Ausgabe 
9.8.1901 Zweites Blatt
 
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jubiläums. Im Alter von 21 Jahren er ist in Hada­mar geboren hat der Jubilar am 8. August 1851, an der Universität Heidelberg den medizinischen Doktorgrad summa cum laude erworben, nachdem er 1848 die Uni­versität Gießen, 1850 die Universität Heidelberg bezogen hatte. 1852 bestand er mit Nr. I die erste Staatsprüfung, ging dann zur weiteren Ausbildung nach Paris und trat 1853 in den nassauischen Staatsdienst; er wurde angestellt zuerst als Medizinal-Accessist in Wehen, dann in gleicher Eigenschaft in Limburg, und dann 1855 bei der Jrrenheil- anstalt Eichberg. 1856 bestand er die zweite Staatsprüfung. 1864 wurde er nach Wiesbaden versetzt. Nach der Aender- ung der nassauischen Verhältnisie trat Ricker 1867 aus dem Staatsdienste und lebt seitdem als praktischer Arzt in Wies­baden.

Meine Mitteilungen aul Hessen und den Nachbarstaaten Die Handelskammer in Mainz hat, wie die Gießener Handelskammer, an die Interessenten das Ersuchen gerichtet, möglichst bald in schriftlicher Form etwaige Wünsche und Forderungen zum neuen Zolltarif-Entwurf, die eingehend be» gründet sein müssen, an sie gelangen zu lassen. Der Präsident der unter dem Protektorat des Königs von Italien im Jahre 1902 stattsindenden Ausstellung für moderne Kunst und Dekoration in Turin hat Profeffor I. M. Olbrich zum einzigen ossiziellen Delegierten dieses Unternehmen- für Hessen-Darmstadt ernannt. Wie demKass. T." mit­geteilt wird, ist bei dem am SamStag ausgebrochenen Groß­feuer in Wehlheiden durch einen 12jährigen Knaben eine mutige RettungSlhat ausgeführt worden. Der Knabe, der einer der in den Brand geratenen Gebäuden wohnenden Familie angehörte, erinnerte sich bei Ausbruch des Brandes, daß sein Bater ihm früher gesagt hatte, wenn einmal etwas in seiner, des BaterS, Abwesenheit passieren sollte, möge er den an bestimmter Stelle aufbewahrten Kasten nehmen und in Sicherheit bringen, in welchem sich Uhr, Wertsachen und wichtige Papiere, BerficherungS-Policen rc. befanden. Der Junge war schon in der ersten Angst aus der Wohnung ge­laufen, als ihm dieses Mahnwort des BaterS einfiel. Schnell entschlossen sprang er wieder zurück in das brennende Wohn­haus, holte den Kasten heraus und wandte fich schon zum Gehen, als plötzlich das Geschrei eines kleinen Säuglings ihm ans Ohr schlug. ES war sein eigenes Schwesterchen, das hilflos jammernd in der Wiege lag. Er nahm den Säugling in den Arm und rettete so das Kind vom sicheren Erstickungstode. In Kassel ist der Mitbegründer, Ver­leger und Chefredakteur der Kasseler Allg. Zeitung, Buch- druckereibefitzer Weber, gestorben.

Grrichtssaal.

e- Gieße«, 7. Aug. (GewerbegerichN) Den Vorsitz ächrt Beigeordneter Wolff. Die Kellnerinnen Elise Wilhelm and Anna K e t p e r klagen gegen den Wirt Heinrich Weller Restauration zum neuen Schützenhos) auf Zahlung von je 10 Mk. -rückständigen SalairS, von 2 Mk., bezw. 3 Mk. Provision für ver- kaufte Weine sowie auf EntschädigungSletstung wegen gründ- und küadtgunaSloser Entlassung. Die Entschädigung berechnen die Kläger­innen neben dem Salatr für 14 Tage auf 28 Mk. entgangene Trmk- «elder und auf 16,80 Mk. für entgangene Kost. Der Beklagte gibt zu, den Klägerinnen je 10 Mk. Salatr zu schulden, von der angeblich noch ausstehenden Provision jedoch nichts zu wissen. Was die Ent- lastung der beiden Kellnerinnen anlange, so sei diese berechtigt, denn sie feien trotz mehrfacher Aufforderung morgens nicht pünktlich in dem WirtschastSbettiebe zur Aufnahme ihrer Beschäftigung erschienen. Die Klägerinnen bestreiten dies und berufen sich auf die Ehefrau des Be­klagten, die ihnen gestattet habe, erst gegen 11 Uhr vormittags die Beschäftigung anzutretrn. In beiden Klagsachen kommt fchltehlich Vergleich dahin zu stände, daß Beklagter den Klägerinnen auf ihre Forderungen je 15 Mk. zahlt und diese auf weitere Ansprüche ver­zichten. In der Verhandlung kam zur Sprache, daß die Kellnerinnen neben dem vom Wirte zu zahlenden Salatr und den Trinkgeldern der «Gäste, von dem Wirte noch recht hoheProvisionen" für verkaufte Weine erhalten und zwar für jede Flasche Wein 10 Prozent des Ver­kaufspreises und für jede Flasche Sekt 1 Mark. Die billigste Flasche Wein werde mit 3 Mark und die Flasche Katsersekt mit 6 Mark bezahlt.

