Ausgabe 
9.6.1901 Erstes Blatt
 
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Gießen.

M.

Katalog und Vorführung

Brühlsche Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7.

Schreibmaschine

No. 5 M. 175-, No. 7 M. 225-

anderen Fabrikate nach, oooooooo

durch die

und trieben. Schwur freiung bis der

nach kurzem Gefecht waren die Engländer ver- Es gab kein geräuschvolles Fest, aber ein neuer wurde geschworen, mit Gut und Blut für die Be- des Landes einzutreten und nicht eher zu ruhen, letzte Engländer zum Lunde hinausgejagt sei. Ein

Verhandlungen vor der Reifezeit erledigt werden können und seinerzeit auf Grund der geschehenen Abschlüsse sofort mit dem Versandt begonnen werden kann, denn manche Obstsorte verträgt ja kein langes Lagern. Es werden auch für Spätohst^ insbesondere Aepfel und Birnen, jetzt schon Anmeldungen angenommen. lieber die guten Erfolge der Zentralstelle im vorigen Jahre haben wir kürzlich be­richtet.

Von der landwirlsä-aftlichen Wander-Ausstellung zu Halle a. (13. bis 18. Juni.) Bon der Gesamtzahl von 1076 Rindern gehören 30 v. H. den Gebirgs- und Höhen­schlägen, und 70 v. H. dem Tieflandvieh an. Mehr als die Hälfte des 328 Rinder einschließenden Höhenviehs ge­hört dem Simmenthaler Schlage und dessen Rachsucht an, sehr ansehnlich sind auch Gelb- und Rotvieh vertreten. Die Höhenschläge entsendet zur größeren Hälfte Westelbien, zur kleineren Süddeutschland. Bon den einzelnen Ländern schickt Bayern 74, die Prov. Sachsen 64, Thüringen und Hessen je 50, Baden 30 Rinder. Die Ziegenausstellung birgt 134 Tiere, und zwar 115 Schweizer- und 19 Landziegen. 68 entstammen Westelbien, 45 Süddeutschland und 21 vom rechten Ufer der (Abe. Bon den einzelnen Ländern steht Hessen wie immer oben an mit 45 Ziegen, es folgt die Provinz Sachsen mit 37; Thüringen, das Königreich Sachsen, Brandenburg und Schleswig-Holstein sind eben­falls beteiligt. Tie Milchwirts<l>aftliche Ausstellung ist mit einer Kosthalle für Milch, Butter und Käse verbunden. In der Molkereihalle sind 664 Butter- und 79 Käseproben zur Prüfung und Schau ausgestellt In der Klasse süße Butter, ungesalzen, stehen 75 Proben, desgleichen gesalzen 53 Proben. Frische Butter aus "saurem Rahm ungesalzen weist, 197 Proben, desgleichen gesalzen 333 Proben auf. Durch größere Sammelausstellungen sind vertreten: das Königreich Bayern und die Provinzen Sachsen, Schleswig- Holstein und Westfalen, außerdem stellen aus Württemberg, Hessen, Königreich Sachsen, Pommern usw.

norddeutscher Lloyd.

Vertreten in Gießen durch Agent Earl Loos.

Bremen, 6. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-SchnellpostdampferKaiserin M aria Theresias, Kapt. A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr nachmittags wohlbehalten in New-Dork angekommen.

Der PofidampferSwitzerland" derRed Star Linie", in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 5. Juni wohlbehalten in Philadelphia angekommen

Kandwirtschaft.

