den eine stattliche Zabl von Angehörigen der studentischen Verbindung „Arminia". Unter Vvrantritt einer Musikkapelle bewegte sich in feierlich komischem Zuge ein Wagen durch mehrere Straßen der Stadt, auf dem folgende Szene von einigen kostümierten Personen dargestellt wurde: Arm in Arm saßen auf der Vorderfront des Gefährtes ein stämmiger Burenkriegsmann und ein graubärtiger deutscher Landwehrmann, geschmückt mit dem Eisernen Kreuze. Ferner zierten den Wagen ein Vertreter des Russenreichs, der einen Friedenszweig in der Rechten schwang, sowie zwei Engländer, von denen der eine im Frack, der andere uniformiert war. Ersterem wurde von Zeit zu Zeit von den beiden stammverwandten Kriegern die Rückseite des Körpers bearbeitet. Alsdann wurde immer ein Hoch auf die Buren ausgebracht, in das die begleitende Menschenmenge lebhaft einstimmte. An einem auf dem Wagen angebrachten Galgen baumelte eine Figur, welche die vielsagende Aufschrift trug: „Chamberlain". Bewaffnet waren die begleitenden Musensöhne mit — Bierseideln.
• Riva, 7. Nov. Längs des ganzen Ufers des Gardasees wurden neuerdings mehrere Erdstöße verspürt, die aber wenig Schaden anrichteten.
* London, 7. Nov. Ter hier herrschende Nebel verursacht großen Schaden. Zahlreiche Fahrzeuge liegen im Hafen und wagen nicht aufs Meer hinauszufahren.
* Königin Alexandras Weihnachtsgeschenk für die Soldaten in Südafrika. Marr schreibt aus London: Königin Alexandra wird einigen der in Südafrika kämpfenden Soldaten ein Weihnachtsgeschenk gewähren und damit das Beispiel der verewigten Königin Viktoria nachahmen, die bekanntlich für jeden Soldaten in Südafrika eine Schachtel mit Schokolade zum letzten Weih nachts feste nach dem Kap der Guten Hoffnung sandte. Damals glaubte allerdings wohl niemand, daß noch ein drittes Weihnachtsfest werde in Südafrika in Waffen gefeiert werden müssen: man hatte damals mehr Hoffnung auf Frieden am Kap als heute. Königin Alexandra sendet den Kriegern Tabakpfeifen — echte Briarpipes — mit Silber beschlag, auf denen der Namenszug der hohen Geberin mit der Krone darüber eingraviert sein wird. Es sollen mehrere tausend dieser Pfeifen in Auftrag gegeben worden sein, und zwar sind sie so abzuliefern, daß sie rechtzeitig in Südafrika eintreffen und zu Weihnachten auch wirklich in den Händen der Tommies sind. Die Schokolade kam nämlich arg zu spät. Doch damit nicht genug, sie kam auch lange nicht zu allen, denn der Weg ist weit und die Schokolade hatte so viele Lagerplätze und Depots zu passieren, daß unterwegs bereits die Zahl der Lieb- g: sich stetig mehrte und zur Front nur wenige der hen Schächtelchen kamen. Noch- bis in den Sommer n klagten ganze Truppenteile darüber, daß sie ihr Nachtsgeschenk nicht erhalten hatten.
Gerichtssaal.
Kiel, 8. Nov. Das Urteil im Gazelle-Prozeß wurde gestern Abend gegen 9 Uhr gefällt. Cbcvmatrofe Weiß wurde von der Anklage des Ueberbordwerfens von Geschühteilen freigc- sprocben, dagegen wegen Achtungsverletzung und Gehorsamsverweigerung und Beleidigung eines Vorgesetzten zu drei Monaten Gefängnis verurteilt., Der Matrose Gröger wurde von der Anklage der Bedrohung mit Begehung eines Verbrechens freigesprochen, wegen Abfassung und Singens eines auf den Kommandanten gemünzten Liedes zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Obermatrose G e n z wurde wegen Achtungsverletzung und Singens des Liedes zu drei Monaten Gefängnis, Wachtmeistermaat Kunze wegen desselben Vergehens zu drei M o n a t e n Gefängnis und Degradation verurteilt. Außerdem stand noch Obermatrose Seite unter Anklage, welcher dem Matrosen Gröger bei der Abfassung des Liedes einige in dem Liede zur Verwendung kommende Ausdrücke sagte. Er erhielt drei Wochen Mittel- a r r e st. Kunze wurde infolge Fluchtverdachtes sofort verhaftet.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Getreide.
Während der abgelaufenen Woche hat sich die Tendenz wesentlich befestigt. Amerika und Rußland haben ihre Forderungen um Mark 3 bis 5 per Tonne erhöht, doch greift der Konsum hier zu den höheren Preisen vorerst nur zögernd ein.
Ro ggen unverändert.
Gerste Braugerste preishaltend. Futtergerste billiger angeboten.
Hafer fest.
Mais fest.
Die heutigen Forderungen sind: Redwinter 2 Mk. 129.00—130.50. Kansas 2 Mk. 129—131.50.
Südruss. Weizen Mk. 123—132.
Laplata-Weizen Mk. 000—000.
Rufs. Roagen Mk. 100.
Russische Futtergerste Mk. 94—96. Nuss. Hafer Mk. 123—138.
