Ausgabe 
12.11.1901 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 266

Zweites Blatt.

151* Jahrgang.

Dienstag 12. November 15)01

5

Erscheint täglich mit Ausnahme des

Montags.

Die Gieheuer Zamilien- olätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den »Blättern für hessische Volkskunde"

Viermal wöchentlich bei­gelegt.

tfcebotiion, Expedition und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr.51.

GietzenerAMgerx-

General-Anzeiger mäk

v *< Universitats - Druckerei

Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM

______ U zeigenteil: Hans Beck.

Politische Tagesschau.

Eine Kriegsrede des euglischeu Premierministers.

Lord Salisbury hat auf dem Lordmayors-Bankett in London eine sehr bemerkenswerte Rede gehalten, die in ihren Hauptstellen lautet wie folgt: In Anbetracht der Verwickelungen und Schwierigkeiten, in denen sich England befindet, können wir uns Glück dazu wünschen, daß der Welt- friede im ganzen so wenig gestört worden ist, und daß wir bei den Großmächten so freundliche Gesinn­ung und so korrekte Haltung gefunden haben. Ich möchte behaupten, daß das vor 50 Jahren nicht der Fall gewesen sein würde. Es ist der großen Besserung in unserem öffentlichen Denken zuMschrerben, daß wir uns durch alle diese Schwierigkeiten hindurch einer so günstigen und sicherlich so neutralen Position erfreuten, als die europäischen Mächte uns gewähren konnten, und das ist kein kleiner Vorteil gewesen. Es giebt wirklich keine Frage beunruhigenden oder ernsten Charakters, die ich besprechen könnte, mit Ausnahme einer, und dies ist eine große Ausnahme: der traurige, bedauernswerte Krieg in Süd­afrika. Es ist ja richtig, daß die Dinge zuweilen nicht ganz fo gehen, wie man wünscht. Ich sehe aber Feinen1 Grund für Pessimismus, und glaube auch nicht, daß bei der Art des Krieges, den England führt, die Engländer jemals von gewissen Wechselfällen verschont geblieben wären. Er sei überzeugt, daß sich die Engländer ein stetiges, unfehlbares Vorwärtsschreiten bis zum er­folgreichen Ausgang durchaus gesichert hätten. Alles, was bisher geschehen sei, zeige, daß in den Ereignissen der Vergangenheit nichts liege, was dazu beitragen könnte, in irgend einem Grade oie zuverlässige Hoffnung auf ein erfolgreiches baldiges Ende des Krieges zu modifizieren. Allerdings sei dieser Abschluß nicht so schnell erreicht worden, wie man erwartet habe, aber jenes Gefühl der Nervosität und enttäuschter Vorstellungen sei der That- sache zuzuschreiben, daß die Art der Kriegführung, wie sie England jetzt durchmache, nicht gehörig in Betracht gezogen sei. Man dürfe aber nicht glauben, daß, weil dieser Gue­rillakrieg nicht mit der Schnelligkeit zu Ende geführt wor­den sei, wie das bei den Operationen großer im Felde stehender Heere der Fall gewesen wäre, irgendwelche Gefahren .bestäuben oder ein Mißbehagen am Platze sei. Es sei ehern nicht.. zu vermeiden, daß ein Guerillakrieg nach seinen eigenen Gesetzen geführt und beendigt werden müsse. Es sei verkehrt, zu glauben, daß England auf ganz unerwartete Schwierigkeiten gestoßen sei, weil der ftrieg nicht unmittelbar nach den Siegen des Lord Roberts be­endet worden fei. Er könne sagen, daß nach dem Urteil einer der Attttmer, welche die beste Gelegenhett hätten, das zu beurteilen, was geschehe, ein sicherer wesentlicher Fortschritt Monat für Monat und Woche für Woche gemacht werde. Die Anschauung, als ob die lange Dauer oes Kriegs eine Folge von Gleichgiltigkeit, Indifferenz oder Nachlässig­keit der Negierung sei, müsse er entschieden zurückweisen. Es bestehe fein Zweifel, daß auch der Guerillakrieg schon wesentlich an Bedeutung verloren habe. Es bestehe auch Fern Grund, zu sagen, daß die Regierung in irgend einer Weise ihre Pflicht vernachlässige bei Erfüllung der For­derungen der Generale und bei der Wahrnehmung aller der Nirkehrungen, die zur Führung des Dtteges nötig feien. Es sei ja viel kritisiert worden, aber es seien keiner­lei bündige Anllagen gegen die Regierung erhoben worden. Der allgemein gehaltene Tadel habe Fernen Zweck, er er­suche daher diejenigen, welche etwa Gründe zu Beschwerden hätten, ihre Klagen vorzubringen, damit sie geprüft wer­den könnten. Ohne solche posittve Darlegung dieser Klagen sei es der Regierung unmöglich, sich gegen leere Anschul­digungen zu verteidigen. Redner ging dann auf die gegen­wärtige Sage des Krieges über und führte aus, daß er von den angeblichen Verhandlungen, welche die Oeffentlich- keit beschäftigt hätten, nichts wisse. Die Lage sei unver­ändert. England wünsche nichts sehnlicher, als diesen Ge­bieten die Segn un gen zurückbringen zu können, welche das britische Reüh, wie es seit Generationen gezeigt habe, den Kolonien, die zu ihm gehörten, zu geben im stände sei. England wünsche, daß .die Gebiete, in denen jetzt der Krieg wüte, wenn der Friede wiedergekehrt sei, sofort die Freiheit und die bürgerlichen Rechte haben sollten und, sobald es nach Zeit und Umständen irgendwie thunlich er­scheine, auch die anderen Segnungen der Selbstregierung genießen sollten, wie so viele der britischen Kolonien. Es würde sich aber mit der Sicherheit Englands nicht ver­einbaren lassen, den Nachbarn, welche die Engländer nach nur zwei Tage vorher erfolgter Ankündigung angegriffen hätten, und die augenscheinlich viele Jahre darauf ver­wendet hätten, Vorräte für diesen kolossalen Krieg auf- zuhäufen, Un a 6 h än g ig Fe it zu gewähren.

