Darmstadt, 7. März. Jagdliebhaber auch aus weiteren Meisen wird es interessieren, daß sich am Freitag int hiesigen Hotel-Restaurant Merz eine Jägerei-Vereinigung unter dem Namen „Darmstädter Jagdgesellschaft" gebildet hat, welche es sich zur Ausgabe machen wird, sämtliche Jagden des vorderen Odenwaldes bis Neunkirchen usw. gemeinsam nach und nach an sich zu bringen, um durch jagdgerechte Behandlung entsprechende Schonung- usw. dem leider immer mehr Überhandnahmenden Ausrottungssystem entgegen zu arbeiten, damjt der früher so hübsche Wildstand unseres herrlichen Odenwaldes wieder auf die alte Höhe gebracht wird. Auch soll durch ein- l)eitliches Vorgehen vermieden werden, daß viele kleine kaum ertragsfähige Jagden verpachtet werden. Bisher haben sich scl>on eine große Zahl bekannter Jagdfreunde der Gesell- sct>ast angeschlossen, doch isr es im Interesse aller Jagd- 1iebl>aber wünschenswert und von Bedeutung, daß durch allgemeinen Beitritt Jeder zur Errichtung des schönen erstrebenswerten Zieles beiträgt.
Sch. Darmstadt, 10. März. Die von dem Handelsverein Darmstadt im Saalbau veranstaltete Landes- Protestkundgebung gegen die Erhöhung derGetreide zölle war von ca. 800 Personen von hier und außerhalb, von Angehörigen aller Parteien, allerdings dürfte über die Hälfte Sozialdemokraten gewesen sein, besucht. Der Vorsitzende, Fabrikant Langenbach, begrüßte die Anwesenden, insbesondere die Abgesandten der Handelsvereine, Handelskammern und des Handelsvertragsvereins aus Berlin, welch letzterer da« besondere Verdienst habe, die richtige Formel gesunden zu haben, unter der man die Bestrebungen der Agrarier bekämpfen könne. — Ueber die Handelsverträge referierte Syndikus Schloßmacher-Offenbach und wies an Hand einer ausführlichen Statistik nach, daß dieselben bisher für den deutschen Weltverkehr nur Vorteil gebracht haben, wenn auch langsam, wirkten sie doch sicher, man müsse daher für einen möglichst langen Abschluß auf der alten Basis eintreten. Redner verbreitete sich über die Vertragstarife, die Meistbegünstigungsklausel, die große Vorteile biete, während das Doppeltarifsystem einigen Staaten großen Nachteil gebracht habe. Er bezweifle, daß der Reichskanzler v. Bülow sein Versprechen, Handel und Industrie durch entsprechende Zollerhöhung zu schützen, einhalten könne. Zölle und Handelsverträge dürfe man absolut nicht verwechseln. Der Anteil Deutschlands an dem Welthandel stehe in Bezug' auf die Größe desselben an zweiter Stelle, in Bezug auf das Wachstum an' erster Stelle. — Prof. Dr. Staudinger sprach hierauf von der Einwirkung der Getreidezölle auf die Bodenrente, und wies nach, daß Zölle nur einem kleinen Bruchteil der Landwirte zu gut kommen, während sie die Landwirtschaft direkt schädigen, da die Grundrente in demselben Maße wachse und dann durch den theueren Grund und Boden den Landwirt in der rationellen Bebauung schädigen. Der angebliche augenblickliche Vorteil werde in absehbarer Zeit die Grundrente weiter steigern und das alte Uebel in noch größerem Umfang herbeiführen. Man arbeite der Ueber spekulation in Guterwert in die Hände und vergrößere dadurch die Not der Landwirtschaft, die man nicht ableugnen könne. Nur der Staat könne hier helfend eingreifen durch Förderung des Genossenschaftswesens, Hypotheken-Verstaat lichung, Steuer für die Grundrentenspekulanten nach dem Vorbild der Verträge in Kiautschou. Im Namen des Handels und der Industrie, wie der Bauern und des Arbeiters müsse man gegen die Zölle protestieren. — Reichstags- und Land tags Abgeordneter Ulrich verbreitete sich alsdann über die allgemeine Wirkung der Getreidezölle und erklärte an Hand des amtlichen statistischen Materials, daß