erwarten. 1
** Wilde Rössel. Die Pferde eines hiesigen Fuhrwerksbesitzers scheuten gestern nachmittag aus dem Lud- wigsplatz und gingen durch. Der Energie des Eigentümers gelang es, die Tiere in der Bergstraße wieder zum Stehen zu bringen, ohne daß ein Unfall geschehen
vergangenen Samstag in einem hiesigen Spenglergeschäft Arbeit bekommen, zog es aber vor, schon am Montag morgen seine Stelle wieder zu verlassen, um sich, wie er sagte, durch einen guten Kognak auf die durchgemachte Anstrengung hin zu stärken. Er hatte sich auch bereits eine Abschlagszahlung geben lassen. Er kehrte aber nicht wieder zur Arbeit zurück, da ihm das Betteln besser gefiel.
** Selbstmord eines Unehrlichen. Heute morgen schoß sich
nationalliberalen Partei wird uns zur Vermeidung irriger Meinungen ergänzend mitgeteilt, daß nicht die gesamte Generalversammlung den Beschluß, Herrn Orbig als Kandidaten auf die gemeinsame Wählerliste zu setzen, gutgeheißen hat. Vielmehr fand dieser Beschluß nur eine sehr geringe Majorität.
*• Ter Vorstand des Hessischen Bauernbundes giebt bekannt, daß am 27. Oktober zu Frankfurt a. M. seitens des Vorstandes des Ausschusses der Beschluß gefaßt wurde: 1. Daß hinfort einem eigenen geschäftsführendeu Ausschuß die Leitung der Geschäfte des Bundes übertragen werden solle. 2. Daß dieser Ausschuß alsbald eine Revision der Statuten in Angriff nehmen solle. 3. Daß man als Tag der Generalversammlung den letzten Sonntag im Februar 1902 ms Auge gefaßt habe und 4. daß zu Mitgliedern des geschäftsführendeu Ausschusses gewählt wurden Bürgermeister Köhler- Langsdorf als Vorsitzender, Völp-Bergen als dessen Stellvertreter, Redakteur Hirschel als Schriftführer, Bürgermeister a. D. Habicht-Echzell als Rechner, Fenchel-Griedel und Acker-Berstadt als Mitglieder sowie daß alle Zahlungen an den Bund nunmehr an Bürgermeister a. D. Habicht in Echzell
einen kleinen Zagdausflug. Er gab in einer Pause das geladene Gewehr seiner neben ihm stehenden Gattin zu halten; kaum hatte Frau v. Stein das Gewehr mit dem Kolben auf die Erde gestellt, so krachte ein Schuß. Die Kugel drang der Frau in den Unterleib und in die Lunge, bald darauf war sic eine Leiche. Frau v. Stein war erst 24 Jahre alt und ein halbes Jahr verheiratet.
ein junger Mann von hier, der wegen Unterschlagung zur Polizei gebracht werden sollte, in seiner Wohnung eine Kugel in die Brust. Er sollte in die Universitätsklinik gebracht werden, ist aber, wie wir hören, auf dem Transport dorthin bereits gestorben. Der junge Mann war Büreauvorsteherl bei einein hiesigen Rechtsanwalt und hatte mehrfach erhebliche Geldbeträge, zu deren Empfange er nicht berechtigt war, cntgegcngcnornmen und für sich verwendet.
u Albach, 4. Nov. Bei der heutigen Beigeordneten-! wähl wurde unser seitheriger Beigeordneter Philipp Lenz mit 49 Stimmen wiedergewählt. Herr Lenz tritt hiermit seine dritte Amtsperiode an. Ein Gegenkandidat war nicht i aufgestellt worden. Es ist dies gewiß ein Zeichen für die ! Einigkeit, die in unserem Orte herrscht.
