.Kriegsgerichtsrat (Oben habe der Entlastungszeuge Taglöhner Seidel im Gegensatz zu seiner gestrigen Aussage bekundet, er habe von dem Vorgänge bei. der Erschießung Fazzis nichts gesehen und nichts gehört, er habe nur das Aufschlagen einer Schaufel gehört. Zeuge Seidel erklärte darauf, daß seine gestrige Aussage sich mit den Schilderungen decke, die er bei der ersten Vernehmung gegeben habe. Bürgermeister Lauter von Bruderdorf bestätigt, Seidel habe bei der ersten Vernehmung bemerkt, er habe von dem Hergang der That nichts gesehen und nichts gehört, sondern nur das Aufschlagen einer Schaufel vernommen.
Kriegsgerichtsrat Oden, dec VertrRter der Anklage, konstatiert, daß die gestrige Aussage Seidels sich mit der-» fertigen decke, welche SeiDcl vor ihm bei der ersten Vernehmung gemacht habe. Bürgermeister Kroenacker von Hoch- walsch macht über die Vorgeschichte der Wasserleitung dieselbe Aussage, wie die beiden anderen Bürgermeister. Ter Vertreter derAnklage, Kriegsgerichtsrat Oden, überläßt es dem Gerichtshof, die Glaubwürdigkeit der italienischen Arbeiter zu ermessen. Es sei der Beweis erbracht d«b Fazzi mit der Schaufel nach Stietencron geschlagen und ihm auch den Arm durchgeschlagen habe. Dagegen sei aber der Nachweis nicht erbracht, daß Stietencron 'in Notwehr gehandelt habe. Es sei befremdend, daß die Ge- ^einden sich mit Stietencron nicht vorher einigten, ehe die Wasferleitungsarbeiten begonnen wurden. Stietencron habe das Recht gehabt, das Weiterarbeiten an der Wasserleitung zu untersagen. Der erste Schuß sei nicht abgegeben worden, um Fazzi zu treffen. Jederinann, dem ein Arm Durchgeschlagen tvcrbe, und der eine Flinte hat, wird Ichießen. Daß Fazzi einen Schuß in den Rücken erhalten habe, v, spreche dafür, daß Stietencron nicht in Notwehr gehandelt habe; auch eine Ueberschreitung in der Notwehr liege nicht vor, da bei der Charakter- und Willensstärke Stictencrons ausgeschlossen sei, daß es sich bei ihm um Furcht oder Bestürzung gehandelt hätte. Er beantrage, den Angeklagten wegen Totschlags auf Grund des § 213 des Str.-G.-B. zu drei Jahren Gefängnis wnd zum Verlust des Tragens der Uniform zu verurteilen — Verteidiger Rechtsanwalt Videnz: Stietencron habe aus Notwehr gehandelt. Fazzi habe vor dem zweiten Schuß ? £>iebe auf Baron v. Stietencron geführt. Tie italieni- lchen Arbeiter haben übereinstimmend bekundet, daß der ^>chuß Stietencrons nicht in den Rücken, sondern vorn in den Hals abgegeben worden sei. Es sei nicht die Absicht stietencrons gewesen, Fazzi zu töten, sondern sich des Angriffes zu erwehren. Eine Ueberschreitung der Notwehr liege glicht vor; er beantrage deshalb Freisprechung. Baron v. Stietencron hebt noch hervor, daß zur Zeit des Schusses: . o'^zr auf ihn losschlug. Er habe Fazzi nicht in den SUitfen, sondern vorn in den Hals geschossen. Er sei un- schuldig. T«s Urteil lautet auf Freisprechung. Zur Begründung wird ausgeführt, die Aussagen der italieni- ld)en Arbeiter verdienen nicht unbedingten Glauben, weil sie an inneren Unwahrscheinlichkeiten leiden. Ter erste ^chuß Stietencrons sei auf den Schlag Fazzis losgegangen. -Tas Gericht nahm weiter an, daß die Kugel Stietencrons nicht in den Rücken, sondern vom in den Hals abgegeben wurde. Die Stimmung des Publikums nach Verkündigung ves Urteils war gegen Stietencron sehr erregt, indessen kam es zu keinerlei Demonstrationen.
jrikgssmcht.