Zentralstelle für Ob st Verwertung in Frank­furt a. M. Tie Zeit der Reife verschiedener Obstsorten, toie Erd-, Johannis- und Stachelbeeren, Heidel- und Him­beeren, Kirschen, Aprikosen, Mirabellen, Pfirsiche, Pflaumen usw. ist da oder steht nahe bevor, wir wollen daher alle Produzenten und Kaufliebhaber wieder auf die Zentral­stelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M., Gneisenau- ftrafee 15, aufmerksam machen, die es den Verkäufern und Käufern so sehr leicht macht, die Obsternte cm den Mann zu bringen bezw. den Bedarf an Obst zu decken Die In­teressenten haben nur das zur Verfügung stehende Quan­tum oder die benötigte Menge der Zentralstelle anzugebeu, imt sofort von dieser, und zwar ohne daß irgend eine Ver­gütung für die Vermittelung zu zahlen wäre, mit einer größeren Zahl von Produzenten und Kaufliebhabern in Verbindung gesetzt zu werden. Bedingung ist nur, daß abgesetzte oder erworbene Quantum immer sofort fcer Zentralstelle mitgeteitt wird. Es wird natürlich erwartet, Last stets nur gutes Obst geliefert wird; die Käufer sind «ebeteu, von nicht befriedigenden Lieferungen dem Komitee Mitteilung zu machen. Gut ist es, wenn mit den Dnmeld- etnaen nicht zu lange gezögert, sondern schon vor der Reife Man dem erwarteten Ertrage bezw. der benötigten Menge Ler Zentralstelle Mitteilung gemacht wird, damit die Bor-

Spazierstöcke

stets Neuheiten.

Casseler Schirenfabrik

Gießer», SelterSweg 9.

Mteratur.

Die Kommenden. E ste Veröffentlich»»»« derKommenden" an den Donnerstag Abenden im Nollendorf. Kasino. Berlin 1901. Für den Buchhandel: VerlagRenaissance" Berlin-Schmargendorf. In dem schönen, klaren und zarten Licht deS in« Meer der Ewig« keit niedergetauchten Gestirns Ludwig Jacobowtzkt steht diese erste öffentliche Kundgebung einer litterarischen Gesellschaft, die unbekümmert um den TageSlärm und die Modegrößen, die er in Kurs bringt, am Gewände der Schönheit in heiliger Stille wetterspinnt. Mit Recht eröffnen Gedichte aus L. JacobowSkt's Nachlaß den Reigen. Sein Stnnspruch:Mein höchster Maßstab bet der Wertung eines Kunst­werkes: Wie viel Liebe holt es aus der Welt? Wie viel Liebe bringt eS in die Welt?" wiegt u. E. langatmige ästhetische Programme auf. Manches Scböue und Wertvolle steckt in dieser ErstlingSgabe einer Dichtergemeinde, die etwas von M. G. Eonrad'schem Geiste zu besitzen scheint. Dr. Rudolf Steiner hat die wichtigsten Punkte im EntwickelungSgange Fr. Nietzsche's in einem lichtvollen Essay zusammen­gefaßt. Neuen interessanten weiblichen Dichterphysiognomten begegnen wir gleichfalls in diesem Heft: Margarethe Beutler, Maria Schneider, Else LaSker-Schüler, Ilse Stach von Holtzheim. DaS Titelblatt hat auch eine Frau entworfen, Anna Costenoble, deren BildercykluSDie Tragödie des WeibrS" seinerzeit große Sensation in der Reichshaupt­stadt erregte. Die Redaktion deS interessanten Litteraturdokuments liegt in den Händen von Dr. A. N Gotendorf, Dr. H. Lug, v. Möville, E. RosfiuS vom Rhyn, Dr. Rudolf Steiner, Dr. Franz ColmerS-

Die Blickensderfer steht an Leietungs- Fähigkeit keinem

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Literarische Neuerscheinungen.

Baumstark, Dr. med., Bad Homburg und seine Heilquellen. Wiesbaden, I. F. Bergmann. Mk. 1.20.

Die Donau von Paffau bis zum Schwarzen Meere. Hrsg, von der 1. k k. preuß. Donau-DampfschtffehltS-Gesellschaft. Saison 1901. Gratis.

