Die Aussichten der Buren.
Aus Lourenco Marques im August ist ein in der „Süd-
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Prastvem Maczrrnxey tft Afrikanische Korrespondenz" enthaltener, K. van P. unter-
Welt gehöre", daß sie bei den internationalen
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des rücksichtslos seinen Vorteil verfolgenden Geschäfts-Amerikaners; Roosevelt ist ferner, nach zuverlässigen Mitteilungen, ein entschiedener Vertreter des Gedankens amerikanischer Großmannssucht, daß seinen Landsleuten die
(MacKinley ist also erst Nachts 2 Uhr verschieden, nicht, wie andere Extrablätter irrtümlich meldeten, schon gestern Abend 11 Uhr 3 0 Min.)
Buffalo, 14. Sept, r ' heute Morgen 2 lUjr gestorben.
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Sept. Prinz Ts chun ist heute vormittag in Hamburg eingetroffen, und wurde am Bahnhof von einem Senatsvertreter empfangen. Prinz Tschun ist im Hamburger Hof abgestiegen, wo der Senat zwanzig Zimmer gemietet hat. Im Hotel wurde der Prinz von mehreren Senatoren begrüßt. Geleitet von Senatoren be- ichtigte der Prinz mit einem Teil des Gefolges das Rathaus, fuhr sodann zum Hafen und unternahm auf dem Staatsdampfer „Elbe" eine Rundfahrt durch alle Häfen. Sodann begaben sich die Herrschaften auf die Prinzessin Viktoria £ut)e", wo die Direktion der Hamburg-Amerika- Linie ein Frühstück anbot. Hieran schloß sich' eine Besichtigung der Schiffswerft Blohm u. Voß.
— Der österreichisch-ungarische Militärbevollmächtigte in Berlin Oberst Grai Stürgk hat gestern dem Feld
Vizepräsident Roosevelt.
Nissen bas Recht und die Pflicht hätten, ein gewichtiges Wort mitzureden und unter allen Umständen mit achtungsvoller Aufmerksamkeit vernommen werden müßten Roosevelt hat im Kriege gegen Spanien, auf Kuba, als Führer der „rauhen Reiter", kriegerische Lorbeern errungen Dieser Siegestriumph, der von Skeptikern nicht allzu hoch bewertet wird, ist ihm zu Kops gestiegen. Die amerikanische „gelbe Presse" hat nach Kräften dafür gesorgt, die Ueber- zeugung zu verbreiten, daß die Vereinigten Staaten schlech- .terdings unüberwindlich seien. Wolle z. B. Deutschland etwas, so möge es nur herankommen. Dergleichen Prahle- reren und Herausforderungen sind ja in neuerer Zeit sel- tener geworden, eine Ernüchterung, zu der auch der Spott wr Amerikanischen Batschafters in Berlin, des maßvollen imfpr &i-%r^l9etr-a9cn haben mag — aber das Feuer kann S toctt” glimmen. Jedenfalls soll sich Roose- stündlichen Meinung- über Teutsch,
/int>erunttUhT VW' oB und wie weit eine Wcr-
I8 u"t,r btr amerikanischen Rcgicr-
3r und mebr ble Beziehungen zu Teutschlund
unmöchich cht^cs?a das- «'^"b,"°ltaltete, -Eintritt. Nicht unmogucy i)t es ia, das; Roosevelt als Präsident so angenehm enttäuscht, wie dies bei “nä
gramm bekannt gegeben, da§ uns den Tdd des Präsidenten meldete:
Geschäfte gemacht. Erst haben sie ihnen Waffen gegeben und ie gegen die - Buren gehetzt. Sie haben damit wirklich die cheußliche Ermordung einer Anzahl von Frauen und Kindern und einiger im Schlaf überfallener Männer erreicht. Bei diesem der englischen Kriegsführung würdigen Erfolg blieb es. Viel zu sehr fürchten die Schwarzen den Buren, viel au sehr sehen sie in ihm ihren natürlichen Herrn, vor )em ihnen Demut und Ehrfurcht angeboren ist, als daß ie einen wirklichen Aufstano wagen sollten. Sobald die Buren erklärten, jeden bewaffneten Barbaren erschießen zu wollen — fingen die Kaffem an, die Waffen gegen die Engländer selbst, von denen sie dieselben empfangen hatten, zu kehren. Und vor dem Rotrock ist der Kaiser noch nie bang gewesen; den hat er zu oft geschlagen; uno abends, bei ihren Wachtfeuern, erzählen Die Zulukrieger noch oft wie ein kleiner Trupp von ihnen am Rande eines Maisfeldes ein Kommando Engländer überraschte, denen die Sorge ür ein Königskind, den Prinzen Lulu Napoleon, überlassen var, und wie die Feiglinge in glänzenden Uniformen davon lüchteten, ohne auch nur einen Schuß zu tyun und den Vrinzen unter den Assagays der Zulus abschlachten ließen. „Wenn wir gewußt hätten, daß es ein wirklicher „Koos", ein Königskind, war, hätten wir ihn nicht getötet, aber wer konnte denken, daß Männer einen Fürsten so im Stich lassen" — so erzählte mir ein alter Zulu, der mit dabei war.