Bingen, 7. Aug. Der Schiffer Lustenberger, der fl. Zt. bei dem Bootsunglück auf dem Rhein 1900 die Hilfeleistung verweigerte und vom Schöffengericht Bingen a;u 4 Wochen Gefängnis verurteilt wurde, welches Urteil von den Berufsinstanzen Strafkammer-Mainz und Ober- landesgericht-Tarmstadt bestätigt wurde, ist jetzt auf eine Berufung beim Reichsgericht hin vom Oberlandes- igericht Darmstadt, an das die Suche zur nochmaligen Ver­tändlung zurückgewiesen wurde, freigesprvchen Wor­ten. Damit hat auch ,ber letzte Abschnitt des schrecklichen Dramas, bei lvelchem 18 Menschen ums Leben kamen, seinen Abschluß erreicht.

Krarttkfrrrt a. M., 7. Aug. Die Strafkammer verhandelte Leute gegen den Schlaffer Friedrich Simon, der am 22. Juni den bochbetagten Rentner Klein bei einem Einbruch durch Mrffersttche lebensgefährlich verletzt hatte. Sie verurtellte ihn, weil er erst 17 Jahre alt ist, zu zehn Jahren Gefängnis.

Oldenburg, 5. Aug. Der Unteroffizier Brandes vom oldenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 91 wurde vom Kriegsgericht wegen Mißhandlung Untergebener in mber hundert Fällen zu einem Jahr Gefängnis verur- Seilt.

Mailand, 6. Aug. Der Staatsanwalt beendete heute die Untersuchung gegen die elf Personen, die seit Jahres­frist wegen Verdachts der Mitschuld an dem Königs­mord Brescis verhaftet waren. Er beantragt, sämtliche Angeklagten wegen Mangels an Beweisen außer Verfolgung zu setzen mit Ausnahme des kürzlich in Zürich verhafteten Anarchisten Gianotti.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Die Hessische VersicherungsbankAdler" in Darmstadt verzeichnete pro Juli er. einen Brutto- Zugang von 175 900 Mk. Versicherungskapital, den höchsten Zugang seit Begründung. Bis Ende Juli er. liefen in Diesem Jahre Anträge ein über 804 504 Mk. Versicherungs- jumme, gegen 235 700 Mk. im gleichen Zeitraum des Vor­jahres, so daß schon heute ein Mehrzugang von 568 750 Mk., also über eine halbe Million, zu verzeichnen ist. Der Ge- samt-Brutto-Zugang erhöhte sich auf 1650000 Mk. Ver- siicherungskapital.

Liquidation der Breslauer Diskontobank. Zn der in der zweiten Hälfte dieses Monats stattfindenden Sitzung des Aufsichtsrats der Breslauer Tiskontobank, in iDcr die Semestralbilanz zur Vorlage gebrackft wird, soll aiuch über die ev. Auflösung der Berliner Niederlassung Geraten werden. Der einzuberuferiden außerordentlichen Generalversammlung würde die definitive Beschlußfassung Vorbehalten bleiben. Die durch die Abwickelung der Ge­schäfte dieser Niederlassung frei werdenden Beträge ge­

langen, sofern die Generalversammlung die Auflösung der Berliner Filiale genehmigen sollte, an die Aktionäre zur Auszahlung. Für die Abwickelung wäre alsdann die Mit­wirkung einer geeigneten Finanzgruppe in Aussicht zu nehmen. Rach weiteren Meldungen soll die Berliner Handelsgesellschaft zur Uebernahmc der Berliner Niederlassung entschlossen sein, und an der Spitze eines Konsortiums stehen, das den Aktionären der Breslauer Diskontobank 97 Prozent der augenblickliche Aktienkurs ist etwa 75 Prozent anbietet: einer anderen Version zufolge wäre allerdings das Gebot an die Aktionäre nur ein dem jetzigen Kurs entspreck)endes. Jedenfalls sind auch diesem Institut die wiederholten Kapitalserhöhungen nicht zum Segen geworden. Der Kurs der Aktien war in den Jahren 1895 bis 1900 stets über pari; auch die Dividende war 6 einhalb und 7 Prozent. Die Liquidation erscheint nach dieser Vergangenheit, d. h. bei Vergleich mit der Zeit, wo das Aktienkapital noch unter 30 Millionen betrug (jetzige Höhe 50 Millionen) nicht ganz rühmlich.

