Ausgabe 
10.11.1901 Zweites Blatt
 
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Neueste Welvungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

d. Darmstadt, 9. Nov. Der Großherzog und Prinz Heinrich von Preußen besichtigten gestern die Nestaurations- arbeiten im Neuen Palais, die ihrem Ende entgegengehcn. Gestern mittag empfing Prinz Heinrich den preußischen Gesandten Prinzen zu Hohenlohe Lehringcn. der nachmittags durch den Besuch des Großherzogs und des Prinzen Heinrich geehrt wurde. Am Adend sand im Schlöffe Heine Hoftasel im engsten Kreise statt. Gestern abend wurde der Arbeiter Heinrich Weber von Wirhausen an dem Neubau der Gasfabrik von einem herab- fallenden Stein getötet.

London, 6. Nov. DerStandard" meldet aus Schanghai: Tschangsentschun, der bisherige Getreidetransportkommiffar in Taiugan, ist zum Gouverneur von Schantuug ernannt worden.

Londou, 9. Nov. Wie es den Auschein gewinnt, ist Frl. hobhonse in Südafrika nicht verhaftet worden, sondern es ist ihr lediglich bei der Wiedcrankunft die Landung verboten worden, da fie nicht die feit Verhängung des Kriegsrechts nötige Erlaubnis der Militärbehörde befaß. Schließlich wurde ihr ge­stattet, au Bord eines Transportdampfers nach England zurück- zukehreu. D e Erlaubuis zur Aückkehr nach Südafrita war vor ihrer Abreiie von England zmuckgezogen worden.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

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Gerichtssaal.

D. Gießen, 8. Nov. (Strafkammer.) Der Schaf­händler Jakob Leich von Kirchhain war zur Anzeige ge­bracht worden, weil er am Anfang des Dezember in einem zum Bezirke des Amtsgerichts Homberg gehörigen Teile des Kreises Alsfeld eine aus 240 Tieren bestehende Schaf­heerde von Nieder-Ofleiden nacl) Kirchhain getrieben hatte, ohne im Besitz, eines Zeugnisses eines beamteten Tier­arztes zu sein. Das Schöffengericht sprach den Angeklagten jedoch, als des ihm zur Last gelegten Vergehens nicht schuldig, frei. Gegen das freisprechende Erkenntnis hat die Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Revision ein­gelegt. Es handelt silch in der heutigen Verhandlung hauptsächlich um den Begriffwandernde" Schafherde, auf die allein die vom Kreisamt erlassene Verordnung sich bezieht. Die Staatsanwaltschaft hält den Angeklagten des ihm zur Last gelegten Vergehens für schuldig und beantragt gegen ihn, der Gefährlichkeit seines Handelns halber, auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten zu erkennen. Die Verteidigung beantragt Verwerfung der eingelegten Be- rusung. Das Urteil des Gerichts! lautet auf kostenfällige Verwerfung des von der Staatsanwaltschaft eingelegten Rechtsmittels, die potwendigen Auslagen des Angeklagten trägt die Staatskasse. Der Landwirt Karl Schlapp von Mainzlar war durch Erkenntnis des Schöffengerichts Gießen vom 4. Oktober wegen Körperverletzung, begangen gegen den Hüttenarbeiter Johannes S-p aar: in Mainzlar,

89.00 | Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank .

Dresdener Bank . .

Paris, 9. Nov. Ter Präsident von Brasilien ließ zn Ehren Santos Dumonts, eines geborenen Brasilianers, eine große goldene Denkmünze prägen.

Romans (Dep. Dröme), 9. Nov. Zn einem Restaurant kam es zwischen Soldaten, die Tags zuvor ihre Dienstzeit beendet hatten, und-Offizieren zu einem Streit Tie Soldaten fiele« über die Offizicie her iinb verwundeten drei schwer.

Brescia, 9. Nov. Ein erneuter Erdstoß, der gestern abend hier und an der Riviera des Gardasees verspürt wurde, verursachte unter der Bevölkerung große Bestürzung Verletzungen ir.d nicht vorgekommcn.

