Nr. 290 Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Dienstag 10. Dezemder 1901
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger "
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Kie empörten 'Aolcn.
Am morgenden Dienstag wird die Poleninterpellation in Sachen der Wreschener Vorgänge im deutschen Reichstage äur Verhandlung Lammen. Obwohl dem Reichskanzler w)N verschiedenen Seiten nahe gelegt wird, ine polnische Interpellation als nicht zur Zuständigkeit des Reichstages gehörig unbeantwortet zu lassen, zlveifelt man nicht, daß Graf V toro antworten wird, wenn auch vielleicht nur, nm die Zu --ndigkeitsfrage klar zu legen, den Standpunkt der preußiscyen Staatsregierung in der Polenfrage zu wahren und Mitteilung zu machen über den Erfolg der deutschen diplomatischen Bemühungen in Wien und Petersburg zur Erzielung eines gemeinsamen Borgehens gegen die polnischen Sonderbestrebungen. (Vgl- auch unsere heutige „Politische Wochenschau".)
Int übrigen haben die sinnlosen polnischen Kundgeb- ungen gegen das deutsche Konsulat in Warschau lediglich den Effekt gehabt, die russischen Behörden zu Genugthuungs- handlungen dem deutschen Reiche gegenüber zu nötigen. Der Generalgouverneur in Warschau und die Spitzen der dortigen Zivil- und Militärbehörden, darunter der Kurator des Warschauer Lehrbezirks, haben dem deutschen General- lonsul in Warschau Besuche gemacht, um ihr Bedauern wegen des Angriffs auf das deutsche Konsulatgebäude auszudrücken. Die russische Regierung loird ein neues Lkonsulatsschild anfertigen und in Gegenwart von Vertretern der Behörden wieder anbringen lassen. Auch. dach Strafverfahren gegen die Schuldigen ist bereits im Gange.
In Oesterreich, wo die galizischen Hetzereien gegen Preußen noch immer kein Ende nehmen wollen, ergreift die Regierung die umfassendsten und ernstesten Maßregeln, um dem Unfug zu steuern. Nach einer offiziösen Meldung wurde in Galizien den Staats - und Justizbeamten untersagt, sich an politischen Kundgebungen, Versammlungen und Geldsammlungen, wenn sie demonstrativen Charakter haben, zu beteiligen. In Vrzemisl hatte ein Bürgerkomitee eine Prvtest-Versamm- uing gegen die Behandlung der Polen in Preußen einberufen. Die Behörde hat die Versammlung verboten und die Entfernung der Plakate veranlaßt. Eine Versammlung polnischer Frauen in Stanislau beschloß, durch Baronin Suttner an alle deutschen Frauen ein Schreiben zu richten, worin das Mitleid deutscher Mütter für die mißhandelten 'Polenkinder geweckt werden soll. Der galizische Landesschulrat fordert die Direktionen aller Gymnasien, Realschulen, Handelsschulen, Gewerbeschulen und Lehrerbildungsanstalten unter Androhung strengster Strafen auf, den Schülern jede Beteiligung an Demonstrationen, Umzügen, Versammlungen und sonstigen politischen Kundgebungen zu unterlagen. Das Zirkular ist vom Statthalter Grasen Piniski unterschrieben.