König, Dr., Welche Aussichten hat heute der junge Arzt? Halle a. S., Karl Marhold. Mk. 1..

Zeitlexikon. April 1901. Stuttgart, Deutsche Verlags­anstalt. Mk. 1..

Hessenland. Zeitschrift für Hess. Geschichte und Litteratur. 15. Jahrg. Ne. 11. Kassel, Friedr. Scheel. Vterteljäbrl. Mk. 1.50.

Prof. Dr. G. Jägers MonatSblatt. Zeitschrift für GesimdhettSpflege und Lebenslehre. 20. Jahrg. Nr. e. Stuttgart, W. Kohlhammer. Jährl. 3 Mk., einzrlr« Nummer 40 Pfg.

Jugend. 1901. Nr. 24.

Deutsche Kunst und Dekoration. 4. Jahrg. Heft 9 Dresdener Kunst »Ausstellung. Eröffnung der Darmstädter Kunst- Ausstellung. Darmstadt, Alex. Koch. Jährl. 20 Mk., Einzelpreis Mk 2 50.

Der rechnende Landwirt. Monatsschrift für landw. BuchführungS- und Rechnungswesen mit des. Berücksichtigung der landw Steuerverhältnisse. 1. Jahrg. Heft 4 und 5. Elbing, C. Blank. Dierteljähkl/Mk. 1.50.

Moderne Kunst. 15. Jahrg. 20. Heft. Berlin, Richard Bong. Jährl. Mk. 16.80, pro Heft 60 Pfg.

Klein, Rudolf, Arnold Böcklin (44 S.) 8°. Berlin, GoSe & Tetzlaff.

Ueberall" Deutsches VerlagSh. Bong & Co., Berlin W. 57. Preis pro Heft 30 Pfg. Heft 32.

Für Alle Welt. Ebda. Vierzehntagheft 40 Pfg.

Zur Guten Stunde. Ebda. Vterzehntagheft 40 Pfg.

D i e Flotte. Mitteilungen des deutschen Flotienveretns Ber­lin NW., Schiffbauerdamm 231. 4. Jahrg. Nr. 6. Juni 1901.

Kunstgewerbe fürS Haus. Herausgegeben von Frau C. v. SioerS, Verlag von Otto Lienekampf, Berlin W. 35.

Deutscher Soldatenhort. Illustrierte Zeitschrift für das deutsche Hier und Volk. Herausgeber Generalleutnant z. D. H. v. Brlow. Preis pro Quartal Mk. 1.80. Verlag von Karl SiegiSmund, Hofbuchhändler, Berlin SW., Deffauerstraße 13. 12. Jahr­gang, Nr. 24.

Illustrierte HauSbibliothek. Zur Unterhaltung und geistigen Anregung. 1. Jahrg. Bd. 10. Berlin W., Vobach & Co.. Geb. 75 Pfg.

Düsseldorfer AuSstellungSzeitung. Amtl. Organ der Industrie- und Kunstausstellung. Nr. 16. Düffeldorf, I. B. Ger- lach & Co. Einzelnummer 25 Pfg., vierteljährlich 1 Mk.

St. HubertuS. Jll. Jagdztg. 19. Jahrg. Nr. 23. Cöthen, Paul Schettlers Erben. Pro Quartal 2 Mk.

D i e Zukunft. HrSgbr. Maxim. Harden. 19. Jahrg. Nr. 36. Berlin. Friedrichstraße 10. Einzelnummer 50 Pfa.

Süddeutschland, Salzkammergut, Salzburg und Tirol. 8. Aufl. Mit 35 Karten, 33 Plänen und Grundrissen und Pano­ramen. Meyers Reisebücher. Leipzig, Bibliographisches Institut. Geb. Mk. 5.50.

begab sich ohne jedwede Hilfe in den Serichtvsaal, ein Beweis, daß er durch di« Verwundung beim Duell zum Glück keinen dauernden Letb- icbaden daaongetragen hat. Oberleutnant Richter wurde zu drei Monaten Festung und der Husarenleutnant Vogt zu zwei Jahre« Festung verurteilt. Außerdem wurde bei letzterem auf Dienst­entlassung erkannt.

