Ausgabe 
8.3.1901 Zweites Blatt
 
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werden soll. Graf Waldersee antwortete entgegen kommend unter ausdrücklicher Wahrung seiner voll n Hand lungssreiheit. Die Einstellung der Expeditionen wurde in Aussicht gestellt unter dem Vorbehalt, daß nicht Akte chinesischer Truppen selbst oder von Boxern oder Räubern neue Abwehrmaßregelu erforderlich machten. Reguläre chine­sische Truppen bleiben, außerhalb des von den Verbündeten gehaltenen Gebietes, unbehelligt. Ihre Stärke und Stellungen find aber dem Generalfeldmarschall richtig mitzuteilen. Die Demarkationslinie gegen die Stellungen der Verbündeten darf von den chinesischen Truppen unter keinen Umständen, auch nicht mit Patrouillen, überschritten werden.

Wie dasReuter'sche Bureau" erfährt, hat sich Japan den anderen Mächten, außer Rußland und Frankreich, an geschlossen, die China vor der Unzweckmäß'gkeit beson­derer Abmachungen mit einzelnen^ Staaten warnten, hierüber hinaus hat jedoch Japan keinen Schritt gethan. Es ist aber von Japan darauf hingewiesen worden, daß, falls China nach dieser Warnung auf einer derartigen Politik bestehen würde, es sich darauf gefaßt machen müßte, daß die übrigen Mächte Vorteile gleichwertiger Natur für sich verlangen werden.

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Telegramm des Gießener Anzeiger-.

Peking, 6. März. Die Edikte, welche zwischen Juni und August 1900 erlassen worden find, sollen an den Hof gesandt werden, damit dieselben dort auf ihre Echtheit geprüft werden. Der Kaiser hat zweifellos die Absicht, einige derselben für falsch zu erklären, obwohl sie mit Genehmigung der Kaiserin Witwe erlasien sind.

Ausland.

London, 6. März. Nach einer Depesche ans de Aar halten die britischen Truppen Philippolis und um ringen wieder De Wet, der auch jetzt wieder, wie

Deutsches Reich.

B e r l i n, 6. März. Aus Bremen wird gemeldet: Der Jcaijer traf, von Bremerhaven kommend, nebst Gefolge um 8 Uhr 14 Min. abends auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein, wo er vom Bundesbevollmächtigten Dr. Pauli und den ^!^"dbr^Mitär-Behörden empfangen wurde. Nach herz- Ncher Begrüßung der Anwesenden begab sich Se. Majestät Psort mit dem Gefolge und den zum Emp ang Anwesendsn nach den bereitstehenden Wagen und fuhr, von dem zahl- rerch zusammengeströmten Publikum auf das enthusiastischste begrubt, durch die reich illuminierten Straßen nach dem tLr? k L- ' ei\er Einladung des Bremer Senats Folge berstend. Hier wurde der Kaiser von den beiden Bürger. ^rmr-71 tUnb Mitgliedern des Senats begrüßt und wu^d? ^"'ZEmer geleitet, wo das Muer eingenommen

..Der Kaiser wird derAugsb. Abendzeitung" zu­folge nächsten Dienstag z u m G e b u r t s t a g desPrinz-

n ach München kommen und an der Fest- Sin n^men Am Mittwoch erfolgt die Rückkehr nach

Bud getko m Mission des Reichstages be- nnh s blC ?atfür Ostafrika und Kamerun SKJ*^te fodann die Beratung der Forderung von zwei Mrogoro" aus^ ber Bahn Tar-es-Salaam-

Neichsanz " weist nochmals darauf hin, daß die Auskunfterteilung der Ostasiatischen Ab- niÄrw.^9or1C? nur Angehörige des Landheeres bezieht, ^nfra9en .^ber den Verbleib von Angehörigen wozu nicht allem die Schiffsbesatzungen, son­dern auch die Marme-Jnfanterie und die bei der Marine- ^nsanterie befindliche Feldbatterie sowie die Feldpionier- Feldtelegraphen- und Sanitätsdetachements gehören, von oreser Stelle aus nicht beantwortet werden können

Die Kommission des Reichstags für ba$ Wein- etz ß. die Definition beschlossen: Wein ist das durch alkoholische Gahrung aus dem Safte der Wein­trauben hergestellte Getränk.

