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Nr. 135 Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Mittwoch 12. Juni 1901
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Eine sonderbare Friedenstaube.
Ein Berliner Blatt, dem man Beziehungen zu höfischen Kreisen nachsagt, läßt eine sonderbare Friedenstaube in «estalt nachfolgenden Telegramms aus dem Haag auf- fflattern;
„Nachdem in den Beziehungen Deutschlands zu den beiden Mächten des Zweibundes in jüngster Zeit eine herzliche Intimität eingetreten ist, toie eine solche seit Jahrzehnten nicht zu verstehen war, werben die Früchte dieses freundschaftli<l>en Zusammengehens in allernächster Zeit in die Erscheinung treten. Die glänzenden Truppenrevuen und Potsdam wären wohl die äußere Veranlassung, aber nicht der innere Grund, welcher um dieselbe Stunde die jugendliche Königin Wilhelmina der Niederlande und den französischen General Bonnal an das Hoflager Kaiser Wilhelms geführt hat. So ist denn von Berlin aus in vollem Einverständnis mit den Mächten des Dreibundes und des Zweibundes, und wohl auch im Einklänge mit den persönlichen Wünschen des Königs Eduard selbst die Aktion ausgegangen, welche — weit entfernt, eine politische Spitze gegen England zu bedeuten — den heldenmütigen Buren, den wackeren Verteidigern ihrer heimischen Scholle, in baldiger Frist einen ehrenvollen Frieden und der englischen Armee die lang ersehnte Ruhe bringen dürfte."
Man wird vergebens den Sinn dieser orakelhaften Worte zu ergründen suchen. Allerdings ist, ja vor einigen Tagen ber ständige Ausschuß der internationalen Friedenskonferenz »uf Anrufung des Präsidenten Krüger im Haag zusammen- Kerteten. Es kann aber heute kein Zweifel mehr darüber herrschen, daß die Konferenz sich für unzuständig zur Intervention zwischen England und der Burenrepublik erklären fcnrb, weil England selbst bereits kundgethan hat, daß jede Intervention als einen Akt der Unfrennblichkeit Ansehen würde. ThatsäMich sind die Aussichten zu einem friedlichen Ausgleich des Burenkrieges heute schwächer als je. Die Buren stehen heute wie in den ersten Tagen des- Feldzuges vor nunmehr bald zwei Jahren auf dem Standpunkt, siegen oder sterben, Aufrechterhaltung der bisherigen Selbständigkeit, oder Untergang. Bei den Engländern ist von einem Zurückweichen natürlich Niich fpinn >)fff>r
dings würde die beiderseitige Sehnsucht nach Ruhe be- jgreiflich erscheinen, allerdings sind beide Teile derangiert. Andererseits ist bekannt, daß Chamberlain nicht nachlassen wird und daß König Eduard bei Uebernahme der Regierung erklärt hat, daß an der Politik in Südafrika nichts geändert werden soll. Es ist sonach zurzeit ausgeschlossen, daß ein alle Teile befriedigender Ausgleich gefunden wird.
Und nun die Frage: Wer soll intervenieren? Die Russen spielen den sich freuenden Dritten, sie wünschen nicht, mehr, als daß England noch recht lange in Südafrika festliegen möge, und denken gar nicht daran, zu «intervenieren. Von der deutschen Regierung ist ebenso Ivenig eine Intervention zu erwarten, und obendrein wird diese Behauptung von einer unterrichteten Seite durch die ,National-Ztg." als völlig grundlos bezeichnet. Ein Wunsch Englands nach Vermittelung sei bisher nicht laut geworden, und überdies würde Deutschland nur vermitteln, wenn beide Teile, also auch die Buren, darum ersuchten. Was das letztere anbetrifft, so muß berücksichtigt werten, daß der Nichtempfang des Präsidenten Krüger am Berliner Lose die leitenden Männer der Bureii nid# gerade er- Snmtern konnte: die Vermittelung Deutschlands nachzu- suchen. Tie Initiative müßte freilich von England aus- tzehen. Sobald also scheint das erlösende Wort leider nicht gesprochen zu werden.
China.
