen au» Hessen und ben Nachbarstaaten Die Lompagniebesichtigungen beim Bataillon des 168. Re­giments in Butzbach finden am 22. April statt. AuS diesem Anlaß treffen die DivisionS- und Brigade-Kommandeure be­reits am 21. April dort ein. Am 1. Mai begiebt sich daS Bakaillon zur größeren Hebung ins Griesheimer Lager.

Vermischtes.

* N a ch zehneinhalb monatiger Untersuch­ungshaft wurde gestern der ehemalige Polizei- meister Olbrich aus Kamerun aus der Untersuch­ungshaft entlassen. Olbrich diente bei der Schutztruppe und hatte zunächst die Stelle eines Polizeimeisters in Kribi und dann die eines Lagerverwalters in Kamerun inne. Im vorigen Jahre kam er mit halbjährigem Urlaub nach Berlin, wurde hier aber aus Veranlassung der Kame­runer Behörde durch Vermittelung des Auswärtigen Amtes verhaftet. Ihm wurde Amtsverbrechen vorgeworfen und behauptet, das; er bei der Lagerverwaltung sich strafbare Unregelmäßigkeiten habe zu schulden kommen lassen. Die eingehende' Untersuchung ist vom Landgerichtsrat v. Ingers­leben geführt worden. Olbrich, der jede Schuld entschieden bestreitet, ist gestern auf Antrag seines Verteidigers aus der Untersuchungshaft entlassen worden, da nach den Er­gebnissen der Untersuchung Fluchtverdacht nicht mehr als vorliegend erachtet wurde.

* Halle, 13. April. Auf Veranlassung des Prooinzial- vorsitzenden des Bundes der Landwirte für die Provinz Sachsen ist der Geschäftsführer des Bundes für die Provinz, Bruno Kreuz, verhaftet worden, weil er sich verschiedene Unterschlagungen, insbe­sondere im Verkehr mit einer bayerischen Viehverwertungs­genossenschaft, hatte zu schulden kommen lassen. Die ver­untreuten Summen belaufen sich auf etwa 9000 Mark. Der Bund selbst scheint nicht geschädigt zu sein.

* Gumbinnen, 14. April. Kriminalkommissar v. Bäckmainr, ver die ersten Ermittelungen zur Entdeckung des Mörders des Rittmeisters v. Krosigk leitete, l)Qt dem Kriegsminister eingehenden Vortrag über die Er­gebnisse seiner Untersuchung gehalten. Diese sind durch­aus nicht so günstig, als man allgemein annimmt. Tie Berliner Beamten hatten bei der Unbeliebtheit des er­schossenen Rittmeisters eine recht schwierige Aufgabe zu losen. Gegen den zuletzt verhafteten und jetzt wieder frei- gelassenen Unteroffizier Domming lag so wenig Belastendes vor, daß der zuständige Auditeur sich längere Zeit gegen kessen Verhaftung sträubte. Tie beiden zuerst Verhafteten, Sergeant Hakel und Unteroffizier Merten, sollen demnächst nor das Kriegsgericht der zweiten Division in Insterburg gestellt werden, doch rechnet man in eingeweihten Kreisen schon jetzt mit einer Fr eispr echun g der Angeschul­digten.

* Bremerhaven, 13. April. Die vermißten Gold­barren an Bord des Dampfers «Kaiser Wilhelm der Große" sind aufgefunben worden. Es wird darüber gemeldet: Heute morgen 8 Uhr war der Steward und Dirigent der

Schiffskapelle Magers damit beschäftigt, im Gange vor dem Salon der zweiten Kajüte eines der oben bcfindlichen Gesimse zu reinigen und stieß dabet auf einen dort liegenden Gegen stand, der, wie sich heranSstcllte, einer der fehlenden Gold, bauen war. Dicht daneben lagen auch die beiden anderen Barren. Noch im Laufe des voimittagS wurden die Barren an die Direktion des Norddeutschen Lloyd in Bremen ab­geliefert. Steward MagerS erfreut sich des besten Leumundes. Die Bremer Polizei hat nochmals die strengste Untersuchung eingeleitet.

* Budapest,' 13. April. In Hermannstadt fand gestern zwischen zwei Oberleutnants ein Pistolen. Duell statt, bei dem einer der Gegner durch einen Schuß ins Herz getötet wurde.

* N ew-Hork, 14. April. In der vergangenen Woche wurden für 2 7 96 6 Dollars Go l d verschifft, von dem für 5900 Dollars nach Liverpool, der Rest nach West­indien ging. Täe Silberverschiffung beziffert sich auf 689 050 Dollars und ging größtenteils nach London.