Im preußischen Abgeordnetenhaus sagte bei der Fortsetzung des Kultusetats der Minister den Wünschen ^^be)tserleichterungen für Abiturienten und Einführung besonderer Abitiirientenklassen Beachtung Zu. Bei dem TitelUniversität Königsberg" bittet Krause um Staatsbeihilfe zur Erhaltiing der Palaestra Albertina. Minister Dr. Studt erklärte, er werde thun, was in seinen Kräften stehe. Bei dem TitelUniversität Breslau" wird von mehreren Rednern der Fall Reisser nochmals zurSprache gebracht; ebenso werden verschiedene Uebelstände gerügt und von den Regierungsvertretern entsprechende Berüchichtigunq Zugesagt. Bei dem TitelAkademie Münster" treten von Heeremann, Weihe, Möller-Duisburg und 5>itze für Errich­tung einer Universität in der Provinz Westfalen ein.

- lieber die Preise der Panzerplatten für Krregsschrf.se äußert sich der Bericht der Budgetkommiswn folgendermaßen:

Mit dem Hinweis darauf, daß jedes Linienschiff für 6 000 000 Mk., jeder große Kreuzer für 4 000 000 Mk dieses Materials (Nickelstahlpanzerplatten) erfordere, wurde vei der Kommissionsberatung ein Artikel des Gnom ver­lesen und im Anschluß daran aufmerksam gemacht, daß es demnach dem Marineamt der Vereinigten Staaten bereits mi Vorjahre gelungen sei, eine Preisreduktion auf 455,52 Dollar oder 1920 Mk. zu erlangen, während die deutsche Marmeverwaltung 2320 Mk. pro Tonne oder ea. 400 Mk cfhm 7?nn ?chr zahle. Da jeder Jahresetat der Marine «nSLJfcü ^°""eu dieses Materials enthalte, bilde die

J0rb<niT18 i)cr deutschen Produzenten einen Nach- r,dcr jährlich für daK beutfcfje Reich

die Dauer £ l,on "wa GO 000 000 ®if. für

über tincr be? SlottenprogrammS. Gcg N°

der beiden bÄL?VV1 n Preistreiberei w^cr die ausländische . 2n°T?.m7en

hcranzuzrehen ober die Errichtung ?ines NickeMul tn7?7 Plattenwerks für Rechnung des Reiches anz?sW sine dahin gehende Resolutwn wurde mit 20 gegen 4 Stimmt angenommen. ö mummen

üblich, feine Leute in kleine Abteilungen verteilt und sie zerstreut. Die Engländer verfolgen auch Kruitzinger, welcher Peirston besetzte, aber nicht dort blieb. Die Furt bei Lillifontein, über welche De Wet und Steijn gingen, war den Engländern gar nicht bekannt. Die Buren bekamen sogar ihren Wagen hinüber, die Leute schwammen durch den Fluß.

A m st e r d a m, 6. März. Die K ö n i g i n, die K ö n i g i n- Mutter, Prinz Heinrich in Generalsuniform und der .Herzog-Regent von Mecklenburg besuchten heute nachmittag das Reichsmuseum. Dort zogen die Arbeiter- und Krieger­vereine mit Fahnen und Musikkorps, im Ganzen etwa 3000 Personen, an den Majestäten vorüber. Der Präsident des 10000 Mitglieder zählenden ArbeitervereinsPatri­monium" hielt eine Ansprache zum Lobe des Hauses Oranien, auf die die Königin dankend erwiderte. Später unternahm die Königin eine Wagenfahrt durch die Stadt. Dabei stürzte in einem der dichtbevölkerten Stadtviertel eine Tribüne ein, auf der sich zahlreiche Kinder zusammengedrängt hatten, um die Königin zu sehen. Ein Kind erlitt schwere, mehrere andere leichte Verletzungen.

M a d r i d, 6. März. Im neuenMiuisterium über­nimmt Herzog von Almodovar das Aeußere, Moret das Innere, General Weyler Krieg, Herzog von Veragua Marine.

Wien, 6. März. Abgeordnetenhaus. Zur De­batte über die Regierungsvorlage betr. die Erhöhung der Branntweinsteuer erteilt der Präsident dem Abg. Heimrich das Wort. Abg. Freß! schreit:Wir haben uns das Wort erbeten, erteilen Sie mir das Wort!" (Großer Lärm.) Ter Präsident entgegnet in großer Erregung:Ich habe das Wort zu erteilen und werde es Ihnen geben, aber dann, wann ich! will! ?" Rufe aus den Reihen der Tschechen: Nicht das Wort!" Freßl schreit:Das ist ein Skandal! Schämt Euch!" Freßl verlangt ununterbrochen das Wort. Heimrich spricht unterdessen, nur den Stenographen ver­ständlich, weiter. Freßl:Das Wort will ich haben. Einen Tag wird es so gemacht, den anderen Tag so. Er macht was er will!" Weitere Zwischenrufe bleiben unbeachtet. Freßl bleibt an seinen Platz gelehnt stehen und spricht heftig gestikulierend mit feinen Parteigenossen. Endlich tritt Ruhe ein und Abg. Heimrich setzt seine Rede fort.