Washington, 9. Nov. In ein.r Konferenz zwischen Roosevelt und dem Finanzkouutee erklärte Roosevelt, er sei Gegner der Tarifrevisio n. Ebenso ungünstig find die Aussichten bezüglich der Reziprozitätsverträge. Zwei Zähre hindurch soll keine Tarifänderung zu erwarten sein.

Berlin, 9. Nov- Angesichts der großen Arbeitslast, die der Reichstag durch die Beratung des Z0 ll t a rifess zu bewältigen hat, macht sich die Befürchtung geltend, es könne die dringende Börsen re form dadurch in den Hintergrund' gedrängt und in dieser Session gar ruckst. mehr vorgelegt werden. Diese Befürchtungen sind nach der Rat. Korrefp." unbegründet. Der Entwurf zu e irrer Re­vision des Börscngefctzcs wird dem Reichstage sicher zu­gehen. Wie einer parlamentarischen Korrespondenz von beteiligter Seile mitgeteilt wird, sind die Vorarbeiten für die Revision des Kranken-Verficherungsgefetzes effrigst in Angriff genommen wo.rden. Ein Abschluß ist noch incG h ebb eigeführt.

Ko p e n h a g e n, 9. Nov- Eine große Waggonlieferung Gewehrkugeln, die in Schweden fabriziert wurden, passier­ten gestern Kopenhagen aus dem Wege nack Südafrita.

London, 9. Nov-Morning Leader" bemerkt zu der Ausweisung der Miß Hobhouse, daß alles, was- in England ritterliches Gefühl habe, sich auf lehnen müsse angesichts einer niedern Tyrannei. Die tägliche Verlustliste der englischen Truppen beziffert sich für gestern auf 6 Tote, 16 Verwundete uitibi 6 an Krank­heit Verstorbene.

Paris, 9. Nov- Der ehemalige Gesandte rn China, Pichon, über die Konsequenzen des Hinscheidens Li-Hurrg- Tschangs befragt, antwortete, alle leitenden Staatsmänner, Prinz Tsching, sowie der neue Vizekönig von Petschili und die Vizekönige von Hankau und Nankings werden Li-Hung- Tschangs Politik der letzten Jahre fort setz en und für deü chinesisch-japanischen Zusammenschluß ein» treten.

Madrid, 9. Nov- (Senat.) Der Bischof von Ovtedo wirft dem Mini st er des Inneren Atheismus vor und verbreitet sich über die Notwendigkeit, die Vorrechte der Kirche zu schützen. Der Minister erwidert, das Dekret über die Kongregationen sei von guten Absichten eingegeben. Der Bischof von Valencia erklärt, alle Prälaten liebten das Vaterland. Der Bischof von Tortosa betont, daß Jesus Christus die Apostel beauftragte, das Evangelium zu vredigen, jedoch ohne die Kaiser und Könige um Erlaubnis dazu zu bitten. Nachdem noch der Erzbischof von Sevilla gesprochen hatte, beantragen mehrere Konservative die Auf­rechterhaltung der gegenwärtigen Beziehungen zwischen der Kirche ynd dem Staat. Sagasta erwidert, das bestehende Konkordat sei voll von Anachronismen und es sei deshalb eine sofortige Reform desselben notwendig.

Rom, 9. 9iot). Eine sizilianische Schwester hat der Kongregation der Bischöfe neuerdings ein Gesuch zugesandt, worin energisch die A u f h e bu n g d e s C ö l i b a t s und des unwiderruflichen Keuschheits-Gelübdes der Mönche und Nonnen gefördert wird. Diese Schrift wird als Flugschrift unter die gesamte Geistlichkeit ver­breitet werden.

Bern, 9. Nov- DerBund" bezeichnet es als ein Verbrechen an den Buren, weil der Bundesrat gestatte, daß den Engländern von den Schweizer Milch­siedereien große Mengen kondensierter Milch geliefert wer­den, wodurch Englands längere Kriegführung ermöglicht und zugleich der Butterpreis in der Schweiz unerhört ver­teuert werde.

Wien, 9. dLov- DemNeuen Wiener Journal" zu­folge hat Erzherzog Otto die Uebernahme des Protektorats über die geplante Automobil-Wettfahrt Paris-Wien abgelehnt, da eine solche die öffentliche Sicherheit arg gefährde, und die österreichische Industrie hierfür über­haupt nicht in Frage komme.