Zum Konkurs der T r e b e r t r 0 ck.n u n g s - Ge­sellschaft i n C a s s e l. lieber die Gläubigerversammlung vom 3. August bringt derBerl. B.-C." noch ausführlichere Mitteilungen. Der Konkursverwalter bezeichnete hiernach die Lage der Sache als außerordentlich traurig, einfach schon deshalb: Ter Vorstand flüchtig, als Ver­brecher verfolgt, sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats, bisher hochgeachtete Männer, in Haft wegen Verdachts der Beihilfe bei den verbrecherischen Thaten des Vorstandes. Jeder gerat ß sieht mit innigstes Bedauern auf die vielen hierdurch in Kummer und Armut gestürzten Familieri der Beteiligten. Traurig ist die Lage natürlich auch für alle Gläubiger. Unmöglich ist es, schon jetzt irgendwie zu sagen, was für die Gläubiger aus dem Zusammenbruch gerettet werden kann. Es ist bis jetzt alles geschehen, was zur Feststellung der Masse möglich raar, aber eine Klarstellung wird noch lange nicht herbeigeführt werden können. Gewaltig tritt hier die Schwierigkeit vorerst her­vor, die bei der Auseinandersetzung der Masse mit all den Tochtergesellschaften und sonstigen für die Zwecke der ersteren gegründeten Unternehmungen vorliegt. Nack) einem Hauptversarnrnlungsbeschiluß sollten alle diese Unternehm­ungen mit der Hauptgesellschaft vereinigt werden; diese Vereinigungen sind überall beschlossen, aber nirgends voll­ständig ausgeführt. Bei jeder dieser geplanten Vereinig­ungen ist man auf dem Wege stehen geblieben und jeder Fall verlangt eine Feststellung und juristische Beurteilung für sich. Zur Belegung der Angaben über die verwirren­den Schiebungen, welche auf den Sachkonten der Haupt­bücher stattgefunden haben, könnten manche drastische Bei­spiele angeführt werden, doch ist es im Interesse der zivilrechtlichen und strafrechtlichen Fragen nicht angebracht, derartige Sachen schon jetzt in die Öffentlichkeit zu bringen. Dasselbe gilt von den Beziehungen, die Aufsichtsratmit- glieder besonders in der letzten Zeit mit der Gesellschaft unterhalten haben. Nur ist beispielsweise anzuführen, daß ein sogenanntes Konsortialkonto der Aufiichtsmitglieder in einem der Geheimbücher des Vorstandes in der Zeit vom 29. Dezember 1900 bis 31. März 1901 auf die Soll-Seite den Betrag von 32 563 279 Mk. aufweist. Dieses Geheim- Hauptbuck) zeigt einen geradezu unheimlichen Hexentanz von Zahlen, welche sich in vielen Fallen in Millionen be­wegen. (Die Schätzung der Casseler Liegenschaften hat nach Abzug der .Hypothek einen Bestand von rund 1680 000 er­geben.) Die A u ß e n st ä n d e der Gesellschaft find mit ins­gesamt 3 8 Millionen Mark aufgestellt, von denen aber nur rund zwei Millionen Mark als wirklich in Betracht kommend und möglicherweise einziehbar in die Berechnung eingestellt werden können.

Der Verlust derWeimarischenStaatskafse in dem Konkurse der Leipziger Bank. Nach den bis jetzt bei. dem Finanzdepartement des Staatsministeriums eingegangenen verläßlichen Nachrichten wird sich der effek­tive Verlust des Weimarischen,Fiskus im ungünstigsten Falle auf 60 Prozent, im günstigsten Falle aber nur auf 50 Pro­zent des Gesamt-Guthabens aus dem Konto-Korrentverkehre sowie aus dem Verkehre auf Schuldscheine stellen. Zieht man hieraus das arithmetische Mittel (55 Prozent), so ist immerhin eine Einbuße von etwa 353 000 M k. fest­zustellen, also ziemlich eine Mark auf den Kopf der Be­völkerung des Großherzogtums.