Den trefflichsten Kommentar zu der Entrüstung der österreichischen Polen über die angebliche Vergewaltigung ihrer Stammesbrüder in Preußen bildet ihr Verhalten den Ruthenen gegenüber. Niemals ist den polnischen Aspirationen in Deutschland mit der Härte begegnet worden, wie sie die in Galizien herrschenden Polen der ruthenischen Nationalität gegenüber in Anwendung bringen. Wir haben von der gegen die polnische Bedrückung gerichteten Dernon- stratioit der ruthenischen Studenten berichtet, und es liegt eine eigene Ironie des Schicksals darin, daß die österreichische Staatsgewalt gleichzeitig mit den Maßregeln gegen den polnisch-galizischen Entrüstungsrumntel auch dämpfend auf die Demonstration einer von den Polen unterdrückten Nationalität einwirken muß. Der österreichische Unterrichtsminister Dr. v. Härtel empfing eine Deputatton rutbenischer Notablen unter Führung des Abg. Nomanezuk, der eine Denkschrift über die jüngsten Vorgänge an der Lemberger Universität überreichte. Der Minister ermahnte die Herren, auf die Studierenden in ernster Weise einzuwirken, um sie von weiteren Schritten auf der betretenen Bahn abzuhalten. Ein Massenaustritt von Studierenden, deren Aufnahme in eine andere Universität angesichts bev vorgeschrittenen Semesters durchaus nicht gesichert sei, wäre nicht nur für die Studierenden höchst nachteilig, sondern hindere auch die Unterrichtsverwaltung, sich für die Ruthenen einzusetzen, um jene Verhältnisse zu mildern und zu verbessern, unter denen sie zu leiden vorgeben. Die Deputation versprach, in diesem Sinne auf die Studierenden einzuwirken, und ersuchte den Minister um wohlwollende Intervention. Sämtliche Lemberger Blätter mahnen zur Vernunft und hoffen, daß die lärmenden Demonstrationen sich nicht mehr wiederholen. Das Organ der Demokraten Slowo Polski warnt die Polen davor, daß sie sich von ihren Gefühlen hinreißen lassen. Der Dziennik Polski hebt lobend hervor, daß die älteren Gymnasiasten ihre jüngeren Mitschüler von den letzten Straßendemon- strationen abzuhalten suchten. Man möge sich vor unbesonnenen Schritten in Acht nehmen und keine Fehler begehen, die der ganzen polnischen Nation zum Schaden gereichen würden. Alle ernsteren Faktoren der polnischen Gesellschaft sollten ihren ganzen Einfluß aufbieten, um eine Fortsetzung der Straßendemonstrationen zu verhindern. — Wie aus Lemberg weiter telegraphiert wird, haben die infolge der Studentenunruhen unterbrochenen Vorlesungen der drei weltlichen Fakultäten der Universität ohneZwischen- fall wieder begonnen.
Trotzdem nehmen die Polentumulte ihren Fortgang. Am gestrigen Sonntag fand in Lemberg unter Beteiligung von etwa 8000 Personen die Enthüllung des Denkmals für den Dichter Ujejski statt. Nach Beendigung der Feier zogen zahlreiche Teilnehmer an derselben nach dem deutschen Konsulat. Eine starke Polizeiabteilung sperrte den Platz vor demselben ab. Die Demonstranten durchbrache n jedoch die Polizeikette und zogen unter Absingen von Liedern an dem ^Lousulatsgebäude vorbei, lvorauf sie auf
demselben Wege zurückkehrten. Danach, zog die Truppe vor das Gvluchowski-Denkmal, wo sie durch herbeigerufenes Militär zersprengt wurde. Ein Teil der Demonstranten sammelte sich sodann nochmals vor dem Ujejski-Tenkmal und zerstreute sich, nachdem mehrere Lieder gesungen waren.
In Wien verlief am Freitag eine Protestversammlung, der Polen ruhig. Etwa tausend Personen, kein polnischer Abgeordneter, waren anwesend. Das Thema war: Die Polenschulen in Deutschland. Heftige Reden wurden gehalten. Von allen Rednern wurde das Urteil scharf kritisiert. Die Posener Brüder müßten im Kampfe gestärkt und die polniscken Gemüter aufgerüttelt werden. Ein Student betonte die Sehnsucht nach Revanche und ein zehnjäh r. Knabe drückte den Wreschener Genossen sein Mitgefühl und seine Bewunderung für ihren Mut aus. Eine Resolution wurde einstimmig gefaßt, die die tiefste Entrüstung gegenüber den preußischen Gewaltthaten ausdrückt und die Opfer der preußischen „Begehrlichkeit" der Verehrung versichert. Ferner wird dem Berliner Polenklub die Entrüstung über seine Flauheit in der Vertretung polnischer Interessen und dem österreichischen Polenklub Verachtung wegen Nichterscheinens ausgedrückt. Ein Antrag auf Gründung eines Vereins der Verteidigung der nationalen Rechte an den Grenzen Polens wurde einstimmig angenommen. Schließlich wurden Nationallieder gesungen und Geldsammlungen veranstaltet.
