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12.7.1901 Zweites Blatt
 
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«r. 161 Zweites Blatt.

161. Jahrgang.

Freitag 12. Juli 1901

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General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Praktische Wohlthätigkeit.

Wolffs Bureau bringt heute folgende Meldung aus Newyork vom 10. Juli:

DemNewyork Herald" wird gemeldet, Carnegie habe kürzlich einem Mitglied der Newyorker Handels­kammer, das ihn in Schottland besuchte, erklärt, er ge­denke noch 56 Millionen Pfund Ster ling ge­meinnützigen Zwecken zu widmen.

56 Mill. Pfd. Sterl., das sind etwa 1220 Mill. Mark! Carnegie ist der große amerikanische Fabrikant, der 1845 als armer Weber aus seiner schotttschen Heimat nach Amerika auswanderte, wo er durch Spekulationen mit Schlafwagen ein Vermögen erwarb, das ihn in den Stand setzte, Eisen- und Stahlwalzwerke zu errichten, die sich von Jahr zu Jahr erweiterten und jetzt die größten der Welt sind. Seine unermeßlichen Einnahmen sind längst Tausenden von Arbeitern und vielen Instituten in Schott­land und Amerika zu gute gekommen. Er gründete z. B. Bibliotheken mit 40 000 Dollars zu Dunfermili mit 500 000 Dollars zu Pittsburgh, mit 250 000 Dollars zu Edinburgh.

Derartige kolossale Schenkungen reicher Amerikaner zu wohlthätigen und wissenschaftlichen Zwecken kommen recht häuftg vor. So hat John D. Rockeseller, der reichste Ätann Amerikas, kürzlich 3OOOOO Doll, zur Errichtung eines Instituts gestiftet, das der Erforschung der Ur- sach en der Kinderkrankheiten gewidmet sein soll. Der Tod seines Enkels Jack hat den Milliardär dazu ver­anlaßt. Ter kleine Jack erkrankte an Fieber. Rockeseller war sehr bestürzt, denn er liebte das Kind abgöttisch. Ein Sonderzug brachte drei Aerzte aus Newyork auf den Land­sitz des Oelkönigs; nie zuvor war ein Train auf dieser Strecke mit einer solchen Schnelligkeit gefahren.Was fehlt dem Kind?" fragten Rockeseller und dessen Tochter Tie Symptome deuten auf typhöses Fieber", war die Ant­wort.Sicheres läßt sich aber noch nicht sagen, das wird erst in 24 Stunden möglich sein."Typhöses Fieber!" schrie Mr. Rockeseller.Wie kommt mein Enkel zu ty­phösem Fieber, das ist doch eine Krankheit der Armut, des Elends!" Die Aerzte klärten ihn darüber auf, daß das Fieber auch vor den Bettchen der Kinder reicher Eltern nicht Halt mache. Aber über die Entstehung der Krankheit tonnten sie ihm natürlich keinen Aufschluß geben.Warum wissen Sie nichts darüber?" fragte Rockeseller weiter.Die Wissenschaft hat schon viel erforscht", erklärten ihm die Aerzte,es bleibt chr aber noch viel mehr zu ergründen übrig."Unterdessen geht aber mein Enkel zu Grunde", meinte Rockfeller und zog sich zurück. Am nächsten Tage tonnten die Aerzte erklären, daß der kleine Jack von Scharlach befallen sei, retten konnten sie aber das Kind nicht. Ter Tod seines Enkels verdüsterte Rockefellers Ge­müt, und in der weichen Stimmung faßte er den Ge­danken, Männern der Wissenschaft die Gelegenheit zu geben, durch Studien und Forschiungen die Ursachen und das Wesen der Kinderkrankheiten zu ergründen. Im Herbst soll das Institut, für das er hervorragende Gelehrte gewann, seine Thätigkeit beginnen.