Peking, 8. Nov. Zum Nachfolger JuanschikaiS Ttf eine unbekannte Persönlichkeit ernannt worden, welche bis­her das sehr einträgliche Amt eines Getreidekommissars in einer Stadt im Innern der Provinz Schantung ver­waltete. Wangwentschao, der Nachfolger Li-Hmrg- Tschangs als Bevollmächtigter der chinesischen Regierung, ist 74 Jahre alt und schwerhörig. Er wurde niemals für einen Staatsmann und Diplomaten angesehen. Seine nennung scheint eine einstweilige zu sein. __

meinben in jeder Weise ausreichen und auch noch andere An­schlüße ermöglichen. Nonnenroth, das eine Leitung besitzt, Trinkwasser derselben aber nicht entnehmen kann, könnte gleichfalls ein vorzügliches Wasser erlangen, ohne sich noch bedeutende Kosten au'bürden 311 müssen. Gegenwärtig wird bei hiesiger Fernsprech stelle eine direkte Tclcp Honleitung mit Gießen und Gelnhausen errichtet.

)( Alsfeld, 8. Nov. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich vorgestern in dem benachbarten Ohmes zugetragen. -Landwirt Konrad Martin befand sich mit mehreren Be­gleitern auf dem Nachhausewege aus einer Wirtschaft. Dabei .Farn er zu Fall und zag sich eine derartige Kopfverletzung ,zu, daß er besinnungslos nach seiner Wohnung gebracht werden mußte, in der er gestern verschied. Wie man sagt, hat der Verstorbene noch kurz vor seinem Tode die Angabe gemacht, er sei auf den Kopf geschlagen worden. Durch die gerichtliche Sektion dürfte die Todesursache fest- gestellt werden.

Bingen, 7. Nov. Ein räuberischer Ucberfall wurde in vergangerer Nacht in der Kantine der strategischen Bahn auf den dortigen Wirt verübt. Zwei an dem Bahn­bau beschäftigte Italiener drangen in die Käutine ein, ver­wundeten den Wirt schwer durch Stiche und Revolvcrschüsse und raubten den Kässenvorrat von 480 Mk. Ein Maurcr- palier von Kempten, der dem Wirt zur Hilfe kam, erlitt gleichfalls lebensgefährliche Schußwunden. Die Thätcr sind bis jetzt nicht ergriffen worden, doch ist, da alle Hebel zu ihrer Habhaftwerdung in Bewegung gesetzt sind, kaum anzu­nehmen, daß sie entkommen. Die Aufregung über den Vor­fall ist groß.

Wiesbaden, 8. Nov. Am 17. November wird in Schier- stein am Rhein eine Büste des Burengenerals De wett enthüllt werden.

o. Ober-Erlenbach (Oberhcssen), 8. Nov. Dieser Tage hielten drei Schwestern von der göttlichen Vorsehung ihren Einzug in unsere Gemeinde. Das Schwesternhaus, ein Ge­schenk der Frau Johann Ohmeis 5r. Witwe, macht nach den durchgreifenden Umbauten und Einrichtungen einen recht guten Eindruck. Mben der Krankenpflege werden die Schwestern eine Kinderschule einrichtcn und Kurse für weibliche Hand­arbeiten leiten.

Kaffel, 7. Nov. Der in Barcelona auf Ersuchen des deutschen Generalkonsuls verhaftete Bankdirektor Echtermeyer hat vor wenigen Jahren hier eine traurige Berühmtheit durch Bankschwindel und andere strafbare Handlungen erlangt. Bauhandwerter und vor allem kleinere Leute wurden durch ihn geschädigt. Eines Tages war Echter­meyer, der aus Braunschweig stammt, verschwunden. In dem BergwerkGlückauf" (hinter Wilhelmshöhe) wurden zwei Bergleute verschüttet, von denen der 19jährige Bergmann Krug aus Hoof (Bezirk Kassel) seinen Tod fand.

Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. In Lampertheim wurde vor einigen Tagen der Wein- reisende H. Siegert geknebelt und in bewußtlosen! Zustand im Bette aufgefundem Die Thüre zu dem anstoßenden Schlafzirnmer seiner Frau war verschloßen. Auf dem Boden lag eine Blutlache. Siegert behauptete, er sei überfallen worden, 6500 Mk. hätten ihm die Räuber gestohlen. Jetzt hat es sich herausgestellt, daß dje ganze Geschichte fingiert ist. Das Blut war Tierblut. Siegert hatte sich dasselbe Tags zuvor in Worms gekauft. Auf der Station U n- denheim wurde am Mittwoch, wo der dienstthuendc Schalterbeamte anderwärts zu thun hatte, die Stationskasse geplündert. Alsbald lenkte sich der Verdacht, das Geld ge­stohlen zu haben, auf einen Hausierer, der sich vorher längere Zeü in auffallender Weise auf dem Bahnhose aufgehalten hatte. Er wurde, als er gegen Abend mit dem Zuge auf dem Alzeyer Bahnhofe anlangte, von der Polizei festge­nommen. Ein Bäckermeister in Dorn-Assenherm wurde am Donnerstag plötzlich von Tobsuchtsanfällen be­fallen. Er wurde behufs Beobachtung seines Zustandes in die psychiatrische Klinik nach Gießen verbracht.

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in eine Geldstrafe von 60 Mk. verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte der Vertreter des Verletzten, als des Nebenklägers, Berufung eingelegt, um eine Erhöhung der erkannten Strafe herbeizuführen. Nach einem Intermezzo, das sich mit Formalien der Nebenklage beschäftigt, und Aus­führungen der Beteiligten es sei bemerkt, daß der Vor-, treter des Nebenklägers beantragt, auf eine Gefängnis­strafe gegen den Angeklagten zu erkennen wird das Urteil dahin verkündet, daß die Berufung kostenfällig zu verwerfen sei. Der siebenmal wegen Diebstahls vor­bestrafte Tagelöhner Wilhelm Jakobi in Urberach. ist an­geklagt, Mitte Februar zu Friedberg durch Einbrechen und Einsteigen dem Wilhelm Eichenauer in Friedberg ver- chiedenc Gegenstände, besonders Kleidungsstücke im Werte von insgesamt 55.85 Mk. rechtswidrig entwendet, zu haben. Ter Angeklagte leugnet die ihm zur Last gelegte Straflhat und entpuppt sich dabei als sehr gewandter und phantasie- voller Erzähler. Die Staatsanwaltschaft beantragt Schuldig- prechung des Angeklagten und Verurteilung in eine Zucht­hausstrafe von drei Jahren, auch Aberkennung der bürger­lichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Die Kammer erkennt jedoch auf Freisprechung, da die erfolgte Beweisaufnahme nicht den Beweis der Schuld des Ange­klagten erbracht habe. Der erlassene Haftbefehl wird aus­gehoben. Der Rechtsanwalt Dr. Pächter von Frauk- nrt a. M. war beschuldigt worden, den vom Generalstab auf dem Winterstein bei Friedberg errichteten trigonomctri- chen Punkt, der zugleich als Aussichtsturm diente, als Pächter des dortigen Jagdgebietes beschädigt zu Haven. Tas Schöffengericht Friedberg verurteilte den Angeklagten wegen des ihm zur Last gelegten Vergehens in eine Geld- trafe von 300 Mk. Gegen das verurteilende Erkenntnis hat der Angeklagte das Rechtsmittel der Berufung eingelegt. Der Angeklagte behauptet, zur Entfernung der Leiter des Aussichtstürmes es wird in ihrer Beschädrgung eine Sach­beschädigung erblickt als Jagdpächter befugt gewesen zu ein, da die Errichtung des Aussickststurmcs zu Unrecht geschehen und ihm die Erlaubnis zur Entfernung der Leiter von dem Gemcinderat der Gemeinde Ockstadt, der allein berechtigten Körperschaft, erteilt worden sei. Es erfolgt eine längere Vernehmung des Errichters des trigonomctri- chen Zeichens, eines Offiziers vom großen Generalstabe, owie des Rechners der interessierten Gemeinde Ockstadt. Ter Angeklagte beantragt darauf seine Freisprechung, die Staatsanwaltschaft stellt die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Das Urteil lautet auf Freisprechung von Strafe und Kosten. Die letzteren fallen der Staatskasse zür Last. Der Postbote Balthasar Opper von Trais an der Lumda, früher Bäckergeselle in Gießen, steht unter der Anklage, als Postbote verschiedene Geldbeträge 200 Mark zusammen die er in amtlicher Eigenschaft empfangen oder in Verwahrung hatte, sich rechtswidrig angeeignet, auch zum Zwecke der Erlangung eines VetMögensvorteils diese Geldbeträge, Privaturtunden, Postanweisungen ver­fälscht zu haben. Der Angeklagte leugnet. Die Beweis­aufnahme auch ein Sehr erb s achv erstandiger wird ver­nommen erbringt jedoch den vollen Beweis seiner Schuld. Die Staatsanwaltschaft beantragt, gegen den Angeklagten auf eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahre acht Mo­naten zu erkennen, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren abzusprechen. Das Gericht erkennt auf eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahre drei Monaten. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden dem Angeklagten auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Der Großh. Bürgermeister Friedrich R ü h l I. von Köddingen ist des Vergehens gegen § 69 des Personenstandsgesctzes beschuldigt, weil er unter Außerachtlajsung der durch § 1314 des bürgert. Gesetzbuchs erlittenen Vorschriften eine Ehe­schließung vollzogen habe. Der Angeklagte leugnet nicht und entschuldigt sein begreifliches Versehen. Das Urteil lautet auf eine Geldstrafe in Höhe von fünf Mark, unter weitgehender Zubilligung mildernder Umstände.

