Ausgabe 
14.11.1901 Erstes Blatt
 
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151, Jahrgang

Erstes Blatt

Donnerstag 14. November 1901

Nr. S68

Annahme von

ien

GietzenerAnzeiger

Tjy General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Gießen

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Die Gießener Familien, blätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit demHess. Landwirt" und denBlättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei­gelegt.

"Redaktion, Expedition und Druckerei:

Gchulstraße 7.

Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietzen.

Fkrnsprcchanschluß Nr.51.

au der sür den folgenden Dag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungssteuen des In-und Auslandes nehmen An« zeigen entgegen.

Zeilenpreis: lokall2Pf^ auswärts 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Ver» lag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wrttko; sür den An­zeigenteil: Hans Beck.

Gießen, den 11. November 1901.

Bett.: Das neue Einberufungsverfahren durch Kriegs­beorderungen und Paßnotizen (Mob.-Jnstt. § 37, 10).

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Mit Bezug auf unser Amtsblatt Nr. 3 vom 5. März 1901 beauftragen wir Sie, jeweils bis zum 26. März die voll­zogene Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen, sowie die rechzeitige Absendung der Bescheinigungen an das Bezirkskommando uns anzuzeigen. Die genaue Einhaltung der Fristen machen wir Ihnen besonders zur Pflicht.

v. Bechtold.

Sekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich; hier bie Arbeiten des III. Abschnittes.

Mittwoch, 27. November l. I. findet die Ueberweisung der neuen Grundstücke und die Versteigerung der Massegrund­stücke an Ort und Stelle statt.

Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Gemeindehause zu Garbenteich, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen be­kannt gegeben werden.

Die Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen:

1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden.

2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausfiihrung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben.

Friedberg, 8. November 1901.

Der Großh. Feldbereinigungskommissär.

Spam er, Kreisamtmann.

Nervegte MrlamerrLsverhandlungerr.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 12. Nov.: ,

Präsident Graf Ballestrem hat Sorge getragen, daß die bevorstehende, einedramatische Steigerung" der Ent­wicklung verbürgende Reichstagssession durch friedliche Klänge eingeleitet wird. Strandungs- und Seemannsord­nung, deren zweite Lesung auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen, sind nicht geeignet, schwungvolle Debatten zu entfesseln. Sozialpolitiker und Juristen werden sich am Rednerpult ablösen, bis die lange Kette von Paragraphen in veränderter Gestalt zusammen gefügt ist. Das kann, wenn die Beratungen ununterbrochen fortgefübrt werden, immerhin eine Woche in Anspruch nehmen, und giebt dem Gros der Abgeordneten erwünschte Gelegenheit, das Zoll- tarifgesetz nebst Begründung (600 Quartsetten) eifrigst zu studieren. Keinenfcttls wird also die Generaldebatte über den Zolltarif vor Anfang Dezember beginnen können. Vielleicht legt aber Präsident Graf Ballestrem den Beginn der Weihnachtsferien diesmal auf einen möglichst späten Termin, etwa auf den 20. Dezember, wodurch 5 Sitzungs­tage mehr verfügbar werden.

Nicht nur beim Zolltarif, sondern auch beim Etat wird's ungewöhnlich heiß hergehen. Die Finanzlage des Reiches läßt bekanntlich sehr zu wünschen, was allgemein zu kri­tischerer Beurteilung Anlaß geben dürfte. Zudem sind Klagen zu erwarten wegen der drohenden Erhöhung der Matrikularbeiträge. Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thiel- mann wird also diesmal keinen leichten Stand haben, um­somehr, als ihm der vorzügliche Kenner des Etats- und Finanzwesens, der frühere Unterstaatssekretär Aschenborn, nicht zur Seite steht. Im übrigen ist anzunehmen, daß schon bei der Generaldiskussion zum Etat die durch den traurigen Jnsterburger Fall aktuell gewordene Duellftage zur Sprache gebracht und vom preußischen Kriegsminister, eventuell vom Reichskanzler, eine Aeußerung provociert wird. Dem Vernehmen nach beabsichtigt das Zentrum, das im parlamentarischen Kampfe gegen das Duell die Führ­ung hat, einen scharfen Vorstoß gegen die Regierung. Auch der Gumbinner Militärprozeß wird voraussichtlich gestreift werden, ebenso die Ehina-Angelegenheit Besatzungs-Bri­gade, Kolonial-Armee-Projekt; ferner wird man Auf­klärung heischen über das Schweigen der Regierung gegen­über den Ehamberlain'schen Schmähungen der deutschen Armee, über die Entblößung der ostaftikanischen Flotten­station von Kriegsschiffen usw.