Nicht allein der Umfang der Zuwendungen amerika­nischer Krösusse zu Gunsten der Allgemeinheit ruft unsere Bewunderung hervor, sondern auch die praktische Art, wie der Amerikaner giebt. Bei uns in Deutschland wird auch manches gestiftet von Personen, die sich! darüber klar sind, daß nicht nur derAdel", daß auch der Reichtum, der Besitz verpflichtet. Es geschieht viel für fromme und für wohlthätige Zwecke; erheblich weniger hat man für die Wissenschaft übrig, und ganz selten wird die Kunst bedachst Der Amerikaner ist auftichtig stolz auf die Wissenschaft; er weiß es lebhaft zu schätzen, daß die Wissenschaft an dem Fortschritt auf allen Gebieten bedeutenden Anteil hat, daß die Bildung eine starke Waffe gewährt im Kampf ums Dasein, daß die Forschungen der Wissenschaft der Technik zu Hilfe kommen, dem erfinderischen Geist die Wege bahnen, zum Nutzen von Industrie, Handel und Ge­werbe. Ebenso denkt der Amerikaner über die Kunst. Er fördert z. B. das "Theater, wo und wie er irgend kann! Theaterbauten in mittleren und kleinen Städten, aus der Tasche eines einzigen reichen Bewohners des Ortes be­zahlt,gehören zu den Alltäglichkeiten!! Ter Amerikaner fördert mit freigebigen Händen die künstlerische Produktion, wo immer, sie sich regt Ter bequeme Setz, daß das wahre Talent sich durchringt, findet bei dem Amerikaner keinen Anklang. Ta ist er wieder der praktische Mann, der Ver­ständnis dafür hat, daß der Künstler zunächst einmal zu leben haben, und daß man ihm die Mittel dazu gewähren muß, bis er die Anerkennung der Oeffentlichkeit gefunden hat und auf eigenen Füßen zu stehen vermag.

In den Ver. Staaten fördern viele begüterte Häuser auf diese Weise, still und unauffällig, junge Leute von be­sonderer Befähigung. Nicht mit einem gelegentlichen Akt der Großmut und Freigebigkeit, sondern andauernd, systematisch Ein schöner, nobler Zug, den man mit Ueberraschung wahrnimmt anGeldmenschen", die im ge­schäftlichen Leben so scharf und mitunter skrupellos auf ehren Vorteil bedacht sind. Es werden in den Hausstand amerikanischer Familien begabte, junge Leute ausgenommen und wie Söhne des Hauses gehalten, mit alledem um­geben, was sie zur Ausbildung ihrer Talente brauchen. Ein Amerikaner spracht sich hierüber etwa folgendermaßen aus:

Wenn ich! gebe, so thue ich es lieber mit der warmen als mit der kalten Hand, bei Lebzeiten, wo ich mich an den Resultaten freuen kann. Diese paar tausend Dollars, die ich! so für meinen Haushalt im Jahre mehr aufwende, schmerzen mich nicht, verkürzen nicht das, was ich meiner Familie zu bieten im stände bin. Und es ist durchaus nicht dasselbe, wollte ich etwa einem jungen Manne, in dem etwas steckt und der mein Interesse erregt, eine

Subvention zur Verfügung stellen. Das gerade ist der Sporn für ihn, daß er unter meinen Augen, in steter Verbindung mit einem Manne der Praxis, sich weiter bildet und von einem gewissen Gefühl der Verantwortung geleitet wird. Und wenn man will, mag auch etwas Egoismus auf meiner Seite darin gefunden werden. Wir Hausgenossen profitieren von dem Befähigten, wir nehmen teil, der Eine mehr, der Andere weniger, an seiner wachsenden Erkenntnis; das Beispiel des Eifers und des Fleißes, das Streben nach Höherem wirkt vielfach günstig, anfeuernd, und diese Fülle von Anregungen ist ein Kapital, das man seinen Kindern mitgiebt . .

Ehedem war solche Aufnahme auch in Deutschland gern geübte Sitte; sie ist aber immer mehr im Schwinden Begriffen.

