Ausgabe 
9.10.1901 Erstes Blatt
 
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an den wettergebräunten Chinakrieger und krönte ihn unter Hoch- und Hurrahrufen der angestauten Menschenmenge und unter dem Tusch eines Musikkorps mit einem Lorbeerkranze. Ein Fackel- bezw. Lampionszug begleitete den Gefeierten, der auf seinem obligaten Rcservistenslocke als Kriegs-Trophäe- einen stattlichen Chinesenzopf fröhlich in den Lüften schwang zum Seligenstädter .Oberthor", wo die Eltern ihren heim- kehrenden Sohn erwarteten. Unter den lustigen Weisen der Kapelle erreichte der Lampionszug um 11 Uhr nachts unsere Gemeinde. (Mehr kann ein Chinakämpfer billigerweise nicht verlangen. D. Red.)

Roiuiefeldtslhee

JA, -L'X- wird allgemein gelobt und weiterempfohlen.

Proben der 4 Hauptsorten Mk. 1.Franco".

Cbec-Tmport Honnefeidt, Jrankfurt a. Itt.

choss en werden mußte.

Darmstadt, 7. Okt. Prinz Nikolaus von Griechenland hat heute mittag Wolfsgarten verlassen und sich nach Wien begeben.

Mainz, 7. Okt. Bibliothekar Dr. Zedler veröffentlicht im Centlbl. f. Bibl." eine kurze Mitteilung über einen neu auf- gefundencn, bisher unbekannten Gutenberg druck. Es ist ein astronomischer Kalender oder genauer eine Ephe- meride der Mondphasen, der Sonne und der alten Planeten. Die Type ist die des Cisianus und Türkenkalenders. Als das Jahr, für das der Kalender bestimmt war, ergiebt sich aus dem Text das Jahr 1448. Der Kalender ist also der älteste Druck. Besondere Wichtigkeit hat der Fund für das Problem der 36zeiligen Bibel.

-t Mainz, 7. Okt. Am Sonntag fand hier eine zahlreich besuchte Versammlung selbständiger Uhrmacheraus dem Großherzogtum Hessen statt, in der über die in Kraft getretenen Gesetze bett, die Organisation des Handwerks ver­handelt wurde. Unter anderem wurde einstimmig beschlossen, bei der Großh. Handwerkskammer in Darmstadt vorstellig zu werden, daß von dieser Behörde für Uhrmacherlehrlinge, wie dies fast überall eingeführt ist, eine vierjährige Lehrzeit festgesetzt werde.

Bingen, 7. Okt. Der Großherzog und die Groß­herzogin haben bereits gelegentlich ihres Besuches hier mündlich ihren Dank und ihre Anerkennung für den statt­gehabten festlichen Empfang ausgesprochrn. Nach einem Schreiben des Großh. Hofmarschallamtes wurde die Bürger­meisterei beauftragt, den Dank öffentlich zur Kenntnis der Bewohner unserer Stadt zu bringen.

KleimWelzheim, 6. Okt. Der Chinakämpfer Richard Winter von hier ist zurückgekehrt. Er hatte sich im Vor­jahre in seiner Garnison Worms freiwillig dem ostasiatischen Expeditionskorps angeschlossen. Mit Jubel wurde er gestern am späten Abend am Bahnhofe Seligenstadt empfangen. Bürgermeister Seebacher richtete eine Begrüßungsansprache

In wenig Tagen 11. und 12. Oktober findet die letzte

Baden-Badener Geldlotterie

statt, bei welcher 2288 Bargewinne mit Mk. 42 000. Hmipttteffer Mk. 20 000 verlost werden. Lose zu Mk. 1, 11 Lose 10 Mk. Porto und Liste 25 Psg. ertra find beim General-Agenten Sturmer Straßburg i. Els. und allen Losgeschästen zu haben. Man beeile sich, wer der Glücksgöttin die Hand bieten und Mk. 20 000 für Mk. 1 erhalten will. 6612

