Ausgabe 
9.11.1901 Zweites Blatt
 
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Schule mit dem Bauprogramm beschäftigt. Um einen guten Bauplan zu erhalten, ist der Erlaß eines Preisaus­schreibens beantragt worden. Die Entwursskizzen sollen den Grundriß im Hauptgeschoß im Maßstabe von 1 : 250, die Haupt- und Hoffacade und den Querschnitt darstellen. Als Preise sollen ausgesetzt werden: 1500, 1000 und 500 Mark; das Preisgericht kann, sofern keine der eingehenden Skizzen des ersten Preises für würdig erachtet wird, eine seinem Ermessen anheimgegebene Verteilung vornehmen. Zur Preisbewerbung sollen alle deutschen Architekten zu- gelassen werden. Die Zusammensetzung des Preisgerichts soll dem Kuratorium überlassen werden, doch wurden neben einigen auswärtigen Herren Beig. Georgi, Stadtbaurat Schmandt, Stadtv. Dr. Gaffky, Direktor Dr. Stoeriko, Stadtv. Schiele und Bürgermeister Mecum vorgeschlagen. Die Skizzen sind bis zum 15. Januar 1902 cinzureichen. Die Bauiumme wird sich auf 500 000 Mk. belaufen, doch soll von Festlegung einer bestimmten Summe im Preisausschreiben und von der Einforderung eines Voranschlags abgesehen, nötigenfalls den Preisbewerbern nur die Angabe des Preises für den Eubikmeter bebauten Raumes angesonnen werden.

Die Vergebung des Eichen- und Kiefern-Bau- und Grubenholzes im Gießener Stadtwald ist im Vergleich zum Vorjahre ungünstig ausgefallen; Kiefern- stammholz erzielte 14 Mk. pr. Ebm. gegen 18.50 Mk. im Vorjahre, Eichengrubenholz 21.83 Mk. gegen 24.90 Mk. und Kieferngrubenholz nur 11 Mk. Es wird beschlossen, die Ab­gabe nicht zu genehmigen, sondern das Holz, bis auf ein an eine auswärtige Firma verkauftes Quantum Eichen­grubenholz, int nächsten Frühjahr zur Versteigerung zu bringen.

Auf Gesuch einiger Gartenbesitzer wurde vor mehreren Jahren die Wasserleitung nach dem Nahrungsberg und dem Alten Steinbacl)erweg gelegt, nachdem die Gesuchsteller sich verpflichtet, einen Mindestpreis für den Wasserbezug zu entrichten. Fabrikant E. Kau ff mann hatte s. Z. um Et> Mäßigung des Wasserzinses nachgesucht, und als dies ab­gelehnt worden, den Weiterbezug gekündigt. Tie Stadt- verordneten-VersammLung beschloß, die Kündigung nicht anzunehmen; die juristische Kommission hat beantragt, event. aus Weiterzahlung zu klagen.

Nach Beschluß vom 4. Juli d. I. ist der Krankenver - sjcherungszwang auf die Hausgewerbetreiben­den, Handlungsgehilfen und -Lehrlinge aus­gedehnt worden. Das dem Beschluß zufolge aus gearbeitete Oxtsstatut wird genehmigt.

Nach Bericht der Armendeputation wird es schwer em­pfunden, daß mehrere blödsinnige Kinder nicht int Alicestift zu Darmstadt, das seit 1890 Staatsanstalt ist, untergebracht werden tonnten, weil die Anstalt nicht über die nötigen Räume verfügt. Nach von dem Beigeordneten Wolff eingezogenen Erkundigungen in anderen hessischen Städten besteht dort derselbe Notstand. Da aber dte Unter­bringung der blödsinnigen Kinder in eine Anstalt sowohl im Interesse der Kinder selbst wie deren auf Erwerb an­gewiesenen Eltern liegt, hat die Armendeputation bean­tragt, die Stadt möge bei der Staatsregierung um die Vergrößerung des Alicestifts oder um Errich­tung einer gleichartigen Anstalt in Ober­be s s e n vorstellig werden. Die Stadtverordneten-Versamm- Lung beschloß demgemäß.

