Ausgabe 
10.10.1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 238

Erscheint täglich mit Ausnahme- der

Montags.

Die Siebener Familien­blatter werden dem An- Zeiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt" und den Plättern sür hessische Volkskunde- viermal wöchentlich bei- gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

JernsprrchanschlußNr.51.

Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Donnerstag 10. Oktober 1901

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Amtz- und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen

Annahme von Anzeige«! zu der für den folgenoen Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Ameigen-Vermitt- lungsstellen des In- und, Auslandes nehmen An­zeigen entgegen.

Zeilenpreis: lokal 12Ps, auswärts 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben).

Verantwortlich für der allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Afghanistan.

Turch den Tod des Emirs Abdurrahman wird die Auf- inerksanrkeit auf den in den letzten Jahren wenig ge­nannten vorderasiatischen Staat gelenkt, der die politische Reibungsfläche zwischen England und Rußland darstellt und -in dieser Beziehung eine wechiselvolle Geschichte hat. Me Bedeutung Afghanistans für eine Politik, deren Ziel die Erreichung Indiens auf dein Landwege ist, hatte bereits der Zar Peter der Große erkannt. Wäre die Expedition, die er .unter dem Fürsten Bekowitsch in jene Gegenden entsandte, nicht durch Verrat den Speeren der Chiwaner zum Opfer gefallen die Vorbereitung der Entscheidung nm den Besitz Indiens hätte vielleicht eine den Eng­ländern weniger günstige Wendung genommen. Doch so konnten sie die Vorteile, die ihnen aus dem Besitz/ ihrer Flotte erwuchsen, lange Zeit hindurch ungestört ausnutzen und ihren Einfluß auch! in Afghanistan geltend machen. Hatte indessen schon der Krieg, den England in den Jahren 183942 mit dem Emir von Afghanistan führte, das Prestige Englands beeinträchtigt, so sah es seine Stellung mehr bedroht, als die russischen Staatsmänner die mittel­asiatische Polittk auf die Tagesordnung setzten und zu den Emiren von Chiwa und der Bucharei, wie zum Schah von Persien in freundschaftliche Beziehungen traten. Als auch, der Emir Schir-Ali von Afghanistan der russischen Einflüsterungen sich zugänglich zeigte, wurde er von den Engländern aus dem Lande gejagt. Wahrscheinlich hätte Rußland schon damals die afghanische Frage in aller Form aufgerollt, wenn seine Kraft nicht durch, den Krieg mit der Türkei und die sich! ständig wiederholenden Balkan- Verwickelungen in Anspruch genommen worden wäre.

Der jetzt verstorbene Emir Abdurrahman hat volle 21 Jahre die Regierung in Afghanistan geführt. Ohne für England oder Rußland ausgesprochen Partei zu er­greifen, galten seine Sympathien schließlich doch! mehr den Briten, oder richtiger wohl der Königin Viktoria, die auch bei den Indern beliebt war, so zwar, daß die von der britischen Regierung und den indobrittschen Offizieren aus­gesaugten und hart behandelten Eingeborenen ihr trauriges Loos ohne Murren trugen, in dem festen Glauben, die weiße Kaiserin" werde ihr indisches Volk nicht vergessen und ihm helfen. Gelegentlich ihres Krönungsjubiläuins ließ denn auch die greise Herrscherin Englands den indi­schen Rajahs Ehrenpreise in reichem Maße zu Teil werden. Mehr zu thun, war sie außer stände. Die Regierung des JnselreichK und seiner Kolonien liegt ja in den Händen der Minister, und Chamberlains Faust ist hart. Nach, dem Tode der Königin Viktoria und infolge des südafrikanischen Krieges die Kunde von Englands Raubpolittk und seinen Niederlagen ist natürlich längst auch nach Vorderasien ge­drungen sind die Sympathieen für Großbritannien in Indien wie in Persien und Afghanistan stark gesunken. Es ist nichl unwahrscheinlich, daß der Nachfolger Abdur- rahmons sein ältester Sohn, eine mehr russenfreundlichss Politik einschlägt, gleich dem Schah von Persien. (Bereits drücken die Londoner Blätter ihre Besorgnis vorrussischen Jnttiguen" aus.) Ob England es wagen würde, auch den Nachfolger Abdurrahmans des Landes zu verweisen, darf zweifelhaft erscheinen. Denn die Herren in London, oder in ihrer Vertretung der Bicekönig von Indien, haben zur Zeit Ursache, alles zu vermeiden, was sie in einen Gegensatz zu Rußland bringen föimte. Der Zar hat aller­dings zugesagt, England in Asien keine Schwierigkeiten zu bereiten, so lange der Burenkrieg währt. Aber die Vertreibung eines russenfreundlichjeu Emirs aus Afghanistan würde Rußland keinenfalls durchgehen lassen. Tenn es ist nicht zu vergessen, daß trotz der politischen Abmach­ungen der wirtschaftliche Kampf Rußlands und Englands in Vorder- und Mittelasien, speziell um den persischf-indischen Handel, fortdauert. Und bei diesem Wettbewerb kommt die Gunst des Emirs von Afghanistan wesentlich in Betracht.