Salisbury spielte dann auf die Rede Morleys an, in wacher dieser eine Lösung der Schwierigkeiten duvchj eine Kabinettsänderung und Ersetzung des Kabinetts durch Mi­nister nahegelegt hatte, welche die Tugend der Nachgiebig­keit besäßen, und sagte, er glaube nicht, daß es für Morley eine so leichte Aufgabe fein würde, die zur Zeit vorhandenen großen Schwierigkeiten nach dem Grundsatz der Nachgiebig­keit zu überwinden. Das Volk scheine fest entschlossen zu fein, zu verhindern, daß diese Wirren in Afrika wieder­kehren, und. auf dem Standpunkt zu stehen, daß, so groß auch Opfer und Austtengungen fein mögen, England doch die Sache durchführen müsse, um diese gewaltige stets drohende . Gefahr von den Grenzen des Reiches zu ent- ferneu. Er wisse, daß. der Krieg nicht mehr dieselben Aus­brüche der Begeisterung eriuede, wie im vergangenen Jahre, das scheine aber nur wenig Einfluß auf das gesamte Ver­haften des. Volles auszuüben. Er sei überzeugt davon, daß was auch geschehen möge, das Volk sich niemals durchs

irgendwelche zeitwelligen Schwierigketten oder durch eine in der Einbildung bestehende Entmutigung von der Ab­sicht, den Krieg bis zum erfolgreichen Ende zu führen, ab­bringen lassen werde. Die Macht eines Landes, der Ein­fluß, den es auf die Geschicke der Welt ausübt, die Stellung, welche es innerhalb der Nationen einnimmt, werden nicht lediglich durch Leidenschaft der Begeisterung bestimmt. Eine weit wertvollere und wirksamere Eigenschaft ist die felsen­feste Entschlossenheit, daß, wenn einmal ein Volk von Dem Gedanken durchdrungen istz daß die Beobachtung eines gewissen Verhaftens feine Pflicht ist und in seinem Interesse liegt, bann keine Entmutigung und keine vorübergehende Unbequemlichkeit, welche die Durchführung dieser Pflicht mit sich bringt, es auch nur einen Augenblick davor zurück­schrecken lassen Fann, stetig und, wenn nötig, auch mit großem Zett auf wand die Politik durchzuführen, welche nach seiner Ansicht die Polittk des Reiches ist.

