Ausgabe 
10.8.1901 Zweites Blatt
 
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Wünschen von Lehrern und 3d}ülcni nachzukommen, wird beabsichtigt, zwei Schülerfahrten zur Wasserkante zu ver- lwstalten, und zwar am 25. und 26. August nach Wilhelms- bavenBremerhaven und am 1. und 2. September nach JHelHamburg. Anmeldungen zu der ersten Fahrt werden bis spätestens zum 15. August an die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins, Berlin, Torothecnstraße 42II, erbeten. Die Hinreise nach Wilhelmshaven, bezw. nach Stieb und ebenso die Rückreise von Bremerhaven, bezw. von Saarn bürg soll gruppenweise derart erfolgen, daß sich die Schüler eines Ortes oder mehrerer nahegelegener Orte in Trupps von mindestens je 10 Personen (einschließlich der begleitenden Lehrer) zusammenthun und gemeinschaftlich ihre Fahrscheine lösen, welche sie für die 3. Wagenklasse bei Abnahme von mindstens 10 Fahrkarten zum Preise von 1,5 Pfennigen pro Kilometer erhalten. Abgesehen von den Eisenbahnfahrpreisen füf die Strecken: HeimatsortWil­helmshaven Bremerhaoen Heimatsort, bezw. Heimats­ort Kiel Hamburg Heimatsort, sind für jeden Teil­nehmer 10 Mk. an die Kasse des Deutschen Flotten-Bercins zu bezahlen, wofür die Verpflegung, Unterbringung, Führ­ung usw. bestritten wird. Es empfiehlt sich, daß jede Gruppe einen Reiseführer wählt, der die Korrespondenz mit dem Deutschen Flotten-Verein übernimmt und den Ver­tretern des Vereins während der Besichtigungen an die vand g eht. Die letzteren beginnen für die erste Fahrt in Wilhelmshaven am Morgen des 25. August und enden in Bremen am Spätnachmittag des 26. August, für die zweite Fahrt in Kiel am Morgen des 1. September und enden in Hamburg am Spätnachmittag des 2. September. Bei bei­den Fahrten wird den Teilnehmern Gelegenheit geboten werden, sich eine große Anzahl von Kriegsschiffen, die Kai­serlichen Werften, und sonstige Marine-Institute, einige große Ozeandampfer usw. unter sachkundiger Führung an­zusehen. Tie Vorbereitungen für Kiel werden durch den Verkehrs-Verein für Kiel und Umgegend getroffen. Alle Anfragen bitten wir aber an die Hauptgeschäftsstelle des Teutschen Flotten-Vereins, Berlin, Dorotheenstraße 42, zu richten, von welcher auch die Teilnehmerkarten, Programms usw. für die beiden Fahrten nach dem 10., bezw. 15. August an die Teilnehmer verschickt werden.

B. Lang-GöuS, 9. Aug. In der dieser Tage fiattge- habten Versammlung der hiesigen Spar- und Leihkasse wurde zum Direktor Beigeordneter H. Henrich, zum Kon- troleur Gemeiuderat Ioh. Wagner VIH. und als Vorstands­mitglieder Joh. Müller XXXII., Kaspar Ioh. Wentzel und Ioh. Müller XXX. gewählt.

tt Llch, 8. Äug. Auch die Webschule zu Lauterbach ist ans der Ausstellung von Zeichnungen gewerblicher Lehr­anstalten in der Provinz Oberheffen vertreten. Sie hat ihre Muster, Musterbücher und Webereierzeugniffe im großen Saale des 1. Obergeschosses ausgestellt.

4- Ober-Moos, 8. Aug. Bei dem Straßenbau an der neuen Kreisstraße von hier nach Bermuthshain verunglückte gestern der ledige Sohn des Landwirts Johannes Jäger von Bermuthshain. Ein Rollwagen kam bergabwärts in Bewegung und stieß dabei an einen anderen Wagen, wobei Jäger eine tiefe Wunde am Kopfe erhielt und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

fl. Aüddingshausen, 8. Aug. In der vergangenen Nacht ertönte Feuerlärm in den Straßen unseres Dorfes. Eine jum Anwesen einer Wittwe gehörige Scheune war in Brand geraten. Den Anstrengungen unserer Feuerwehr, die schnell am Platze war, gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Auch das Wohnhaus, sowie eine nur Va Meter von der brennenden entfernt stehende andere Scheune waren bedroht. Bei den Löscharbeiten ereignete sich ein bedauerlicher AnglÜckSfall. Dem Hauptmann der Feuerwehr fiel ein nieder- stürzender Balken auf den Rücken. Ob er einen Schaden fflr seine Gesundheit davongetragen hat, ist noch ungewiß.

