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Preis.
Renkel, 8. August. Am Sonntag wurde von der
an Spalieren an, sondern auch in den Weinbergen. Man kann sagen, daß der Weinstock in diesem Jahre um mindestens 14 Tage voraus ist. Auch von den sonst mit unheimlicher Regelmäßigkeit sich einstellenden Rebenkrankheiten ist viel weniger als sonst zu verspüren, die Reben sind zum größten Teile kerngesund, die Trauben fangen an dick und hell zu werden und schwer zu hängen, kurz, die Aussichten auf einen guten Herbst sind glänzend.
Mainz, 8. August. Bei den Erdarbeiten an dem Neubau der Kirche an dem Kapuzinerkloster in der Hirn- melgasse sind verschiedene Funde und zwar römische, als auch solche aus dem Mittelalter, gemacht worden. Stadtverordneter El. Rühl, als leitender Architekt des Klostcrneubaues, hat es vermittelt, daß die Funde dem städtischen Museum einverleibt worden sind. Unter anderem wurde auch ein römischer Zlinderstcinsarg gesunden. Ter Sarg lag aber nur etwa 25 Zentimeter tief in dem Boden und dürfte früher schon einmal als Brunnentrog verwendet worden sein. So viel ist indessen sicher, daß er nicht an der Fundstelle beigesetzt, sondern daß er von einer anderen Stelle, möglicherweise von dem auf dem Gebiete der Anlage befindlichen römischen Friedhöfe, hierher ver bracht worden ist. Ein Teckel zu dem Sarge fand sich nicht mehr vor, auch Knochen oder sonstige Beigaben waren nicht vorhanden. Tie noch daselbst aufgefundenen Gefäße gehören sämtlich dem Mittelalter an. — Bei der Herstellung eines Anbaues an das in der Großen Weißgasse befindliche Marienstift wurde auch eine Bauurkunde der XIV. römischen Legion aufgefunden und von dem Prälaten T-r. F. Schneider dem Museum zum Geschenk gemacht; dieser Stein schien ebenfalls früher eine andere Verwendung gehabt zu haben. Tie Breite des Steines betrug 40 und die Höhe 18 Zentimeter. Der Stein trug die Inschrift Leg. XIIII G. M. P. Tie 14. römische Legion mit dem Beinamen der Streitbaren und Siegreichen stand in den Jahren 70—90 in Mainz in Garnison. In der Zeit ihres Aufenthaltes in Mainz scheint sie eine besondere Bauthätig- keit entfaltet zu haben. — Unter der Führung des neu ernannten Kreisobstbautechnikers Schäfer findet soeben in allen Gemarkungen des Kreises Mainz eine Besichtigung der O b st b a u m - und B.'erenan pflanz ungen statt. An der Besichtigung beteiligen sich auch sonstige Sachverständige und die Bürgermeister der betreffenden Gemarkungen. Es werden dabei die Interessenten besonders darauf aufmerksam gemacht, in welcher Weise der Obstbau gepflegt werden muß, um denselben auch rentabel und ergiebig zu machen.
UniverstMs-Uachrichtell.
DoktorfabriktN? Wir lesen in der katholischen „Röln. Bolksztg.": „Der begrüßenswerte Erlaß der bayerischen Regierung über die Führung von im Auslande erworbenen akademischen Graden fand jüngst einen Komentar, der scharf den Doctor romanus aufs Korn nahm, den die Gregorianische Universität in Rom verleiht. Wir lassen jetzt eine Aus- ührung der „Augsb. Postztg." folgen, in denen der Stiel umgedreht wird. „Der Dr. romanus sollte mindestens in seiner Herkunft eigen« gekennzeichnet werden durch die staatlich vorgeschriebene Schreibweise Dr. rom.*,
Aos Stadt und Kand.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist UUt unter genauer Quellenangabe: „Sietz. An|Z gestattet.)
•* Das Grotzherzogliche Regierungsblatt veröffentlicht in Beilage Nr. 16 eine Uebersicht der vom Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1901/02 genehmigten Umlagen der Kommunalbedürfniffe in den Gemeinden der Kreise Alzey (Steuerkommiffariat Bingen), Heppenheim und Offenbach sowie eine Uebersicht der vom Ministerium des Innern für das EtatSjahr 1901/02 zur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Darmstadt genehmigten Umlagen und eine Bekanntmachung, den Steuer- ausschlag für das RabbinatSgehalt zu Offenbach für 1901/02 betreffend.
