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Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Sonntag 14. Juli 1901
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Gietzener Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen
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Ldrefie für Depefchsssz Anzeiger Siehrn.
Fernfprecharychluß Nr. 6*.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 29. Juni bis 13. Juli l. I. wurden iuhiefiger Stadt
gefunden: 1 Sonnenschirm und 1 Peitsche.
verloren: 1 Hundertmarkschein, 1 Geldbeutel mit Inhalt, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Taschentuch und 1 silberne Taschenuhr.
Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.
Gießen, den 13. Juli 1901.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Engländer und Buren.
Ter Ueberfall der Buren von Blakfontein soll sich nach der „Daily Mail" folgendermaßen abgespielt haben: General Tixon, Führer eines Detachements der unter Lord Methuen im südwestlichen Transvaal operierenden englischen Truppen, hatte den Auftrag, die Gegend zwischen Volmaranstad und dem oft genannten Hartebeestsontein, wo Delarey den Briten schon einmal einen empfindlichM Schlag versetzt hat, abzustreifen. Das mit Gras bestandene, scheinbar flache Gelände enthält dem Auge verborgene Schiluchten und Einschnitte, in denen ein ganzes Kommando parallel der Kolonne, die zu seiner Verfolgung ausgeschickt ist, reiten kann, ohne gesehen zu werden. Tie Buren benutzten ein solches Versteck, um sich« den Briten bis auf die allergeringste Entfernung zu nähern, und bereiteten durch Jn- brandstecken des zunderartig trockenen Grases einen undurchdringlichen Schleier vor sich aus. General Tixon hatte 4 Schwadronen, 6 Geschütze (darunter eine Haubitze) und 800 Mann Infanterie bei sich. Tie Kolonne hatte am Morgen Farmen niedergebrannt und wollte am Nach-- mittag zurückkehren, und zwar in zwei von einander getrennt marschierenden Abteilungen. Als die Seiten-Pa- trouillen einer dieser Abteilungen das Feuer entdeckten, riefen sie einige ttt dem Rauch sichtbare Gestalten an. Diese gaben Pen Namen eines bei der Kolonne vertretenen Truppenteils "an und riefen „All righi", und da sie scheinbar britisch^ Uniformen trugen, achtete man ihrer weiter nicht, bis ein Windstoß den Rauch hinwegfegte und die Täuschung aufdeckte. Mit lautem Kampfruf jagten die Buren nun heran, durch den auf dem Boden liegenden Rauch hindurch Sie feuerten vom Sattel aus, die Briten flohen verwirrt, und der Artilleriekommandeur erschoß die Geschützgespanne, als er sah, daß die Geschütze verloren waren. Die Verwirrung dauerte indessen nur einen Augenblick, denn die Offiziere sammelten die in Südafrika erst kürzlich angekommenen Aeomen und hielten in einer Deck- ung die Buren in Schacht während die kriegserfahrenen Infanteristen sich zu einem Versuch die Geschütze zurückzuerobern, bereit machten. Inzwischen forderten die jubelnden Buren, bei den Geschützen angekommen, einen Offizier, den sie gefangen nahmen, auf, ihnen die Handhabung der Geschütze zu zeigen. Dieser weigerte sich dessen, und die Buren schossen ihn daher nieder, ebenso einen Feldwebel. Einige mit Martini-Gewehren bewaffnete Buren gingen dann um die Toten und Sterbenden herum. Einige wendeten sie, um zu sehen, ob sie tot seien. Waren sie es nicht, so erschoß irgend ein Bur sie. Ein junger Soldat sagte: „Ums Himmels willen, thut das nicht!" aber die Antwort war ein Schuß. Schließlich nahm die britische Infanterie die Geschütze, nachdem die Buren aus ihnen sechs Schüsse abgegeben halten, durch einen Bajonettangriff wieder.
Man wird gut thun, auch nach der bereits gestern milgeteilten offiziellen Bnstälgung der Thatsache, daß ein Offizier und sieben Soldaten zeugeneidlich behaupten, die Buren hätten kampfunfähige Verwundete niedergeschossen, weitere Einzelheiten abzuwarten. Ta die Zeugen doch kaum in unmittelbarer Nähe des behaupteten Vorganges gewesen sind, so nehmen wir vorläufig an, daß sie sich in eineür subjektiven Irrtum befinden. Es ist z. B. wohl möglich, daß einzelne Soldaten sich, um den Gegner zu täuschen, verwundet oder tot gestellt haben, und daß die Buren in solchen Fällen die beabsichtigte Täuschung mit Erschießen bestraft haben. Vielleicht auch haben die Verwundeten, auch wenn sie am Boden lagen, noch Widerstand versucht. Jedenfalls steht das ganze bisherige Verhalten der Buren und besonders Telareys im scharfen Gegensatz zu solchen Vorgängen, und deshalb sträubt matt sich, sie zu glauben, ohne den andern Teil gchört zu haben oder doch die Einzelheiten der Aussagen zu kennen.
