Ausgabe 
12.11.1901 Zweites Blatt
 
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Pr°mnM°usschub MW Wt in Rob^ Sch^n°nn^H°u^

f)c von 6 Monaten gU treten 0 Marche heroique für Orchester von Sarnt-Saens dem Antrag der ücke' für Klavier von Hiller, Beethove

werden konnte.

** Konzert-Verein. Mit dem gestrigen ersten Konzert dieser Saison eröffnete der hiesige Konzertverein in Glück verheißender Weise sein 110. Vereinsjahr. Schon ein flüchtiger Blick auf das Programm lehrte den Besucher, daß ihm ein hervorragender Genuß bevorstehen würde, waren doch. in. Mozart und Beethoven zwei Altmeister

®Cpl"e@ro6tt Unfug. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden mehrere Studenten in der Ludwigsttaße und in der Blcichstraßc dabei abgefaßt, wie sie Fenster- und Rollläden mit Stöcken bearbeiteten. Gleichzeitig veranstalteten sie ein höllisches Lärmkonzert. Sie wurden zur Anzei^ ge­bracht. Ebenso kamen eine größere Anzahl anderer Ruhe­störer zur Anzeige.

** Revision. Gestern mittag fand bezüglich des .vcit- nehmens von Hunden in die Lokale eine polizeiliche Revision in hiesigen Wirtslokalen statt.

ihres Könnens zeigten. Daß nach Schluß des Konzerte»! c jeder Besucher befriedigt heimgekehrt sein wird, bedarf nach I < dem Gesagten kaum der Erwähnung. Pr. 1

** Lolkskonzert. Der Evangelische Arbeiterverein \\ hatte bereits im Frühjahr für seine Mitglieder durch bie ; freundliche Bereitwilligkeit des Herrn Umversttatsmuilk- direktors Trautmann, Professoren Dr. Krüger und I Dr. Walther ein Konzert arrangieren können, das nach Art der Volks ko nz erte gute klassische Munt darbot i und zwar gegen ein geringes Eintrittsgeld. Die Veranstal­tung war damals von etwa 700 Personen besucht und fand I allseitigen Anklang. Darum wünschte man auch eine Wieder­holung dieser Art Konzerte. Durch das fteundliche Ent­gegenkommen des Vorstandes des hiesi g eu K o n z e rt- v e r e i n s ist das nun möglich geworden. Derselbe hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, das am (Sonntag, den 10. gegebene Symphoniekonzert mit einigen kleinen Ab­änderungen im Programm vor dem Arbeiterverein und seine durch Mitglieder eiugeführten Gästen zu wiederholen. Das Kon/ert ist auf Montag, den 18. November, abends halb neun Uhr in der Turnhalle an OswaldsGarten festgesetzt, es steht unter Leitung des Universitats-VlusikdirekwrSf Trautmann, Konzertmeister H e g a r aus Franksurt a. M. (Cello) hat seine Mitwirkung zugesagt; zur Aufführung werden hauptsächlich Orchesterwerke kommen. Wie wir horey sind bereits an 600 Karten vorgemerkt; der Eiiitrittspreis beträgt 20 Pfennig für Mitglieder des Arbeitervereins sowie für eingeführte Gäste. .

** Vortragsabend, lieber die m der Ostmark immer weiter um sich greifende konfessionelle Bewegung, die unter dem NamenLos von Rom"-Bcwegung bekannt ist, hat bereit»! im Frühjahr Pfarrer Kappus aus Mürzzuschlag hier erneu '' Vortrag gehalten. Er hat uns von dem Verlauf der Be­wegung in der Waldheimat Roseggers berichtet. Noch größere Ausdehnung vielleicht hat die Bewegung in Böhmen. Da darf gewiß der Vortrag, den am Mittwoch Pfarrer Kinzenbach über Bilder aus der evangelischen Bewegung in Oesterreich mit besonderer Berücksichtigung Oslböhmens" halten wird, auf ein reges Interesse rechnen. Pfarrer K. sicht in Braunau in der Arbeit und dürfte deshalb, wie wohl kein anderer, I I die Vorgänge lebendig und anschaulich schildern, -t-er Ein-1 tritt ist, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, frei.

