die drollige, sehr echte Erscheinung des Kurfürsten mit vielem Vergnügen, und der Kaiser sagte lachend zu Pro- sessor Breuer: „Tas war mein dickster Ahne!" . . . — der Kaiser am Freitag mit dem Fürsten und den beiden Grafen zu Dohna die Marmorbüste „Fabians mit der Schmarre" betrachtete, machte er vergleichende Studien über die „Familienähnlichkeit" und bat einen der Grafen, den Hut abzunehmen; in einem drastischen Worte bemerkte der Kaiser zu den drei jovialen und anscheinend nicht „abstinenten" Sperren, daß man die überraschende Aehnlich- leit nicht blos ttm Schädel, sondern sogar an der — Nase erkenne. — ,
* Münchhausen redivivus. Em französisches Blatt enthält folgende Schilderung: Ein Weltbummler, der soeben in die Heimat zurückgekehrt ist, beendet die Erzählung seiner Reiseerlebnisse mit einer Schilderung der Qualen, welche dem wahren Patrioten selbst eine freiwillige Verbannung bereitet, und schließt: „Als ich in mein Zimmer trat, und dort den Steuerbogen fand, vergoß ich Thräneu der Freude!"
Arbeiterbewegung.
New-Jork, 5. September. Der Ausstand der Stahlarbeiter nähert sich oem Ende. Ein Bruch steht in den Reihen der Ausständigen jeden Augenblick zu erwarten. Die durch Den Ausstand in Mmeidenschaft gezogenen Werke werden indessen monatelanger angestrengter Arbeit bedürfen, um allen Anforderungen nachkommen und ihre Vorräte ergänzen zu können. Der Absatz hält sich auf allen Gebieten andauernd lebhaft, für den Winter ist hinreichend Arbeitgesichert.
New-I)ork, 4. Sept. Im hiesigen Vürean der United Staates-Steel-Eorporation wurde heute eine Konferenz ob* gehalten, worin die Fortschritte besprochen wurden, welche die auf friedliche Beilegung deS Stahlstreiks gerichteten Bemühungen bisher gemacht haben. Die eigentliche Grundlage der Erörterung äst jedoch unbekannt.
Gerichtssaal.
8. Darmstadt, 5. Sept. Ein hiesiger Train-O ffi- jlier R. ist vom Kriegsgericht wegen Vergehen gegen die Sittlichkeit gu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt worden, die er zurzeit im hiesigen Militär-Arresthaus verbüßt. Die Verhandlung fand unter rlusschluß der Qest'entlichkeit statt.
Berlin, 5. Sept. Tas „Berl. Tagebl." erfährt: Der Oktober* Coupon der Pommerschen Hypotheken'Aknenbank werde nod) bezahlt werden. Ueber die Zahlung der zukünftigen Coupons werde die demnächst einzubernfende Versammlung der Pfandbries- besitzer beschließen. Tie Generalversammlung der Aktionäre soll morgen cinberufen werden.
Hamburg, 5. Sept. Tie „Hamburger Bogenhalle meldet: Eine neue Reismühle wird im Hamburger Freihafengebiet unterder Firma Hamburg-Indische Reiswerke Paul Munkel u. Co. begründet werden, im den Import von gesd)ältem Reis aus Ost- iudreu für eigne Rechnung zu betreiben. Die Finna ist heute in das Handelsregister eingetragen worden.
Wchcntiiche AderW brr WesMe in Gießen.
35. Woche. Vom 25. bis 31. August 1901.
Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 20,08, nach Abzug der Ortsfremden 14,05'Ac»
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr
2 — 2 —
1 - 1 -
!1 — 1 -
1 (1) - 1 (1) ~
2 2 — —
1 (1) 1 (1) - -
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1 (1) 1 (1) —________-
Summa: 10 (3) 5 (2) 5 (1) —
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.______________________________
Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittmann.
Diarrhoe Abzehrung Lebensschwäche Bronchitis Krebs Zuckerruhr Wochenbettkrankheit n"‘ §idim
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Zeichnungen, Anschlag und Bedingungen können bei Herrn Bausührer Kiefer in oer Baustube des alten Schlosses eingesehen und daselbst Eingabeforrnnlare in Empfang genommen werden.
Angebote sind bis zum 10. dö. Mts., vormittags 12 Uhr, verschlossen, mit entsprechender Ansschrist versehen, bei uns einzu- reichen.
Gießen, den 4. September 1901. 5975
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecu m.
Bekarmtmachung.
Die Stadt Gießen hat aus der von ihr erworbenen Margarethenhütte noch einige
Lagerplätze und Lagerrämne zu verpachten. Reflektanten wollen sich an uns oder an das Stadtbauamt wenden, woselbst auch der Plan und b*e Beschreibung über die einzelnen Plätze eingesehen werden können.
Gießen, den 14. Juni 1901. 4393
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
PferdemarktzuGießen
Am Mittwoch dem 18. September l. I. findet auf den städtischen Macktanlagen nächst der Rodhrimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Kuhn dahier wenden. Auskunft über sonstige Marktangelegenheiten erteilt Herr Weinhändler August Schwan dahier.
MU dem Pferdrmarkt ist eine
Prämiierung
verbunden, für welche 1425 Mk. zur Verfügung stehrn. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Oekonomisrat Schleuste, Hardthof bei Gießen, zu erbitten.
Aie Vferdemarstt-FrorrrruWon zu Hießen.
Wolff, Beigeordneter. 5756
Saatgut-Offerte.
Von unseren auf der Landesausstellung in Darmstadt mit 3 Preisen ausgezeichneten Getreidesortimenten verkaufen wir, soweit Vorrat reicht:
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WeWr WrerWen per Ktr. 10 Mk., 10 Ktr. 05 Mk. Derselbe verträgt späte Saat, besitzt starkes Bestockungsvermögen und liefert hohe Erträge in Stroh und Kern.
Kirsches Herriss-Weize» per ktr. UMk., 10 Ktr. 115 Mk. wird hier 2 Jahre gebaut und winterte hier nicht aus, sehr widerstandsfähig gegen Lager und liefert bei entsprechender Düngung kolosiale Erträge.
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Unser Saatgut ist doppelt gereinigt, in Höhenlagen gewachsen und deshalb zum Saatwechsel empfehlenswert. Der Versand geschieht per Nachnahme. Säcke berechnen wir mit 60 Pfg. pro Stück. Bei größerer Abnahme findet Ermäßigung nach Vereinbarung statt.
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