Ausgabe 
15.3.1901 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Mürz. Der Kaiser hat dem ehemaligen König Mataafa auf Samoa durch den Gouverneur Sols einen Häuptlings st ab aus Ebenholz überreiche«, lassen, der mit reiä>en Verzierungen in getriebenem Silber ausgestattet ist. Am oberen Ende zeigt sich ein Ornament votr Lorbeerranken zwischen glatten Feldern, darunter schlmgc sich ein kleines Band mit farbigen Steinen. In der Mitte! des Stabes ist das Monogramm des Kaisers mit der deud-

besovdnn |

^Teschist 1

Ntu J

2016 V

g22

Widerruflich

uuetnubareu lnßigr «Stlep.

rt m

lischt, m

avrwLrti

Irschchm aus eich «-über gesucht.

Ixred. b.U losir r -aasbarsch, gesucht.

, fireuwlat »

Junge kann PVW; :\bt ttWWOTtl# , Lubwiftiplatz« len für unter Ronir nn mit guter W

0?

hrliug- *W «berger 4 M euslaat.__

tliitft iw bilbuna surMm, I atoorengro^nN- - in b.SrPjL®!.

ffs i

®utLn jigdm11

% 6?*

J'l

if

MM

T^ae äuS öln w l Iw Hamel. MliegeM irr*nblunL^ eatli-t» rnädche»

Str. 63 Zweites Blatt.

151, Jahrgang.

Freitag 15. März 1901

ctaftion, Expedition und

radmi: rchulstraß« 7.

Erscheint täglich mit Uusnahme deS MontagS.

Me Gießener Lamilie«. blätter werden dem An- ttigcr im Wechsel mitHess, tenöroirt" undvlätier Mr heff. BolkSkunde" vier­mal wöchentlich beigclegt.

«»uatzmr eon Hnietgen

E»er na<6mittafl6 für den (flenbtn Tag erscheinenden immer bi» vorm 10 Uhr Ndbeftellungen spätesten« abend» vorher.

SietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen

vezngzprei» vierteljährl. Dtl. 2.20, monatl. 75 Pfa. mit Bringcrlohn; durch M< dtbholestcllrn vierteljährl. Ml. 1.90, monatl. 65 Pf,.

Bei Postbezug viertetjährl. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld

fit Anzeigen vcrwinlun»«- stellen de« In- und <lu»lan»«« nehmen Anjeiae« für b«» L,ebener «nzeioer tntgcae«. grtlrnpreia total ir auvwürld SO Psg.

Adresie" für Depesche«: Anzeiger Gießen.

FernsprechanschlußNr.Al.

Polilische Tagesschau.

Die Erörterung über die Uaterrednug unseres GroßherzogS mit demGenossen" Ulrich nimmt kein Ende. Die w£>amb. Nachr.- bedauern aufs Tiefste,daß ein deutscher BundeS- fürst sich auf eine freundliche Unterhaltung mit einem An­gehörigen der Umsturzpartei überhaupt eingelassen" habe. Daß wir auf dem entgegengesetzten Standpunkte stehen, haben wir bereit» erörtert. Um vieles verständiger sind die Ausführungen der agrarischenDtsch. TageSztg," Sie schreibt:

Die Unterhaltung, dir der Großherzog von Hessen mit dem sozial- demokratischen Landt-gSabg. Ulrich anläßlich des von dem Kammer­präsidenten veranstalteten patlamentartschen AbrndS gepflogen hat, wird unseres Erachtens allzu sehr aufgebauscht und zu Unrecht als eine Haupt- und Staatsaktton behandelt. Wenn an einem parlamentarischen Abend der Landekfürst teUntmmt, so würde eS kaum verständlich fein, wenn er die sozialdemokratischen Abgeordneten als Luft behandelte. Darüber aber mit ihm zu rechten, hat keinen Zwcck und keinen Sinn. ES erscheint uns als eine etwas kleinliche Auf­fassung der Stellung estnes Fürsten, wenn man ihm das Recht absprech:n will, mit denjenigen Untertbanen sich auszusprechen, welche grundsätzlich auf entgegengesetztem politischen Boden stehen. Die hessischen Sozialdemokraten haben sich über die Unterhaltung ihres führenden Genoßen mit dem Großherzog königlich gefreut, sonst würden sie die ganze, an sich bedeutungslose Angelegenheit nicht mehr als einmal sehr ausführlich in ihrer Presir behandelt haben. Diese Freude aber ist ein nicht unerfreulicher Beweis dafür, daß auch die Sozialdemokratie ote Stellung und Bedeutung der Monarchie thatsächlich anerkennt. Im übrigen können wir nur wiederholen, daß nach alter und vielfacher Erfahrung gerade die rötesten Demokraten am empfänglichsten für Freundlichkeiten von höchster Stelle sind.