Bauinspektor Berp r Weg, welcher M fc, ein Gemeindm; sei. Bürgermeiskk!
; Weg, an dem bit it undenMer Zeii be ihm am Sonntal itte unb sie stlöfl isserleituugsardeim nehmung Wh
Schisssnachrichten.
norddeutscher Lloyd.
Vertreten in Gießen durch Agent Carl Loos.
Bremen, 8. August. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer „Kaiserin Maria Theresia-, Kapt. A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 3 Uhr nachmittags wohlbehalten in New-York angekommen.
Bremen, 8. August. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Postdampfer K ö l n, Kapt. G. Wittstein, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Dk«Ischkr laodwirtschsstllchkr «woffenschaflstsg 1901.
Man schreibt uns:
Der diesjährige Deutsche landwirtschaftliche Genossen- ichaftstag findet, wie wir bereits mitteilteu, vom 21.—23 Aug. 1"^kr dem Ehrenpräsidium des Prinzen Ludwig von Bayern in München im alten Rathaussaale statt. Für die beiden öffentlichen .Hauptversammlungen am 21. und 22. August sind 24 Verhandlungsgegenstände vorgesehen. Eingeleitet werden ine öffentlichen Hauptversammlungen durch einen Vortrag des Landesverbandsdirektors Reichrats Freiherr v<'n Soden-Frauenhofen über die geschichtliche Entwickelung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens im Königreich Bayern, woran sich alsdann der Jahresbericht des Anwalts Geh. Regierungsrat 5>aas-Darmstadt anreiht. Unter sonstigen allgemeinen Angelegenheiten des Genossenschaftswesens sei erwähnt ein Vortrag des Berbandsdirektors Rechtsanwalt Bangratz-Landau über die Haftpflicht der Aussichtsratsmitglieder, ein solcher des Direktors Biernatzki- Kiel über Gerichtliche Bekanntmachungen von Eintragungen un das Genossenschaftsregister, des Regierungs-Assessors
Gennes-Tarmstadt über rechtliche Stellung der Revisionsverbände.
Eingehende und vielfach neue Gesichtspunkte bietende Erörterung werden die Angelegenheiten der ^vreditgenosseu schäften finden. Wir nennen hier folgende Vorträge i „Nach welchen Regeln soll die Zinspolitik der >treditgenossen- schaften sich richten?" (Ref.: Verbandsdirektor Oetono- mierat Johannßen-Hannover), „nach welchen Grundsätzen ist der Wechselverkehr der Kreditgenossenschaften zu regeln ?" (Generalsekretär Tr. Rabe-Halle a. S.), „die Gewährung von Blankokredit" (Verbandsdirektor Frhr. v. Heintze), „das Ersparnisbuch" (Lehrer Lembke-Telvet.
Breiten Raum nehmen fernerhin Die Angegelegenheiteu der Bezug- und Absatzgenossenschasten ein; so werden die bisherigen Erfolge Des genossenschaftlichen Getreide-, Vieh und EiervertaufS von Verbandsdirektor Landrat z. D. von Brockhausen-Stettin, Landkagsabg. Oekonomierat Ring- Tüppel, Landwirtschaftslehrer Zollikofer-Eppingen behandelt werden. Neber den Verkehr der Ein- und Vertaufsgenossen- schaften mit Nichtgenossen spricht Major a. D. En Dell-Posen. Tie Angelegenheiten der Molkereigenossenschaften erfahren durch die Referate des Verbandsdirektors Oekonomierat Plehn-Berlin über genossenschaftlick)e Organisation des Butterhandels, Rechte und Pflichten der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bei Molkereigenossenschaften, gebührende Beachtung. Unter den sonstigen Genossenschaften ist ein Vortrag des Akademiedirektors Dr. Krauß-Weihen- stephan über Getreidetrocknung, des Landrats Siegert-Us- lar über Obstverwertung und des Oekouomierats Ring über genossenschaftliche Milchversorgung der Städte angemeldet.