„Taily News" melden aus Bloemfontein: De Wet soll mit seinem Kommando bei Brandfort stehen. Eine britische Abteilung operiert südlich von Kroonstad.
Lord Kitchener meldet vom 12. Juli aus Pretoria: Der Posten der südafrikanischen Polizeitruppe bei Hout- kop, nordwestlich von Dreenmgen, wurde gestern angegriffen. Tie Buren eroberten einen alten gezogenen Siebenpfünder, wurden aber dann zurückgetrieben. Wir hatten drei Tote und sieben Verwundete.
Ein Pferdehändler in Hermannstadt (Siebenbürgen) erhielt von englischen Agenten den Auftrag, in kürzester Zeit 2000 Pferde für Südafrika zu liefern. Laut amtlichem Ausweis des ungarischen Ackerbauministers betrug der Pferdeexport aus Ungarn 1899 39 000 Stück, darunter etwa 15 000 Stück nach Südafrika.
Deutsches Mch.
Berlin, 12. Juli. Der Kaiser hat die Segelyacht „Samoa II.", welche sich unter Führung des Leutnants Freiherrn v. Meerscheidt-Hüllessem vom 1. Garde-Regiment z. F. an der Kieler Woche beteiligt hatte, dem Offizierkorps des 1. Garde-Regiments z. F. zum Geschenk gemacht-
— Der Kaiser verlieh dem bisherigen zweiten Dolmetscher bei der Gesandtschaft zu Peking, Eordes, bei seinem Ausscheiden aus dem Amtsdiensh, den Charakter als Konsul.
— Die „Voss. Ztg." erfährt, die vom Oberbürgermeister Kirschner bei dem Kaiser erbetene Audienz sei nur vorläufig verweigert worden, da der Kaiser sich über die Angelegenheit, betreffend die Uebersührung der Straßenbahn über die Linden noch nicht schlüssig gemacht habe; dies solle erst nach der Nordlandsreise geschehen. (Harmonisch sind die Beziehungen zwischen dem Zivilkabinett und der Reichshauptstadt immerhin nicht zu nennen. Der Friedhof .der Märzgefallenen, die Pläne zu seiner Wiederinstandsetzung, das Portal mit und ohne Inschrift — alle diese angeblichen Ehrungen für Revolutionäre haben, obschon schließlich von den Plänen soviel wie nichts übrig blieb, in hohen Kreisen Verstimmung hinterlassen. D. Red.)
— Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht eine Kabinettsordre vom 2. Juli, welche die Beamtenstellenbesetzung für die ostasiatische Besatzungsbrigade betrifft.
— Wie aus gut unterrichteten Kreisen mitgeteilt wird, geht der Plan, dem Kriegsministzer Kaiser Wilhelms I., Grafen Roon, in Berlin ein Denkmal zu setzen, seiner Verwirklichung entgegen. Nachdem der Kaiser durch eine Kabinettsordre sein Einverständnis mit der Errichtung eines Standbildes gegeben hatte, hat der Regent von Braunschweig, Prinz Albrecht, das Protektorat über das Denkmal-Komitee übernommen, dessen Vorsitz der Reichskanzler Gras.Bülow führt, während der Kriegsminister v. Goßler das. Amt eines Schriftführers übernommen hat. Die Vorarbeiten der Komiteebildung und die sonstigen geschäftlichen Arbeiten sind im vollsten Gange, und werden vom Zentralbureau des Kriegs Ministers aus geführt. Für das Komitee sind eine große Anzahl von Militärs in hervorragenden Stellungen, Präsidenten und Mitglieder der Parlamente sowie Angehbrige der haute finauoe und der ersten Gesellschaft gewonnen worden.
