Ausgabe 
8.9.1901 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Durchschnitte des ganzen Dezenniums um 1 ein Fünftes Prozent jährlich und im Durchschnitt des vorangegcmgenen Jahrzehnts um 1 Prozent. Leisewitz meint nun, daß- selbst wenn man auch nur die geringste dieser bret Zunahme- zifferrr zu grunoe lege, also das Jahrzehnt von 188030, etwa im Jahre 1974 eine Verdoppelung der gegenwärtigen Bevölkerungsziffer eingetreten sein würde. Rechne man nun nach Abzug der Verwendung von Getreide zu industriellen und Fütterungszweckcn den thatsächlichen Verbrauch der Bevölkerung im Durchschnitt der letzten Jahre mit 131 Kilogramm Roggen und mit 84 ein halb Kilogramm Weizen, so würde zur Zeit der Verdoppelung der Bevölkerungszahl eine Produktion von nahezu 14 Millionen Tonnen Roggen und Mchezu 9 Millionen Tonnen Weizen erforderlich sein, und wenn man hierzu noch die zur Saat, zur Verfütterung und zu gewerblichen Zwecken nötigen Mengen hinzuschlage, so wurden nach Maßgabe des gegenwärtigen Verbrauchs noch weitere 2 Millionen Donnen Roggen und 630000 Tonnen Weizen produziert werden müssen. Dazu würde die Roggen­ernte eine Mehrung um 87 ein halb Prozent, die Weizen- ernte aber eine solche um nahezu 250 Prozent erfahren Ssen. Eine so starke Vermehrung entspreche jedenfalls t der in den letzten beiden Dezennien beobachteten Pro- ionssteigerung; insbesondere sei noch zu berücksichtigen, daß seit 1898 teils eine schwankende Tendenz in der Zu­nahme der Produktion, teils eine völlige Stagnation ein­getreten sei.' Demgemäß hält Leise Witz die. Emanzipa­tion vvm Auslande für ausgeschlossen.

Politische Tagesschau.

Man schreibt uns aus Berlin, 6. September:

Seit längerer Zeit schon bildet die Frage der prakti­schen Vorbildung der höheren Kolonialbeamten den Gegen- ftmü> von Erwägungen innerhalb der Regierung. Die Anregung zu einer Reform auf diesem Gebiete ^ist von parlamentarischer Seite ausgegangen. Auch die Deutsche Kolonialgesellschaft hat sich mit dieser Angelegenheit be­schäftigt, und hier wie dort wurde die Notwendigkeit betont, daß die Beamten, ehe sie in die Kolionieen hinausgehen, durch einen praktischen Kursus Vertrautheit erworben haben sollten mit dem Wesen des kaufmännischen Betriebes. Die Regierung ist dieser Auffassung anscheinend jetzt beige­treten, denn es verlautet, daß! die für den Kolonialdienst vorgemerkten Assessoren in Zukunft einige Zeit hindurch in Exportgeschäften ausgebildet werden sollen. Vielleicht entschließt sich Kolonialdirektor Dr. Stuebel auch, einer von LolonialfreUndlicher Seite unlängst gegebenen Anreg­ung, die Verwendung junger Kaufleute im mittleren Be­amtendienst der Schutzgebiete, näherzutreten. Voraus­setzung müßte natürlich sein, daß diese Kaufleute eine überseeische Thättgkeit nachweisen. Hollands Kolonien z. B- haben sich nicht zuletzt aus dem Grunde zu hoher Blüte entwickelt,1 weil die Verwaltung dort vorwiegend aus kauf­männischen Gesichtspunkten geleitet wurde.

Eine Verordnung, die der Kultusminister gemein­sam mit dem Finanzmmistzer erlassen hat, und Die im ^heutigen Reichs-Anzeiger veröffentlicht wird, bringt den Stempel von 300 Mk. bei Verleihung der Titel Sani­tätsrat und Geheimer Sanitätsrat an nicht be­amtete Aerzte in Fortfall. In der Begründung heißt es: Tie Stellung, die der ärztliche Stand und seine Mitglieder nach der neuern Gesetzgebung in gesundheitlichen Fragen eiunehmen, das erhöhte Maß, in welchem sie an Lösung der Aufgaben der öffentlichen Gesundheitspflege gegen früher beteiligt werden, sowie eine Reihe öffentlich-recht­licher Befugnisse und Verpflichtungen, die ihnen in Bezug auf die Ermittelung und Bekämpfung der ansteckenden Krankheiten auferlegt sind- rechtfertigen es, auch die nicht beamteten Aerzte nicht mehr als Privatpersonen im Sinne des' Stempelsheuergesetzes anzusehen, sondern anzu- nehmen, daß sie auf dem Gebiete der Gesundheitspflege, wie die Rechtsanwälte auf dem der Rechtspflege, eine eigen­artige Stellung öffentlich-rechtlichen Charakters bekleiden.

