und des Theatervereins zugezogen wird und das mit aller Energie die Ausführung eines Theaterbaus betreibt. Schneidiges Vorgehen ist unbedingte Notwendigkeit. Nur dann kann die Gießener Theaterfrage zu einem baldigen glücklichen Ende geführt werden. Tie Frage wird um so schwieriger, je länger sie hinausgeschoben wird. Hier fallen die idealen und wirtschaftlichen Interessen der Stadt zu sarnrnen. Ein gutes Theater fördert allenthalben den Zuzug neuer steuerkräftiger Bürger. Der Bau eines großen und würdigen Schauspiel- und Konzerthauses, in dem neben dem Theater gleichzeitig alle größeren Konzerte und Festlichkeiten abgehalten werden würden, könnte von Seiten der Stadt als ein rein kaufmännisches Geschäft betrachtet werden, das sich, bei entsprechenden Fonds, nicht unrentabel erweisen dürfte.
Ein scherzhaftes Schauspiel
bieten die „Kreuz-Ztg." und das „Kl. Journal", das bekanntlich den Spitznamen „die jüdische .^kreuzztg." führt. Die beiden Blätter streiten sich nicht sowohl um des Kaisers Bart, als um des Kaisers Naturell. Die „Kreuz- Zeitung" schreibt:
„. . . Dagegen bedürfen bloße Gefühls- und Meinungsäußerungen des Monarchen, Proklamationen an das Volk, Regierungsprogramme und gar Danksagungen für Huldigungen, Beglückwünschungen usw. keiner ministeriellen Gegenzeichnung..... Selbst wenn wir, was
Gott sei Tank nicht der Fall ist, in einem unbedingt und uneingeschränkt der konstitutionellen Schablone huldigenden Staate lebten, so wäre doch unserm Monarchen kein Schloß vor den Mund gelegt, das er nur in Gegenwart und unter Verantwortung eines Ministers öffnen dürfte. Ter König von Preußen ist noch ein sehr wesentlicher Machtfaktor, seine persönliche Ueber- zeugung, sein persönlicher Wille sind Momente, mit denen staatsrechtlich und politisch gerechnet werden muß. Er ist kein roi faineant (König Nichts) der konstitutionellen Theorie, und ist nicht bloß der Name, unter dem die Parlamentsmehrheit die Staatsgeschäfte führt; ihm ist nicht das Recht entzogen, seine individuelle Ansicht zu äußern; zumal wenn es ein Monarch ist, der mit dem Dichterfürsten von sich sagen kann: „M i r gab ein Gott, zu sagen, wie ich leide". Und daß dies so ist, das werden spätere Generationen vielleicht besser einsehen, als die jetzige, die nicht weiß oder doch sich nicht immer so voll bewußt ist, was sie der festgefügten und machtvollen Krone von Preußen verdankt." \
Das „Kl. Journal" erhebt sich entrüstet gegen die Schilderung der „Kreuz-Ztg.", die den Kaiser fälschlich geschildert habe „als einen Traurigen und Verzweifelnden, als den duldenden und kummervollen Tasso, der die Worte spricht:
Die Thräne hat uns die Natur verliehen, Den Schrei des Schmerzes, wenn der Mann zuletzt Es nicht mehr trägt. — Und mir noch über alles — Sie ließ im Schmerz mir Melodie und Rede, Die tiefste Fülle meiner Not zu klagen: Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, Gab mir ein Gott, zu sagen, wie ich leide." Das Journal wendet sich weiter gegen die Auffassung der „Kreuz-Ztg." in einer Heftigkeit, die nur zu erklären ist aus der Befürchtung besonderer Wirkungen ihrer Kaisercharakteristik. Es sagt:
„Nichts ist falscher und gefälschter als diese Auffassung. Wer den Kaiser bei seinen Ausfahrten in den Ostertagen beobachtet, wer gestern wahrgenommen hat, mit welcher Freundlichkeit und guten Laune der Herrscher seinen Gast, den jungen Großherzog von Sachsen-Weimar empfing, wird vergeblich suchen, „die ganze Kunst des höfischen Charakters" der „Kreuz-Ztg." zu ergründen, um nun einmal bei den Zitaten aus Tasso zu bleiben. Aber selbst abgesehen von diesen Aeußerlichkeiten liegt dem Charakter unsers Königs nichts ferner als stille Resignation. Der Kaiser ist energisch, impulsiv - und seine Worte können manchmal verletzen, wie es jüngst bei der Rede an die Alexandriner der Fall war. Tasso wüßte auch dagegen ein Mittel:
