Ausgabe 
14.2.1901 Zweites Blatt
 
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1901

131. Jahrgang

Donnerstag den 14. Februar

Zweites Blatt

Amts- und Anzergeblutt für den TLreis Gieren

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Abg Gamp (Rp): Die Spannung in der Kohlensrage hat ja etwas nachgelassen, aber die Preise sinken deshalb nicht Daß der FiskuS oviel für seine Kohlen nimmt, als er kriegen kann, ist ihm nicht zu ver­denkest-, es wird sich ja schließlich Herausstellen, ob der Minister oder die Kommission Recht behalten wird.

Abg. Graf Kanitz (kons): Ich freue mich, daß der Minister von den auf dem Wafferwege heranzuschaffenden Ruhrkohlen nichts wiffen will (Heiterkeit). Wir befinden uns mit der Kohlenkonjunktur auf dem ab­steigenden Ast. Gewiß nimmt jeder, was er kriegen kann; das Kohlen- yndikat hat aber auch beschloffen, die Förderung einzuschränken.

Abg. Fürst Stolberg glaubt, daß die Kohlenpreise thatsächlich heruntergehen werden und daß wir unbedenklich diesen Abstrich machen

Abg. Franken (ntl.) verteidigt den Beschluß des Kohlensyndikat«, die Förderung der Kohle zu reduzieren, weil im Januar 8 des Betrages weniger verkauft sei als im vorangegangenen Dezember.

Abg. Graf Kanitz: Es wäre zu wünschen bei den hohen Kohlen­preisen nicht auch noch mit Förderungsreduktionen vorzugehen.

Bei der Abstimmung wird die im Etat geforderte höhere Summe unter Heiterkeit der Linken einstimmig abgelehnt und die Absetzung der 500 000 Mk beschloffen. Am Extraordtnarium des ordentlichen Etat- Hat die Kommission keine Aenderung beantragt, dasselbe wird unverändert genehmigt. Vor dem Eintritt in die Beratung des außerordentlichen Etats des Extraordinariums, zu der die Kommission mehrere Streichungen bezw. Kürzungen vorgeschlagen hat, wird die Beratung abgebrochen. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr (Extraordinarimn des Etats der Reichs- eisenbahnev; zweite Lesung der Chinavorlaae). ___

m A. DickorL, ' °uf rechtzeitige gerechnet Hierbei forffonb.

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China.

Feldmarschall Graf Waldersee meldet am 11. auS. Peking: Die in die Gegend von Yenkhing entsandte I ä g e r - K o m p a g n i e mit Gebirgs-Artillerie heute zurückgekommen, da berittene Waffen für Erfüllung der Aufgabe ausreichend. Von Paotingfu aus sind seit kurzem fünf in der deutschen Zone liegende Distrikts-Hauptorte dauernd mit je einer Kom­pagnie belegt worden, um die Bevölkerung vor Raub und Erpressung zu schützen.

Der französische General Voyron meldet, die Eisenbahn PekingPaotingfu sei am 1". d. M. einqeweiht worden. Er habe in Gegenwart des französischen und des belgischen Gesandten eine Para de über die Trup­pen abqehalten, der eine zahlreiche chinesische Volksmenge beiaewohnt habe; die Haltung der Truppen sei vorzüglich, gewesen, der Gesundheitszustand sei sehr gut.

Telegra»» deS «ieh-uer Auz-iaers

London, 13. Febr.Times" meldet aus Peking vom 11. ds.: Ter englische Gesandte teilte den chinesischen Ver­tretern mit, die englische Regierung lehne es ab, den gänz­lich unbekannten Beamten Tschangpohsien als Spezial- gesandten für England anzunehmen.

Engländer und Buren.

Londoner Blätter melden aus Pretoria: Wie es heißt, hat De Wet Sonntag Nacht den Oranjefluß wenige Meilen nördlich von Norvalspont überschritten und zieht nach Philipstown weiter. Fünf britische Abteilungen verfolgen ihn; alle Furten werden bewacht; in allen sind Minen gelegt.

