Ausgabe 
12.4.1901 Erstes Blatt
 
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Zimmermann aus Darmstadt zum Oberlehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu WovmS, den Lehramts- assessor Ludwig Reeb aus Friedrichsdorf zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen und den Lehramtsassessor Dr. Ludwig Wagner aus Darmstadt zum Oberlehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms ernannt. Der Groß Herzog hat den Staats­anwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Ludwig Krug zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Büdingen Dr. Julius Friedrich zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen, den Amtsrichter bei dem AmtSgerichter Gerns­heim Friedrich Schulz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bad Nauheim, den Gerichtsassessor Oskar B ö r ck e l aus Mainz zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht in Mainz, den Gerichts­assessor Heinrich Schneider aus Worms zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alzey, den Gerichtsassessor Dr. Anton Bopp aus Mannheim zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bingen und den Gerichtsassessor Philipp Bon Hard aus Mainz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht WormS ernannt. Ferner hat der Groß Herzog den Notar mit dem Amtssitz in Gau-AlgeSheim Dr. Johann Reinhardt zum Notar mit dem Amtssitz in Mainz als Nachfolger deS Notars Dr. Philipp Schmitt daselbst und den Ministerialregistrator bei den Ministerien des Innern und der Justiz Wilhelm Schilling zum Ministerialregistrator und Vorstand der Registratur bei dem Ministerium der Justz ernannt. Der Großherzog hat den Notar mit dem Amtssitz in Alzey Gustav Jost auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Mai 1901 seines Dienstes entlassen.

Gemalde Ausstelluug. Wie bereit- kurz erwähnt, findet gegenwärtig im Turmhaus ein größerer Wechsel der Gemälde statt. Unter den nahezu 70 auszustellenden Bildern befindet sich wieder eine Kollektion sehr interessanter Gemälde von dem Münchener Maler H. Rüdisühli (dem bekanntesten Schüler BöcklinS. D. Red.), worauf wir unsere Kunstfreunde schon heute aufmerksam machen können.

**Die neuen Kartenbriefe der Reichspost wer­den schon in verschiedenen Postämtern verausgabt. Sie sind nur doppelteilig, und damit gleichen sie den Karten­briefen aller anderen Länder. Tas Papier ist hellblau wie das der 2 Pfennig-Postkarten. Uebrigens ist die längst erwünschte Einführung von 5 Pfennig-Kartenbriefen für den Ortsverkehr noch immer nicht erfolgt, und doch könnte damit der heute noch geringe Absatz sehr erhöht werden.

** Darmstadt, 10. April. In der Kirche zu Jugen­heim wurde gestern vormittag Prinzessin Alice von Battenberg (geb. 25. Februar 1885), die älteste Tochter des Prinzen Ludwig und der Prinzessin Viktoria von Bat­tenberg, konfirmiert. Die Prinzessin war zu der feier­lichen Handlung durch den Pfarrer der deutschen Botschaft in London vorbereitet, sodann durch Pfarrer Mathes ge­prüft worden, der sie auch nach Ablegung des Glaubens­bekenntnisses einsegnete; sie nahm hierauf mit ihren hohen Eltern das heilige Abendmahl. Bei der Feier waren an­wesend der Großherzog, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen nebst den Prinzen-Söhnen, Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, der Graf und die Gräfin zu Erbach^Schönberg, der Prinz und die Prinzessin Franz Josef von Battenberg, Prinzessin Xenia von Mon­tenegro, sowie eine Anzahl geladener Gäste. Die Beteilig­ung der Gemeinde Jugenheim war so zahlreich, daß die festlich geschmückte Kirche die Anwesenden kaum zu fassen vermochte. Nach dem Gottesdienste fand auf Schloß Hei­ligenberg Familientafel statt.

** Darmstadt, 10. April. Der Großherzog empfing am 10. April u. a. den Major Mootz, Kommandeur des Landwehr-Bezirks Friedberg und den russischen Mi­nisterresidenten Fürsten Kudaschew.

