Ausgabe 
11.4.1901 Zweites Blatt
 
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h?» 84 Zweites Blatt.

Donnerstag 11. April 1901

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MaMw,pefcition und

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151. Jahrgang

Amtlicher Feil. Bekanntmachung

wühle, nachmittags 3 Uhr in Grünberg;

Aprll: vormittags 8 Uhr in Laubach, vormittags 11 Uhr in Weickartshain, nachmittags 3 Uhr in Stockhausen;

April: vormittags 10 Uhr in Queckborn, nachmittags 2 Uhr in Göbelnrod, nach« mittags 4l/z Uhr in Beltershain;

April: vormittag- 10 Uhr in Saasen, nachmittags 2 Uhr in Reichskirchen, nach­mittag- 4 Uhr in Großen-Buseck;

April: vormittag- 10 Uhr in Steinbach, nachmittags 2yt Uhr in Burkhardsfelden, nachmittags 5</a Uhr in Lindenstruth;

April: vormittags 10 Uhr in Watzenborn-Stein­berg,

Regiments zugegen. Der Großherzog erschien in der Uni­form eines Obersten der Grenadiere.

Der Großherzog erließ eine Proklamation, worin er alle Hof- und Staatsbeamten in ihren Aemtern bestätigt. Der Großherzog gedenkt al-dann der hiugebenden Fürsorge seines entschlafenen Vater-, des GroßherzogS Friedrich Franz III., für sein Land und dankt dem Herzog Regenten für die aufopfernde Hingebung, womit er die Geschicke des Landes zu reichem Segen lenkte und spricht die Versicherung aus, daß die Liebe zu dem angestammten Lande die Sorge um da- Wohl seiner Unterthanen ihn stets beseelen und leiten werde. Ja Treue wolle er halten zu Kaiser und Reich, da- Glück und die Wohlfahrt des Landes sollen sein Ziel sein.

Das Regierungsblatt veröffentlicht einen Gnadenerlaß. Allen Personen, gegen die bis zum heutigen Tage wegen Uebertretungen auf Haft oder Geldstrafen, oder auf Frei« heit-strafen von nicht mehr als sechs Wochen oder auf Geld­strafen von nicht mehr als 150 Mk. rechtskräftig erkannt wurde, ist die Strafe, soweit fie heute noch nicht vollstreckt ist, erlassen.

Das Militärwochenblatt giebt bekannt, daß der Groß- Herzog, bisher Leutnant L la suite des Garde-Kürassier» Regiments, aus Anlaß seines Regierungsantritts vom Kaiser zum Obersten i la suite des Regiments ernannt worden ist.

Der Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg Schwerin wurde am 9. April 1882 zu Palermo in der Villa Belmonte als einziger Sohn des damaligen Erbgroß- herzogS, späteren Großherzogs Friedrich III. und deffen Ge­mahlin Anastafie, Tochter des Großfürsten Michael Nikolaje­witsch von Rußland, geboren.

8brrf|t für Dkpesch««! Anzeiger Gteheu.

Fkrniprkchanschluß Nr. Vl.

Beilstein zu Laubach, direkte Mitteilung hiervon zu machen.

Hardthof, den 6. April 1901.

Der Präsident

deS landwirtschaftl. Vereins für die Provinz Oberhefsen.

Schien ke.

Der Regierungsantritt des GroßherzogS Friedrich Franz IV. von Mecklenburg.

Schwerin, 9. April 1901.

Bei schönem Wetter fand heute vormittag der Einzug des Großherzogs anläßlich des Regierungsantrittes statt. Zum Empfang hatten sich eingefunden der Herzog Regent, Prinz Heinrich der Niederlande und die übrigen anwesenden fürstlichen Herren, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, darunter der kommandierende General des 9. Armeekorps, v. Massow. Die Leibkompagnie des Grenadier-Regiments Nr. 89 hatte auf dem Bahnhof Aufstellung genommen und begrüßte den von Ludwigslust mit Sonderzug eintreffenden Großherzog mit dem Präsentiermarsch, woran sich die National­hymne schloß. Nach der Begrüßung durch den Herzog- Regenten und die übrigen Herren ließ der Großherzog die Ehrenkompagnie vorbeimarschieren und bestieg den Wagen zur Fahrt durch die festlich geschmückten Straßen, wo Vereine, Gewerke und Schulen Spalier bildeten und den Landesherrn mit lauten Zurufen empfingen. Beim Eingang in die Alt- stadt wurde der Großherzog von einer Kinderschar in mecklen- burgischen Trachten begrüßt. Ein kleines Mädchen sprach ein plattdeutsches Gedicht und überreichte einen Blumenstrauß. Vor dem Rathaus, wo der Magistrat und der Bürgermeister versammelt waren, wurde der Landesherr von dem Bürger­meister Tackert bewillkommnet, dem er seinen Dank für den schönen Empfang aussprach. Unter Ehrenbezeugungen der Galawache zog der Großherzog in das Schloß ein, wo ihn die Hofstaaten empfingen. In der Marienkammer erwartete da- Ministerium den Landesherrn. Dort wurde die Urkunde über den Regierungswechsel vollzogen.