Arankfurt a. Ä», 6 Juni. Der Kampf, den die Stadt Homburg v. d. H. gegen die chemische Fabrik Kirdorf führt, beschäftigte die Strafkammer deS hiesigen Landgerichts wieder einmal viele Stunden lang. Die Fabrit ist Eigentum td«S Kommerzienrat» ß<o Voffm in Aachen und stellt u. a. das Schlafmittel Sulfonal her, wobei vorher Meikaptcm entsteht, da» einen durchdringenden Katzm« 8-euch hat. Nachdem die Bemühungen, eine Bestrafung deS Stgm» tümerS wegm diese» Geruches herbetzuführen, an den freisprech enden Urteilen de» hiesigen Landgerichts gesch-itert waren, versuchte man es mit der Anklage, e» seien ohne Genehmigung Veränderungen in der Fabrik vorgenommm worden. DaS Schöffengericht in Homburg Ver­urteilte die Firma und die Berusungtkammer in Frankfurt sprach fte wiederum frei. Nun ging man an» OüerlandeSgericht, dieses hob da» sreifprechende Urteil auf und wie» di« ganze Sache ans Landgericht iurück, um festzustellen, ob die vorgenommenen Veränderungen alS wesentliche anzusehen find. Nach Vernehmung von 14 Sachverständige«, Chemikern, RegierungSräten, Gewerbeinspektoren, Aerzten und Apo- thekern kam aber da» Gericht zu demselben Ergebnis wie früher und erkannte abermals aus Freisprechung

Gerichtssaal.

Mainr, 7. Juni. Am frühen Morgen deS Christi Himmelfahrt tageS duellierten sich, wie wir meldeten, im FestungSgraben hinter der Zitadelle Oberleutnant Richter vom 2. Raff. Infanterie-Regi­ment Nr. 88 und Leutnant Vogt vom Hufareu-Regiment Nr. 13. Oberleutnant Richter wurde dabei verwundet, ist jedoch inzwischen so­weit geheilt, daß er das St. Vincenzspttal verlassen und der vor­gestern infolge de» Duell» stattgehabten kriegsgerichtlichen Verhandlung hat beiwohnen können. In einer Droschke fuhr Oberleutnant Richter nach dem Militärarresthaus, wo die Verhandlung geführt wurde, und

IZarf. Ter Magistrat hat der hiesigen städtischen Verwaltung eine Abrechnung über die Bermögensteilung übersandt uno um deren Anerkennung gebeten, worauf das Geld aus- gezahlt wird.

Vermischter.

* Von einem heiteren Zwiegespräch zwischen hem alten Kaiser und dem jungen Grafen Wilhelm von Bismarck erzählt der GrauderizerGesellige": Graf Bis­marck, der schon als junger Mann einen sehr starken Leibesumfang hatte, war durch Schweningers Behandlung von der sehr unbequemen Fettleibigkeit befreit worden. Auf nahezu dreivertel Jahre hinaus hatte der Patient uicht bloß auf alle Freuden der Tafel, sondern beinahe auch auf alle Geselligkeit zu verzichten. Tas Ergebnis war aber auch in hohem Grade überraschend. Aus dem bicfen, schwerfälligen jungen Manne war ein schlanker, elastischer Offizier geworden, den die hellblaue Dragoner- untfonn vortrefflich kleidete. Die Verwandlung war auf­fallend. Auf einem Hofballe trat der alte Kaiser, der ben jungen Grafen erst, nachdem er ihn einige Augenblicke in£ Auge gefaßt, erkannt hatte, an diesen heran und fragte ihn schmunzelnd:Was haben Sie denn mit sich angefangen? Sie sehen ja ganz anders aus."Majestät, idt habe eine Entziehungskur gebraucht, die mir sehr gut bekommen ist."Wieviel Pfund hat man Ihnen denn ent» Logen?"23 Pfund, Majestät!"23 Pfund ?" wiederholte ber Kaiser,ich weiß gar nicht, wie ich mir das vor stellen fall."Wenn Ew. Majestät sich zwei Kalbskeulen ver­gegenwärtigen wollen, eine von elf und eine von zwölf Psund. . ."Und diese beiden Kalbskeulen haben Sie fetzt weniger?" sagte der Kaiser lachend;dann hören Sie aber allmählich auf!"Zu Befehl, Majestät, ixfy habe bereits aufgehört."

