Ausgabe 
13.11.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. 2«7 Erstes Blatt. 151. Jahrgang.

Mittwoch 13. November 1901

Erscheint täglich mit Ausnahme bed

Montags.

>i« Glehener FamMe«. lätter werden dem Aa­siger im Wechsel mit em »Hess. Landwirt" -nd den .Blättern für hessische Volkskunde" rermal wöchentlich bei* gelegt.

eboftion, Expedition und Druckerei:

Schnlstratze 7.

ldresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

HernsprechanschlußNr.bl.

GietzenerAnzeiger

ur General-Anzeiger v

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Annahme von Auzeiae» zu der für den folgende» Tag erscheinenden 9hcJ bis vormMagS 10 Uhr. Alle Anzeigen-Dermitt* lungsslellen deSJn-und Auslandes nehmen An*

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ZeuenpreiS: lokal ILP^, auswärts 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Unwersitäts - Druckerei (Pietsch Erbens

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Bekanntmachung.

Es N7ird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß für Bezirk lir. 29 (Provinz Oberhessen und Kreis Wetzlar) der Sektion VI er Spedittons-, Speicheret- und Kellerei-Berufsgenossenschast '-»err L. Schüßler, in Firma Emil Pistor Nachfolger, zu Hießen zum Vertrauensmann, und Herr Richard Wallen- els, in Firma Wallenfels u. Sauer, zu Gießen zu dessen Stellvertreter, mit Wirkung vom L Oktober 1901 an, bestellt vorden sind.

Gießen, 9. November 1901.

Giwßherzogliches Kreis amt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.

Krlranntmachung.

ßetr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich; hier die Arbeiten deS III. Abschnittes.

Mittwoch, 27. November l. I. findet die Ueberweisung >er neuen Grundstücke und die Versteigerung der Mafsegrund- tücke an Ort und Stelle statt.

Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Gemeindehause zu Narbenteich, woselbst auch die Verfteigerungsbedingungen be- 'annt gegeben werden.

Die Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen:

1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden.

2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Artsführung dieser Arbeiten notwendig werden, nlüssen die neuen Eigentümer dulden. Em hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben.

Friedberg, 8. November 1901.

Der Großh. Feldberemigungskommissär.

Spamer, Kreisamtmann.

DasGemeiugrrt Aller".

In unserer auf das Praktische gerichteten Zeit ist es für eine einzelne Lehre schwer, sich duvchgurtngen, zu allgemeiner öffentlicher Beachtung. Der Bodenreformtheorie ist diese schwere Arbeit gelungen.

Der erste Vorkämpfer ber Bvdenrefornrideen ist der Amerikaner Henry George. George ist einer der inter­essantesten CharaktLrköpfe der neueren Zeit. Als Ameri- kaner natürlich self made man, ist er ans einem Setzer- (ebrling durch privates Studium und scharfes Erfassen wirtschaftlicher Vorgänge einer der hervorragendsten volks­wirtschaftlichen Schriftsteller der Welt geworben. In New-Aork selbst errang er sich ein solches Ansehen, daß er von einer großen Partei als Kandidat für die Bürger­meisterwahl aufgestellt wurde. Aber sein durch Entbehr­ungen schwächlich, gewordener Körper erlag den Strapazen des amerikanischen Wahlfeldzuges vorzeitig. George's ltt- terarisches Hauptwerk, das beute in alle zivilisierten Sprachen übersetzt ist, trägt den scharf pointierten Titel Fortschritt und Armut". Man mag sich zu den darin niedergelegten Gedanken stellen, wie man will: das Eine müssen auch seine Gegner zugeben, daß man in der ganzen volkswirtschaftlichen Litteratur kein Buch findet, das mit einer solchen packenden Gemütskraft, einer solchen An­schaulichkeit und Fülle der Gedank«r und Sprachgewcckt geschrieben ist. Bon den Amerikanern kommt dem Ver­fasser Carvy, von den Deutschen Friedrich List am nächsten. Fortschritt und Armut" betitelte er dieses Buch, weil ihm das nrerkwürdigste Problem der Zeit die Thatsache zu sein schien, daß mit dem Fortschritt auch die Armut wachse, daß in den größten Städten neben dem höchsten Luxus auch die schrecklichste Armut vorkomme. Die'letzte Ursache dieser Erscheinung, wie überhaupt des ganzen so­zialen Elends scheint ihm die Steigerung des Booenwertes und die Erhöhung der Grundrente. Alle Errungenschaften des Fortschritts kommen nach chm nur dem Grund- und Bodenbesitz zu Gute, während Kapttal und Arbett leer ausgehen. Dieses Uebel könne mit der Wurzel nur dann ausgerodet werden, wenn der Urzustand wieder hergestellt, wenn das Land, der Grund und Boden wieder zum Ge­meingut Atter, des Staates, gemacht werde. Aber George denkt dabei nicht an eine Konfiskation oder Beraubung der jetzigen Eigentümer; denn er ist ja weder Sozialist noch Kom­munist. Wer jetzt das Land besitzt, sott im Besitz der freien Ver­fügung bleiben. Die Allgemeinheit soll sich damit be­gnügen, die Rente durch eine Steuer auf den Grund und Boden sich anzueignen. Dann würden alle übrigen Steuern Wegfällen; auch der Grundbesitzer brauchte sonst keine Steuern mehr zu zahlen. George weiß uns die Vorzüge seines Vorschlages mit so glühenden Farben zu schildern, daß man gleich zugreifen möchte. WerLeicht bei ein­ander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen". Und noch niemals ist eine große Theorie In ihrer vollen Reinheit in die Praxis übertragen worden. Dies gilt ganz besonders von Georges Theorien. Sie kolli­dieren mit so vielen überkommenen Anschauungen und Einrichtungen (man denke nur an die Hypothekenbanken mit ihren 6 Milliarden Mark Pfandbriefen), daß sie auf den ersten Blick als Utopie erscheinen mußten. Wer die Ideen Georges haben sich schon zu Lebzeiten desselben, noch mehr aber seit seinem Tode (1897) unaufhaltsam aus­gebreitet, so in Amerika, in Austtalien, in England, der Schweiz und besonders auch in Deutschland. In Deutsch­land steht an der Spitze der Agitation derBund der