Es ist denn nun auch richtig so weit gekommen, daß die Engländer ihre pazisizierenden Maßregeln den Kaffern gegenüber anwenden, d. h. das Niederbrennen von Wohn- tätten, Wegnehmen von Lebensmitteln u. f. w- Ein furchtbarer Kafsernaufthand wird eines Tages Die Folge davon ein.
In lebhafteren Fluß werden die Bewegungen freilich erst zu Beginn des Sommers kommen. Wenn dort Drüben ms Laub herbstliche Färbung annimmt und raschelnd zu Boden fällt — dann beginnt hier ftisches Gras auszu- prießen; dann haben die Burenkommandos wieder Futter ür ihre Pferde, dann können sie sich freier bewegen. Und mnn, dann sollen Sie sehen, wie die englischen Zeitungen wieder einen „Unfall" nach dem anderen werden berichten müssen .
.So hat denn der Mordbube die traurige Genugthuung, . sein „Werk" geglückt zu sehen. Ihn erwartet allerdings dings nach dem Verscheiden seines Opfers die Todesstrafe, und der Staatsanwalt kann sich die scharfsinnigen Bemühungen sparen, gegen den Verbrecher eine solche Reihe von Thaten geltend zu machen, daß dieser, statt mit zehn Jahren Gefängnis davonzukommen, der Ahndung für ein Attentat ohne tödlichen Ausgang, bis zu dreißig Jahren Gefängnis zu verbüßen gehabt hätte. Aber die Todessttafe übt längst keinen Schrecken mehr aus auf die Anhänger der „Propaganda der That"; sie rechnen kaltblütig mit dieser „Konsequenz". Welcher Gegensatz, wenn man die Schilderung von der humanen Behandlung des Mörders — wir haben davon berichtet — mit Den erschütternden letzten Berichten vom Sterbebett McKinleys vergleicht! Wie der Präsident, fahlgelben Antlitzes, erloschenen Blickes, vergeblich sich müht, die Hand zur Sttrne zu führen, die keine zusammenhängenden Gedanken mehr zu fassen vermag; wie die Aerzte dem unsäglich Leidenden die Schmerzensqualen zu lindern versuchen; wie die Gatttn des Sterbenden auf die Katastrophe vorbereitet wird. Dem feigen Mordbuben aber ergeht es gut; ihm fehlt es weder an Rücksichtnahme, noch an einem Komfort, den viele Hun- derttausende ehrlicher Leute nicht haben, noch an der allgemeinen Beachtung, die der Eitelkeit der Anarchisten am meisten schmeichelt und vielleicht, ja wahrscheinlich eine Triebfeder ihrer Verbrechen ist.
McKinley ist 1844 zu Niles im Staate Ohio geboren, widmete sich nach Absolvierung der Schule dem Rechtsstudium, trat 1861 beim Ausbruch des Bürgerkrieges in die Armee ein, und brachte es bis zum Major. Nach Beendigung des Krieges ließ er sich 1866 in Albany als Advokat nieder, beteiligte sich indessen eifrig an der Politik. Von 1877—1890 war er ununterbrochen Mitglied des Kongresses in Washington. 1896 wurde er zum Präsidenten erwählt. Das Hauptereignis seiner Präsidentschaft war der Krieg gegen Spanien, der zur Eroberung Kubas und Porto- ricos und zur Abtretung der Philippinen und der Insel Guam (Marianeninseln) an Amerika führte. Der Krieg gab Anlaß zu einem starken Aufflammen des amerikanischen Patriotismus, so daß man bald von einem Imperialismus in der Union zu sprechen begann. Für McKinley selbst hatten die äußeren Erfolge der amerikanischen Politik den Erfolg, daß er im vorigen Jahre für eine neue vierjährige Amtsperiode wiedergewählt wurde.