* Eine Heldenthat der Buren. Ein Mitkämpfer der Buren, G. Männchen, setzt in derLa Plata-Zeitung" feine interessanten Schilderungen über die Ereignisse in Transvaal usw. wie folgt fort:Die Engländer sowohl wie Wir waren allgemein gespannt auf denDingaansdag", ben in den Dezember fallenden Nationalfesttag der Buren, ben dieselben alljährlich an ihrem Nationaldenkmal in Krügersdorp zu begehen pflegten, und das britische Haupt- quartier hatte umfassende Vorkehrungen getroffen, eine diesjährige Feier zu verhindern. TerDingaansdag", ur­sprünglich der Gedenktag an eine mörderische Schlacht, in der die Buren im Jahre 1838 den Kaffernkönig Tingan, ihren Hauptwidersacher, vernichtet hatten, erlagt« irn Jahre 1881 eine große nationale Bedeutung. Die Buren wollten die Engländer, die das Land damals besetzt hielten, zum Lande hinausjagen und hatten zu diesem Tage nach Krügers- bvrp in der dkihe von Johannesburg eine Volksversamm­lung einberufen. Tausende strömten aus allen Landesteilen herbei, und es wurde nach reiflicher Ueberlegung der An­gelegenheit abgestimmt, ob Krieg oder Frieden sein solle. Jedermann hatte einen Feldstein, den er, je nachdem er für Krieg oder Frieden stimmte, auf eine bestimmte Stelle ju werfen hatte. Die für Krieg Stimmenden hatten hier­bei eine Eidesformel zu sprechen. Die Abstimmung begann und siehe da, es fiel kein einziger Stein für den Frieden, und der Krieg, der den Engländern ihr Majuba brachte, war beschlossen. Ter auf solche Weise gebildete Steinhaufen von beträchtlicher Höhe wurde nach dem glück­lichen Ausgang des Krieges eingefriedigt und ist seither als Nationaldenkmal betrachtet und verehrt worden. Und alljährlich wurde eine von vielen Tausenden besuchte na­tionale Feier an demselben abgehalten. Als die Eng­länder nach Johannesburg tarnen, war es ihr erstes, dieses Ten km al nationaler Einigkeit mit dem Majuba-Beigeschmack zu beseitigen, sie luden den ganzen Steinhaufen ostentativ auf die Eisenbahn, fuhren ihn nach Kapstadt und versenkten ihn dort ins Meer. Heute brausen die Wogen darüber hinweg und man findet feine Spur nicht mehr. Was würden die Engländer darum geben, wenn sie es mit den Buren selbst ebenso machen könnten. AmDingaansdag" in aller Frühe rückten von allen Seiten große Buren­haufen an die Engländer behaupten, diese müßten immer nachts marschiert sein und tagsüber versteckt gelegen haben, denn sonst hätten sie nicht so unerwartet auftauchen können

Steinhaufen, den die Engländer an Stelle des alten vor­fanden, sprach eine für sie nur zu beredte Sprache. Die Buren benutzten übrigens ihre Vereinigung gleich zu einem kräftigen Vorstoß gegen Pretoria und kamen so dicht an die Stadt heran, daß wir das Kleingewehrfeuer hören konnten und die Kanonen des Forts ein Wort mit- sprecheu mußten. Botha schickte Spione in die Stadt, um die Gefangenen zur Flucht zu veranlassen, die aber in diesen Tagen besonders scharf überwacht wurden. Mich tonnte nur mein gegebenes Ehrenwort ab halten, die mir gebotene Gelegenheit zur Flucht zu benutzen."