Wiesbaden, 11. April. Von der Parkstraße her konnte man gestern eine kleine Szene beobachten, die durch die dabei beteiligten Persönlichkeiten interessant ist. Hofrat Ludwig Bar na y, der bekannte Bühnendarsteller und ftüherer Direk- tor des Berliner Theaters, kam in Begleitung eines Ehe­paares des Weges daher, als ein einfacher, aber vornehmer Herr mit weißem Bart ihnen entgegenkam. Der letztere be­grüßte Hofrat Barnay sehr herzlich, während das Ehepaar respektvoll bei Seite trat, bis sie nach einer Weile von Hof­rat Barnay herbeigerufen und dem älteren Herrn vorgestellt wurden, der sich sofort in ein längeres und sehr lebhaftes Gespräch mit ihnen einließ. Der ältere Herr war Minister v. Miquel, das vorgestellte Ehepaar aber war Professor Schaper aus Berlin und seine Gemahlin, eine'Tychter des verewigten Emil RitterShauS. Schaper, der berühmte Bildhauer, der Schöpfer des Goethe-Denkmals int Berliner Tiergarten, des Lessing-Denkmals in Hamburg, des Denk­mals des Großherzogs von Hessen in Darm­stadt und des vor wenigen Tagen in Anwesenheit des Kaisers enthüllten Denkmal- des Großen Kurfürsten, war nach Wies baden gekommen, um unsere Denkmäler zu besichtigen und die für das neu zu errichtende Gustav Frey tag-Denk­mal in Vorschlag gebrachten Plätze in Augenschein zu nehmen. Der hiesige geschäft-führende Ausschuß hat vorerst von einer Konkurrenz für daS Denkmal abgesehen, nachdem der Künstler sich bereit erklärt hatte, feine Kraft und sein Können in den Dienst der Aufgabe zu stellen.

Kleine Mitteilungen an! Hessen und bet Nachbarstaaten Dienstagnacht verschied plötzlich in M arburg der Gymnasial- direktor a. D. Geh.-Rat Buchenau. Lange Zeit wurden b CJ8k!ÜDmtCta^c8 "Hessischer Hof" in Butzbach und auch die Bevölkerung durch kleinere Brände, die stets recht- zeitig bemerkt und gelöscht wurden, in Schrecken und Auf­regung versetzt. Am zweiten Osterfeiertag wurde der Brand- fitster tn der Person der int House bed-ensteten Christine Friedrich auS Oberkleen auf frischer That ertappt. An- scheinend ist die betreffende geistig gestört, wofür auch andere Handlungsweisen und die Grundlosigkeit ihrer ganzen Ber- gehen sprechen. Die Volkszahl für den Stadtkreis Frank­furt a. M. ist unter Berücksichtigung der seit der letzten Volkszählung polizeilich gemeldeten Zu und Abwanderungen, sowie deS entsprechenden UeberschusseS der Geburien über die Sterbefälle am 1. April d. Js. mit rund 291500 an­

junehmen. Die Einweihung der neuhergestellten Stadtkirche ;u Friedberg ist für den Juni in Aussicht genommen.

Iwki!e Skllkralvtrsammlllllg der staatlichen Srtrnbshranhtn^lJr.

** Darmstadt, 8. April.

Tie staatliche B e t ri e b s kr a n k e n k a s s e für das Großherzogtum Hessen hielt jüngst, wie die N. Hess. Volksbl." melden, hier die zweite ordentliche Generalversammlung ab. Ter Vorsitzende Amtmann Dr. Stammler gab seiner Freude Ausdruck, daß die Er­richtung der Kasse trotz der Abneigung, der sie anfänglich an manchen Stellen begegnete, jetzt schon nach einjährigem Bestehen allgemein als zweckentsprechend und wohlthätig wirkend anerkannt werde. Er gab der Versammlung noch weiter von der am 1. April 1901 ins Leben getretenen Versorgungsanstalt für staatliche Arbeiter, welche von dem Vorstand der staatlichen Betriebskrankenkasse mitverwaltet wird, Kenntnis. Die anwesenden Vertreter der staatlichen Arbeiter begrüßten diese Miteilung mit lautem Beifall.

