und
Quantum um daraus
„Räuber, MörderI" nach. Das Gericht verhängte über den Later 9 Ms- nate, die Mutter und den Schwiegervater je 1 Monat, den Bruder 8 Monate und die Schwester 3 Wochen Gefängnis. Die Frau des» Philipp L. war wegen Krankheit nicht erschienen , zu einer Berhandlunß gegen sie wird es voraussichtlich nicht kommen, da sic geistig nicht normal sein soll.
— Neuer Prozeß in Sönitz. Der mit dem Morde deS Gymnasiasten Winter in Könitz in engstem Zusammenhänge st.hmde Prozeß gegen den Privatdetektiv Gustav Schiller aus B dm wegen versuchter Verleitung zum Meineid bezw. FalschetdeS, wird am 10. b. Mts. vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts zu Könitz ftaHfinbau
Insterburg, 6. Juni. Gereralleutnant v. A.ten legte als Gerichteherr im Mordprozeß Krosigk Berufung g-g n das freisprechende Urteil des Unteroffiziers Marten und des 0<r(jecnien Hickel ein.
— Das ehrengerichtliche De»sa^ren geg n dm Hauptmann im Eächs. Jägerbataillon Nr. 18 Frhrn Horst von Beust, der mit der Ehefrau des Dresdener Arztes Dr. Schaumann intimen Verkehr gepflogen und sich deS MißbrauchS der Dienstgewalt, der versuchten Nötigung unter Mißbrauch der Dienstgewalt und der Freiheitsberaubung schuldig gemacht hatte, scheint noch nicht beendet oder zu dessen Gunsten ausgefallen zu sein, und auch die vom Kriegsgerichte der 3. Division Nr. 32 über ihn verhängte Gefängnisstrafe von 3 Monaten 3 Wochen scheint der Offizier noch nicht angetreten zu haben, denn am Freitag vormittag konnte man ihn in voller Uniform in den Straßen Dresdens erblicken. Es wäre sehr wünschenswert, wenn das Verfahren in dem unliebsamen Falle etwas beschleun gt würde, denn weder der öffentlichen Moral noch dem Ansehen unserer A^mee können aus dem jetzigm Zustande Vorteile erwachsen.
treten ist, und letzterer nochmals entgegnet hat, giebt der Vorsitzende den Geschworenen die Rechtsbelehrung. Der Obmann der Geschworenen, Bürgermeister Wolf I. von Berstadt verkündet alsbald den Wahrspruch dahingehend, daß die Hauptfrage wegen der vorsätzlichen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs bejaht ist mit dem An - fügen, daß es nicht erwiesen sei, daß der Angeklagte sich eines gefährlichen Werkzeugs bedient habe und daß durch diese Körperverletzung der Tod des Organicziak eingetreten ist. Tie Frage auf Zubilligung mildernder Umstände wird ebenfalls bejaht. Ter Staatsanwalt beantragt Einstellung des Verfahrens, da nur einfache Körperverletzung vorliege, bezüglich deren ein Strafantrag nicht gestellt sei. Ter Verteidiger beantragt Freisprechung. Ter Gerichtshof verkündet nach kurzer Beratung das Urteil dahin, daß das Verfahren eingestellt und die Kosten desselben der Staatskasse auferlegt werden. Ter Haftbefehl gegen den Angeklagten wird aufgehoben.
Von der interuationalen Ausstelluug für Feuerlöschwesen in Berlin.