Tie in Ostasien zu Besatzungszwecken vorläufig zuruck- aelassenen Teile des Expeditionskorps werden in folgender Weise zusammengesetzt sein: 3 Infanterie-Regimenter zu 3 Bataillonen zu 3 Kompagnien mit je 110 Koniba tauten 1 Eskadron Jäger zu Pferde, 1 Feldarlillerie-Abteilung nut 3 Batterien, 1 Pionier-Kompagnie, 1 Train-Kompagnie, ^.le Gesamtstärke dieser Formationen an Kombattanten belauft sich auf rund 3600 Mann, von denen etwa 800 Momn - 2 Bataillone mit 1 Batterie - für Shanghai, der Rest für Petschili bestimmt sind. In letzterer Provinz wird die Hauptmasse der Truppen in Tientsin zusammengehalten werben, iväbrenb kleinere Detachements von je 1 Bataillon Peking, Mmgtsun, Langfang und Shanhaikwan besetztgalten. Zu Li aufgezählten Truppenteilen treten natürlich noch die entsprechenden Verpflegungs, Sanitäts- und sonstigen für die Versorgung der Truppe unentbehrlichen Organisationen, sodaß zu 9ber oben angegebenen Zahl von Kombattanten noch einige hundert Manu Nichtkombattanten hinzukommen. In die'9zurückbleibenden Truppenteile )ol en b;ejemgen Mannschaften versetzt iverden, die über Herbst 1901 hinaus zum Dienst in Ostasien verpflichtet auef) Truppenteilen werden daher die un Herbst Ur Entlassung kommenden Mannschaften der ubemnegenben Mehrzahl nach Pen bemnächsttgen Rücktransporten nach der Heimat an- 9e,C*9to™ ei)nem,'Sotb<itenbtief °us Shanghai-kuan vom 38 April ist Hauptmann Otto, früher Oberleutnant im 81 Jnf.-Regt. in Frankfurt a. M., bei einer vom^ Pferde gestürzt, unb hat eine schwer davongetragen Taburch ist sehr in Frage gestellt, ob AuptniMin Otto in ber Lage sein dürfte, seine Kompagnie .in die Heimat zurückzuführen.
Ter „Reichsanz." veröffentlicht eine Anzahl an Offiziere und Mannschaften des Ostasiatischen Expeditionskorps verliehenen Auszeichnungen. Darunter erhielten den Orden pour le Merite: Hauptmann Kremkow, die Schwerter zum Roten Adler-Orden 2. Klasse mit Eichenlaub und den Stern mit Eichenlaub und Schwertern: Generalleutnant von Lessel, die Schwerter zum Roten Adler-Orden 4. Klasse: Major von Mühlenfels, Hauptmann von der Hayde, den Roten Adlerorden 4. Klasse mit Schwertern: die Hauptleute von Normann, Nicolai, Crüger und Hagenberg.
Engländer «ud Buren.
General French wurde am 7. Juni in Middelburg (Kapkolonie) erwartet, um von dort aus die Bewegungen gegen die eingedrungenen Burenhaufen zu leiten. — Tie Gesandtschaft von Transvaal in Brüssel bestätigt, daß der allgegenwärtige De Wet den Befehl über die in der Kapkolonie stehenden Buren führe. Sein Aufenthaltsort ist den Engländern jedenfalls wieder einmal unbekannt. — Seit langer Zeit wird zum ersten Male wieder im Oranjestaat gefochten. Bei Jakwsdal hat am 4. Juni ein Gefecht stattgefunden. Ein anderes Burenkommando ist auch bei Philippolis aufgetaucht.
Dem „Daily Telegraph" wird u. a. von dem Kriegsschauplatz im östlichen Transvaal berichtet: „Botha hat 300 Mann bei sich, und die Burenregierung, die aus Schalk Burger, Lucas Meyer, Smuts unb Reitz, mit fünf Wagen und einem Kaplarren, besteht, hat sich wieder nach dem Wald und der tiefer liegenden Ebene von Piet Retief aewandt. Tic Truppen der Generäle Walter Kit- chener und Plumer und einige andere Abteilungen treiben den Feind noch immer nach Osten zu, sie machen Gefangene und viele ergeben sich. Es ist merkwürdig zu sehen, welchen Unterschied die Buren zwischen denen machen, die gefangen genommen worden sind unb benen, bie sich ergeben haben; sogar die Frauen in den Lagern machen biesen Unterschied, unb beide Parteien reden nicht miteinander. Tas Wetter auf der Hochebene ist bisher bitterlich kalt gewesen. Am 1. Juni wehte ein entsetzlicher Sturm bei einer geradezu arktischen Kälte. Tas Wetter.ist jetzt der deren Vieh sehr leidet. Tas Lager in Miobelvurg enthalt gegenwärtig ungefähr 8000 Gefangene.