Aus Stadl und Land.
-lachelchten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden »«gemessen honoriert.
•* Handelskammer. Am 8. dS. Mts. hielt die hiesige Handelskammer eine kurze Sitzung zur Vorbereitung des Entwurfs eines neuen Zolltarifgesetzes mit Zolltarif ab. Bezüglich des Zolltarifgesetzes sprach sich die Kammer einstimmig gegen den Minimaltarif für Getreide und die Beschränkung des Zollkredits für Getreide, Hülsenfrüchte, Raps und Rübsen, sowie die daraus hergestellten Erzeugnisse aus. Zum Zolltarif selbst nahm die Kammer vorläufig mit folgender Resolution Stellung:
„Der unterm 26. v. M. veröffentlichte Entwurf eines Zolltarifs begegnet in seiner dermaligen Gestalt unseren ernstesten Bedenken Die in demselben ins Auge gefaßten hohen Eingangszölle, darunter ganz besonders die hohen (z. T überdies nach unten gebundenen) Zölle auf die notwendigen LebenSmittel würden nicht nur die Produktion«- und Ge- stehungskosten der deutschen Industrie und des deutschen Handels wesentlich erhöhen und dadurch ihren einheimischen Absatz, sowie ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte erheblich beeinträchtigen, sondern auch die Lebenshaltung weiter und gerade der unbemittelten Kreise unseres Volkes empfindlich erschweren und schließlich den Abschluß der Handelsverträge mit einer Reihe von auswärtigen Staaten aufs schwerste gefährden, wenn nicht geradezu unmöglich machen. Wir halten daher eine Abänder. ung des Entwurfs im Sinne einer wesentlichen Erniedrigung der ins Auge gefaßten Zollschranken im Interesse des weit überwiegenden Teiles der deutschen Industrie und deS deutschen Handels, sowie der breiten Massen des deutschen Volkes für unbedingt erforderlich."
Im Uebrigen wurden für die verschiedenen Abschnitte des Tarifs Referenten für die demnächst abzuhaltende Spezial- beratung des Entwurfs aufgestellt. Im Anschluß an die Sitzung fand eine Besichtigung der Buderus'schen Werke in Lollar statt, die mit einem gemütlichen geselligen Zusammensein in dem gastgeberischen Hause deS Direktors Steinccke, Mitglieds Großh. Handelskammer, einen stimmungsvollen Abschluß fand.
♦♦ Von der köuigl. Eifeubahudirektiou Frankfurt a. M. wird uns mktgeteilt: Mit dem 10. Oktober tritt das am 16. Juli 1898 in Paris abgeschlossene Zusatzübereinkomme« zum internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahu- frachtverkehr in Kraft. Von diesem Zeitpunkte ab gelangen n eue internationale Frachtbri efe zur Einführung, die bisherigen, dem Uebereinkommen über den internationalen Frachtverkehr vom Jahre 1890 entsprechenden Formulare, werden jedoch noch bis zum 9. Oktober 1902 zugelaffen; der letztgenannte Zeitpunkt ist unabänderl.ch.
Bad-Nauheim, 8. Aug. Die Zahl der Kurgäste betrug bis zum 8. August 15,843. Bäder wurden bis zu diesem Tage 211,146 verabreicht.