Ter große Zuspruchs dessen sich die unlängst in Berlin eröffnete internationale Feuerwehrausstellung erfreut, ist ein Beweis dafür, welches Interesse das Publikum allem, was mit dem Feuerlöschwesen zusammenhängt, entgegen» bringt Im Laufe der Jahrhunderte ist die Feuerwehr aber auch eine Wohlfahrtseinrichtung geworden, ohne die wir uns heute schwerlich das Sicherheitsgefühl bewahren könnten, das.für das produktive Schiaffen notwendig ist. Unsere Leser wird es daher gewiß auch interessieren, etwas über die Geschichte der Feuerwehr zu erfahren. Von Schiller haben wir die volkstümlichen Worte „Wohlthätig ist des Feuers Macht usw.", aber viel später finden wir in der Geschichte die Institution einer richtig organisierten Feuerwehr. Im Jahre 1841 entstand in Meißen, auf Anregung des Bürgermeisters, dqs aus Bürgern sich rekrutierende „Feuerlösch^- und Rettungskorps", als erste Feuerwehr in Deutschland, es folgte 1846 die Gründung der berühmten Feuerwehr zu Turlach 1851 diejenige der Berufsfeuerwehr zu Berlin und 29 anderer in den verschiedenen größeren Städten. Bis dahin waren die Feuerlösch-Vorrichtungen und ihre Organisation höchst primitiv, sie ertoiefeii sich bei größeren Bränden dauernd als gänzlich unzulänglich Immerhin finden wir aber schon im Mittelalter, nach der Erfindung der Feuerspritze (1518, Goldschmied Antoiü Plalner in Augsburg) allerhand Feuerwehrverordnungen, die aber erst einigermaßen wirksam werden konnten, als die alte Feuerspritze ihre Vervollkommnung erfuhr durch die Anwendung des Windkessels bei der Spritze, durch die der ununterbrochene Strahl erreicht wurde. Es ist dies eine Erfindung des Zirkelschmied Hans Hautsch in Nürnberg 1655, der alsbald die weitere wichtige Erfindung des „Schjlauches" folgte. (Gebrüder van der Heyde in Amsterdam 1672). Tie Hautsch'sche Spritze stammt aus dem Jahre 1729, und wurde, wie aus einem alten Kirchenbuch der Stadt Brügge in Holstein hervorgeht, von dem Herzog Carl Friedrich auf seinen Reisen mitgeführt. Ter Apparat besteht aus einem Holzkasten als Wasserbecken mit einer darüber angebrachten einarmigen Hebelpumpe mit Wenderohr. Erst später um die Mitte desselben Jahrhunderts sinden sich Spritzen größeren Kalibers, die auf einem Wagengestell ruhten, und daher leicht und schnell zu transportieren waren. Bei Großfeuern kommt heut in erster Linie die Tampfspritze in Betracht. Auf der Ausstellung sind zahlreiche gewaltige Maschinen zu sehen. Ein ganz junges Kind des Feuerlöschwesens dürfte die Automobil-
Bericht der Handelskammer Gieße« für das Jahr 1900.
P. Gießen, 6. Juni.
Stürddeutscher Lloyd.
Lertreten in Gießen durch Agent Carl LooS.
Bremen, 5. Juni. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Postdampfer Friedrich der Große, Capt. M. Eichel vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr nachmittags wohlbehalten m.New-York angekommen.
Universitäts-Nachrichten.
Die beiden neueingerichteten Professuren in der philosophischen Fakultät in Gießen sind nunmehr vergeben. Professor Dr. Karl Groos in Basel und Professor Dr. Friedrich Schwally in Straßburg werden den an sie ergangenen Rufen Folge leisten. — Aus Bonn berichtet man: Als Privatdozent der philosophischen Fakultät an der hiesigen Universität hat sich Dr. Georg Steffens aus Göttingen habilitiert. Seine Antrittsrede behandelte die Entstehung und Entwicklung der Artussage in der französischen Litteratur. — Wie man weiß, sind die beiden badischen Universitäten die einzigen im deutschen Reich, an denen Frauen unter den gleichen Bedingungen wie die Männer auch als wirkliche Studenten immatrikuliert werden. In diesem Sommer sind nun in Heidelberg 9 und in Freiburg 12 Damen immatrikuliert. In Heidelberg studieren davon je 4 Medizin und Philologie, 1 Zahnheilkunde; 4 von ihnen sind Badenserinnen, 3 Preußinnen und 2 Sächsinnen. Außerdem sind in Heidelberg noch 40 Damen als Hörerinnen eingeschrieben, und zwar 22 in der mathematisch,naturwissenschaftlichen, 17 in der philosophischen und 1 in der theologischen Fakultät. Von dm 12 in Freiburg immatrikulierten Damen studieren 10 Medizin, je eine Philologie und Archäologie; 9 von shnen sind aus Preußen, 2 aus Baden und 1 aus Hamburg. Ferner ind hier noch 36 Damen als Hospitanttnnen eingeschrieben, leider ist aber dabei nicht angegeben, was diese studieren. — Der Privatdozent und Assistent am hygienischen Institut der Marburger Hochschule Dr. von Singelsheim wurde -um Direktor des neuerrichteten hygienischen Instituts in Beuthen ernannt. — Der Anatom der Universität Leipzig Geheimrat Professor Dr. Wilhelm His begeht am 9. Juli seinen 70. Geburtstag. — Dr. Wilhelm His jun., a.-o. Professor für innere Medizin an der Universität Leipzig ist zum Nachfolger des Geheimrats Dr. Fiedler als Oberarzt am Krankenhause zu Dresden gewählt worden. — Man schreibt aus Erlangen: Nach der jetzt endgilttg abgeschlossenen Immatrikulation beläuft sich die Zahl der Studenten im Sommeiffemester auf 977, und zwar 175 Theologen, 276 Juristen, 244 Mediziner, 2 Zahnärzte, 67 Philosophen der L, 130 der H. Sektion und 83 Pharmazeuten Hierzu kommen noch 4 Hörerinnen und 13 Hörer. Von den Studenten sind 696 Bayern, 351 sonstige Reichsdeutsche.
