Ausgabe 
8.10.1901 Drittes Blatt
 
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mittag wurde in der hiesigen Apotheke die dort bedienstete Jäger aus Holzheim vom Herzschlage getroffen, und rm Schlafzimmer ihrer Herrschaft tot aufgefunden.

1. Büdingen, 6. Okt. Der in Langenbergheim Ver­letzte (vergl. unsere Nr. 232, 2. Bl.) soll seinen Wunden er­legen sein. Der Streit war wegen der bevorstehenden Bürger­meisterwahl entstanden. Daß ein neuaufgestellter Bürger­meisterkandidat schon vor der Wahl ein Zimmer zu seinem Bureau Herrichten läßt, dürfte zu den Seltenheiten gehören. Thatsache ist, daß in einem Dorfe des Kreises an emem Hause Handwerker bauliche Veränderungen vornehmen zur Ein­richtung einer Bürgermeisterei-Schreibstube, ohne daß man überhaupt etwas Sicheres über den mehr als zweifelhaften Ausgang der Wahl weiß.

-i- Nieder-Ofleiden, 6. Okt. Beim Fahren von Pflastersteinen aus dem Hillschen Bruche stürzte das Pferd des hiesigen Pachters St. und brach ein Bein. Man konnte es nicht weiter von der Stelle wegbringcn und es wurde geschlachtet. Der Besitzer hat einen bedeutenden Suaden, da das Pferd nicht versichert war. Im benachbarten Tecken- bach wurde in diesem Sommer das Pferd des Landwirts Sch. vom Blitz erschlagen. Es war versichert auf doppelte Art, Feuer- und Pferdeversicherung. Klugerweise machte er seine Ansprüche bei der Feuerversicherung geltend und be­kam den vollen Wert ausbezahlt. Der große Basalt- bruch dahier, seither im Besitz von.Herrn Busch u. Co., ist von den Herren Kanitzer und Pi stör, Freiburg-Gießen, käuflich erworben worden. Die Kaufsummc soll 55 000 Mk. betragen. Weitergeführt wird der Betrieb unter der Firma Ohmthal-BasaltWerke-Niederofleiden". Tas schon jetzt sehr ausgedehnte Unternehmen soll noch bedeutende Erweiter­ungen erfahren. So hat die Firma ein angrenzendes Ge­bäude für 2000 Mk. angekauft, um die Zahl der Arbeiter, hiesige, Italiener und Polen, zu vermehren. Ein zweiter Petroleum-Motor soll aufgestellt werden. Für die Ver­waltung hat die Firma ein besonderes Haus hingestellt.

l. Bad-Salzhausen, 5. Okt. Mit Hilse der seit einigen Tagen aufgestellten großen Dampfmaschine ist man nun im stände, die neuerbohrte Quelle leer zu pumpen. Dieselbe wirft eine große Menge falzhaltigen Wassers aus, hat aber nur wenig Kohlensäure. Durch Pumpen hält man das Ansaugen von Kohlensäure für möglich. Diese würde dann auch unsere Salzquelle zum Sprudel machen.

k- Kaichen, 6. Okt. Nachdem in der hiesigen Ge­markung die Ueberweisung der Grundstücke und der Ver­kauf des Massengeländes durch den Vereinigungskommissär Amtmann Sandmann erfolgt ist, ist die Feldb ereiig- ung hier vollendet. Durch den Verkauf der Massengrund­stücke, 68 Morgen, wurden 90 465 Mark erzielt, von welcher Summe, wie man hier hofft, der größte Teil gedeckt wer­den dürfte.

0 Schwickartshausen bei Ortenberg, 6. Okt. Gestern wählte die hiesige Gemeinde wieder ihren Bürgermeister Seum, der eine lange Reihe von Jahren sein Amt mit Treue und Eifer verwaltet.

Effolderbach, 6. Okt. Der Bau einer neuen Kreis- /kraße von hier nach dem Pachthof Leustadt wurde in An­griff genommen. Bisher führte der Weg zur Station Stock­heim über Selters; man erreichte Stockheim erst in anderthalb Stunden, während die neue Straße um die Hälfte kürzer wird.