3 n der Budgetkommission des Reichstages ist ein Beschluß gefaßt worden, der mit Recht von den Ber tretern aller Parteien als der erste Anfang zu einer Reichs- Wohnungsreform bezeichnet wurde: die Bewilligung von zwei Millionen Mark zur Förderung der Herstellung von K l e i n w o h n u n g e n für Arbeiter und gering besoldete Beamte in den Betrieben und Verwaltungen des Reiches, durch Gewährung von Beihilfen an gemeinnützige Unter­nehmungen. Besonders bemerkenswert ist, daß der Abg. Müller- Fulda (Zentr.) das Prinzip eigener kleiner Heimstätten für den Arbeiter vertrat, während der sozial­demokratische Abg. Singer diesen Besitz nicht für zweck­mäßig hielt. Man kann sich über die Stellungnahme Singers einigermaßen verwundern, nach den günstigen Erfahrungen, die man mit Einfamilienhäusern für Arbeiter, umgeben von kleinen Gärten, gemacht hat. Der Arbeiter, der im stände ist, Miete zu zahlen, wird ebensowohl mäßige Hypotheken­zinsen mit einem kleinen Zuschlag für die Abzahlung, ins­gesamt in gleicher Höhe wie die Miete, aufbringen, und befindet sich dafür auf eigenem, im Werte wachsenden Grund und Boden. Die Haltung des Abg. Singer ist aber vielleicht dadurch verständlich, daß die Sozialdemokratie den Arbeiter nichtan die Scholle gefesselt" sehen will, um ihm eine größere Unabhängigkeit seines Arbeitsverhältnisses zu geben. Auch in Preußen regen sich die Wohnungsreform- Bestrebungen. Der Entwurf eines Wohnungsgesetzes soll demnächst in Angriff genommen werden. Noch einen anderen Beschluß faßte die Budgetkommission: sie bewilligte 150 000 Mark als erste Rate des Reichsbeitrags für die Wiederherstellung der Hohkönigsburg. Neun von fünfzehn Stimmen der Kommission stimmten gegen den Bei­trag. Für künstlerische und wissenschaftliche Zwecke hat das Reichsparlament ja nicht allzuviel übrig.

In der Angelegenheit des Baues der ostafrikani­schen Zentralbahn arbeitet die Regierungmit Dampf". Der die Zinsgarantie des Reiches für ein Grundkapital von 24 Millionen festlegende Gesetzentwurf ist bereits dem Bundesrat zugegangen. Die kürzlich in der Budgetkommission laut gewordenen Wünsche haben zum Teil Berücksick'tigung gefunden, so in Bezug auf Wahrung des veindeutschen Charakters her Direktion und des Verwaltungs­rats der Bahn, und hinsichtlich der Maßregeln zur Ver­hütung spekulativer Veräußerung von Lanokonzessionen und Bergwerksrechten. Gleichwohl erscheint es noch zweifelhaft, ob der Reichstag der Vorlage zustimmen wird. Die bis­herigen Erörterungen der Eisenbahnfrage im Parlament haben selbst bei einem Teil der Konservativen eine prin­zipielle Abneigung erkennen lassen, zurzeit Aufwend­ungen aus Reichsmitteln für diese auch von hervorragenden Afrikakennern als unrentabel bezeichnete Bahn zu bewilligen. ES scheint im Reichstag die Auffassung vorzuwiegen, das; es geratener sei, die Angelegenheit einstweilen zu ver­tagen und erst das Ende des kostspieligen Engagements in China abzuwarten. Im günstigsten Falle dürfte das Gesetz betr. die Zinsgarantte mit äußerst knapper Mehrheit zu stände kommen.