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft,

»ichmatrt.

Ja der abgelaufenen Woche konnte sich da» Geschäft an den einschlägigen Märkten nicht besonders beleben und di« Umsätze be» schränkten sich aus den äußerst notwendigen Bedarf. Natürlich steht ortma Großvieh wie immer im Vordergründe deS Handels, di« Um­sätze hierin find als mittelmäßig zu bezeichnen. Mittlere Qualität«« waren weniger beachtet, e» steht zu erwarten, daß bet der fast durch­schnittlich schlechten Futterernte die nächsten Märkte ganz bedeutend«! Ueberstand oder eine einschneidende Preisermäßigung mit sich bringe« werden. Kälber waren mittelmäßig gehandelt, an einigen Plätzen blick» sogar großer Ueberstand. Fette Schweine etwa» mehr begehrt, dagegen Läufer und Mtlchschweioe sehr wenig beachtet.

Getreide.

Die anfangs der Woche noch herrschende feste Stimmung mußte gegen Schluß einer ruhigeren Tendenz weichen, nachdem die ameri­kanischen Märkte wieder matter geworden waren. Im Einklang hier­mit büßten auch die amerikanischen Forderungen ihre tm Wochen­beginn erreichte Erhöhung ein, Rußland und La Plata hielten jedoch auf Prei». Roggen unverändert. Gerste unverändert. Hafer preiS- haltend. Mais ruhiger. Die heutigen Forderungen sind: Redwinter II 137.50 Mk., KansaS II 134-135 Mk., La Plata Weizen 132-135 Mk- lüdruff. Wetzen 131149 Mk., ruff. Roggen 104-106 Mk., ruff. Futtergerfte 100 Mk., ruff. Hafer 103126 Mk., amerik. Hafer 111 Mk.. Mixed-Mai» 91 Mk. per Tonne ab Rotterdam.

Labak.

Wir find nicht in der Lage, über Abschlüffe von Belang während der Berichtswoche melden zu können. DaS Geschäft geht sehr ruhig, die Ursache hierfür haben wir ja bereits in unserm letzten Bericht mttgetetlt. WaS die Entwickelung der neuen Tabake anbelangt, so ist die Sortierung durchschnittlich in blatttgen Tabaken nicht gut aus­gefallen ; nach unserer Ansicht dürfte sogar Mangel in gutem Umblatt eintreten. Die Qualität der Tabake dagegen dürfte sehr gut werden. Verkauft wurde ein kleiner Posten 1896er Gundi Tabak zu 30 Mk. transit. In losen Pfälzer Rippen geschäftSloS, lose feine 9 Mk bi» 10 Mk., gebündelte feine 10,50 bis 11,50 Mk. Wie wir nachträglich erfahren, worden ca. 250 Zentner 1898er StrtpS zu Mk. 57 verpackt von Händlern an Fabrikanten verkauft.

Auszug SUS dell Slaudesamtsreglsteru der Stadt SittzkU.

Aufgebote.

Am 23. Mai. Friedrich Becker, Zimmermann in Glauberg mit Susanne Elisabethe Gerlach dahier. 31. Dr. JuliuS Meyerhofs, prakt. Arzt dahier mit Margarethe Eichenberg in Göttingen. ' Am 8. Juni. Rudolf Karl Bohn, Kaufmann dahier mit Elise Henriette Nix in Frank­furt a. M.

Ghefchließuugeu.