die Zölle nur einem ganz kleinen Teil der Landwirte zu gut komme, sodaß selbst 75 pEt. der Landwirte keinen Vorteil von diesen haben, sondern daß diese im "Fall einer Zollerhöhung, ebenso wie die Arbeiter, das Brod theurer kaufen müßten. Bei einer Mark Zollerhöhung mache dies im Jahr für eine fünf köpfige Arbeiterfamilie 42 Mark auS. Im Interesse des gesamten Volkes liege eS, daß die Zölle fallen. — Dr. Börner- Berlin erklärte Namens des Handelsvertragsoereins Zweck und Ziele desselben und forderte zur Gründung einer Ortsgruppe auf. — Hierauf wurde die folgende Resolution angenommen:
Die heute im Städtischen Saalbau zu Darmstadt aus allen Tellen deS Großherzogtums von Angehörigen der oerfchiedensten Be ruiSzwrige besuchte Landesoersammlung erk.Srt sich entschieden gegen alle diejenigen Bestrebungen, welche notwendiger Weise die hohe wirtschaftliche Entwicklung, zu be-. sich Deutschland seit einem Jahrzehnt untri Anspannung aller Kräfte ernporgearbeitet bat, hemmen und untergraben müssen. Sie protestiert deswegen gegen jeden Versuch, durch die Erhöhung derZölle auf verschiedene Rohmaterialien für die Industrie und auf alle landwirtschaftlichen Erzeugniffe, besonder« auf Getreide, einen Zolltarif zu schiff-n, welcher bte erneuten Abschlüsse von günstigen HandctSverirägen erschweren, wenn nicht gänzlich vereiteln würde.
Hierdurch würden Handel und J.-dustrie unendlich geschädigt, die ArbeilSangelegenheit für unsere Arbeiterschaft vermindert und die Landwirtschaft selbst, die geschützt werden soll, dauernd zu Gunsten weniger Großgrundrentner benachteiligt.
S>e erblickt in der durch die Erhöhung der L-bmswfttelzölle unausbleiblich hervorgerufenen Verteuerung deS Lebensunte- Halles eine unerträgliche und ungerechte Belastung der Minderbemittelten, welche unzweifelhaft die sozialen Gegensätze zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verschärfen würde.
Sie richtet deshalb an die Großherzogliche Staatsregierung und den Reichskanzler die dringende Bitte, im BundeSral gegen jede Erhöhung der Lebensmittelzolle etnjutretcn, überhaupt auf eine derartige Gestaltung des künftigen Zolliarifes hinzuwirken, daß die Erneuerung der bestehenden und der Abschluß weiterer lang fristiger Handelsverträge, auf Grundlage der Meistbegünstigung unter Verwerfung des verkehrSseindlichen Doppeltarissystems, gesichert wird.
Der Vorsitzende schließt mit Dankesworten und der Aufforderung, dieser politischen und wirtschaftlichen Reaktion entgegenzutreten, die Versammlung. Um H/, Uhr waren die Verhandlungen zu Ende. Der Handelsverein Gießen hatte sein Erscheinen entschuldigen lasten und der Frei- i njn i'g e Verein hatte ein Zustimmungstelegramm zu der gefaxten Resolution gesandt.
fc. Braunfels, 9. März. Der mit der Verwaltung deS SolmS-Braunfels schen Fideikommisses für den minderjährigen Fürsten Georg Friedrich betraute Prinz Abrecht zu SolmS - Braunfels, geboren de» 10. Februar 1841, ist, wie wir bereits mitteilteu, in vergangener Nacht in Wies-
Fraikfort, den 9. März
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Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handolsges. Oesterr. Staatßbahn Gotthardbahn . . Laurahütto . . . Bochum . . . . Harpener . . . .
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beltgeber nicht noch in letzter Stunde nachgeben. BiS letzt haben nur fünf Geschäfte die Forderungen der Gedilfen bewilligt. — Die Schud- m'adjerin nunß beschloß, mit den Gehilfen behusö einer Einigung in der Lohnsraae in Unterhandlungen einzutreten.
Leipzig, 10. März. 130 Bergarbeiter der Grube „©ottlob- kni Theißen find infolge von Differenzen mit der Grubenverwaltung in den Generalstreik eingetreten.