Zu der Rach,richt von einem an den deutschen Kaiser ergangenen Vermittelungsgesuch der Pforte in dem türkisch-französischen Streitfall schreiben dieBerl. Reuest. Rachr.":

Französische Blätter fahren fort, Nachrichten über ein an den deutschen Kaiser gerichtetes Vermittelungsgesuch des Sultans zu verbreiten. Dem gegenüber ist festzustellen, daß weder der Sultan noch die Pforte oder der hiesige türkische Botschafter au ch nur andeutungsweise Deutschland gegenüber die mit Frankreich schwebende Angelegenheit berührt hat. Wie die deutsche Antwort gelautet haben würde, wenn eine Anregung dazu von türkischer Seite er­folgt wäre, ist eine müßige Frage, jedenfalls bezweckt aber die Verbreitung von Nachrichten über eine vom deutschen Kaiser ausgegangene Ablehnung eines seitens des Sultans an ihn gerichteten Ersuchens nicht anderes als die Beein­flussung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei in ungünstigem Sinne."

In Hannover tagt augenblicklich die 30. Haupt­versammlung des Deutschen Apoth eke r-Ver­bandes. Sie beschäftigte sich u. a. auch mit dem Ver­hältnisse der Apotheken &u den Krankenkas­sen. Zunächst war ein Antrag Erfurt-Sondershausen auf AerMrung des Krankenkassengesetzes gestellt, wonach dem Gesetze ine Bestimmung yinzugefügt werden soll:'Die Lieferung der Arzneien ist nur dann durch bestimmte Apo­theken zu gewähren, wenn hierdurch besondere Vergünstjig- ungen erreicht werden, oder wenn die anderen in Frage kämmenden Apvtheker damtt einverstanden sind." Hiermit verbunden wurde ein Anttag Mittelschlesien, durch welchen der Verein ersucht wird, zu dem Vorgehen der Kranken­kassen Stellung zu nehmen, und alle im Streite mit den Krankenkassen befindlichen Kollegen weitgehend zu unter-» stützen. Der Antrag war gestellt in Rücksicht auf den Berliner Ärawkenkassenstrett, wo hurch Bdykottierung der Apotheken, die nicht den gewünschten Rabatt gewähren, die Sicherheit der Arzneilieserung gefährdet, und der Apothekerstand schwer geschädigt würde. Der Vorstand erklärte sich geaen den Antrag Erfurt-Sondershausen und befürwortete Die An­nahme folgenden Antrages: 1) Alle ärztlicherseits für Krankenkafsenmitglieder verordneten Arzneimittel sind aus> schließlich aus Apotheken zu beziehen. 2) Die Verabfolgung von Arzneimitteln an ine Krankenkassenmitglieder durch <^e r?1pcnt|orftäni)e und Kassenangestellten sind untersagt. 3) F<AiA alle Apotheken eines Ortes oder Kassenbezirks oder doch die große Mehrheit derselben sich bereit er­klären, .Den Krankenkassen gleich günstige Bedingungen ru gewahren, ftnd die Kassen gehalten, ihren Mitgliedern freie Wahl zwischen diesen Apotheken zu gestatten. Von allen Rednern wurden Die Mißstände unbedingt anerkannt und eine Aenderung der Bestimmungen des Krankenverlrcherungsges etzcs für unerläßlich er­

achtet. Der Antrag Erfurt-Sondershausen wurde ab gelehnt und dafür der Anttag des Vorstandes angenommen. Ebenso wurde der Antrag Mittelschlesien angenommen.

Engländer nnd Bnreu.