Bei der Verhandlung der Rekrutierungskontingents­vorlage im Wehrausfchuß berührte der Minister der Landes­verteidigung, Baron von Welsersheimb, auch die Du eil - frage und betonte, es sei dem ehrenrätlichen Verfahren zuzuschreibeu, daß die Duelle innerhalb ber Armee seltener geworden seien. Kirche und Staat hätten nicht vermocht, infolge mangelnden Schutzes seitens der Gesetzgebung und Gesellschaft, gegenüber Verletzungen der Ehre das Duell- unwesen auszumerzen. Die Verhandlung wird morgen ortgesetzt.

Schwurgericht.

K. Gießen, 7. März. Zur Verhandlung steht heute ein Fall wegen Straßenraubs. Den beiden Angeklagten Johannes Günther, Taglöhner von Sterzhaufen, 49 Jahre alt, wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und Bettelns mehrfach vorbestraft, und Georg L ö b f a ck, Taa- löhner von Ober-Widdersheim, 38 Jahre alt, wegen Tieo- tahls, Landstreicherei und Bettelns blos 36mal vorbestraft, wird zur Last gelegt, am 11. November v. I. auf der Straße von Friedberg nach Ober-Roßbach in gemeinschaftlicher Aus­führung der That mit Gewalt gegen eine Person fremde, bewegliche Sachen einem anderen, nämlich dem Dachdecker Wilhelm Klumm von Wölfersheim, den Geldbetrag von we­nigstens drei Mark, eine Mütze im Werte von 1.20 Mk. und einen Stock im Werte von 3 Mk., in ber Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen zu haben Verbrechen gegen §§ 249, 250, 3 und 47 des St.-G.-B. Verteidiger des Günther ist Rechtsanwalt Hoos, ber bes Löbsack Rechts­anwalt Raab. Nachdem ber Präsibent, Landgerichtsrat Dr. Schäfer, die Sitzung eröffnet hatte, stellte er an der Hand der Spruchliste die Anwesenheit der Geschworenen est, worauf durchs Los die Geschworenenbank gebildet wurde. Der Gerichtshof selbst setzt sich wie folgt zusammen: Vor- itzender Landgerichtsrat Dr. Schäfer, Beisitzer die Land­gerichtsräte Sandmann und Tornseiff, als Vertreter der Staatsbehörde Staatsanwalt Koch, als Gerichtsschreiber Gerichtsassesfor Deibel, als Geschworene Karl Roth von Kaichen, Ludwig Schreiner von Lollar, Georg Koch I. von Gießen, Konrad Schäfer IV. von Torheim, Franz Senner von Gießen, Heinrich Georg III. von Rainrod, Heinr. Schutt II. von Muschenheim, Konrad Roth von Liederbach, Christian Jochem von Gonterskirchen, Georg Dechert von Heblos, Wil­helm Thaler von Stammheim, Johannes Weil von Münzen­berg. Abgelehnt wurden von Rechtsanwalt Hoos, dem von dem Angeklagten das Fragerecht übertragen worden war, die Geschworenen Hoffmann, Paufch, Frees und Schmidt. Bei Aufruf der Zeugen stellt sich heraus, daß der Haupt­belastungszeuge Wilhelm Klumm von Wölfersheim nicht er- chienen war. Der Staatsanwalt beantragt, trotzdem in die Verhandlung einzutreten, da der Zeuge jedenfalls den Zug versäumt hat und noch später erscheinen wird. Dem Antrag entspricht das Gericht, und nachdem die Zeugen belehrt bezw. verwarnt worden sind und Den Sitzungssaal verlassen haben, beginnt ber Vorsitzenbe mit ber Vernehmung ber Angeklagten. Zunächst wird ber Angeklagte Löbsack vor- ger'ufen, ber in ber Voruntersuchung schon ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Anfangs sucht er sich burch Leugnen zu helfen, giebt aber auf Verlesen bes Vorunter- suchliugsprotokolls bas ihm zur Last gelegte Verbrechen zu. Günther stellt ben ganzen Vorfall ziemlich harmlos bar, insbesoubere bestreitet er, baß er ben Anschlag zur Beraub­ung gemacht und dem Zeugen Klumm überhaupt etwas ab- gcuommen habe. Was Löbsack gesagt habe, fei die Unwahr­heit, der fei nicht klar im Kopf. Bezüglich der Mütze erklärt er, er habe sie am nächsten Morgen gefunden. Daraufhin macht ihm der Vorsitzende Vorhalt aus feinen früheren Aus­sagen vor dem Untersuchungsrichter, insbesondere macht er ihn auf die Widersprüche seiner heutigen und damaligen Aussagen aufmerksam. Auch ber Angeklagte Löbsack wird verschiedenen Kreuzfragen des Staatsanwalts und der Ver-^ leidiger unterzogen. Alsdann tritt das Gericht in die Zeugenvernehmung ein. Während ber Vernehmung bes ersten Zeugen, der den ganzen Vorfall ziemlich genau dar- ftcKt, meldet sich auch der obenerwähnte Zeuge Klumm. Es wurde alsdann das als Beweismittel genannte Augen- lcheinsprotokoll verlesen und im Anschluß hieran der Zeuge Mhmnn vernommen, der angiebt, den Frühzug versäumt zu haben. Ter Zeuge Danges, auf dessen Vernehmung leitend der -Staatsanwaltschaft und der Verteidiger verzichtet