9. Darmstadt, 8. Aug. Eigentümlich wirkte die in der heutigen Stadtverordnetenfitzung von feiten des Oberbürger­meisters abgegebene Erklärung, daß die Süddeutsche Sisenbahngesellschaft wegen der Verzögerung des Ausbau« der Elektrischen Bahn nach dem neuen Stadtviertel fortwährend anonyme Briefe erhalte, die von Beleidigungen strotzten. Er müffe feststellen, daß die Gesellschaft in diesem Falle nicht die Schuld trage. Man sei mit den Vorarbeiten beschäftigt, die dahin gingen, die Einfahrt in die Grafen­straße fallen zu lassen, dafür über den Mathilden- platz zu fahren. Damit wird das s. Z. einstimmig genehmigte Projekt umgeworfen, was viel Mißstimmung Her­vorrufen wird.

k. Mainz, 8. Aug. Die Bahnbehörde hat sich mit zveien der bei der Offenbacher Tiseubahnkatastrophe am Z. November v. I. in Mitleidenschaft gezogenen Personen bezw. deren Hinterbliebenen von hier wegen der von der Sahn zu leistenden Entschädigung verständigt. Bekanntlich haben die Frau des Direktors Hoffmann vom GaSapparat- inb Gußwerk und der 31jährige Kaufmann Emil Klein in dem letzten Wagen des verunglückten Zuges den Ver- brennungStod gefunden, während der Schuhwarenhändler Jakob Ebert ein dauerndes Leiden davongetragen hat. Den Familienangehörigen des Kaufmann Klein wie auch dem Ilhuhwarenhändler Ebert hat die Bahnbehörde in Anerken- nmg ihrer Entschädiguvgspflicht die geforderte EntschädigungS- srnrnme gezahlt. Gegenüber den Hinterbliebenen der Frau Direktor Hoffmann hat die Bahnverwaltung bis jetzt noch nicht die gleiche Conlanz bethätigt, indem sie nicht allein alle ! kitschädigungsansprüche ablehnt, sondern sich auch weigert, rit die Wertsachen und das bare Geld, das Frau Direktor .-vfimann bei der Katastrophe bei sich führte, den vollen kisatz zu leisten. Wie wir hören, wollen die Angehörigen

Gericht zur Entscheidung anrufen.

Cbertab, 7. Aug. In der vergangenen Nacht entstand « der Schuhfabrik von H. Strauß hier Großfeuer. Da Schaden ist bedeutend. Gebäude und Mobiliar sind j iit 180,000 Mk. versichert. Die Ursache de« Brandes ist iwibefannt. Sämtliche Arbeiter find brodlos.

* Kleine Mitteilungen tul Hessen nnb den Nachbarstaaten, lm Mittwoch morgen wurde der Landwirt Johannes Müller i'Sabe) in seinem Hofe in Großseelheim tot ausge- sMden. Er ist am Abend vorher noch im Wirtshause ge- rvtsen, hat dann jedenfalls bei der herrschenden Dunkelheit dnen Fehltritt gethan, ist hingestürzt und hat einen Schlag, »ailfall erlitten. Am Mittwoch vormittag spielte der acht xihrige Sohn der Witwe Kantner in Mainz in der eiter* iii^en Wohnung im vierten Stock in der Boppstraße am N«ster. Das unglückliche Kind bekam dabei das Ueber-

gewicht und stürzte hinab auf die Straße, von wo es mit zerschmettertem Kopfe tot hinweg getragen wurde. Eine gewaltige Wolke von Eintagsfliegen senkte sich am Dienstag nachmittag auf das Städtchen Neunkirchen i. Pf. herab. Gegen Abend waren die Straßen wie übersäet von den Tierchen, die, nach einem in vollen Zügen genossenen Leben von nur einem Tage bereits dem Schicksale alles Irdischen verfielen.