Tie praktische Art des Amerikaners, Wohlthätigkeit zu üben, tritt insbesondere darin zu Tage, daß er nichts halb thut. Hat er ein Ziel im Auge, so bewilligt er die Mittel so reichlich, daß auch der Zweck erreicht wird. In Deutschland liest man oft, daß menschenfreundliche und wohlhabende Leute testamentarisch Legate ausgesetzt haben für wohlthätige Zwecke. Da muß man sich denn manchmal sagen, daß die Absicht des Testators zwar edel und hoch anerkennenswert ist, daß aber die ausgesetzten Mittel auch! nicht entfernt genügen, den gewollten Zweck zu erfüllen. Es läßt sich ost mit dem Legat nichts Rechtes anfangen. Diejenigen, die mit der Ausführung des letzten Willens betraut sind, befinden sich mitunter in großer Ratlosig­keit, den Intentionen des Erblassers gerecht zu werden. Eine Summe zu einem minder großen Zweck bestimmt, würde für einen kleinen Kreis viel Gutes stiften können; für Viele bestimmt, von Vielen in Anspruch genommen, ver­zettelt sich das Geld, und gewährt keinem eine wirkliche Hilfe. Beispielsweise jemand stiftet ein Kapital von, sagen wir 100 000 Mark, aus dessen Zinsen Arbeitslose unter­stützt werden sollen. Was wollen die paar Tausend Mark ausrichten bei einem Heer von Arbeitslosen? Es kann dem einzelnen Hilfesuchenden nur eine einmalige, ganz minimale Gabe gereicht werden, und damit ist ihm nicht gedient. Etwas anderes dagegen wäre , es, wenn eine kleine Zahl unverschuldet der Stellenlosigkeit Anheimge­fallener solche Beihilfe empfinge, die sie in den Stand setzte, eine neue Existenz zu begründen. Die unzureichenden, allmosenartigen Unterstützungen sind nur zu oft geeignet, eine demoralisierende Wirkung auszuüben. Es giebt eine Menge kleiner, nützlicher Zwecke, die sich mit verhältnis­mäßig bescheidenen Mitteln erreichen lassen man denke an Frühstücksausteilung in den Volksschulen, an die Be­schaffung von Kleidungsstücken für arme Schüler usw.; wenn aber einmal für einen großen Zweck Stiftungen er­folgen, so sollten die ausgesetzten Mittel auch! vollständig ausreichen. Tas ist es, was man von den Amerikanern lernen kann: die praktische Art der Wohlthätigkeit.

Vernünftiger Weise beginnt man in Deutschland in mancher Gemeinde die Wohlthätigkeit zu organisieren, Zen­tralstellen zu errichten, an die der Hilfsbedürftige sich wenden kann. Man hat ferner die Beobachtung gemacht, daß es Schjmarotzer giebt, die sich eine umfassende Kenntnis von Stiftungen usw. verschafft haben, und dadurch, daß sie systematisch bald bei der einen, bald bei der anderen anklopfen und Unterstützungen empfangen, mittels der Ge­samtheit derselben ein bequemes Leben führen. Solchem Mißbrcntch wird durch gegenseitigen Austausch von Listen der Institute usw. am Besten gesteuert.

Politische Tagesschau.

Der preußische Eifenbahnminister Herr v. Thielen ist auf dem Wege, ein populärer Mann zu werden. Er macht sich jetzt auch um die Frauenbewegung verdient. Im Gebiet der preußischen Staatsbahnen sollen, so wird heute berichtet, weibliche Personen in den größeren Güterabfertig­ungsstellen bei der Anfertigung von Fracht-, Roll« und Schalterkarten, Avisen, bei der Führung von Nachnahmebüchern, Anfertigung von Monatsrechnungen, sowie zur Bedienung von Schreibmaschinen Verwendung finden. Das sind durchweg Beschäftigungen, in denen sich die auf den Erwerb ange wiesenen Damen zweifellos bewähren werden. Auch fordert diese Thätigkeit keine zu erheblichen Anstrengungen, umsomehr, als die Heranziehung zum Nachtdienst ausgeschlossen sein soll. Dagegen erscheinen die Gehaltssätze der neuen weib­lichen Beamten in Anbetracht der heutigen Lebensverhältnisse wohl noch aufbesserungsfähig. 720 Mk. im ersten, 780 Mk. im zweiten und 900 Mk. im dritten Jahre: ein alleinstehen­des Mädchen aus besserer Familie muß recht haushälterisch wirtschaften, um mit diesem Etat, besonders in teueren Gegenden, auszukommen. Aber es bleibt erfreulich, daß wieder ein Gebiet der Frauenarbeit erschloßen ist.