Petersburger Regierungskreise legen, wie uns heute Herold" meldet, dem Tode des Emirs keine besondere Bedeutung bei, da die russische und die englische Regier­ung sich verständigt hätten, den Status quo aufrecht zu erhalten. Nun wird abzuwarten sein, inwieweit diesen Ver­sicherungen zu trauen ist. Das Land Väterchens ist die Quelle mancher überraschender Dementts. Die britisch­indische Regierung hat bisher keine Truppen an der Grenze mobilisiert; ihre, weiteren Schritte hängen natürlich von den zu erwartenden,Nachrichten aus Kabul ab. In eng­lischen^ Rcgierungskrersen hat der Tod des Emirs große Bewegung hervorgerufen. Tie Blätter drücken Besorgnis vor russischen Jütrigüen aus und mahnen zur Unterstütz­ung des Thronerben Habib Ullah Chan, von dem sie eine Fortsetzung der England freundlichen Politik des verstor­benen Emirs erwarten. >

Folgende persönlichen Nachrichten sind schließlich noch von Interesse. Der Emir hat seit einiger Zeit an der Gicht gelitten. Das Leiden hatte sich jedoch vorübergehend etwas, gebessert. Ain vergangenen Mittwoch verschlimmerte es sich wieder; es wurden Gebete in der Moschee zu Kabul für den Erkrankten dargebracht. Donnerstag früh 3 Uhr verschied der Emir. Ter Thronfolger, Habib Ullah Chan, weilt in Kabul, und man glaubt annehmen zu dürfen, daß die Thronfolge friedlich, geregelt werdeü wird. __

Politische Tagesschau.

-Eine kaiserliche Auszeichnung für den Präsidenten Loubet.

Aus Paris kommt die Nachricht, daß Kaiscr Wil- h e lm dem Präsidenten Loubet die deutsche China­medaille verliehen habe. Die Verleihung soll von einem s e h r w a r yr e n Schreiben begleitet gewesen fein. Dem Zaren hat der Kaiser die Chinamedaille während dessen Anwesenheit in Danzig persönlich überreicht. Auch

die übrigen Souveräne der an dem Feldzuge gegen China beteiligten Mächte haben das deutsche Erinnerungszeichen an diese Zeit gemeinsamer Waffenbrüderschaft erhalten.