)( Großen-Buseck, 6. Roo. In der Nacht vom 4. auf den o. November wurde in dem Hause des Kaufmanns Salomon Berlin ein schwerer Einbruchsdieb st ahl verübt. Der Einbrecher, der durch Ausbleien einer Fensterscheibe sich in das Kontor eingefchlichen hatte, erbrach dortalleverschlossenen Gegenstände, wobei ihm etwa 100 Mk. bares Geld sowie goldene Schmucksachen im Wert von ca. 500 Mk. als Beute in die Hände fielen. Auf demselben Weg, auf dem er gekommen, schleppte er seine Beute fort, ohne bemerkt zu werden. | Von der Person des Diebes hat man keine Spur.
eh. Inheiden, 5. Nov. Unsere Einwohner wurden in letzter Zeit zweimal durch Feuerlärn^ erschreckt. Glück- I licherweise wurde in beiden Fällen das Feuer rechtzeitig be- I merkt und konnte gelöscht werden, ohne daß nennenswerter Schaden entstanden wäre. Nachdem vor kurzem kleine Kinder in einer mit Stroh gefüllten Scheuer ein „Kartoffelfeuerchen" gemacht hatten, entstand in der vergangenen Nacht in einer Ärbeiterwohnung durch die Ofenfeuerung ein Zimmcrbrand, der ebenfalls gelöscht wurde, ehe er größeren Schaden an
richten konnte. I
r. Vom Vogelsberg, 3. Nov. Wie verlautet, ist die Genehmigung zum Weiterbau der am 1. November eröffneten Bahn Lauterbach —Grebenhain —Crainfeld von letzterer Station nach Gedern erteilt und zwar nicht, wie vorgesehen, über Hartmannshain, sondern via Bermuthshain, Völzberg, Volkartshain, Ober-Seemen. Die letztere Route bietet bedeutend weniger Terrainschwierigkeiten. Nachdem diese Strecke sowie die projektierten Linien Stockheim— Frankfurt resp. Stockheim—Vilbel ausgebaut sind, ist unser ! Vogelsberg dem weiteren Verkehr vollständig erschlossen.
fc. Friedberg, 5. Nov. Eine sozialdemokratische Vertrauensmänner-Versammlung des Wahlkreises Friedberg-Büdingen beschäftigte sich mit der Kandidatenfrage zur nächsten R e i ch s t a g s w a h l. Man beschloß, den Gastwirt Prinz-Frankfurt, der bereits 5—6 mal ohne Erfolg in dem Wahlkreise kandidierte, nicht wieder aufzustellen und nominierte den hiesigen sozialdemokratischen Gemeinderat Busold als Kandidaten.
M. Wiesbaden, 5. Nov. Das Infanterie-Regiment Nr. 80 (Chef Prinzessin Friedrich Karl von Hessen) soll, wie verlautet, eine neue Auszeichnung erhalten, nämlich schwarze Roßschweife | auf dem Helm, die zur Parade getragen werden.
Frankfurt, 5. Nov. Die Ausstellung für llnfall- !schutz und Verhütung ergab einen 11 eberschuß von 20 000 Mark, der für wohlthätige Zwecke verwandt wird. I Für das nächste Jahr ist eine größere medizinische Ausstellung I irr Frankfurt vorgesehen, deren Arrangement wieder dem in I letzter Zeit viel genannten Ausstellungs-Unternehmer Chiger I übertragen werden soll. Das günstige Endresultat der Aus- l stellung hätte die zahlreichen Nachforderungen an die Aus- I steller eigentlich erübrigt. Sogar die Ansstellungslotterie hat einen kleinen Ueberschuß ergeben.
haben.
Die armen Engländer! Jetzt werden ihre Gefangenen von den bösen Buren schlecht behandelt! Sie selber aber gehen so außerordentlich zart mit ihren Gefangenen um, das; sie nur die Kommandanten und Offiziere erschießen und die wehrlosen Weiber und kranken Kinder langsam hinmordenll Wirklich, die Engländer haben allen Grund, über schlechte Behandlung ihrer Gefangenen durch die Buren sich zu beschweren.