Opfer des Leipziger Bankkrachs. Die alt- angesehene Weiß-, Manufaktur- und Modewarenfirma Paul Rudolphy in Danzig, die im Jahre 1878 gegründet wurde, sieht sich, wie derConfeetionär" mitteilt, ge­nötigt, sich an ihre Gläubiger zu wenden. Die Firma stand in langjähriger enger Verbindung mit dem plötzlich ver­storbenen Aufsichtsrats-Mitgliede der Leipziger Bank Friedr. Schäffer. Mit dem Tode des Letzteren ist! die Forderung Paul Rudolphy an die Nachlaßverwaltung übergegangen, welche schnellste Zurückzahlung der ganzen, ziemliche be­trächtlichen Summe verlangt. Diesen Verbindlichkeiten auch nur annähernd sofort nachzukommen, ist die Firma außer stände, zumal die angestrengten Bemühungen, sich Ersatz zu schaffen, fruchtlos geblieben sind. Der jetzige Inhaber der Firma, Herr Blauert, wendet sich an feine Gläubiger, um zu versuchen, ein außergerichtliches Arrangement in Höhe von 60 Prozent herbeizuführen, welches in Anbetracht der obwaltenden Umstände auch wahrscheinlick) zu stände kommen wird. Ter in Aöoden a. d. Werra zur Kur weilende Kauf­mann Lehman n aus Leipzig, der bei dem Leipziger Bank­krach etwa 70 000 Mk. verloren haben soll, ist infolge dieses Verlustes irrsinnig geworden. L. machte mehrere- mal den Versuch, seine Frau und Kinder zu ermorden. Am 5. d. M warf er fich auf die Eisenbahnschienen und konnte nur mit knapper Not vor einem daherbrausenden Zuge gerettet raerben. Bald darnach brachte der unglückliche Mann sich gräßliche Wunden am Halse bei. Nach Anlegung eines Notverbandes schaffte man ihn in eine Irrenanstalt. Der frühere Rechtsanwalt Dr. Hans Blum stellt in Abrede, infolge des Leipziger Bankkraches, an dem er gar nicht beteiligt fei, krank geworden zu sein.

Theater, Kunst und Wissenschaft.

H i e r 0 ny m u s Lo r m. Am 9. August 1821 wurde der Dichter Heinrich Landesmann zu Nikolsdurg in Mähren ge­boren, der als Dichter das Pseudonym Hieronymus Lorm führte. Von Kindheit an kränklich, war er in Bezug auf seine Ausbildung auf den autodidaktischen Weg ange­wiesen, erblindete in späteren Jahren gänzlich und konnte sich nur durch ein selbst auKgedach-tes System von tastender Fingersprache mit der Außenwelt verständigen. Bereits mit 16 Jahren schrieb erAbdul", eine epische Dichtung, die den Beifall der Krittk errang. Darauf gab er 1846das BuchWiens poetische Schwingen und Federn" heraus, in dem er einige Anspielungen that, die dem Metternichschen Regiment nicht gefielen. Um unangenehmen Weiterungen zu entgehen, verlegte er seine Wohnung nach Berlin und

nahm dort das Pseudonyui Hieronymus Lorm an. Bald nar er dort in mannigfacher Weise litterarifd) thätig, be­sonders in Gustav Kühnes ZeitschriftEuropa". Als dann aber 1848 der Metternicysche Druck beseitigt worden raar, kehrte Lorm in die Heimat zurück und lebte, von der Außen­welt vollständig abgeschlossen, in Baden bei Wien, in um­fassender Weise sowohl dichterisch wie journalistisch thätig. ceiue litterarische Thätigkeit entwickelte Lorm besonders nach drei Seiten hin; er wurde ein fruchtbarer 9!omauschrift- fteller, ein fein empfindender Lyriker und ein eigenartiger, dem Pessimismus zuneigender Philosoph. In feinen Ge­dichten, die in verschiedenen Auflagen erschienen sind, er­quickt die raarme Innigkeit der Empfindung.