Vermischtes.

* Berlin, 8. Aug. Der Staatsanwalt a. D. Adolf Laser ist vor einigen Tagen aus seiner Wohnung unter Umständen verschwunden, die darauf schließen lassen, daß er Schulden halber das Weite gesucht hat. Die Schulden Lasers, der Direktor der Motor-Fahrzeug- und Maschinenfabrik A.-G. Marienfelde war, belaufen fich auf rund l/4 Millionen Mark, von welchen ungefähr die Hälfte aus Borsendifferenzen resultieren.

Ueber die Lesselhavarie an Bord des Aegir" erfährt dieNordd. Allgem. Zig." nachträglich folgende«: Als kurz nach dem Loswerfen von der Boje ein Seffel avgefeuert werden sollte und hierzu die Feuerthür ge« öffnet wurde, drang infolge Reißen» einiger Rohre plötzlich eine Stichflamme in den Hetzraum und verletzte die Unter­offiziere Petermann und Held, den Oberheizer Kuhn, sowie die Heizer Schmidt und Gerlach. Letzterer ist nicht lazaret- krank. Sin anderer Heizer entkam durch den Bunker in das Zwischendeck. Woraus der Unfall zurückzuführen ist, wird durch die Untersuchung aufgeklärt werden. Zu bemerken ist, daß die selbstthätigen Absperrungsventile und Aschefallklappen tadellos funktionierten. Der leitende Ingenieur konnte un mittelbar nach dem Unfall den Heizraum betreten und Per­sonal an die Übrigen drei in demselben Heizraum ausgestellten Kessel schicken. Den Verletzten geht es den Umständen nach gut.

* Zur Rückkehr des Kaisers aus dem hohen Norden. Mit welcher Schnelligkeit der Kaiser ans Nor­wegen zurückgekehrt ist, dürste die Thatsache ergeben, daß die KaiseryachtHohenzollern" und ihre Begleitschiffe die Fahrt von Bergen in Norwegen nach Kiel mit 21,5 Knoten Geschwindigkeit znrückgelegt haben. Hierbei bewährte fich der kleine KreuzerNiobe- ganz vortrefflich, auch das De­peschenbootSleipner" vermochte auf dieser langen Strecke die geforderte Fahrt zu halten; von der kolossalen Flammen- entwickelung in den Kesselfeuerungen aber hatte der achterne Schornstein desSleipner" derart zu leiden, daß an ihm der schmucke Farbenanstrich vollständig verbrannte.

* Dresden, 8. Aug. In Deuben wurde der frühere Rechtsanwalt und Notar Unger unter dem Verdacht, Mündelgelder und Gelder aus von ihm geführten Prozeffen unterschlagen zu haben, verhaftet.

Regensburg, 8. Ang. Der pensionierte General­auditor Adam Rottenhauser stürzte heute aus dem Fenster seiner Wohnung und blieb sofort tobt.

Queenstown, 8. Ang. Der Dampfer der White Star Line,Oceanlc", der heute auf dem Wege nach New- York hier ankam, berichtet, er sei im irischen Kanal mit dem kleinen KüstendampferÄincora aus Waterford zusammen­gestoßen. Der Dampfer sei gesunken, sieben Personen seien ertrunken.

* Die Dame mit zwei Zwillingspaaren. Aus London wird geschrieben: In dem Pferdebahnwagen einer Londoner Tramway-Gesellschaft spielte sich vor einigen Tagen eine urkomische Szene ab. Eine Dame in Begleitung ihres Kinderfräuleins, dreier pauspackiger Knaben und zweier Mädchen forderte zwei Fahrscheine.Wie steht es mit den Kindern?- fragte überrascht der Beamte.Schon gut!" war die Antwort,Die sind noch alle unter dem vorschrifts­mäßigen Alter.-Unmöglich, Madame! Fünf Kinder unter 3 Jahren, oder sind es nicht die Ihrigen? -O ja, sie gehören alle mir und find, wie ich Ihnen bereits sagte, unter 3 Jahren."Das ist unmöglich, Madame, und ich bedauere, die Kinder nicht sämtlich passieren laffen zu können."DaS ist nicht unmöglich," wiederholte die Dame, sie find alle unter 3 Jahren. Diese vier Kinder find zwei Zwillingspaare und der Junge dort ist ans der Art ge­schlagen!- Der Schaffner war verblüfft, gab sich aber schließlich doch zufrieden.