Reuters Bureau meldet aus Barberton vom 28. Oktobers Mehrere Minenbesitzer sind hierher zurückgekehrt, um Berg-^ werke in stand zu setzen, damit die Arbeiten demnächst wieder ausgenommen werden können. Die Bergwerke sind im allgemeinen verhältnismäßig unbeschädigt. Man glaubt, daß man ohne Schwierigkeit genügende Arbeitskräfte finden wird.
Dr. Krause erschien wiederum vor dem Londoner Polizeigericht. Da die Untersuchung gegen ihn noch nicht soweit vorgeschritten ist, daß in die Verhandlung eingetreten werden konnte, wurde Dr. Krause wieder in Untersuchungshaft zurückgeführt.
Das reguläre kanadische Infanterie-Regiment meldete sich fteiwillig zum Dienst in Südafrika.
Aus Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 6. November 1901.
** Wahlaufruf. Wir machen auch an dieser Stelle auf | den im Inseratenteil unserer heutigen Nummer enthaltenen 1 Wahlaufruf der freisinnigen und nalionalliberalen Partei für die bevorstehenden Stadtoerordnetenwahlen aufmerksam.
** Generalversammlung der national!iberalen Partei. Zu unserem gestrigen Bericht über die Generalversammlung der
Vermischtes.
'Köln, 5. Nov. In dem benachbarten Bachem ist eine Typhus-Epidemie abgebrochen, die gestern da? erste Opfer gefordert hat. In einem Hause liegen vier Personen an de<' Seuche darnieder. Die beiden öffentlichev Brunnen sind behördlicherseits geschloffen. Man ist eifrigst bemüht, von Frechen ein Wasserleitungsrohr nach Bachem zu legen, um diesen Ort mit frischem Waffer zu versorgen.
* Ueber die Vorgeschichte des blutige»
Duells in Insterburg erfährt die „Ostd. Votts-Zta. - daß lediglich der Alkohol sein furchtbares Spiel getrieber hat. Leutnant Blaskvwitz hatte am Donnerstag abend der letzten Woche zuerst im Kasino und dann im HotÄ „Königl. Hof" „des Guten" zu viel zu sich genommen und sollte deshalb von einigen Kameraden, unter denen sich Oberleutnant Hildebrand befand, nach Hause geleitet wer- den. Dem widersetzte er sich und vergaß sich in seinem 3u> stände so weit, daß er gegen seine Begleiter thätlich wurde Diesen blieb darnach nichts anderes übrig, als den Vorgang dienstlich zu melden. Das Ehrengericht trat zusammen und erklärte den Zweikampf für unvermeidlich, während Leut- inant Blaskvwitz am selben Morgen zu seiner Braut nach Deutsch-Eylau gefahren war, angeblich in völliger Unkenntnis dessen, was er im Rausche begangen. Den Polter. abend-Dorbereitungen machte in tragischer Weise ein Tele< | gramm ein Ende, das ihn nach Insterburg zurückberief. in (cZrfitnprhprtmtnhpfp spiner f duneren Unter-
ferierte Koutsky-Berlin über die Zoll- und Handelspolitik,! wo hei er auf das Schärfste gegen die Schutzzölle auftrat und ankündigte, daß das Proletariat den Kampf gegen die Agrarier, wenn nicht anders, allein, dafür aber rücksichtsloser fuhren werde.
N e w y o r k, 5. Nov. Eine Depesche aus Panama meldet, daß die Mannschaft des kolumbischen Kanonenbootes „Da- rien", das an der Südseite der Landenge von Panama operierte, gemeutert hätten und das Schiff in die Hände der Insurgenten gefallen sei.