In Lemberger unterrichteten Polenkreisen cirkuliert das Gerücht, daß der deutsche Botschafter Fürst Eulenburg in Wien mit dem Grafen Golnchvwsky wegen der Lemberger Demonstrationen eine ziemlich ernste Sprache geführt und daß Graf Goluchowsky mit seinen Zusicherungen wegen gewaltsamer Unterdrückung derselben „viel zu weit gegangen" sei. Ministerpräsident von Körber habe sich den geplanten scharfen Maßregeln widersetzt und sei mit der ruhigen Auffassung der Lage beim Kaiser durchgedrungen. Gras Goluchowsky sei hierüber sehr verstnnmt. Man würde in maßgebenden Berliner Kreisen natürlich nicht minder verstimmt sein, wenn sich dieses Gerücht bewahrheiten sollte.
Den Warschauer Blättern wurde aufs strengste verboten, über die Studenten-Demonstrationen vor dem deutschen Generalkonsulat irgend etwas zu berichten.
Politische Tagesschau.
Ter deutsche Zolltarif in rusfischer Beleuchtung.
„Wjestnik Finanzow" legt in einem Artikel die Stellungnahme des russischen Finanzministers gegenüber bem neuen beutschen Zolltarifentwurf wie folgt dar: Der Finanzminister geht von bem Gesichtspunkte aus, baß jebe Regierung in ihrer Fürsorge für die wirtschaftlichen Bedürfnisse ihrer Staatsangehörigen unabhängig und so vorgehen kann, wie sie es für ihr Land für nützlich erachtet, ohne daß jemand darin eine Feindseligkeit gegen fremde Länder erblicken könne. Wir dürfen uns ebensowenig in die innere Politik fremder Regierungen, selbst wenn fte den wirtschaftlichen Interessen Rußlands widerspricht, mischen, wie die russische Regierung nicht zugeben kann, daß fremde Regierungen unsere wirtschaftlichen Maßregeln anders beurteilen, als eine Angelegenheit unserer unabhängigen inneren Politik, die sich von der Sorge um das Wohl Rußlands leiten lassen darf. Wenn nun auch jede Regierung gewissenhaft die Interessen ihres Landes verteidigt, bieten doch internationale Handelsbeziehungen so viele Vorteile, daß die Regierungen bestrebt sind, zu einem rnodus vivendi zu gelangen, der im stände ist, die Interessen verschiedener Länder auszugleichen, und daß sie einen Weg suchen, auf bem ein Einvernehmen zwischen zwei Völkern möglich ist und Grund zum wirtschaftlichen Kampfe vermieden wird. Was die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland anbetrifft, so sind zwei Wege möglich: 1) Die Beibehaltung der jetzt bestehenden Tarife, also die Verlängerung des jetzigen Handelsvertrags auf die im voraus festgesetzte Zeit ober 2) der Uebergang zu anderen Zolltarifen, deren Sätze unabhängig von den gegenseitigen Interessen der Staaten sind, welche den Vertrag geschlossen haben, festgesetzt wird und nur das heimische Bedürfnis zur Grundlage haben würden, die verschiedenen Jndustrie- branchen jedes Landes gegen die auswärtige Konkurrenz gesondert zu schützen. Diesen Weg wird Rußland notwendigerweise betreten müssen, wenn der deutsche Zolltarif- entwurf, der auf dem Prinzip des nationalen Egoismus beruht, angenommen wird. 1894 hat sich die russische Regierung dazu verstanden, ihren Zolltarif zu Gunsten Deutschlands bedeutend herabzusetzen, einzig und allein, weil Deutschland unseren Ackerbauprodukten gleiche Vorteile einräumte. Tie russische Regierung hielt es damals für möglich, der