Ausgabe 
13.8.1901 Zweites Blatt
 
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Frankfart, aeu 12

Tendenz still.

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August . . 202.50 . . 173 10 . . 120.20 . . 129 50 . . 136 50

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5 % Italien. Rente . .

4% Grieoh. Monop.-Anl.

8 0/0 Portugiesen . .

8 0/3 Mexikaner . . .

4V| i/0 Chinesen . . .

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BeichaanJelhe do

Konsole . . do . .

Hessen . .

Ausland.

Antwerpen, 11. Aug. Nach dem BlattMetropole" ffcnb durch den DampferAlbertville" neue Nachrichten vom Kongo überbracht worden, die besagen, daß die BatetelaS sich wieder in der östlichen Zone zeigen. Mau versichert, daß ein Aufstand im Kuilu-Gebiet auSgebrochen ist. Die Aufständischen wurden von Truppen verfolgt.

Bruffel, 11. Aug. Auf Antrag des SenatS-AuSfchuffeS ließ die Regierung die Erklärung abgeben, der Stadt Ostende fünf und der Stadt Spaa drei Millionen Franken Ent- Ichädtgung zu bewilligen, falls der Senat die sofortige Ab­schaffung der dortigen Spielklubs verfügt. Dieses Angebot der Regierung hat Aussicht, vom Senat angenommen jtt werde«, sodaß eine endgiltige Beseitigung der Spielhöllen in Belgien zu gewärtigen ist.

Paris, 10. Aug. Der deutsche Geschäftsträger, Minister 0. Schlözer, dankte dem Minister des Auswärtigen, Delcassö, Ar die Zuvorkommenheit der Behörden in Brest gegenüber SerHela" und für die mit Rücksicht auf die eventuelle Landung des Prinzen Heinrich getroffenen Borkehrungeu. 3« dem Besuche derHela" erzählt derSiScle" gerücht- weise, daß die französischen Hafen- und Eisenbahubeamten, die dieHela" besuchten, den ihnen dort angebotenen Wein Md Zigarren zurückwiesen, was die deutschen Offiziere sehr verstimmt habe. Ferner werde in Brest erzählt, daß ein Oßftzier derHela" beim russischen Konsul mit der Bitte nn Regelung der Kosten des Lotsendienstes erschien. Der rllßfische Konsul habe deu deutscheu Offizier jedoch belehrt, daß er nicht mit der Vertretung der deutschen Jnterefien betraut Wr und daß es seit 1870 keinen deutschen Konsul mehr in dr<st gebe. Interessanter als diese unverbürgten Kleinigkeiten ist vielleicht die Thatsache, daß selbst ernste Blätter, wie der .Siöcle", sich damit aufhalten.

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Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

fo. Frankfurt tu M«, 12. Aug. (Ortg.. Telegr. desGießen.' An-.") Amtliche Notierung der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 16.75-17.00, Kurbesstscher Mk. 17.0017.25, La Plata Mk. 17.00-17.25, KansaS Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 14 00, Gerste (Wetterauer) Mk. 1616.50, Kleie Mk 17 50 bi« Mk. 18 00, Hafer Mk. 14 5015 00, Mai« Mk. 00.0000.00, Weizen­mehl 00 Mk. 2500 bi« Mk. 25 50, 2. Qual. Mk. 22 00 bis Mk. 23X0, 3 Qual. Mk. 2121.50, Roggenmehl 0 Mk. 22 00-23.00, 1. Qual. Mk. 20.75-21 50, Weizen kiele Mk. 9 00- 0.00, Roggen klete Mk. 10 00, MatSkeime Mk. 0.00 bi« Mk. 00.00. Alle« per 100 Kg. ab hier.

KC. Frankfurt a. M., 12. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht desG.A."). Amtliche Notierungen der heutigen Biehmarktpreise. Zum Verkauf tonten 415 Ochsen, darunter 151 aus Oesterreich, 53 Bullen, da­runter 4 aus Oesterreich, 844 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 237 Kälber, 204 Schafe und Hämmel, 1018 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 6970 Mk., 2. Qual. 6567 Mk., 3. Qual. 6163 Mk.; Bullen 1. Qual. 55-57 Mk., 2. Qual. 5154 Mk.; Kühe 1. Qual. 6163Mk., 2. Qual. 5758Ml., 3.Qual. 4245Mk., 4.Qual. 3134Mk, 5. Qual. 3032 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 7779 Pfg., Lebendgewicht 4648 Pfg., 2. Qual. 4951 Pfg, Lebendgewicht 8941 Pfg., 3. Qual. Schlachtgewicht 5366 Pfg.; Schafe l.Qual. Schlg. 6264Pfg., 2.Qual. 5759Pfg.; Schweine l.Qual. 56Pfg., Lebendgewicht 52 Pfg., L.Qual. 65 Pfg., Lebendgewicht 51 Pfg 3. Qual. 5860 Pfg, Lebendgewicht 00 Pfg. Geschäft : bei Kleinvieh gut. Markt geräumt.