** Evangelischer Arbeiterverein Gießen Am gestrigen Sonntag feierte der hiesige Evangelische Arbeiterverein sein 9. Stistungs fest. Fs wurde durch einen Festgottesdienst in der dichtgefüllten Stadtkirchc I eistigeleitet, bei dem Prof. D. Drews über das Schnft- wort 1 Cor. 15, 58 predigte und dabei m warmen ein­dringlichen Worten Sie Ziele der ^enermelne tarne den Weg zu diesen Zielen den Hörern ans Herz legte. Der unter Leitung des S?errn Gr öninger stehende gemischte Chor des Arbeitervereins trug zwei stimmungsvolle Lieder vor Die gesellige Feier am Abend in ©Uin§ ©arten I erfreute sich ebenfalls eines sehr zahlreichen Besuchs. Der Vorsitzende, Pfarrer Dr. Grein, gab einen Ueberblick über die Geschichte des Vereins im letzten Jahr unb ^gteftmer nachfolgenden Festrede das ^.hema zu Grunde.Das echte Familienleben ist die Grundlage für da» Zusammenleben in unseren Arbeitervereinen". ©efange

Chors, die Aufführung zweier humoristischer Theaterstücke und Deklamation und komisches Duett, svwie gemeinsam gesungene Lieder gaben dem Abend ein festlich fröhliches

uhu Solostücke für Klavier von Hiller, Beethoven und . Strauß-Smütt. Als Solisten war Frau F l v r e n c e B a s - ferm an n aus Frankfurt, die schon vor mehreren Zähren , hier an gleicher Stelle mit bestem Erfolg auftrat, gewonnen morden, oie Direktion lag in den bewährten Händen unseres Sierra Universitülsmusikvireklors Trautmann, und das Orchester bestand ans der durch andere geehrte Künstler und einige hiesige Dilettanten verstärkten Kapelle unsere» Regiment». Der Verlauf des Konzertes war cm ausge­zeichneter, und der reichliche und herzliche Applaus, der den einzelnen Nummern folgte, lieferte den Beweis; wie sehr das Publikum von den einzelneii Darbietungen be- ftiedigt war. Beethovens zweite Symphonie, die hier fett langer Zeit keine Aufführung erlebt hat, erfreute sich iSatz für Satz einer vorzüglichen Wiedergabe, die die ge­spendete Anerkennung vollauf verdiente. Herr Musik­direktor Trautmann führte den Taktstock mit sicherer Hand, und das Orchester bemühte sich mit bestem Erfolg, seinen Anordnungen gerecht zu werden. Wenn wir (nn§eU)eiten; hervorheben dürfen, so möchten wir besonders die Holz­bläser erwähnen, welche die vielen und großen Schwierig­keiten, denen sie gegenüberstanden, glänzend überwanden und dadurch mancher Schönheit des Werkes zur vollen Wirkung verhalfen. Frau Florence Bassermami, die uns gestern mit Schumanns A-moll-Konzert und mit den bereits erwähnten Solostücken erfreute, ist eine Künstlerin bon be> deutenden Fähigkeiten, deren schönes Können namentlich in dem Klavierkonzert des großen Romantikers voll zur Geltung kam. Sie verfügt nicht allein über eine zuverlässige Technik und einen sehr modulationsfähigen Anschlag, son­dern zeigte im Vortrag auch tiefes Verständnis für die Schönheiten des Werkes. Zu bewundern war auch die

I Frische und Ausdauer, mit der sie nicht nur im Schurn ann- I scheu Konzert, sondern auch in den Solostücken bis zur letzten

Note ausyielt. Daß sich die geschätzte Künstlerin nach der sehr wirkungsvoll gespieltenFlederrnausparaphrase von Schütt zu einer Zugabe nicht mehr verstand, wird mancher Konzertbesucher lebhaft bedauert haben. Bon den beiden noch übrigen Orchesternummern machte die ^onschopsung von Saiiit-Saens den geringsten Eindruck. Das Werk ist hier unseres Wissens nach völlig unbekannt, und wenn wir uns nach dem einmaligen gestrigen Anhoren em definitives Urteil darüber nicht erlauben wollen, so scheint uns doch das eine festzustehen, daß sein Wert mehr in effektvollen Äußerlichkeiten der Instrumentation als im musikalischen ; behalt liegt. Einen würdigen Schluß des Konzertes bildete : Mozarts Ouvertüre zur OperDie Zauber flöte", und wir ;! konstatieren gern, daß auch mit der Wiedergabe dieses