Hierauf wurde zu Punkt 1 der Tagesordnung: Ab­nahme der Rechnung pro 1900 geschritten. Nach Vorlage des Protokolls über die Revision der Rechnung wurde, da gegen diese nichts zu erinnern gefunden, dem Vorstand und dem Rechnungs- und Kasseführer einstimmig Entlastung erteilt. Bei dem nun folgenden Punkt 7 der Tagesordnung: Wahl eines Revisionsausschusses von drei Personen zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1901 wurden die beiden früheren Ausschußmitglieder Wilhelm Hofferberth und Otto Simon hier einstimmig wiedergewählt und an Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden Ludwig Baum hier Friedrich Kriegbaum einstimmig neugewählt.

Zu dem nun folgenden Punkt der Tagesordnung: Er­weiterung der Leistung von freier ärztlicher Behandlung, freier Arznei und sonstiger Heilmittel auf Kinder der Kassen­mitglieder, wurde beschlossen, um eine Beitragserhöhung zu vermeiden, die Einführung dieser Leistung vorerst be­ruhen zu lassen. Durch das Los schied Peter Hahn aus Leeheim als Beisitzer des Vorstandes und Wilhelm Edel­mann aus Beerfelden als Stellvertreter des Beisitzers aus, sie wurden einstimmig wiedergewählt. Sodann wurde der Versammlung noch Bericht über den Stand der Medizinal­kasse für staatliche Unterbeamte für das Rechnungsjahr 1900 gegeben. Diese gleichzeitig mit der staatlichen Betriebs­krankenkasse ins Leben gerufene Einrichtung sichert den bei­tretenden Beamten unter 2000 Mark Gehalt freie ärztliche Behandlung und freie Arznei für sich, ihre Ehefrauen und Kinder gegen Beiträge von 12 bis 24 Mark pro Jahr je nach der Kopfzahl der Familie.

Die staatliche Betriebskrankenkasse erzielte in 1900 einen Ueberschuß von 2826.43 Mark, wovon 1780.40 Mark dem Reservefonds gesetzlicher Vorschrift gemäß zugeführt werden mußten. Dieser Ueberschuß rührt hauptsächlich daher, daß die Kasse erst mit dem Beginn des Sommers ins Leben trat, sodaß die für den Gesundheitszustand un­günstigen drei ersten Monate des Jahres nicht in Betracht kommen.

Die Medizinalkasse schließt mit einem unbedeutenden Tefizit von 67.51 Mark ab, das aus der Staatskasse gedeckt wurde. Eine Erhöhung der Beiträge erscheint umsoweniger notwendig, als sich diese "Einrichtung noch in der Ent­wicklung befindet, und durch den Zuwachs neuer Mitglieder immer lebensfähiger wird. Tie Kasse zählt z. Z. 181 Mit­glieder mit ca. 670 Köpfen. Ueber die Hälfte aller Forst- warte und fast alle Dammwärter gehören der Kasse jetzt schon an.

Für die Kasse sind zur Zeit thätig 219 Kasseärzte, 24 Kassezahnärzte und 121 Kasseapotheken, deren Wirkungs­kreis sich auf 511 Orte des Groß Herzogi ums Hessen und der angrenzenden Länder erstreckt. Die Kasse arbeitet mit 217 Behörden und ca. 430 Kassestellen. |

Ter ursprünglich nur für das Finanzministerium er­richteten Kasse sind mehrere Behörden anderer Geschäfts­zweige bereits beigetreten.

Ein neuer

Elberfelder Militärbefreiungs-Prozetz.