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 4. Oktober. (Per transatlantychen ^elcgrapP Der Toppelschrauben-PostdampserH. H. Meier , Kapitän E. Steenckcn, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern - tttzr nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 4. Oktober. (Per trbnsatlantischen ^elegrtwh-). Der Toppelschrauben-PostdampserHannover-'. Kapt. I. .6antzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. ___________r

aufs Bahngeleise geschleudert, trotz Dunkelheit bemerkte der Maschinenführer das Hindernis und brachte plötzlich zum Schrecken der Paffagiere den Zug zum Halten. Mit viertel- tündiger Verspätung konnte der Zug weiterfahren.

Friedberg, 7. Okt. Die neue Homburger Bahn, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon so viel Stoff zum Reden gegeben hat, thut dies wieder einmal Du steinerne Brücke bei .Hiolzhuusen ist dem Einbruch nahe, und für die Züge nicht pasfierbar. T^r Ver­kehr muß durch Um steig en an der betreffenden Stelle aufrecht erhalten werden. Vorgestern abend um 9 Uhr fuhren zwei Münzenberger Gefährte von Frankfurt kommend die Ober-Wöllstädter Chaussee hierher. Der Lenker^ des zweiten Wagens hatte sich mit auf den ersten Wagen gesetzt, es den Pferden überlassend, dem andern Wagen zu folgen. Wegen des Regens hatten beide Männer Säcke über den Kopf gehängt und über hörten deshalb das Läutewerk des gerade herannahenden Zuges von Hamburg. Der erste Wagen kam ungefährdet vor dem Zuge über das Geleise. Den anderen Wagen erfaßte d e r Z u g an der Deichsel und diese brach ab, die beiden Pferde wurden mit der Deichsel zur Seite geschleu­dert und das eine so schwer verletzt, daß es er-

erforderlichen 150 Personen haben sich Damen bereits in ge- < nügender Anzahl gemeldet, Herren werden dagegen noch m ! großer Anzahl gewünscht, und es fft zu wünschen, daß recht bald die nötigen Anmeldungen erfolgen. Die Bühne in der Turnhalle wird elektrisch beleuchtet sein, und zwar mit 192 Flammen. Die Vorstellungen können, nach Mitteilung von Seiten des Vorsitzenden des Fmanz- ausschuffes, Hrn. Fischbach, allabendlich von 650 Personen besucht werden, wie von anderer Seite erwähnt wurde, über, wenn's not thut, auch noch von etwa 100 Leuten mehr. Arme Schüler sollen, bei besonderen Schülervorstellungen, Freikarten erhalten. Auch Volksvorstellungen sind vorgesehen. Die an die Oeffentlichkeit zu erlaßenden Aufforderungen wurden in der gestrigen Sitzung genehmigt und die Preise der Plätze, die wir nächstens mitteilen werden, festgelegt. Der Wirffchaftsbetrieb gelangt zu öffentlicher Ausschreibung.

* Dem hessischen Volksschulwesen mangelt es fortwährend an Lehrkräften, namentlich an katholischen Lehrern. Die Minffterialabteilung für Schulangelegenheiten ist darum noch immer zum Import auswärtiger katholischer Lehrer genötigt. Im Frühjahre trat eine erhebliche Anzahl junger bayerischer Lehrer in den hessischen Schuldienst ein. Auch die rhem- hessische Gemeinde Herrnsheim erhält jetzt einen neuerdings übernommenen bayerischen Lehrer in der Person des zuletzt ht Ilmmünster (Oberbayern) wirkenden Schulverwalters Eugen Zink aus Regensburg.