— Der verstorbene UntversilLtSdozent Dr. Hermann Baur in Gießen veröffentlichte in Buchform „Beiträge zur raptdm Einrichtung koxalgischer Verrenkungen ohne Maschtnenbehandlung durch einfache handliche Hilfe" und „Untersuchungen über die Falten deS MastdarmS" (1861). — Man schreibt auB Marburg: An der hiesigen Universität studterm in diesem Sommersemester nach dem soeben erschienenen VerzeichntB 118 Theologen, 371 Juristen, 244 Mediziner, 498 der philosophischen FakultätAngehöckge, zusammm 1231. Außerdem haben noch 65 Personen, darunter 6 Damen, die Berechttguvg, die Vor- lesungm zu hören. Es wirken zurzett hier 48 orbrntltche, 17 außerordentliche Professoren, 35 Prioatdozenten. - In der Woche nach Pfingsten tagte in Weimar der Kartelloervand Akademisch Neuphtlologischer Vereine unter Leitung des zeitigen Vorortes Bonn. Zu den Verhandlungen hatten fast alle Kartellvereine Vertreter entsandt. AuB den Beschlüssen ist heroorzuheben, daß der Verband sich den Namen „Weimarer Kartell Verband" beilegte und die 14 Vereine deB DerbondeB gleichmäßig die Bezeichnung A. N. V. (Akademisch Neuphilol. Verein) annahm. Der Verband hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen. Sehr günstig erwiesen sich auch die Aussichten für Gewinnung neuer Vereine. — Der außerordentliche Professor der Theologie an der Universität GretfBwald, Lic. Lütgert, ist in der gleichen Eigenschaft nach Halle berufen worden.
Gerichtssaal.
Wetzlar, 6. Juni. Von einer Gerichtsverhandlung gegen eine rabiate Familie berichten die hiesigen Blätter: Als „Unsicherer" war im vorigen Herbst der 22jährige Philipp Lapsch aus Dillorecht in das 80. Infanterieregiment zu Wiesbaden eingestellt worden, aber schon nach wenigen Tagen entwichen. (Das Kriegsgericht in Frankfurt hat chn deshalb zu 2 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt) Der Gendarm Bludau machte den Defferteur bet den Eltern ausfindig, umstellte mit mehreren hnndfeflen Leuten das Haus und betrat mit dem Ortsdiener die Wohnung. Da ging es chm aber schlecht. Vater Lapsch, der Korbmacher ist, erklärte: „den bekommt Ihr überhaupt nicht" und drohte mit einem Bell, während die Mutter, die Schwester, der Bruder, die Frau und der Schwiegervater des Desserteurs, sowie dieser selbst schimpfend und zum Teil mit Knütteln bewaffnet auf den Gendarmen eindrangen, den sie auf ein Bett im Hintergrund der Stube zerrten. Mtt Hilfe seine« Säbels schaffte er sich schließlich Lust, wobei der Deserteur zwei Hiebe erhielt. Schließlich gelang es, den Lapsch jun. fortzuführen. Auf die Hilfsmannschaften hetzten die Angeklagten zwei große Ziehhunde. Beim Abzüge sandte man der Ordnungspartei Steinwürfe und die Worte
KrrmMrr.