Vor der zweiten Strafkammer des Elberfelder Kgl. Landgerichts begann am Mittwoch wiederum ein Militär­befreiungs-Prozeß, der in geradezu staunenerregendev Weise ein Bild entrollen dürfte, in welchem Umfange in dortiger Gegend dieFreimacherei", d. h. die Entziehung von der Militärdienstpflicht betrieben wird. Auf der An­klagebank erscheinen: 1) Rentner Herrn. Baumann-Elber­feld, 2) Witwe Therese Diockhoff-Clbcrfeld, 3) Kaufmann Karl Wilh. Tesche jun., Remscheid, 4) Kaufmann Karl Will). Tesche sen., Remscheid, 5) Fabrikant Heinrich Felde-Hasten bei Remscheid, 6) Fabrikant Richard Felde-Feld bei Rem­scheid, 7) Troguist Albert Garschagen jun., Recklinghausen, 8) Spezereiwarenhändler Albert Garschagen sen., Büchel bei Remscheid, 9) Kaufmann Ernst Emil Friedrich Schmidt-Del­stern, 10) dessen Mutter, Wittve Lisette Schmidt-Deistern, 11) Kaufmann Adolf Stöcker-Gräfrath, 12) Kommis Karl RudolfStöcker-Gräfrath, 13) Fabrikant Karl Wilhelm Stöcker- Gräfrath, 14) Handlungsgehilfe Otto Zimmermann-Ober- kenkhausen, 15) Feilenfabrikant Karl Robert Zimmermann- Wermelskirchen, 16) Handlungsgehilfe Paul Everts-Höhscheid, 17) Scheerenfabrikant Karl Everts-Höhscheid, 18) Handlungs­gehilfe Paul Weyersberg-Höhscheid, 19) Federmesser-Fabri­kant Gustav Weyersberg-Höhscheid, 20) Klempner Albert Stern-Essen, 21) Klempnermeister Meyer Stern-Essen, 22) Landwirt Karl Eickenscheidt-Kray, 23) Landwirt Johans Wilheltn Hußmann-Kray, 24) Bautechniker Franz Heinrich Kirchhoff-Rüttenscheid, 25) Kaufmann Alexander Wüster- Cronenberg, 26) Fabrikant Julius Wüster-Cronenberg, 27) Kluppenschmiedegehilfe Herm. Hufschmidt-Remscheid, 28) Werkzeugfabrikant Albert Hufschmidt-Remscheid, 29) Fuhr­unternehmer Karl Kremer-Bliedinghausen bei Remscheid, 30) Blechscheeren-Fabrikant Karl Schmidt-Menninghausen bei Remscheid, 31) Handlungsgehilfe Ernst Wester-Merscheidt bei Ohligs, 32) Kaufmann August Wester-Ohligs.

Der Hauptangeklagte Baumann soll das Geschäft des Freimachens schon seit vielen Jahren in großem Umfange betrieben haben. Bereits vor 30 Jahren gelangte sein Treiben zur Kenntnis der Behörden. Er wurde angeklagt: für die Freimacherei fanden sich aber damals zu wenig Anhaltspunkte. Es wurde daher angenommen, daß er einer Anzahl junger Leute nur vorgespiegelt habe: er könne lie vom Milidärdienst befreien, um Geld zu erhalten. Er umrde deshalb nm 14. Dezember 1872 von dem damaligen

Zuchtpolizeigericht wegen Betruges mit sechs Monaten Ge-s fängnis bestraft.