worden war, wurde entlassen, alsdann die übrigen Zeugen vernommen. Tie Beweisaufnahme ergiebt, daß das Ge­ständnis des Löbsack im wesentlichen bestätigt wurde, dem Zeugen und Verletzten Klumm wird das Zeugnis aus­gestellt, daß er ein ruhiger Mensch ist, der feine Händel sucht, während der Angeklagte als Schnapsliebhaber uni> in der Betrunkenheit als streitsüchtiger Mensch geschildert wird. Da nach der Vernehmung der Zeugen weitere Be- weisanträge nicht gestellt werden, wird die Beweisaufnahme geschloffen und zur Feststellung der Fragen geschritten. Als erste Hauptfrage wird folgende festgestellt: I. Ist Günther, schuldig, am 11. November 1900 auf der Straße von Fried­berg nach Ober-Roßbach allein oder in gemeinschaftlicher Ausführung der That mit dem Mitangeklagten Löbsack mit Gewalt gegen eine Person fremde bewegliche Sachen einem, anderen, nämlich dem Dachdecker Wilhelm Klumm von Wölfersheim, den Geldbetrag von wenigstens 3 Mark, eine Mütze und einen Stock im Werte von 1.20 Mk. bezw. 3 Mk. in der Absicht rechtswidriger Zueignung toeagenommen zu haben? Dieselbe Frage wird bezüglich des Löbsack gestellt. Seitens der Verteidiger wird beantragt, eine Nebenfrage auf Zubilligung mildernder Umstände zu stellen bezüglich beider Angeklagter. Diesem Antrag wird entsprochen uno demgemäß die Nebenfrage gestellt: la. Sind im Falle der Bejahung der Hauptfrage fub I mildernde Umstände zuzu­billigen 1) Günther, 2) Löbsack? Nach einer Pause von 30 Minuten wird die Hitzung wieder aufgenommen. Staats­anwalt Koch führt aus, daß der volle Beweis für die Schuld des Angeklagten erbracht fei, wenn auch nicht festgestellt hätte werden können, wieviel Geld ihm von den AngeUagten abgenommen worden ist. Er schildert den ganzen Vorfall an Hand der Zeugenaussagen und des Geständnisses des Löbsack, zu dem Günther den Anstoß gegeben hätte. Er hält den Thatbeftand der §§ 249, 250, 3 und 47 des St.-G.- Bs., also den des gemeinsamen Straßenraubs für erfüllt und bittet deshalb die Geschworenen, die Hauptfrage unter !, zu bejahen, ebenso auch die Nebenfrage bezüglich der mil­dernden Umstände. Alsdann erhält Rechtsanwalt Hoos das Wort zur Verteidigung des Angeklagten Günther. Bei Schluß der Redaktion dauern die Plaidoyers der Verteidiger fort ______