Jerusalem, 4. 9Lov. (Reuter.) In der Kir che v om Heiligen Grabe kam es zwischen Römisch-Katholischen und Griechisch-Orthodoxen zu einer großen Schläg er ei, welche auf beiden Seiten Verwundungen zur Folge hatte. 5.Franziskaner sind lebensgefährlich verwundet worden. Der Ausbruch des Streites ist den Römisch-Katholischen zuzuschreiben, die wiederholt einen Teil des die Kirche umgebenden Hofes ausfegen wollten, während die Griechisch-Orthodoxen den Anspruch erhoben, daß dies ihr ausschließliches Recht sei. Schon seit mehreren Tagen sind Truppen an dieser Stelle aufgestellt worden, um einen Zusammenstoß zu verhindern, aber plötzlich nahm die Zahl der Streitenden so zu, daß die Truppen ihnen nicht gewachsen waren.
Manila, 5. Nov. In Moncada, Provinz Tarlak, ist eine weitverzweigte Verschwörung entdeckt worden, in! die mehrere Mitglieder der Ortsverwaltung verwickelt sind. I Die Verschwörung wurde durch die Frau eines Verschwörers^ verraten. Ein Detektiv versteckte sich in dem Hause, in dem die Verschwörer zusammenkamen, um..ihr Verhalten zu beobachten. Eine Anzahl Personen sind verhaftet und viele belastende Papiere gefunden worden. Die Verschwörer beabsichtigten am 1. Dezember gleich nach Sonnenuntergang das Haus anzuzünden, das neben den amerikanischen Militärbaracken stand. Wenn dann die amerikanischen Soldaten zum Löschen herb ei eilen würden, sollten 150 Verschwörer sich auf die Wache der Amerikaner stürzen, sich chrer Waffen bemächtigen und mit der Nie der me tzel-, ung der Soldaten beginnen.
* Vom Straßenbahnunglück bei Elberfeld, das sich, wie kurz berichtet, am Freitag abend zutrug, wird weiter gemeldet: Die Strecke steigt von Elberfeld bis Kronenfeld, fällt dann bis Gerstau stark und steigt dann wiederum ganz gewaltig in starken Kurven bis Remscheid. Am tiefsten liegt Gerstau. Hier geriet nun abends gegen 7,Uhr ein von Elberfeld kommender Wagen ins Rutschen, weil viel nasses Land auf den Schienen lag. Der Wagen, sichrer verlor die Gewalt über den Wagen, und dieser raste infolgedessen mit Schnellzugsgeschwindigkeit die Strecke hinab. In Gerstau sprang der Wagen dort, wo das GeM aufhört und sofort die rapide Steigung beginnt, kurz vor einer Brücke, die über den augenblicklich reißenden Mors- wäre. " Ibach führt, aus den Schienen, rannte eine den Morsbach
** Verhaftung. Gestern mittag wurde ein zu- ab grenzende Schutzmauer mit donnerartigem Getöse ein gereifter Spengler wegen Bettelns verhaftet. Er hatte am und zerschellte dann, sich mit dem Vorderteil fast send - - • * ’ auftürmend, an der am anderen. Uier des Daches
befindlichen, mehrere Meter hohen Schutzmauer. Die In, fassen des Wagens wurden mit großer Vehemenz sämtlich in das hintere im Wasser liegende Ende des Wagens ge- schleudert. Sie lagen alle bewußtlos, einen Menschen, knäuel bildend, im Wasser und wären vielleicht ertrunken, wenn nicht mehrere Schreiner und Zimmerleute, die ganz in der Nähe gearbeitet hatten, sofort helfend eingegriffen hätten. Sie schlugen, da sowohl der Vorder- als auch der Hinterperron eingedrückt war und die Thüren infolgedessen verbarrikadiert waren, mit Aexten und Beilen