der neuen Annehmlichkeit besteht besonders darin, daß man an verkehrsreichen Tagen nicht an den überfüllten Schaltern zu warten braucht, sondern sich seine Rückfahrkarte schon vorher besorgen kann. Diese Bestimmung gilt vorerst nur für den inneren Verkehr und innerhalb der preußisch^- hessifchen Staatsbahnen; doch dürften auch! jetzt nneder die übrigen Eisenbahn-Verwaltungen dem preußischen Beispiel folgen. — Im Anschluß an die Mitteilung über die Verlängerung der Rückfahrtkarten auf den Dampf boot en der Köln-Tüsseldorfer Gesellschaft wird noch mitgeteilt, daß die erweiterte Geltungsdauer sich auch auf die schon ausgegebenen und noch nicht abgefahrenen Dvppelreisefahr- scheine erstreckt, so daß also ein vor sechs Wochen gelöstes Retourbillet heute noch Giltigkeit hat.
b. KleiuKarbeu, 10, Juli. Die im Frühjahre ausgeschriebene Schulstelle wurde dem Lehrer Knaup aus Heldenbergen definitiv übertragen. Lehrer Knaup ist ein Hauptförderer des Wetterauer GeflügelzuchtvereivS. Schulverwalter Karl Roth, der diese Stelle inne hatte, wurde nach Heldenbergen versetzt. — Vergangenen Sonntag und Montag fand hier das Kirchweihfest statt, das in der Umgegend als „Kleln-Karber Markt" bekannt ist.
8. Darmstadt, 10. Juli. In der gestrigen Stadlver- ordneten-Kommissionssitzung wurde der Antrag, das Bismarckdenkmal auf dem hiesigen Marktplatz zu errichten, mit 8 gegen 4 Stimmen abgelehnt. Oberbürgermeister Morneweg hatte heute ein Audienz bei dem Groß- herzog. Die für Donnerstag vorgesehene Stadtverordneten fitzung, in welcher ein definitiver Beschluß gefaßt werden sollte, fiel infolgedessen aus. Damit scheint das von der Kommission vorgeschlagene Projekt endgiltig begraben zu sein.
P. Heppenheim w d. B., 10. Juli. Am nächsten Sonntag findet hier im „Hotel zum halben Mond" der 22. Stenographentag des Verbandes der Stenographen des Main-Rheingaues und von Hessen-Nassau statt, der die Jünger Gabelsbergers in Hessen und Hessen- Nassau umfaßt. Dem Verbandstag geht am Samstagabend eine Vertreterversammlung voraus, in der stenographische Fragen beraten werden sollen. Ter eigentliche Verbandstag beginnt am Sonntagmorgen mit einem Wettschreiben, wobei in vier Abteilungen mit einer Geschwindigkeit von 100, 130, 170 und 200 Silben in der Minute geschrieben wird. Ten darauf folgenden Festvortrag hat in dankenswerter Weise der Vorsitzende des deutschen Gabelsberger Stenographenbundes übernommen. Dem gemeinschaftlichen Mittagessen im Hotel zum halben Mond folgt ein Gang nach der Ruine Starkenburg. Ein Gartenkonzert, ausgeführt von einem Teil der Kapelle des Leibgarde- Regiments Nr. 115 in dem geräumigen Garten des Hotels zum halben Mond bildet den Schluß des Verbandstages.
8. Mainz, 10. Juli. Folgende sensationelle Nachricht wird hier verbreitet: Gegen eine Ztmmervermieterin von hier, bei welcher u. a. auch eine Schauspielerin des hiesigen Stadttheaters wohnte, ist wegen Vergehens gegen den Kuppelei-Paragraphen Untersuchung eingeleitet. Bei der ersten Vernehmung hat ein gewisser Herr S. die ganze Sache auf sich genommen. Inzwischen scheint ihm aber die Verantwortung zu groß geworden zu sein, und nun find außer einem zu den Mainzer Theaterkceisen in intimer Beziehung stehenden Herrn eine ganze Anzahl den besseren Mainzer Kreisen angehörende Personen als Zeugen vernommen worden. Die pikante Affäre scheint immer größere «reise zu ziehen, sodaß man auf den Fortgang der Untersuchung sehr gespannt ist.