Darmstadt, 6. Okt. Der Großherzog empfing am 5. Oktober eine Anzahl von zur Dienstleistung beim 2. Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61 Kommandierten Offizieren, Kreisrat Fey von Friedberg, den Professor Dr. Hansen, Rektor der Universität Gießen, den Lehrer Loos von Södel u. cl, ferner auch den Belgischen Minister-Resi­denten Ledeganck. Der Großherzog und die Groß- h er zog in trafen gestern mittag gegen 3 Uhr mit dem Prinzen Nikolaus von Griechenland, der Erbprinzessin von Pleß und dem Grafen Kozniebrotzki hier ein, besuchten das Residenzschloß und das Neue Palais, die dortigen Restau­rierungsarbeiten besichtigend, und kehrten um 5.45 Uhr nach Wolfsgarten zurück. Der Großherzog gedenkt morgen dem Festakte der Einweihung des neuen Hauses der Turnge­meinde Darmstadt beizuwohnen. Von der Ausstellung der Künstlerkobonie ist zu berichten, daß das Stixsche Phil­harmonische Orchester sein Abschiedskonzert am 10. Oktober geben wird, während der offizielle Schluß der Ausstellung erst für den 15. Oktober angesagt ist. Für diesen Tag hat man zunächst nachmittags im Festsaal des Ernst-Ludwig- hauses die feierliche Ueb Erreichung der Diplome an die Prämiierten geplant, Woran sich ein großes Fest­bankett anschließen soll. Das Wetter wird es entscheiden, ob der Platanenhain noch einmal in prächtiger Beleuchtung erstrahlen, ein Feuerwerk stattfinden und das junge Volk im Spielhaus das Tanzbein schwingen wird. Unter außer­ordentlich zahlreicher Beteiligung fand aestern mittag die Beerdigung des so jäh aus dem Leben geschiedenen Landgerichtsrats Dr. Schneider statt. Unter den Leid­tragenden bemerkte man Justizminister Dr. Dittmar, Mi­nisterialräte Pückel und Dr. Best u. a- Die Gießenev BurschenschaftGermania" ließ durchs eine Depu­tation einen herrlichen Oorbeerkranz mit Blumen und den Couleurfarben am Grabe mit einer Ansprache niederlegen.

. Darmstadt, 6. Okt. Der Dragoner im Regimen: Nr. 23 Heinrich Fischer geriet gestern Abend V28 Uhr in einer Wirtschaft der Arheilgergasse mit dem Taglöhner Hein­rich Rapp, 20 Jahre alt von hier, in Streit; er zog den Säbel, wurde aber von Rapp mit einem Taschenmesser mitten in das Herz getroffen, sodaß er sofort to war. Die Wunde ist nur 3 Zentimeter tief. R. wurde so­fort festgenommen. In Anwesenheit des Großherzogs, der Adjutanten von Westerveller, von Röder, von Wachter, der Kammerherren von Bellersheim und von Riedesel, ferner der Divisions-Kommandanten van Perband, des Stadt-Kom­mandanten von Daum, der Minister Dr. Rothe und Gnauth, des Provinzialdirektors, des Oberbürgermeisters Morneweg, sowie zahlreich erschienener Ehrengäste fand heute Vormittag die feierliche Einweihung des von der Turngemeinde neu erbauten Festhauses statt. Prof. Friedrich hielt die Festrede, der Großherzog ließ sich einige turnerische Uebungen vorführen. Er verlieh dem Verein, der za. 55 Jahre besteht, die Medaille für Kunst und Wissenschaft, sowie dem seit der Gründung dem Vereine noch angehörenden Betriebs­inspektor V. Appel den Ritterorden 2. Kl. Philipp des Großmütigen. Heute Abend fand große Feier statt. Es wurde ein hübsches Festspiel von Ernst Heß aufgeführt. An­sprachen hielten Turnvertreter Schmuck des Mittelrheinkreises, Oberbürgermeister Morneweg, sowie ein Vertreter des Mainzer Turnvereins. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf.

