Ausgabe 
12.12.1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 292 Zweites Matt. 151. Jahrgang.

Donnerstag 12. Dezember 1901

Erscheint täglich wu Ausnahme des Montags.

Die «iehener Familien, blätter werden dem An- tzeiger im Wechsel mit demHess. Landwirt* und denBlättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei­gelegt.

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Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr.51.

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger **

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen UnioersitätS - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Er schätze und achte das deutsche Volk, dem Europa groß­artige Werke kultureller Arbeit verdanke, aber eben deshalb wolle er nicht, daß mit dem Namen dieses großen Volkes lleinliche, kulturwrdrige Thaten gedeckt würden.

Russisch-Polen einen Fragebogen zur Beantwortung, ob und inwieweit dietzandelsbeziehungenderPolenmit Deutschland gelöst werden können.

New York, 10. Dez. Chile kaufte drei Torpedojäger und einen Kreuzer an.

Kammer. Tas Haus nahm einen Antrag an, der die Regierung auffordert, vor dem Senat für die Einführung einer progressiven Steuer auf Erbschaften von mehr als einer Million Francs einzutreten. Tas .Haus berät darüber, ob der Antrag in Erwägung gezogen werden soll, der die Regelung der Erlaubnis zur Errichtung einer freien Unterrichtsanstalt durch ein besonderes

besonderes Gesetz verlangt und fordert, daß Lehrkräfte an diesen An­stalten Universitätsdiplome besitzen und eine dreijährige Probezeit an Staatsanstalten ablegen müssen. Ter Senat beschließt, den Antrag in Erwägung zu ziehen.

Wien, 10. Dez. Im Abgevrdnetenhause ist eine Inter­pellation Steiner eingegangen darüber, welche Verfügungen die Regierung zu treffen gedenke, um eine Gefährdung der körperlichen Sicherheit der Bevölkerung bei der Abhaltung der geplanten Automobilwettfahrt Paris- Wien hintanzuhalten.

Moskau, 10. Dez. Die Deputation, welche die Be­dürfnisse des englischen Marktes an landwirtschaft­lichen Produkten und Einrichtungen von Musterwirt­schaften in England studieren soll, ift heute nach England abgereist. Sie besteht aus 32 Landwirten aus verschiedenen Orten Rußlands, Eierhändlern, Viehhändlern sowie Sach­verständigen der Milchwirtschaft. Ter Führer der Land­wirte ist ein Bevollmächtigten des Ackerbauministeriums.

Warschau, 10. Dez. AmdeutschenKonsulats- gebäude wurde heute unter Hissen der deutschen Flagge, in Anwesenheit des Personals des Generalkonsuls das neue Schild befestigt. Als russische Vertreter waren der Stadt­präsident Vibikosf, der Oberpolizeimeister und der zum Mi­nisterium des Aeußern gehörende, dem Generalgouverneur beigegebcne Geheimrat Wissiawski zugegen. - Tie hiesige Gazetta" versendet an die polnischen volkswirtschaftlichen Kreise, Bankiers, Bankdrrektoren und Gewerbetreibende in

Politische Tagesschau.

Ueber einen Zusammenstoß deutscher nnb britischer Truppen in China haben wir bereits in unserer gestrigen Morgen­ausgabe kurz berichtet. Heute nun liegt uns der Wortlaut der Reuter'schen Depesche aus Tientsin vor:

Posten stehender indischer Soldat lief Amok und ®ie. Swci Kameraden. Eine Kompagnie Pendschab-Jnfanterie marschierte aus, um den Irrsinnigen festzunehmen. Mittlerweile " .er hatten schon deutsche Mannschaften den Inder erschossen und eröffneten nunmehr Feuer auf die anrückenden Infanteristen. Es kam zu einem förmlichen Gefecht, in welchem drei Deutsche getötet wurden. Em Offizier wurde tätlich verwundet. Drei Inder sind getötet, mehrere verwundet. Die Deutschen dürsen bis auf Weiteres die Kaserne nicht verlassen.