Tie Dichter sagen uns von einem Speer, Ter eine Wunde, die er selbst geschlagen, Durch freundliche Berührung heilen konnte. Es hat des Menschen Zunge diese Kraft. Anläßlich jener Aeußerungen sind in der Presse Angriffe gegen das Staatsoberhaupt erfolgt, welche nicht immer maßvoll ivaren; andere Organe haben den Monarchen — nicht immer taktvoll — verteidigt. — Das ist Sache des Gefühls, der Ueberzeugung und des Partei
standpunkts. Freund und Feind werden aber nicht leugnen können, daß Wilhelm II. — und selbst das Ausland erkennt dies unbedingt an — die m a r k a n t e st e Persönlichkeit unserer Zeit auf dem Herrscherthrone ist, vielleicht gerade deshalb, weil er seine Meinung zu jeder Zeit frei und unumwunden äußert. Tas Bild einer solchen Individualität in den charakteristischen Konturen zu verwischen, ist ein strafbarer Versuch, und man wird für denselben an der maßgebenden Stelle wenig Tank wissen. In ein schiefes Licht gerückt, nehmen sich die Dinge anders aus; das Unterschieben einer t hat sächlich nicht vorhandenen Gernütsver- st i m m n n g führt zu einer falschen Beurteilung — und um dies zu verhüten, gedenke man der Worte Tassos:
Es ist nicht klug, es ist nicht nwhlgethan. Vorsätzlich einen Menschen zu verkennen, Er sei auch wer er sei. . . ."
Tie „Kreuz-Ztg." verherrlicht des Kaisers Dulder- Individualität, deren Größe in der freien Aussprache der Leiden und Uebel der Zeit liege. Nur Kirche und frommes Wesen möchte diese verkommene Zeit kurieren können.
Dem „Kl. Journal" gilt dieser „Kreuz-Zeitungs-Erguß" als „strafbar" und die Größe des Kaisers ist nicht die des Dulders, sondern die des impulsiv Empfindenden und energisch Handelnden, der kräftig und froh in das Leben blickt, der Flotten baut und den Handel fördert.
Wer von den beiden recht hat? Vielleicht beide. Wie sagt doch Grillparzer: „Wir sind nicht immer Herr der Stimmungen, die kommen, wandeln, gehen, von nichts geboren und von nichts gefolgt."_________________________
15. Kongreß
der deutschen Gesellschaft für Chirurgie, i.
Berlin, den 10. April 1901.
Zum dreißigsten Male seit ihrer Gründung trat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie am Mittwoch, wie alljährlich in der zweiten Hülste der Osterwoche, in ihrem eigenen Heim, dem Langenbeckhause in Berlin, zusammen. Der diesjährige Vorsitzende, Czernys Heidelberg, gedachte in seiner Eröffnungsrede der im verflossenen Jahr verstorbenen Mitglieder, und widmete vor allem dem verstorbenen Ehrenmitglied Ollier Lyon, sowie dem langjährigen Vorstandsmitglied Wagner-Königshütte warmempfundene Worte. In kurzen Zügen entwarf alsdann der Vorsitzende ein anschau- liches Blld des gegenwärtigen Standes der modernen Chirurgie, und beleuchtete die zahlreichen Probleme, deren Lösung noch der Zukunft Vorbehalten bleibt. Er legte auch bei dieser Gelegenheit unter lebhaftem Beifall der Versammlung Verwahrung ein gegen die beabsichtigte Zulassung der Realgymnasial-Abiturienten zum Studium der Medizin. Sämtliche gelehrten Berufe bedürften einer gleichmäßigen Vorbildung und es ist unzulässig, gerade das medizinische Studium herauszugreifen und an ihm herumzuexperimentieren.