Kassel, 7. Juni. Vor dem Bahnhof Bebra stieß um 6*/3 Uhr der Leipzig—Kasseler Schnellzug mit einem Güterzag zusammen. Zwei Personenwagen wurden zertrümmert und 10 Reisende leicht verletzt.
* G i f h o r n, 6. Juni. Zwischen Ettenbüttel und Leiferde, unweit Gifhorn, wütet seit heule mittag ein großer Wald Hrand, bis 8 Uhr abends waren etwa 2000 Morgen veraschtet. Alle Bewohner der angrenzenden Ortschaften sind bei den Löscharbeiten thätig.
* Antwerpen, 6. Juni. Die Feuerwehren schleudern vormittags 11 Uhr noch unausgesetzt große Massermengen in die noch brennenden Warenmassen der Zollniederlage. Die Bewohner der angrenzenden Häuser kehren zurück. Auch die Schiffe, die in den Napoleon-Hafen verwiesen wurden, nehmen ihre früheren Plätze wieder ein. Der Schaden wird auf 65 bis 70 Mill. Mk. geschätzt.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gieße«.
Evangelische Gemeinde,
Getraute. Matthäußgemetnde. Mat. 24. Karl Lefchborn, Fuhrmann zu Gieße«, und Marte Keßler, Tochter deB Taglvhnerß Heinrich Keßler aus Rödgen. 25. Otto Lebrecht Maximilian JaB- tourttx), ein Witwer, Kaufmann zu Gießen, und Margarethe Müller, Tochter des Aufsehers Ludwtg Müller zu Gteßm. — MartuB- gemetnde. Mat. 22. Otto Wagner, Kaufmann zu Gteßm, und Mathilde Wilhelmine Bergm, Tochter deS LokomottoführerB t. P. Gustav Bergen zu Gteßm. 24. Jakob Stecker, Fabrikarbeiter zu Gteßm, und Elisabethe LeiBmann, Tochter des Fuhrmanns Adam Letrmaun zu Gteßm. 25. Albert Friedrich Stoll, Kaufmann zu Gteßm, und Julie Auguste Johanna Noll, Tochter des Lokomotto- führerB L P. JultuB Noll zu Gteßm. — Militärgemctnde. Mai. 23. August Georg Bruno Traugott v. BurBztint, Hauptmann und Kompagntechef im Infanterieregiment Nr. 116 (Kaiser Wllhelm), nnb Amalie Luise Eleonore Karoltue Haller, Tochter deB verstorbmen Landgertchtßrats August Haller zu Gießen.
Gelauste. MattbäuBgemeinde. Mai. 16. Dem Schneider Karl Mayer ein Sohn, Karl Heinrich Georg, geboren dm 17. März. 19. Dem Taglöhner Christoph Heidelbach eine Tochter, Wilhelmine Marte Elisabeth. 24. Dem Fabrtkantm Karl Georgi «ine Tochter, Martha Johanna Luise, geboem den 27. Februar. 26. Dem Schuh, wacher Heinrich Wiegand ein Sohn, Fritz Christian, geboren den 26. AprU. 26. Dem Spmglermetster Emil Dörr eine Tochter, Minna Emilie, geboren den 8. Mat. 26. Dem Schneider Heinrich Keil I. eine Tochter, Else, geborm den 28. Februar. 26. Dem Schlosser Franz Bepler eine Tochter, Sophie Carola Hedwig Johanna, geborm dm 9. Mat. 26. Dem Schneider Johannes Welter ein Sohn, Paul, ge» borm dm 29 April. 26. Dem Taglöhner Friedrich Schupp ein« Tochter, Helme, geborm dm 12. April. 26. Dem Modellschreiner Martin Wacker ein« Tochter, Luise, geboren dm 7. April. 27. Dem Fuhrmann Heinrich Balser eine Tochter, Elise Therese, geborm dm 21. April. — Markusgemetnde. Mat. 25. Dem Kaufmann Robert Hasse ein Sohn, Karl OBkar Wilhelm Ha»B, geboren dm 28. AprU. 26. Dem Taglöhner JustuB Sauer etne Tochter, Johanna Gertrude, geboren dm 1. November 1900. 26. Dem Mtlchkutscher Karl Kaspar Vogel ein Sohn, Karl, geboren den 16. April. 26. Dem Bäcker Karl Heinrich Stegltnger etne Tochter, Elise Marie, geborm dm 13. AprU. 26. Dem Heizer PhUipp Pfaff ein Sohn, Philipp, geborm dm 21. März.