Marseille, 9. März In einer Versammlung von 2000 ständigen, die in der Arbeiterbdrse fiattsand, wurde beschlosst, den Aus« stand fortzusetzen. Die Kaufleute fahren fort, ihre Waren mit dem eigenen Personal zu verladen. Die Poftdampfer gehen nach wie vor mit Passagieren und Post ab. Die Mannschaften mehrerer freprden Schiffe löschen die Ladung unter dem Schutz bet Polizei und be8 Militärs.
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Meteorologische Beobachtungen
der Station Gietzen.
baden plötzlich infolge eines Schlaganfalles gestorben. Ein Kavalier von hervorragenden Charaktereigenschaften ist mit dem Verblichenen dahingegangen. Für mildthätige Stif tungen that er viel. Besonders auch verlieren die Armen der hiesigen Standesherrschaft in ihm einen Wohlthäter. Das Königin Louisenheim in Wiesbaden, besten Protektor er gc wesen, war sein Werk. Seine Großmutter war die Schwester der Königin Louise von Preußen. In erster Ehe war btfr selbe mit dem Prinzen Ludwig von Preußen (Bruder Friedrich Wilhelms III.), in zweiter mit dem Prinzen Wilhelm von Solms-Braunfels, in dritter mit dem König Ernst August von Hannover vermählt. Prinz Albrecht hatte, wie man erzählt, vieles von seiner Großmutter an sich, in deren leichtem, lachendem, liebreichem Wesen ein bestrickender Zauber lag, Prinz Albrecht vermählte sich 1889 mit einem Fräulein von Ligonius. Die Ehe blieb kinderlos. Seine fünf Brüder sind dem Prinzen im Tode vorausgegangen. Die einzige Schwester, Prinzessin Elisabeth lebt in Genua. Wer nunmehr die Vormundschaft über den minderjährigen Fürsten erhält, ist noch nicht bestimmt.
Arbeiterbewegung.
ko. Frankfurt, 10. März. Die hiesigen Damenschneider treten morgen in den längst angedrohten Ausstand ein, falls die Ar-
Knust und Wissenschaft.
8. Darmüädter Künstler«Kolonie. Zur Zeit werden circa P/i Kilometer Rohr zur Bewässerungsanlage gelegt, bie zur Speisung der nach origineller Idee projektierten Garten-Parkanlage dienen soll. Eine Vereinigung von Darmstädter ersten Gärtnerfirmen hat die Ausführung dieses Planes, der von außerordentlichem Reiz zu werden verspricht, übernommen. Die Blumen Anlagen werden einen die Jahreszeit und die Farbe bezeichnenden Charakter tragen, und zwar derart, daß in jedem Monat die Farbe des gesamten Blumenflors wechseln wird; auch der die Ausstellung abschließende Stasselzaun wird durch Schmückung und Verzierung mit lebenden Pflanzen, Guirlanden in verschiedenen Farben einen lebenden Abschluß von besonderem Reiz bilden. Wir hören, daß auch fast sämlliche Reklametafeln dieses Zaunes trotz des verhältnißmäßig hohen Mietpreises Liebhaber gefunden haben. Zur Zeit ist man mit dem Aufbau des aus zwei Stockwerken bestehenden Restaurationsgebäudes nach dem Plan Prof. Olbrichs beschäftigt. Auch hier ist sowohl das Arrangement wie die gesamte Einrichtung und Ausstattung eine eigene Idee und vollständig als Muster-Restauration gedacht. Der Wirt zahlt keine hohe Pacht, sondern es ist eine sogen. Theilmethode eingerichtet, nach welcher der Wirt die Getränke von der alles in eigener Regie führenden Künstler- Kolonie bezieht, hierbei wird den Besuchern eine Weinkarte vorgelegt, die an Ausstattung und Inhalt im In- und Ausland ihres Gleichen suchen dürfte. Ueber 100 ausgewählte Sorten meist hiesiger Firmen (es sind nur zwei Ausländer dabei) werden auch die verwöhntesten Weinzungen und zwar zu einem Preise befriedigen, wie es in einem Restaurant nur immer möglich ist. So soll u. a. ein sehr guter Schoppen Wein zu 50 Pfg. und das beste hiesige Bier zu 12 Pfg. das Glas ausgeschenkt werden. Auch die ebenso originell ausgeführte, ca. 600 Nummern verschiedener Speisen enthaltende Tischkarte dürfte kaum jemals in ähnlicher Weise zusammengestellt worden sein und den feinsten Gourmands Rechnung tragen. Auch die Ausstattung der Restaurationsräume wird bis in die kleinsten Teile von den Künstlern gezeichnet und hergestellt. Tifche, Stühle, Dekorationen, Porzellan, Leinwand wird in eigener neuer Form entworfen. Auch das ganz neuartige Gartenmöbel, das in dem vor dem Restaurationsgebäude liegenden Platanenhain, der als Gartenrestaurant schon von Natur aus eine prachtvolle Zierde des Ganzen bildet, wird in Verbindung mit dem hübschen Gedeck einen eigenen Reiz ausüben; hier wird auch der Musikpavillon und ein Bar für besondere Getränke Aufstellung finden. Die Beleuchtung des Restaurants wird durch elektrisches Licht hergestellt werden, daS seine Strahlen in träufelnder Form von der Decke herab überflutet. Die gesamte Garten- und Park-Beleuchtung wird dagegen durch eine große Acetylen-Anlage hergestellt; auch hier sind Ueberraschungen und Beleuchtungs-Effekte mannichfacher Art vorgesehen.