Heiratsverbot. Die gesetzgebende Körperschaft des Staates Minnesota hat, wie dieZeitschrift für Sozial­wissenschaft" berichtet, sich kürzlich mit einem Gesetzentwurf beschäftigt, durch den Heiraten verboten werden sollen, bei denen einer von beiden Teilen, Bräutigam oder Braut, mit Krankheiten, wie Wahnsinn, Schwindsucht oder ge­wissen besonders bezeichneten Krankheiten behaftet ist. Der Gesetzentwurf enthält weiter die Verordnung, daß jede Bewerbung zur Eheschließung von einem ärztlichen Zeug­nis begleitet werden soll, in welchem der Bewerber als geeignet für die Eheschließung erklärt wird. Endlich ist die Heirat von Frauen über 45 Jahren verboten, während für Männer keine derartige Beschränkung gemacht wird.

$ttteratur, Wissenschaft und Kunst.

Teter, 12. April. In der gestrigen Abendsitzung des Verbandes -für römisch-germanische Altertumsforschung sprach u. a. Prof. Anthes (Darmstadt) über die Frage:Empfiehlt sich die Herausgabe eines Sammelwerkes über die römischen Skulpturen in Deutschland*. In der heutigen Delegiertenversammlung wurden Resolutionen einstimmig ge­faßt betreffend: 1. die baldige Publikation der Neuhäuseler Funde durch die Museen von Frankfurt und Darmstadt; 2. die planmäßige Ausgrabung bei Friedberg; 8. eine einheitliche Regelung der Ringwallforschung und eine konsequente Forschung aller prähistorischen Grabfelder. Ministerial« direktor Soldan berichtete in der Hauptversammlung über die Neuhäuseler Funde, über die wir s. Z. imGieß. Anzeiger- einige längere Artikel veröffentlichten. Keramische Funde sprechen dafür, daß die Ansiedelungen zu Neuhäusel 400500 v. Ehr. stattfanden. Vergleiche mit den römischen Lagern ergaben mit Sicherheü, daß die Neuhäuseler Ansiedelungen längst vergeffen waren, als die Römer am Rhein ihre Lager errichteten. Prof. Köhl (Worms) behandelte in ausführlicher Darlegung die Streitfrage, ob die Schnur- oder die Bandkeramik die ältere Art sei. Er entschied sich für die letztere Annahme. Von Gießen beteiligte sich auch an den Jubiläumsfeierlichkeiten der Univ.-Profeffor Dr. Gundermann.

Regensburg, 14. April. Die hier tagende Generalversammlung des bayerischen Gymnasiallehrer-Vereins nahm gestern im Hin­blick auf die Bewegung, die in Norddeutschland bestand und die humanistischen Gymnasien und besonders den griechischen Unterricht bedroht, nahezu ein- stimmig folgende Resolution an:Der griechische Unterricht hat im humanistischen Gymnasium eine io große Bedeutung und stellt so hohe Anforderungen an die Schüler, daß es ausgeschloffen erscheint, die ihm gegenwärtig zugewiesene Stundenzahl zu vermindern oder den Beginn des Unterrichts über die 4. Klaffe hinaufzuschieben. Die Zulaffung des wahl­freien englischen Unterrichts an Stelle des griechischen würde das humanistische Gymnasium zerstören.

Arbeiterbewegung.

Hamburg, J3. April. Bii einem Streite »wischen streikend n Arbeitern der Lurder'schen Reismühlen in Moorfleth bei Hamburg und von auswärts zugezogenen Arbeitswilligen ksm eS zu Gewalt- 1 Hörigkeiten. Em Arbeiter wurde durch Mefferstiche schwer verletzt.

8euS, 13.April. Ter nationale Kongreß der Bergarbeiter beschldß nach langer Erörterung im Prinzip die Verkündigung deS allgemeinen Ausstandes, wenn im Verlauf von 10 Tagen die Arbeiter in Montceau-les-Minrs nicht wieder eingestellt seien. Ferner nahm der Kongreß eine Resolution an, in der die Regierung ausgefordert wird, innerbalb eine« Zeitraumes von 10 Tagen von den Etadliffe- ments die Wtedereinstkllung der Arbeiter zu erlangen. Endlich nahm der Kongreß eine dritte Resolution an, die besagt, daß der allgemeine Ausstand nur dann verkündet werden dürfe, wenn innerhalb eines Zeitraumes von 14 Tagen die Mehrzahl der Arbeiter, die durch ein Referendum ihrer Ansicht Ausdruck geben sollen, sich für den AuSstand auSspreche.

Mouiceau les Mines, 14. April. Die hiesigen ausständigen Grubenarbeiter beschloffen in der heute abgehaltenen Versammlung, in welcher über den Erfolg der Bestrebungen chrer Vertreter auf dem Berg­arbeiter-Kongreß in Lens Bericht erstattet wurde, den Ausstand bis zum äußersten fortzusetzen.

