Ausgabe 
12.11.1901 Erstes Blatt
 
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AMTLICH GLXlCZEND BEGUTACHTET;

Oeffrntlicher Dank

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Gießen, am 11. November 1901.

Der Festausschuß für die Werning scheu Krieggfr st spiele

dem von uns vorgeschtagcnen Kandidaten seine Stimme.

Das Metzaeraewerbe

herrliche Gabe geschenkt.

Um den wirklich echten Weidemann'schen russ. Knöterich zu

lrch ruhig.

Offenbach, 10. Nov. In der letzten Sitzung der Stadt­verordneten wurde ein Beschluß von allgemeinem Interesse gefaßt. Die Entscheidung des Kreisausschusses, wonach die Stadt nicht das Recht haben soll, von den Einwohnern mit einem Einkommen unter 500 M. nur die weiblichen allein von der Steuerzahlung zu befreien, sondern daß sie diese Befreiung auch auf die männlichen Steuerzahler aus­zudehnen habe, soll durch Berufung bei dem Provmzial- ausschuß angefochten werden, um eine grundsätzliche Ent­scheidung derFrage herbeizuführen. Für dieBeschäftigung Arbeitsloser mußte ein weiterer Betrag von 30000 Mk. auf Voranschlag bewilligt werden, da die vorhandeneu Mittel fast völlig aufgebraucht sind. Es wurde bedauert, daß die schlechte Finanzlage der Stadt gerade jetzt, wo so viele Ar­beitslose zu beschäftigen wären, die Inangriffnahme größerer Arbeiten verbietet. .

Lampertheim, 10. Nov. In der Angelegenheit der neuen Absteckung der Bahnstrecke LampertheimViernheim waren in der letzten Woche Ministerialpräsident Gnauth, Ministerialrat Braun und Kreisrat Geh. Rat Gros hier anwesend. Durch die erste Anlage der Bahn wurde eine Schädigung des Wildstandes der prachtvollen Waldungen befürchtet. Nun wird die Bahnlinie nach Ueberbrückung der Hauptbahn weiter südlich, etwa 500 Meter von der ersten entfernt, ausgeführt.

k. Mainz, 9. Nov. Die nn Bau begriffene evangel. Ehristuskirche hier ist nunmehr soweit gediehen, daß die Baugerüste bereits entfernt werden konnten. Die Kirche, eme

Zur Ztadtverordneten-wahl!

Nachdem nunmehr alle Stände und Vereinigungen ihre Kandidaten benannt, gilt es, Umschau zu halten, wie sich wohl die demuächstige Vertretung der städtischen Körperschaft zusammensetzen wird, um möglichst fehlende Stände oder Gewerbe durch Neuwahl zu ersetzen. burc6

Ein bis jetzt in dem Stadtvorstand nicht vertretenes Gewerbe ist das Metzgergewerbe, obgleich dasselbe mit den städtisch 9

Schlachthausanlagen, Oktroi-Angelegenheiten, Volksernährung u. dgl. m. in engster Verbindung steht. , äderen

Wichtige Fragen stehen bevor, z. B. die Erbauung einer Kühlanlage, sowie Erweiterung des Schlachthauses, wo es un e gt, Nori'cülaa nickt

Städten, erforderlich ist, einen Fachmann in dem Stadtvorstand zu haben. Darum, Mitbürger, laßt Euch nicht irreführen und weil als Sonderinteresse zurück, sondern betrachtet ihn als Gemeindeinteresse zum Wohl der ganzen Bürgerschaft.

Wir schlagen Euch hiermit vor

Herrn Mehgermeister Ludwig Pirr.

Wähler! An Euch alle richten wir die Bitte, sorget, daß auch das Metzgergewerbe einen Platz im Stabtvorstam cchält und ge e 3^

Nach Beendigung der Festspiele drängt °3 uns, allen Denjenigen, welche zum guten Gelingen unseres Unternehmens b-ig-trag-n haben, unseren h-rzkchften Dank zu sagen. Wir danken den Herren des Ehren-Ausschusses für ihre Bereitwilligkeit, mit uns zusammenzuarbeiten. Wir danken den Damen und Herren, sowre den Unteroffizieren und Mann- iLatten unseres Regiments, welche bei den Aufführungen teils auf der Bühne, teils als Deklamatoren mitgewirkt habe», für ihre aufopferungsfrerwlge Hingebung an die gute Sache Wir danken allen Behörden und insbesondere dem Großherzoglichen Kommando des Infanterie-RegimentsKaiser Wilhelm" für dre wirkungsvolle Unterstützung dui uns unsere' Ausgabe sehr erleichtert hat. Wir danken endlich den Bewohnern von Gießen und Umgegend für die gut- Aufnahme, welche unsere F-stsp.ele m allen Kreisen gefunden haben.