•• Militardienstnachricht. Der hessische GerichtSaffessor Rauch wurde zum KnegSgerichtsrat ernannt und der 20. Division überwiesen.
** Desertion. Der Musketier Schreitz, von dem wir in unserer gestrigen Nummer berichteten, kehrte am Nach mittag des 7. August in Ossenheim bei Landwirt Mickel ein, bei dem er vor seiner Dienstpflicht als Knecht gedient hatte. Mickel machte ihm Vorhaltungen und zeigte die Sache bei der Bürgermeisterei an. Gegen Abend verübte Schreitz einen Selbstmordversuch, indem er sich mittels eines MefferS am Halse mehrere Wunden beibrachte, sodaß er in das Hospital nach Friedberg überführt werden mußte. Die Verwundungen find nicht lebensgefährlich.
*• Gruß auS Gießen. Originelle Einfälle in der An- lichtSpostkarten-Juduftrie sind ziemlich selten geworden. Einen Lieser seltenen originellen Einfälle hatte die Papierhandlung von Ernst Balser in Gießen. Sie bringt eine Serie von Ansichtskarten auf den Markt, die uns eine angenehme Ueber- rafchung bereitete. Die Karte ist eine Art Miniaturausgabe des Gießener Anzeigers, eine brillante Nachahmung in der Verkleinerung. Aus dem Texte, der scheinbar durch einen Hiß im Blatt markiert wird, hebt sich in nahezu plastischer Gestaltung daS Panorama Gießens von der Starkenburger Kneipe ab. In einem weiteren Einriß ist Raum für die Gußzeilen vorhanden. Das Ganze bringt einen eigenartigen, reizvollen Eindruck hervor und ist als Gießener Gruß seines Effektes sicher.
8- Lollar, 8. Aug. Auch unsere Turner gingen bei der Gauturnfahrt des Gaues Hessen in Schlitz am 4 und 5. August nicht leer aus. Sie erhielten 6 Preise: Friedrich Geißler mit 28»/2 Punkten den 15. Preis; Otto Kutscher mit 27«/2 Punkten den 17. Preis; Hrch. Bierau ■mit 26 Punkten den 20. Preis; Karl Geißler mit 24»/2 Punkten den 23. Preis; Heinrich Rohrbach mit 23 Punkten den 26. Preis und Karl Erdmann mit 21 </2 Punkten den
hiesigen Gemeinde das 25 jährige Hiersein des Pfarrers Fertsch festlich begangen. Um 3 Uhr nacfym. wurde der Jubilar von dem gesamten Kirchenvorstande in seiner Wohnung abgeholt, und in festlichem Zuge in den schön Odorierten Saal des Gastwirts Leonhardt geleitet. Nach einigen Gesängen und Deklamationen der Schulkinder unter Leitung des Lehrers Will und einer längeren Ansprache :be5 letzteren wurden dem Jubilar von Seiten des Kirchen- •unb Gemeindevorstandes, der Schulkinder und eines .•engeren Freundeskreises schöne Geschenke überreicht, wo- jfür der Jubilar in bewegten Worten dankte.
w- Nidda, 8. Aug. Gestern fand in Anwesenheit des 'katholischen Pfarrers von Büdingen, des katholischen Kirchen- -ovrstandS, des Baumeisters, des Bürgermeisters von Nidda :1111b der Handwerker die feierliche Grundsteinlegung lüer katholischen Kirche hier statt. Die Kirche ist schon M zur Sockelhöhe gediehen. Nach einer Ansprache des «Gristlichen wurde die Kapsel mit der Urkunde, in der in der Michen Weise die zurzeit lebenden Spitzen der politischen nieb kirchlichen Behörden (Kaiser, Papst u. s. w.) genannt mttben, in den Grundstein eingelegt, worauf dieser mit den iWchen Hammerschlägen geschloffen wurde. Das Bild der 1 fertig en Kirche wird gegenwärtig auf Postkarten verbreitet. Dcr Bau ist in eigenartiger Form gehalten und verspricht «iit Zierde des betreffenden Stadtteils zu werden.
-n- AuS dem Vogelsberg, 8. Aug. Großes WaidmannS- dlech hatte kürzlich ein älterer Nimrod, der schon seit vielen fahren dem edlen Waidwerk obliegt. Er ging auf die Jagd, «w einen Fischreiher zu schießen. Aber siehe da, als er sich feint Jagdbeute bei Licht betrachtete, da war es nur ein vAorch, und mit der erhofften Prämie war es nichts.