Kiel, 9. Nov. Tas Kriegsgericht verurteilte den Z ah l° nreisterapplikanten Iwan wegen -Betruges und Unterschlagung im Amte zu 7 MonatenGefängnis, Degradation und Versetzung in die zwerte Klasse des Soldaten­standes. ImGazelle " - P e ß legten hie Angeklagten Senkung ein.

Posen, 8. Nov. Der Staatsanwalt Stamer beantragte gegen Ryglewski sechs Wochen, gegen Kowalczyk, Suminski, Dre- binski, Bialy und Szulczewski je zwei, gegen Karas drei imd Bo- leski vier Atonate Gefängnis, ferner die sofortige Verhaftung aller Angeklagten wegen Fluchtverdachts.

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Vermischtes.

* Danzig, 11. Nov. In einem plötzlichen Sturm fenterte ein Segelboot, ein Fischer ist ertrunken ein anderer gerettet.

* München, 8. Nov. Als Prinz Ludwig Ferdi­nand von Bayern gestern Abend nach Schloß Nymphen­burg fuhr, stieß sein Wagen an einen Alleebaum und stürzte um. Der Prinz brach sich die äußerste Spitze des linken Schulterblattes; sein Befinden ist heute den Umständen gemäß gut.

* New-Por k, 8. Nov. Fünf von den Strafgefangenen, die im Gefängnis zu Leavenworth meuterten und dann auf Pferden, die sie den Farmern gestohlen hatten, flohen, wurden heute in einer Scheune, 20 Meilen von Leavenworth entfernt, von Bürgern umzingelt. Da sie sich nicht ergeben wollten, feuerten die Bürger, töbteten drei und verwun- deten zwei.

Universitäts-Nachrichten.

Heidelberg, 8. Nov. Der hiepgen national-jüdischen StudentenverbindungBadenia" entzog der Senat die Erlaubnis des Farbentragens.

HMdel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Gießen, 9. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,151,30 Mk., Hühner­eier pr. Stück 00 Pf., 2 Stück 1516 Pf., Käse pr. Stück 58 Pf,. Kasematte 2 Stück 00 Pfg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,701,20 Mk., Hühner pr. Stück 1,001,20..Mk., Hahnen pr. Stück 0,701,20 Mk., Enten pr. Stück 1,202,50 Mk., Gänse pr. Psd. 5565 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Riirdfleisch pr. Pfund 6064 Pfg., Schweine­fleisch pr. Psmld 6480 Pfg., ^>ck)weincfleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6066 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 2,803,20 Mk., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,505,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Psd. 815 Pfg., in Körben 1215 Pfg. Trauben 3550 Pfg., Tomaten per Pfd. 1820 Pfg.

November

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