Der 80. Geburtstag des Prinzregenten von Bayer«.

IV.

Der Prinzregent erließ ein Handschreiben, worin er seinen herzlichen Dank ausspricht für alle Kundgebungen an t»en Festtagen. Wenn trotz seines ausdrücklichen Wunsches, *en Festtag ohne außergewöhnliches Gepräge zu begehen, sulche unzähligen Ehrungen und Huldigungen kamen, so könne eu hierin nur den unaufhaltsamen Ausdruck tiefbegründeter

Liebe und Anhänglichkeit der gesamten Bevölkerung an das angestammte Königshaus erblicken. Nachdem das Hand­schreiben der großen Landesstiftung, der zahlreichen Huldig­ungen aller Stände, patriotischen Gedenkfeiern und sonstigen Kundgebungen gedacht, und allen seinen lebhaftesten Dank ausgesprochen hat, schließt eS:

Möge Fortentwickelung, Fleiß und Schaffenskraft der Bevölkerung unter dem Segen eines dauernden Friedens einer glücklichen Zukunft ent gegengehen. Möge sich das Band nie lockern, welches Fürst und Boll zu iuniger Liebe und Eintracht umschließt. Nach meinen Kräften dem teueren Vaterlande zu nützen ist mein unablässiges Bestreben, dieser Auf­gabe gerecht zu werden, begründet mein eigenes Glück.

Der Prinzregent verlieh dem preußischen Gesandten Grafen Monts das Großkreuz des MichaelordenS, dem Le­gationsrat bei der preußischen Gesandtschaft Grafen Bernstorf den Michaelorden zweiter Klaffe, dem General L la suite des Kaisers, Generalmajor Mackensen das Großkumthurkreuz deS Militärverdienstordens und dem militärischen Begleiter des deutschen Kronprinzen, Oberleutnant v. d. Goltz, das Ritterkreuz zweiter Klasse des Militärverdienstordens.

Der Reichskanzler richtete an den Prinz Regenten ein Telegramm, auf das der Prinz-Regent erwiderte:

Für die mir namens des Bundesrats des Deutschen Reiches über­mittelten so überaus herzlichen Glückwünsche zu meinem heutigen Jubeltage spreche ich meinen innigsten und wärmsten Dank aus.

Engländer und Buren.

Aus den widersprechenden Nachrichten über den gegen­wärtigen Aufenthalt De WetS geht hervor, daß die Eng­länder seine Spur wieder verloren haben. Nach Kitcheners Meldung vom 12. sollte er sich nördlich von Brandfort, b. h. zwischen Bloemfontein und Kroonstad be­finden. Nach einer Depesche desDaily Telegraph" aus Bloemfontein vom 11. halte er jedoch die Bahnlinie schon überschritten, und zwar südlich von Bloemfontein, um aus De WetS Dorp zu marschieren, wo die Buren seit fast zwei Monaten Vorräte auß der fruchtbaren Gegend von Wepener angehäuft hatten. Er würde von hier auß versuchen, die englische Linie zwischen Bloemfontein und Thabanchu zu durchbrechen und zu Botha zu gelangen. Der Widerspruch zwischen beiden Meldungen löst sich vielleicht, wenn man die weitere Nachricht desDaily Telegraph" heranzicht, nach ber 1000 Mann von De WetS Abteilung den Modderfluß überschritten hätten und auf Kronftad marschierten. Diese Abteilung ist offenbar identisch mit der, von der Kilchener berichtet; nur befände sich De Wet nicht bei ihr. Was die Unterhandlungen mit Botha betrifft, so herrscht da­rüber keine Einstimmigkeit, ob De Wet und Steijn darin eingeschlossen seien. Daß sie sich thatsächlich in der Schwebe befinden, geht daraus hervor, daß am Mittwoch früh in London ein eiligst einberufener außerordentlicher Ministerrat abgehalten worden ist, in dem der Stand der Verhandlungen zwischen Kitchener und' Botha besprochen, nach offiziösen An­deutungen besprochen worden sein will. Der Gesandte Dr. Leyds ermächtigt jedoch einen Brüsseler Berichterstatter zu der formellen Erklärung, daß an den Vizepräsidenten Schalk Burger keinerlei telegraphischer Bescheid bezüglich der Unter­handlungen Bothas, von denen Krüger übrigens nichts wisse, ergangen sei.