Beerdigte. Markusgemetnde. Mai. 24. Susann« Förster, geb. Schmidt, W«twe deB SchneidermeisterB Balthaser Förster, 54 Jahre alt, starb dm 22. Mai.
Wir entnehmen dem diesmal in größter AuSführlichke bester Anordnung abgefaßten Jahresbericht folgendes: Nachdem in die Wende beß Jahres 1894/95 ein neuer Aufschwung deB Wirtschaftlebens eingesetzt hatte, war man da und dort, gestützt aus die früher gemachte Erfahrung «tneB regelmäßig nach Ablauf von 2 bis 3 Jahren «rfolgevben Umschwungs der Konjunktur schon in die Jahre 1898 und 1899 mit der Sorge eingetretm, einem Rückschlag vcs wirtschaftlichen Lebens mtgegmzugehm. Statt besten hat sich jedoch der Aufschwung in biesm Jahren weiter fortgesetzt und im Jahre 1899 etne Höhe erreicht, dtetnderdeutschen Wirt- schaftßgeschichte geradezu einzig dasteht. Es schim anfangs, als ob die Fortschritte auch im Bertchtjahre anhalttn sollten, nammtlich nachdem die RrichSbank ihrm Diskont, der aegen Ende 1899 auf dm noch nie zuvor dagewesenen Satz von 7 Prozent erhöht worden war, schon im Januar auf zunächst 6 Prozent und dann 5'/» Prozmt herabgesetzt hatte. Im April trat jrdoch auf dem amerikanischen Etsmmarkt infolge Ueberproduktion, verbundm mit maßlosen Preistreibereim, eine Krese ein, dre auf das europäische Wirtschaftsleben, vor allem durch die Besorgnis der Konkurrenz amerikanischen Roheisms auf bem konttnentalm Etfenmarkt, übergreifmd mit einem Male die Sufwärtsbewegung begrenzte und etnm Stillstand, bezw. Rückgang deS WtrtschafllebenS einleitete. Zunächst machte sich der Einfluß des amerikanischm EtsmkrachS in Europa an der Börse grltmb. Immerhin erlitt durch dm fortschreitenden Rückgang der leitmdm Eism- und andererJndustrirwerke das allgemeine Vertrauen in die Geschäftslage einen empfindlichen Schlag, der auch die Industrie in Mitleidenschaft zog. Schließlich wirkt« auch die allgemeine politische Lag« — der südafrikanische Krieg und vor allem die chinesischen Wirren, die einen gefährlichen Boden internationaler Verwickelung darstellm — bemmmd auf das allgemeine Wirtschaftsleben. Wie lange diese Krisis noch anbauern, ob sie fortschreiten ober ob halb wieber eine AufwärtSbrwegung ctnsihm wirb, laß: sich heute noch nicht übersehen. Immerhin liegt zurzeit ein Anlaß zu wirklich ernsten Befürchtungen nicht vsr. U umgängliche Vorauß- fetzung einer günstigen Weitermtwickelung unserer wirtschaftlichen AuS- lanbbeziehungen ist, baß auch fernerhin an bem bisherigen bewährten System langfristtger Handelsverträge, in denen das Ausland feine EtngangSzölle möglichst herabsetzt und bindet, sowie die Meistbegünstigung gewährt, feftgehaltm wird. Der Abschluß solcher Verträge würde aber in Frage gestellt oder unmöglich gemacht, wenn Deutschland seinerseits den auslänbischm We1tbrwe>b auf bem brutschen Markte burch hohe Eingangszölle, tnSbesonbrre burch hohe Lebenkmittel- zölle, mehr oder weniger ausschließen wollte. Von diesem Gesichtspunkte auS, sowie im Interesse einer billigen Ernährung der breiten Massm deS Volkes, speziell der Arbeiterbevölkerung, und damit zugleich im Interesse der Konkurrmzsähigkett der deutschen Industrie au dem Weltmärkte, sind daher insbrsondere die auf «ine Verdoppelung der heutigen Getreidezölle gerichteten agrarischen Brstrebungm um so mehr abzulehnen, als letztere nicht der Landwirtschaft alS solcher, sondern nur dm augenblicklichen Inhabern deS lanbwtrtschaft« ltchen Grundbesitzes, und zwar vornehmlich des Großgrundbesitzes, zu Gute kommen würde. (Fortsetzung folat.)