Die Feierlichkeiten fanden ihre Fortsetzung durch einen Festgottesdienst im Dom, wobei Oberkirchenrat Dr. Bard die Predigt hielt. Um 2 Uhr nachmittags fand vor dem Groß- Herzog auf dem Alten Garten eine Parade statt, zu der die mecklenburgischen Grenadier- und Artillerie-Regimenter und hic hier wegen der Festlichkeit weilenden zwei Eskadronen mecklenburgischer Dragoner kommandiert waren. Bei der Parade war auch eine Abordnung des Garde-Kürasfier-

nachmittags 2*/, Uhr in Großen-Lindeu;

April: vormittags 10y8 Uhr in Allendorf a. d. Lahn, nachmittags 3 Uhr in Heuchelheim.

Damit die Kommission ihre Arbeiten ohne Aufschub er- ledigen kann, werden die Züchter von Vogelsberger Vieh, welche ihre Tiere in das Herdbuch eintragen lassen wollen und diesbezügliche Anmeldungen schon bei mir gemacht haben, ersucht, chre betreffenden Tiere au einem von der betreffenden Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Orte aufzustellen, sowie auch die bereit- angekörten Tiere und die vou Herdbuch tieren gefallenen Kälber behufs Kontrolle vorzuführen.

Sollten noch weitere Viehzüchter ihre Tiere kören laffeu wollen, so werden dieselben ersucht, diese gleichfalls an den betr. Körterminen vorzuführen, vorher aber dem Vorsitzenden dieser Kommission, Herrn Oekonomierat Hoffmann zu Hof-Güll, oder dem Geschäftsführer, Herrn Oberverwalter

hänfenster- I Mair «odrrmr VuWnma Schrift und »atrret Wl vnd billigt 2164 cUochstätler,

Tchloßgaflt 19.

Betr.: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Auf nähme der Zuchttiere in das Proviuzialherdbuch im 1. Körbezirk.

Die Körkommisfion des 1. KörbezirkS (Vogelsberger Vieh) wird im Monat April an folgenden Orten des Kreises Gießen Körtermine abhalteu:

12. April: vormittags 9 Uhr in Lauter und Bing-

iiss und crjme Wst u. am stück. ^«Posten 3'50 Mk. an Pro Fenster

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Stück und abgepawt, mtaxstoie, irjutaWle, sowie sämtliche

'uthaten für

^omctogen

empfehle billigst. 2124

mst Bioeiner.

vtZUgrprel« viertilMWl Mk. 2.20, monatl. 76 PW. mit Bringerlohn; durch Abhoiestellen viertelM*. Mk. 1.90, monatl. 6b PH»

Bei Postbezug viertetjlh*. Mk. 2.00 ohne Bestell«,».

80t 8n|e4acn>Btnn1tt(mMt« Vellen bei §n» unb SuBiMMf nehmen Anjelgtn für b«e GHtftener Unjttfltr tnigeeM ßeHenpret» lokal 11 WA, auewäru 10 Pjg.

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General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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China.

Die russische Politik beliebt eine lieber* raschung der anderenfolgenzulassen. Nachdem eit Wochen der schärfste diplomatische Druck auf die chine­sische Regierung ausgeübt worden war, um diese zur Unter­zeichnung des Abkommens zu bewegen, das Rußland jum thatsächlichen Herrn in der Mandschurei machte, nachdem sogar Kriegsdrohungen in Anwendung gebracht wor­den waren, verblüfft jetzt Rußland die politische Welt mit dem Verzicht auf den Vertrag und alle weiteren Unterhandlungen. Wohlverstanden: auf den Vertrag! Die Russen sind nach wie vor in der Mandschurei im glück­lichen Besitz. Sie spotten nicht allein der chinesischen Re­gierung, sondern auch den verbündeten Mächten. Denn was bedeutet es anders, wenn die russische Regierung durch ihre diplomatischen Vertreter im Auslande feierlich erklären lgßt, Rußland verzichte aus den Abschluß des Mandschurei-Abkommens, zugleich aber die aus eigener Machtvollkommenheit genommenen Rechte in ' der Mand­schurei festhält, und vermutlich in einem noch größeren Um­fange, als der Vertragsentwurf stimulierte! Mit oder ohne Vertrag: Rußland bleibt bis auf weiteres in der Mand­