Deutsches Reich.

Berlin, 9. yiob. Der Kaiser horte gestern den Vortrag des Stellvertreters des Chefs des Marine-Kabi- netts. Um 115 Uhr sand beim Kaiserpaar zu Ehren des Geburtstages des Königs von England eine Tafel statt, an der u. a. teilnahmen Prinz und Prinzessin Friedrich Leo­pold, Prinz Eitel Friedrich, der Herzog von Sachsen- Coburg-Gvtha, der englische Botschafter und das Bot­schafts-Personal sowie Reichskanzler Graf Bülow. Die gestrige Frühstückstafel, die zu Ehren des Geburtstages König Eduards von England vom Kaiser im Neuen Palais veranstaltet war, ist in der üblichen Form verlausen. Während des Mahles erhob sich Kaiser Wilhelm zu folgendem Trinkspruch:Ich leere dies Glas aus das Wohl Sr. Majestät des Königs von England." Im toeiteren Ver­laus des Mahles zog der Kaiser besonders den hiesigen eng­lischen Botschafter und den Reichskanzler Grafen Bülow ins Gespräch.

Für die deutsche Kaiserin, die Ende Januar zu zweimonatlichem Aufenthalt inAbbazia eintrifft, wur­den bereits Appartements bestellt. Wie dasTagebl. für Fiume und Abbazia" erfährt wird Kaiser Wilhelm, wenn er zu Ostern seine Gemahlin von dort abholl, in Abbazia eine Begegnung mit Kaiser Franz Jose.f haben. Möglicherweise werde auch der deutsche Kronprinz feinen Vater begleiten.

DerReichsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, nach der die silbernen Zwanzig- psennigstücke vom 1. Januar 1902 ab nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gellen, aber bis zum 31. De­zember 1902 bei den Reichskassen und Landeskaffen in Zahl­ung und zur Umwechselung angenommen werden.

Bei den gestrigen Stadtverordnete nm ah len in der ersten Abteilung wurden ausschließlich Kandidaten der Liberalen gewählt.

Die Tagesordnung für die 97. Plenarsitzung des Reichstages ist von dem Präsidenten des Reichstages Grasen v. Balleftrem wie folgt festgesetzt: 1. Zweite Be­ratung der Novelle zur Strandungs-Ordnung; 2. Zwette Beratung der Seemannsordnung mit ihren Nebengesetzen. Dazu liegt eine Reihe von Anträgen der Sozialdemokraten vor.

Stettin, 9. Nov- Bei dem heutigen Stapellaus desLinienschifsesMecklenburg" hielt der Groß- Herzog von Mecklenburg-Schwerin eine Tausreoe in der er u. a. sagte: Du sollst jetzt hinabgleiten in die See, die Dein Element und Deine Heimat fein wird. Du sollst den Willen und Herrschergebot Sr. Maje­stät des Kaisers gehorsam vollsühren, wozu fein Befehl Dich berufen wird, zum Wohle des Vaterlands. Wir Meck len b ur g er wollen unserm Kaisertreu ergeben fein bis zum letzten Atemzug.