Der erste Gegenstand der Tagesordnung betraf die Nierenchirurgie. Die Verhandlungen wurden durch einen Vortrag von Küster- Marburg über die Nierenchirurgie im 19. Jahrhundert eingeleitet. Die Methoden, durch die vor operativen Eingriffen an den Nieren deren Funktionsfühigkeit bestimmt wird, wurden in den folgenden Vorträgen von Casper-Berlin und Kummell-Hamburg ausführlich erörtert. — Die folgenden Vorträge von Goldmann-Freiburg und Loewenhardt. Breslau betrafen die Chirurgie der Blase. Ersterer empfahl für einzelne Formen der Vergrößerung der Prostata eine operative Behandlung und zwar die Befestigung der erschlafften Blase an der vorderen Bauchwand durch Naht. — Prof. Dr. v. Bruns-Tübingen berichtet ge- meinschafllich mit Honsell über die von ihm neuerdings geübte Methode der Desinfektion stark verunreinigter (septischer) Wunden mit unverdünnter Carbolsäure. Auch die Vorträge von Fränkel-Wien, Haegler- Basel, Reinbach-Breslau und Blumberg-Berlin bezogen sich ausschließlich auf die Methoden der Wundbehandlung.
Auf der Tagesordnung der Nachmittagssitzung standen die zwei wichtigen Kapitel der Kropfoperationen und der Gehirnchirurgie. Als Erster berichtete Kocher-Bern über das zweite Tausend der von ihm selbst ausgeführten Kropfoperationen, deren günstige Erfolge ohne Zweifel der von Kocher glänzend entwickelten Technik der Verwendung stark antiseptischer Mittel und der thunlichsten Vermeidung der allgemeinen Narkose zu verdanken sind. Auch Kraske-Freiburg führte fast alle Kropf. Operationen ohne allgemeine Narkose, lediglich unter Anwendung lokaler Anaesthesie aus und ist überzeugt, daß damit die Hauptgefahr der Operation beseitigt ist. Die in der Diskussion vorgebrachten Mitteilungen von Riedel- Jena, König-Berlin, Rehn-Frankfurt, Goldmann-Freiburg bestätigten im wesentlichen die Erfahrungen von Kocher. Die Verhandlungen über die Hirnchirurgie wurden durch einen Bericht von Krause-Berlin über 27 von ihm aus geführte Reftktionen der Wurzel des fünften Hirnnerven in der Schädelhöhle eingeleitet. Diese Methode der operativen Behandlung des unter dem Namen „Trigeminusneuralgie" bekannten überaus qualvollen Leidens bietet ohne Zweifel beträchtliche Gefahren. — Im Anschluß hieran berichtete Hetdenhain-Worms über 4 von ihm ausgeführte Entfernungen von Hirngeschwülsten (mit Vorstellung von 2 geheilten Kranken), und zum Schluffe sprach Barth.Danzig über die operative Behandlung der eitrigen Hirnhautentzündung (Vorstellung eines gehellten Falles). Durch breite Eröffnung des Rückenwarkkanals gelang es, dem Eiter Abfluß zu ver- chaffen.
Der Abend des ersten Sitzungstages brachte eine äußerst intereffante Demonstration von Diapositiven an dem großen Projektionsapparat der Berliner Medizinischen Gesellschaft. Die von Wilms-Leipzig, Sudeck
hamburg, v. Mangoldt Dresden vorgeführren Bilderserien ließen deutlich erkennen, in welch hohem Grade Roentgens unsterbliche Entdeckung bereits zum unentbehrlichen diagnostischen HilfsmUtel der modernen Chirurgie geworden ist.