Meteorologische Beovachrnngen

bet Station Oi-tzeu.

Höchste Temperatur am 9.10. August Niedrigste ,

Höchste Temperatur am 10.11. August

Niedrigste , , ,

I Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgee. Oeeterr. Staatsbahn Gotthard bahn . . Laurahütte , . . Bochum ...» Harpen er ....

Neueste Meldungen.

Homburg, 12. August. D-os Kaiserpaar reiste um 10 Uhr 15 Min. abends mit den Prinzen Eitel Friedrich

und Adalbert ab. Ter Kaiser verlieh der Prinzessin Mar­garethe das Füsilier Regiment v. Gere-dorff. Ter Kron­prinz reiste um 10 Uhr 25 Min. ab. Graf Waldersee besuchte gestern den König von England. Ter Leich^enzug geht heute abend um 10 Uhr in Begleitung des >tron- prinzen von Griechenland und des Prinzen Friedrich Earl von Hessen ab. Tic Regimenter 80, 81 und 166 werden Spalier bilden.

Homburg, 12. August. Tas Königspaar von England sowie Prinzessin Viktoria sind heute früh 8 Uhr 25 Min. nach Potsdam abgereist.

Berlin, 12. August. Gestern abend fand im Reichs­tagsgebäude die Begrüßung der Teilnehmer an dem heute beginnenden internationalen Zoologen kon greß statt, wozu^ eine überaus große Zahl der bedeutendsten Zoologen des In- und Auslandes eingetroffen sind. Ter Tirektor twö Museums für Raturkunde, Mocbius, begrüßte die Ver- sammlung namens der deutschen zoologischen Gesellschaft. Nachher fand zwanglose Unterhaltung statt.

. $ c *. c.r sburg, 11. August. In Stanitschawa Sloboda bei Bonssoglensk (Gouvernement Tanchovo) brannten gestern 14 Bauernhöfe nieder, wobei vier Personen ihr Leben einbüßten.

Petersburg, 11. Aug. DieDeutsch Petersburger Ztg." bezeichnet die Meldung, daß der Agent des russischen Finanz­ministeriums in Berlin Ordre erhalten habe, die Vor- arbeiten für den Handelsvertrag einzustellen, alS unwahrscheinlich und betont, daß die offiziellen Organe deS Finanzministeriums den Zolltarifenlwurf so ob- iektiv und kurz behandelt hätten, daß auch die feinste Nase auS diesen Artikeln keine Retorsion herauSwütern könne. Das Gerücht über ein bevorstehendes Verbot der Preußen­gängerei verrate die vollständige Unkenntnis der Sachlage. Die Nachricht beruhe insofern auf einem Irrtum, als die Erhebungen der Regierung über die Preußengängerei in gar keinem ursächlichen Zusammenhang mit der Ver­öffentlichung deS deutschen Zolltarifs stehen und durchaus nicht geheimgehalten würden. Die Absicht von einer bevor- stehenden Sperrung der Grenzen für die Preußengängerei sei von russischer amtlicher Seite nicht ausgesprochen worden. Das Blatt weist noch ferner darauf hin, daß der in dem Artikel:Die Lage der Preußengänger in russischer Beleuchtung" in Nr. 368 derKönigsberger Hartung'schen Zeitung" enthaltene, angeblich einer russischen Enquete entnommene PaffuS, wongch die Antwort der russi­schen Regierung auf die neuen Agrarzölle Deutschlands nur die Sperrung der Grenze für Preußeugänger fein könne, in der Denkschrift des Ministeriums de» Auswärtigen über­haupt nicht enthalten ist.

New-York, 11. Aug. Der Generalkonsul in Venezuela erhielt noch folgendes Telegramm des Präsidenten Castro vom 7. August: Der zweite kolumbische Einfall wurde voll­ständig abgeschlagen. 22 000 Soldaten verteidigen die Grenze. Der Konsul sieht die Nachricht als solche an, die das Ende des Aufstandes meldet.