Bingen, 7. Aug. Die Entwickelung der Trauben Mähte in der letzten Woche infolge der günstigen Witterung, fmiged Wetter abwechtzlnd mit warmem Regen, sehr erfreu» Lch Fortschritte, sodaß die Trauben bald in die Reife ein» •treten werden. Farbige Frühtrauben trifft man nicht nur
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stellen liberale Blätter als Forderung auf. Ganz damit einv.-rsianden, wenn auch dem höchst zeitgemäßen Verlangen flattgegeben rottb, daß bie Doktortitel allgemein in ihrer Herkunft gekennzeichnet werden. Es hat doch seinen tieferen Grund, daß an der Münchener Universität z B. der juristische Dr. zu Seltenheiten zählt, die oft in ein«m ganzen Studien» jahr an den fünf Fingern abgezählt werden können, während die Promo» tionen zum Dr. jur. in Erlangen, Heidelberg etwas fast AUgewohntes geworden sind. Während im Studienjahre 1899/1900 Heidelberg nächst Leipzig, mit unkontrollierbarer Zahl seiner Promotionen, mit 235 Doktoren obenan steht, folgt Erlangen mit 225, München mit 171, Berlin mit 156, Kiel mit 123, Würzburg mit 122 u. s. ro (Gießen gar nur mit 6! D. Red.) Die Zahl der Studierenden betrug: Leipzig 3-481, Heidelberg 1250, Erlangen 974, München 4049, Berlin 6478, Kiel 757, Würzburg 1215. Berlin, an Zahl der Studierenden an 1. Stelle, steht hinsichtlich seiner Promotwnen an 5., München statt an 2. an 4 , Leipzig 3. — 1.» Heidelberg 8. — 2., Würzburg 11. — 7., Erlangen 14. — 3. Zwar ftnb in neuerer Zeit die Bedingungen für Erwerbung des Doktorgrades in Erlangen verschärft worden, und auch in Heidelberg tritt ab nächsten Herbst eine neue Promolionsordnung mit Dissertationsforderung und Druckzwang in Kraft, während es bishex sogar vorkommen konnte, daß einfache Münchener Seminararbeiten, düH-hier nicht einmal als vollgütig anerkannt wurden, als Doktorarbeit angenommen worden sind. Aber bei all diesen Reformen bleibt vor wie nach ein bedeutender Unterschied zwischen den Doktortiteln der einzelnen Universitäten mit ihren so verschiedenartigen Anforderungen bestehen. Warum aber bei dem jetzigen System der Dr. rom. allein seinen Heimatschein mitdringen soll, ist nicht einzusehen. Die liberalen Blätter sprechen von einer Doktorfabrikatioa des Collegium Romanum .... Es wurden 1897/98 an dieser Jesuiten- Universität 199 Doktoren ernannt, also mehr als 10 Prozent der Studierenden. Was ist denn da besonders daran zu findend In Würzburg betrug die Prozentzahl der Promovierten ebenfalls 10, in Heidelberg gar 20, in Erlangen 231 Warum schreiben denn da nicht die liberalen Blätter von einer Doktorfabrikation deutscher Universitäten? Dem zum Schlüße des liberalen Vorstoßes gegen die Jesuiten gebrachten Histörchen sei hier ein anderes entgegengesetzt. Von einer deutschen Musenstadt, wo einst Perkeo feuchtfröhlich hauste, geht gar oft die Sage, wenn der Zug dort einfahre, rufe der Schaffner: Eine Stunde Aufenthalt — zum Doktor-Bauenl"
— Geheimer Hofritt Professor Dr. Dietrich Schäfer tn Heidelberg hat einen Ruf an die Universität Straßburg al« Nachfolger Varrerttrapps erhalten. — Der Geh. SanilätSrat Dr. F. Körte tn Berlin feterte daS Fest deS 60jährlgen Doktor-JubULumS. — Die rechts- und staat-wissenschaftliche Fakultät der Univirsttät Freiburg t.B. hat den Preis (1000 Mk.) der Dr. Rudolf Schleiden» Stiftung über daS Thema „S)k Landwirtschaft in Baden feit der Grundentlastung" Dr. M. Hecht, RegierungSassesior beim statistischen LandeSamt tu? Karlsruhe, zu •/» und etad. cam. H. Reichert tn Freiburg i. B. zu Vs zuerkannt. — Der ordmtliche Professor der Paläontologie Dr. Viktor Uhlig ist zum ordentlichen Professor der Geologie an der Untoersttät tn Wien ernannt worden. — AuS St. Petersburg wird berichtet: Fräulein Sntonina LeßnewSka, die Begründerin der ersten russischen Frauen-Apotheke, wird zu Beginn deS nächsten Jahres hier ein« pharmaceuttsche Schule für Frauen eröffnen. Der Kursus der Schule ist zweijährig und die Absolventinnen werden daS Diplom einer Apotheker-Gehilfin erhalten. — Der Prtvatdozent Dr. Siegfried Sudhaus, Oberlehrer am städtischen Gymnasium tn Bonn, ist als ordenlltcher Professor der klassischen Philologie an die Universität Kiel berufen worden.