eine (Seiten* wand ein, setzten Leitern an und holten — alles beim Schein zweier »Stalllaternen — die Verwundeten heraus. Gräßlich waren die Verletzungen, die einige von diesen erlitten hatten. Der Reisende Ernst Schmitz aus Remscheid hatte eine fingerbreite, über den ganzen Kopf gehende Wunde, aus der bei jedem Atemzuge das Blut herauswallte. Er ist wahrscheinlich inzwischen schon verschieden. An seinem Halse hing sein neunjähriger Sohn Karl, ebenfalls aus einer schweren Kopfwunde blutend. Der Wagensührer- dem die Scherben der zertrümmerten Fenster ins Gesicht | geflogen waren und viele Wunden beigebracht hatten, hat außerdem schwere Brust- und Rückgratverletzungen erlitten. Dem Schaffner Kleinmann waren beide Beine umgedreht, sodaß die Fußspitzen nach hinten standen; er hat einen doppelten Beinbruch erlitten. Auch ist ihm von einem Wagensparren ein Auge ausgestoßen worden. Vier andere Personen, der Kaufmann Ewald Schmahl aus Kronenberg, der Likörfabrikant L. Müshövel von hier, ein Wilhelm Schneider von hier und ein Karl Ehring von Barmen sind ebenfalls erheblich, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Vier Aerzte aus Remscheid und Kronenberg waren bald an der Unglücksstelle erschienen und legten den Verwundeten Notverbände an. Inzwischen waren auch Sanitätswagen von Remscheid angefcommen, die die Schwerverletzten aufnahmen und nach Remscheid ins Krankenhaus brachten. Die Unglücksstelle war Freitag abend schon und Samstag morgen von Hunderten von Menschen belagert. Am Samstag waren der Staatsanwalt von hier und ein Regierungsbeamter, sowie ein höherer Beamter der hiesigen Eisen- bahndireltion an Ort und Stelle. Ob den Wagenführer ein Verschulden an dem Unglück trifft, bleibt abzuwarten.
• Görz, 4. Nov. Gestern abend uni 9*/3 Uhr explodierte der große Kochkessel der Celluloscsabrik in Pödgora. Ein Arbeiter wurde getöbtet, einer schwer, fünf leicht verletzt.
* Budapest, 5. Nov. Die Blätter melden folgenden Unfall der erzherzoglich Friedrich'schen Familie. Als diese in Gesellschaft des Fürsten und Prinzen Salm nach einem Kirchenbesuch in Taras nach dem erzherzoglichen Jagdschloß zurückfuhr, verfehlte der Wagen in der Finsternis den Weg und geriet auf den Donau-Tamm. Der Wagen mit der Erzherzogin Christine und Marie stürzte um. Beide sind unverletzt. Nur der Kutscher wurde schwer verwundet.
* Jagdunglück. Aus Linz wird berichtet: Der Lehrer Karl v. Stein m Unter-Weißenbach machte mit feiner Frau
Vom Burenkriege.
Eine Depesche Lord Kitcheners aus Pretoria vom 4. ds-1 meldet: General Fr en ch berichtet vom 2. November, daß! er gegen Fouche, Myburg und Wessels mit ungefähr 400 Mann zwischen Barkly East und Rhodes operiere; I im übrigen sei die ganze Kapkolonie östlich von der! Westbahn „gesäubert". Eine oder zwei Burenabteilungen, von denen jede aus 20 oder 30 Mann besteht, ziehen „ziellos" umher. French sandte zwei Kolonnen ab, die sie verfolgen sollen. Van Deventer und Botha mit 130 Mann überschritten die Eisenbahn bei Victoria Road und rücken in westlich er Richtung vor, nachdem! sie von zwei britischen Kolonnen verfolgt wurden. Sie verloren viele Pferde.