Betr. des Gesuches von Heinrich, Zöller um Er­laubnis zum Wirtschastsbetrieb im Hause Lahnstraße 5, des Gesuchs von Christ. Arnold um Erlaubnis zum Klein­

handel mit Branntwein im Hause Stephanstraße 42, und des gleichen Gesuchs von Friedrich Kropp, Bismarck- straße, beschloß die Versammlung Verneinung der Bedürf- nissrage. Die Gesuche von W- Fischer, Dammstraße 29 und Wilh. Petri, Bahnhofstraße 31 um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb werden befürwortet.

Stadtv. Krumm fragt an, ob die Bürgermeisterei Kenntnis davon habe, daß die Abortanlagen im Schul­hause am Oswaldsgarten auch von Marktbesuchern benutzt werden. Bürgermeister Mecum erklärt, daß ihm davon nichts bekannt sei, er werde aber entsprechende Anordnungen dagegen treffen.

Stadtv. Loos wünscht Auskunft über den Stand der Kanalisation. Bürgermeister Mecum teilt mit, daß zur Ableitung der Abwässer in die Lahn noch die Ge­nehmigung der Flußbehörde nötig sei. Die obere Fluß­behörde sei aber nicht das Wasserbauamt zu Mainz, sondern das Ministerium der Finanzen. Letzteres habe die Ge­nehmigung als vorgesetzte Behörde wohl erteilt, nicht aber als Flußüaubehörde. Es sei noch eine größere Anzahl sorg­fältig ausgeführter Zeichnungen nötig, nach denen die Ge­nehmigung der Flußbaubehörde erfolgen werde. Er hoffe, daß noch im Laufe des Winters ein Teil der Arbeiten aus- aefchrieben und mit der Ausführung derselben im Frühjahr begonnen werden könne.

Aus Stadt und Sand.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik bestndlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.)

Gießen, den 8. November 1901.

- Konsumbäckerei. Auf den Beschluß der hiesigen Bäcker- Innung hin, Backwaren an die hiesigen Konsumvereine nicht zu liefern, wandten sich zahlreiche Auswärtige ihrer Berufs­genossen an hiesige Vereine mit dem Anerbieten, die Lieferung der Backwaren zu übernehmen. Es wurde auch auf eine Probelieferung abgeschlossen. Um jedoch stets gute, preis- würdige Ware liefern zu können, erwägt man nunmehr die Errichtung einer Konsumbäckerei, deren Einrichtung, wie man uns mitteilt, in absehbarer Zeit vor sich gehen soll.

** Jubiläum. Die Großh. Landes-Baugewerkschule in Darmstadt, die aus der 1849 begründeten Winterbau­schule hervorging, feiert am 1. Dezember ihr 25 jähr. Jubiläum. Die Anstalt, welche vor kurzem neu organisiert worden ist, wurde in diesem Herbst von der Preußischen Negierung als gleichberechtigt mit den Baugewerkschulen Preußens anerkannt. Das Zusammentreffen dieser erfreulichen Thatsache mit dem Zeitpunkt des 25 jährigen Bestehens lassen daher den Wunsch einer Festfeier begreiflich und berechtigt erscheinen. Es hat sich zu diesem Zweck unter dem Vorsitz des Direktors der Anstalt, Professors Hermann Müller, ein Festausschuß ge­bildet, dem außer den fest angestellten Lehrern noch Bau­meister Ludwig und Eduard Harres, Baumeister Beigeord­neter Riedlinger, Architekt Beutinger und Lehrer Brohm, sowie die früheren Schüler der Landes-Baugewerkschule: Architekt Mahr, Bauunternehmer Sarnes, Hofweißbindermeister H. I. Schneider, Weißbindermeister Fr. Emmel, Schreinermeister Martin Müller, Maurermeister Georg Möser I. und Schlosser­meister Wilhelm Emmel jun. als Mitglieder angehören. Das vorläusige Programm sieht folgende Festlichkeiten vor: Am Samstag den 30. November, abends 8 Uhr, Empfang der