K. In der Strafsache gegen Leschhorn, Walther und Hahn wegen schwerer Körperverletzung mit tätlichem Erfolg, in der heute nachmittag 4 Uhr Fortsetzung der unterbrochenen Verhandlung anberaumt ist, können wir mitteilen, daß seitens des Gerichtshofes, der bis gestern abend 11 Uhr angestrengt arbeiten mußte, 39 Haupt­fragen und 85 Nebenfragen festgelegt wurden, deren Beantwortung heute mittag den Geschworenen obliegt. Tie Fragen umfassen blos 23 beschriebene Bogenseiten, deren Vervielfältigung nur durch Nachtarbeit von der Gerichts- fchreiberei ermöglicht werden konnte, sodaß dieselben erst heute morgen gegen 8 Uhr den Geschworenen, der Staats­anwaltschaft und ben Verteidigern zugestellt werden konnten. Da noch die Plaidoyers des Staatsanwalts und der drei Verteidiger heute mittag ausstehen, ist aller Wahrscheinlich­keit nach zu erwarten, daß das Urteil erst heute abend spät, vielleicht auch erst heute nacht gesprochen wird. Noch vor Schluß der Redaktion erhalten wir die Nacht- ridjt, daß diese Sache beute nachmittag nicht zii Ende geführt werden kann, sondern auf Samstag morgen 9 Uhr vertagt werden wird, während die am Samstag früh stehende Strafsache wegen Notzucht auf Montag' verlegt werden soll, da die am Montag stehende Sache betreffend Kindesmord wegen Krankheit der Angeklagten ausfällt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. März 1901.

** Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat am 6. d. MtS. dem Hermann Euler, seither Bezirksfeldwebel beim Landwehrbezirk Gießen, und dem Fußgendarmen Weingärtner im Großherzoglichen Gendarmerie Korps da» Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß, mütigen verliehen und die Geometer I. Klaffe Martin Faul zu Dieburg, Adolph Heineck zu Alsfeld, Philipp Hauck zu Michelstadt, Karl Kolb zu Düdelsheim, Wilhelm Sch au- bach zu Wöllstein, Johannes Laubner zu Friedberg und Julius H eineck zu Friedberg zu Katastergeometern ernannt. Der Revisionsbeamte bei dem ForftvermesiungS' und Taxations-Bureau, Oberförster Karl Kalkhof zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Ferner wurde der Heinrich Kumpf au» Beerfelden zum SteuerkommissariatS- gehilfen mit Wirkung vom 1. April l. Js. an ernannt.

Gegen die Getreidezölle. Inder vom Freisinnigen Verein auf Dienstag den 12. ds. Mts. einberufenen Volks­versammlung wird auch Stadtverordneter Krumm daS Wort ergreifen.

* Aus dem Bureau des Stadltheaters wird uns ge­schrieben: Am Freitag findet eine Aufführung von Wilden- bruchsHaubenlerche" statt. Es kommt selten vor, daß der Dichter der deutschen Fürsten-Dramen an unserer Bühne zu Wort kommt, denn der große szenische Apparat derselben stellt die höchsten Anforderungen. Um so anerkennenswerter ist eS, daß uns jetzt eins seiner besten bekannten Stücke ver­mittelt wird. Wildcnbruch wandelt in diesem Stück neue moderne Bahnen, gleich seinem großen Zeitgenossen derein­samen Menschen" undJohannisfeuer". Und es ist bekannt, daß ihm die Schilderung des modernen zeitgenössischen Mi­lieus vortrefflich gelungen ist. Die Haubenlerche wird Frl. Kugler repräsentieren.

- Irene Triesch-IZastspiel. Um den Besuch der Vorstel­lung am Montag, den 11., allen Teilen der Bevölkerung zu­gänglich zu machen, wird der Vorstand des Theatervercins, ebenso wie bei dem Heimat-Gastspiel der Künstlerin im No­vember v. I., den mittleren Teil der Gallerie mit nume­rierten Sitzplätzen ä Mk. 1.50 versehen lassen.

Finanzielles Ergebnis der Buren-Versammlung. Be- züglich des um 25. vor. Mts. statkgehabten Buren-Ver- 1 ammlung in SteinS Garten wird uns mitgeteilt, daß deren finanzielles Ergebnis recht günstig war. Nach Abzug aller Unkosten verblieb ein Ueberschuß von rund Mk. 300, welcher bestimmt ist, zur Hälfte an die Centrale der Bereini­gung zur Beendigung des Burenkrieges z. H. des Herrn Pros. Frz. von Defregger-München, und zur Hälfte an