Die Chemie des Tabaks ist dank der unausgesetzten Bemühungen zahlreicher Forscher in einem raschen Aufschwünge begriffen. A. Pictet und A. Rotschy veröffentlichen soeben eine Mitteilung, wonach es ihnen gelungen wäre, aus dem Tabak drei neue Alkaloide zu isolieren. Tas erste (Nicotein) ist ein flüssiger, im Wasser löslicher Körper von ziemlich angenehmem Geruch; es steht zum Nikotingehalt des Tabaks in einem Mengenverhältnis von ungefähr 2 Prozent. Tas zweite (Nicotellin) ist ein fester, in Alkohol und Chloroform löslicher Körper, der in prismatischen Nadeln krystallisiert. Es scheint nur in ganz minimalen Mengen im Tabak enthalten zu sein. Tas dritte Alkaloid (Narnicotin) dürfte nach den Angaben der Entdecker in chemischer Beziehung dem Nicotin am nächsten stehen. Pictet und Rotschy behalten es sich vor, über die physiologische Wirkung dieser Alkaloide auf den menschlichen Organismus Versuche anzustellen.
Gerichtssaal
Mainz, 9. März. Die Frau deS SdftffSschaukelbesitzus Karl Demingft von hier wurde vorn Schwurgericht wegen fabrläffiger Tödtung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte hatte am 22. Dezember in einer diesigen Wirtschaft dem Handelsmann Schuster während eine- Disputs die Spitze ihres Regenschirms in die obere Augenhöhle gestoßen und dadurch den Tod herdetgesührt. Sie ft wegen kahrtässig'.r Tödtung mit zwei Monaten Gefängnis vor bestrait. Der Mann, der der gemeinsamen Körperverletzung des Schuster milangeklagt war, wurde freigesprochen.
Berlin, 9. März. DaS Landgericht n verurteilte den Inserat,n- aaenten Fritz Wolff wegen Verleitung zum Meineide, begangen im Sternbergprozeß, zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren EhremechtS- verluft, die Hulda Saul zu 1 Jahre und die Obsthändlerin Stabs zu IV, Jahren Zuchthaus.
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Bevor sic Jbren. Bi darf in Selben» ftoffcnfcccfcn, oer» . langen Sie in Jbirrn Interesse ent unig< benb und , franko'Nüber von ,
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurt a M., 11. März. (Telrgr. Ong. Bericht des ,G. A ") Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkauf landen 500 Ochsen, darunter 118 aus Oesterreich, 42 Bullen, 852 Kühe und Färsen, 306 Kälber, 309 Schafe und Hämmel, 1489 Schwrine, 8 Ziegenlämmer und 1 Ziege. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 64-66 Ml., 2. Qual. 60-62 Ml.; Bullen 1. Qual. 53-55 Mk., 2. Qual. 42—50 Mk ; Kühe und Rinder 1. Qual. 58—60 Mk., 2. Qual. 55—56 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qu. 76—78 Pfg., Lebendgewicht 46-48 Pfg., 2. Qual. Schlachtgewicht 67—70 Pfg., Lebendgewicht 40-42 Pfg.-, Schafe 1. Qual. Schlachtgewicht 62—64 Pfg., 2. Qual. 56—58 Pfg.; Schweme 1. Qual. Scklachtgewicht 60-61 Pfg., Lebendgewicht 48 Psg. 2. Qual. Schlachtgewicht 59 Pfg., Lebendgewicht 47 Pfg. Geschäft: Großvieh gedrückt, Kleinvieh sehr gut.