'UCl" Vnteigtiunggtetfafiren. Das initZustimmung bet Stabt- verordneien-Versammlung gegen den Agenten Ha hn bean­tragte Enteignungsverfahren wegen eines Grundstückes m bei Stephansmart ist dadurch gegenstandslos geworden, das; die rirka 250 Quadratmeter große Parzelle durch Vergleichs für 900 Mk. an die Stadt überging. Bezüglich des Straßen- gelÜndes zur Verlängerung der Bismarckstraße, das dem Architekten Stein gehört, ist bisher zwischen dem Besitzer und der Stadt eine Einigung nicht zu erzielt worden, sodaß hier eine zwangsweise Enteignung des Geländes wird vor­genommen werden müssen.

** StratzeN'Verbreiterung. Vor ewigen Tagen hat man mit der Verbreiterung des Einganges der Klmiksttaße be- gönnen. Zu bem Zweck ist bas Spalier bes ftuheren Güngerichschen Grundstücks, das die Stadt vom Kaltwerk­besitzer Haas jr. erworben hat, längs der Klmikstraße ewl ansehnliches Stück zurück gerückt und dadurch Raum für eine Verbreiterung des Bürgersteiges gewonnen worden.

** Revision. Wie wir hören, hat Rechtsanwalt ~ c u n beim Reichsgericht gegen das vom letzten Schwurgericht gegen! den Schuhmacher Johann Debus von Gießen gefällte Er­kenntnis Revision verfolgt. Debus wurde bekanntlich wegen Sranbftiftung zu 2*/, Jahren Zuchthaus verurteilt.

X. Mit der Dauth'äliakeit für das kommende ^zahr, so­weit dabei private Unternehmungen in Frage kommen, sieht es bisher in unserer Stadt, wie wir aus Architektenkreisen hören, recht trübe aus. Tie zahlreichen Aufträge, die m früheren fahren bei den Baumeistern um diese Zeit bereits vorlagen, _ sind bisher in diesem Jahre ausgeblieben. Die Gründe, Re st man hierfür angiebt, sind verschiedener Art. Jni Innern der Altstadt scheint vielfach die kommende Kanalisation die Be­sitzer erneuerungsbedürftiger Häuser zu veranlassen, mit Neu­bauten zu warten, aber auch in den äußeren Stadtteilen ist die Baulust erschlafft. Ein großes Bedürfnis nach Vermehrung der Wohnungen liegt-augenblicklich ja auch nicht vor. Trotz­dem werden unsere Bauherrn auch für das kommende Jahr beschäftigt sein, da recht lohnende Aufträge zur Anfertigung von Bauplänen von außerhalb vorliegen sollen.

* Ein Riesen-Tampfkesfel. Der Transport ewes Riesen- Dampfkessels vom Bahnhof nach der Brauerei Friedel und Asprion am Seltersweg machte m den Straßen, durch Re er fuhr, heute vormittag großes Ausiehen. 12 Pl^de mußten vorgelegt werden, um das 600 Zentner wiegende Ungetüm von der Stelle zu schaffen. Die Leitung des Transporten wurde vom Fuhrunternehmer Albert Rubsamen besorgt. Lieferant des 100 Quadratmeter Heizfläche habenden, zir a 15 Meter langen doppelten Flammrohrkessels ist Weißbrenner- Neunkirchen. Große Schwierigkeit machte wegen der styr scharfen Kurve der Zufahrt und wegen der Enge des Dttters- weges die Verbringung des Kessels von der Straße nach dem Brauereigrundstück, wobei eine Sperrung der Straße für sonstiges Fuhrwerk auf zirka 3/4 Stunden nicht vermieden

stört wurde. , ,, , w

)( Alsfeld, 21. Nov. Zu dem folgenschweren Unfall de§ Konrad Ni art in in Ohmes, von. .dem wir " unserer vorigen Niunmer berichteten, erfahren wir weiter, daß nach dem Gutachten des Arztes der Tod infolge einer inneren Kopfverletzung, die nur von einem Fall Herrnhren kann, em* getreten ist. Merkwürdigerweise hat nämlich der Verstorbene äußerlich keine Verletzung davongetragen. Durch die Augen­zeugen wird bekundet, daß der Verunglückte kurz nach dem Verlassen der Wirtschaft infolge der Dilnkelheit auf denHinter- kopf gefallen ist und besinnungslos liegen blieb. Der -3er* ! unglückte genoß bei seinen Mitbürgern den besten Rus.