Frau Bothas Ankunft in London unb ihre bevor ftetjenbe Reise nach Holland zu Krüger entfesselt eine ganze Wolke von Gerüchten, Vermutungen und Behauptungen über den mutmaßlichen Zweck und die Folgen der in Holland erwarteten Besprechungen. Tas einzige, was von den teilweise sehr umständlichen Angaben in den weniger zuverlässigen Blättern glaubwürdig erscheint, ist, daß Frau Botha allen Versuchen von Reportern und sonstigen Privat- perfonen, sie auszuforscljen, äußerste Zurückhaltung entgegengesetzt hat. Tie Leute der kühnen Vermutungen erklären natürlich zuversichtlich, daß eine der Bedingungen Kitcheners für die Zustimmung zur Reise die ausdrückliche Verpflichtung gewesen sei, keine Mitteilung oder Einwirkung durch die Presse zu versuchen. In ähnlicher Weise werden halbe Spalten mehr oder weniger gut erdachter Behauptungen zufammengestellt, die je nach der Parteifarbe der Blätter sehr verschieden ausfallen, aber durchweg in die thörichte Erwartung auslaufen, daß eine größere Waffenstreckung nahe bevorstehe. Ter „Daily Mail" zufolge verlautet in Brüssel, daß Frau Botha am 12. ds. den Präsidenten Krüger besuchen werde. Dasselbe Blatt behauptet, daß Fran Botha sich in Gespräcyen auf der Ueberfahrt nach Europa voller Bewunderung über Lord Kitchener ausgesprochen habe und ihn einen gerechten, edlen und gütigen Mann genannt habe, dessen Versprechen nie gebrochen worden seien. Das Gegenteil wäre jedenfalls recht unklug von Frau Botha gewesen. Mit Speck fängt man Mäuse! Ob aber die Tarne ihre wahre Ansicht ausgesprochen hat, weiß man nicht. Ter mit Frau Botha in London eingetroffene Oranjebur Fischer erklärte auf der Reise nach Europa dem Vertreter von Freemans Journal, Frau Botha unternehme die Reise in erster Linie ihrer Gesundheit wegen, sie werde jedoch, wo immer sie Einfluß ausüben könne, mit Zustimmung Lord Kitcheners ihr äußerstes thun, um den Stand ber Tinge zu bessern unb bie Lage ihres Laubes milder zu gestalten. Sie hanble burchaus auf eigene Verantwortung, doch werbe wahrscheinlich, wenn Präsident Krüger ihren Vorstellungen nicht nachgebe, ein beträchtlicher Teil der kämpfenden Buren selbstänbig hanbeln unb bie Feindseligkeiten einstellen.
Eine Depesche Lord Kitcheners behauptet, die Zahl der Buren, welche im letzten Monat getötet und gefangen genommen wurden ober sich ergeben hatten, beträgt 2640. Vom 1. Juni bis zum 9. Juni wurden 26 Buren getötet, 4 verwundet und 409 gefangen genommen. Es ergaben sich ferner 33 Buren unb außerbem würben 651 Gewehre, 115 500 Patronen, 120 Wagen unb 4000 Pferde erbeutet.
Präsibent Krüger ist am Montag in Begleitung des Tr. Leybs aus Hilversum im Haag eingetroffen, unb hat in der Wohnung des Bnrenbelegierten Wolmarans mit diesem konferiert. Krüger beabsichtigt, einige Tage in Scheveningen zu verweilen.
Telegramm des Gießener Anzeigers.
London, 11. Juni. „Standard" meldet aus Turban, es seien wichtige Verhau dl ungen zwischen den Burenführ ern und Kitchener im Gange. Dem
dortigen niederländischen Konsul sei von Kitchener ermöglicht, sich mit General Smuts und den Privatsekrelären Bothas und De Wet zu besprechen. Ter Telegraph sei ihnen zur Verfügung gestellt, um offen mit Kruger verkehren zu können. Die Burenführer seien jetzt in Standerton und warten die Antwort Krügers ab.
Politische Tagesschau.