russischen Industrie einen geringeren Schutz zu gewähren, zu Gunsten des vom deutschen Markt abhängigen Ackerbaues. Wenn die deutsche Regierung es heute für npti g hält,inAnbetracht deswirtschaftlichen Bedürfnisses des Landes die russische Einfuhr der bis jetzt eingeräumten Vorteile zu berauben, und die Zölle erhöht, so wird die russische Regierung ebenfalls im nationalen JnteressediesenNachteilausgleichenmüssen. Dies läßt sich dadurch erreichen, daß unser Tarif den jetzigen Bedürfnissen der russischen Industrie besser an- gepant wird. In diesem Falle würden die Zölle wieder auf Die Sätze im Tarif von 1891 gebracht, sogar für gewisse Gegenstände, welche eine komplizierte Arbeit verlangen, noch mehr erhöht werden müssen. Das würde zu einer wesentlichen Abänderung einer ganzen Reihe von Artikeln unseres Tarifs führen. Bei dieser Sachlage müssen Deutschland und Rußland Zolltarife haben, die den Bedürfnissen jedes Landes' entsprechen, zwischen beiden Ländern könnte ein Handelsvertrag abgeschlossen werden, welcher kein wechsel
seitige Herabsetzung irgend welcher Zölle festsetzen, sondern Den beiden Ländern das Meistbegünstigungsrecht sichern würde.
"DeutschesKeich.
Berlin, 8. Dez. Auf der Fahrt von Moschen nach Neudeck arbeitete der Kaiser mit dem Leiter des Auswärtigen Amts v. Tschirschky. In Radzionkau wurde der Kaiser am Bahnhof vom Fürsten Henckel von Donnersmarck und von dem Landrat des Tarnowitzer Kreises, dem Grafen v. Schwerin, empfangen. Kriegervereine, Feuerwehren und Bergleute bildeten vor dem Bahnhöfe Spalier. Hierauf erfolgte die Abfahrt nach dem Schloß Neudeck, wo der Kaiser voll der Fürstin Henckel von Donnersmarck empfangen wurde. Am Abend fand Tafel statt.
— Bei dem Reichskanzler und der Gräfin v. Bülow fand gestern (Samstag) abend ein Diner statt, zu dem unter anderen an die aus Anlaß der Zolltarif-Verhandlungen zur Zeit hier anwesenden Vertreter der Bundesstaaten den bayerischen Minister Freiherrn v. Riedel, die sächsischen Minister v. Metzscb und v. Watzdorf, die württern- bergischen Minister Freiherrn v. Soden und v. Pischek, die hessischen Minister Rothe und Dr. Gnauth, den braunschweigischen Minister v. Otto, die hier accreditierten Gesandten von Bayern, Sachsen, Württemberg, Hessen und Braunschweig, die preußischen Staatsminister v. Thielen, Schönstedt, v. Goßler, Gras Posadowsky, Stadt, Frhr. von Rheinbaben, v. Podbielski, Frhr. v. Hammerstein und Möller, die Staatssekretäre Dr. Nieberding, Frhr. v. Thielmann, Frhr. von Richthvfen, den Unterstaatssekretär für Elsaß- Lothringen Dr. Schraut und den Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt v. Mühlberg, Einladungen ergangen waren.
— Ter Empfang des Marquis Ito durch den Reichskanzler Grafen Bülow trug ein sehr herzliches Gepräge. Große politische Abmachungen dürfte jedoch der Berliner Besuch Itos nicht zur Folge haben. Dazu fehlt ihm vor allem die Legitimation, da er zur Zeit der japanischen Regierung nicht angehört.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Konsistorialrats Dr. Reick e (den man als Mitglied des Goethebundes im Konsistorium nicht weiter duldete. D. Red.) zum dlaiserl. Regierungsrat und ständigen Mitgliede des Reichsversicherungsamtes.