Das kanadische Unterhaus verwarf mit großer Majorität den Antrag, worin gegen die Absendung wei­terer kanadischer Truppenabteilungen nach Süd­afrika und Anwerbung von Kanadiern für den dortigen Polizeidienst Einspruch erhoben wird. Premierminister Sautiter sprach sich gegen den Antrag aus, wenn er sich auch damit einverstanden erklärte, daß keine weiteren Truppen nach Süd­afrika gesandt werden, da der Krieg in der Hauptsache zu Ende fei, mißbilligte aber, daß man den brunchen Unter thaneu in Kanada verbieten wolle, sich für daß Heer ihres Königs anwerben zu laffen. Die Wiederaufrichtung der südafrikanischen Republiken sei unmöglich. Die Buren hätten kein Recht, sich zu beklagen, wenn England dieselbe Politik etnschlage, wie die Buren nach dem Einfall in die Kapkolonie und Natal. Obgleich die Buren ihre Un- abhängigkeü verwirkt hätten, würden sie doch in dem för derierten Südafrika unter britischer Flagge ihre Freiheit weiter genießen.

China.

Tie Mächte werden das russisch-chinesische Ab­kommen nicht verhindern. Es muß sein Bewenden haben bei demplatonischen" Protest, der sich, charakteristisch genug, nicht an Rußland, sondern an die chinesische Re­gierung richtete. Mit dem Petersburger Kabinett ist in einem ganz anderen, liebenswürdigeren Ton gesprochen worden. Aber alle die freundlichen Vorstellungen von der Notwendigkeit einmütigen Zusammenhaltens prallten wirkungslos ab an dem Entschluß der russischen Regierung, sich diese günstige Gelegenheit, ein ungeheures Ueber- gewickst in China zu erlangen, nicht entgehen zu lassen. Die chinesische Regierung ersuchte soeben die anderen Mächte, Rußland zur Zurücknahme seiner Forderung zu veranlassen. Eitel Spiegelfechterei. Tenn die chinesische Regierung weiß sehr gut, daß Rußland ein in aller

Form gestelltes Verlangen auf den Verzicht alsun­freundlichen Akt" betrachten, und mit dem Abbruch der Beziehungen antworten würde. Auf diese Gefahr will es keine Macht ankommen lassen.

Berlin, 13. März. Generalfeldmarschall Graf Weck dersee meldet am 12. ds. Mts. aus Peking: tfvloiute Fritsche ist nach Tientsin zurückgekehrt, Kolonne Arn­stedt hat Patschou erreicht, beide ohne besondere Vor­kommnisse.

DieKöln. Ztg." meldet aus Peking vom 12. Mürz: Die deutsche Gesandtschaft kaufte das Grund­stück des Pekinger Klubs, das an das GesaitdtschaftS- gebiet stößt, und gelangte mit Sir Robert Hart zu einer befriedigenden Vereinbarung durch den Austausch von Grundstücken der Zollverwaltung, die zur. Abrundung des deutschen Viertels erwünscht waren.

Feldmarschall Graf W a l d e r s e e teilte dem General Chaffee mit, wie über_bie unter seinem Befehl stehenden Truppen für die Sommermonate verfügt wor­den sei: 1000 Engländer sollen den Sommerpalast, eine kleine Abteilung den Jagdpark und 2000 Mann die Umgeb­ung der Ortschaften Dantschou und Peitaho besetzen. Deutsch­land sendet die Truppen, die jetzt in Peking liegen, nach einem Dorfe nordwestlich des Sommerpalastes in den Bergen, während die deutschen Truppen, die in Paotingsu. liegen, nach den Bergen im Westen der Stadt gelegt werden. Die Japaner und Oesterreicher bleiben in Peking. Graf Walderfee sagt, diese Verteilung der Truppen werde Unruhen vorbeugen.