Gerichtsstal.
H. eitBett, 8. August. (Strafkammer.) Der Dachdecker Karl Oswald Horn aus Zittau, der wiederholt wegen Diebstahls und ähnlicher Delikte vorbestraft ist, ist angeklagt, fich iml Januar zu Lauterbach einer Unterschlagung, tn SlSfeld eine« Diebstahls und ebenso tn Gietzm eine« Diebstahls zum Nachteil der Schaufpielertte Emmy T ü r ck e schuldig gemacht zu haben. Während der Angeklagte die beiden erstgenannten Delikte eingesteht, bestreitet er den Diebstahl bet Frau Türcke ausgeführt »u haben. Da auch durch die Zeugenaussagen hierfür kein genügender Beweis erbracht wirb, erfolgt wegm dieses Punkte» der Anklage dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß Freisprechung: wegen der beiden anderen Delikte wird der Angeklagte tn eine GesamtgefängniSstraf« von 6 Monaten und 2 Wochen verurteilt. — Der Dienstknecht Heinrich LechenS von Langgöns ver- olgt Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, da» ihn wegen Körperverletzung zu einer mehrwöchigen Gefängnisstrafe verurteilt hatte. Die Strafe wirb auf drei Tage Gefängnis herab- gemindert. — Heinrich Stock von Frischborn verfolgt ebenfalls Berufung gegen et» Urteil des Schöffengerichts Lauterbach, da« gegen thn auf eine Gefängnisstrafe von 8 Wochen und eine Haftstrafe von 3 Tagen wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Uebertretung des 8 366a R.-Str.-G. erkannt hatte. Die Berufung rottb verworfen. — Der vom Schöffengericht Dllbel wegen Bedrohung zu mehreren Wochen Gefängnis verurteilte Steinmetz Paul Fromm auS Stolp wirb auf feine Berufung bin freigefprochen. — Die Verhandlung gegm dm Küfer Julius Well Höfer, der vom Schöffengericht Gietzm wegm Körperverletzung zu 40 Mk. Geldstrafe eventuell 8 Tagm Gefängnis verurteilt wordm war und hiergegm Berufung
Vermischter.
* Doppel mord undSelbsirnord. Wie ein gestern nachmittag uns zugegangenes Privattelegramm aus Insterburg meldet, hat auf dem Gute Wilhelmsthal bei Lipvwitz im Kreise Ortelsburg der Besitzer Hauptmann a. D. Hoffmann seine beiden Söhne im Alter von 7 und 5 Jahren umgebrach 1 und dann sich selbst erschlossen. Ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse und der Umstand, daß seine Frau mit dem jüngsten Kinde ihn verlassen hatte, sollen den Mann zu der That veranlaßt haben.
* König Eduard als Radfahrer. König Eduard erhielt ein nach seinen Angaben konstruiertes Tretrad (ein gewöhnliches Tricycle, kein Motocycle). Es ist ein Meisterwerk der Mechanik, hat Freilaufmechanismus und nach oben gebogene Lenkstange. Tie Entwickelung beträgt sün: einen 'halben Meter. König'Eduard macht mit diesem Tretrad Fahrten in den Alleen von Windsor und auf den Straßen tn der Umgebung des königlichen Schlosses. Ein anderes bereits im Besitz des Königs in Sandringham befindliches Treirad wurde ebenfalls mit einem Freilaufmechanismus versehen.