Ter Präsident McKinley war auf dem besten Wege, eine langersehnte Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa herbeizuführen, eine Annäherung auf wirtschaftlichem Gebiete. Seine letzte Programmrede, gehalten einen Tag vor dem Attentat, gewährte einen verheißungsvollen Ausblick, daß die Vereinigten Staaten das System einer übertriebenen Abschließung durch Schutzzölle, das den Namen McKinleys trägt, allmählich reformieren und dadurch die Union zu Handelsverträgen geeignet machen würden, wobei Amerika nicht nur der empfangende Teil war.
Es ist bis auf weiteres zweifelhaft, ob ein Mann wie Roosevelt, der der 9!achfolger im Amt des Präsidenten ist, diese Hoffnungen erfüllen wird. Roosevelt ist der Typus
zeichneter Brief datiert, der nach verschiedenen Richtungen hin Interesse bietet und namentlich auch über die Stimmung in Lourenco Marques aufklärt. Das Schreiben lautet:
Wilde Gerüchte durchschwirren die Luft. Die einen erzählen von Burenkommandos, welche die Grenze der portugiesischen Kolonie überschritten haben und im Anmarsch auf Lourenco Marques begriffen sein sollen; die anderen melden gar von Kaperschiffen, welche draußen vor der Bai kreuzen. Leider sind all Diese Gerüchte verfrüht, wahr ist nur — und das ist belangreich genug — daß es der hiesigen portugiesischen Einwohnerschaft ganz gleichgiltig ist, ob die Buren Lourenco Marques von der See oder vom Lande aus wegnehmen, wenn sie es nur überhaupt nehmen und dem jetzigen, unerträglichen Zustand ein Ende bereiten. Denn so unwürdig ist die Lage der Kolonie, daß sie jedem Portugiesen die Schamröte ins Gesicht treiben muß. Ueberall, in der ganzen Verwaltung, tritt der Engländer als brutaler Regent auf — Eisenbahn und Zollwesen, Hafenpolizei und Gerichtsbarkeit sind nur den äußeren Formen nach portugiesisch; in Wirklichkeit geschieht allenthalben, was der Engländer will, und von neutralem Verhalten Transvaal gegenüber ist nirgends die Rede.
Die Bevölkerung aber ist durch und durch transvaal- freundlich und empfindet das uns zugefügte Unrecht als eine ihr selbst angethane Schmach. Und so ist denn der unerhörte Zustand eingetreten, daß die Bevölkerung dieser Kolonie mit wahrer Sehnsucht den Moment herbeiwünscht, da die Buren als offene Feinde ins Land fallen und den geheimen Feind, den Engländer, mitsamt der feilen portugiesischen Regierung aus dem Lande jagen. .
Vom Kriegsschauplatz erfahren wir aus den «offiziellen englischen Berichten nichts anderes, als daß das Pazifi- kationswerk rüstig fortschreitet, d. h. sinngemäß übersetzt, daß Frauen und Kinder der kämpfenden Buren in den sogenannten Conzentrationslagern weiter ermordet werden (teils mittels Hungers und Entbehrungen, teils vermittels eingeschleppter Krankheiten, teils auf andere Weise); wir hören ferner aus der gleichen Quelle, daß jetzt nicht nur die Frauen der Buren, sondern auch die Kraals der Käftern vernichtet und verbrannt werden, so daß zuletzt niemand in dem noch vor zwei Jahren so gesegneten Lande wird Hausen können, als der englische Lohnsoldat, der von über See aus verpflegt wird; und man berichtet uns endlich, daß all diese englischen Maßregeln von einem geradezu großartigen Erfolge begleitet seien, daß die Buren haufenweise sich ergäben und daß De Wet, Telaray, Steijn und >ie anderen Generale eigentlich ganz ohne Truppen da- händen.