— Nachdem sämtliche deutsche Eisenbahnverwaltungen die Geltungsdauer der Rückfahrkarten auf 45 Tage erhöht haben, verlautet, daß diese Verlängerung auch im Verkehr mit außerdeutschen Bahnen ernstlich in Angriff genommen ist. Gegen die von vielen Seiten befürwortete Abschaffung der Rückfahrkarten und Ausgabe von einfachen Karten zur Hälfte des Rückfahrpreises macht man außer praktischen auch dos Bedenken geltend, daß das rechnerische Risiko für Preußen auf mindestens 18 Mill. Mark zu schätzen wäre. Ein gewisser Ausfall werde allerdings auch durch die verlängerte Geltungsdauer der Rückfahrkarten entstehen, dies Risiko erscheine jedoch so wenig erheblich, daß auch ein vorsichtiger Finanzminister sich unbedenklich entschließen konnte, eine so nützliche Verbesserung durch ein so geringes Opfer zu erkaufen. — Der Einnahmeausfall der preußischen Msenbahnen infolge der Einführung oer 45 tägigen Rückfahrkarten soll, wie die „Dtsch. Tgztg." aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, jährlich 40 Mill. Mark betragen. Es dürfte überhaupt jetzt noch nicht möglich, sein, den eventuellen Einnahmeausfall annähernd zu schätzen.
— Von den zur Einziehung gelangenden, insgesamt im Betrage von 68,7 Millionen Mark ausgeprägten M ü n z - fort en waren Ende Juni noch für rund 13,1 Mill. Mk. im Verkehr. Davon entfielen auf die goldenen Füns- markstücke 4,1 Mill. Mark. Von ihnen waren für rund 28 Mill. Mk. Stücke ausgeprägt, für 23,9 Mill. Mk. sind zur Einziehung gelangt. Tie Ausprägung dieser Münzsorte ist bekanntlich schon seit dem Jahre 1879 eingestellt worden. Es ist recht unwahrscheinlich!, daß von den 4,1 Mill. Mk. der im Verkehr befindlichen goldenen Fünfmarkstücke noch ein beträchtlicher Teil zur Einziehung gelangen wird, weil diese Stücke sich größtenteils in Münzsammlungen be- sinden, zu Schmuckgegenständen verarbeitet sind usw. Man wird also damit rechnen müssen, daß etwa ein Siebentel der ausgeprägten goldenen Fünfmarkstücke nicht wird zur Einziehung gelangen können. Die Einziehung der silbernen Zwanzigpfennigstücke war Ende Juni so weit vorgeschritten, daß nur noch für 6,3 Mill. Mark davon im Verkehr waren. Man darf annehmen, daß von den noch im Verkehr besindlichen 6,3^Mill. Mark ein beträchtlicher Teil sich in den Einziehungskassen demnächst einfinden wird. Von den Nickelzwanzigpfennigstücken, die überhaupt nur im Betrage von 5 Mill. Mk. zur Ausprägung gelangt waren, waren Ende Juni für 2,7 Millionen wieder eingezogen. Auch hier dürfte die im Verkehr schließlich verbleibende Summe nicht sehr groß sein.
Ausland.
London, 12. Juli. Oberhaus. Brasfty lenkt die Aufmerksamkeit deö Hauses auf die Frage der Floitenreserven und weist auf Vie Gefahren hin, die auS der Zulassung der Abnahme der Floitenreserven und ferner auS der Anstellung allzu zahlreicher fremder Seeleute in der britischen Handels marine erwachsen. Der erste Lord der Admiralität, Selborne, erklärte, es müsse für die Vermehrung der Reserve auf jede Weise Vorsorge getroffen werdeu. Die Admiralität berate auch über den Vorschlag bezüglich der Errichtung einer Schule für Marinestrategie.
— Die „Times" meldet aus Simla: Die Regierung habe der russischen wiffeuschaftlichen (? D. Red.) Mission nach dem Pamirgebiet unter der Führung Fedscherckos gestattet, entweder über den Ktlikpaß und durch das Gilgitthal oder auf dem Wege längs des YarkandfluffeS über Leh nach Indien zu kommen.
Brüssel, 12. Juli. Wie bestimmt verlautet, hat die Regierung in der Militär frage vor der Rechten kapituliert. Sie verzichtet auf die persönliche Dienstpflicht und die Vermehrung des KontingenlS. Die Dienstzeit wird auf achtzehn Monate herabgesetzt und die Stellvertretung bleibt bestehen. Der Rücktritt des für die persönliche Dienstpflicht eiuge- tretenen KriegSmiuisterS soll bevorstehen.
Madrid, 12 Juli. Gestern wurde in einer Unterredung Weylers mit dem Finanzminister beschloffen, einen außerordentlichen Kredit von 13 Millionen für Schnellfeuer-Kanonen, auf die zwei nächsten Budgetjahre verteilt, von den KorteS zu verlangen.
Wien, 12. Juli. Der Bürgermeister Dr. Lueger hat die Ausweisung der deutsch-nationalen Turnvereine aus den Wiener städtischen Schulen durchführen laffen. Die Vereine wurden angewiesen, die Turnplätze am 15. Juli zu räumen. Der feindselige Akt der Christlich- Sozialen gegen das Turnwesen wird in den weitesten Kreisen verurteilt.