Am Morgen des zweiten Sitzungstages wurde zunächst die Debatte über das Kapitel der Hirnchirurgte zu Ende geführt. Krönlein- Zürich hat vor sechs Jahren einen Hirntuberkel mit glücklichem Erfolg entfernt und der Kranke erfreut sich heute des besten Wohlbefindens. Merkens Berlin berichtete über die verschiedenenHirnkompl'katwnen, die im Anschluß an eitrige Mittelohrentzündungen sich entwickeln. — Den Hauptgegenfiand der heutigen Tagesordnung bllden die Schußverletzungen der modernen Feuerwaffen. In großer Anzahl sind zu diesen Verhandlungen die Mllitärärzte erschienen, auch der Generalstabsarzt der Armee, v. Coler, wohnt der Sitzung bei. Den einleitenden Dor trag hält Scherning-Berlin, der auf Grund der Erfahrungen aus dem spanisch- amerikanischen und dem südafrikanischen Krieg den Nachweis zu erbringen sucht, daß das jetzt fast allgemein eingeführte moderne Mantelgeschoß durchaus nicht den ihm beigelegten Namen eines „humanen Geschosses' verdient. An der Hand zahlreicher Röntgenbllder illustrierte der Vortragende die verheerende Geschoßwirkung der Mantelgeschoffe, sowie der modernen Granaten und Shrapnells und kommt zu dem Schluß, daß das Schicksal der Verletzten auch in künftigen Kriegen nicht sowohl von der Art der Ge. schoßwirkung, als vielmehr von der Kunst des FeldarzteS und der Organisation des Sanitätsdienstes im wesentlichen abhängen dürfte. Rein fach- wiffenschaftlicheS Jntereffe hatten die folgenden Vorträge von Reger- Danzig und Kroenlein-Zürich. Umsomehr waren die Mitteilungen von Ringel-Hamburg, der alS Mitglied der Expedllion des Roten Kreuzes m Transvaalkrieg thätig war, von allgemeinem Jntereffe.
Die folgenden Vorträge von v. Bruns und Baumgarten- Tübingen, v Büngner - Hanau, Payr- Graz, Simon- Heidelberg, König- Altona, Bessel-Hagen - Charlottenburg und Güssen- bauer- Wien über die Operationen bei Tuberkulose der männlichen Geschlechtsorgane eignen sich nicht zur detaillierten Wiedergabe an dieser Stelle. Bier- Greifswald rühmt die Erfolge einer zielbewußt durch lange Jahre hindurch fortgesetzten Bäderbehandlung besonders durch Oft- seebäder und hat auf diese Werse Fälle mit dieser Form von Tuberkulose zur Heilung gebracht, die von anderer Seite für unheilbar erklärt waren. Auch Schlange- Hannover bestätigt auf Grund seiner Erfahrungen die Möglichkeit einer — wenn auch erst nach jahrelangem Bestand eintretenden spontanen Heilung dieses schweren Leidens.
Die folgenden Vorträge und Demonstrationen von Heidenhain Worms, Glück und S a r f e r t-Berlin beziehen sich auf daS Gebiet der Lungenchirurgie. Mit großem Jntereffe folgte die Versammlung den Ausführungen von v. Mikulicz -Breslau und Bier- Greifswald über die verschiedenen Methoden der Schmerzbetäubung und ihre Indikationen. Braun- Leipzig empfihlt eine Misch-Narkose mit Aether und Chloroform und demonstriert einen zu diesem Zwecke konstruierten Apparat. Wohlgemuth empfiehlt eine kombinierte Chloroform- Sauerstoff-Jnhalationsmethode.
Aus Stadt und Kund.
Gießen, 13. April 1901.
*• Neue Postagentureu. Im Oberpostdirektionsbezirk Darmstadt sind am 10. April Postagenturen in Wirksamkeit getreten: 1. Angenrod (Kreis Alsfeld), Postageut: Gemeinderechner Stiebig; 2. D o r t e l w e i l (Main-Weserbahu), Postagent: Schneidermeister Fahrenbruch; 3. Hochelheim (Bezirk Darmstadt), Postagent: Schneidermeister Schaum; 4. Niederklingen (Odenwald), Postageut: Kaufmann Willems; 5. Niedermodau (Odenwald), Postagent: Schreinermeister Adam, 6. Wahlheim (Kreis Alzey), Post- agent: Bürgermeister Wick; Weinheim (Kreis Alzey), Postagentin: Wltwe RichtSheim; 8. Wohnbach (Wetterau), Postagent: Kirchenrechner und Untererheber Klein.