Zunächst sei der malaiische AusdruckAmok laufen" er- llärt. Das bedeutet so viel wie in blinder Wut angreifen. Bei den malaiischen Anwohnern des indischen Archipels ent­wickelt sich, Trenn sie durch Eifersucht, Zorn und andere Effekte in höchste psychische Erregung geraten, häufig ganz plötzlich eine eigentümliche, durch Mordsucht sich charakteri- sirende, die Zurechnungsfähigkeit ausschließende Geistesstörung. Die von der Wut Befallenen ziehen den Dolch, springen auf und stoßen laufend jeden, der für sie erreichbar ist, schon- mmgslos nieder.

Nach amtlicher d eutsch er Mitteilung handelt es sich nun sücht um einen Kampf, sondern der deutsche Wachtposten handelte in Notwehr, als er den rasenden indischen Soldaten nieder- schoß, dec vorher mehrere Angehörige der deutschen Garnison tätlich verwundet hatte. An maßgebender Stelle wird ver­sichert, daß ein Kampf überhaupt nicht stattgefunden hat. Man wird aber auch weitere amtliche Nachrichten abzuwarten haben, namentlich zuverlässige Angaben darüber, ob über­haupt und ivie viele deutsche Krieger dem wahnsinnigen Inder zum Opfer, gefallen sind. Die Malaiien betrachten alle Anlokläufer für vogelfrei und es ist erlaubt, sie auf der Stelle zu töten. Von einem deutschen Uebergrifs kann also keine Rede sein.

Abenteuer und Beschwerde« aus der Polarwelt

lautete das Thema, über das Dienstag abend im Kaufmänni­schen Verein im Hotel zum Einhorn in Gießen der Nord- pvlsahrer Dr. Julius Ritter von Payer sprach. Ter Redner ging aus von den verschiedenen Wegen, auf denen man bisher die Erforschung der Polargebiete versucht hat, und verweilte etwas länger bei dem Versuche Andrees, den Pol mittels Luftballons zu erreichen. Andree habe die Schwierigkeiten einer Polexpedition unterschätzt; er gleiche dem Passagier, der in einen Zug einsteige, ohne zu wissen, wohin er fahre. Er glaube nicht, daß Andree noch am Leben sei. Am wahrscheinlichsten sei es ihm, daß er ins Meer geschleudert worden sei.

Der Erfolg der Nansen'schen Expedition ist in erster Linie auf die breite Bauart des Schiffes zurückzuführen, das da­durch in den Stand gesettt war, dem gewaltigen Drucke der Eispressungen standzuhalten, durch den ftüher alle im Eis eingeschlossenen Schiffe, so auch derTegethof", das Schaff v. Payers, zerschmettert wurden. Die Ausrüstung zweier Schiffe ist unpraktisch, da sie wegen des beständigen Wechsels im Laufe der Wasserkanäle doch sehr bald von einander getrennt werden. Die meisten Aussichten auf einen Erfolg bieten heute die unterseeischen Schiffe, obwohl sie auch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Eisberge ragen manchmal über 300 Meter tief ins 'Wasser, und das Licht vermag nur bis zu geringer Tiefe einzudringen. Dadurch wird es schwer, in der Tiefe die offenen Stellen zu er­kennen, die. für diese Schiffe bedeutungsvoll sind, weil sie doch immer von Zeit zu Zeit wegen des Luftaustausches an die Oberfläche kommen müssen.

Dann ging der Redner über auf die Natur des Polar­landes. Das Polargebiet ist zum größten Teil Gebirgs­land. Der kurze Sommer läßt ellenlanges Gras hervor­sprießen, das Aäoschusochsen und Renntteren Weide bietet. Einen eigenartigen, herrlichen Blütenschmuck bringt der Sommer hervor, wenn die Alpenrosen, Vergißmeinnicht, Weiden und viele andere Pflanzen in Blüte stehen. Die kolossalen Temperaturunterschiede und die Luftsttömungen bringen die wuiiderbarsten Brechungserscheinungen hervor. Die Sonne ist schon eine Woche, bevor sie wirklich aufgeht, am Himmel sichtbar, begleitet von vielen Nebensonnen und Höfen. Schiffe spiegeln sich in der Luft verkehrt ab oder sind auch drei- und viermal über­einander zu sehen usw.