Polnische Tagesschau.

Eierverkaufsgenosienschaften.

Die Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftskorre­spondenz des Herrn Geheimrat Haas schreibt:

Ausscheidung entbehrlicher Glieder des verteuernden Zwischenhandels, das ist eine wirtschaftliche Entwicklungs­tendenz, die sich in der Gegenwart auf vielen Gebieten offenbart. Selten hat sie indes zu so großem Nutzen für Produzenten und Konsumenten geführt, wie das durch die Aufnahme des genossenschaftlichen Eierverkaufs geschah. Dieser neue Zweig am starken Baume der landwirtschaft­lichen Genossenschaftsbewegung zeigt ein erfreuliches, kräftiges Wachstum, denn zahlreiche Molkereigenossen­schaften, Ein- und Verkaussgenossenschasten, Geflugelzucht- ü er eine, dann aber spezielle Eierverkaufsgenossensck^rfteu haben sich ihm neuerdings gewidmet. Ein so lebhafter Aufschwung ist ftetlich sehr begreiflich, wenn man erwägt, wie schlecht und teuer auf diesem Gebiete bisher der Klein­handel auf dem Lande funttioniert hat.

Verfolgen wir einmal den Geschäftsgang, so sehen wir immer mit geringen Variationen dasselbe unerfreuliche Bild. Der Eiermifiäufer fährt von Ort zu Ort und kauft ohne Wahl alle Eier auf, die ihm augeboten werden. Für ihn ist Ei Ei. Unterschiede zwischen großen und kleinen, guten und schlechten, sauberen und beschmutzten Eiern kommen für ihn nicht in Betracht. In seinem Lager hebt der Händler dann die Eier, die schon bei den Landwirten vor tangerer Zett gesammelt wurden und daher ziemlich alt sind, so lange auf, bis er eine genügende Ladung absenden kann. Ohne genügend gereinigt und sorüert zu sein, ge­langen alsdann die Eier häufig nur mangelhaft in Tonnen mit Häcksel verpackt zum Versande. So ist es kein Wunder, daß die Eier an Qualität sehr eingebüßt haben, wenn sie nach langer Zeit endlich an den Konsumenten gelangen, der für diese zweifellos minderwertige Ware noch recht hohe Preise zahlen muß. Bettachten wir dagegen die Preise, die von den Händlern an die Landleute gezahlt sind, so finden wir, daß dieselben in keinem Verhältnisse zu den Marktpreisen der Großstadt stehen und erheblich niedriger sind.

Diese Uebelstande beseittgt der genossenschaftliche Eier­verkauf, denn mit aller Energie drängen die Vereine dahin, daß nur frische, saubere, reine Eier in sorgfältiger Sor­tierung und guter Verpackung zum Verkauf gelangen. Stempelung der Eier, ihre Durchleuchtung mit der Eier­lampe dienen in Verbindung mit empfindlichen Konven­tionalstrafen der Erreichung dieses Zweckes. Die so ge­sammelten und untersuchten Eier werden nun von der Ge­schäftsstelle der Genossenschaft, so rasch wie möglich in den Verkehr gebracht, und zwar finden sie bei Groß­händlern, Hoteliers, Besitzern von Kuranstalten, aber auch bei Privatkunden guten Absatz. Ohne höhere Preise als bisher an den Händler zu zahlen, erlangen die Konsu­menten so den überaus großen Vorteil, gute frische Eier zu erhalten. Die Produzenten ihrerseits sind gleichfalls zuftieden, denn durch Ausschaltung des Zwischenhandels verwerten sie jetzt ihre Eier um 20, 30, ja selbst 50 und 60 Prozent höher, denn früher. So liegt in den Eierver- kaufsgenossenschaften ein bedeutsames Mittel zur Hebung der Rentabilität der Hühnerhaltung, und damit der wirt-