Ein Standard-Telegramm aus Kapstadt giebt folgende Einzelheiten über Scheepers letzte Unter­nehmungen: Scheepers, mit einem Kommando von 200 bis 300 Buren, scheint, nachdem er durch Frenchs Operationen südwärts in die Midlandsbezirke der Kolonie gedrängt worden war, zuerst gegen Oudtshoorn marschiert zu sein. Dann wurde er nordwestlich in den Bezirk Lady­smith gedrängt, wo er Halt machte, offenbar unent- schloflen, ob er die Regierungs-Wasserwerke bei Tvuws River angreifen oder durcy den Bezirk Swellendam in der Richtung auf den Worcester durchbrechen sollte. Sein Zögern genügte, um die Ausführung beider Pläne unmög­lich zu machen, da die Militärbehörden der Kapkolonie erhebliche Verstärkungen in die Bezirke entsandt hatten, die Scheepers verwegenes Kommando bedrohte; er konnte sich daher hier nicht länger halten, ohne Gefahr zu laufen, vernichtet zu werden. Er löste deshalb sein Kommando in zwei Teile auf, deren eins gegen Touws River marschierte, während das andere in den Bezirk Swellendam eindrang, wo es jetzt noch ist. Die Englänoer hoffen, beide Teile des Scheeperchchen Kommandos nunmehr zu fangen. Diese Hoff­nung ist bisher nicht in Erfüllung gegangen, und nie­mandem, der die früheren Erfahrungen der Engländer zu Rate zieht, wird sie so als so leicht erfüllbar erscheinen. Nach langer Zeit wird auch wieder einmal der Name Fontes genannt, den die Engländer nach seinem Ein­fall in die Bezirke Barkly East, Tembuland und Transkei 1 einem Schicksal überlassen mußten. Es hieß damals, er ei wieder nordwärts gedrängt worden. Nun meldet man der Times, FouckP habe am 4. September H!erschel (in dem gleichnamigen Bezirke nördlich vom Bezirk Aliwal North) angegriffen, fei aber zurückgeschlagen worden. Eine Abteilung Buren, heißt es in der Meldung weiter, ist süd­wärts auf Lady Grey zu vorgedrungen. Das dürften die Buren unter Myburgh sein, der bei Lady Grey gemeldet worden war. Bekanntlich hieß es vor einiger Zeit, Kit- chener werde im September Südafrika verlassen. Nun­mehr meldet der Berichterstatter desDaily Telegraph" einem Blatt, daß nicht daran zu denken sei, daß Kitchener nach dem September Südafrika verlassen werde.

Zum ersten Mal seit langer Zeit kann Lord Kitchener wieder eine Siegesbotschaft melden: Dem Oberst S c o b e l l gelang es, Lotters gesamtes Kommando nach einem hefti­gen Kampfe südlich von Petersburg gefangen zu nehmen. Es blieben 10 Mann tot, am Platze 103, darunter Komman- )ant Lotter und Reedt, die Feldkornette Krüger und W. Krüger und Leutnant Schöman, wurden gefangen. Zwei notorische Rebellen Namens Vaster sind unter den Toten. Die englischen Verluste betragen 10 Tote und acht Verwundete. Wahrscheinlich sind die tapferen Buren von einer ihnen an. Zahl weit überlegenen Truppenmacht des Feindes angegriffen worden. Mit welchem Heldenmut sich die kleine Schar gewehrt haben muß, geht aus den nicht unbedeutenden Verlusten der Engländer hervor, die man ja doch, um Kitcheners Angaben richtig zu stellen, ver­doppeln muß. Ferner berichtet Lord Kitchener, daß es einem Burenkommando von 300 Mann gelungen ist, den Oranjefluß nach Süden zu überschreiten. Nach einer päteren Meldung Kitcheners hatten die Buren 19 Tote und 52 Verwundete, und verloren außerdem 114 Gefangene mit all ihrer Habe.

Mit der Verhaftung angesehener Bürger in der Kap­kolonie fahren die Engländer fort. So wurde van den Heeven, Mitglied des gesetzgebenden Rats in Burghers- >orp verhaftet, und zwar unter der Anklage, Waffen ver­borgen zu haben. Die Buren haben schon wieder eine Eisenbahnverbindung zerstört. Wie gemeldet wird, ist die Eisenbahnverbindung zwischen Worcester und Grootfontein zerstört. Die Post verkehrt bei Tage.

Matjesfontein, 6. Sept. Die Gefangennahme Lotters erfolgte bei Bowershoek in der Nähe von Peters­burg. Neunzehn Buren sind entkommen.

Deutsches Keich.

Berlin, 6. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin sind in Königsberg, wohin sie heute früh programmgemäß von der Station Wildpark aus abreisten, eingetroffen.

Prinz Tschun besuchte heute das Mausoleum im Schloßpark zu Charlottenburg und legte an den Sarkophagen Kaiser Wilhelms I. und der Kaiserin Augusta Kränze nieder. Nach dem Besuch beS Mausoleums in Charlottenburg begab sich der Prinz Tschun nach dem Jnvalidenkirchhof zu Berlin und legte am Grabe des Generalmajors von Schwarzhoff einen Kranz nieder.