*Paris, 7. Aug. Ein ernster Zwischenfall trug sich am Montag in Rtort bei dem Begräbnisse eines Unteroffiziers des 7. Husarenregiments, Namens Porcheron, zu, der Selbstmord verübt hatte. Während der Trauerfeier trat der Vater des Verstorbenen auf einen R i 11 m e i st e r zu und versetzte ihm im Hofe des Hospitals vor der versammelten Mannschaft zweiOhrfeigen. Der Major de Bonnieres befahl dem geohrfeigten Offizier, sich unverzüglich Mrückzuziehen. Gegen den Vater des verstorbenen Unteroffiziers ist eine strafgerichtliche Klage eingeleitet worden. Man erfährt, daß der geohrfeigte Rittmeister in einem bei der Leiche gefundenen Schreiben als der verantwortliche Urheber des Selbstmordes bezeichnet worden war. Dieses Schreiben war von Porcheron an dessen Wachtmeister gerichtet worden, um diesem die Ursachen seiner verzweifelten That darzulegen. Porcheron, der ein tadelloser Unteroffizier und zur Beförderung zum Wacht- meifter vorgeschlagen war, erklärte, er könne unmöglich die ungerechten Plackereien und Verfolgungen ertragen, denen er seitens sei wes Rittmeisters ausgesetzt wäre, der erst seit zwei Monaten bei dem 7. Husarenregimente stehe.
* Paris, 8. Aug. Der Luftschiffer Santos Tumon't stieg wieder heute früh 6.10 Uhr im Park von' Saint Cloud auf. Er umkreiste den Eiffelturm in 9 Min. 34 Sek. und lenkte sodann den Ballon auf Saint Cloud, als ein Windstoß den Ballon aus der Richtung brachte. Ter Vorderteil trieb ungefähr 50 Meter zurück, das Wasser- stoffgas entwich aus dem Vorderteil in das Hinterteil, letzteres senkte sich stark. Santos brachte den Motor sofort zum Stillstand, worauf der Ballon selbst siel. Unglücklicherweise streifte die Ballonumhüllung das Dach eines sechs- töckigen Hauses am Quai de Passy. Eine Detonation erfolgte und der Ballon explodierte und fiel. Ter Gondelrand blieb am Giebel hängen. Santos mußte hingekauert in der Gondel über eine halbe Stunde in der gefährlichen! Lage ausharren. Ein Zimmermann nahm den Weg über die Tücher und es gelang ihm, Santos ein Seil zuzuwerfen, das dieser um den Leib schlang. Mit vieler Mühe konnte der Zimmermann darauf Santos Heraufziehen. Santos war unverletzt und hat sich bereit erklärt, den Versuch zu wiederholen, sobald der Ballon ausgebessert.
♦ Goldfunde in Transvaal. Ter „Frkf. Ztg." wirdj aus Johannesburg gemeldet, daß man auf dem Eigentum des Turftlnbs mittelst Bohrlöcher in der Tiefe von 4400 Fuß auf eine'Hauptader gestoßen sei. Man glaubt, daß diese Entdeckung für die Goldindustrie von großer Bedeutung sein werde.
Theater, Kunst und Wissenschaft.
Metz, 8. Aug. Der Anthropologen-Kongretz wurde heute vormittag geschlossen. AlS Ort des nächstjährigm Kongresses wurde Dortmund gewählr.
8. Aug. Der internationale BotanikereKongreß schloß hmte seine Verhandlungen. Die Statuten der internationalen Vereinigung wurdm mdgillig genehmigt. Der nächste Kongreß findet 1905 tu Wien statt.
Professor Dr. Pupin, ein amerikanischer Elektriker, hat durch das Patent-Bureau Reichau u. Schilling, Berlin 8, eine neue Verbesserung der Telephon- lei t u n g zum D. R. P. anmelden lassen. Tiefe ermöglicht das Fernsprechen bis zu 5000 Kilometer Entfernung, d. i. etwa fünfmal so weit wie die Strecke Berlin—Paris. Die Neuerung ist äußerst einfach. Sie besteht nur darin, daß in gewissen Abständen an dem Leitungsdrahte Drahtspulen in gewisser Weise angebracht werden. Die Bell-Telephon-Ge- sellschaft in U.S.A. hat bereits das dortige Patent für eine enorme Summe angekauft. Pupin meint übrigens, daß es ihm gelingen werde, mit dem Telephon rund um die Erde zu sprechen. Bei dem jetzigen von ihm geschaffenen Stande dürfte das Sprechen von Europa nach Amerika demnächst erfolgen können. (Mitteilung des Patent-Bureau Reichau u. Schilling, Berlin 8.)
Spott.