Kurzum: cs werden alle Register der Kritik gezogen werden, ehe Zolltarif und Etat in den Hafen der Kommission gelangen. Daß auch der Zolltarif der Kommission über­wiesen wird, steht fest, da das Zentrum dem von der Linken gemachten Vorschläge, den Abschnitt über die Getreidezölle gleich im Plenum in zweiter Beratung zu erledigen, wider­strebt. In die Zolltarif-Kommission wird natürlich jede Fraktion ihre hervorragendsten Mitglieder entsenden, sodaß sich dort ein Zirkel von Elite-Parlamentariern zusammen­findet. Und besonders schwierig und bedeutungsvoll ist ja auch die von diesem Elite-Zirkel zu leistende Arbeit, die vor den Osterferien kaum wird beendet werden können. Bei der zweiten und vollends bei der dritten Lesung des Zolltarifs, zur schönen Sommerszeit, beginnt der Kampf um die Beschlußfähigkeit, dann heißt es:Sein oder Nicht- sein" des Tarifs!

Der Schwerpunkt der Reichstagsarbeiten nach Neujahr wird denrnach in den Kommissionen liegen. Das Plenum hat mittlerweile das von der Vertagung unerledigt her- übergenommcne Bcratungsmaterial in Angriff zu nehmen: Süßstoff-, Schaumweinsteuer-Gesetz, die Garantievorlage be­treffend die Ostafrikabahn und zahlreiche Initiativanträge. An neuen Gesetzentwürfen soll nur ein Minimum eingebracht werden, darunter eine Novelle zum Börsengesetz, bei der Exzellenz Möller sich die ministeriellen Svoren zu ver­dienen gedenkt. Ausgedehnte Debatten sind hier unum­gänglich, da die Börsenfrage der letzten fünf inhaltsschweren Jahre aufgevollt werden wird.

<5o geht denn das Reichsparlament einer ungewöhnlich bewegten Tagung entgegen, deren Verlauf auch das Aus­land gesparrnten Interesses folgen wird. Die gewaltigen Jnteressenkämpfe der Gegenwart werden in diesen Reichs­tagsdebatten sich wiederspiegeln; deshalb wohnt den Sitzungsprotokollen der bevorstehenden Session ein be­sonderer historischer Wert bei. Es wird auf diese Parla­mentsdebatten noch nach Jahren zurückgegriffen werden. Gelingt es dem Grafen Bülow, den Zolltarif unter Dach und Fach zu bringen, dann darf er sich eines staats­männischen Erfolges ersten Ranges rühmen. Eine nicht zu unterschätzende Voraussetzung für den günstigen Ausgang ist die Regierung in der Lage zu schaffen, und zwar da­durch, daß sie die Reichstagsmitglieder mit Diäten ver­sieht. Graf Bülow liebt die Ueberraschungen vielleicht präsentiert er eines Tages den im Ehrenamt sich plagenden Volksvertretern diese langersehnteMorgengabe".

Politische Tagesschau.

Graf Hahseldt.

D. B. Hd. meldet uns aus Berlin: Der Kaiser hat an den Botschafter in London, Grafen Hatzfeldt, anläßlich seines Ausscheide ns aus dem diplomatischcnDienst ein Schreiben gerichtet, in dem er defien Verdienste während seiner 44jährigen amtlichen Thätigkeit anerkennend heroor- hebt und ihm mitteilt, daß er ihm als Beweis seines Wohl­wollens den Verdienstorden der preußischen Krone ver­liehen habe.

Seit etwa 4 Wochen schon kursierten Gerüchte, die nicht mehr daran zweifeln ließen, daß Graf Hatzfeldt damals nur nach London zurückgekehrt war, um dort sein Abberufungs­schreiben zu überreichen und demnächst seinen dortigen Posten zu verlassen, den er seit Jahren bekleidet hat. Es sind in diesem Falle wirklich allein die so häufig zur Verdeckung der wahren Ursache vorgeschobenen Gesundheitsrücksichten, die den Siebenzigsährigen zwingen, die diplomatische Laufbahn auf- zugeben, der er fast 40 Jahre hindurch angehört hat. Er ist seit langer Zeit schwer leidend, und hat nur mit dem Aufgebot der letzten Energie bisher seine amtliche Thätigkeit auszuüben vermocht. Wiederholt hat er sich mit Rücksichts­absichten getragen, die er nur auf dringende Bitten von Berlin aus immer wieder vertagt hatte. Jetzt aber sind seine körper­lichen Kräfte aufgebraucht. Das Deutsche Reich verliert in ihm seinen gegenwättig bedeutendsten und erfolgreichsten aus-^ wärtigen Vertreter, dem an diplomatischer Schulung, Erfah­rung und Geschicklichkett vielleicht allein der Botschafter in Madrid, von Radowitz noch gleichkommt. Seine außerordent­lichen Fähigketten fanden an den maßgebenden Berliner- Stellen stets die gebührende Anerkennung, und wenn er nicht den Reichskänzlerposten erlangt hat^ zu dem er sich wohl in jeder Beziehung geeignet hätte, so wär der Hauptgrund dafür wohl sein stets schwankender und im letzten Jahrzehnt meist ungünsttger Gesundhettszustand.