** Das Programm des morgigen Promenade«.Konzert» ist folgendes: Ouvertüre z. Op. „Norma- von Bellini, Arie, Terzett und Chor aus „EliaS" von Mendelssohn, FrühliugSkmder! Walzer von Waldteufel, Selektion a. d. Optte. „The Geisha“ von JoneS.
•* Gemälde Ausstellung. Wie im Inseratenteil ersichüich, ist die Gemälde Ausstellung im Turmhaus am Brand von heute an wieder geöffnet. Unter den nahezu 100 ausgestellten Gemälden befindet sich, wie schon erwähnt, eine Kollektion sehr intereffanter Gemälde von H. Rüdtsühli- München. Ferner sind u. a. neu ausgestellt von R. KoeSlitz- München: „Angler", „Sommerabend", „Hammerschmied bei der Arbeit-, „Hammerschmied am Feierabend-, „Rotkäppchen-, „Dornröschen-, „Schneewittchen"; von E. Maffau Düffel- )orf: „Heimliche Liebe"; von F. v. Kleutgen Bordighera: „Schlechtes Wetter im Mittelmeer-, „Reuffenfischerei au der Riviera"; von O. Schmidt-München: „Alchymift"; vo» L. Sekell-München: „Partie am Ammersee"; von P. Bücken- Aachen: „Der Schluß des BiehmarkteS in der Eifel"; von I. Rolletscheck - Weimar : „Der verlorene Sohn"; von C. Büttger-Holzmiuden: „Fahrendes Volk im Weserthal"; vou C. Orp Kiel: „Faraglioni auf Capri", „FrühliugSta- in Taormina"; vou B. Fuhrmanns-Düsseldorf: „In süße« Träumen". Auch sind noch eine Anzahl kunstgewerbliche
Elemente vollständig und speziell für den Musiker, der sich auf das Notwendigste beschränken muß, vollauf genügend zur Imagination gebracht. Jedes Mehr würde für den Konzertsaal ein „Zuviel" bedeuten. Aber was er brachte, das war auch gerade notwendig, und es war in der trefflichsten Weife zur Komposition'geeignet.
Ter zweite Teil von Sch's Faustszenen bringt zunächst die erste Szene aus Goethes Faust Teil 2 fast vollständig: Faust auf blumigem Rasen gebettet, ermüdet, unruhig, schlafsuchend. Dämmerung. Arie^ befiehlt den edlen Elfen, ihn zu besänftigen, ihm kühlenden Schlaf zu schenken, Per gessenl)eit dessen, was gesck>ah, und ihn mit Vorwürfen peinigt, sodaß er dann gestärkt dem heiligen Licht zurück- gegeben werde. Es folgt das unbeschreiblich schöne Lied xum Preise der Nacht und des erwachenden Tags, und die Begrüßung der erwachenden Sonne, Fausts Ermunterung und Erwachen.
Tes Lebens Pulse schlagen frisch lebendig, Aetherische Tümmrung milde zu begrüßen.
<vvx 2«vCX an der Vergänglichkeit aller irdischen
?^nn9n!^-h?lett Unt> ?n ^er menschlichen Unzulänglich- erwacht die reine Freude an dem,'was ftlr Menschen erreichbar ist.
Ihm sinne nach, und du begreifst genauer •
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben
Jetzt macht der Komponist einen großen Sprung es bleibt weg, was bei Goethe jetzt in überreichem Maße an Szenen aus Jahrtausenden folgt; in direktem Gegensatz zum vorhergehenden tritt bei Schumann die Szene aus dem 5. Akt: Mitternacht. Bier graue Weiber treten auf, Mangel, Schuld, Sorge, Not.