Rechtsschutzstelle für Frauen und Mädchen. Fast in allen größeren Städten Deutschlands sind in den letzten Jahren Rechtsschutzstellen errichtet worden ein Beweis, daß diese ein richtiges Glied in der Kette der sozialen Einrichtungen bilden. Die Mainzer Rechtsschutz­stelle, Abteilung der Mainzer Frauen-Arbeitsschule, hat sich abenfalls als überaus segenbringend und nützlich erwiesen. Bei der Gründung der Rechtsschutzstellen hat man besonders drei Gründe ins Auge gefaßt: 1. Die Unkenntnis der meisten Frauen den rechtlichen Verhältnissen gegenüber. 2. Die Scheu vieler Frauen, einem Manne dre innersten Verhältnisse ihres Lebens besonders des Ehelebens zu offen­baren. 3. Der Frau Gelegenheit zu geben, sich mit der Frau auszusprechen, und sich bei chr Rat und Ausmnft zu holen, ohne irgend welche Kosten. Somit ist die Auf­gabe jeder Rechtsschutzstelle lediglich die, den Frauen und Mädchen der arbeitenden Klassen wohlthueude Aussprache zu ermöglichen, ihnen mit Rat und That zur Seite zu stehen, ihre Interessen, wo diese gefährdet sind, zu ver­treten, im Falle einer Klage auf die Wohlthat des Armen­rechtes zu verweisen und Vergleiche zu vermitteln. Ms dieser kurzen Arbeitsskizze geht auch! klar hervor, daß bei den Frauen, welche im Dienste der Rechtsschutzstellen ar­beiten, keineswegs juristische Ausbildung erforderlich ist, sondern vor allem Verständnis für die Lage der Bedrängten. Wie allerorts, so haben sich auch der Mainzer Rechtsschutz­stelle in uneigennützigster Weise Rechtsanwälte zur Ver­fügung gestellt, so daß es ermöglicht ist, alle Ratschläge, welche nach juristischer Seite hin erteilt werden müssen, erst mit diesen Herren zu erwägen und zu besprechen.

Büdingen, 7. Okt. Der Umsicht des Maschinenführers ist es zu danken, daß am Sonntagabend der Personenzug 8 Uhr 48 einem Unfall entging. Hinter der Saline hatte der furchtbare Sturm, der um diese Zeit tobte, einen Baum

Sandel und Uerkehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

Grünbcra, 5. Oktober. Fruchtmarkt. (Durchschnrcks- preis pro 100 Kilo.) Weizen 16.40 bis 16.50 Mk., Korn 14 00 b^. 15.00 Mk., Gerste 13.00 bis 13.20 Mk., Hafer 12.80 lus 13,20 ML,,, Erbsen 16.00 bis 00.00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lem 00.00 Mk., Wicken 00,00 Alk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Alk. __

verbessert.

Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzen, wie sie uns von ersten medizinischen Autoritäten neuerdings an bie. Hand ge­geben worden sind, ist Doering's renommierte Eulen-Leye, bekannt unter der Devise:Oie beste der Welt abermals ver^s- sert und durch diese Verbesserung in ihrem Einflüsse aus dte E^ Haltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, sodaß sich keine Seife zur Toilette mehr eignen durfte, als die m ihrer Art unübertreffliche Eulen-Seife. Namentlich ist es gelungen, die Seife auch so zu parsümieren, daß oas Parpmi selbst die empfind- lichsten Geruchsnerven angenehm berührt. Dmmt ist allen Denen^ welchen das früher kräftigere Parfüm nicht zusagte, Gelegenheit ge* geben, jetzt einmal einen Versuch zu machen: sie werden es nun- mehr sicher nach ihrem Geschmacke findenund »nerinß s Eni en- Seit« wieder von Neuem zu ihrer Alltaasseye waKen. l>oe- rings Eulen-Seite ist für 40 Psg. überall erhältlich. (>495

Bekanntmachung.