Ein für Radfahrer.beachtenswerter Fall wurde am Reichsgericht durch Verwerfung der Revision entschieden. Der Arbeiter-Radfahrer teilt darüber mit: Am 28. August v. I. waren der Arbeiter Otto Gehre und der Nagelschmied Amelang, welche beide bei völliger Dunkelheit ohne beleuchtete Laterne auf der Landstraße zwischen Dessau und Hochstadt fuhren, so wuchtig aufeinander geprallt, daß beide Fahrer stürzten und Amelang eine schwere Kopfverletzung erlitt. Letzterer blieb bewußtlos bis zum anderen Morgen liegen und starb eine Woche später an Gehirnentzündung. Das Landgericht TLssau verurteilte nun Gehre wegen fahrlässiger- Tötung zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Gegen dieses Urteil wurde Revision eingelegt. Der Reichsanwalt gab zu, daß bezüglich des Nichtgebrauches der Laterne ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Unglücks fall und Tode Amelangs nicht nachgewiesen erscheine, da auch dieser kein Licht geführt. Zur Aufrecht- erhaltung des Urteils reiche aber die weitere Feststellung desselben aus, daß Gehre, obwohl mit ziemlicher Schnelligkeit fahrend, kein Warnungszeichen gegeben und in dieser Öinfidjt mit straferschwerendem Leichtsinn gehandelt habe. Diesen Ausführungen trat das Reichsgericht bei.
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ruhig gewesen, so hätte ich nur nach dem Arm geschoßen, wie ich das etwa bei einem Tuell machen kann." Kriegs- ' gerichtsrat^ O d e n: „Haben Sie mit dem Gewehrkolben auf- die Schulter getippt, oder mit der Hand?" Ange kl.: „Mit der Hand." Kriegsgerichtsrat Oden: „Tragen Sie immer l cirn Verlassen Ihres Gutes ein Gewehr bei sich?" Angekl.: «„Ich bin vor ein paar Wochen von einigen Leuten mit der
Axt bedroht worden, welche gegen meinen Willen widerrechtlich eine auf meinem Gut gefällte Tanne naxf)i Bruder- dorf tragen wollten. Ich war an dem betreffenden Morgen ohne Waffe ausgegangen. Seitdem gehe ich stets mit der Waffe aus.
Sämtliche: liltalienische Arbeiter, welche zur Zeit der That am Thatort anwesend waren, bekunden, daß der erschossene Arbeiter Fazzi nicht mit einer Schaufel gegen v. Stietencr on geschlagen habe. Zeugin Marie Fuchs, Taglöhnerin, sagt aus: Sie habe gesehen, wie Fazzi die Schaufel gegen v. (Stietencran hoch geh-vbqn und drei bis vier Mal auf ihn , zugeschlagen habe, ehe Stietencron schoß. In ähnlich, entlastendem Sinn lauten die Aussagen eines Bruders, sowie einer Schwester der Zeugin. Sanitätsrat Dr. Brandt und Stabsarzt Dr. Reps fassen ihr Gutachten dahin zusammen, daß der Schuß Stietencrons in den Rücken Fazzis gegangen sei. Die Verblutung sei infolge Zerreißung großer Halsgesäße eingetreten. — Als Baron v. S.tietencron den Gerichtsfaal verließ- nahm die Menge eine so feindselige Haltung gegen ihn an, daß ihm zwei Gendarmen zum Schutze auf den Heimweg nach Schloß Carrieres mitgegeben werden mußten.
Fortsetzung morgen früh.
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Personen wines Taaes bines Gemüse- e arbeiten. Ich ' obwohl dieser ,em italienischen des Weges unb egeben, ba mir sperrt wurde, 'ren. llorbibat bends mit den VorMag ein. drei beteiligten ochen, um mich rn zu gestatten, ugung, daß ich iler war, erfuhr tag, den 8. Juli dem Thore des lordi sagte mir, tagt, mit den $t ben Würget* ' Arbeiten ein* zum Pau bet rer Gnhchädig- eilei Vorgehen Ich jchried jetzt )te die Arbeiten n Bescheid, daß, inwirkungen auf ren, dem Antrag eine behördliche der Anspruch auf et werde. Ich t in Bruderdorf, chaden feststellen e Antwort. Am Ich ersuchte sie, Arbeitern Jiid)t Torberfter Stelle fei in der Hand, auf die Tchau- üs ob er ciui ,t auf den letzten Ate Arbeiter laut machte eine ver- zurückzutreteii. Arm, ging ach zu machen. Fazzi it hoch geschwun- -ewehrhochuud ß jedoch, sol-mge ich angegnfsen us und schlug , s e, die ich E i Schlage W9' e des Druck-, ein Schub e" der Leute ge- entstand eine
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