Am 1. Junt. Heinrich Lich, Kutscher dahier mit Ernestine Pauline Bogel Hierselbst. Wilhelm Thielmann, Anstreicher dahier mit Wilhelmine Paulus Hierselbst. Ernst Friedrich Ferdinand Schramme, Glasreiniger dahier mit Elisa Augusta Möllerhenn Hierselbst. 6. Karl Storck, Loko­motivheizer dahier mit Marie Luise Michel hterselbst. Friedrich Karl Stotz, Pfarrer in Rodheim a. d. Horloff mit Anna Marie Elise Düring dahier.

Geborene.

Am 25. Mai. Dem Stationsportier Heinrich Dörr ein Sohn, Heinrich. 26. Dem Mechaniker Karl Habeney ein Sohn, Ludwig Hermann August Karl. 27. Dem Fuhrmann Johanne» Hoßfeld ein Sohn, Kaspar Karl. Dem Postboten Karl Heinrich Dietz eine Tochter, Johanna Marie. 29. Dem Briefträger Hermann Jlgener eine Tochter. Dem Kutscher Heinrich Fiedler em Sohn, Willy. 30. Dem Schuhmacher Johanne» Glitsch ein Sohn, Karl Andreas. Am 1. Juni. Dem Heilanstaltsbesitzer Victor May ein Sohn, Alfred Bietor. Dem Kaufmann Louis Wetterhahn ein Sohn, Siegbert. Dem Milchhändler Wilhelm Forbach eine Tochter, Katharine Bertha. 2. Dem Buchbindermeister Justus Wölke eine Tochter, Elsa Wilhelmine Marie. Dem Zimmermann Christian Staffel ein Sohn, Christian. Dem Schreiner Heinrich Hillgärtner eine Tochter, Margarethe Elisabethe Katharine. Dem Sattler Emil Malkomesius ein Sohn, Emil Richard. 3. Dem Kutscher Karl Müller ein Sohn. Dem Geschäftsführer Ludwig Schmidt eine Tochter, Marie Martha Laura Emmy. Dem Mechaniker Vitus Georg Goldstein eine Tochter, Katharine Philipptne. 5. Dem Kaufmann Heinrich Balser ein Sohn. 6. Dem HUfSlokomottv- führer Wilhelm Berninger ein Sohn.

Am 1. Juni. Karl Lenz, l1/« Jahr alt, Sohn des Taglöhner» Heinrich Lenz dahier. 2. Hermann Baur, 68 Jahre alt, prakt. Arzt dahier. Robert Hecker, 11 Jahre alt, Sohn des Kaufmanns Robert Hecker dahier. 8. Wilhelm Arnold, 21 Jahre alt, Schlaffer dahier.

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K.'Z'H?

L'Mz-S Der Wumen, r der BorMm ^dwerkskammer etwaige

Umb bie in einem Zirkulär Srei'ln ^langten Än- Alar bezeichneten Termin bei , andernfalls von den ebvt U'. das Recht der Abnahme M nicht gerechnet werden ;

Am 14. d. Mts. wird die ezogen. Wer sein Los wxb hun, dies Weich zu ihm mmen, daß Spieler insch j rneuerung Gewinne, die ar' I ssen richtig bezahlte Los er f rhalten haben, weil sie unter der Ziehung das Los gegen l'ondere genügt es nicht jur Mn man dem Kollekteur - nfach schreibt, man tvolle dai . es bestimmt auch nat> der abholen, denn der Kollekteur Kredit zu geben, also in ge- lose, nachdem sie mit Gewinn auszuhändigen.

rgangenen Samstag waren n e Leiter der hiesigen W Lehrer an diese Ähnle be- a 11 Uhr begaben sich die ern W°x, E chm chii iviischarrer Weder gedachie der Verdienste des Jubilars .er.TMM, die gerade au dieLehrerbildungsanMd^-

«neW- M ta in®» ind Reich gehalten, das W es iSSrsr m der Stadt w ein Festkommers statt.

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