* Paris, 8. Aug. Wie ans Pont Andener gemeldet wird, kam ein Pariser Kaufmann Namens Capelle unter sein Automobil zu liegen und erlitt durch das an«* strömende Petroleum so surchtbare Brandwunden, daß er nach wenigen Minuten verstarb.

Barcelona, 8. Aug. In der Gasanstalt de« Stadtteiles Barceloneta entstand infolge eines Brande« in einem in der Nachbarschaft gelegenen Hanse eine Explosion, durch die zwei Personen getötet wurden.

Hitze in Unteritalien. AuS Rom wird ge« meldet: In Unterhalten erreicht seit einigen Tagen die Temperatur 43 Grad C. im Schatten. Diese außergewöhn­lich große Hitze hat bedeutenden Schaden angerichtet und reichlich die Hälfte der vielversprechenden Weinernte zerstört.

* Budapest, 8. Aug. In Leutschau (Komitat Zips) ist gestern nacht eine Feuersbrunst ausgebrochen, bet der 7 Menschen umS Leben kamen.

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Sine Lermontow Stiftung. Vor kurzem wurde in der kau­kasischen Fünshügelsiadt Pjatigorsk an der Stelle, wo der hochbegabte, erst 27jährige russische Dichter Michael Jurjewitsch Lermontow im Duell siel, ein Dmkmal errichtet und gleichzeitig eine Lermootow- Stiftung geschaffen, mit dem Zweck, Zöglinge höherer russischer Lehr­anstalten Unterstützungen verschiedener Art zu Teil werden zu laffen. Der einstweilen noch verhältnismäßig kleine Fonds rührt zum größten Telle von russischen Studenten und dem Emir von Buchara her. Durch die meisterhaften Uebersetzungen von Friedrich von Badenstedt find auch Lermontow- Dichtungen in die deutsche Litteratur über­gegangen ; das Bekannteste unter ihnen istLermontows poetischer Nachlaß".

Gerichtssaal.

R. Darmstadt, 8. Aug. (Kriegsgericht.) Der Gardeunteroffizier Gg. Keller von Nieder-Modau i. O., der seit ca. einem Jahre der Großh. Leibwache ange­hört, ist wegen Urkunden-undWechselfälschung, sowie wegen Betrugs angefiagt Er hat seinem Haus­

wirt, einen Kaufmann, durch Vorzeigen eines gefälschten Sparkassenbuches um ca. 300 Mk. für Waren und Bar- darlehn betrogen und später auch Wechsel auf dessen. Namen gefälscht und verwertet. Dadurch hat er einen hiesigen Bankier um ca. 1300 Mk. gebracht. Das Geld verjubelte er zum größten Teil in leichter Damengesetl- schaft; ein kleiner Betrag ist ihm angeblich in Frankfurt gestohlen worden. Er ist geständig und erhält er eine Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis, wird degradiert, in die zweite Klasse des- Soldatenstandes versetzt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt.

Die milde Spruchpraxis der Universitätsstadt Erlangen bildet den Gegenstand der Besprechung einiger bayerischer Zeitungen. Dort wurde wegen groben Unfugs "n stud. jur. zu einigen Tagen Gefängnis verurteilt, ob­gleich er einem Vizewachtmeister (von dem er gebeten worden war, sich ruhig zu verhalten) wohl ein Dutzendmai zugerufen hatte: Bauernfünfer dreckiger, Bauernsechser fünf«- erfiger. Ein anderer stud. jur., der wochenlang die Brief- rasten beschmutzte und durchnäßte, kam ebenfalls nach

3<>0, Ziffer 11 mit einer geringfügigen Strafe davon.

Arbeiterbewegung.