Baumann und die Tieckhoff haben mit Pillen operiert, um Herzklopfen heroorzurufen; sie haben Ohrenleiden durch eine eingeträufelte Mischung erzeugt, Bluthusten nach Genuß von Schweineblut mit Weinessig durch Brechpulver hervorgerufen. Sie haben durch Anlegung von Bruch­bändern Bruchleiden vorgetäuscht, ganz besonders aber sollen sie es verstanden haben, Militärärzte zu bestechen. Ja, es wird behauptet: die täuschenden Mittel wurden bloß angewandt, um schlimmsten Falls die bestochene,: Militärärzte 'zu decken. Von sogenannten Sanitätsunter' Offizieren, das heißt solchen, die bei der Aushebung den Militärärzten als Schreiber dienten, sollen sie, früher als die Militärärzte selbst, die Kommandos zu den Ersatz- und Ober-Ersatzgeschäften erfahren haben. Sie konnten sich daher rechtzeitig mit den betreffenden Aerzten in Ver­bindung setzen, ihre Kunden veranlassen, sich in den be­treffenden Bezirken zu stellen und sich durch irgend eine Bemerkung oder Zeichen den Aerzten kenntlich zu machen. Die besten Freunde Baumanns sollen der Oberstabsarzt erster Klasse Dr. Schimmel, früher in Magdeburg, später in Düsseldorf und der Generalarzt a. D. Dr. Lindemann gewesen sein. Aber noch eine ganze Reihe anderer Mi­litärärzte sollen Baumann und die Tieckhoff für ihre Zwecke gewonnen l)aben.

Tie Kaufleute E. W. Tesche jun. und sen., die Fabri­kanten Heinrich Felde jun. und sen., sämtlich aus Rem scheid; Drogist Albert Garschagen aus Recklinghausen, dessen Vater, Spezereiwarenhändler Albert Garschagen aus Rem­scheid sowie der Schmied Heinrich Hufschmidt aus Rem­scheid und dessen Vater, der Werkzeugfabrikant Albert Hufschmidt geben zu, mit dem angeklagten Baumann in Verbindung gestanden zu haben. Tie beiden Hufschmidts bekennen, ihm 2000 bezw. 3000 Mark bezahlt zu haben. Ferner bekennt Hufschmidt, von Baumann Pillen erhallen zu haben, wodurch die Gelbsucht künstlich erzeugt wurde. Baumann leugnet hartnäckig, die Zeugen zu kennen. Heute sind sämtliche Angeklagte vernommen worden. Morgen be­ginnt die Beweisaufnahme. Es sind 227 Sachverständige und Zeugen geladen.

Vermischtes.

* Hamburg, 10. April. Der auf der Ausreise nach Westindien begriffene DampferA u st r a l i a" der Ham- burg-Amerika-Linie traf am 5. Februar unweit Falmouth den finnischen D r e i m a st s ch o o u e rF y t t Y " in ge­fährlicher Nähe vor Felsenriffen und diesen zutreibend in vollständig manöverierunfähigem Zustande mit über Bord gegangenem Fo^rnast an. Trotz der sehr hoch gehenden See wurde von derAustralia" zur Rettung der Besatzung ein Boot klar gemacht, das von dem 2. Offizier geführt und mit Freiwilligen bemannt war. Es gelang, die aus acht Mann bestehende Besatzung des Schooners zu retten. - Der Kaiser hat in Anerkennung der tapferen Seemanns- that dem Führer des DampfersAustralia", Kapitän Kayser, und dem 2. Offizier, Damm, den Kronenorden 4. Klasse verliehen.

* Dresden, 10. April. In vergangener Nacht erschoß sich wegen eines Leidens der Oberjustizrat und Oberlandesgerichtsrat Trönkner in seiner Wohnung.

* München, 10. April. Bei der gestrigen Ent- gleisling des Regensburger Personenzuges in der Nähe der Station Rübleinshof erlitt der Leutnant im 2. Ulanenregiment Freiherr v. Leoprechting einen Bruch des rechten Fußknöchels und eine starke Kopfverletzung, der Sergeant Wiesner vom 6. Infanterieregiment einen Bruch des linken Unterschenkels, drei Damen, darunter die Frau der Regierrmgsdirektors Maier aus Regensburg, und ein Einjährig-Freiwilliger im 13. Infanterie-Regiment erlitten leichtere Verletzungen. Entgleist sind dreizehn Wagen, drei von ihnen sind umgestürzt. Tie Ursache der Entgleisung konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Die Schnell­züge werden über Amberg-Schwandorf geleitet. Ter übrige Personenverkehr wird durch Umsteigcn an der Unfallstelle aufrecht erhalten.