In Tientsin sind zwischen Engländern und Russen Reibungen wegen eines Landstücks ent­standen, das seit Jahren der Eisenbahngesellschaft gehörte, von den Russen aber als ein Teil ihrer neuen Konzessionen in Anspruch genommen wird. Der Betriebsleiter der Eisen­bahngesellschaft begann hier eine Ausweichstelle 011511 legenr wurde aber daran von den russischen Behörden behindert. Daraus wandte er sich an die englische Oberleitung in Peking, die ihm erwiderte, er solle mit dem Bau fort fahren, und wyrn nötig, bewaffnete Macht gebrauchen. Ter russische General Wogack erhob Einspruch hiergegen und sagte, dies wäre nicht geschehen, wenn die Russen dieselbe Truppenzahl zur Stelle hätten, wie die Engländer. Er wandte sich darauf an den russischen Gesandten in Peking.

lieber das Gefecht, das am 8. März an der großen Mauer westlich vom Antsuling-Paß (130 Kilometer westlich von Paotingfu) stattfand, und bei dem sich die Bayern besonders auszeichneten, meldet ein Londoner Blatt Tie Teutschen nahmen den Tschungshun-Paß zwischen Petschili und Schansi nad> siebenstündigem Kampfe ein. Dieser Erfolg wurde glänzend errungen durch das bayerische Bataillon, das von Pcvo-- tingsu 200 Kilometer in vier Tagen größtenteils durch Ge­birge und über schwierige Mauleselstraßen zurücklegte. Mehrere Tausend Chinesen mit Artillerie jeder Gattung hatten eine anscheinend uneinnehmbare Stell­ung an der großen Mauer auf dem höchsten Punkte des? Passes inne. Die Deutschen griffen mit zwei .Haubitzen und 600 Mann Infanterie an. Ihre Umgehungsbewegnng über fast unpassierbares Gelände beanspruchte sieben Stunden, und war völlig erfolgreich. Tie Chinesen flohen nach Schansi mit Zurücklassung von hundert Toten und vier Hotschkiß-Kanonen. Ein Deutscher wurde verwundet. Der Vormarsch bezweckte erstlich eine Züchtig- ung der chinesischen Truppen wegen vier Angriffe auf, Deutsche in Patschili; zweitens wurde es für rätlich er­achtet, eine Passage durch die große Mauer zu besetzen, die einen leichten Zugang nach Schansi gewährt. Das Er­gebnis des Treffens hatte auch eine ausgezeichnete mo­ralische Wirkung, da die Chinesen ihre befestigte GebirgS- zone für uneinnehmbar hielten.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

Die Stadt Breslau petitioniert um Errichtung einer Technischen Hochschule. Der Kultusminister Dr. Studt legt dar, daß die Aussichten für Breslau günstig seien. Abg. Dr. Endemann (natl.) meint, das Kreisarzt-Gesetz, das nur ein Torso sei, habe in den beteiligten Kreisen die Anschauung von der Notwendigkeit einer Abtrennung der Medizinal Abteilung bestärkt. Am natürlichsten wäre eine Unterstellung unter das Ministerium des Innern, eventuell sei aber Schaffung eines neuen Ministeriums für Kunst, Wissenschaft und Medizin ins Auge zu taffen. Abg. Prof. Dr. Virchow (frs. Vp.) spricht sich entschieden für die Angliederung der Wiffenschaftlichen Deputation für Medizinalwesen an das Ministerium aus, betont die Unhaltbarkeit der jetzigen Zustände, wie es dem Mediziner einfach unmöglich sei, als notwendig erkannte Maß» nahmen durchzulühren, weil er keine Einwirkung auf die Polizei habe, und verweist auf die glänzenden Erfahrungen, welche man mit der LoS« trennung derTechnischen Deputation für Veterinärwesen" vom Kultus« ministerium und Angliederung derselben an das Landwirtschaftsministerium. gemacht habe