Bei den demnächst zu treffenden Anordnungen für Anschlüsse an die städtische Kanalisation werden vorausfichllich folgende Be­stimmungen getroffen werden: , ,r r

Sämtliche Aborte sind mit Wafferfpulung und Wafferverschluß ÄU versehen: die Spülung muß aus besoiideren Spülbehältern er­folgen- unmittelbarer Anschluß der Abortbecken an die Wasserleitung ist verboten. Zur Ableitung unreiner Flüssigkeiten dürfen mne^ halb der Gebäude nur starkwandige gußeiserne,Muffenrohre nach den im Jahre 1898 vom Architekten- und Jngemeur-Verem aulge­stellten Normalien verwendet werden. Die Fallrohre dürfen nicht mehr als 10 cm, die annähernd wagerechten Rohre nicht mehr als 15 cm Durchmesser im Lichten haben. Die Dichtung der Muffen muß durch Hanfstrick und verstemmten Bleiverguß erfolgen. Die Fallrohre sind im gleichen Durchmesser als Dunswohre über Dach au führen und mit Regenkappe au versehen. Das eigentliche ^umfb= rohr, bezw. der letzte Aufsatz des Fallrohres kann aus Zinkblech bestehm. empfehlen, bei Neubauten die betreffenden An­

lagen schon jetzt entsprechend einzurichten.

Gießen, den 7. Oktober 1901. 6690

.Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Bekanntmachung.

In das hiesige Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen die FirmaGesellschaft zur Errichtung von Wohn­häusern mit beschränkter Haftung" zu Lollar. Gegenstand des Unternehmens: Ankauf und Verwertung von Grund­stücken, Ankauf, Errichtung und Verwertung von Wohnhäusern sowie Abschluß aller diesen Zwecken dienender Geschäfte. Stammkapital: 50000 Mk. Geschäftsführer: Hermann Steinecke, Direktor in Lollar. Gesellschaft mit beschränkter Haftung auf Grund des Reichsgesetzes vom 20. Mai 1898. Der Gesellschaftsvertrag ist am 31. August 1901 aufgestellt.

Gießen, am 5. Oktober 1901. 6677

Großherzoglicbes Amtsgericht.______

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Nähere Auskunft, Prospekte und Antragsformulare kosten- B frei bei der General-Agentur Darmstadt: Aneuet B Berbenich, Waldstraße 20, I.; in Gießen: Haupt-Agent g Everk. Vlehger, Kaufmann; Hauptagent Aköert Wallenfels, in g Firma Christian Wallenfels; Keiar. Hichy, Friseur, Selters- g weg 43- in Großen-Linden: Kcinr. Weiß, Bauunternehmer; g Großen-Buseck: Salomon ZZerlin; Saubach: WilS. Llip- g stein; Wieseck: Ludwig Kirchner, Kaufmann; Steinberg: g Karl KinKter, Werkmeister. 2953 g

Aufgebot.

Die Erben des verstorbenen Großh. Bürgermeisters Jo­hannes Stumpf III. zu Burkhardsfelden, nämlich: 1. Heinrich Stumpf III, 2. Friedrich Stumpf V., 3. Anna Hase geb. Stumpf, 4. Elise Bernstein geb. Stumpf, haben das Aufgebot bezüglich der in Band I S. 68 Nr. 61 des Hypothekenbuchs der Gemarkung Burkhards­felden eingetragenen, für Großherzogl. Bürgermeister Jo­hannes Stumpf III. daselbst von Philipp Brück II Ehe­leuten in Höhe von 420 Gulden errichteten Hypothek beantragt.

Die Urkunde fft' abhanden gekommen und kann nicht mehr vorgelegt werden.

Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf Donnerstag den 1. Mai 1902, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufge­botstermine seine Rechte anzu­melden und die Urkunde vor­zulegen, widrigenfalls die Kraft­loserklärung der Urkunde er­folgen wird. 6649

Gießen, 1. Oktober 1901. Großherzogliches Amtsgericht.

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Die Ausnahme der Schülerinnen findet

Donnerstag den IV.Okt., morgens 1V Uhr,

im Schullokale statt. 6631

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Hießen.

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Dienstag den 15. Oktober 1901, abends 8!/2 Uhr, im HotelGroßherzog von Hessen".

Tagesordnung: 1. Rechnungsablage

2. Winterprogramm

3. Vorstandswahl.

6681 Der Vorstand.

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