Sport.
— „Die Wanderer^, Gießener Radfahr Gesellschaft (Bundes» verein) veranstalten Sonntag, 23. Ju.ä 1901 ein Radfahrer-Wetifahren. Das Programm ist folgenbrö: Nachmittags 21/, Uhr: Preis-Korso, offen für alle Bundesvereine vom Roidbezirk des Gaues 9. — Ausstellung Vi Stunde vorher am Ludwigsplatz. — Einsatz 5 Mark pro Verein. 3 Ehrenpreise, deren erster vom Bezirksvorstände gestiftet ist. Nachmit» tags 3</t Uhr: Beginn der Rennen auf dem Sportplätze an der Hardt, (erstklassige Cementrennbahn 400 Meter lang, 2,80 Meter überhöhte Curven). a. für Herrensahrer: 1. Hauptfahren über 2000 Meter. Einsatz 2 Mk., 3 Ehrenpreise im Werte von Mk. 60, 30, 20. 2. Mannschaftsfahren um die Ehrengabe der Stadt Gießen (Wanderpreis) über 6000 Mettr offen für alle Burd^svereine vom Nordbezirk des Gau 9 mit drei biß höchstens fünf Führern. Einsatz 5 Mk. pro Verein. Den siegenden Fahrcrn Medaillen unb jedem startenden Verein, der die vor- gsschriebenc Strecke mit mindestens drei Fahrern zurücklegt, ein Diplom. — Die prachtvolle Ehrengabe selbst geht auf ein Jahr in den Besitz deß siegenden Vereins über, welcher bei dessen Rückgabe im nächsten Jahre emen Nebenpreis mit Widmung erhält. Verteidiger: Radfahrer-Verein in Nidda. 3. Mehrsitzer-Fahren über 2000 Meter. Einsatz 4 Mk. p o Maschine. 8 Ehrenpreise im Werte von Mk. 60, 30, 20. b. für Berufsfahrer: 1 Prämienfahren über 4000 Meter. Einsatz 2 Mk. Die beiden Erstm jeder Runde erhalten 5 Mk. bezw. 3 Mk. baar, letzte Runde Mk. 80, 20, 10 baar. 2. Hauptfahren über 2000 Meter. Ein» satz 3 Mk. 3 Preise A 300 Mk., 150 Mk., 75 Mk. baar. 3. Mehrsitzer-Fahren Über 2000 Meter. Einsatz 4 Mk. pro Maschine. 3 Preise ä 80 Mk, 50 Mk., 30 Mk. baar. Gefahren wird nach den Wettfahr- beflimmungen deS Verbandes deutscher Radrennbahnen. Die Licenz» nummern sind mit der Meldung anzugeben. Nennungsschluß: Montag, 17. Juni, abend 7 Uhr bei Wllhelm Hornberger in Gießen, Seltersweg 52. Alle Einsätze müssen zum Meldeschlüsse durch Posteinzahlung eingezahlt werden. Reisegelder, Startvergütungen oder Garantien können in keinem Falle bewilligt werdm.
— Reit- und Rennsport. D«r bekannte Herrenreiter o. Freysleben, btt am Montag tm vierten Rennen in Hoppegarten bei Berlin stürzte unb brwußlloß von bet Bahn getragen werd« mußte, ist an ben Folgen beß Sturzeß in Hoppegarten gestorben.