Graf Paul von Hatzfeldt, ein Sohn jener Gräfin Hatzfeldt, die als mütterliche Freundin Lassalles und Gönnerin der sozialistischen Agitation weithin be­kannt geworden ist, trat schon ftüh, bald nach Beendigung seiner Rechtsstudien, in die diplomatische Laufbahn ein und wirkte zunächst als Legationsrat bei mehreren preußischen Ge­sandtschaften, namentlich in Washington und Paris. Ende der sechziger Jahre berief ihn Bismarck, der auf seine glän­zende Begabung aufmerksam geworden war, als Geheimen Legationsrat und vortragenden Rat in das Auswärtige Amt nach Bcrliu. Als sich die Verhältnisse in Spanien infolge des Karlistenkrieges bedenklich zuspitzten, wurde er im Jahre 1874 als außerordentlicher Gesandter nach Madrid geschickt und verttat dort während der inneren Wirren in schwieriger Zett das Deutsche Reich mit großem Takt und Erfolg. Im Jahre 1878 wurde er zum deutschen Botschafter in Konstan­tinopel ernannt und rechtfertigte auch in dieser wichtigen Stellung das in ihn gesetzte Verttauen des Kaisers und des leitenden Staatsmannes. Er führte im Jahre 1880 als ältestes Mitglied des diplomatischen Korps die Kollektivver­handlungen der Mächte mit der Pforte über die damals sehr bedeutsame Dulcignofiage und den griechischen Grenzstreit. Auch erwarb er sich ein besonderes Verdienst durch Erwirkung des Fermans für die deutschen Ausgrabungen in Per­gamon, die demnächst in Berlin in einem besonderen Museum Aufstellung finden sollen. 1881, als Fürst Bismarck sich ge­sundheitlich besonders schlecht fühlte, fetzte er die Ernemumg Hatzfeldts zuin Staatssekretär im Auswärtigen Stritte nicht ohne besondere Schwierigkeiten durch. Die häuslichen Verhältnisse des Grafen er war mit einer Ameri­kanerin vermählt, von der er längere Zeit getrennt lebte machten seine Stellung zum Berliner Hofe, nantentlich zur Kaiserin Au'gusta überaus heikel und ließen sein Verbleiben

gerade in Konstantinopel, wo sie nicht tn Betracht kommen konnte, da es ja dort ein eigentliches Hofleben nicht giebt, wünschenswert erscheinen. Indessen wußte Fürst Bismarck im Interesse der Sache diese Schwierigkeiten zu überwinden und hatte-vier Jahre hindurch den Grafen Hatzfeldt als tüchtigsten Mitarbeiter zur Seite. Als dann infolge der von ihm in­augurierten deutschen Kolonialpolitik die Beziehungen zu England gespannt und vorübergehend äußerst bedenklich wurden, setzte Fürst Bismarck im Jahre 1885 seine Ernennung zum deutschen Botschafter in London durch, wo jene ungedeuteten Verhältnisse anfangs noch größere Schwierigkeiten zu bereiteu drohten als in Berlin. Graf Hatzfeldt überwand diese und andere Schwierigkeiten seiner dortigen Stellung siegreich, und bald gehörte er zu den angesehensten und einflußreichsten Staatsmännern am Themsesttande.

Der Zolltarifentwurf.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Eine hies. Zeitung (dieNat. Ztg.") bezeichnet unsere Mitteilung über den Vorttag des Reichs­kanzlers beim Kaiser, wie über die Sitzung des Staats-Mi­nisteriums als ungewöhnlich ungeschickt, und schickt dem Abdruck der betreffenden Notiz Andeutungen voraus über lebhafte und stellenweise pikante Meinungsverschie­denheiten, die sich bei Beratung des Zolltarif­en t Wurfs in den Ausschüssen des Bundesrats zwischen Vertretern mancher Reichsämter und preußischen Ministern ergeben hätten. Wir stellen fest, daß nicht das Geringste vorgekommen ist, was diese Angaben rechtfertigen könnte.