Pirmasen«, 7. Aug. Gestern Nachmittag halte der Verband deutscher Bäckergehtlfen eine Versammlung einberufen, in der über die Antwort der Meister auf die fettens der Gehilfen gestellten Forde­rungen beraten wurde. Letztere hatten von der Innung gefordert, wie die ^P.Ztg." meldet, den Teigmachern sollte 9Mk., den Schießern 12 Mk. per Woche Lohn bei freier Station bezahlt werden. Ueber 12 Stunden Arbeitszeit sollte die Stunde mit 40 Pfg. bezahlt werden. Diese Forderungen waren seitens der Innung abgelehnt worden. Ja der gesüigen Versammlung wurde nun beschloffen, jedem Meister einzeln diese Forderung zugehen zu lassen Fall« bis Donnerstag 12 Uhr die Meister die Forderungen nicht angenommen haben, werden die Gehllfen in den Ausstand treten.

Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft.

L a n d st u h l, 8. August. Der Vorstand des hiesigen Vorschußvereins, Fabrikant Sperrte, Mitinhaber der Spritz- fabrik unter der Firma Bumb und Herrle, ist, derPf. Pr." zufolge, nachdem er Wechsel in Höhe von 200 000 Mark zum Nachteil des Vorschuß-Vereins diskontiert, flüch­tig geworden. D^r Vorschuß-Verein besitzt für diese Wechselaccepte keine Deckung, sodaß der Konkurs des Ver­eins unausbleiblich erscheint. Die Staatsanwaltschaft Ijat gestern sämtliche Bücher des Vorschiußvereins beschlag­nahmt. Die Firma Bumb und Herrle hat ihre Zahlungen eingestellt. Seit gestern ist ein amtlicher Revisor mit der Revision der beschlagnahtnten Bücher beschäftigt. Gerücht­weise verlautet, daß die von 5)evrle heroeigeführteni Wechselverbindlichkeiten zum Nachteil des Vorschußvereins eine weit höhere Summe als 200 000 Mark ausmachen. Der Staatsanwalt hat gegen den ungetreuen Vorstand einen Steckbrief erlassen. Herrle nahm vor ungefähr drei Wochen Urlaub, kehrte aber nicht mehr zurück. Er dürfte sich, mit großer: Barmitteln aus den diskontierten Wechseln versehen, bereits in Amerika befinden. Herrle soll An­sichtspostkarten aus verschiedenen Städten Deutschlands hierher gesandt haben, um den Anschein zu erwecken, daß er sich in der betreffenden Stadt aufhält.

Kirchliche Nachrichten.

Lvangeliskhe vemeintze.

Sonntag den 11. August. 10. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Siehe JohanneSkirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser.

In der JohanneSkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der LukaSgemeinde, Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die JohanneSgemeinde.

Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

SamStag den 10. August.

Nachmittag« um 4Ve Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hell. Beicht.

Sonntag den 11. August. 11« Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 6Ve Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht.

um 7 Uhr: Die erste hell. Messe;

vor und in derselben AuStellung der hell. Kommunion.

um 8 Uhr: Die zweite heil. M«ffe.

um 9i/, Uhr: Hochamt mit Predigt,

Nachmittags um 2 V, Uhr: Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.

Samstag den 10. August 1901.

Vorabend 7« Uhr, morgens 8« Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbath­ausgang 8ee Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Deligionsgesellschast.

SamStag den 10. «ngust 1901.

Freitag abends 7" Uhr, SamStag vormittag« 8 Uhr, nach mittags 4 Uhr, SabbaihauSgang 8" Ubr.

Wochengottesdienst: morgens 680 Ubr, abends 7 Uhr.

Monatliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen.

Monat Juli 1901.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900, inkl. 1600 Mann Militär.)

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene:

im Lebensjahr:

vom

2.16. Jahrr

Rose

1

1

Lues

1 fO

1 0)

Lungenschwindsucht

Tuberkulose anderer

4 (1)

4 (1)

Organe

S (3)

2 (2)

1 (1)

Lungenentzündung

2

1

1

Gehirnschlagfluß

2

2

Herzfehler

3 (2)

2 (2)

1

Darmkatarrh

6

1

5

Lebensschwäche

2 (1)

2 (1)

Krebs

2 (21

2 (2)

Altersschwäche

1 (1)

1 (1)

Anderen Krankheiten

15 (6)

8 (5)

6 (1)

1

Verunglückung

2 (2)

1 (1)

1 (1)

Summa: 44 (19) 26 (15) 14 (2) 4 (2)

Anm Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf,von auswärt« nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Schisssnachrichten.

Der PostdampferNederland^ derRed Star Linie/ in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 7. Aug. wohlbehalten in Philadelphia angekommen.