Hm, uns hier will bedünken, als ob an diesen englischen Berichten eigentlich nur die Grausamkeiten wahr seien. Im übrigen stellt sich' das Bild der Lage, wie wir es uns nach mündlichen Erzählungen über die Grenze gelaufener Kaffern und versprengter Buren bilden, ganz anders dar. Danach tief)en die Burengenerale nicht allein da, sondern erhalten täglich neuen Zuwachs, und selbst diejenigen Buren, welche zu Beginn des Krieges und während der ersten Periode der Feindseligkeiten noch einige Sympathie für England und Friedensliebe zeigten, sind jetzt für den Krieg bis aufs Messer, nachdem sie an den Schändlichkeiten des „Pazifizierungssystems", der Frauenlager, der Rebellenexekutionen u. s. w- die wahre Natur John Bulls erkannt haben. Den in der Kolonne operierenden Burenkommandos schließen ich täglich gut ausgerüstete Reiter an und lachen der englischen Drohungen mit Zuchthaus und Galgen; und bei Licht besehen, sind die Engländer heut schon ebensowenig mehr Herren ihrer Kolonie, wie sie es je in den Republiken waren. — Mit den Kaffern aber haben sie ganz schlechte
marschall Grasen Wald e r se"e das Großlreuz des Stefans- ordens in Brillanten überreicht, das ihm von Kaiser Franz Jpsef verliehen worden ist.
— Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge wurde dem deutschen Konsul in Prag, Frhrn. v. Seckendorfs, der Kronen- orben 2. Klasse verliehen.
— Der König von Württemberg verlieh einer Reihe ; Marineoffiziere Auszeichnungen, so den Admiralen Köster und Thomsen das Großkreuz des Kronenordens, dem Vize- Admiral v. Senden-Bibran das Großkreuz des Friedrichs- ordens.
— Dem Staatssekretär des Innern ging vom Leiter der deutschen Südpolarexpedition v. Drygalski eine Depesche aus St. Vincent (Kapverdischen Inseln) 11. Sept., 7 Uhr 5 Min. abends zu, besagend: „Expedition planmäßig Vincent angekommen. Alle wohl. Abreise Montag. Drygalski."
— Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die hiesige amerikanische Botschäft teilte dem Auswärttgen Amt als Erwiderung auf das Beileidstelegramm des Kaisers an McKinley eine Depesche mit, welche lautet:
„Die rührende Sympathiekundgebung Seiner Majestät, die am 6. Sept, an den Präsidenten nach Buffalo gerichtet war, ist eingetroffen. Ich bin beauftragt, Sie zu ersuchen, Namens oes'Präsidenten Seiner Majestät den gebührenden Ausdruck tiefer Erkenntlichkeit für diese freundliche Kundgebung zu übermitteln, welche durch die Art, wie sie dem Gefühl Seiner Majestät und des ganzen deutschen Volkes Ausdruck giebt, den Präsidenten und seine Landsleute zu besonderem Dank verpflichtet. Tas Befinden des Präsidenten macht günstige Fortschritte. Ake, geschäftsführender Staatssekretär."
In einer anderen Depesche spricht Ake warmen Dank für die Sympathiekundgebung des Reichskanzlers Bülow aus. Botschafter White richtete an den Präsidenten des Reichstages folgendes Antworttelegramm:
„Ich hatte die Ehre, Ihr Sympathietelegramm be* treffend das Mordattentat auf den Präsidenten McKinley zu erhalten und sage dafür Exzellenz Namens der Regierung und des Volkes Der Vereinigten Staaten sowie auch für mich persönlich herzlichsten Dank."
— Graf Clemens Westphalen in Laer bei Meschede wurde auf Grund erblichen Rechts als legitimierter Besitzer des Westphalen'schen Fideikommisses durch Erlaß vom 6. August in's preußische Herrenhaus berufen. Das Recht ruhte feit 1867.
— Die für kranke Chinakrieger bestimmten Lazarettbaracken auf dem Exerzierplatz des Garde-Füsilier- regiments zwischen der Chaussee- und Scharnhorststraße sind jetzt vollständig besetzt. Die mit Heizvorrichtung versehenen acht Baracken, welche mit dem großen Garnisonlazarett in der Scharnhorststraße in Verbindung stehen, erheben sich auf dem nördlichen Teile des Exerzierplatzes und werden durch einen Bretterzaun eingehegt. Viele der erkrankten Soldaten, welche ihrer Genesung entgegengehen, kann man täglich in den Anlagen des Lazaretts promenieren sehen.
— Auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn bei Aachen wurde eine große Anzahl Soldaten von den Regimentern 68 und 28 von der roten Ruhr befallen. Das Ausrücken ins Manöver unterbleibt.
Bremerhaven, 12. Sept. Der Lloyddampfer „Dresden" landete heute den Stab, das erste und zweite Bataillon des 1. Infanterie-Regiments und die 5. Batterie, zusammen 18 Offiziere, 955 Mann.
Rudolstadt, 12. Sept. Die Fürstl. Regierung hat die Abhaltung des Parteitags der Sozialdemokraten des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt verboten.
Karlsruhe, 12. Sept. Die Verhandlungen der hiesigen Nationalliberalen mit dem Zentrums-Ortsausschuß zur gemeinsamen Aufstellung von Landtagskandidaten in Karlsruhe sind abgebrochen worden. Wie verlautet, hat die nationalliberale Pattei zugestanden, daß einer der drei Kandidaten ein vom Zentrum selbstständig zu bezeichnender Zentrumsmann sein soll, daß auch die anderen Kandidaten für unbedingtes direktes Wahlrecht eintreten sollten; dagegen haben die Nationalliberalen die Forderung abgelehnt, daß beide von ihnen aufgestellte Kandidaten nicht gegen die kirchenpolitischen Forderungen des Zentrums stimmen düftten.
Ausland.
Paris, 12. Sept. Dem „Matin" zufolge hat sich die türkische Regierung endgiltig bereit erklärt, dem Unternehmer Tubini das Kapital mitsamt den Zinsen innerhalb vier Jahren zurückzuzahlen. Man glaubt, daß eine ähnliche Vereinbarung zwischenher Pforte und den Erben des Loraudv zu stände kommt. Sobald die Streitrage geregelt ist, wird die Pforte die französische Regierung amtlich davon verständigen. — Privatnachrichten zufolge _ erklärte Ministerpräsident Waldeck-Rousseau )em Bischof von Grenoble bei Besprechung der Angelegenheit der Kart Häuser, der genannte Oroen sei eine nicht ordnungsmäßig organisierte Kongregation und es sei nicht Sache der Regierung, diese Gesetzwidrigkeit stillschweigend zu dulden. Die Karthäuser müßten vielmehr die durch das Gesetz! von 1901 vorgeschriebene Ermächtigung nach suchen. Tie Regierung habe zu wiederholten Malen zu erkennen gegeben, in wie wohlwollender Weise sie die Anttäge um Zulassung prüfe, welche von solchen Kongregationen an sie gerichtet wurden, die wohlthätige Zwecke verfolgen, und ie werde sich auch fernerhin ausschließlich von dem Gesichts- mnkt der. Würdigung der Leistungen derselben leiten lassen.
Paris, 12. Sept. Entgegen den Angaben der reaktionären Presse über Auswanderung der Kongregationen darf man vielmehr annehmen, da ßfast sämtliche Kongregationen, vielleicht nur mit Ausnahme der Jesuiten und Assumptionisten, die Autorisation im letzten Moment vor dem 1. Oktober nachsuchen, wenn auch nur, um neue Frist zu gewinnen, da die Parlamentsdebatten über die Autorisationsgesuche Wochen und Monate ausfüllen werden. Angesichts dieser Ueberlastung der Wintersessivn werden die Kammern bereits für den 22. Oktober einberufen.
Barcelona, 12., tSept. Eine größere Anzahl junger Katalonier veranstaltete heute vormittag spanienfeindliche Kundgebungen unter dem Vorwande, das Denkmal Casanovas, welcher am 11. September 1414 bei der Verteidigung Barcelonas sich hervorgethan hatte, zu bekränzen. Einige Dreißig wurden verhaftet, welche Hochrufe auf Frei- katalonien ausgebracht hatten. Die Verhafteten, meistens vornehmen Familien Barcelonas ansehörend, wurden ins Gefängnis gebracht.
Belgrad, 12. Sept. Aus Altserbien werden wieder dreiMorde gemeldet. In Plewlje (Sandschak Novibazar) ermordeten Türken den Sohn des dortigen Serben geistlichen Taue Schiljak. In Mschewo erschoß der Arnautenführer
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