Lange Wochen haben wir an der Vorbereitung gearbeitet und die Zeit der Aufführungen hat an alle Ausschußmitglieder hohe Anforderungen gestellt. Ww fühlen uns aber reichlich belohnt durch das Bewußtsein, für eine gute Sache mit vollem Erfolg eingetreten zu sein.

kommen. . ~

* Ostende, 9. Nov. Der englische DampferCon- duetor" hat sich infolge des Nebels verirrt und ist bei Westend aufgelaufen. Ein Schleppdampfer versucht vergebens, den Dampfer wieder flott zu machen.

* Brescia, 9. Nov. Gestern Abend wurde hier und an den Ufern des Garda-Sees ein neuerliches Erdbeben verspürt. Die Bevölkerung ist panikartig erregt. Bisher sind keine Menschenverluste zu beklagen.

* Konstantinopel, 9. Nov. In der Stadt Erzerum wurde gestern durch mehrere Erdstöße eine Anzahl Häuser zerstört; die meisten Gebäude, darunter solche fremder Kon­sulate, wurden beschädigt und zeigen Risse. Opfer an Men­schenleben sind nicht zu beklagen.

Oran, 9. Nov. Ein Soldat des 2. Regiments der _________ _________ ,

^emdenleaion schoß heute nach einem kurzen Wortwechsel erhalten, beziehe man denselben nur von dem Importeur E. Weide- seinem Vorgesetzten, einem Sergeanten, eine Kugel ins|mann m -lebenburq am varz.

Herz, wodurch ein hinter dem Sergeanten stehender Unter­offizier gleichfalls getötet wurde.

nimmt und dem oft auftretenden Wunsche von Arbeitern, zeitweilig einige Stunden zur Ausführung von Privat- ox6eiten zur Verfügung zu haben, nachkommt, fv kann dies nur Anerkennung verdienen.

** Lamborg-Konzert. Man schreibt uns: Lam- borg, der ewig junge kommt am Mittwoch, den 20. Nov- hierher, um in Steins Saal seine famosen musikali­schen Humoristica vorzuführen. Er bringt diesmal, neben seinem eisernen Bestand, manches Neue und zwar Zündendes mit. Alle Darbietungen Lamborg's sind harm­los und durchaus einwandsfrei, aber so hoch komisch, daß selbst der grimmigste Hypochonder lachen muss.

» Alice-Schule. Bei der vorjährigen Weihnachts- ausstellung der Alice-Schule war zum erstenmale der Ver­such gemacht worden, Arbeiten von Schülerinnen der da­maligen und früheren Zeit zu verwerten. Auch in diesem Jahre will der Vorstand der Schule cs zu ermöglichen suchen, fleißigen, strebsamen jungen Mädchen einen kleinen Verdienst zuzuweisen. Zu diesem Zweck wird wiederum mit der Aus­stellung ein Verkauf verbunden sein. Wir machen hierauf unter Hinweis auf das Inserat in der heutigen Nummer auf­merksam.

♦♦ Die Ortskrankenkassen und der Zoll­tarif. Eine in Darmstadt abgehaltene außerordentliche Generalversammlung der Ortskrankenkassen hat, von der Ansicht ausgehend, daß die projektierte Erhöhung der Lebensmittelzölle notwendigerweise eme enorme Verschlechterung und Gefährdung der Leistungs­fähigkeit der Krankenkassen sowie der gesamten Arbeiter- Versicherungen zur Folge haben muß, einstimmig den Be- schlüß gefaßt, beim Großh. Ministerium um eine Audienz nachzusuchen und zur Teilnahme an derselben die größeren Ortskrankenkassen des Großherzogtums einzuladen.

-h° Kaul stoß, 9. Nov. Heute wurde der seitherige Beigeordnete Johann Herget L als solcher einstimmig wieoergewählt. Von 51 Stimmberechtigten hatten 35 von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht. Die Wahl verlief ziem-

Gerichtssaal.

Berlin, 9. Nov. Tie am 14. Tezernber 1900 in den Eon- cordia-Sälen veranstaltete antisemitische Versammlung beschäftigte heute abermals die 2. Strafkammer des Landgerichts 1. Angeklagt waren Graf Pückler wegen Aufreizung, begangen durch einen

der bedeutendsten und größten evvnget Knchen Süddeutsch. Ä

lands, ist bekanntlich nach hinterlassenen Planen dev Mainzer j r c , q c p r 0 % e t>a er nachweisen konnte, daß er den Bericht Stadtbaumeisters, Geh. Oberbaurats Kreyssig, durch den vor der Veaöffenllichnna nicht gelesen hatte, Gras Pückler da» Architekten Fredriks en zur Ausführung gebracht wordcn. gegen wurde zu 300 Ä! k. G e l d st r a f e verurteilt. Der SwMs- .'lichitetlen tfjeorimu r , ^rer anwall hatte gegen Böckler 600 AU. und gegen Graf Pückler 500 All.