Ter Börsenausschuß, ber über Milderungen des Börsengesetzes beraten soll, tritt heute (Dienstag) im Reichsamt des Innern zusammen. Tie Regierung ist nur für solche Aenderungen, bie das Börsenregister für Zeitgeschäfte, das Verbot des Terminhandels in Bergwerks und Jndustriepapieren sowie des Getreideterminhandels unberührt lassen. Die vorgescylagenen Abänderungen beschränken sich im wesentlichen darauf, den vielfach mit dem sogenannten Spieleinwanb von verunglückten Spekulanten getriebenen Mißbrauch einzuschränken. So soll der in das Börsenregister nicht Eingetragene sich auf die Nichteintragung nicht berufen können, falls er in das Handelsregister eingetragen ist. Ferner kann das Anerkenntnis einer Schuld aus Termingeschäften nur innerhalb sechs Monaten widerrufen werden. Wenn in Eingaben än den Börsenausschuß und an die Regierung aus Börse,linter- essentenkreisen „ganze Arbeit" verlangt wird, b. h. bie Beseitigung ber Terminhanbel-Verbote, bes Börsenregisters unb die Abänderung des Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, ber Lieferungsverträge auf Waren oder Effekten in ber Absicht ber Ausnutzung einer Tifferenz als (nicht klagbares) Spiel kennzeichnet, so müssen alle biese For- berungen als ziemlich aussichtslos gelten. Nicht allein, baß bie Regierung solche cinschneidenbe Revisionen bes Börsengesetzes verwirft, ist gar nicht daran zu denken, daß sich im Reichstage eine Mehrheit dafür finden würde. Es ist immerhin schon als ein Gewinn für die Börse zu betrachten, daß bie Erhebung bes Spieleinwanbes einigermaßen wenigstens erschwert wirb. Ta sich bas Publikum erfreulicherweise von spekulativen Geschäften an ber Börse mehr unb mehr zurücktteht, wozu bie mancherlei unliebsamen Enttäuschungen die Veranlassung gaben, so hätten ist bie Beobachtung zu maajen, baß sich bas Publikum wieber ben Anlagewerten zuwenbet, unb es würbe biese Entwickelung ungünftig beeinflussen, wollte man jetzt die Tämme niederlegen , bie das Börsengesetz dem Börsenspiel von Nichtkaufleuten und nicht oder nur in geringem Grade Sachverständigen gezogen hat.
Ein in der kürzlich erwähnten Kölner Versammlung, des Bundes der Landwirte vom Abg. Biesenbach angelegener Briefwechsel zwischen dem Freiherrn, v. Plettenberg unb bem Freiherrn v. Schor lern e r - A l st, hat solgenben Wortlaut:
Haus Mehrum bei Voerde über Wesel, 29. Okt. 1881. Sehr geehrter Herr v. Schorlemer!
Gestatten Sie, daß ich unbekannterweise Ihnen einen offenen Vorschlag betreffs der Reichstagswahl im Wahlkreise Duisburg-Mülheim mache. Tas Wahlresultat vom 27. d. M. ist pptr. für Sie 7464, für unseren konservativen Kandidaten Geheimrat Bosse 4328, für den nationalliberalen Tr. Hammacher 6244, für den fortschrittlichen v. Eicken 1543 Stimmen Also Stichwahl zwisckjen Ihnen und Hammacher, Entscheidung bei uns, den Konservativen. Wollen Sie, geehrter Herr, mir die Versicherung geben, daß Sie — wenn Sie in der Stichwahl gewählt werden — nicht an- nehrnen unb daß bei ber bann folgenben Neuwahl Ihre Partei für ben konservativen ftanbibaten Bosse stimmen wirb, so würbe ich suchen, Ihre Wahl in ber Stichwahl burchzusetzen. Wir würben bann ben gemeinsamen Gegner: — die Liberalen — im hiesigen Wahlkreise zum erstenmal seit langer Zeit schlagen. Ihnen definitiv zum Siege ver^ Helsen können wir nicht; Sie iverden das zu würdigeni wissen. Aber der Sieg des konservativen Kandidaten roäric immerhin ein relativer Erfolg auch für Ihre Partei. Steht doch auf unser beider Fahne obenan: Pflege christlicher Gesinnung und christlickjen Lebens. Darf ich um eine ebenso offene Aussprache bitten wie diese Anfrage? Ihre persönliche Erklärung — wenn Sie meinem Vorschläge zu- jtimmen — ist selbstverständlich für mich genügend, umbann Ihre Wahl bei ber Stichwahl zu betreiben.
Mit vorzüglicher Hochachtung, sehr geehrter eHrr, Ihr sehr ergebener
Frhr. v. Plettenberg-Mehrum. 8>ochwohlgeborener Herr Freiherr!
Als ich gestern Ew. Hochwohlgeboren Schreiben erhielt, glaubte ich bei erster Turchlesung, daß Sie sich einen kleinen Scherz madjen wollten. Bei der jedoch zuletzt sich aufdrängendeu Erkenntnis, daß Sie, geehrter Herr, Ihren Vorschlag wirklich ernst gemeint haben, ist es meine Pflicht, Ihnen eine ernste, unb, wie ich benfe, auch offene Antwort zu geben. Ein solcher Vorschlag, wie Ew. Hochwohlgeboren mir ihn machen, kam mir von einem Standes- genossen unb westfälischen Landsmann überraschenb. Wollen Sie Ihren Plan für bie Stichwahl vor ben Wählern geheim halten ober Ihnen denselben bekannt geben ? Im ersten Falle werden dieselben an ber Nase herumgeführt, mt letzteren würben — wie ich nocy von Ihren Parteigenosten voraussehen möchte — dieselben für ein solches Manöver sich bebauten. Von meinen Parteigenossen kann ich ^ynen