In W i l l i st o n ist die Kolonne des englischen Obersten Delisle von Calvinia angekommen. Sie legte 72 Meilen in 48 Stunden zurück. Die Buren rückten gegen V a n w y k s - v l e i vor.

Eine Depesche des Generals Kitchener aus Pretoria meldet: General Fr c n ch nahm einen Convoi von 50 Wagen, 15 Karren fort und nahm 45 Buren gefangen. Auf eng­lischer Seite wurde ein Mann verwundet.

DemReuterschen Büreau" wird aus Colesberg den 11. ds. telegraphiert: Wie gemeldet wird, erschien am 10. ds. eine Burentruppe in Hamelfontein; es kam zu einem Gefechte, in dem ein Engländer fiel. Auf den Hügeln hinter Donkerpoort, nördlich von Norvalspont stehen zahlreiche Buren. Aus Maseru wird demselben Büreau gemeldet: Die Engländer haben Ficksburg besetzt; sie fanden nur geringen Widerstand. Wepener ist von den Engländern geräumt und von den Buren besetzt worden.

DemBüreau Reuter" wird aus Queenstown in der Kapkolonie vom 11. ds. gemeldet, daß General Brabant in einer Versammlung eine Ansprache gehalten habe, worin er nachdrücklich betonte, es sei notwendig, daß die Farmer als Freiwillige Militärdienst leisten, um die Kolonie zu verteidigen. Es lassen sich viele Rekruten einreihen.

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Deutscher Reichstag.

Berlin, 12. Februar.

Bei fortgesetzter Scretuag der Verwaltung der Eisenbahnen spricht der

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Aus dem Reichstage.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 12. Februar:

Daß die Reichshauptstadt gegenwärtig unter dem Zeichen der Landwirtschaft steht, läßt sich auch in den Parlamenten beobachten, besonders im Reichstag. Nur einmal im Jahre, aber gelegentlich der agrarischen Woche, bietet sich ja dem größten Teil der Landbewohner Gelegen­heit, die vielgelästertc Hauptstadt derAsphaltmenschen" zu besuchen. Ta bringt man denn ein umfangreiches Pro­gramm mit, damit sich die wejte Reise im Punkte der Zerstreuung und Belohnung gleichermaßen lohne. Tie bündlerischen Abgeordneten besorgen bereitwilligst Karten zu den Tribünen, spielen wohl auch den parlamentarischen Bärenführer", kurz, versäumen nichts, was dazu bei­tragen kann, daß der Besucher mit Befriedigung an die Berliner Woche zurückdenkt. Freilich, Einfluß auf die Zu­sammenstellung der Tagesordnung haben die mandat- beglückten Herren vomBund der Landwirte" nicht. So konnten sie heute nicht ändern, daß der zweiten Lesung der E h i n a v o r l a g e, auf die sich die Tribünenzuhörer wohl in erster Reihegespitzt" hatten, die fortgesetzte zweite Beratung des Etats der Reichseisenbahnen vor­anging. Tiefe war insofern nicht uninteressant, als sie den preußischen Eisenbahnminister v. Thielen wiederum vor die Front" führte. Sein Hauptpartner war der rede­gewandte elsässische Pfarrer Abg. Delfor. Er brachte Wünsche und Beschwerden seiner Landsleute über Eisen­bahn-Tarif und Sozialpolitik zur Sprache und streifte auch das Thema von der Beteiligung der elsaß-lothringischen Abgeordneten an den Arbeiten des Reichstages. Vor einiger Zeit hatte bekanntlich Abg. Dr. Lieber (Ztr.) in ^ber Kommission die Herren aus dem Elsaß zu regerer parla­mentarischer Thätigkeit ermahnt, und Abg. Gamp (Rp.) hatte diese Aufforderung in einer etwas weniger höflichen Form im Plenum wiederholt. Entrüstet wies Herr Telsor die Vorhaltungen von feiten des reichsparteilichen Kollegen zurück.Ter Herr Präsident sieht noch so manche Abge­ordnete, die nicht da sind!" Milde Heiterkeit, denn zu den ungefähr 375 Abgeordneten, die heute zunächst nicht da" waren, zählte auch Herr Gamp . . . Im übrigen wurde manch kritisches Wort gesprochen über Kleinbahnen, Reform der Güter- und Personentarife, Betriebssicherheit, Zug­beleuchtung, 4. Wagenklasse, T-Wagen usw., ohne daß rechter Schwung in die Debatte kommen wollte. Selbst Minister v. Thielen sprack) matteren Tones als sonst, und da er auch beiläufig seines Amtsnachfolgers Erwähnung that, raunten die parlamentarischen Zeichendeuter, daß Exzellenz v. Thielen seine Ministertage zähle. Sv rannen die Stunden dahin. In gemessenen Zeiträumen öffnete sich die zur Bundesratsestrade führende Thür; Offiziere vom Kriegsministerium oder Marineckmt holten sich bei den geheimrätlichen Kollegen vom Eisenbabnressort Bescheid, wie weit die Dinge gediehen seien. Bedeutsamen Blickes wies man zur Rednerliste hin, auf der Vizepräsident von Freae immer neue Namen verzeichnen mußte. In Bezug auf Länge der Rede schoß Abg. Graf Oriol a (nl.) den Vogel ab. Ta er über ein klangvolles Organ verfügt, und als weitgereister Mann unterhaltend zu plaudern weiß, hört inan ihm gern zu, zumal auf den Tribünen, wo kaum ein Platz unbesetzt war. Auch Abg. Prinz Schön­aich - C a r o l a t h, derrote Prinz", hatte das Ohr des Auditoriums. Er beklagte wiederum die Unzulänglichkeit der D-Wageu, auf die er schon, ein großes Unglück vor­aussehend, im März 1900 im preußischen Herrenhause Hin­gewi esen hatte, und forderte die Anbringung von Setten- thüren, sowie vor allem die sofortige Beseitigung der starken Eisenstangen vor den Fenstern. Minister v. Thielen bestritt, daß die D-Wagen das Offenbacher Unglück so groß hätten werden lassen. Bei den viel schwächer gebauten Eoupe- Wagen wäre die Katasttophe ungleich grausiger geworden. Sämtliche Fachleute hätten erklärt, es könne kein größerer Rückschritt gethan werden, als er in dem Auf geb en des Prinzips der seitenthürlosen D-Wagen liegen würde. (Hört! hört!) Gegen den Schluß der Sitzung gab es noch eine lebhafte Kohlendebatte und zwar beim Titel: Kohlen­versorgung der Eisenbahnen. Hier hatte die Budget-Kom­mission eine halbe Million Mark abgestrichen. Minister v. Thielen protestierte lebhaft gegen diesen Abstrich, und gab dadurch zu, daß thatsächlich eine Kohlen- knapPheit und Kohlenverteuerung vor­handen sei. Er war dabei so unvorsichtig, den Wert der Wasserstraßen für die Kohlenbeförderung keineswegs hoch zu veranschlagen. Aba. Graf Kanitz (kons.) säumte nicht, diese beidenEingeständnisse" festzunageln zu nicht geringem 9Rißvergnügen der Linken. Trotz wieder­holter dringlicher Vorstellungen des Ministers wurde der Abstrich der halben Million aufrecht erhalten.

Abg. Hu g (Ztr.) seine Zustimmung zum Antrag Schlumberger aus und verbreitet sich über badische Etsenbabnverhältnisse.

Abg. Lurz (Ztr.) bemängelt, daß die UebernachtungSräume für Beamte nicht überall den gesundheitlichen Ansprüchen entsprechen.

Minister v. Thielen erklärt, daß der Frage der Einrichtung angemessener AufenrhaltSräume für die Beamten andauernde Fürsorge gewidmet werde.