Mainz, 10. Juli. Ueber einen der diesseitigen Türme des Eisenbahnbrückenkopfes zieht ein Telegraphendraht hin, au welchem ein Telegraphenarbeiter eine Reparatur vornehmen sollte. Hierzu stieg er auf den Turm und benutzte als Stütze einen großen Stein, welcher einen Teil der Mauer- kröuung bildete. Der durch die Länge der Zeit locker gewordene Stein gab aber nach, der Arbeiter verlor den Halt und stürzte kopfüber samt dem Stein in die Tiefe. Der Arbeiter fiel auf die erste Plattform des Turmes, wo selbst er mit einem tiefen Riß in der Hirnschale liegen
blieb; der hinterherfallende, über einen Zentner schwere Stein zerschmetterte ihm noch den Fuß. Der Schwerverletzte wurde in das Hospital verbracht.
Mainz, 10. Juli. Hier fand unter dem Vorsitz des Provinzialdireklors v. Gagern, im Beisein des Eisenbahnpräsidenten Breitenbach und der Bürgermeister von Mainz, Kastel und Mombach eine Tagung wegen der Eisenbahn Ueberbrückung auf der Strecke Mainz —Wiesbaden statt. Gegen die geplante Brücke, die bereits die staatliche Genehmigung hat, erhoben die Gemeinden Mainz, Kastel, Mombach Protest, bezw verlangten sie eine Reihe von Ab anderuvgen in Den Plänen. Auf die eingebrachten Be schwerden erwiderte Etsenbahupräfident Breitenbach:
W'dersprüch-! feien gegen die P.Sne, die schon 1897 bekannt gegeben worden, nicht erhoben worden. Neben dem fiskalischen Jntereffe h-be man daS der Stadt und der Gemeinden gewahrt, aber für städtische Zukunfisprofikte große Aufwendungen zu machen, sehe sich der Eisendahnfisku« nicht veranlaßt. DaS gute Etnvermhmen, das bisher mit der Stadt bestanden habe, sei plötzlich durch die Einwände auf die Brückenfrage zu Boden geschlagen. Die Brücke biene in erster Linie Betriebs- und milttSrischen Interessen, er könne deshalb die kostspielig veranlagte Herstellung von Fußwegen, Haltestellen u. s. w. nicht in Ausstcht stellen. Da die städtischen Behörden aus ihrem Proteste bestanden, wird die Landes polizet und dann die zuständigen Gerichte die Angelegenheit zu p.üfen und darüber zu entscheiden haben.
Die städtische Verwaltung von Mainz hat nun, um ihren Protest gegen die Errichtung eines angeschütteten Eisenbahn- dammeS über den Floßhafen bei der Anlegung der projektierten Eisenbahnbrücke über den Rhein fachmännisch zu begründen, eine Autorität in Hafeubauaulagen, den Oberbaudirektor FranziuS in Bremen, um ein Gutachten ersucht. Neber jenen Eiseubahndamm heißt eS in dem Gutachten deS Herrn FranziuS wie folgt:
„Indem ferner der geplante Etsenbahndamm nur den obersten, bet weitem kleinsten Teil des FloßhafrnS von dem unteren Teil trennen wird, jener obere Teil aber unbedingt zu klein für einen der Zukunft genügenden Jndustriehafen fein würde, und endlich weil eine Durchfahrt in dem Etsenbahndamm bei dessen erster Anlage Verhältnis' mäßig nur geringe Schwierigkeiten macht, später dagegen fast unausführbar sein würde, so ist e8 nach allem diesem für die Stadt Mainz dringend geboten, eine genügende Verbindung zwischen dem Zollhafen und dem betreffenden Teile deS fitztgrn Floßhafens oder oemnächstigen JndustriehafenS zu fordern, und zwar sowohl für Schiffe als auch für die beiderseitigen Uferstraßen."
Oppenheim, 10. Juli. Dem langjährigen Abgeordneten des 6. rheivhessischen Landtags - Wahlkreises Oppenheim, Dr. jur. Schröder-Darmstadt, der krankheitshalber sein Mandat niedergelegt hat, haben die Gemeinden des Wahl- kreises in Anerkennung seiner Verdienste um den Wahlkreis eine Dankadreffe überreichen lasten. Die Adreste ist von Professor C. Sutter in Mainz auögesührt.
Frankfurt a. M, 10. Juli. In der verflostenen Nacht wurde hier ein großer Einbruchdiebstahl in dem Laden des Trödlers Weber in der Weftendstraße ausgeführt. Etwa 20 Uhren und Ringe, zahlreiche Kleidungsstücke usw. fielen den Dieben zum Opfer, dagegen ließen sie alles liegen, was zum Verräter werden konnte. Man ist den frechen Dieben auf der Spur.