Das Interessante dabei ist, daß jetzt dieNationalztg." sich beeilte, bereits gestern abend ihre Mitteilungen zu­rückzunehmen, indem sie schrieb, es sei dem Vernehmen nach in den Bundesratsausschüssen durchaus nichts ge­schehen, was zu den erwähnten Gerüchten Anlaß geben konnte. Trotzdem wird nicht gut die Behauptung aufge­stellt werden können, daß im Bundesratvolle Ueberein- sttmmung" herrscht über die Hauptpunkte der Vorlage. Nur daß es sich eben nicht um Meinungsverschiedenheiten handelt zwischen preußischen Ministerien und den beteilig­ten Reichsämtern, sondern um Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Bundesregierungen, und zlvar wegen der Getreidezölle und des Doppeltarifs für Getreide. Das ist der Kernpunkt der Sache. Bon keiner Seite ist der An­trag gestellt worden, die künftigen Getreidezölle höher zu bemessen, in Annäherung an die agrarischen Wünsche; wohl aber wird versichert, es sei von mehreren Bundes- regierungen eine Ermäßigung angesttebt worden, in dem Sinne, daß auch für Weizen nur ein Höchstzoll von 6 Mk., statt 6,50 Mk., wie der Entwurf vorschlägt, zum Ansatz gelange, sodaß Weizen und Roggen den gleichen Höchstsatz hätten. Indessen ist es nicht wahrscheinlich^ daß diese Bestrebungen, ebenso wie diejenigen auf Beseitigung des Doppeltarifs für Getreide, die Mehrheit im Buudesrat finden. Dienstag hat die Plenarversammlung des Bundes­rats zur Beschlußfassung über den Zolltarisentwurf statt- gesunden. Das offiziöse Lelegraphenburcau meldet darüber:

Der Bundesrat erteilte dem Ausschußantrag zur Vorlage betr. den Entwurf des Zolltarifgcfetzcs nebst dem Zolltarif seine Zustimmung, ebenso den Vorlagen betr. a) den Entwurf emer Berordnung wegen Inkraftsetzung des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen vom 12.Mai 1901, betr. b) den Entwurf einer Verordnuna über Inkrafttreten der Unfal lversicherung.

Nun kann der Kampf im Parlament beginnen, Wie dem ,Bert. TM." zufolgein politisch gut unterrichteten Kreisen" angenommen wird, waren von den Bündesrats- ausschüssen nur minimale Aenderungen am Zolltarif be­antragt, und es ist auch der Minimaltarif aufrecht er- halteu worden.

Der neue Direktor des kaiserlichen statistischen Amtes.

D. B- Hd. meldet uns aus Berlin: Zum Chef des kaiserlichen statisttschen Amtes an Stelle des verstorbenen Direktors v. Scheel ist der Geh. Oberregierungsrat Dr. Wilhelm! aus dem Reichsamt des Innern ernannt worden, und hat den Titel eines kaiserlichen Präsidenten erhalten.

Diese Berufung ist geeignet, in weiten Kreisen Interesse zu erregen. Erfreut sich doch Dr. Wilhelmi großer Be­liebtheit bei den deutschen Gewerbetreibenden und Hand­werkern, mit deren organischen Vertretungen er in enger Fühlung stand. Die hervorragenden sozialpolitischen Kennt­nisse Dr. Wilhelmi's sanden auch seitens der Reichstags­abgeordneten, zumal der Mitglieder sozialpolitischer Kom- missiouen, in denen Herr Wilhelmi vorzugsweise thätig war, Würdigung. Auf dieGeheimräte" war bekannt­lich selbst Fürst Bismarck nicht immer gut zu sprechen, und man erblickt ja auch gemeinhin im Geheimrat den Typ desBureautrateN". Dr. Wtthelmi hat von alledem nichts an sich. Er ist zuvorkommend gegen jedermann, mit einem Wort: ein Muster-Geheimrai. Seine unter Beförderung zum Kaiserlichen Präsidenten erfolgte Beruf­ung in das verantwortungsvolle neue Amt begegnet des­halb auch in den weisen der Reichstagsabgeordneten leb­hafter Anteilnahme, die bei Gelegenheit wohl zum Aus­druck kommen dürfte.

Ans Stadt und Zand.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten tft.ttnr unter genauer Quellenangabe:Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 13. November 1901.

** Die Zweite Kammer der Land stünde nimmt ihre Thätigkeit, wie wir bereits meldeten, am Diens­tag, dem 19. November, vormittags 10 Uhr, wieder auf.