me noch vorkomc >ie sehr medrourk. .b.Felsvertiefu°A nd in großen W ch Reibung * topfen bewahrt oc ämee auf, um" rangieren zu dünn i diesen ^ubeliagn r Trubel erfüllt Höhe. Ein : sommerlichen M
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^nlaß gegeben, auf die Existenz einer bestimmten Rasse, hte seinerzeit am Niederrhein wohnte, zu schließen, man hat dieselben Schädelformationen dann anderswo in Friesland, Holland u. s. w. gefunden, und es entsteht nun die »rage,. ist des der Schädel einer bestimmten Rasse, die teiln>ei|e heute vielleicht noch ihre Vertreter Hut. Virchows eigene Untersuchungen der aufgefundenen Knochen konnten ober mancherlei Abweichungen von der normalen Kon- figuratlon feftstellen, ja, sogar solche, die krankhafter Natur frnd. daraus fchließt Virchow, daß man Doch sehr vorsichtig sem muß, Schlüsse auf eine bestimmte Rasse zu ziehen. Die neuerdings in einer Höhle bei Spy in Belgien gefundenen mit dem Friesenschädel so viel Aehnlickfleit, daß wohl friesisches Blut in den Adern jener Individuen, deren Schädel wir in Spy gefunden haben, geflossen haben mag. In der Drskusswn trat Prof. Klaatsch aus Heidel- . berg den Uuvfuhrungen Virchows entgegen, indem er auf außerorDentltch genauen und alle nur Denkbaren wifsen- ^stlichen Hilfsmittel und Untersuchungsmethoden benutzenden Forschungen von Prof. Schwalbe hinwies, aus » etL ^"A^eutig hervorgehe, daß die Schädel des zreanderthals wie die von Spy völlig überein stimm en, und la- "'^b.rbrndung mit den außerordentlich charak- eristlschen Fundstätten unbedingt für die Typen einer be- [rmmten vorzeitlichen Nasse ansehen müsse
Tas neuentdeEe Steinzeit-Hockergrabfeld von Somborn bei Wo r ms schilderte Tr. Köhl aus Worms, der verdiente Forscher der neolithischen Kultur. Unter Vor- .ieigung zahlreicher Grabfunde, bestehend in Gesäßen, ©tein- geraten, Schmucksachen m s. w- suchte er den Beweis zu liefern, daß die Keramik mit Bogenbandverzierung einer $.neL^^-fe b€C entspricht, daß somit inner- halb der junaeren Steinzeit eine in sich abgeschlossens -diltur Periode vorhanden isü Erfaßte seine Resultate fvlgen- «rmaßen zusammen: Zunächst müssen die Steinzeitbe- -ivoyner von Flomborn ein ganz anders geartetes Volk gewesen sein, als die Bewohner der Rheingegend von Worms von Rheindürkheim und Monsheim. Denn sie bestatteten nicht nur ihre Toten in anderer Lage und nach einer ■jnöeren Himmelsrichtung, sondern sie befleißigten sich auch der Beerdigung ganz anderer Totengebräuche und Zere-
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monren als jene. Ferner benutzten sie zur Bereitung der Totenmahlzeiten am Grabe ganz anders geformte und ^?r.äie^iE Gefäße, sie legten neben die Toten außer den Gesäßen noch zum Teil ganz anders geformte Steingeräte und Waffen, sie schmückten sie mit ganz anders aussehen- den Zieraten und gaben ihnen ferner zum Bemalen ihrer Körper ein anderes Färbematerial mit auf den Weg. Alle drei Phasen der neolithischen Kultur aber gehören der Absolut metalllosen Zeit an; nirgends ist weder in einem Wohnplatze noch in einem Grabe nur ein Atom Metall gefunden worden. Prof. Klaatsch sprach sodann über „Tie Ausprägung der spezifisch menschlichen Merkmale in unserer Vorfahrenreihe".