Tie Region des Südpols unterscheidet sich wesentlich von der eben beschriebenen des Nordpols. Hier finden sich ungeheure, bis 4000 Meter ansteigende Vulkane und ge­waltige Gletscher. Menschen können hier nicht leben. Nur Seelöwen und Pinguine treiben auf den dem Lande vor­gelagerten Klippen ihr Wesen. Auf dem Lande selbst ver­mögen kaum Tiere zu existteren. Es ist ein furchtbar ödes und trauriges Gebiet, wo mehr Nacht und Nebel herrscht als Sonne. Tie Ausnahme neuer Gebiete ist zum größten Teile nicht mit dem Schiffe, sondern mit dem Schlitten ge­macht worden. Die Mühseligkeiten dieser Schlittenfahrten sind furchtbar. Tie Aufnahme selbst bietet kolossale Schwierig, feiten, die in den klimatischen Verhältnissen beruhen. Die Strahlenbrechung zeigt den Reisenden Inseln, Gebirge, wo gar keine vorhanden sind. Die Instrumente vereisen. Die Uhr muß auf bloßem Leibe getragen werden, wenn sie nicht einfrieren soll. Tie Magnetnadel verliert ihre Zuverlässig­keit und zeigt Schwankungen bis zu 50 Grad.

Von den tierischen Bewohnern des Polargebietes der- dient hauptsächlich der Eisbär Erwähnung. Im Hochsommer ist er weniger gefährlich, sondern mehr mißtrauisch und neugierig. Trifft er auf einen Menschen, dann umkreist er ihn erst stundenlang, bevor er ihn angreift. Im Früh­jahr dagegen, wenn er durch die lange Wintersastenzeit ausgehungert ist, stürzt er sich sofort aus ihn, und ist dann bei seiner Kraft und Gewandtheit ein furchtbarer Gegner. Dr. v- Payer führte zahlreiche mit dem Eisbär erlebte Abenteuer an. Ein unentbehrlicher Freund des Polar­fahrers ist der Hund, der ihm als Zugtter und Wächter unersetzlich ist, dem seine treuen Dienste aber meist mit Undank gelohnt werden.

Tos Leben des Polarfahrers ist furchtbar anstrengend und entbehrungsreich. Das Polarland ist die Heimat des Hungers. Man genießt Schwarzbrot und Büchsenfleisch. Be­sonders geschätzt ist das frische Fleisch des Eisbären. Wenn das Brot fehlt, zeigt sich bald eine Abnahme der Körper- kräfte. Geistige Getränke sollten bei jeder Polaraxpedition mitgeführt werden. Bei kurzem Aufenthalt in der freien Luft sind Bart und Augenbrauen mit dichter Eiskruste be­deckt, jeder Körperteil muß vor der Luft geschützt sein, weit er sonst in ikurzer Zeit erfriert, und wehe dem Unglück­lichen, den die Schneeblindheit befällt. Auch das Innere des Menschen beeinflußt die Umgebung. Tie Willenskraft, die die Kälte anfangs anregt, nimmt ab, der Mensch wird verschlossen und reizbar. Schwer ist es, die Tisziplin auf­recht zu erhalten. Nicht Strafen noch Belohnungen kommen dabei in Betracht, sondern einzig das gute Beispiel des Führers.

Trotz der fast zweistündigen Tauer des Vortrages zollten die außerordentlich zahlreichen Zuhörer enthusiastischen Beifall. Payers einfache, doch formvollendete Vortrags­weise wirkte besonders durch die Anschaulichkeit brr Llus- führungen und durch die Wahrheit des Selbsterletu^

Die Polen im österreichischen Parlament.