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Neueste Meldungen.
Marseille, 10. März. Die Seeleute, welche seither mit den Ausständigen gemeinsame Sache gemacht hatten, beschlossen, vom Streik zurückzutreten, um dr Lebensinteressen Marseilles und des Vaterlandes nicht länger zu Gunsten fremder Häfen zu gefährden, xtc Kommission der Quaiarbeitcr beschloß, ihre Forderungen aus die Erlangung des Achtstundentages zu beschranken.
Madrid, 10. März. Nach hier eingegangenen Bericht a von der portugiesischen Grenze hatten die Militärfchüler der polytechnischen Schule in Lissabon gegen die Jesuiten lar< mende Kundgebungen vollführt. Polizeibeamte drangen in die Schule ein und verwundeten einige Schüler m i t S ä b e l h i e b e n. Die Schüler richteten an die Deputiertenkammer eine Schrift, in welcher sie gegen die Urbergrisse der Polizei protestierten. In Lissabon herrscht großer Un» Wille über die Voikommnisse. Die Studenten sympathisieren mit den Militärschülern. Die portugiesische Zensur hat die Depeiche, welche diese Angeleaenheit behandelte, angehalten.
Madrid, 11. März. Gestern abend brachen wegen der Verzehrungssteuern Unruhen aus. Die Menge bewarf die Beamten mit Steinen und zündete zehn Zoll ha Usch e n an. Sie v c r w u n d e t e 4 Beamte, darunter einen schwer. Ter Präfekt stellte die Ordnung wieder her. Tie Gehilfen der Spezereihändler machten Protestkiindgebungen gegen, die Oeffnung der Läden an den Sonntagen und bewarfen die offenen Läden jn.it Steinen. Die Polizei zerstreute die Demonstranten und nahm einige Verhaftungen vor.
T l e m c e n, 10. März. Marokkanische Stämme in der Nähe des französischen Gebietes befinden sich in hellend Aufruhr. Truppen sind zur Verstärkung abgeschickt worden.
Kirchliche Nachrichten.
Av angelische Semetvtze.
Montag den 11. März, abends 8 Ufa: »ibelflun&t im Konfirmandensaal der JohanneSkirche. Hebräerbnef Kap. 11. »te Vorbilder deS seligmachenden Glaubens. Pfarrer Nauman
Dienstag den 12 März, nachmittags 5 /, U^, Konfirmanden Vereinigung der LukaSgemeinde im Schwesternhaus. Pfaner isu .
Minwock d-n 13. Mär,, abenbä 6 Ul)r: 4. HaffionSan6od)t in der JohanneSkirche. Pfarrer Ouler-
B1/» % Reichsanleihe . . 98.15
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Vermischtes.
* Brüssel, 10. März. Gestern abend fuhr infolge Versehens bei der Weichenstellung in der Nähr des Bahnhofes Heube (bei Courtrai) ein von Routers tommender Personenzug auf einen Güter zu g. Mehrere Per- onenwagen entgleisten. Mehrere Personen wurden getötet, mehrere schwer verletzt.
* Palermo, 10. März. Seit der letzten Nacht bedeckt eine rötliche Wolke den Himmel über der Stadt. Der ganze Himmel erscheint tief gerötet, ein heftiger Südwind weht. Die gefallenen Regentropfen haben das Aussehen geronnenen Blutes. Die Naturerscheinung, die unter dem Namen „Blutregen" bekannt ist, wird auf den afrikanischen Wüstensand zurückgeführt, der vom Winde herüber getrieben worden ist. — Dieselbe Erscheinung wurde auf der ganzen Insel beobachtet, wie auch in Süditalien. In Rom ist der Himmel gelb gefärbt, es herrscht starker Si- rocoo; in Neapel fiel Sandregen, um 5 Uhr nachmittags gewahrte man bei tiefrotem Himmel das Schauspiel einer „Fata Morgana".
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