S. Darmstadt, 10. Nov. Der Grvßherzog wck Prinz Heinrich von Preußen folgten beute abE einer Einladung des Offizierkorps des Feld-Art. Reg^- Nr. 25, in dem bekanntlich der Prinz als ^neratfeutnant a la suite" geführt wird, in dessen Kafmo.

beide Fürstlichkeiten auf eine Einladung des Maftrs wm Heyl an den Jagden im Lampertheimer Wald terlnehmem Entgegen anderen Blättermeldungen hat die Stcwd Darmstadt für die Künstler-Kolonie nur einen Ga* rantiefonds von Mk. 30 000 gezeichnet, für den sie nach Lage der Sache freilich auch wird aufkommen mus,en7 Vorerst sind allerdings erst Mk. 15000 angefordert unb gedeckt worden. - Schärfer als man erwartet hatte, fiel die Protest- und P ro g r a mm-Kun d g e b un g der vereinigten Bezirksvereine gelegentlich der m Aussicht stehenden Stadtverordnetenwahlen gegen unseren Ober­bürgermeister Morneweg aus. Man warf ihm direkt Ver­letzung der Bestimmungen der Stad teo r d n un g vor, da er bezügl. der Führung i)er

Johanneöviertel einen einstimmig gefaßten Beschluß nicht ausgeführt habe. Auch ferne Behandlung der früheren ersten Beigeordneten Köhler (jetzt in Worms) und Schllep- hake (jetzt in Erbach), die alsbald ihre Posten verließen so daß es schwer gehalten habe, geeignete Persönlichkeiten ; zu finden, ferner dazu im Gegensatz stehende llnterwurftg feit gegen den Ehrenbeigeordneten Riedlmger wurden: ihm wiederliolt zum Vorwurf gemacht Man ist auf die Wetter entwickelung sehr gespannt, unb jalt einen ernsttich^i Konflikt nicht für ausgeschlossen. >L-er Zweig verein Darm habt bes Evangelischen Bundes hielt heute abend iw Otabt Saalbau eine außerordentliche gut besuchteLuther-Feier" ab, in der Prof. Albr. Sch ö l er -Friedberg einen schönen, zu Herzen gehenden Vortrag überLuthers Andenken, ein Weckruf an das deutsche Volk" hielt, der mit außerordent­lichem Beifall ausgenommen nrnrbe. . .