deutschen Bodenreformer", dessen Leiter A Damaschke ist Anhänger der Bodenreform sind auch die Nationalsozialen und die immer zahlreicher werdenden Mietervereine, denn an einem Aufhören der Bodenwertsteigerung sind in erster Linie ja die Mieter interessiert.

In mannigfachen Formen sind nun die Ideen Georges und seiner Nachfolger in die Praxis umpesetzt worden. Zunächst ist, in Anlehnung an seinen Steuervorschlag, versucht worden, auf dem Gebiete des Steuerwesens die Steigerung des Dodenwertes für die Allgemeinheit in Besitz zu nehmen, da man sich sagt, daß die Steigerung des Bodenwertes das Mark nicht des einzelnen Besitzers, sondern der Gesamtheit sei. Das ist juerft namentlich in Amerika, aber auch in England geschehen, vermittels der sog. Betterments-Wgabe- In Deutschland hat diese bodenreformerische Steuerpolitik namenllich durch das Kom­munalsteuergesetz Miquels in Preußen Eingang gefunden. Es hat aber heftiger Kämpfe und verschiedener Versuche bedurft, bis jetzt eine Stadt nach der anderen dazu übergeht, durch besondere Steuern diese spekulattve Steigerung des Bodenwerts zu treffen. Soeben erst haben sich die Berliner Stadtverordneten mit der Frage be- schäftigt, und den für die Entwickelung der Reichshauptstadt hochwichttgen Beschluß gefaßt, in Erwägung zu ziehen, wie die unbebauten Grundstücke in wirksamerer Weise als bisher, vielleicht im Wege der Besteuerung nach bem ge­meinen Werte, zur Steuer heranzuziehen sind. Beiläufig ist eine solche kommunale Wertsteuer längst in kleinen Vor­orten Berlins eingeführt. Die fortgeschrittensten Gemeinde­wesen wagen sich .auch sonst, so durch Vermehrung ihres Grundbesitzes, an bodenreformerische' Ideen heran. Be­sonders die Linderung der Wohnungsnot ist es, was die Kommunen auf dieser Bahn weitertteiben wird; speziell das ttn Bürgerlichen Gesetzbuche vorgesehene Erbbaurecht gewinnt hier eine stets größer werdende Beachtung. Wer auch auf staatlichem Gebiete sind erste tastende Versuche mit bodenreformerischen Gedanken gemacht worden. Der preußische Fiskus hat bei Berlin und bei Hamburg Grund­besitz angekauft, um ihn nicht der Spekulation ausge­liefert M sehen. Freilich hätte er chn als echter Boden­reformer nicht verkaufen, sondern nur verpachten sollen. Daß man von Regierungswegen in unserer neuesten Ko­lonie Kiautschou Bodenreform praktisch treibt, dürfte nicht allgemein bekannt, jedenfalls aber interessant fein.

samste Ansporn zur Ausdehnung unserer weit hinter dem Konsum zurückbleibenden Eierproduktion. Diese volkswirt­schaftlich bedeutsame Entwickelung wird sich um so schneller vollziehen, wenn alle Wnehmer Großhändler, Hoteliers, Gastwirte, Konsumvereine, Offizierskafinos, Privatkunden usw., die Gewicht a|uf den Bezua guter, frischer Eier zu mäßigen Preisen legen, sich an oic Eierverkaufsgenossen­schaften als die gegebene Bezugsquelle wenden. Ter All­gemeine Verband der deutschen landw. Genossenschaften in Tarmstadt ist gerne bereit, durch weitere Ausmnft die Anknüpfung von solchen Geschäftsverbindungen herbeizu­führen.

Aas Aenkmal für Christian de Met.