«enua, 14. April. Die Mannschaften der hier anwesenden Dampfer der Florio-Gesellschaft haben den allgemeinen Ausstand beschloffen. Infolgedessen werden außer den bereits genannten Dampfern auch die DampferDräne",Calabria",Rapido",Constante",Angelica" und Accame", sowie die Postdampfer derRavigazione General" von morgen an nicht abgehen.

Gerichtssaal.

Dresden, 13. April Der Hauptmann Horst v. Beust von der 2. Komvagnie des Jäger-Bataillons Nr. 13 ist vom Kriegsgericht brr 3. Division Nr. 32 wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt, versuchter Nötigung und Freihettsberaubung, begangen in der Nacht zum 23. März, zu 3 Monat und 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Es handelte sich darum, daß der Hauptmann, der ein sträfliches Verhältnis mit der Frau des Dr. Schaumann unterhielt, den Ehemann seiner Geliebten, von dem er ertappt wurde, widerrecktlich verhaften und in die Kaserne einsperren ließ.

Handel and Verkehr. Volkswirtschaft.

FQ. Frankfurt a. M., 15. April. (Telegr. Orig.-Bericht des®. A.") Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkauf standen 410 Ochsen, darunter 114 aus Oesterreich, 38 Bullen, da­runter 3 aus Oesterreich, 642 Kühe, Stiere und Rinder, 330 Kälber, 163 Schafe und Hämmel, 1299 Schweine, 14 Ziegenlämmer, 19 Schaf lämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 6769 Mk., 2. Qual. 6163 Mk., 3. Qual. 59-60 Mk.; Bullen 1. Qual. 53-55 Mk., 2. Qual. 4950 Mk.; Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. 6062 Mk., 2. Qual. 55-57 Mk., 3. Qual. 4345 Mk., 4. Qual. 3233 Mk., 5. Qual 3031 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 7880 Pfg., Lebend­gewicht 4649 Pfg., 2. Qual. 7073 Pfg., Lebendgewicht 4244 Pfg., 3. Qual. 6063 Pfg.; Schafe 1. Qual. 5860 Pfg., 2. Dual. 5456 Pfg.; Schweine 1. Qual. 59 Pfg., Lebendgewicht 46 Pfg., 2. Qual. 5758 Pfg., Lebendgewicht 45 Pfg. Geschäft gut, Markt geräumt.

Neueste Meldungen.

I. Treiben, 15. April. (Telegr. d.Gieß. Anz.") Im TresdenerJournal" findet sich folgenbet Nachruf:

Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, in der Nacht vom 9. zum 10. d. Mts. in Peking meinen h<nßgeliebten Mann, unfern teuren Schwiegersohn und Schwager Georg Bar tsch, Hauptmann und Koinpagniechef im 2. Ostasiatischen Infanterie-Regi­ment, zu sich zu nehmen. Ties zeigt im tiefsten Schmerze, mit der Bitte um stilles Beileid, zugleich im Namen der Familie Bartsch an Agnes Bartsch, geb. Men de, Emil Mende, Kommerzienrat, Emilie Mende, geb. Großheim, Emil Mende, Fritz Mende, Gustav Mende. Cöschwitz, Orlando, den 12. April 1901.

W. Stuttgart, 15. April, 1.45 Uhr. (Tel. Meld. d. Gieß. Auz.") Wie derSchwäb. Kur." meldet, hat der König von Württemberg von Potsdam aus die Entlassung des Ministerpräsidenten unb Kriegsministers Freiherrn Schott zu Schotten­stein mit Rücksicht auf seine Gesundheit unter Anerkenn­ung der geleisteten treuen Dienste genehmigt. Zum Ministerpräsident wurde der Justizminister von Breitling und zum K r i e g s m i n i st e r General­leutnant von Schnürlein ernannt. Herzog Alb­recht wurde mit der Führung der 26. Tivision und von Muff, früher in Straßburg, mit der Führung der 51. Brigade betraut.

Berlin, 15. April. Gestern vormittag wurde die 35jährige Prostituierte Marie Stadler in ihrer Wohnung mit einer Schußwunde in der linken Brust ausgefunden und verstarb auf dem Wege nach dem Kraukcuhause. Die Polizei setzte 2000 Mark Belohnung, falls ein Ver- brechen sich ergiebt, für die Ermittelung des Thüters aus, der 25 bis 30 Jahre alt, 1,72-1,75 Meter groß, mit frischer Gesichtsfarbe, starkem blondem Schnurrbart, bekleidet mit einem Hellen modefarbenen Sommerüberzieher, schwarzer Hose und schwarzem Filzhut, geschildert wird. Als mutmaß­licher Märder ist, den Blättern zufolge, der Tischler Fritz Elser bereits verhaftet worden.