— Tas zu Ehren des Deeernenten für das Universitätswesen, Ministerialdirektors Dr. Alt ho ff, geplante Essen findet am 15. d. M. in der Wohnung des Professors Schmal le r statt. Man rechnet auch auf die Teilnahme des Professors M o m m f e n.
— Die 4. Abteilung des»Reichstages hat heute die, Wahl des Abg. Dr. Beumer (nl.) für gUtig erklärt.
— Dem Oberstleutnant Günd ell, Chef des Generalstabes des 1. Armeekorps und dem Major Pappritz vom großen Generalstabe ist der Abel verliehen worden.
Wiesbaden, 7. Dez. Heute fanden hier unter sehr geringer Beteiligung die Ergänzungswahlen von 71 Wahl- männem zur Wahl eines Landtagsabgeordneten an Stelle des verstorbenen Freisinnigen Winter- mayer statt. Das Resultat liegt noch nicht ganz vor, doch steht fest, daß die freisinnige Partei ihren Besitzstand gewahrt hat. Die Landtagswahl findet am nächsten Samstag statt. Von freisinniger Seite ist Abg. Dr. Müller-Sagau und von nationalliberal-lonservativer Seite Oberstleutnant a. D. Wilhelmi-Wiesbaden als Kandidat aufgestellt.
Ulm, 8. Dez. Heute nachmittag begannen die Versammlungen des zweiten württembergischen Katholikentages, welcher heute und morgen hier stattfindet und besonders für die Ordens- und Schulfrage gilt. Unter den Einberufenen befindet sich außer den Führern der Zentrums- fraltion der Präsident der Kammer der Standesherren, Graf v. Rechberg. Der Andrang aus allen Landesteilen ist stark. Es wurden mehr als dreißigtausend Eintrittskarten aus- gegeben.____________________________________
Ausland.
London, 7. Dez. Ter Handelsausweis für November zeint eine Abnahme der Einfuhr um nahezu 3 Millionen Pfund Sterling und eine Abnahme der Ausfuhr um mehr als 1.75 Millionen Pfund Sterling gegen das Vorjahr.
— Der „Pallmall Gazette" zufolge berichten Privatbriefe aus Nigeria über neue W rrr e n im Hinterlande und zwar infolge von französischen Gebietseingriffen. Es scheint, daß eine ziemlich ansehnliche französische Streitkraft anfangs November Goudja, das zugestandenermaßen in Der britischen Einflußsphäre liegt, einfiel, dort eine Woche blieb, den regierenden Emir absetzte, und einen neuen Herrscher einsetzte. Da die Franzosen durch deutsches Gebiet marschiert zu sein scheinen, hoffe man, daß England und Deutschland gemeinsame Schritte ergreifen werden. (England wird sich schneiden. Es siebt außer allem Zweifel, daß diese englische Botschaft nur dazu Dienen soll, um das gegenwärtig überaus günstige Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich zu beeinträchtigen. John Bull wäre dann wieder tertius gaudens. D. Red.
P a r i s, 8. Dez. Die Emission der 265 Millionen Francs der 3prozentigen Chinaanleihe wurde auf den 21. Dez. festgesetzt.
— Labori teilt in einer Zuschrift an den „Temps" mit, daß er die Dreyfusangelegenheit wieder eröffnen wolle. In Justizkreisen macht man indessen geltend, daß jede Möglichkeit einer Wiedereröffnung des Prozesses durch Enthüllungen Laboris ober Lazares vollständig ausgeschlossen ist und zwar wegen des Amtsgeheimnisses, das beide Anwälte ihren Klienten gegenüber bindet
Cherbourg, 8. Dez. Das Unterseeboot „Triton" machte aus 1.15er Fahrt zwischen Cherbourg und Cap