Also die Brust des französischen Staatschiefs schmückt fortan eine deutsche Medaille. Ein neues Glied in der Kette deutscker Aufmerksamkeiten Frankreich gegenüber! Ge­steigert wird die Bedeutung der kaiserlichen Auszeichnung dadurch, daß die Verleihung von einem sehr warmen Schreiben begleitet gewesen sein soll. Vorausgesetzt die Nichtigkeit der Meldung, ist es wohl das erste Mal, daß nach dem deutsch!-französischen Kriege das Oberhaupt Frank­reichs ein Handschreiben des deutschen Kaisers empfängt. Vermutlich wird Loubet auf demselben Wege geantwortet haben. Jedenfalls giebt die Ehrung zu erkennen, daß man an unseren maßgebenden Stellen Herrn Loubet die zum teil etwas auf den Ton der Revanche-Männer ge­stimmten Trinksprüche beim Besuch, des Zaren nicht übel genommen hat und diese Toaste <cks harmlose Konzession an schöne Träume auffaßt. Auf der anderen Seite freilich« wird kaum anzunehmen sein, daß derVersöhnungsge- danke" in der französischen Bevölkerung Wurzel geschlagen hat, solange bei französischen Nationalfesten die Staats­männer der Republik sich für verpflichtet halten, die Saite der Wehmut und der Hoffnung zu berühren.

Der König von Italien über den Krieg.

Wie aus Mailand gemeldet wird, empfing König Viktor Emanuel den Chefredakteur des MailänderSecolo" Moueta in dessen Eigenschaft als Vorstand der lombar­dischen Friedensgesellschaft. Moueta überreichte dem König eine Petition, welche die HerabsetzungderMilitär- Dienstze.it und die Verwandlung der stehenden Armee in ein Volks H eer fordert. Im Laufe des Gesprächs drückte der König seinen Abscheu vor dem Kriege aus und rühmte die Verdienste des Zaren um die Haager Friedenskonferenz. Er hob ferner hervor, daß an Stelle des Krieges immer mehr die Tendenz zur Regelung von Tifferenzen durch internationale Vereinbar­ungen treten, wie es beispielsweise bei der Kretafrage geschehen sei. Anläßlich der Chinasrage erwähnte der König namentlich das versöhnliche Vorgehen des Grasen Wald er- see und bemerkte nebenbei, er sei überzeugt, daß China die Entschädigung bezahlen werde. Zum Schluß gab er zu, es sei allerdings wünschenswert, daß die militärische Erziehung der Jugend früher einsetze, was dann auch eine Verkürzung der späteren Dienstzeit gestatten würde. In der That hätten die Buren wegen ihrer Tapferkeit und Tüchttgkeit als früh geübte Schätzen seine Bewunderung.

Fast« noch höher als seinenAbscheu vor dem Kriege" werden viele Deutsche es dem jungen Herrscher des ver­bündeten Staates zum Ruhme anrechnen, daß er offen den Buren wegen ihrer Tapferkeit und TüchtigkeitBe­wunderung" zollte. Schwerlich aber dürste die lebhafte Anerkennung der Haager Friedenskonferenz geteilt werden. Tiefe Zusammenkunft steht hinsichtlich ihrer Ergebnisse un­gefähr auf einer Stufe mit der Anti-Anarchistenkonferenz, deren Beschlüsse auch, auf dem Papier geblieben sind. Kein dankbareres, edleres Problem bot sich für ein inter­nationales Schiedsgericht als der südaftikanische Krieg, und weil bei dieser Probe alle die prachtvollenVereinbar­ungen" völlig versagten, wird gewiß nicht wieder bei einem internationalen Konflikt der von vornherein zwecklos erscheinende Versuch! erneuert werden, ein Gericht anzu­rufen, das nicht da ist.

Der amerikanische Botschafter.

Aus Berlin, 8. Oktober, wird uns geschrieben:

Der amerikanische Botschafter in Berlin ist um seine Entlassung eingekommen. Es wird uns bestätigt, daß es sich hierbei lediglich um eine Formsache handelt, da es Üblich ist, bei einem Präsidcntschastswechsel die wichtigeren Aemter zur Verfügung zu stellen. Persönlich legt Mr. White auf sein Verbleiben in Berlin großen Wert. Ebenso ungern würden die Rcgierungskreise Herrn White scheiden ehen, denn die Botschaft hat auch in Zeiten, wo kleine Verstimmungen obwalteten, zwischen Berlin und Washington, eine deutschi-sreundliche Gesinnung bewahrt und sich viel Mühe gegeben, befriedigende Zustände herzustellen. Man würde es in Berlin sehr zu schätzen wissen, bliebe Herr White gerade während der konrmenden Handelsvertrags­verhandlungen mit den Vereinigten Staaten auf seinem Posten, und einen Beweis der neuerdings von Präsident Roosevelt betonten Sympathie für Deutschland in der Nichtannahme des Rücktritts erblicken.