Abg. Delfor (Els.) wendet sich gegen den Vorwurf, daß die El'äffer nur beim Retchsetsenbahnetat hier anwesend seien. Im Uebrigen sehe der Präsident häufig genug auch noch andere, die nicht da sind. (Heiterkeit) Der Redner bringt verschiedene Beschwerden über die retchsländtschen Bahnen vor, namentlich in Bezug auf Löhne und Arbeitszeit der Beamten

Minister v. Thielen bestreitet, daß die Arbeitszeit zu lang sei, und bemerkt gegenüber den Wünschen auf Sonntagskarten vom Lande in die Stabt, der Bauer bleibe Sonntags besser aut dem Lande. t ,

Abg. Dr. Müller-Sagan (freis. Dp.): Ich glaube nicht, daß diese Ansicht der Meinung der Mehrheit des Reichstags entspricht; wir wünschen, daß dem Bauern auch am Sonntag Gelegenheit ge- boten wird, sich höhere Genüsse zu verschaffen, als er auf dem Lande haben kann. Was die V-Züge anlangt, so wäre vor allem eine Ver­mehrung des Personals notwendig; dadurch würden viele Mißstände beseitigt werden. Ganz falsch ist eS, daß nur die untersten B amten und Arbetter über die schlechten Gehälter und Löhne Klai-en führten. Das Streben nach Gehaltsaufbefferung geht bis in die Kreise der höchsten B amten. Wir haben eS ja sogar erlebt, daß auch regierende Fürsten Gehaltserhöhung verlangten. (Heiterkeit.) Der Wunsch nach Herabsetzung der Tarife für Militärpersonen auf Urlaub ist schon im Vorjahre angeregt worden. Ich bitte Sie, die betreffende Resolution der Kommission anzunehmen. (Biaoo! links.)

Abg. Graf Stolberg (kons.) erklärt, daß seine Freunde nicht grundsätzlich gegen eine Reform der Personentarife seien, aber zuerst eine R-form der Gütertarife verlangten.

Abg. Segitz (Soz.) betont gegenüber Schlumberger die unzu­reichende Arbeiterfürsorge.

Abg. Graf Oriola (ntl.): Die Wagen vierter Klasse sind j tzt zum großen Teil so ungestaltet, daß sie hell und luftig sind und Sitzgelegenheit bieten. Di« ursprünglich, Abneigung gegen die vierte Wagenklasse in Hessen ist jetzt ganz geschwunden. Der Bauer und die Bäuerin haben erkannt, daß sie für sie sehr bequem sind. Von rtchts trennt sich eine Marktfrau schwerer, als von ihrem Marktkord. Von Menschenunwürdigkeit kann da gar nicht die Rede sein. Ick halte die preußische Etsenbahnverwaltung zwar nicht für die beste der Wclt, aber die Angriffe des Herrn Segitz gingen doch zu weit. Ver- bkssrrungsfähig und verbesserungsweit ist noch manches an ihr. Der Redner klagt über die ungenügmde Zahl der Bediensteten in den V-Zügen und über die Unreinlichkeit der Wascheinrichtungen und Klofets in düsen Zügen Mit Etel erfülle es Einen beim Betreten dieser Räume. Die engen Gänge, die wenigen Thüren vergrößern die Gefahr im Falle eines Unglücks. Bei Schlafwagen sind die Fenster noch kleiner. Bei diesen Schlafwagen hat man wirklich häufig das Gefühl, man steige zu früh in einen Leichenwagen. (Heiterkeit.)

Abg. Dr Vonderscheer wünscht Erleichterung und Verbilligung deS Marktverkehrs und eine Bahn von Schlettstadt nach der badischen Grenze.

Abg P-tnz Schönaich-Carolatb beleuchtet unter Hinweis auf d>e UnglückSfälle in Bischweiler und Offenbach die Gefahren der V-Zügr und wünscht wenigstens die Einführung von AusgangSthüren, sowie die Entfernung der Stäbe von den Fenstern, sowie eine weniger gefährliche Beleuchtungsart.