S. Der Landesrechnerverbanb im Groß- Herzogtum Hessen hielt am Sonntag un Kaisersaat in Darmstadt seine Generalversammlung ab, die aus allen Landesteilen gut besucht war und ^nen georbn^nr Verlauf nahm. Auch die Großh. Regierung hatte zwei Ver- i treter, ben Großh. Ministerialrat Brei dort und M Oberfinanzrat Becker zu ben Beratungen entsandt. Der Vorsitzende des Ausschusses, Rendant WsOtN^imibt- Schotten begrüßte bie Versammlung unb dankte ber Re gicrung dafür, daß sie Vertreter gciandt habe. Er machte hierauf Mitteilung über den Stand derFursorgefrage und betonte, daß auf Die verschiedenen an die Regierung gerich­teten Vorstellungen betr. die Regelung der Gehaltsverhalt- nisse, der Invaliden-und H>interbliebenen-Versicherung nun­mehr von berselben Ermittelungen angestellt worden seien. I besonders über Alter und Einkommen der Erheber, ob Re Stelle als Haupt- ober Nebenberuf gelte re. rc. ^.as außer­ordentlich umfangreiche Material fei ?tterdmgs noch nicht gesichtet, man hoffe aber, auf ein befriedigendes Resultat. Ministerialrat Dr. Breidert bankte für bie Begrüßung und erklärte daß die Regierung gerade bet Fürsorge frage außerordentliches Interesse widme, ^as eiNgegaEne Material werde soeben bearbeitet, infolge der Ber.chieden artigfeit der Stellungen sei es ichwer, die; ^-rage gu aller Zufriedenheit zu lösen. Er hält die Schaffung eures Ge meindebeanitengesetzes für den besten Ausweg, bittet afet alle Verbandskollegen um wettere geeignete Borschlage. All e b e l-Dieburg ersuchte die Regierung, vor den Schwie rigleiten nicht zurückzuschrecken unb schlug die Einteilung in^ Klassen vor. Es beteiligten sich, lrn der Debatte noch die Rechner von Laubach, tzeppenhenn, Biblis, der Vorsitzende, sowie Ministerialrat Dr. Breidert. Schließ- ttch einigte man sich dahin, daß Uebel-Dieburg eine Denk­schrift ausarbeiten solle, die alle Wünsche, Vorschläge usw. u in fasse. Diese Denkschrift soll der Regierung als weiteres Material überreicht werden. Jedermann wird aber ersucht, seine Ideen mitzuteilen. Der Kreis verband ® t e fc e n hat bU Schaffung eines Verbanbsorgans bean- j tragt unb sich zur Uebemahme ber Vorarbeiten bereit erklärt. Die Angelegenheit wirb einer Kommis>wn, be­stehend aus bem Ausschuß resp. Vertretern aus leder Pro­vinz überwiesen. Der weitere Antrag Gießens aus Ueber nähme folaenber Kosten seitens ber verwalttten Fonds. 1 ber Hälfte ber Beiträge zur Alters- unb Jnvalidttats- versicherung ber fteiwillig solchen Versicherungen be­tretenden Rechner; 2. für Formulare, Drucksachen, Kreis- und Amtsblätter, Rechnungseinbände; 3. feuer- und

I hiebssichere Kassenschränke, wurde nach dem Anttage des Ausschusses teilweise für erledigt erklärt, teilweise ben Kreis^ verbänden zu entsprechendem Vorgehen überwiesen, nach« dem Geh Oberfin7nzrat Becker erklärt hatte Riß die Re­gierung^ in ähnlicher Lage für ihre Untereryeber, ba tw> es notwendig erscheine, geeignete Ka,fetten auichafsen wol Ein anderer Antrag Gießens auf Aenderuna des Mvbu» bei Erläuterung ber Rechnungs-Revisions-Bemerkungen mürbe abgelehnt und beschlossen, die in stehen­

den gesetzlichen Vorschläge abzuwarten -- Die Rechnungs­ablage ergab eine Einnahme von 745,63unb ein Ausgabe von 738,86 Mk., fobaß ent Vorrat von M5 6^77 ; verbleibt. Die Mahl ber AuschußmttgliC^ ergab da» herige Resultat, neu wurde; Mu l l Gau-Obernh«»

- Ein Ungehorsamer. Ein hiesiger Witt, der trotz pott* -eilicher Verwarnung gestern abend nach ber Musik emes Orchestrions in seinem Lokale wiederum tanzen ließ, wurde zur Anzeige gebracht. , < -

u. Watzenborn. 10. Nov. Watzenborn hak nn Wahl kämpf' gesiegt, es hat den Bürgermeister nunmehr wied«. in seiner Mitte. Bei der gestern stattgehabten Stichwahl siegte Landwirt Balth. Hirz 6. dahier mit 191 gegen 160 Stimmen, die auf den Gegenkandidaten Joh. -Ytrz 9. (Neumühle) fielen. Großer Jubel herrschte in unserem Ott, als das Wahlergebnis bekannt wurde. Diod) am Ab^d wurde dem Neugewählten ein Ehrenbaum gefetzt und chm vor seinem Hause unter Absingen schöner Lieder eine Ovawu dargebracht. Hoffentlich gelingt es Herrn Hirz, das w^r zu machen, was er in seiner Ansprache vor versammeü^ Gememde feierlich gelobte. Rühmlich hervorzuheben bet dem gestrigen heißen Kampf' ist, daß die Ordnung nirgends ge*