Troyes, 11. Aug. In der Kirche Saint Dizier explo­dierte nachmittags, während der Geistliche fünfzehn Kindern KatechiSmuSunterricht erteilte, eine in der Nähe des AltarS niedergelegte Bombe, wodurch die Betstühle und der Beicht­stuhl umgeworfeu und eine Anzahl Fensterscheiben zertrümmert wurden. Niemand ist verletzt worden.

Algier, 12. August. In Fort-de-l'Euu, fünfzehn Ki­lometer von Algier, stürzte die Tribüne des Kasinos ein, wobei 15 Personen verletzt wurden.

Verwischter.

* Die Erdbebenwarte in Laibach verzeichnet ein entferntes heftiges, mit kurzen Unterbrechungen den ganzen Tag andauerndes Erdbeben.

* Explosion. Die Rebbachsche Bierbrauerei in Groß isrgwedel, Kreis Burgdorf, ist infolge einer Keffel- explofion von einer großen Feuersbrunst heimgesucht worden. ~ Brüssel, 11. Aug. Von der Entwendung einer Summe von fünfhunderttausend Francs wurde dem Gericht Anzeige erstattet. Der Diebstahl ist zum Schaden der großen Stahlwerke von Terneuzen von deren Kassierer unter Mitschuld des Verwalters verübt worden. Der Kassierer Ijat die Summe bei einer Bank hinterlegen sollen, sich jedoch angeeignet und eine falsche Quittung angefertigt.

Gerichtssaal.

h. Gieße«, 10. Aug. (Strafkammer.) Die Verhandlung gegen Eleonore Gr ix, Witwe des Johann Grix von Ilbenstadt, wegen falscher Anschuldigung endigt damit, daß die Angeklagte zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt und zugleich dem fälschlich Denunzierten Publikations» befugniS zugesprochen wird. Der Angeklagte Heinrich Seim von Sellnrod, geboren 1877, wird wegen einer schweren Urkundenfälschung und vier Betrügereien unter Zubilligung mildernder Umstände in eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren unter Aufrechnung von 2 Monaten er­littener Untersuchungshaft, verurteilt. Der Verurteilte erkennt die Sttafe als rechtskräftig an, ebenso die Staatsanwaltschaft. Ein wegen Zech­prellerei schon sehr häufig vorbestrafter Mensch steht heute wegen des gleichen Delikts in der Person des Konrad Weber aus Blaichach in Bayern vor Gericht. Da es sich nur um wenige Pfennige handelt, erhält er unter Zubilligung mildernder Umstände 3 Monate Gefängnis. Auch er erkennt die Sttafe sofort als rechtsttäftig an und ebenso die Staats­anwaltschaft. Die Katharine König von Bergheim erhält auf die Be­rufung der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Schöffengerichs Orten« berg wegen Diebstahls einen Tag Gefängnis.

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feinem Amte erteilt, Staatsminister und Oberpräsident von Köller-ist zum Staatssekretär in Elsaß^Lothringen er­nannt worden. Ter Wirkt. Geh. Ober-Regierungsrat und Vortragender Rat in der Reichskanzlei Freiherr von Wil- mowski ist zum Oberpräsrdenten von Schleswig-Holstein ernannt

TerReichsanz." veröffentlicht die Verleihung der Brillanten zum ftronenorben zweiter Klasse an den Ge­neraldirektor der Hamburg-Amerika Linie Ballin.

Tas Direktorium des Zentral-Berbandes d e u t s ch e r I n d u ft r i e l l e r hat zu dem Entwurf eines neuen Zolltarifs einen Beschluß gefaßt, in dem es heißt:Tas Tirektorium hat die ernstesten Bedenken gegen die Bestimmung des Gesetzentwurfs, wonach allein bie Zollsätze für Getreide in keinem Falle durch ver­tragsmäßige Abmachungen ermäßigt werden dürfen. Tiefe Bestimmung kann geeignet sein, den Abschluß von Handels­verträgen überhaupt zu gefährden, oder selbst unmöglich zu machen. Eine solche Gefahr kann die Industrie nicht laufen, wie auch der Zentralverband nie die Absicht gehabt hat, höhere Getreidezölle seinerseits zuzugestehen ohne den gleichzeitig erfolgten Abschluß neuer Handelsverträge. So wenig das Direktorium einer ausreichenden Erhöhung der Getreidezölle entgegenzuwirken beabsichtigt, so muß das­selbe doch sich im Interesse der im Zentralverband ver­tretenen deutschen Industrie mit aller Entschiedenheit da­gegen aussprechen, daß die Feststellung von Minimalzöllen nur für Getreide prohibitiv in Anbetracht des Abschlusses von .Handelsverträgen wirkt. Eine entsprechende Abänderung des § 1 des Zolltarif-Gesetzentwurfs vom 26. Juli d. Js. ist daher unabweislich."