fc. Offenbach a. M., 6. Okt. Feilenfabrikant Fuhr < von hier, der am vergangenen Sonntag auf der Jagd < im Taunus durch einen fahrlässigen Schuß in den Rücken : chwer verletzt wurde, schwebt noch, immer in Lebens­gefahr. Er befindet sich im Lieberschen Spital in Cam- berg. Ter unvorsichtige Schütze ist noch nicht festgestellt. Fuhr ist 35 Jahre alt.

fc. Höchst a. M., 6. Okt. Faßhändler Georg Hebauf 1 und der Aufseher der Farbwerke Bruno Zwarg von hier, haben die Farbwerke dadurch betrogen, daß Zwarg mehr Fässer in die Bücher eintrug, als thatsächlich geliefert wurden. DenErlös" teilten sie sich. 1135 Fässer wurden Weniger geliefert und 3500 Mark teilten sich die Kumpane. Zwarg erhielt jetzt von der Wiesbadener Strafkammer 6 Monate Gefängnis und 150 Mark Geldstrafe; Hebauf, der geständig war, 1 Monat Gefängnis und 50 Mark Geldstrafe.

-i- Wetzlar, 7. Okt. Neben den Ferien aus Anlaß der drei hohen Feste werden für sämtliche Landschulen des Kreises alljährlich 7 Wochen Ernteferien gewährt. Die Verteilung derselben ist je nach den ländlichen Arbeiten eine verschiedene, entweder zur Heu-, Getreide- und Kar­toffelernte, also eine dreiteilige, oder <^s werden nur sog. Sommer- und Herbstferien gewährt. Laut Verfügung des Landratsamtes hat am heutigen Montag in sämtlichen Schulen der Unterricht seinen Anfang genommen.

(:) Krofdorf, 6. Okt. Das Bürgermeisteramt hat in den einzelnen Ortschaften der vereinigten Bürgermeisterei bezüglich Festsetzung ber (Sin f o m m en steue r an sämtliche Hausväter ein Formular verteilen lassen.

Frankfurt a. M.> 5. Okt. Die Eröffnung der Un f allsch utz-Aus stel lun g fand heute 12 Uhr mittags tatt. Die Protekborin Prinzessin Friedrich Karl von Hessen konnte der tiefen Stauer, wegen die Ausstellung nicht per­sönlich eröffnen, nahm sie jedoch um 11 Uhr vor der Er­öffnungsfeier in Augenschein und batte den Oberpräsidenten beauftragt, die Ausstellung in ihrem Namen für eröffnet zu erklären. In Vertretung des Staatssekretärs Grafen Posadowsky sprach Geh. Oberregierungsrat Werner bei der Eröffnung im Namen des Reichs. Die Staatskommissäre von sämtlichen Regierungen sind in Frankfurt eingetroffen.