** Kleine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. In Lauterbach verunglückte in der städtischen Lehmgrube der Arbeiter Zinn. Er war mit dem Hacken von Lehm beschäftigt, als sich eine Lehmmasse von oben löste und den Arbeiter vollständig begrub. Der Verunglückte konnte nur mit Mühe von der Last befreit werden und ist nach kurzer Zeit an den schweren inneren Verletzungen gestorben. — Der ärztliche Kreisverein Worms hat seinem hochverdienten langjährigen Vorsitzenden, Medizinalrat Dr. Salzer, aus Anlaß seines 7 0. Geburtstages zwei auf silbernem Tablett stehende Weinkaraffen nebst einer kunstvoll ausgestatteten Adresse überreicht.
Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft.
- Die Schlesische Aktiengesellschaft für chemische In» duftrie in Weihwasser, eine Tochtergesellschaft der Trebertrocknungs- gesellschaft, meldete den Konkurs an.
Arbeiterbewegung.
Sevilla, 10. Juli. Die Straßenunruhen haben gestern den ganzen Tag fortgedauert. Haufen Ausständiger schleuderten gegen einige Fabrikgebäude Steine. Die Militärbehörden haben an Stelle des Präfekten die Regierungsgeschäfte übernommen. Die konstitutionellen Garantien sind aufgehoben worden. Truppen und Gensdarmen halten in den Straßen die Ordnung aufrecht.
Temperatur der Lahn und der Luft.
11. Juli. Nach Rcaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.
___________Wasser 20o, Luft 22°.________________
Telephonischer Kursbericht.
Sf/l7o Reichaanlaihe . . 100 65 8 % do . . 90 10 8'/l 7o Konsole .... 100.55 8 % do .... 90.40 8,/t % H ess ec ... 97.30
5%. Italien. Rente . . . 97.00 4% Griech. Monop.-Anl, 43.50 8 % Portugiesen , . . 25.70
8 % Mexikaner . ... 26 25
♦Vi 7o Chinesen .... 81 50
Frankfurt, den 11. Juli.
Kreditaktien..... 197 00
Diakonto-Kommandit . . 173.10
Darmstädter Bank . , . 125 50
Dresdener Bank .... 126 40
Berliner Handelegee, . . 132 20
Oesterr. Staatsbahn . .135 70
Gotthardbahn . . . . 152 00
Laurahütte.....1F0 CO
Bochum . . . » . . 162 50
Harpener...... 160 00
matt.
Meteorologische Beobachtungen
________der Station Gießen.
8
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Juli
Wetter
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c s U Z N
10. 9«
11. 7«
11. 2«
748,8
750,2
749,7
+ 18,8
+ 16,5
+ 26,4
11,0
10,4
9,6
68 |
74
Still NE.
ENE.
Heller Himmel Sonnenschein Sonnenschein
Höchste Temperatur am 9.—10. Juli + 28.10 0.
Niedrigste „ > 14.2° C.
Ururste Meldungen.
Wetzlar, 11. Juli. (Telephoumelduug des „Gieß. Auz,") Die Meheburg (die bekanntlich von Gießener Studenten häufig besucht wird) brannte heute nacht 1/i 1 Uhr vollständig ab.
Dresden, 11. Juli. Die Frau eines Lohnkellners zündete das Bett an, in dem sie mit ihrem zweijährigen Kinde lag. Beide e r st i ck t e n. Der Grund der Thal dürste in ehelichem Unfrieden zu suchen sein.
Berlin, 11. Juli. Tie „Union Cycliste Internationale" veranstaltete gestern abend anläßlich des augenblicklich in Friedenau stattfindenden Wel t rn e iste r s chaf t s Radrennens ein Festmahl, aus welchem anknüpfcnd an die Stiftung eines Ehrenpreises durchs Kaiser Wilhelm seitens des Präsidenten Emil de Beukelaer ein Telegramm an den Kaiser gesandt wurde, das lautet: Namens der „Union Cycliste Internationale" danke ich herzlichst für das Jntereffe, das Euer Majestät dem Radsport und der Internationalen Union bezeugt haben.
Brünn, 11. Juli. Der Landtag nahm mit den Stimmen der Tschechen und Großgrundbesitzer gegen die Stimmen der Linken einen Antrag aus Errichtung zweier tschechischer Oberrealschulen an. Sodann wurde die Tagung geschlossen.