schurei, d. h. es bleibt, so lange es ihm gefällt, und über­läßt es China und den Mächten, sich mit der Thatsache abzusinden. Das Schönste ist, daß dasselbe Rußland, das auf diese Weise sich den besten Anteil an der Bnite ge­sichert hat, sich gegen die Absicht territorialer Vergrößerung verwahrt und den anderen beteiligten Mächten Bescheiden­heit und Mäßigung empfiehlt in ihren Forderungen an Clfina. Es spricht vonfriedlichen und Humanitären Er­wägungen", und dabei sind es gerade die russischen Truppen, die nach allen Berichten mit besonderer Grausamkeit in China auftreten und im Plün­dern, Morden und Sengen sich Hervorthun. Ruß- land wird nach eigenem Ermessen und kraft eigenen An­sehens die Au ft echt er Haltung des Friedens und der Sicher­heit in den okkupierten Provinzen der Mandschurei be- werkstettigen, so schreibt man aus Petersburg. Wie man trotzdem in Wien in dem Verzicht auf das Mandschurei- Abkommen eine russische Niederlage erblicken kann, ist un­erfindlich Gegen solcheNiederlagen", solchediplomattsche Mißerfolge" wird die russische Regierung nichts einzuwenoen haben. Wer da im Ernst glaubt, daß Rußland die Mand­schurei räumt, sobald in Chinanormale Zustände" herr­schen, bezahlt einen Thaler.

Graf Alfred v. Waldersee feierte am 8. April seinen 6 8. Geburtstag. Dem Oberkommandierenden in China soll vom Kaiser ein außerordentlich warm gehaltener Glückwunschtelegramm zugegangen sein. Zn Peking fand zur Feier des Geburtstages in der deutschen Gesandt­schaft ein Frühstück statt, woran außer dem Feldmarschall sämtliche Mitglieder des diplomatischen Korps, die höhere« Offiziere des deutschen Kontingents und das Personal der Gesandtschaft teilnahmen. Nach der Tafel wohnte die ganze Gesellschaft dem Rennen desPekinger Rennklubs bei, »vo ein interessantes Hürdenrennen stattfand. Die erste« Preise erhielten Leutnant Haepfner, Kapitän Sandrart, Leut­nant Salzmann, Hauptmann Blottnitz, Leutnant Zieger.

DieKöln. Ztg." meldet aus Peking vom 7. d. Mts.: Heute fand im Winterpalast unter dem Vorsitz des Generalfeldmarschalls Grafen Waldersee eine Berat­ung aller kommandierenden Generale der ver­bündeten Mächte statt. Artikel 8 und 9 des mit China zu treffenden Abkommens waren Gegenstand der Beratung und wurden einsttmmig gutgeheißen. Eine praktische Lösung der Frage wurde vereinbart und den Kabinetten davon Mitteilung gemacht. Eine Depesche desselben Blattes votn 8. b. M. besagt: Die Verhandlunge« der Gesandten schreiten befriedigend fort Der deutsche Gesandte Dr. Mumm v. Schwarzenstein beabsichtigt Ende der Woche die Minggräber an der großen Mauer zu besuchen.

Der stellverttetende Gouverneur in Tsingtau hat tele­graphiert, daß die Bahn von Tsingtau bis Kiau- tschon eröffnet worden ist.

Ueber einen Zwischen fall in Peking berichtet der Lokalanz.": Infolge des Umstands, daß die Passage durch das Hatamen-Tbor ungewöhnlich eng ist und dabei sehr viel benutzt wiro, hat die deutsche Thorwache den Befehl, darauf zu achten, daß die Fußgänger beim Eintritt und Austritt aus dem Thor sich rechts be§to. links halten. Vorgestern passierte der belgische Legationssekre­tär Mergeling das Thor und ging aus der falschen Seite. Der Posten ersuchte ihn, auf die andere Seite hinüber zu gehen, worauf ihm der Legationssekretär er­widerte, er habe ihm keine Befehle zu erteilen, und hinzu­fügte, die Deutschen thäten überhaupt bessev daran, zu Hause zubleiben. Hierchikanierten sie die Leute blos. Der Posten arretierte natür­lich den belgischen Diplomaten. Der die Wache komman­dierende Unteroffizier ließ den Legationssekretär nach der deutschen Präfektur führen, wo er nach Feststellung der Jdentttät freigelassen wurde.