Die Thättgkeit Christian de Mets, des wackeren Buren­führers, ist zur Stunde in ein ungewisses Dunkel gehüllt. Seit längerer Zett ist keine Kunde mehr von ihm in die Außenwelt gedrungen. Während so der Telegraph aus Afrika über den hervorragendsten Streiter des Heinen Bureuvolkes schweigt, hat man im deutschen Rheingau eine Ehrung ins Werk gesetzt, die seinen Namen und die Erinnerung an ihn der Nachwelt überliefern soll. Wir haben berichtet, daß in Schierstein, an dieChristiane Deutschlands" ein Ausruf ergangen war, um für den heldenhaften Kämpfer Christian de Wet eine Ehren- und Sympathiebezeugung aus Deutschlands Gauen anzuregen. In dem Aufruf hieß es damals: Jeder Deutsche, der Christian heißt, wird gebeten, beizutragen. In dem Heinen hessischen Städtchen, wo der Gedanke entstanden ist, zeich­neten als erste 18 Christiane mit zusammen 18 Mark. Die vielen Christiane des übrigen Deutschlands haben gezeigt, daß sie ihrer Schiersteiner Namensbrüder wert waren: Am nächsten Sonntag, den 17. d- M., wird in dem Heinen Ort das Denkmal Christian de Wets enthüllt werden. Auf einer Büste erhebt sich die markante Gestalt des Buren- generals, ihn begrüßt ein Deutscher, am Boden kauert ein mißgestaltetes Ungeheuer, das die Kriegswirren ver­sinnbildlichen soll. Das Denkmal ist von dem Berliner Professor Pfretzschner ausgeführt worden. Aus allen Tellen Deutschlands, auch aus Italien und Belgien, waren Gelb- beträgc für dieses Monument eingelaufen. Ein Hauptmann aus viner Garnison in Ostpreußen begleitete seine Spende mit folgenden Worten:Ich heiße zwar nicht Christian, möchte aber bei der Ehrung für den Blücher der Buren nicht fehlen. Möchte der tapfere de Wet das erreichen, was jeder, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, wünscht, ein freies Burenreich auf lange Zett." Schon im Anfang dieses Jahres ist dem Burenführer eine Ehrung zu teil geworden. Im alten Schifferhause zu Hamburg hatte sich eine Kommission gebildet, die dem Burengeneral aus Bei­trägen deutscher Schiffer einen Ehrendegen widmete. Wir haben damals berichtet, wie diese Idee einen hellen An­klang in den beteiligten Kreisen gesunden hatte, und daß ansehnliche Betträge eingelaufen waren. Zu einer Ver­wirklichung dieser Idee ist es bisher nicht gekommen, da der, dem die Ehrung zugedacht war, zur Zeit un­erreichbar ist. Christian de Wet war wie tausend andere als gewöhnlicher Soldat zu Beginn der Feindseligkeiten unter die Waffen getreten. Sein Name tauchte in Verbind­ung mit den Kriegsereignissen erst auf, als er bei Nichol­son seck zum stellvertretenden Kommandanten ernannt wurde. Seine Beteiligung am öffentlichen Leben bestand vor dem Kriege darin, daß er 18901898 Volksraads-Mitglied des Oranje-Freistaates war. De Wet ist jetzt etwa 51 Jahre alt Von seinen zehn Kindern, sechs Söhnen und vier Töchtern, sind vier mit in den Krieg gezogen; einer seiner Söhne befindet sich *als Kriegsgefangener in Greenpoint.

Soeben gelangt an uns folgende Nachricht: Von der Christian-Vereinigung Deutschlands zur Ehrung de Wets in Schierstein war aus Veranlassung der Nachrichten über den Tod des wackeren Burenführers, an den Transvaal- Gesandten Dr. Leyds in Brüssel eine Anfrage gerichtet worden, ob de Wet noch lebe, ober was mit ihm geschehen sei. Darauf ist nunmehr eine Antwort eingegangen, bereu auf diese Anfrage Bezug habende Stelle folgenden Wort­laut bat:.Noch kann ich Ihnen mitteilen, baß General be Wet sich augenblicklich der besten Gesundheit erfreut. Er hat für einige Zeit den Befehl seines Kom­mandos an einen seiner Leutnants übertragen, und macht jetzt eine Rundreise, um die verschiedenen Kommandos zu besuchen."

Aus Stadt und Land.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ift nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 12. November 1901.

** Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat den Finanzaspiranten Wilhelm Scharmann in Darmstadt mit Wirkung vom 1. November zum Kabinetskasie-Buchhalter er­nannt. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde verliehen dem Mitgliede der freiwilligen Feuer­wehr zu Offenbach Franz Albert Trief enba ch. Der Groß­herzog hat bem Maurer Joh. Diehl aus Wies-Oppenheim, im Dienste der Firma Corneliäs Heyl zu Worms, das All­gemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" verliehen. Der Großherzog hat den Landgestütsdiener Johannes Krummeck auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. November, vorbehaltlich seiner Wiederanstellung, in den Ruhestand versetzt.

* Französische Vorträge nnd Rezitationen. In seinem ersten Rezitationsabend, der Mittwoch den 2 0. d. Mts., 6 Uhr, stattfinden wird, beabsichtigt Lektor Goetschy außer mehreren typischen Schriften Napoleons, wie Gedichten, Briefen