Pros. Dr. Joh. Step. Sepp, bei Dctanntc Kirchenhifioriker, DoUcnbite am 7. v. M fan 85. Lebensjahr. Der greife Gelehrte, der fleftern von der ,Fiks. Ztg." tot gemeldet wurde, sich indeffrn außer» ordentlicher geifttfler Frncve und koiperlicher Rüstigkeit erfreut, wurde am 7. August 1816 zu Tölz geboren. Nach großen wiffcnfchaftlichm Reifen im Orient wurde Dr. S«pp Professor der Geschichte in München, aber schon 1847 erfolgte wegen seiner Stellung gegen den Lola Montez» Skandal nebst sieben Kollegen seine Ve Weisung au8 der Rtstdenz. 1848 war er Mitglied de« Frankfurter Parlaments, später Mitglied deS ZollparlamrntS, Mitglied der bayerischen Kammer und in den Tagen der Einigung de« Reiches nach den Siegen von 1870 warf er feinen Einfluß in die Wagschale zu Gunsten deS nationalen Reich«» gedavkenS. Trotz seiner ausgedehnten politischen Thätigkeit vermochte seine Arbeitskraft eine Fülle wissenschaftlichen Stoffes zu bewäl­tigen neben der 1850 wieder aufgenommenen Lehrtätigkeit an der Universität

Unioersitäts-Nachrichteir.

Gutem Vernehmen nach hat der außerordentliche Profeffsr der Landwirtschaft in Göttingen, Dr. v. Seelhorst, den an ihn er­gangenen Ruf als ordentlicher Profeffor an die Universität Gießen abgelehnt, nachdem ihm in Göttingen ein Ordinariat zugestcher» worden ist.

Arbeiterbewegung.

Ptefelb, 7. Aug. Die heute stattgehabten Verhandlungen zwischen den ausständigen Sammetfcherern und dem Verein der Niederrheintfchen Textilindustrie sind ergebnislos verlaufen. Der A u 8 st a n d dauert fort.

New»Uork, 7. Aug. Die Angestellten derSteel Company" in Newcastle, 275 an Zahl, haben gemäß der Anordnung ShafferS die Ar­beit um Mitternacht niedergelegt. Man nimmt an, daß bis Ende der Woche 100 (KO OrubcnctBeüet feiern werden.

Neueste Meldungen.

W. H0 m b u r g, 8. Aug. (Tel.-Meld, desGieß. Anz.") Graf 3B alberfee trifft Sonutagvormittag 9 Uhr hier ein und steigt im Graudhotel ab.

Kiel, 8. Aug. Die mit derAreadia" aus China zurück­gekehrten Mannschaften des ersten Seebataillons trafen ver­gangene Nächst, von einer großen Menschenmenge lebhaft begrüßt, hier ein und wurden in die Kaserne geleitet.

Petersburg, 8. Aug. Aus Port Arthur wird ge­meldet: Der DatnpferFinanzminister Witte" mit Kohlenladung ist in der Meerenge von Formosa durch einen Taifun verunglückt. Die Besatzung wurde gerettet.

Meteorologische Beobachtungen

der Stativ» Giefteu.

Windrichturt,

August

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windstärke

Wetter

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95

749,1

15,2

11,2

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Telepbotttscher Kursbericht.

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8 0/ do . . . . BVi elc Heesen . « . 5% Ital'en. Rente . . . 4% Griech. Monop.-Anl.

8 0/0 Portugiesen . . .

8 0/0 Mexikaner , . . .

4</e ®/q Chinesen . . . .

Frankfurt, den 8. August 101.40 Kreditaktien.....101.40

92 15 101.40

92.40

98.80

97.50 43.00

25.70 25 95

Diskonto-Kommaadit Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsgea. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn

La urahütte . . . . Bochum . . . » .

. 172 50 . 119 90

. 128.90 . 136 20

. 135 50

. 153.00 . 177.80

. 166 00

82.10 Harpener..... 150 50

Tendena fest.

Bekanntmachung.

Aus Wunsch der Vertreter verschiedener Versicherungs­anstalten erstrecken wir hiermit die Frist zur Einreichung von Offerten lauf die Versicherung der Maschinen und des sonstigen Mobiliars deS städtische« Elektri« zitätswerkes biS zum SV. August.

Gießen, den 7. August 1901. 6476

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

Bekanntmachung.

Die Pläne über die Errichtung oberirdischer Telegraphen« lüden an den Landstraßen von Hungen nach Berstadt und nach Gießen liegen bei dem Kaiserlichen Postamt in Hungen aus.

Darmstadt, 5. August 1901.

Kaiserliche Ober-Postdirektion.

I. V.: Kroll. 5465

Keschästs-Hröffnung.

Einem verehrlichen Publikum die ergebene Mitteilung, daß ich in Lauusbach eine

Metzgerei

eröffnet habe. Durch Verabreichung von nur prima Ware und durch reelle Bedienung werde ich meine werten Abnehmer zufrieden zu stellen suchen und empfehle ich hiermit mein neues Unternehmen bestms. 03029

Ludwig Erlewein, Lannsbach.