Minister v. Thielen erwidert, daß daS Offenbacher Um glück durch die V-Wagen nicht verursacht und auch nicht verschlimmert worden sei, sondern daß eS ohne sie viel schlimmer geworden wäre Die Wagen würde:.' bet Einfügung von Thüren in die Settenwände weniger widerstandstäbig sein. Die Widerstandskraft der Wagen habe sich gerade auch in Offenbach gezeigt. Die Opfer des Unglück« wäien auch bei dem Vorhandensein von Kouprethüren nicht zu retten gewest n. Der v Wagen hat das Unglück nicht verschärft, sondern gemildert. ES ist vieles noch verbesserungsbedürftig und oerb fferungSsäbig an diesen Wagen. Die Spettalsachverständigen haben alle Vorschläge nochmals geprüft; daS Resultat der Erörlerung war, daß sämtliche Herren es für den größten Rückschritt erklärten, wenn die thürlosen Wagen wieder beseitigt würden. Vollkommen also ist der v-Wagen nicht. Die Fenster können vergrößert, die Möglich? it au6 dem Fenster Gepäck hinauszugeben und durch dasselbe zu passieren, k-nn erleichtert weiden. Die S ange ist jetzt da angebracht, wo die Fensterbrüstung unten abschneidet; dort muß sie st hen bleiben, well der P.ssagier sich fefthalten muß. Das Fenster ist also frei, durch die Oeffnung kann jedcr hindurch, auch mit den annehmbarsten Gsund- heitsformen, die überhaupt existieren. (Heiterkeit.) Die Elektriz tät werde je auch auf die Dauer nicht in der Beleuchtung die Herrschaft erringen. Heute aber gebe eS roch kein in großem Maßstabe anwend­bares zweckmäßiges System.

Nach Erklärungen der Abgg. Müller-Fulda (Ztr.) und Werner (Antis.) wird Titel I angenommen; ferner wird angenommen eine Re­solution bezüglich der Gepäcktarife und bezüglich der Berechnung einer Mindereinnahme bei den deutschen Reichs und Staatsbahnen, desgleichen erfolgt die Annahme der Resolution Schlumberger betr. die Förderung der Kleinbahnen in den Reichslanden. Ein weiterer Titel wird bewilligt. Bei dem TitelUnterhaltung und Ergänzung von Betriebsmaterial" be- anttagt die Kommission, eine halbe Million anzusetzen.

Eisenbahnminister v Thielen bittet, den Posten in unveränderter Höhe zu bewilligen. Die Annahme der Kommission, daß die Kohlen billiger zu beziehen sein würden, treffe nicht zu. Die Eisenbahnverwaltung könne mit geringeren Sorten nicht wirtschaften, auch müffe sie die Kohle vorziehen, die nicht schon mehrmals umgeladen ist. Mit dem Absetzen sei es nicht gethan. Die Budgeikommission müßte dann auch schon so freund­lich sein, die Kohlen zu besorgen.

Abg. Dr. Paasche: Es ist intereffant, daß der Fiskus als Kohlen­lieferant von den Reichseisenbahnen 15 Mk. verlangt, während das Syndikat sich mit 11,10 Mk. begnügt. Ich möchte aus diesem Grunde trotz des Widerspruches des Ministers für den Koimmssionsantrag eintreten. Der preußische Fiskus als größter Kohlenbaron rottb im nächsten Jahre bei dem Anwachsen der Vorräte ebenso wie die Privaten zum Herabgehen mit den Preisen gezwungen sein, sodaß man etwa von dem 1. Juli ab billigere Preffe haben wird.

Deutsches Reich.

Berlin, 12. Febr. Aus Hornburg v. d. H. wird ge­meldet: Ter Kaiser unternahm heute früh einen Spazier­gang in die Tannenwald-Allee. Nach dem Schlosse zurück­gekehrt, hörte der Kaiser den Vortrag des Kriegsministers v. Goßler. Am Nachmittag wurde eine größere Schlitten­partie mit den Hofstaaten nach der Saalourg gemacht, von wo aus Ihre Majestäten durch den Taunus nach Schloß Friedrichshof fuhren. ,

Ter Staatssekretär Staatsminister v. Tirprtz hat sich heute nachmittag in Begleitung seines Adjutanten zum Vortrag bei Sr. Majestät nach Homburg begeben, und wt voraussichtlich am 14. ö. Mts. abends hierher zuruckkehren