DerReichsanzeiger" meldet: Fürst zu Inn und Knyphausen erhielt den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit dem Stern, Geheimrat Schwekkendieck im Arbeits­ministerium den Kronenorden zweiter Klaffe mit dem Stern, Geheimer Baurat Fu elsch er im Arbeitsministerium den roten Adlerorden zweiter Klaffe mit Eichenlaub.

Wie an der Börse verlautete, sind u. A. Geheimrat Hartung von dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein, Dr. Salomonsohn von der Diskonto-Gesellschaft, Direktor Mankiewitz von der Deutschen Bank zu der Konferenz wegen des Börsengesetzes vom Handelsminister ein­geladen.

DasMilitärwochenblatt" meldet: Der Generalarzt Leuthold wurde unter Belassung im Verhältnis als Leib­arzt des Kaisers unter Verleihung des Ranges eines Gene­ralleutnants znm Generalstabsarzt der Armee ernannt.

Graf Waldersee ist in Holstein, wo er sich zum Besuche bei seinem Neffen befindet, an einem Fuß leiden erkrankt und muß aus diesem Grimde seinen Aufenthalt in Berchtesgaden verschieben.

Davzig, 6. Sept. Seit heute Vormittag 10 Uhr liegt die gesamte Hebungsflotte auf der Rhede von Zoppot. Die Flotte nimmt nur Kohlen ein, um sodann bis zu den Kaisermanövern die Hebungen auf der Ostsee fottzusctzen.

Danzig, 6. September. Der Kaiser lud den Prinzen Tschun zur Parade des 17. Armeekorps bei Danzig ein.

Königsberg i. Pr., 6. Sept. Die Stadt ist reich ge­schmückt und beflaggt. In den Sttaßen herrscht bereits leb­haftes Treiben. Das Wetter ist schön. Die Feststraße vom Bahnhofe zum Schlosse ist mit einer fortlaufenden Reihe von Flaggenmasten eingefaßt, welche durch Guirlanden verbunden sind. Am Eingänge zur Kaiserstraße, wo der Kaiser von Vertretern der Stabt begrüßt wird, ist eine große. Ehren­

pforte errichtet; seitwätts stehen Tribünen. Die Uebergänge über die Arme des Pregels sind besonders reich geschmückt.

Stuttgart, 6. Sept. Die Hauptversammlung des Vereins der Straßenbahn- und Kleinbahnverwal­tungen beschäftigte sich heute mit dem preußischen Kleinbahn­gesetz und den Unfällen des letzten Jahres. Verletzt wurden 2607 und getötet 155 Personen, fast ausschließlich durch eigene Schuld. Als Ort der nächsten Tagung wurde Düssel­dorf beftimmt.

Ausland.

Kopenhagen, 6. Sept. Wie Ritzans Bureau aus Fre­densborg erfährt, gab der Kaiser von Rußland den bisher geplanten zweiten Besuch daselbst auf und wird von Frankreich direkt nach Rußland zurückreisen, um später in Spala an den großen Jagden teilzunehmen. Die Kinder des Kaiserpaares begeben sich mit nach Frankreich.

Hajmasker (Veszprimer Komitat), 6. Sept. Kaiser Fra nz Josef wohnte vorniittags dem Probeschießen mit den Ge­schützen neuen Modells bei und gab hierüber des öfteren seiner Zufriedenheit Ausdruck, nachmittags fand eine Heber» Prüfung der Schüsse aus den auSprobierten Geschützen statt.

Konstantinopel, 6. Sept. Der französiische Minister des Auswättigen Delcasss ließ soeben neuerliche Jnstrukttonen an den Botschaftsrat Bapst gelangen, worin es heißt, daß angesichts der bereits für die Lösung des ftanzösisch-türkischen Konflikts von der französischen Regierung festgestellten Be­dingungen kein Anlaß vorliege, der vom Minister des Aus­wärtigen Tewfik Pascha ergangenen Einladung, diese Beding­ungen zu formulieren, Folge zu leisten. Der Pforte bleibe es unbenommen, falls sie es wünsche, Mitteilungen an den Botschaftsrat auf schriftlichem Wege gelangen zu lassen. In Djumaibala, Vilajet Saloniki beraubten Briganten die amerikanische Missionarin Miß Ellen und deren Begleit­ungsdame. Aus Musch (Armenien) wurde neuerlich an den Sultan eine Depesche gesandt, worin abermals um Schutz gegen die Kurden gebeten und mitgeteilt wird, daß in dem kurzen Zeiträume seit der Absendung^der letzten Depesche un­gefähr 30 Armenier in nächster Nähe der Stadt Musch von den Kurden getöbtet wurden. Wie aus Prisrend ge­meldet wird, war auf den dortigen Gerenten des österreichisch- ungarischen Konsulats, Muths am, jüngst ein Mordan- schlag geplant. Als Muthsam am 1. September den Konat des Gouverneurs verließ, versuchte ein Gendarm Namens Schakir einen Schuß aus einem Gewehr auf ihn abzugeben. Vorübergehende hinderten den Gendarm daran, worauf die ofortige Verhaftung desselben durch die Ottsbehörden er- olgte. Die Pforte sprach dem österreichisch-ungarischen Bot- chaster ihr Bedauern über den Vorfall mit der Versicher­ung aus, daß an die Ortsbehörden von Prisrend die ftrengften Weisungen wegen Verhaftung und Bestrafung der eventuellen Mitschuldigen Schakirs ergangen seien.