Köln, 15. April. Kölner internationalesPferde- rennen. Im großen Handicap starteten 13 Pferde. Preise 15.000, 3000 und 2000 Mk.: 1. A. Brits' Fuchsstute Orbomane", 2. Vicomte de Buifferet'S braune Stute Helmeray", 3. (Anonym) der HengstEaster Monbaz". Die betben bekannten amerikanischen Jockeys Reiff konnten bem HengstThe Wywire" unb bem HengstMarnbnus" nur ben 4, bezw. 6. Platz erlangen.

Pietersburg, 14. April. Von einem Schürfer sinb in ber Murchisonkette reiche Golbabern entbeckt worben.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Giefteu.

April

Barometer auf Co reduziert

u

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

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Windstärke

Detter

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13.

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+

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+ 10,4

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NNW.

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+

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NNW.

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7 25

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4,9

62

NNW.

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15.

2«

734,7

+

5,9

5,7

83

NW.

4

H II

Höchste Temperatur am

12.13. April +

9.80 C.

Niedrigste

ff

e

+

3.00 C.

Höchste Temperatur am

13.-14. Apri

4-

8.7° C.

Niedrigste

W

u

+

3.9° C.

Kursbericht.

Frankfurt, den 15. April.

8Ve % Reiohsanleihe . . 98.35

8 0/. do . . 88 30 8Vi*/o Konsols .... 9815

8 O/q do .... 88.10 8Hessen .... 94.35

5 r,/o Italien. Rente . . . 96.00 4&/o Griech. Monop.-Anl. 45.00 8 o/c Portugiesen . . . 25.50 3 o/c Mexikaner «... 25.70 41/s 0/q Chinesen . . . . 81.35

Tendenz

Kreditaktien . . . . 219 86

Dißkonto-Kommandit . . 183 10 Darmstädter Bank . . . 133.90 Dresdener Bank .... 147 56 Berliner Handelsges. . . 152 30 Oestorr. Staatsbahn . . 149 70 Gotthardbahn . . . .165.50 Laurahätte..... 208 90

Bochum ...... 19500 Harpen er .....176 10

schwach.

Kunst-Ausstellung.

ausstellungj im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhl ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 5u Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.

Brodpreife

oom 14. bis 28. April 1901.

Der hiesigen Bäcker.

. jtQ. fd Pfo.) Xafdbrol» 28 Pfg 1 Kg. (2Pfd.)Gcknvar-Lrod 24 Pfg.

3 Kg. (4 Pfd.) Tgfelbrod 56 , 2 Kg. (4Pfd.)Schw«rrdrod 4d .

i sg. (2 Pfd.) Weißbrot» 26 , 3 Kg. (6Pfd.)SchwUrzbrod 72 ,

2 Kfi. (4 Pfd.) Weißbrot» 52 ,

Der asswärttgen Bäcker.

1 Kilogramm (2 Pfund) Wetßbrod bei:

W. Fabel von Wiefeck . . 24 SB. Steinmüller, Lang-GönS 24 H L. Schmidt, Gr.-Linbm . 24 W. Weitzel von L«rg-GSnv 24 C. Post von Wiefeck . . 26

2 Kilogramm (4 Mund) Weißbrot) bei: )oh.Kd.Velte v. Kirch-Göns 44 W. Steinmüller, Lang-Göns 48 &

Wilh. Fabel von Wiefeck 48 , W. Weitzel von Lana-GönS 48

8. Schmidt, Großen-Linden 48 I. Kd. Vckte, Kirch-Göntz . 46

8. Steinmüller, Gr -Linden 48 C. Post von Wiefeck . . 62 ,

1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot) bei:

L. Schmidt, Großen-Linden 22 W. Weitzel von L«ng-G2n^ 22 A W. Sieinmüller, Lang-Göns 22

2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrod bei:

Job. Kd. Belte v. KirchgönS 42 W. Weitzel v. L«ng-Gön6 44 H ß. Schmidt, Gr.-Linden . 44 , W.Stetnmüllcr v.Lang-Göns 44 L. -Äteinmüller, Gr -Linden 44 Karl Post von Wiefeck . 44

Ü Kilogramm (6 Pi und) Schwarzbrod bei:

Wilh. Fabel von Wieseck . 66 H Gust. Jakoby,Blten-Buseck 69 C- Post von Wieseck . . 66

Der BrodverkLufer.

Bei den hiesigen Brodverkäufern bestehm dieselben Preitk wie bei dm hiesigen Bäckern.

Gießen, den 15. April 1901.

Großherzogliches Polizeiamt Gieße».

Hechler.