Prag, 12. Juli. Acht Zeitungen find mit Beschlag belegt worden wegen der Veröffentlichung einer Rede, die der Abg. Eisenkolb in Eger gegen die katholische Kirche gehalten hat.
Politische Tagesschau.
ES ist aufgefallen, daß die Banken iu ihrer Gesamtheit bisher immer noch nicht mahnend und beruhigend aufgetreten find gegenüber dem planlosen und blinden Hinauswerfen von Vermögenswerten an der Börse. In dankenswerter Weife macht soeben der „Bund der Industriellen" auf diese Thatsache aufmerksam und fordert ein baldiges Eingreifen der Banken, eine öffentliche Feststellung der Situation im Jntereffe des schwer bedrohten deutschen Kapitals. In den Kreisen der Industrie herrsche teilweise die Ansicht, daß die Verhältnisse schlimmer liegen als im Falle eines Krieges, wo erfahrungsgemäß eine gewiße Stabilität bald nach den ersten Ereigniffen Platz zu greifen pflegt. Wir sehen allerdings nicht ein, warum seitens der Großbanken die Ratschläge zur Mäßigung und Besonnenheit, welche die beunruhigten Kunden in den Bureaus empfangen, nicht mit viel größerer Wirkung zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden! Die „Boff. Ztg." richtet an die Groß, und Mittelbanken die „dringende Mahnung", möglichst bald Halbjahrsbilanzen der Otffentlichkett zu übergeben. Da fortgesetzt die führenden Bankaktien im Kurse fallen — gestern z. B. Diskont- und Dresdener Bank um 1,20 und 1,50 Prozent — so dürfte diese Maßregel im Interesse der Bank selbst liegen.
Ein Erbschleicherprozetz.
Ter Bankier Albert Vogl in Wien, der der Erbschleicherei an dem reichen russischen Privatier Täubin angeklagt war, wurde nach viertägiger Verhandlung am Freitag von Wiener Geschworenen einstimmig freige- s p r o ch e n.
Vogl ist der Sohn hochachtbarer Eltern. Sein Vater, der ein Alter von 101 Jahren erreichte, verlor sein Vermögen und mußte in den letzten Jahren von den Unterstützungen seiner Verwandten leben. Mit dreizehn Jahren wanderte er nach Amerika aus, wo er sich in einigen Jahren durch Fleiß, Arbeit und Sparsamkeit ein schönes Vermögen erwarb. Nach Europa zurückgekehrt, errichtete er in Wien sein Geschäft. Durch die Katastrophe an der Wiener Börse 1896 verlor er 600 000 fl. Seine Effekten wurden von der Bodenkredit-Anstalt, Kreditanstalt und dem Hause Rothschild übernommen. Wenn er auch seinen sämt-z lichen Verpflichtungen an der Börse nicht nachgekommen sei, so habe er doch sämtliche Forderungen aus seinem Geschäfte und die seiner Bediensteten erfüllt und 460 000. Gulden ausbezahlt. Später sei ihm die Vertretung einer großen amerikanischen Maschinenfabrik zugesagt worden, weshalb er im letzten Dezember nach Amerika gefahren sei. Kurze Zeit nach seiner Rückkehr ereignete sich der Fall, der ihn auf die Anklagebank brachte.
Aus Fragen des Präsidenten erklärte er folgendes: Täubin war Privatier und hatte alles rn russischen Pfands briefen angelegt. Es ist erwiesen, daß Täubin häufig bei mir war, während er geschäftlich nur viermal im Jahre bei mir zu thun hatte. Er hat ebenso wie ich in seiner Jugend die schwersten Kämpfe um seine Existenz zu bestehen gehabt. Aber er war in noch einer unglücklicheren Situation als ich, da er seine Familie haßte. Dennoch hat er seine Verwandten, als er zu Vermögen kam, unterstützt. Ich wußte auch!, daß er seinen Bruder, der sein einziger berufener Erbe war, enterbt hat. ' Er war ein eign» tümlicher Mensch und wollte bei Lebzeiten sein Vermögen verschenken, aber an solche Leute, bei denen ihm die Zinsen sicher waren. Einmal sagte er mir, er wolle dem Baron Günsberg 20 000 fl. für wohlthätige Zwecke geben. Tann wollte er einmal sein ganzes Vermögen Rothschild übergeben; aber das Projekt kam nicht zu stände. Dan« wollte er 20000 Kr. einem Asyl schenken, wenn er freie Wohnung erhalte. Als der Großvater meiner Stiefkinder