*»e -um größten »StTafcit eines Geldstrafe beantragt.

schönen, formvollendeten Linienführung die Tüchtigkeit emes . > >

ausgereiften Künstlers. Es ist gewiß keine leichte ^ache ge-

wesen, in den gewählten Stilformen etwas ganzes zu schaffen, ^tUlDUniiluJUfL

ist doch die Detaildurchbildung in den Formen der Hoch- Das Jahrbuch des Allgemeinen Verbaue renaissance gehalten, wogegen sich die Grundriß-Anordnung ft $ der^d eutsch en landwirtschaftlichen Ge- an diejenigen mittelalterlicher Kirchenbauten anlehnt. eine ft^vssenschaften für 1900 und der Jahresbericht des auf Veranlassung der städtischen Verwaltung durch das ^ntüa(ted des Verbandes für 1900-01 liegen mm im Drucke Arbeitsanit aufgestellte Statistik über die Arbeits- Aus den umfangreichen Veröffentlichungen, denen! l^osiakcit hat ergeben, daß die größte Arbeitslosigkeit unter genaues Zahlenmaterial als Beleg beigegeben ist, ge­

ben Arbeitern der Metallbranche und der Küferei be- winnt man einen klaren Ueberblick über die Entwickeluns steht nack ihnen bei den unständigen Arbeitern und Tag- des Genossenschaftsvereins, die wirksamsten Mittel der teht, nach ihnen _ .kaLao« hntim bis ieüt Selbsthilfe für den deutschen Landwirt im harten Existenz-

löhnermnen. Groszere Arbeiterentlaffungen ) J B xampf der Gegenwart. Tas Genossenschaftswesen hat im

noch nicht stattgefunden. - Jahre 1900-1901 wiederum nicht unerhebliche Fortschritte

Frankfurt, 9. Nov. Alexander Barthe l, der ^^acht, vor allem auf dem Gebiete der gemeinschaftlichen jugendliche Heldendarsteller des Frankfurter Stadtthe . ft)^lch-, Vieh- und Eierverwertung, im ganzen hat sich die liegt lebensgefährlich er f ta n f t bat nie Der, e landwirtschaftlichen Genossensa)asten um nahezu

Krankheit halt schon Monate lang an. Barthel war fruy r vermehrt. Tie vorliegenden Veröffentlichungen sind ein hervorragendes Mitglied der Memmger und erfreut wichtiger Beitrag zur Geschichte der nationalen Arbeit, sich in Frankfurt der größten Beliebtheit.

Vermischtes. Kirchliche Kachrichten.

* Hamburg, 10. Nov. Der in Elbing beheimatete Evangelische Gemeinde.

DampferPrimus", von Hamburg nach Danzig md; einer ^ntag den 11. November, abends 8 Uhr, Bibelstunde Ladung Getreide, ist in der Ostsee auf der Höhe von Ar o aI ^on^nn®nbcnjaa[ der Johanneskirche. Text: Pf. 90. infolge schweren Sturnies gestern morgen voll Waffer ge- Pfarrer Euler,

chlagen und gekentert. Sechs Mann der Besatzung,! ,

darunter Kapitän und Steuermann, ertranken. Der Ham-1 .

bürget S-^chl-ppd°mpf-rGladiator" hat zwei Matrosen fstzs)gl-8ed^tzlllllli ist AllßS

desPrimus" gerettet und nach Holtenau gebracht. ^-,1 echten Weibeinann'schcn russischen Knöterich. Die großartigen Er- * Stuttgart, 9. Nov. In der vergangenen yiad)t fo[ oesfeIben bei Erkrankungen der Lunge, des Halses überhaupt ist Zwischen Jsnn und Röthenbach der nach Jsnp fahrende ber Atmungsorgane, beweisen folgende Schreiben. (Die Originale Postwagen beraubt worden. Es fehlt ein Geldbrief liegen zu JedermannsEinsicht bereit. Es chre.ben:

mit 1 5 00 Mark ein zweiter mit 8100 Mark und Frau Justizrat M. P. m W Hiermitbitte ich>nnr freun^ Mit l o00 JJtart, em Pnuber sind ent- lichst umgehend per Nachnahme loPacket russifchenKnöterich

außerdem die ganze Briefpost. Oie Rauver sind eni | schicken. Wirkung immer sehr gut.

Herr F. S. in D. Senden Sie mir bitte auf alle Fälle 20 Packete Ihres Thee's. Schon nach dem 3. P. haben wir eine ganz erstaunliche Wirkung zu verzeichnen und hoffen Sie hier recht enipfehlen zu können.

Herr Pastor A. S. in B. Teile Ihnen hocherfreut mti, daß Ihr Thee bei einer feit drei Jahren schwer an Lungenleiden erkrankten 30 Jahre allen Frauensperson vorzüglich gewickt hat. Dieselbe kann nicht genug danken.

Senden Sie mir bitte Prospekt, Anweisung und 5 Packet per Nachnahme für einen alteren Mann wieder an meine Adresse.

CH. N. Tiakouisfin in B. Bitte umgehend um die 3. Sen­dung russischen Knöterichs. Es geht dem jungen Mädchen prachtvoll besser. Möchte aber gern eine gründliche Kur er­zielen, darum bitte die 3. Sendung. Sie selbst meint, es wäre nicht mehr notig. Gott hat uns in dem Knöterich eine