Düsseldorf, 10. Nvv. In einer Festsitzung der hiesigen Handelskammer, in der das neue Geschäftsgebäude seiner Bestimmung übergeben wurde, hielt Handelsminister Moeller eine Ansprache, in der er zugeftand, daß wir nach piner Periode übergroßen Vertrauens uns jetzt in einer solche des Rückg an gs befinden, aber über oie Befürcht­ungen, die sich Daran knüpfen, möge uns der Gedanke hinwegbringen: es ist eben so in dem menschlichen Ge­triebe, daß auf Perioden großer Anspairnung der Kräfte Perioden der Erschlaffung folgen müssen. Ich gehöre nicht zu denjenigen, welche unsere jetzigen Zeitläufe pessi­mistisch betrachten. Wir haben einfach in unserem Wage­mut zu viel unternommen während der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts. Wir haben so viel neue Werte geschaffen, daß die Ersparnisse, die wir in unserem Lande machten, nicht ausreichen, diese neuen Werte zu bezahlen. Natur­gemäß bedürfen wir einer Zeit der Ruhe und Sammlung, um den Arcsgleich zu schaffen. Es giebt noch! viel zu schaffen, und da dies so ist, haben wir auch die Zuversicht, daß über kurz oder lang wieder bessere Zeiten kommen. Schaffen. wir aber Neues, und vor allem verlieren wir nicht den Mut. Greifbare Erfolge werden in der Folge nicht aus­bleiben. Es ist vielfach gesagt worden, daß die Vertretung von Handel und Jndusttie im großen Staatsgetriebe nicht den nötigen Einfluß besitze. Das ist nicht richtig. Wer Interessen vertreten will, sei es eine einzelne Person, sei es eine Körperschaft, die muß sich über Souderinteressen im Interesse des allgemeinen Wohls hinwegsetzeu. Wer so Hand r, wird Einfluß haben. Man darf nur das ver­treten, 1. sich der Allgemeinheit gegenüber vertreten läßt. Wer das thüt, hat auch bei der Staatsregierung Einfluß.

Leipzig, 10. Nov. Eine unter dem Präsidium des Oberrei.-sanwalts Olshausen abgehaltene Protest'- rsamm- lung von Kombattanten des Krieges von 1870 beschütz, eine Resolution an den Reichskanzler zu übersenden,

in der die bekannte Aeußerung Chamberlains als Verleumdung zurückgewiesen wird. Es sprachen u- a. Prof. Kirchner, Prof. Haße und Dr. v. Hase.

Koburg, 10. 9kov. Gestern nachmittag reifte der Re- gierungsverwefer von Koburg-Gotha, Erbprinz von Hobenlohe-Langenburg nach Berlin. Am 6. d. M. ist Der Regent mit dem Gr oßh e r zo g von Hessen in einem Hotel in München zusammengetroffen. Die Groß­herzogin von Hessen weilt seit dem 16. v. M. in Koburg.

Ausland.

Paris, 10. Nov. Aus Nizza wird berichtet, der Zar werde diesen Winter in Cap Martin verbringen. Baron Urusow befinde sich beretts dott, mit den: Auftrage, die Vor- bereihmgen zur Zarenreife zu treffen.

Nom, 9. Nov. Der Gesundheitszustand des Papstes hat sich zwar gebeffert, aber alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die Herzschwäche, an welcher der Papst leidet, seinem Leben bald ein Ziel setzen wttd. Diese Herzstockungen konnten bisher immer erfolgreich bekämpft werden, man sieht aber voraus, daß der Krankheit ein weiterer Einhalt nicht mehr geboten werden kann.

Konstantinopel, 9. Rov. Der Großvezir ^alil Rifaat Pascha ist heute ftüh 6 Uhr gestorben.

Aus Stadt und Sand.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets roitgonÄen und werden angemessen honoriert.

Gießen, 11. November 1901.