und daher an Stelle der vom

Frist von 4 Wochen eine solche von 6 Monaten habe. Der Provinzialansschuß 'timmte d Eisenbahndireltion auf Wiedereinsetzung in den vorigen : .Stand zu. Hierauf verkündete der Vorsitzende ein Erkenntnis bett, die Besitzeinweisung von Ludwig Hofmann 1>. und st Ludwig Becker, beide aus Lollar, gehörigen und zum st Bahnbau LollarLondorf benötigten Grundstücksteilen in ; das Eigentum der Eisenbahn-Direktion Frankfurl a M. Der Dritte Gegenstand betraf bie Festsetzung der Ent­schädigung in dem Enteignungsverfahren zum Bahnbau I LollarLondons. Es waren etwa 25 beteiligte Grundbesitzer geloben, außerdem war die Eifenbahndirektion Frankfurt am Main, die Geländeerwerbs- sowie die Lokal-Kommiision vertreten. Die meisten Betettigten belfarrten bet ihren früheren Forderungen, nur fünf gaben sich mit ben An­geboten ber Gelande-Erwerbskommisfion zufrieden, durch­weg wurde geltend gemacht, daß die zur Enteignung stehen­den Parzellentette der Bobenbefchafsenheit wegen einen höheren Wert hätten, unb es wurde z. B. bei dem Gelände des Ludwig Becker durch einen Zeugen dargethan, daß in ber gleichen Lage wie bei Becker für Grundstücke 1 50 Mk unb 1,70 Mk. für ben Quabratmeter schon bezahlt worben fei, währenb bie Lokalkommifs'ion nur 5o Pfg. an­genommen hatte. Rechtsanwalt Menbelsohn, als Beckers Vertreter, erklärte an der Hand von Kaufbriefen ebenfalls, baß Grundstücke in Flur II. mit l,o0 bis 2 Mark bezahlt worden seien, wogegen Baurat Stahl daraus ym- wies, daß es sich im vorliegenden Fall um Grundstücke im Flur XII. handele. Johannes Muth verlangte eine,Ent­schädigung von 4000 Mk., um die der Wert feiner Hosratte sich verringert habe, weil bie Bahn zu nahe an bieier vor­beiführe. Da aber biefe Forderung in dem Termin vor der Lokalkommiffion nicht erhoben wurde, fo ging der Pro­vinzialausschuß darauf nicht weiter ein Ansdem nun­mehr festgestellten und verkündeten Erkenntnis des Pro- vinzialausschufses entnehmen wir, daß in den meisten Fällen die" von der Lokalkommiffioii angenommenen Eiit- schädigungssätze zu vergüten sind. posten

sind den gesetzlichen Bestimmuilgen nach den

Gelände stellenden Gemeinden auferlegt worden. Als letzter Gegenstand kam die Beschwerde der <yrau Ka­tharina Harth erz von Bönstadt wegen Entziehung von Losholz zur Verhandlung. Frau Hartherz hat ui Bonstadt ichrem immerwährendem Wohnort, ein Häuschen. Sie hat dieses zum größeren Teil vermietet und für sich nur ein Zimmer behalten, in dem sie ihre Möbel usw. aufbewahrt, und das sie in Bönstadt stets benutzt. Auch hat sie dort eine eigene Feuerstätte. Frau Hartherz hat nun Bönstadt

Gemeinde Bönstadt Re Ausgabe des Wohnsitzes in Bon- st^ä leiaten. Dan nach Schluß des Konzerte»^

ftabt unb verweigerte das Losholz. Der Kreisausschuß §u Friedberg, an ben sich die Genannte beschwerdefuhreiid wandte, wies sie ab. Hiergegen erhob bie Hartherz Rekurs- Es wurde in der Verhandlung vor dem Provinzialausschuß iestaestellt, daß Frau Hartherz ihren Wohnsitz in Bonstadt nicht^ aufgegeben hat, daß ihre Wwesenl)ett als Besuch in Groß-Karben sich charakterisiert; es wurde deshalb das Erkenntnis von Friedberg aufgehoben und erklärt, daß die Gemeinde Bönstadt zur Wgabe des Losholzes ver-