Gäste imKaisersaal" in der Grafenstraße; Sonntag »m 1. Dezember, um 12 Uhr, Festakt im großen Saalbausaal, Eröffnung einer Schülerarbeilen-Ausstellung im Gartensaal, sowie Festmahl; Montag den 2. Dezember, vormittags 10 Uhr, Frühschoppen imBurgbräu" in der Wilbelminenstraße und, bei günstiger Witterung, um 2 Uhr Ausflug nach der Lud­wigshöhe. Von den 3000 Schülern, die bis jetzt die Anstalt besuchten, haben sich weit über 100 auswärtige bereits zur Teilnahme an dem Feste angemeldet. An alle übrigen ergeht die Bitte, baldmöglichst der Direktion der Großh. Landes- Baugewerkschule, Neckarstraße 3, ihre jetzige Adresse anzu­geben, damit ihnen das ausführliche Programm zugeschickt werden kann.

* Landes-Baugewerkschule in Darmstadt. Der Staats­sekretär des Reichs-Marine-Amts hat unterm 25. Oktober der Direktion der Gr. Landes-Baugewerkschule in Darmstadt mitgeteilt, daß er, nachdem die genannte Schule von dem Königlich Preußischen Minister für Handel und Gewerbe als den Preußischen Anstalten gleichwertig aner­kannt worden sei, bestimmt habe, daß die Landes-Baugewerk­schule unter die Zahl derjenigen Baugewerkschulen auf­genommen werde, deren Absolventen der Eintritt in die technische Sekretariatslaufbahn für Hafenbau der Kaiserlichen Marine offen stehe. Dem betreffenden Schreiben lagen die Vorschriften über die Annahme, Ausbildung und Prüfung des technischen Sekretariatspersonals bei, welche auf dem Bureau der Landes - Baugewerkschule Darmstadt, Neckarstraße 3, Zimmer Nr. 37, einzusehen sind.

** Warnung. Es dürfte (auch für die Landbevöllerung) von Interesse sein, mit Vorsicht die Anpreisung von Haussegen und Aehnlichem durch frembe Kolporteure auf­zunehmen. Dieselben zeigen Muster vor und nehmen Be­stellungen an, die per Nachnahme erledigt werden. Das Lockmittel ist das Erbauen eines Waisenhauses. Wo? wissen hintennach die Besteller selbst nicht zu sagen, es soll aber weit fort sein. Man sollte denken, wir hätten gerade genug für unsere inländischen Waisen usw. zu thun, um für einen so problematischen Zweck sein Geld hinzugeben. Ueberhaupl ist das Bilderoerkaufs-Unwesen zum Besten von allen nütz­lichen Zwecken schon zu weit verbreitet, um ihm noch Vorschub zu leisten. Man rechne nur einmal ab die Kosten der Herum­reisenden Agenten was bleibt da noch für den betreffenden guten Zweck". Gewöhnlich sind die geringen Leute das Opfer solcher Manipulationen.

Der gute Geschmack

des Kaffees hängt wesentlich vom richtigen Zusatz ab. Ein vorzüglicher, billiger und dabei ergiebiger Zusatz, der jeden Kaffee verbeffert, ist Linde's Essenz für Kaffee. 700

Bekanntmachung.

Aus der Minna Keil-Bogt-Stistuug sind für das Jahr 1901 drei Gaben von je 70 Mark an Drei in Gießen wohnhafte, würdige unb bebürfhge Handwerksmeister oder deren Witwen, evangel. Konfession, zu vergeben. Bewerbungen haben bis längstens 30. Scovember d. I. bei Der unterzeichneten Behörde Zimmer Nr. 2 zu geschehen.

Gießen, den 4. November 1901. 7310

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

__________________I. D.: Wolff.__________________

Bekanntmachung.

Die fälligen Holz- und Grasgelder können in den nächsten 14 Tagen noch ohne Kosten bezahlt werden.

Zahltage nur vormittags oou 8 bis 12 M.

Gießen, den 6. November 1901.

Stadtkaffe Gießen.

Doepfer. 7308

Aus der Landrichter Dr. Miiller'schen Stiftung z« Darmstadt sind durch die unterzeichnete Behörde zwei Unterstützungslegate von jährlich 500 Mk. an bedürftige, elternlose Studierende der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg oder Oberhessen zu vergeben. Zur Bewerbung um diese Legate mit Nachweis über die Quali­fikation wird hiermit eine Frist von vier Wochen gesetzt.