Das Problem der Entfrehung des Menschengeschlechts kann in wissenschaftlich exakter Weise nur durch die Beantwortung folgender Fragen gelöst werden: Unter welchen Umständen, in welcher Periode der Erdgeschichte und in welchem Teile der ErDoberfläche hat der tierische Vorfahre unseres Geschlechtes diejenigen Umwandlungen durchi- gemacht, nach denen wir berechtigt sind, denselben mit dem Gattungsnamen Mensch — homo — zu bezeichnen. Hierbei gilt es für den Naturforscher als Voraussetzung, daß der tierische Vorfahre seit Den Anfängen des Lebens auf der Erde denselben Entwickelungsgang durchgemacht hat wie die Stammgruppe Der Wirbeltiere, speziell der Säugetiere, innerhalb Deren er mit Den anderen Primaten, den Erstlingstieren Linnes — Den Vorfahren der Affen' bis in die Dritte Erdperiode, das Tertiär, hinein dieselbe Richtung allmählicher Vervollkommnung einschlug. Für die Beurteilung Der menschlichen Eigenschaften ist es wichtig, daß viele derselben, wie z. B. die Hand, nicht als neue Errungenschaften, sondern als uralte nur vervollkommnete Erbteile von Der gemeinsamen Urform Der Primaten aus, die zugleich Der Wurzel des Säugetierstammes nahe stand, zu beurteilen sind. Seitdem der Irrtum berichtigt ist, daß uns der Gorilla ein Abbild des menschlichen Vorfahren gäbe, ist erst ein Verständnis' der älteren Ausprägungsform des Menschenskeletts möglich, wie sie uns durch die Reste des Menschen aus der Höhle des Neanderthals und der Höhle von Spy in Belgien vor Augen geführt wird. So lange Der Fund im Neanderthal isoliert dastand, konnte allenfalls die Vermutung, daß die Eigenart der Knochen
des Neanderthalmenschen als individuelle Eigentümlichf- keiten oder gar, wie Virchow annahm, als krankhafte Erscheinungen zu denken seien, einen Schein Der Berechtigung für sich haben, zumal da eine Feststellung des geolo- gischen Alters nicht vorlag. Seitdem aber im Jahre 1887 - ■? €nt^rec^enöen Funde fossiler Menschnireste aus der Hohle von Spy bei Namur, und zwar von zwei Jindividuen unter genauester Feststellung Der geologischen LagerungS- verhaltnisse durch Professor Fraipont in Lüttich beschrieben tüorDen sind, ist ein Zweifel an dem hohen Alter dieser Reste von Menschen, Die in einer frühzeitlichen Periode (Diluvial) zusammen mit Mammut, Rhinoceros und Höhlenbär lebten, nicht mehr möglich. Es liegt eine ältere Ausprägungsform des jetzigen Menschen vor; ob man sie öon letzterem als Homo neanderthalensis vom Homo sapiens trennen, eine neue Varietät oder gar Spezies daraus machen will, ist ziemlick) gleichgiltig gegenüber Der Feststellung, daß wirklich ein niederer Zustand vorliegt, der, ohne ein Bindeglied zum Affen zu liefern, doch Annäherungen und Erinnerungen an Den tierischen Vorfahren des Menschen, Die kletternde Primatenform, bietet. Deren Wirbelsäule noch nicht völlig aufgerichtet war. Ueber den Fuß dieser Wesen wissen wir leider vorläufig fast nichts; dies ist um so mehr zu bedauern, als wir in der Heranbildung des Menschenfußes neben der des Schädels das wichtigste Charakteripicum des genus homo und das beredteste Zeugnis für Die Einheitlichkeit Der Entstehung des Menschengeschlechts zu erblicken haben. Klaatsch zeigt weiter, wie Der Menschenfuß sich ganz direkt von Den allernieDrigsten Zuständen der Säugetiere aus entwickelt hat. Tie Verstärkung des inneren Fußrandes fordert zu ihrer Erklärung einen eigenartigen Klettermechanismus, wahrscheinlich einen solck>en auf hohe, einzeln stehende Baumstämme, wie er noch jetzr bei allen niedern Völkern eine sehr bedeutende Rolle spielt. Nieder Zustände des Fußes sind noch jetzt bei niedern Rassen, z. B. Weddas, vorhanden. Die vergleichende Knochenlehre des Menschen- ußes stellt ein lohnendes Gebiet Der Bearbeitung für die Zukunft Dar.