Die Schadenersatzansprüche, die sich an die samoanischen Wirren knüpfen, sind noch immer nicht erledigt. Wie dieSam. Ztg" meldet, sind die Ver­handlungen darüber bei dem Gouvernement des Schutz­gebietes schon seit Wochen abgeschlossen, nachdem auch die Ansprüche nichtdeutscher Ansiedler: Franzosen, Skandina­vier, Portugiesen, Chinesen und Japaner, einbezogen sind. Das Material ist nach Berlin geschickt worden, um von der dort zuständigen Stelle dem Schiedsrichter, König Oskar, vorgelegt zu weroen.

Kiel, 10. August. Die zu der Ostseestation gehörenden Unteroffiziere und Mannschaften des mit dem Dampfer des Norddeutschen LloydRhein" aus China heimbeförderten Ablösungstransporte des Kreuzergeschwaders in Stärke von etiva 1000 Mann trafen abends mit Sonderzug aus Bremer­haven hier ein.

Wilhelmshaven, 11. August Tie zur Nordseestation gehörige über 800 Mann starke Ablösung des Kreuzer- qeschwaders ist gestern abend mit Sonderzug hier einge- irofsen. Die von China heimkehrende Linienschiffsdivision ist heute vormittag auf der hiesigen Rhede eingetroffen.

Brunsbüttelkoog, 11. August. Das Flaggschi iver ersten Division des ersten GeschwadersKaiser Wil­helm der Große", mit dem Geschwaderchef Prinzen Heinrich an Bord, hat auf der Fahrt nach Kiel heute »vormittag 9 einhalb Uhr Brunsbüttelkoog passiert. Die übrigen Schiffe der Division werden im Laufe des Vor­mittags in den Kanal ein laufen.

Münster i. W., 10. August. Das Seelen amt für den l. erstorbenen Gesandten Frhrn. v. Ke tt e ler war sehr feier» l ich ausgestaltet. Bischof Dingelstädt und Weihbischof Graf Galen leiteten es. Die Witwe und die Mutter des Gesandten ü>arcn anwesend. Oberpräsident Staatsminister Frhr. v- d. Recke legte im Auftrage des Kaisers, Staatssekretär Frhr. w. Richthofen Namens des Reichskanzlers einen Kranz am Sarge nieder. Ten Leichen-Kondukt eröffneten eine Ehren­kompagnie vom Infanterie-Regiment Henvarth v. Bitten- seld und die studentischen Verbindungen der hiesigen Aka- i»emie mit ihren Bannern. Tas Domkapitel und als Träger d»es Ordenskissens Graf Korff-Schmising gingen dem vier­spännigen Leichenwagen vorauf. Hinter dem Sarge schritten die Familienangehörigen, der Oberpräsident, der komman­dierende General und der Staatssekretär sowie die Ab- v-rdnung des Auswärtigen Amtes, die Vertreter des weft- ftilischen Adels, die Offiziere und Behörden und zahlreiche Cinwohner der Stadt. Die Einsegnung der Leiche auf dem Friedhöfe erfolgte unter präsentiertem Gewehr der Ehren- Iimpagnie, die bei der Einsenkung 3 Salven abgab.

Straßburg, 11. August. Kreisdirektv r Graf Ernst v. Solms-Laubach tritt am 1. Oktober d. I. aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. Graf v. Solms- Laubach, der im 65. Leüeusjahne steht, ist ein erfahrener unb kenntnisreicher Verwaltungsbeamter, der lange Jahre hindurch mit großem Erfolg den Landkreis Straßburg ver­waltet hat, bei dessen Eingesessenen er sich des Vertrauens und der Beliebtheit in einem hohen und nicht gewöhn­lichen Maße erfreute.

Washington, 10. Aug. DaS amerikanische Kriegsschiff Ranger" ist angewiesen worden, sich bereit zu halten, vo Santiago nach Panama zu gehen.

DerDaily Telegr." meldet, Morgan beschäftige sich augenblicklich mit der Bildung eine« Trusts der Transatlanjtischen SchifsfahrtS« Gesellschaften. DaS Blatt versichert, auch die älteste dieser Gesellschaften, die Cuuard-Linie, sei in den Trust einbegriffen.