Reuter meldet: Mitteilungen zufolge, die Li-Hung- Tschang und Tsching erhielten, ist der Hof durchs den AuL- bruch des von Tungfuhsiany geleiteten Aufstandes in den Provinzen derMongolei und Schensi ernstlich beunruhigt. Den letzten Berichten zufolge steht Tung- fiihsiang an der Spitze von 11000 gut geschulten Truppen. Er befindet sich 150 Meilen von Singanfir

O^chsll»« »glich mit M Montag».

M-Mch<r Familien* Mttfcr »erben dem Kn» WtWm t* Bedarf mitHess. **8*tw unbBlätter W* HL MWunbt vier* MC »chchnttltch bngelegt.

«nittgen » niUMUg« für ben W«*« *«| tr(4«l*tnbtn »t btt wra. 10 Uhr t*O#et(e*gtn fpätefttne

toeM vorher.

Die französischen Festlichkeiten, n.

Präsident Lonbet besuchte am Dienstag Vormittag in Nizza da- Grab GambettaS und sprach dabei die Hoffnung aus, daß durch Parlamentsbeschluß demnächst die Ueber» führung bet Ueberrefie GambettaS in das Pantheon ange­ordnet werden würde. Später verweilte Loubet an der Grabstätte der Familie Garibaldi und begab sich bann zu dem von dem Generalrat gegebenen Frühstück. Bei dem Frühstück hielt Loubet eine Rede.Frankreich-, so sagte er, hat sehnliches Verlangen nach Einigkeit und Eintracht. SS würde bedeuten, die Wohlfahrt Frankreichs aufs Spie! setzen, wenn wir uns nicht durchdringen ließen von der Empfindung, eine Verpflichtung auf sozialem Ge­biete zu haben.- Später empfing der Präsident den Fürsten Ferdinand von Bulgarien und'sodann den Groß­fürsten Boris von Rußland und erwiderte bald darau diese Besuche.

Präsident Loubet ist offiziell in Kenntnis gesetzt worden, daß die Offiziere des russischen Geschwaders, das sich letzte Woche in Toulon befand, in Nizza ankommen werden. Die Offiziere werden in Villafranca landen. Prä­sident Loubet wird fie empfangen und abends ihnen zu Ehren ein Diner geben.

In Toulon erwiderte der Herzog von Genua den Besuch des Marinepräfektcn Vizeadmirals be Beaumont. Rach dem bet Herzog an Lanb gekommen war, nahm er bie Parade der Marinefüfiliere ab. Hierauf begab sich der Herzog nach der Präfektur. Der Herzog sagte, er sei glücklich, vor dem Präsidenten Loubet in Toulon einzutreffen und so mit dem Admiral und seinen Offizieren weniger offizielle als freund- schaftliche Beziehungen anknüpfen zu können. Admiral de Beaumont stellte sich dem Herzog für die Besichtigung der Umgebung Toulons zur Verfügung. Der Herzog erwiderte, er sei zu seinem Bedauern genötigt, Toulon schon am SamStag zu verlassen, da sein Kommando dann ab laufe. Nach der Unterredung, bie etwa 20 Minuten bauerte, würbe bet Herzog zur Lanbungsstelle zurückgeleitet.

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Engländer und Buren.

Nach einem Telegramm Lorb Kitcheners auS Pretoria bat Plumer PieterSburg besetzt unb zwei Lokomotiven unb 39 Eisenbahnwagen erbeutet. Die Buren leisteten nur ge­ringen Wiberstand. Auf Seiten bet Engländer wurden zwei Mann getötet unb einer verwunbet. Die Buren räumten die Stadt in der Nacht vor dem Eintreffen Plumers, fie sprengten zwei Wagenladungen mit Munition in die Luft. In der Nähe von Smithfield am Bos- rnanskop wurden 16 Buren mit 50 Pferden und Vorräten von den Engländern gefangen genommen. Im Norden von Aberdeen wurde eine Abteilung von etwa hundert LancerS und Aeomanry-Mannschaften etwa zehn Meilen von der Stadt von 400 Buren angegriffen. Nachdem sie von Tagesanbruch bis 11 Uhr Widerstand ge­leistet hatten, wurden sie umringt und gefangen ge­nommen. Nur 25 Mann entkamen. ,

Der offizielleReuter- fährt in feineri naiven Bei: uchen fort, Christian De Wet, den die Engländer nun einmal nicht faffen und nicht fangen können, als einen überge