Darmstadt, am 30. Oktober 1901. 7331

Großherzogliches Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen.

Ewald. Wimmenauer.

«Hausverkauf auf de« Abbruch.

Das von der Stadt er­worbene Oswald'sche Haus auf dem Kirchenplatz soll auf den Abbruch verkauft werden und wollen sich Käufer an die Bürgermeisterei wenden.

Lich, den 5. Novbr. 1901. Großh. Bürgermeisterei Lich.

Heller. 7285

Versteigerung.

Samstag den 9. ds. Mts., nachmittags 21/, Uhr, versteigere ich am hiesigen Bahnhofe (gegenüber dem Postgebäude) auf Grund des Art. 373 Hdlsges.-Buchs

M A SwieWn and zwar in Partien von 510 Sack (ä 50 Kilo).

Versteigerung bestimmt.

Gießen, 7. diovember 1901.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

KaMausleihung.

Aus dem Universitäts-Fonds können Ende ds. Mts. 14= bis 15000 Mk. gegen 41/, % auf gute, erste Hypothek ausgeüehen werden.

Gießen, den 4. Slooember 1901.

Großh. Universitäts-Rentamt 7254 Weimer.

Saugeslüstig und gesund erhält man seine Stubenvögel durch Nahrung, die der in Frei­heit gesuchten am ähnlichsten ist. Dies find Büchners unübertroff.

VUlslltteMischllM

für alle Arten Vögel.

In V. und 7, Pfd.-, sowie 10 Pfg.-Paketen nur echt tu bunten Packungen zu haben bei der Firma 7058

Carl Eichmann

Ederstraße 1, Ecke Nordarrlage

Gascokes.

Infolge Stadtverordneten - Beschlußes vom 20. Juni d. I. tritt eine

Pttiserilchigung mserer teofes ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festgesetzt wie folgt:

Für den Eentner ab Verkaufsstelle: Stück-CokeS..............1,20 Mk.

Nuß-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für

Stubenheizung und für weite und enge

Ofens chächte passend zerkleinert:

Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnitt- llche Korngröße des Anthracit, gang- barste Sorte.........1,30 Mk.

©röfje Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit ...... 1,35 All.

In Wagenladungen von mindestens 36 Gentnern: Stückcokes.......1,15 MK

Swtzcokes Nr. 1.....1,25

Nußcokes Str. 2.....1,30

Bei gleichzeitiger Entnahme von mindestens 200 Gentnern: Stückcokes ....... 1,10 Mk.

Nutzcokes Nr. 1 .... . 1,20 Nutzcokes Nr. 2 .... . 1,25

Für Cokesabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggons beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Gentner.

Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Centncr berechnet.

NB. Sofern das Verbringen der Cokes bis zu 6 Centnern auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall zc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung.

Im Gaswerk findet nur ein Deckaus von über 5 Centncr Cokes statt; dagegen bleibt bei folgenden hiesigen Firmen der gltimrtaf unfern Cascovs von 1 bis 5 Gentner

bestehen, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Löwengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Gcbr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5.

Diese Finnen berechnen obenstehende Preise unserer Gascokes samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Centnern.

Gießen, den 21. Juni 1901.

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gietzen.

_______________ I. V.: Edm. Wetter.________ 4388 Couverts mit Firma bitligft

vrühl'sche UnlveriitätL-vruckerri.

AeligionsgefchichUicheIorträge

(Professor D Holtzmann).

Ium Kesten der deutschen Heilstätte für Minderbemittelte in Davos

Im Konsirmandensaal der Johanneskirche

abends präzis 8 Uhr.

I. Afraet und die Propheten. Areitag 15. Aovemver.

II. Aas jüdische chcsetz. Arettag, 29. Aovember.

III. Aas Jahrhundert Aesu Hhcisti. Srettag, 13. Aezemöer.

IV. Aesa» tzhrtkus. Areitag, 10. Januar.

V. Ale Kroverung der Wckt durch die Kirche. Arcitag, 24. Aau. VL Aas Kvangetlum und dte Konfesstonen. Areiiag 7. Aedruar. Aenderungen des Dalums der einzelnen Vorttäge bleiben vorbehattev

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