lieber grobe Ausschreitungen an der preußisch-russischen Grenze bei Pleschen wird gemeldet: Am 27. September fuhren sechs russische Bewohner des Ortes Choisch von Pleschen nach ihrem Hei­matsort; als sie einen polizeilich gesperrten Weg pas- ierten, wurden sie von dem dortigen Steinsetzmeisrcr Mohr darauf aufmerksam gemacht, den Weg zu verlassen. Tie Russen fielen nun über den Mann her und m i ß h a n - > estten ihn derart, daß er besinnungslos liegen blieb. Zwei hinzukommende Gendarmen folgten nun dem liehenden Fuhrwerk und erreichten es auch noch vor der mssischeu Grenze. Der eine der G e n d a r m e n wurde von >en Russen jämmerlich zu gerichtet, über die Grenze geschleppt und liegen gelassen. Ein in der Nähe patrouillierender russischer Grenzsoldat warf das Seiten­gewehr und den Helm des Gendarmen in die Proßna. Erst am folgenden Nachmittag wurde der Schwerverletzte reigegeben, und liegt nun s ch w e r k r a n k darnieder. Die Berliner Regierungsbehörden sind von dem Vorfall bisher noch nicht in Kenntnis gesetzt worden.

Tie Ausschreitungen russischer Grenzsoldaten und Ein­wohner der an der Grenze gelegenen russischen Ortschaften

gegen die Deutschen häufen sich« in bedenklicher Weise. Es ist dringend zu wünschen, daß das Deutsche Auswärtige Amt dieserhalb in Petersburg vorstellig wird, damit zum wenigstien die russischen Grenzsoldaten ihres Amtes vor­schriftsmäßig walten. Diese obendrein meist angetrunkenen Aufsichtsorgane" nehmen so willkürlich! Verhaftungen deutscher Unterthanen vor, und sind mit den Gewehren so schnell bei der Hand, daß die Grenzanwohner ihres Lebens nicht mehr sicher sein können. Kaiser Wilhelm hat der russischen Regierung durch, sein hochherziges Ver­halten gegenüber den Bürgern des russischen Grenzortes Wisztisten durchaus Veranlassung gegeben, daß sie lieber» griffe gegen Deutsche mit äußerster Strenge ahndet und Wiederholungen ein für allemal verhütet.________________

Deutsches Reich.

Berlin, 8. Okt. Der Kaiser ist heute vormittag im Jagdschlösse Hubertus stock eingetroffen und empfing da­selbst mittags im Beisein des Geh. Käbinetschefs Dr. von Lucanus den Oberbürgermeister Berlins Kirschner und den Stadtbaurat Hoffmann. Der Aufenthalt des Kaisers in Hubettusstock ist bis zum 15. d. M. in Aussicht genommen.

Der Erlaß des Oberpräsidenten bezüglich der Bürge rmei st er wähl ist heute seitens des Magisttats den Stadtverordneten zugegangen. Gleichzeitig ist diese Ent­scheidung nachttäglich auf die Tagesordnung der nächsten Stadtterordneten-Versammlung gesetzt worden, sodaß an diesem Donnerstag die Sache die Vertreter der Bürgerschaft beschäf­tigen wird.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekannt­machung bett, den Schutz deutscher Warenbezeich­nungen in Costarica.