Loudon, 6. Sept. Der Tra de - Hnion-Kongreß brachte heute zwei Heberraschungen. Die erste Heberraschung bestand in der Verwerfung der sonst fast auf allen Kon­gressen angenommenen Resolution für Verstaatlichung aller Mittel der Produktion, der Verteilung und des Austausches. O'Grady, Präsident des Bristoler Kongresses, hatte die Resolution eingebrachte und gleichzeitige Schaffung von Alterspensionen, Besoldung der Parlaments­abgeordneten und Aehnliches gefordert. Der Kongreß ver­warf feine Resolution mit 685 000 gegen 264 000 der ver­tretenen Stimmen. Die zweite Heberraschung war die Ab­lehnung der Diskussion der den Krieg in Süd­afrika verutteilenden Resolution des Delegierten Ward. Nach einigem Tumult erfolgte die Abstimmung, wonach die Diskussion der Resolution nut 724 000 gegen 333 000 der vertretenen Sttmmen abgelehnt war. Es gab Ausrufe des Beifalls und des Mißfallens. Ein Delegietter rief: Was werden die Tory-Blätter morgen schreiben!

Peking, 6. Sept. Die gestern eingetroffenen Edikte wurden von den Gesandten als befriedigend befunden. Die chinesischen Bevollmächtigten sind für morgen zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen behufs Hnterzeichnung des Protokolls.

Aus Stadt und Kand.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Arrz." gestattet.)

Gießen, 7. September 1901.

* Hauptversammlung des Miltelrheinischeu Gas- und Wasser- fachm'äuuer-Vereius. Morgen beginnt, wie bereits vor kurzem mitgeteiit, die zweitägige 38. Hauptversammlung des Mittel- rheinischen Gas- und Wasserfachmänner-Vereins mit einer Reihe sachwiffenschaftlicher Vorträge in Steins Gatten­saal, woselbst nachmittags ein Festessen stattfindet, während der Montag technischen Excursionen und, gutes Wetter voraus­gesetzt, einem Ausflug auf den Gleiberg gewidmet ist. Die Teilnehmerzahl hat die sehr stattliche Höhe von 111 Personen erreicht. Wir wünschen der Tagung einen ersprießlichen und schönen Verlauf und begrüßen auch an dieser Stelle unsere verehtten Gäste.

Willkommgruß.

Willkommen! Fachgenöffen, am schönen Strand der Lahn! Hier sollt Ihr unverdrossen fottschreiten Eure Bahn: Ein pflichtgetreu Beschließen lieh Euch die Lust zur Fahtt,Er­leuchten" undErschließen!" So wahtt Ihr Eure Art!

Erfahrungen und Lehren sind aller Weisheit Kern", dieweil wir sie verehren, strahlt uns ein guter Stern! Nach vieler Otten Enden, nach mancher dunk'len Stell' sollt hellstes Licht Ihr senden aus Eures Geistes Quell!

Manch gutes Werk entsptteßen sah man auch klein'rem Ort, mög' Heuer sich ergießen zum Sttom so That wie Wort! Auch unsrer jüng'ren Schwester, wenn treu sie zu unS steht, gilt unsrer Wünsche bester:Heil Elektrizität!"

Der Aufgaben sind viele in wundergroßer Zeit, Doch Einem hohen Ziele bleibt unsre Kraft geweiht: Nur immer vorwätts streben in dem Beruf so schön, macht wertvoll unser Leben, führt uns auf licht're Höh'n!

Was Menschen all' verlangen und des Berufes Pflicht, läßt hell die Losung prangen:Mehr Wärme, Kraft und Licht!" In solchem Sinn dem Bunde zu seiner Tagung Lauf aus unsres Herzens Grunde: Ein frohbewegt'Glückauf!"