Mangel, Schuld und Not weiß der Starke zu überwinden, und es vermag der Reiche sie abzuwenden. Sie dringen nicht zu Faustens Gemach herein, wohl aber die Sorge; auch der Stärkste hat mit ihr einen schweren Kampf zu kämpfen. Und nur innerliche Uebcrwindung führt hier zum Siege; und Faust erringt diesen Sieg! Die Sorge gedenkt ihre Macht zu beweisen, indem sie ihn mit Blindheit schlägt, Faust aber erblindend spricht:
Tie Nacht scheint tiefer tief hereinzudringen, Allein im Innern leuchtet Helles Licht.
Und auch die folgende Szene bringt der Komponist: Fau st's Tod. Mephistopheles als Anführer der Lemuren, die seinen Befehlen folgend Fausts Grab graben, während Faust selbst in innerster Erleuchtung zuhört, wie sie arbeiten und seinen großen Plänen freien Lauf läßt. Hierin ist die innere Ueberwindung enthalten, hier gelingt es Faust, „aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen".
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter ScUuß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, Ter täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr, Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr. Solch ein Gewimmel möcht ich sehn. Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. Zum Augenblicke dürft ich sagen: Verweile doch, du bift so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdentagen
Nicht in Aecknen untergehn? —
Fw Vorgefühl von solchem hohem Glück Genieß' ich jetzt den höchsten Augenblick.
Hier folgt nun die Stelle, an der Schumann mit einem interessantem Worte von dem Goethe'schen Text abweichjt^ Während bei Goethe auf Mephistopheles Worte: „Er fällt, es ist vollbracht" der Chor erwidert: „Es ist vorbei", und nun Mephistopheles fortfährt: „Vorbei! ein dummes Wort" 2C., läßt Schumann den Chor fingen: „Es ist voll bracht", womit er die Möglichkeit hat, alles weitere bei Goethe anschließende zu übergehen und sofort zur Schlußszene zu schreiten. Offenbar drängt es hier tvieder den Komponisten, zu übergehen, was nur hemmend wirken würde.
So bringt der dritte Teil der Faustszenen die letzte Szene aus Goethes Dichtung und zwar vollständig und wörtlich. Diese letzte Szene, ein Stimmungsbild ohne Gleichen, ein Wunder in der Kunst, Unaussprechliches auszusprechen, Unbeschreibliches doch der Empfindung nahe zu bringen, diese Szene war wie keine andere geeignet, in Musik gesetzt zu werden. Wir würden mehr wie mit allem Zuvorgesagten Gefahr laufen, uns an dem Geiste des Tichters zu versündigen, wollten wir hier mit schwack?en Worten wiederzugeben suchen, was Goethe allein vermochte! Gehe ein jeder hin und lese es! Gewiß aber wird Schumanns unsterbliche Musik jeden, der überhaupt musikalisch ist, ahnen lassen, was hier ein Großer ohne Gleichen zu gestalten vermochte. Das gilt überhaupt von der ganzen wahrhaft kongenialen Schöpfung des Komponisten; seine Musik erschöpft den Stimmungs- und Empfindungsgehalt der Dichtung in einem Maße, daß sie uns das Verständnis der Dichtung vortrefflich näher bringt, näher als es der trefflichste Kommentar wohl vermag. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die Aufführung dieses Werkes jeden in hohem Grade befriedigen wird. S.
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'»Die Zahl ! gebotenen, btltug iWüinpO, Darmsta Hießen 9, zusam Todesfälle pro Jahr 18,3, Darmstadt l1 ■anf n 18. starben an Diarrhöe 4 in WormS), an Wc schwindsncht 11 (5 it bach, je 1 in Worms HkachlitendttAtm ftabt, je 2 in Osienb avoplrfir 1 in D Hießen), an aller 15 in Darmstadt, Hießen); gewaltst 1 in Darmstadt, 4
§ Snßbach, 12 merkte die Nachtwa »ar, obwohl es in Recherchieren ergab, brunnen herkomme, während der Nacht I sind. W Thäter r sich noch in der St-
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