ImMinisterialblatt für Medizinal- und medizinische Unterrichtsangelegenheiten" sind drei Entscheidungen des ärzt­lichen Ehr engerichtshofes veröffentlicht, die sich mit der Frage beschäftigen, ob ein Arzt, der fortgesetzt oder in marktschreierischer Weise seine Berufsthätigkeit in der Presse annonciert, sich einer Verfehlung gegen die ärztliche Standesehre schuldig macht. Der Ehrengerichtshof hat die Frage bejaht und die angeschuldigten Aerzte mit entsprechenden Strafen belegt.

München, 8. Okt. Kammer der Abgeordneten. Bei der heute fortgesetzten Besprechung der Interpellation über die Stellung der Regierung zum Zolltarif sprachen Hilpert (Bauernbund), v. Vollmar (Sozialdemokrat) und Steininger (Centrum), die nochmals alle Gründe für bezw. gegen den Entwurf beleuchteten. Nach kurzen Erklärungen der Minister Freiherr v. Riedel und Freiherr v. Feilitzsch wurde, obwohl noch eine größere Zahl Redner vorgemerkt war, ein Antrag Doller auf Schluß der Debatte angenommen. Damit ist die Interpellation erledigt.__

Ausland.

Paris, 8. Okt. Auf dem Platze vor der Sacre Coeur- Kirche explodierte gestern abend eine Bombe. Mehrere Scheiben, sowie eine Laterne wurden zertrümmert.

Lissabon, 8. Okt. Wie aus Oporto gemeldet wird, sind bei dem dottigen 6. Infanterie-Regiment Aus­schreitungen vorgekommen. Zur Unbotmäßigkeit auf­fordernde Plakate wurden an den Mauern der Kaserne an­geschlagen. Den Soldaten wurden die Patronen fortge­nommen und es wird erwogen, das Regiment in eine andere Garnison zu verlegen.

Graz, 8. Okt. Die evangelische Bewegung ist in fortwährender Steigerung begriffen. Im September haben im Bereiche des Grazer evangelischen Pfarrsprengels 74 Per- onen den liebertritt aus der römischen Kirche vollzogen; im August waren es 70, im Juli 48, sodaß sich für das dritte Quattal die Summe von 192 Uebertritten ergiebt. Es sind dies die höchsten bis jetzt erreichten Ziffern. In Stainz wurde die evangelische Kirche, die zweite aus der Los von Rom-Bewegung entstandene in Steiermark (die erste ioar die in Mürzzuschlag), feierlich eingeweiht.

Peking, 8. Okt. Der Hof hat Singanfn am 6. d. Mts. verlassen und die Reise in der Richtung auf Kaifangfu an­getreten. Der Hof wird sodann die Route HankauPeking nehmen. Li-hung-tschang ist wiederhergestellt und hat die dienstlichen Geschäfte wieder übernommen.____________________

Bom Burenkriege.

Lord Kitchener telegraphierte unterm 7. Oktober: Die Operationen an der Natalgrenze haben an Bedeutung ver­loren. (?) Tie dort stehenden britischen Heeresteile und andere Truppen töteten in der vorigen Woche 50 Buren, 26 wurden verwundet, 244 gefangen, 60 ergaben sich. (Wie viel Engländer getötet wurden, verschweigt des Oberfeld- Herrn Vorsicht.) Am 6. Oktober waren Kitcheners Truppen 15 Meilen nordöstlich von Vryheid im Kampf. Der Feind suchte nach Norden auszuweichen. In Halazetebergen kämpft Hamilton mit den Buren. Tie Generäle Methuen und Fetherstonehangh wandten sich gegen Delarey und Kemp, deren Kommandos sich nach dem Angriff des Oberst Kekewich zerstteuten. Kekewich ist von seinen Wun­den wieder hergestellt und übernimmt heute sein Kommando. In der Kapkolonie ist das Kommando My- burgs durch die jüngsten Ereignisse im Nordosten der Kolonie völlig lahmgelegt. J o u ch e und Wessels stehen an den Südabhängen der Drakensberge. .S m : t s ist nach Norden getrennt und steht in der Nähe von Barrington.