Wien, 10. Dezember- Abgeordnetenhaus. Der Generalredner contra bringt die Beschwerden der Tschechen gegen die Regierung vor, die sie nicht für geeignet hielten, den inneren Frieden herbeizuführen. Wg. Dzieduszycki, als Generalredner pro, führt aus, es werde behauptet, daß die Polen eine Verschwörung angezettelt haben, und daß sie zu einer Gefahr für diesen Staat geworden sind. Es sei begreiflich, daß die Vorgänge außerhalb der Reichsgrenzen bei den Polen in Oesterreich die schmerzlichsten Gefühle geweckt haben. Wenn er von Dingen außerhalb der Reichsgrenze rede, so thue er dies, ohne die Absicht und ohne die Hoffnung, irgend etwas zu ändern. Er thue dies, damit man die volle Wertlosigkeit der Vorwürfe, die in letzter Zeit gegen die Polen außerhalb Preußens erhoben wurden und die volle Perfidie der­jenigen, die diese Vorwürfe erhoben hätten, abschätzen könne. (Lebhafter Beifall bei den Polen.) Der Redner bedauert, daß man in Preußisch-Polen die Muttersprache nicht nur aus der Volksschule, sondern auch aus den Privatschulen zu bannen suche. (Hört! linfy Damals sei es trotz des tiefen Eindrucks, den diese Nachricht auf die polnische Bevölkerung Oesterreichs machte, zu keinen lauten Kuno- gebungen gekommen. Redner erinnert an die Einsetzung einer Kolonisationskommission in Preußen, welche polnische Güter aufkaufte und weiterverkaufte. Auch damals hätten die Polen geschwiegen. Ferner weist der Redner auf die Ausweisung österreichischer Untertanen aus Preußen hin, nur weil sie Polen waren, die es wagten, polnisch adressierte Briefe und Telegramme abzusenden. Dagegen, sagt der Redner, haben wir uns in den Delegationen verwahrt, ohne uns mit einem Wort in die inneren Angelegenheiten Deutschlands einzumischen. Redner verweist endlich darauf, daß nun auch der Religionsunterricht, der nach einem (Jtebote der Kirche in der Muttersprache zu lehren sei, in einer fremden Sprache vorgetragen merken soll. Dies sei geschehen, nachdem seit einem halben Jahrhundert von der polnischen Bevölkerung keinerlei illegale Schritte unter­nommen worden seien. Nachdem man dann erfahren, daß die Kinder deshalb gepeitscht und die Eltern der­selben wegen Aufruhrs angeklagt worden seien, habe die polnische Bevölkerung ihr Gefühl nicht mehr zurück­halten können. Bedauerlich sei, daß deshalb Straßenkund­gebungen vorgekommen seien und bedauerlich werde es immer sein, wenn die Bevölkerung gegen einen diploma­tischen Vertreter Schritte unternehme. Redner giebt sodann der Zuversicht Ausdruck, daß die Verfolgung der Völker untereinander aufhören werde und fordert dazu auf, einen Hort des Friedens zwischen den Völkern der österreichischen Monarchie zu schaffen. (Lebhafter Beifall.) Der Minister­präsident Dr. v- Körber erklärt, die Partei des Vor­redners werde es der Regierung gewiß mit vollem Rechte verübeln, wenn sie sich die Kritik einer fremden Regierung gefallen lassen, ober gar die Einmischung eines anderen Staates in die inneren Verhältnisse Oesterreichs gestatten wollte. Deshalb sollte auch die Besprechung innerer Ange­legenheiten eines anderen Staates im Hause ausgeschlossen bleiben, und er müsse deshalb von seinem Standpunkte aus gewisse Aeußerungen zurückweisen, die sich auf einen frem­den Staat in den Ausführungen des Vorredners bezogen. (Beifall.) Daszynski erwidert, es gebe Tinge, bei denen die durch die internationalen Beziehungen gezogenen Gren­zen überschritten werden müßten, und er müsse, nicht nur namens des polnischen Volkes, sondern aller Völker gegen die Behandlung der nichtöfterrerchifchen Polen protestieren.