P. Euxinograd, 11. Juli. Großfürst Alexander Mich«aelo witsch hob beim Empfang der bulgarischen Ministep in einer Ansprache hervor: Er sei nicht gekommen, um Politik zu machen. Er fühle fich unter den Bulgaren ganz zu Hause. Der Fürst dankte dem Kaiser von Rußland telegraphisch für den Besuch des Grvßisürsten. Ebenso sandte der Ministerrat dem russischen Minister des Auswärtigen^ Grasen Lambsdorff, ein Telegramm, das besagt, daß der Besuch des GrvMrsten die zwischen Rußland und Bulgarien bestehenden Bande sestige.
Bekanntmachung.
Die Pachtgelder von Triebvierteln und anderen städtischen Grundstücken pro 1901 sind innerhalb 8 Tagen bei Meldung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkaffe zu be- zahlen.
Zahltage: Täglich vormittags.
Gießen, den 11. Juli 1901.
Der Stadtrechner:
4870 Doevfer.
Verdingung von Bauarbeiten.
Die nachstehend verzeichneten Arbeiten und Lieferungen zum Neubau eines neuen Sparkaffengebäudes sollen verdungen werden.
1. Die Beschlagarbeiten,
2. „ Kunstschlofferarbeiten,
8. „ Blitzableiteranlage.
Verdingungsunterlagen, Zeichnungen und Bedingungen können auf dem Bureau des Architekten Gust. Hamann, Bergstraße 11, eingesehen werden. Preisangebote sind daselbst gegen Erstattung der Kopialgebühren erhältlich.
Angebote find bis zum 18. dS. Mts., abends 6 Uhr, auf dem Bureau der Spar, und Leihkaffe, Gartenstraße 1J, in verschloßenem Kouvert mit entsprechender Aufschrift ver- sehen, einzureichen.
Gießen, den 11. Juli 1901.
Spar- und Leihrasse Gießen.
4869 ____________ Wiener.
Vergebung
von Kmwrbeiten.
Die zur äußeren Herstellung des Anatomiegebäudes zu Gießen erforderliche Weißbinder-, Spengler-, Dachdecker- «ud Schreiuerarbeit soll auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden.
Die bezüglichen Unterlagen liegen in unserem Amtslokale zur Einsicht offen.
Angebote sind bis längstens
Montag den 22. d. M., vor- mittags 10 Uhr, mit ent. sprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzusenden.
Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Juli 1901.
Großh. Hochbauamt _______Neuling. 4865 Stöbt Schlachthaus.
Arriba«-. 4839 Heute und morgen: Wellfleisch 50 Kfz.
Vermögens - Bilanz
Pro 31. Dezember 1900.
Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1899 172
Während 1900 gingen zu.....* . 18
190
Aktiva. Jt H Kaffenvorrat 6207,81
Vorschüsse 110635,99
Hypotheken 86391,55
Laufende Rechnungen 975,99 Kaufschillinge 8137,10
Wertpapiere 12681,82
Zinsenreste und
Stückzinsen 6820,61
AusftehendeGerichts-
kosten 4,15
Mobilien 140,—
Passiva. JL H Geschäftsguthaben 10021,13 Reservefonds 10955,43
Kapitaleinlagen 208592,20 Laufende Rechnungen 267,42 Rückständiges Güter
kaufgeld 91,11
Reingewinn 2067,78
Sa. der Aktiva 231995,02
Sa. der Passiva 231995,02
m n w ab..... 5
Daher Stand der Mtglieder Ende 1900 185
Die Rechnung liegt acht Tage lang zur Einsicht beim Rechner Wilhelm Schwalb II. offen.
Daubringen, den 9. Juli 1901. 4854
Spar- und Vorschußverein zu Daubringen
Eingetr. Genossensch. mit unbeschr. Haftpflicht.
Wilhelm Klöach, Direktor. Wilhelm Schwatv II., Rechner.
Einladung.
Die Mitglieder des Spar- und Vorschußoereins zu Daubringen, e. G. m. u. H., werden hiermit auf Sonntag den 21. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, zu einer
Generalversammlung
bei Wirt Albach freundlichst eingeladen.
Tagesordnung: Abhör der Rechnung pro 1900.
Wahl eines Kontrolleurs und zweier Aufsichts. ratsmitglieder.
Verschiedenes. Der Vorstand.
Rosbacher UA
ist das beste Tafelwaffer — zur Vermischung mit Wein vorzügl. geeignet. Reinschmeckend und gut bekömmlich.
Vor, Aerzteu besten- empfohlen.
Niederlage bei 4857
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