Mixed Mais Mk. 116.
Laplata Mais rye terms Mk. 107.
cif Rotterdam.
Viehmartt.
In der abgelaufenen Berichtswoche belebte sich das Geschäft an den einzelnen Märkten etwas besser, man kann den, Umsatz als gut mittelmäßig bezeichnen. Prima Großvieh wurde flott gehandelt, und überall ausverkauft. Aber auch mittlere Qualitäten fanden hierdurch bessere Beachtung. Kälber waren an einigen Plätzen rasch ausoerkaust und konnte die Nachfrage nicht gedeckt werden, während an einigen kleineren Märkten geringer Ueberstand blieb. Fette Schweine lebhafter gehandelt und rasch umgesetzt, Läufer und Milch- schweine etwas mehr beachtet.
Tabak.
Leider ist die bisher ziemlich reservierte Haltung im Einkaufsgeschäfte zu Anfang der Woche geschwunden durch das Eingreifen einiger Fabrikanten im Neckarthaie. Unsere Hoffnungen, daß sich in diesem Jahre der Einkauf in ruhiger und vernünftiger Weise vollziehen dürfte, bestätigen sich nicht. Es sind fast sämtliche Orte des Neckarthales in dcr Preislage von 21—27 Mk. im Sturm genommen worden. Die ganze Gegend von Bretten sowie die Würt
temberger Orte wurden zu 20—25 Mk. verkauft. In Bruhrcin verschiedene Orte zu 24—26 Mk., in den Haardtorlen wurde bis zu 35 Mk. bezahlt. Tie ganze Tabakswelt befindet sich in fieberhafter Aufregung, und wenn der Einkauf in der eben geliebten Weise fortgesetzt wird, dürste in ca. 14 Tagen die gesamte Ernte verkauft sein. Auf die Beschaffenheft des Tabaks wird überhaupt nicht mehr gesehen, was wirklich sehr zu bedauern ist. Unter solchen Umständen rann natürlich auch von einem Gewinn absolut keine Rede sein. Der einzige Hoffnungsstrahl, der sich für den Handel noch zeigt, dürfte in einer guten Abhänguna liegen. Daß eine derartige Einkaufsweise nicht zur Gesundung oes Geschäfts beiträgt, haben wir wiederholt schon erwähnt, cs mögen die Käufer die etwa entstehenden Verluste ruhig auf ihr Konto nehmen. In alten Tabaken ist es sehr flau, lose psal.zer Rippen gcschästslos, lose feine 8—9 Mk., gebündelte 10—11 Mk.
Auszug aus dm Atgudksam!srktzl8krll -er StaM Gießen.
Aufgebote.
Am 2. November. Gustav Maisch, Zimmermann dahier mit Katharine Haas in Annerod. 4. Johann Konrad Karg, Taglöhner in Rimhorn mit Susanne Naumann dahier; Wilhelm Hedderich, Schreiner dahier mit Friederfte Bcrthel Hierselbst; Georg Zimmer, Bahnarbeiter dahier mit Anna Maria Röhrig hierselbst. 5. Karl Hollmann, Dekorationsmaler dahier mit Katharine Maria Thorn er in Arnsburg. 6. Heinrich Abel, Fuhrmann dahier mit Elisabeths Reuschling hierselbst.
Eheschließungen.
Arn 2. November. Karl Volz, Eisenbahnarbeiter dahier mit Margarethe Schmidt in Oppenrod; Philipp Wilhelm Rohrbach, Tapezier dahier mit Margarethe Volp hierselbst; Leopold Karl Maliern, Bahnarbeiter dahier mit Johanna Amalie Esseluhn hierselbst; Ernst Wilhelm Müller, Lokomotivheizer in Bonn mit Margarethe Henriette Kimmel dahier. 7. Wilhelm Luh, Sergeant dahier init Adolphine Wilhelmine Auguste Fischer hierselbst.
Geborene.
Am 21. Oktober. Dem Parlier Karl Ernst Ludwig ehie Tochter, Antonie Helene Babette Maria. 27. Dem Bildhauer Martin Schmall eine Tochter, Therese. 29. Dem Hauptmann und Koinpagniechef Gustav Loetsbroks ein Lohn, Heinrich Werner; dem Schreiner Ferdinand Sauer eine Tochter Elise. 30. Dem Postassistcnt Heinrich Rau eine Tochter. Am 1. November. Dem Prokurist Georg Kreuder eine Tochter, Martha Else. 2. Dem Zementeur Karl Bögler eine Tochter; dem Fabrikarbeiter Emil Heppert ein Sohn, Karl Friedrich. 3. Dem Kürschner August Kreizschmar eine Tochter. 4. Dem Fuhrmann Konrad Graulich eine Tochter, Anni Therese Elisabeche. 6. Dem Tapezier Daniel Linker eine Tochter. 8. Dem Sattler Franz Josef Seidel eine Tochter, Minna Emilie.
Gestorbene.
Am 2. November. Paul Wenz, 3 Monate alt, Sohn des Taglöhners Friedrich Menz dahier. 3. Wilhelm August Arthur Scheppelmann, 3 Wochen alt, Sohn des Bauuifternehiners August Scheppelmann dahier. 6. Karl Albert Kemer, 23 Jahre alt, Bureauvorsteher dahier.
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von Elien & Kesseen, Handlung Krefeld.
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