* Budapest, 7. April. Tas Resultat der Volks­zählung ergiebt für Budapest eine Seelenzahl von 703 448.

T i e künstlerische Hebung der Frauen- tracht war der Gegenstand eines Vortrages, den der Brüsseler Reformator der Innendekoration, Prof. Henri van de Veldte, der sich vor einigen Monaten zum dauern­den Aufenthalt in Berlin niedergelassen, in Berlin vor einer zahlreichen, aus Tanten der vornehmsten Gesellschaft zusammengesetzten Zuhörerschaft gehalten hat. van de Veldte hat sich für seine Theorie zur künstlerischen Hebung der Frauentracht ein eigenartiges System zurechtgelegt, dessen praktische Turchführung sich aber nur solche Frauen gestatten können, die Ueberfluß an Zeit und Geld be­sitzen. Er unterscheidet zwischen weiblick)er Haus-, Straßen- und Gesellschaftskleidung. Tas eigentliche Gebiet, auf dem die Frau ihrem künstlerischen Geschmack und ihrer künst­lerischen Phantasie freien Lauf lassen, wo sie von der Tyrannei der Mode sich freimachen und ihr eigenstes Ich auch in der Kleidung zur Geltung bringen kann, soll das Haus, das eigene Heim sein. Im Hause soll nach van de Veldtcs Ansicht die Frau in Bezug auf ihre Kleidung den allerausgedehntesten Selbstkultus treiben, soll unbekümmert um alle Vorschriften der Mode und des Herkömmlichen nur nach ihrem ureigensten Geschmack sich kleiden, nur das tragen, was ihrer besonderen Schönheit zusagt. Bestimmte praktische Fingerzeige in Bezug auf die künstlerische Ge­staltung der Frauentracht gab van de Veldte nicht, son­dern er deutete nur an, daß wie für Architektur und Ornamentik, so auch für die Kleidung enger Anschluß an den praktischen Zweck und sorgfältige Berücksichtigung der gegebenen Grundlagen oberstes Gesetz bleiben müsse. Sei das der Fall, dann werde die Zierform sich von selbst aus der Zweckform ergeben, und das für die Erkenntnis der eigenartigen Schönheit des einfach Zweckmäßigen bereits hinlänglich geschulte moderne Auge werde an dem natur­gemäßes! en Kleide das größte Wohlgefallen finden. Bon der Uebertragung der künstlerischen Reformbestrebungen auf das Straßen foftüm glaubt van de Veldte vorläufig ab­raten zu sollen, weil die wirklich vornehme Dame alles vermeiden muß, was geeignet sein könnte, sie auf der Straße auffällig zu machen. Aus der Straße soll des­halb die Frau sich der alle gleichmachenden Mode unter­werfen, da jedes Abweicben von der Mode als auffalllg empfunden würde. Dagegen bedarf nach Ansicht des Vor-

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Sörü-tttt-, 10. A, Len 6. unb hm to R WM M bw Tollet erschien, um ihren Anter ab Kuß. Fr!. E. lehnte banl bei erreichter Großjähr ihm den gebe. Es to dabei sitzende Zeuge B. reb, seine Genehmigung, das ( siegelt, Zeuge B. schlr sahen, wie ein erster Kuß nommtn warb. Frl. E, bi Zahlung bet 500 Thaler i reute bas Geschitst: Er ver sich öuherstensalls nur bereu eus bteser Grundlage keine -crtcht, unb zwar zugunsten f'.- beschwört, die Zusage der die vom $t!(agten eingeltg Mgibitg (3, GiiibStnaL-i ^renlscheidung öeMgt. T versprechen, sanbern als Setti ywblunj seitens btt Aaeri' H nicht bebürse. (( 1651! «che M-llung,bah ei ""stößt, womit bet alte 61 Wen' wenigsten« für btn Mt erlangt haben bürste, geht dir Cache leibet nicht füt das Wen im sonstigen

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