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Dez. Ter Kaiser ist abends kurz vor 7 Uhr in Slaventzitz euigetroffen und vom Herzog von Ujest empfangen worden.

DieNat.-Zto." dementiert die Potsdamer Meld­ung über die angebliche Duellrede des Kaisers im Kasino des ersten Garde-Regiments.

Wie von angeblich vorzüglich unterrichteter Sette mit­geteilt wird, dürfte der B u n d e s r a t sich u n t e r keinen Umständen einer weiteren Erhöhung der Ge­treidezölle geneigt zeigen, als der dem Reichstage vorliegende Zolltarif sie vorsieht. Der von den Vertretern der Regierung im Reichstage eingenommene Standpuntt werde auch fernerhin unbedingt festgehalten werden. Darin herrsche unter allen Regierungen vollkom­menes Einverständnis.

Seitens der deutschen Heeresverwaltung sind die eine Zeit lang unternommenen Versuche mit einem Gewehr von sechs Millimeter-Kaliber ein­gestellt worden. Die königliche Gewehr-Prüfungs-Kom- rnissivn in Ruhleben, die mehrere Waffen dieser Art in der Praxis eingehend erprobt hat, erachtet die dabei erzielten Ergebnisse nicht als zufriedenstellend. Es ist unwahrschein- llch, daß man in absehbarer Zett kleineres als das jetzt im Gebrauch befindliche Kaliber von acht Millimetern wählen wird.

Die heutige Hauptversammlung der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin lehnte mit 630 gegen 300 Stimmen die freiwillige Umwandlung in eine Handelskammer ab.

Stuttgart, 10. Dez. Ter württembergischeStaats­anzeiger" weist den Vorwurf des katholischenVolks- blattes" zurück, er habe die Los von Rom-Bewegung ge­billigt. DerStaatsanz." erklärt, er habe Sympathie für das Deutschtum in Oesterreich, verurteilender die Los von Rom-Bewegung, weil sie zersetzend auf die Monarchie einwirken würde. Ebenso weist derStaatsanz." die Behauptung, daß er den österreichischen Thronfolger wegen seiner Teilnahme an den Veranstaltungen des katho­lischen Schulvereins angegriffen habe, zurück.

München, 10. Dez. Ter Abg. Heim wiederholt in derN. Bayer. Ztg." seine jüngst in der Kammer erhobenen Anschuldigungen gegen die Pfälzer Bank und die Bayerische Terraingesellschast, um ihnen Ge­legenheit zu geben, ihn wegen Verleumdung vor Gericht zu rufen.

Ausland.

London, 10. Tez. Nach einer Depesche aus Newyork vom 10. Dezember ist dort eine Depesche aus Willemstad auf Curacao eingetroffen, welche besagt, daß der Präsident von Venezuela, General Castro, die Möglichkeit erwäge, daß Deutschland die Zollstation Laguayrazur Be­gleichung der deutschen Forderungen an Venezuelabesetze. Castro soll gedroht haben, in diesem Falle den Freihandel für Venezuela zu proklamieren und er sage, daß er nicht für die Schulden feiner Vorgänger ver­antwortlich sei. (Die Nachricht scheint uns sehr unwahr­scheinlich.)

Paris, 10. Dez. Nach einer amtlichen Depesche, die dem Kolonialministerium zugegangen ist, bestätigt es sich, daß Fadelabah, der Sohu Rabahs, am 23. August in einem Gefecht mit den französischen Truppen gefallen ist. Zwei Tage später ergaben sich sein Bruder und alle feindlichen Häuptlinge mit 1500 Eingeborenen. Die Macht Rabahs ist damit endgiltig vernichtet.