Aus Stadt und Land.

(Der Abdruck der unter dieser Bubrik befindlichen Original-Nachrichten i 1 nur unter genauer Quellenangabe:Gieß« gestattet.)

** Die Operettenvorstellungeu, die für SamStag, Sonn­tag und heute angekündigt waren, haben nicht stattfinden können. Die Direktion Kruse & Helm, die den Festsaal im Cass Leib vom 1. August ab gemietet hat, hat ihre Ein­willigung zur Veranstaltung der Operettenaufführungen nicht gegeben und zwar, wie es scheint, aus einer Veranlassung, mit der sich die Oeffentlichkeit vielleicht auch beschäftigen wird. ES werden aus Wiesbaden unkontrollierbare Gerüchte verbreitet, die wir unsererseits für falsch halten. Soviel steht fest, daß das Wiesbadener Operetten-Tnsemble mit zahlreichen ähnlichen Unternehmungen durch die Landestrauer in Preußen in große Verlegenheit geraten ist. Der Abschluß hier war unter besonderen Schwierigkeiten zustande gekommen. Die Militärkapelle, die bekanntlich das Ensemble beim ersten hiesigen Gastspiel begleitet hatte, darf infolge der Trauer nicht spielen und hatte in der letzten Stunde absagen müffen. ES wurde daher beschlossen, das Orchester des Wiesbadener Walhalla-Theaters mitzunehmen und die ganze Gesellschaft war am Samstag in vergnügter Stimmung bereits von Wiesbaden hierher abgereist, als dort das ablehnende Tele­gramm der Direktion Kruse & Helm eintraf. Wer ent­schädigt nun die Künstler für ihre Ausgaben? DemRh. C." zufolge zahlt die Direktion, die sehr geschädigt ist, keine Gage, giebt dagegen während der unfreiwilligen Ruhepausen freie Verpflegung.

** Tätlicher Sturz. Wie wir hören, hat sich gestern in einem Hause der Südvorstadt ein Kranker, der an geistigen Störungen leidet und in ärztlicher Behandlung sich befand, aus seinem Zimmer auf die Straße hinabgestürzt und so seinen Tod gefunden.

W. Steinbach, 12. Aug. In der Samstagnacht brach in unserem Orte Feuer aus, durch das ein Wohnhaus und drei Scheunen eiugeäschert wurden. Die EntstehnngSursache des Feuers ist b>'S jetzt unbekannt.

-h- Burkhards, 11. Aug. Bei der Ergänzungswahl zum Gemeinderat wurde der Landwirt Heinrich Wolf I. mit 79, JohS. Schäfer XXI. mit 52 und Karl Blöser mit 49 Stimmen gewählt. Die Wahl verlief ziemlich lebhaft. In Sichenhausen wurden die ausgeschiedenen Mitglieder Ludwig Fischer HI. mit 40, Balthasar Fischer II. mit ebenfalls 40 und Johannes Nies II. mit 41 Stimmen neugewählt.

S. Darmstadt, 11. Aug. Die Großherzogin, Herzogin Marie von Coburg und Prinzessin Albert von Schleswig-Holstein sind gestern abend 9 Uhr 35 Min. von Coburg hier ange­kommen und fuhren direkt nach Wolfsgarten. Heute fuhren die Herrschaften in Begleitung des Großherzog- zu deu Trauerfeierlichkeiten nach Cronberg und werden morgen Nachmittag 12 Uhr 42 Min. wieder nach Coburg zurück- kehren. Die beiden Vorstellungen des französischen SchwankesCoralie u. Co." haben bisher nur ein kleines, aber dankbares Publikum anzuziehen vermocht. Das Stück strotzt von Unwahrscheinlichkeiten und bis an die äußerste Grenze des Anstandes gehenden Pikanterieen, reicht aber im übrigen an dieDame von Maxim" nicht heran.

Hanau, 10. Aug. Gestern morgen gegen 6 Uhr fand man, wie aus Schlüchtern berichtet wird, zirka 300 Meter von seiner Wohnung den 72jährigen Auszüger und Bauer Ludwig Fuchs von der Heeg bei Herolz erstochen auf. Als des Mordes verdächtig ist Bauer Gläser von Herolz, welcher einen Termin mit dem Erstochenen beim Amtsgericht Schlüchtern haben sollte, verhaftet worden. Fuchs soll durch Messerstiche arg zugerichtet und dann in die nahe vorbei­fließende Kinzig geworfen wordeu fein, sodaß er entweder verblutete oder ertrank.

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