feuerspritze sein. Das von dem Motor geschleppte Zweirad ist als Rüstwaaen konstruiert, der den Anschlußschlauch für die Hydranten der Wasserleitung um eine Winde gerollt trägt, und gleichzeitig eine Hakenleiter, Axt und Spaten sowie Verbandskasten und einen Vorrat an Rettungsleinen mit sich führt. Die Kolonie Grünewald hat derartige Automobile für ihre Feuerwehr angeschafft uud damit gute Erfahrungen gemacht. Da, wohin man mit keiner Spritze gelangen kann, wie beispielsweise in verqualmte geschlossene Räume, muff der mutige Feuerwehrmann selbst mitten hinein ins feindliche Element. Es ist dies die sch-oerste Aufgabe für ihn, und zahlreich sind die Fälle, wo die» Sappeure in der Ausübung ihres Berufs ums Leben gekommen sind. Aber auch hier schreitet die Technik weiter vorwärts, und vermöge der jetzt bei allen größeren Feuerwehren in Anwendung befindlichen feuer- und rauchsicheren Anzüge ist es heute möglich, stets bis zum eigentlichen Brandherd zu gelangen, der für den direkten Wasserstrahl der Spritze unzulänglich ist. Ein Helm, ähnlich der Taucherkappe schützt deu Kopf. Ein Luftschlauch, der von den außen befindlichen Mannschaften bedient wird, führt in ein Ventil vor dem Mund. In den mit Asbest- Handschuhen geschützten Händen hält der Mann das Mundstück des Spritzenschlauches, an dem ein Ventil angebracht ist, das durch einen Schlauch auch Wasser nach dem oberen Teil des Helmes führen soll. Je nach Bedürfnis kann sich, der von Flammen umgebene Feuerwehrmann mittels dieser Vorrichtung durch eine Touchevorrichtung von oben bis unten unter Wasser setzen. Zum Schluß sei noch erwähnt, fvelche Kräfte der deutschen Bevölkerung der Feuerwehr insgesamt zur Verfügung stehen: Es wurden nqch der Statistik vom Jahre 1898 gezählt 12 067 freiwillige Feuer- lvehren mit 628063 Mann und 13 937 Pflichtfeuerwehren mit 821452 Mann, die in Summa 45 000 Spritzen, 100 000 Hydranten und 3 Millionen Meter Schläuche besitzen.
Dlr srlt Jabr^hnte« bekannten, von ,ohlre«chen wlilenlchoftltchen Autoritäten nnb praktischen «traten angewandten:
sSs Schweizer-Pillen
fhtb heute noch In allen »reifen da» beliebteste Ha>»»iltcl. Man achte darauf, daß jede Scbochtel al« rilanette da« wettze Kreu, In rothem Felde, wie nebenstehend,trügt. Witznlcht in den Apotheken erhältlich wende man sich mit lvPsg^Bostlarte an Apoth. Rich. Brandt'« lacht., Schaffhausen (Schweiz), vestandtheile find: Lxtract von Silge 1,5 gr. Moscho«garbe, Abfynth, Aloe je 1 gr., Bitter- Nee, Senttan je 0,5 gr., bojn «entian- unb Bttterklcevulver in gleichen Stellen unb im
60 Pillen Im Gewicht von 0,12 gr. her»ustellen.
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S?ä‘£“ übttdi?^ “ M •" b-idk hi» « btt ’W N- Za WeW'f’te " im Betfp S tyWu
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& lein/ e[W mit be- ' diese allein den Tsd lber die rhätigkeit des Holz-: Lcr Angeklagte selbst leugnet nent gehabt, sondern auch der Faust geschlagen habc w flachen Hand ins Gesichi Mg des Angeklagten lieg! its Rosenberg. Nach BildM er Angeklagte in Abwesend erzählt in längerer Rck, lglichen Tage mit bem fc daß sich dieser Streif üir. eitet jedoch, gesagt zu haben, Bürgen, ebenso daß er ibn . : habe. Er giebt zu, daß er L )e geworfen und geschlagen s in der Hand gehabt webet ; Zackstein. Bevor yotzkempei ■ geworfen habe, hätte er ge^ Dich falt, yunb." Bei and) bem auf bem Bette gegeben. Der Angeklagte mck macht, erklärt unter thM habe, \* n ferne Zeugen bestätigen im wrseiw tagten. Es hat niemand ge- ein Werkzeug in der haut : als möglich zugeben. Emec nicht in der Hand gehabt > en einzigen Schlag nach dm 1. SyMssek behauptet feit ■ i Zimmer den Berstorbem- Dich muß ich heute noch et tun den die Zeugen, das b kcensch gewesen sei, d^r s gefallen lleß, und mt o der ein etmasIeKchtt ,tt getrieben habe.
ii rat Dr Matthias von Fr,^
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