Eine andere Depesche Kitcheners vom 4. November enthält nähere Einzelheiten über das Gefecht mit Oberst! Benson, und besagt, daß Bensons Kolonne das Lager nördlich von Bethel am 30 Oktober bei Tagesanbruch ver-1 ließ und nach Vrugspruit marschierte. Es verlautete, daß die Buren Brakenlaagte besetzt hielten, wo sie ein Lager aufzuschlagen beabsichtigten. Das Wetter war feucht und stürnnisch. Der Feind wurde während des Marsches mit Leichtigkeit ferngehalten, und Brakenlaagte um 1 Uhr nachmittags besetzt. Die Nachhut mit zwei Geschützen unter Bedeckung von einer Schwadron Kavallerie war innerhalb der Schußweite vom Burenlager ausgestellt. Der Angriff der Buren auf die Flanke der Nachhut wurde zurückgeschlagen. Hierauf führten die Buren, gedeckt durch das wellige Terrain, eine Umgehungsbewegung aus, und griffen den Berg kämm an, auf dem die Geschütze standen. Infolge des starken Sturmes, Regens und Hagels im Rücken wurde dieser Angriff nicht eher bemerkt, als bis die Buren sich der'Stellung auf d em Kamm inner h alb kurzer Schußweite der Kanonen bemächtigt hatten, deren Begleitmannschaften und Pferde s i e n ie d er s ch o s s e n. O b e r ft Benson und Oberst Gninneß fielen beide bei den Geschützen. Infolge des gleichzeitigen Angriffes auf das Lager wurde keine nennenswerte Verstärkung nach । der Stellung auf dem Bergkamm gesandt. Die Buren waren jedoch nicht im stände, die Geschütze fortzuschaffen, erst als britische Ambulanz auf dem Gefechtsfelde erschien, schafften b ie Suren, durch dieselbe gedeckt, die Geschütze fort. Sodann zogen sie sich auf eine weite Entfernung zurück, und unterhielten während der ganzen Nacht zum 31. Oktober vereinzeltes Feuer, machten jedoch keine weiteren Angriffe auf das Lager. Die Buren hatten zweifellos schwere Verluste; näheres ist darüber noch nicht bekannt. Kommandant O pp e r m a n n gefallen, Christian Botha verwundet. Die Buren sollen unsere Gefangenen schlecht behandelt
Gerichtssaal.
Breölau, 5. Novbr. Vor dem hiesigen Schöffengericht kam heute vormittag die Privatklage Carlo Böcklins, des<20l;nes von Arnold Böcklin, gegen denLUmstkrililer Profeßor Richard Muther iveqen Beleidigung z»lr Verhandlung. Muther hatte seinerzeit, ivie wir damals meldeten, in einem Berliner Blatte die aus dem Nachlaß Arnold Böcklins auf der venetianischen KunstausneUung ausaestellteii Bilder einer sehr abfälligen Kritik unterzogen und die Echtheit derselbeii bezweifelt, sowie Carlo Böcklin Pietätlosigkeit qcgcii seinen großen Vater vorgeworfew Die heutige Verhandlung wurde zu weiterer Beweiserhebuna vcttagt. em privat!lager wurde Qiiiqeqebeii, innerhalb dreier Monate ein Ve^eichms der aus der venetianischen Kunstausstellung ausgestellten Büder emzurerchen. Tavoii soll dann der Beklagte eine Abschrift erhalten nut dem Ersuchen, die über die Angelegenheit zu vernehmendeii Kunst-Sachverständigen und unter ihnen besonders diesenigen namhast zu machen, welche die venetianische Kilnstausstelluna besucht und sich mit der hiev m Betracht kommende,t Frage selbst schon beschafngt Ihaben.
(Oberhessen) zu richten seien.
**Der evangelische Kirchengesangverein wird Sonntag, den 17. November, abends ein viertel 7^Uhr, unter der LeiMng seines Dirigenten, des Universitäts-Musik-, .... ------ v- . ■
direktors Trautmann, eine Geiftliche Musikaufführ-I Inzwischen ist der Schwerverwundete ,einer schweren Unter- ung veranstalten, bei der er unter anderem Joh. Seb. leibsverletzung erlegen. .
Bachs gewaltige Reformationskantate: „Ein' feste Burg ist' * .
unser Gott" für Chor, Soli und Orchester zu Gehör bringen wird. Da eine Reihe geschätzter hiesiger Kräfte und aus- wärttger Künstler, u. a. Frl. Dorothea Schmidt (Sopran), Sperr Noe (Tenor) und Herr Leimer (Baß), sowie auch Konzertmeister Hegar (Cello), sämtlich aus Frankfurt a. M., dabei mitwirken werden, so steht ein großer Kunstgenuß zu