In unserer Nr. 159, 2. Blatt, berichteten wir über Skaudalszeuen im Pariser Gemeinderat. Heute liegen folgende ausführlichere Meldungen vor:

Am 8. d. M. flogen im Sitzungssaale Tintenfässer und Ohrfeigen herum. Die Tintenfässer hatte der An­tisemit Dubuc geschleudert, derselbe, der in den Tagen des Fort Chabrol das Gehirn eines Unterpräfekten verspritzen wollte. Sie trafen, wie es scheint, niemanden; dagegen saß eine Ohrfeige fest, die der Sozialist Colly dem Nationalisten Evain zudachte. Stadtrat Evain rief:Diese Schweine beschimpfen unsere Staatsfahne!" Labusquiore sprang auf ihn zu und rief:Meinen Sie mich?"Nein!" erwiderte Evain.Bin ich das Schwein?" schrie ihn Colly an. Wenn Sie wollen," war Evains Antwort. Der Satz war

noch nicht beendet, als Evain bereits von Colly ein paar so wuchtiger Ohrfeigen empfangen hatte, daß er sich überschlug. Die Gallerien jauchzten Colly zu. Der Vorsitzende Dausset verfügte ihre Räumung. Im Saal wurde inzwischen wild gerauft uud es dauerte lange, ehe die Ordnung her- gefteDt war.

Engländer und Buren.

lieber die gegenwärtige Kriegslage enthält ein Kap- städter Bries eines gebildeten, absolut verläßlichen Deut­schen an die Deutsche Buren-Zentrale in München folgende interessante Schilderung:

Sie verlangen einen Bericht über diederzeitige Kriegslage". Es ist schwer, einen solchen zu geben; der Zensor läßt hier in Kapstadt nur solche Nächst:ichten ver­öffentlichen, die englische Siege berichten. Wir hier aber wissen zur Genüge, wie es mit diesen englischen Siegen bestellt ist. In der Kapkvlonie selbst führen auf feiten der Buren die Operationen: im Weshen Kommandant Frone-, mann, in den Mittellandprovinzeu und im Osten der Ko­lonie: die Kommandanten Scheepers, Fouche, Lotter, Van Reenen, Lategan, Malan, Kritzinger. Alle diese Komman­danten sind tapfere, unerschrockene Reiterführer. In all den Distrikten, in denen Burenkommandos erscheinen, müssen alle Vorräte schleunigst abgegeben werden, damit die Buren nichts vorfinden sollen. In einigen Bezirken, so z. B. in dem Bezirk Willowmore, untersagen die Kom­mandanten den Farmern die Bebauung der Felder, den meisten Farmern sind außerdem fast alle Pferde fortge­nommen. Cs ist wirklich wunderbar, zu sehen, wie trotz dieser Schwierigkeiten und trotz der ungeheuren Massen, die gegen sie aufgeboten sind, die Buren sich in der Kolonie halten können. Ob die Kolonie selbst sich auf­raffen wird, um ihren Brüdern beizustehen, ist schwer zu sagen. Welchen Plan Chr. de Wet dabei hat, daß jetzt Kritzinger, Lotter und andere in die Kapkolonie von neuem hereingebrochen sind, ist noch! nicht zu ersehen. Ob doch vielleicht noch eine sofortige Erhebung der Kolonie von Chr. de Wet erhofft und geplant wird? Man weiß über­haupt nicht einmal, wo dieser herrliche Mann und Held jetzt ist. Die Engländer haben völlig seine und Steijns Spur verloren. Es ist ergötzlich, in welch dummer Weise die hiesigen Jingoblätter sich in Vermutungen erschöpfen. Zu seiner Zeit wird der Löwe gewiß wieder sein Gebrüll erdröhnen lassen. Auch im Freistaate wird täglich gekämpft. Ein Deutscher, den ich hier im Gefangenen-Camp kennen gelernt hatte, und der, weil er nicht mitgekämpft hatte, wieder zur Untersuchung nach Bloemfontein zurückgesandt war, wo er noch vier Tage gefangen gehalten und dann aber freigelassen wurde, berichtete mir gestern, daß sogar in unmittelbarer 9Uthe Bloemfonteins noch gekämpft würde. Was in Transvaal vorgeht, ist ein Rätsel. Taß Botha und de la Rey, beide ausgezeichnete Führer und die Stimmführer ihres Volkes, sich nie freiwillig ergeben wer­den, ist klar. De la Rey wird viel zu viel unterschätzt, er ist einer der ersten und tüchtigsten Freistaatshelden. Wenn man auch nicht viel auf die tausendmaltausend umher­schwirrenden Gerüchte geben darf, das steht doch wohl fest, daß French, der bei Nacht und Nebel, ohne daß ein Hahn darum krähte, nach hier kam und von hier fortging, und Smith Dorien gefangen waren, ebenso der Affe und Maul­held Baden Powell, der jetzt plötzlich schwer krank sein soll und nach England abgeschoben wird. Tie Engländer müssen einfach entsetzliche Verluste erleiden, denn seit Monaten verstummt die Werbetrommel nicht, und täglich erscheinen Aufforderungen und Maueranschläge an alle jungen Leute, in eines der vielen genannten Regimenter! einzutreten. Natürlich finden sich noch immer Lumpen genug, die den Anforderungen Folge leisten. Gott sei'A geklagt, darunter befinden fick auch Deutsche, die sich nicht schämen, gegen ihre Brüder zu Felde zu ziehen. In Trans­vaal haben Kämpfe stattgefunden, die an die Tage der Nibelungen erinnern. Ich hörte gestern, daß Kitchener gefangen sein sollte die Nachricht ist aber zu gut man kann sie nicht glauben. Worüber ich mich verwundere, und das ich nicht verstehen kann, ist der Umstand, daß in letzter Zeit eine Reihe Kriegsgefangener nach Trans­vaal zurückgeschickt sind. Tie Optimisten unter uns sagen: Tas ist der Preis der Loslassung für Kitchener die Pessi-. misten aber geben dieser Sache eine böse Deutung. Wenn ich alles in Betracht ziehe und wenn ich vor allem den heldenmäßigen Mut dieses armen Burenvolkes au schaue, so spreche ich mit den Hauptführern der kapkolonialen Buren die gewisse Hoffnung aus: Ein solches Volk kann nicht, darf nicht untergehen. Jcb erhielt heute morgen einen Brief einer Frau Johanna Neethling, deren Mann, Hennie Neethling, Christian de Wets Seoutsührer war und der bei de Aar den Tod erlitt, darin erzählt sie mir von den letzten Augenblicken ihres Ehemannes, wie sie ein englischer Far­mer, in dessen Hause der verwundete Bure starb, ihr be^ richtet hat. H. Neethling war tätlich am Kopfe verwundet, mit ihm sein Neffe Brinck. Zu diesem sagte er:Sage meiner Johanna, ich sterbe im Frieden mit Gott! Gott wird sie in seine Obhut und in seinen Schirm nehmen. Lebe wohl!" Darauf bat er, man möge fein Gesicht mit einem Taschentuchs verhüllen und als man nach einiger Zeit das Tuch hob, da war seine edle Seele schon ent­flohen! Mögen diese Schinder und Bluthunde nur immer­hin wüten und rasen, brennen und morden das Buren­volk wird nicht untergehen. Allerdings, was nach dem Kriege, falls er endlich doch! noch für die Buren einen günstigen Ausgang nimmt, zuerst werden soll, das Land ist verwüstet und geplündert in unerhörter Weise daH weiß Gott allein. Falls die Engländer siegen würden ja dann wäre es für immer mit den Buren vorbei. Darum! aber dürfen jene auch nicht fiegen und ich sage es noch