Zimmer anwesende Offizier dem Leutnant Blaskowitz, -sich nunmehr ruhig zu Verhalten, und als diese Mahnung auch nichts half, rief er iym zu: /z<5ie brauchen nichts mehr zu trinken. Sie sind ja schon besoffen wie ein Schwein." Kaum hatte er diese Worte ge- spvochen, so stürzte Leutnant Blaskowitz aus ihn zu und versetzte .ihm eine schallende Ohrfeige. Oberleutnant Hildebrand verließ hierauf die Wohnung, ohne irgend etwas zu entgegnen oder sich gar selbst zu Thätlichkeiten hinreißen zu lassen. Daraufhin ließ sich Blaskowitz auf einen Stuhl nieder und fragte, ob er wirklich so besoffen wäre, woraus Raßmussen antwortete: „Sie verdienten, daß man JhneneinsmitderNeitPeitschedurchsGesichit zieht." Da sprang Blaskowitz wiederum auf und schlug Raßmussen ebenfalls ins Gesicht. Die beiden Artilleristen entfernten sjch darauf stillschweigend. — Diesem Bericht der Augenzeugen fügt das „Kleine Jourrial" noch hinzu, daß Blaskowitz steif und fest dabei blieb, sich auf den ganzen Vorfall nicht zu entsinnen, wodurch für .chn auch die Möglichkeit entfiel, durch eine Abbitte die Sache wieder gut zu machen. Der Ehrenrat aber verfügte, daß Blaskowitz den beiden Offizieren Genug- thuung zu geben habe, es wurde je einmaliger Kugelwechsel bestimmt, und beide Duelle sollten hintereinander ausgesochten werden.
Hamburg, 14. N>ov. In der gestrigen Sitzung der Bürgerschaft kamen die Blättermeldungen zur Sprache, daß Kriegsmaterial an dieEngländer über Hamburg nach Südafrika zur Versendung gelange. Rechtsanwalt Jacobsen interpellierte die Deputation für Handel und Schiffahrt, und ersuchte um Aufklärung, in welchem Umfange Kriegs-Material, Munition, Lebensmittel und Pferde über Hamburg nach Südafrika gingen, und ob
irgendwelche Maßregeln zur Verhinderung der Ausfuhr getroffen worden seien, da diese Gegenstände doch Kriegs- Contrebande wären. Weil der Redner bei seiner Begründung des Antrages angeblich zu weit abschweifte, entzog ihm der Präsident das Wort. Hierauf erklärte das Mitglied der Deputation für Handel und Schiffahrt, Lütgens, ihm lägen aus Rhederkreisen Antworten zweier Schiffahrt- Linien vor, deren Verwaltungen nichts weiter über diese Verschickungen bekannt sei. Ein Ausfubrverbot bestehe deutschersells gegenwärtig nur hinsichtlich Chinas. Uebri- gens sei nach den statistischen Ausweisen die Ausfuhr über Hamburg nach Süd-Afrika nur ganz minimal.
Karlsruhe, 14. Nov. Aus einer offiziösen Berliner Zuschrift an die hiesige „Südd. Reichs-Korresp." geht hervor, daß die leitenden englischen Kreise in nichtamtlicher Form über die Empfindungen, welche die Sprache des Kolonialministers Chamberlain bei der deutschen Regierung ausgelöst hat, gut unterrichtet worden sind.
London, 14. Nov. Wie „Daily Telegraph" meldet, werde Präsident Krüger, falls das Schiedsgericht den Buren-Antrag ablehnt, einen Aufruf an die Großmächte richten, um) einen Waffenstillstand zu erlangen, der ihm gestatten würde, mit England wegen der Friedensbedingungen zu unterhandeln.
London, 14. 9Lov. Aus Brüssel wird gemeldet: Wenn das Haager Schiedsgericht sich weigert, den Burenantrag betr. Einsetzung eines Schiedsgerichts zu erwägen, werde Krüger ein Schreiben an den deutschen, den russischen und den österreichischen Kaiser richten und diese um ihre Intervention ersuchen.
Liverpool, 14. Nov. Sir Grey hielt gestern abend eine Rede, in der er die Umbildung des Kabinetts mit Elementen der Regierungspartei verlangte. Er drückte sich
äußerst befriedigt aus über die Rückkehr Lord RofeveryZ in das politische Leben. Ferner erklärte er, daß nach Sei endigung des Krieges die Autonomie in Südafrika eingesührt werden würde.
Telephonischer Kursbericht-
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Kreditaktien.....195.50
Diskonto-Kommandit . . 173.70 Darmstädter Bank . . . 119.90 Dresdener Bank .... 121.10 Berliner Handelsges. . . 133.30 Oesterr. Staatobahn . . . 138.00 Gotthard bahn.....154.30
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