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K. Groß Karbe«, 9. Aug. Schon seit Jahren erweist sich^die Brücke, die zwischen unserem Orte und der zehn Minuten entfernt liegenden Station über die Nidda führt, in jeder Beziehung als mangelhaft und unzeitgemäß. Seitens der Kreisbauinspektion und der hiesigen Gemeindevertretung wurde deshalb im vorigen Souimcr der Beschluß gesoßt, eine neue steinerne Brücke zu errichten. Die alte Brücke ist aus Holz gebaut, ziemlich schmal und bei Hochwasser nicht imstande, alles Wasser durchzulassen, wodurch nicht selten Stauungen und Ueberschwemmungen verursacht wurden. Da außerdem die Nidda hier einen nicht unbedeutenden Bogen beschreibt, wird die neue Brücke ungefähr 50 Meter westlich «ach der Station zu errichtet werden. Sie soll drei Ocff- nungen mit je 9 Meter lichter Weite erhalten sowie zwei Land- und zwei Dtrompfeiler. Der Oberbau wird durch eiserne Träger und Eisenauflager gebildet; die Brücke soll noch im Laufe dieses Jahres vollendet werden. Nach ihrer Fertigstellung wird die Nidda reguliert und baß Flüßchen durch die neue Brücke geleitet.
Allösvg MS den Stölldessmtsrkgistkkll der Stlldt Sießeu.
Aufgedote.
Am 6. August Jakob Walter Platte, Kaufmann in Essen a. Ruhr mit Hermine WaSmuth dahier. — Am 7. Philipp Friedrich Herrmann, Pfarrverwalter in Alsfeld mit Elsa Louise Bindernagel in Friedberg. — Ludwig Raab, Feldwebel dahier mit Maria Betz in Eschenrod.
«heschlteßurrgett.
Am 3. August. Friedrich Karl Franz Winkler, Bildhauer dahier mit Lina Wagner dahier. — Georg Heinrich Karl Rüger, Blumenhändler dahier mit Karoline Ritze hierselbst. — Gustav Hermann Güldenpfennig, Schlosser dahier mit Elise Marie Ruppert hierselbst.
•ebotrat.
Am 30. Juli Dem Eisenbahnb-triebsingenieur Oskar Klose ein Sohn, Oskar. — Am 81. Dem Taglöhner Friedrich Menz ein Sohn, Paul. — Am 1. August. Dem Kaufmann Wilhelm Textor eine Tochter, Lina Georgine. — Dem Bahnwerkfiättearbeiter Franz Henn ein Sohn. — Dem Kaufmann Rudolf Bohn eine Tochter, Katharina Elisabeth Cäcilie Pauline. — Dem Schreiner Johannes Pltz eine Tochter, Toni Katharine. — Am 2. Dem Kaufmann Samuel Elsoffer ein Sohn, Wilhelm. — Am 3. Dem Weißbindermeister Friedrich Zutt eine Tochter. — Am 4. Dem Schuhmacher Heinrich Stoll ein Sohn. — Dem Vize- seldwebel Heinrich Ewald ein Sohn. — Am 6. Dem Fuhrmann WUhelm Hahn II. ein Sohn, Eduard August. — Am 7. Dem Lehrer Otto Gör- lach eine Tochter, Charlotte Pauline Luise. — Am 8. Dem Metzgermeister Ludwig Klein ein Sohn.
Gestvrberr«.
Am 8. August. Wilhelm August Georg Schmincke, 5 Monate alt, Sohn des Kaufmanns Georg Schmincke dahier. — Katharine Susanne Wiesmüller, 7 Monate alt, Tochter des Schuhmachers Joseph Wiesmüller daselbst. — Am 5. Otto Emil Schädlich, 2 Jahre alt, Sohn deS Betriebsleiters August Schädlich dahier. — Ludwig Heinrich Schmidt, 5 Monate alt, Sohn des Taglöhners Ludwig Schmidt dahier. — Am 8. Margarete Christiane Marie Meter, 6 Monate alt, Tochter des Dachdeckers Hermann Meier dahier. — Oskar Heinrich Dreher, 12 Tage alt, Sohn des Wirts WUhelm Dreher dahier. — Am 9. Valentin Neumann, 44 Jahre alt, Standesamtsgehilfe dahier.
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