Kassel, 6. Okt. Zu dem im westfälischen Nacytschncll- zuge verübten R a u b a t t e n t a t ist noch folgendes zu be­richten: Ter Attentäter ist der Sohn achtbarer Leute, eines Eisenbahnunterbeamten in Esch Wege, er hat in Kassel bei ber Infanterie freiwillig gebient und ist bisher noch nicht bestraft. Nachdem er Srationsdiätar in Eschwege gewesen, war er bei einer Privatbahn, ber westfälischen Landeseisen­bahn, in Stellung; vorübergehend würbe Nathgeber auch auf dem Telegraphenamt des Efchweger Bahnhofes und zuletzt in Bielefeld beschäftigt. Hier hat er Gelegenheit ge­funden, sich das Formular eines Freifahrtscheines zu ver­schaffen und zu fälschen, woraufhin er in den letzten Wochen anscheinend in Deutschland zweck- und beschäftigungslos um­hergefahren ist, wobei ber Mordplan vermutlich gereift, auch die Ausführung in anderen Zügen 'geplant, aber weil die erforderlichen Nebenumsiände nicht pagten, unterblieben ist. In der Donnerstag Nacht fuhr Rathgeber nach Kassel, um in einer Privatklage wegen Körperverleyung vernommen zu Werden. Er wurde auch von zwei Schutzleuten eskortiert vorgeführt, auf seine Vernehmung jedoch verzichtet. Wie nun die andern Zeugen aus Eschwege bestimmt erzählten, wollte Rathgeber in 14 Tagen Hochzeit machen. Er hat also, anscheinend um die Kosten hierfür und für Haushalt­einrichtung ic. zu beschaffen, den Reisenden von Westrum erschießen und berauben wollen. Bei dem Kampfe im Eisen­bahnabteil hat er übrigens auch Wunden davongetragen, eine Hand ist verletzt, das Gesicht zerschunden. Während der Räuber anfänglich ein freches Benehmen zur Schau trug und leugnete, ist er jetzt geständig, scheint auch Reue über seine Unthat zu fühlen. Der Ueberfallene War dem Räuber an Statur und Körperkraft überlegen, sonst Wäre dem letzteren der Versuch nicht mißlungen, ihn nach dem Fehlschüsse aus dem Abteil auf die Schienen zu werfen. Der Attentäter hat jetzt zugegeben, daß er sich durch einen Raub in den Besitz größerer Geldmittel setzen wollte, um dann nach Berlin zu fahren, wo er sich in einer Fabrik persönlich vorstellen sollte, um eventuell eine Stelle, um die er sich beworben, zu erhalten.

** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Ein kolossales Glück hatte ein Dienstmädchen namens Eckert aus Michelstadt. Dasselbe diente 4 Jahre bei einer aus­wärtigen Herrschaft. Kürzlich starben die alten Leute rasch hintereinander und vermachten dem Mädchen 100000 Mk. und ihr ganzes wertvolles Mobiliar ihrer Villa in Neapel. Der Streckenarbeiter Karl Küfer von Garbenheim wurde in einem Wiesengraben unweit Wetzlar von seinem Sohn tot aufgefunden. Er wurde schon seit Donnerstag­abend vermißt. Es ist anzunehmen, daß K. in der Dunkel­heit vom Weg abgeraten und so den Tod gefunden. Er hinterläßt eine Witwe und mehrere erwachsene Kinder.

Vermischtes.

* B erlin, 6. Okt. Hier wurde ein raffinierter Falsch­münzer, der ehemalige Kaufmann Polster, verhaftet, der des gleichen Vergehens halber bereits eine längere Zucht­hausstrafe verbüßt hat.

* Berlin, 5. Okt. Heute morgen hat (wie wir bereits am Samstag kurz meldeten) in der Fürstenwalder Straße der 19jährige Arbeiter Arthur Beier gegen die 30jährige geschiedene Frau Gerwine Zimmermann, bei der er Wohnte, ein Revolverattentat ausgeführt -md sie überdies durch Messerstiche verwundet. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst. Erstere wird vermutlich mit dem Leben baoonBommen, der junge Mensch ist heute nach­mittag bereits in der Charitee gestorben. Es scheint sich hier um eine Liebesaffaire zwischen Vermieterin und Schlaf­burschen zu handeln. Frau Z. hatte den B- bei sich auf­genommen. Der Bursche hatte zum 1. d- Mts. seine Stelle verloren und infolgedessen wohl auch eine Kündigung der Wohnung durch Frau Z. erhalten. Frau Z. bestreitet freilich, daß ein Verhältnis zwischen ihr und dem Thäter bestanden habe; sie erklärt vielmehr, daß sie sich mit Mühe seiner Zudringlichkeiten erwehren konnte. Heute morgen trat die Katastrophe ein. Gegen 8 Uhr hörten die Hausbewohner Schüsse; bald darauf schwang sichs die blutende Frau durch das Parterrefenster ber Wohnung und rannte Hilfe rufend in das auf ber anderen Seite ber Straße belegene Schank­lokal, wo sie zusammenbrach. Sie hatte einen Schuß in den Unterleib und einen tiefen Messerstich in den Arm erhallen. Aerztliche Hilfe War schnell zur Hand. Während die Ver­wundete verbunden und dann nach dem Krankenhaus uber- geführt wurde, drangen Schutzleute in die Wuhnung der Frau Zimmermann ein, wo sich der Thäter aufhrelt. Er lag auf dem Sopha, zusammengesunken in ftmem Blute, der Revolver neben igm,. Wie ärztll^ Untersuchung

ergab, hatte er sich drei Schüsse in die Brust beigebracht^ Bewußtlosigkeit war sofort eingetreten, so daß eine Ver- nehrnung nicht möglich war.