'* LU. Eine Ehrenpromotion der theologischen Fakultät. Die theologische Fakultät der Landesuniversität hat unter dem gestrigen (10. 11.) Datum, Luthers Geburtstag, den Prä­sidenten des Oberkonsistoriums in Darmstadt, Herrn Adolf Buchner, zum D. theol. honoris causa ernannt. Das Elogium der Fakultät hat folgenden Wottlaut: Viro officia christiana cum pietate colenti ecclesiaeque evangelicao studiosissimo, qui juris peritia constitutionis prudentia multarum rerum experientia feliciter praeditus per longum vitae spatium misericordiae christianae et administrationi ecclesiae maximo semper studio consuluit, ädern Christian am etiam operibus confinnandam apud omnes ipse probavit. Zu deutsch:Dem warmherzigen Christen und überzeugten Gliede der evangelischen Kirche, der seinen vorzüglichen rechts­kundigen Rat, seine ausgezeichnete Organisationsgabe, seine reiche Erfahrung feit langen Jahren in den Dienst der christ­lichen Barmherzigkeit und der kirchlichen Regierung gestellt hat, der überall für praktisches Christentum opferwillig ein­getreten ist." Herr D. Buchner ist ursprünglich Rechtsanwalt gewesen. Schon lange ehe er zum Mitgliede des Ober­konsistoriums als juristischer Rat ernannt wurde, hat er sich in der mannigsalligsten Weife Verdienste um die evangelische Sache erworben, besonders auf dem Gebiete der inneren Mission in Hessen. Seit vielen Jahren ist er Mitglied des Ausschusses der süddeutschen Konferenz für innere Mission, Mitglied des Vorstandes des Darmstttttter Diakonissenhauses (Ekisabethenstift), der Mathlldenstiftung, des Rettungshanses Hühnlein, er ist Mitbegründer und langjähriger Präses des evangelischen Arbeitervereins in Darmstadt gewesen, als warm­herziger naHonalgefinnter Patriot war er langjähriger Schrift­führer, jetzt Präsident des hessischen Landesvereins vom roten Kreuz re. Von der ersten Synode 1875 an war Buchner erster Sekretär aller Synoden bis zu seiner Berufung in die oberste Kirchenbehörde. Mit dem Eintritt in das Ober­konsistorium übernahm er besonders das Referat betr. Kirchen­bau; die Schaffung des Amtes eines besonderen Kirchen- baumeisters für Hessen war fein Werk, und alle künstlerischen kirchlichen Jittereffen fanden bei ihm volles Verständnis und wärmste Förderung. Im Februar 1899 trat Buchner als Nachfolger von Exz. Goldmann an die Spitze der kirchlichen Behörde. In dieser seiner gegenwärtigen Stellung als Prä­sident des Oberkonsistoriums hat er sich vor allem hohe Ver­dienste erworben, als es galt, die Gehaltsverhältniffe der evangelischen Geistlichen in Hessen neu zu regeln; es ist ihm in erster Linie zu verdanken, daß diese Neuregelung zu all­seitiger Befriedigung ausgefallen ist. So hat die theologische Fakultät sich gefreut, daß dem hochverdienten Manne an dem Tage, wo er vor 15 Jahren (10. November 1886) zum Mit­gliede des Oberkonsistorimns ernannt wurde, zum Ausdruck ihres herzlichen Dankes für fein reichgesegnetes kirchliches Wirken die summi in theologia honores von ihr übertragen werden konnten.

" Sitzung des Provinzialausschuffcs. In der am 9. ds. Mts. stattgehabten Sitzung des Provinzialausschusses standen vorzugsweise Enteignungsan träge auf der Tagesord­nung. In der Enteignungssache wegen Erweiterung des Bahnhofs Gießen handelte es sich um den Ausspruch der Enteignung bezüglich des von, den Erben des Anton- sin g abzuttetenden Geländes. Die Eisenbahndirektion Frank­furt hatte den Antrag verspätet eingebracht und um Wieder­einsetzung in den vorigen Stand gebeten. Tie Anwälte der Erben des Anton Rüsing bemerkten, daß sie ohne Anhörung ihrer Klienten dem Antrag nicht zustimmen könnten. Dem­gegenüber bemerkte der Vertteter der Eisenbahn-Direktion, daß evenil. § 44,2 des Enteignungsgesetzes in Betracht komme,