* Breslau, 5. Oll. Auf einem Neubau in der Alser» straße wurden heute morgen drei Arbeiter beim Ausschachten einer Baugrube durch einstürzende Erdmassen verschütt tet. Zwei von ihnen wurden als Leichen hervorgeholl^ während der dritte noch lebend herausgebracht wurde.

* Tuch el (Westpr.), 7. Okt- In Kelpin hat ein Arbeiter im Säuferwahnsinn seiner Frau den Hals durchs schnitten und sich dann erhängt.

* Köln, 6. Okt. Ter Leiter einer Schlaswagengeselbi chaft Wurde hier von seiner Braut aus Eifersucht chwer verletzt. Darauf suchte das Mädchen finj zu vergiften. . .

* Kaschau, 5. Okt. Die Ortschaft Redecz rst nredev. gebrannt. Der Schaden ist bedeutend.

* Neapel, 6. Okt. Die Besserung des Zustandes aller im Lazarett von Nisida befindlichen Pestkranken, mit Ausnahme eines, hält an. In Neapel und Umgegend ist kein weiterer verdächtiger Krankheitsfall vorgekommen.

* Vor kurzem getaugte an ein Blatt in Florenz ein anonymer Bries, ber ocn Abvokaten Giulia Corsi, einen in Vinci bei Campoli wohnhaften Millionär, einest grauenhaften Verbrechens beschuldigt. Danach hat ber Advokat mit seiner taubstummen Schwester Adele von 20 Jahren die Millionen des Vaters geerbt. Als fidji aber die junge Adele itt einen T-iener verliebte und diesen hei-, raten wollte, überantwortete ber Bruder bie Schwester einer Kupplerin, bie sie in bunkler Kammer einschloß uno auf bas grausamste behandelte. Die Polizei nahm sich auf diesen Brief hin der Angelegenheit an und fand In der Thal das Mädchen, in kaum menschlichem Zustande auf. Der Bruder wurde sofort verhaftet.

* P a ris - 6. Okt. Gestern astend nach zehn Uhr e x p l o dierte auf dem Place Trinite ein Blechgesäß, Wobei eine Person leicht verletzt wurde. Es scheint sich nur um einen schlechten Scherz zu handeln. Tas Gefäß enthielt gewöhn­liches Pulver.

* Paris, 5. Okt. Gestern überfiel ein Unbekannter den Militär posten vor dem Gerichtsgebäude und xkx* suchte, ihm bas Gewehr zu entreißen. Es gelang jeboch, ben Angreifer mit Hilfe eines Polizisten zu verhaften.

* Paris, 6. Okt. Nach Meldungen aus St- LouiI ist in Hajes bas gelbe Fieber ausgebrochen.

* London, 5. Okt. Als gestern bie beiben Torpedo- bootszerstorerSalmon" undAngler" auf ber Höhe von Margate Fahrtübungen machten, rannte berAngler", als er in voller Fahrt um bas Feuerschiff herumfuhr, gegen Vas Heck besSalmon" unb riß mit ber Schraube bent Salmon" bie Stahlplatten ab.Salmon" signalisierte, baß er sinke. Ein britter TorpedobootszerstörerLee" leistete aber sofort Beistanb. Beibe schwer beschäbigten Schiffe wur­den später nach Sheerneß geschleppt. Menschen sinb nicht ums Leben gekommen. Tie kriegsgerichtliche Untersuchung ist ein-, geleitet- _ , ,

* Konstantinopel, 5. Okt. In Samsun rst etn neuerlicher Pestfall vorgekommen.

verbessert.

Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzen, wie sie uns von ersten medizinischen Autoritäten neuerdings an die Hand ge­geben worden sind, ist Toering's renommierte Eulen-Seife, bekannt unter der Devise:Die beste der Welt abermals verbes­sert und durch diese Verbesserung in ihrem Einflüsse auf die Er­haltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, sodaß sich keine Seife zur Tollette mehr eignen dürfte, als die m ihrer Art unübertreffliche Eulen-Seife. Namentlich ist es gelungen, dis Seife auch so zu parfümieren, daß das Parfüm selbst die empfind­lichsten Geruchsnerven angenehm berührt. Damit ist allen Denen, welchen das früher kräftigere Parfüm nicht zusagte, Gelegenheit ge­geben, jetzt einmal einen Versuch zu machen; sie roerbeit es nun­mehr sicher nach ihrem Geschmacks finden und Doering «Isalen- Seiie roieder von Neuem zu ihrer Alltaüssene wah en. Doe­ring* Eulen-Seite ist für 40 Pro. überall erhältlich 649a

In wenig Tagen 11. und 12. Oktober findet die letzte

Einen neuen Beweis von seiner Vorzüglichkeit hat das Mondamin, dessen alleinige Aabttkanten Brown u. Polson find, dadurch erfahren, daß es auf 5er fo glanzend beschen Allgemeinen Ausstellung für Kochkunst zu Würzburg die höchste Auszeichnung Go dene Medaille" erhalten hat. Wir nehmen gern hiervon Notiz, da sich Brown u. Polson angelegen fein lassen immer dieselbe gute Qualität zu bttngen, welche ihnen emen mehr denn 4(hahrigen Weltruf verschafft hat. Die Verwendbarkeit des Mondamins tm Haushalte ist eine sehr vielseitige: Mondamm .ist nicht nur zu Flammeris, Puddings usw. vorzüglich, sondern eignet sich aanz be- sonders zu warmen Milch- und Fruchtspeisen, Souflles, Desserts re, Auch für Kinder und Kranke ist Mondaniin mit Müch zu Suppe oder Brei gekocht ausgezeichnet, da es diese Speisen bedeutend leichter verdaulicher macht und wird es von den Herren Aerzten besonders gern empfohlen. Daß Mondamin in allen einschlägigen Geschäften unserer Stadt zu haben ist, möchte wohl genügend be- kannt sein. _________________________________________________

Baden-Badener Geldlotterie

statt, bei welcher 2288 Bargewitme mit Ml. 42 000. Haupttreffer Mk. 20 000 verlost werden. Lose zu M. 1, 11 Lose 10 Mk. Porto und Liste 25 Pfa. extra sind beim General-Agenten I. Stürmer Straßburg i. Els. und allen LySgeschästen zu haben. Man beeile sich, wer der Glücksgöttin die Hand bieten und M. 20 000 für M. 1 erhalten will, 6612

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt -aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum ge; nüber; keinerlei Verantwortung.)

Klingelbachß Klage.

Ein Waldbach rauscht im Tannengrün Und plätschert lieblich leise;

Den Blunien, welche ihn mnblüh'n, Erzählt er seine Reise.

Hoch oben auf des Berges Höh'n Hat ihn der Quell geboren;

Tas Thal dehnt sich so wunderschön, Das er zum Ziel erkoren.

Er weiß, daß dort ein Freund sich naht, Dem will ir sich verinählen.

Er will die blühend reiche Stadt Zum Hochzeitshaus sich wählen. Doch kaum betrat er ihren Bann, Wünscht er ihr zu entrinnen ; Demi was kein Mensch ertragen kann, Tas treibt auch ihn von hinnen. .Llbmasser da, Abwasser dort, Welch häßlich schwarze Brühe! Ach, schaffte mich nur einer fort, Wie dankt ich ihm die Mühe!" Ein Nachbar hört's an Ufers Rand, Stimmt ein in Bächleins Klagen; Und weil er selbst es mitempsand, Will er es laut nun sagen: Stadtvater Gaffky, hilf uns du, Und deck' den Klingelbach uns zu!

Der Nachbar.